2021/0276
Nachhaltigkeitsbericht 2019 der Darmstädter Stadtwirtschaft
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Punkt 12: Nachhaltigkeitsbericht 2019 der Darmstädter Stadtwirtschaft (V-Nr. 2021/0276) Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage nach umfangreicher Diskussion zur Kenntnis.
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Punkt 9: Nachhaltigkeitsbericht 2019 der Darmstädter Stadtwirtschaft (V-Nr. 2021/0276) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Umweltschutz und Nachhaltigkeit nimmt von der Vorlage Kenntnis.
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NACHHALTIGKEITSBERICHT der Darmstädter Stadtwirtschaft BERICHTSJAHR 2018 / 2019 Den Nachhaltigkeitsbericht und mehr zu den Aktivitäten und Projekten der Stadtwirtschaft finden Sie unter: nachhaltigkeit.heag.de 3 NACHHALTIGKEITSBERICHT der Darmstädter Stadtwirtschaft 4 VORWORT DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT wir freuen uns, dass Sie sich für den Nachhaltigkeits- bericht der Darmstädter Stadtwirtschaft interessieren. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ein attraktiver Ort zum Wohnen und Arbeiten, von Grünflächen umgeben und von kultureller Vielfalt und Weltoffen- heit geprägt. Genauso fördert sie seit langer Zeit den Klima- und Umweltschutz sowie die Biodiversität und setzt sich für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften ein, um den zukünftigen Darmstädterinnen und Darmstädtern eine lebenswerte und den Herausforde- rungen der Zukunft gewachsene Stadt zu hinterlassen, auch im Sinne der 17 Ziele Nachhaltiger Entwick - lung (Sustainable Development Goals– SDGs) der Vereinten Nationen. Die SDGs schreiben die 1993 in Rio de Janeiro verabschiedete „Agenda 21“ fort, welche in ihrer lokalen Umsetzung in Darmstadt 2018 ihren 20. Geburtstag gefeiert hat. Die Nach- haltigkeitsziele benennen den aktuellen Verände- rungsbedarf für eine Vielzahl an ökonomischen, sozialen sowie ökologischen Handlungsfeldern bis zum Jahr 2030, ein zentrales Ziel ist die Bekämp- fung des Klimawandels. Das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2017 hat hier gezeigt, dass es möglich ist die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. Doch dafür braucht es außergewöhnliche Anstrengungen auf allen Handlungsfeldern und das Engagement der gesamten Gesellschaft, sowohl weltweit, als auch herunterge- brochen auf alle Städte und Kommunen. Für Darm- stadt und seine Stadtgesellschaft heißt dies z.B. nicht nur eine Verkehrswende umzusetzen oder Gebäude energetisch zu sanieren, sondern auch die Art des Wirtschaftens so zu gestalten, dass ökonomi- sches Handeln mit sozialer und ökologischer Ver- antwortung Hand in Hand gehen. Das gilt natürlich auch für unsere Unternehmen der Stadtwirtschaft. Der Ihnen vorliegende Nachhaltigkeitsbericht für die SEHR GEEHRTE DARMSTÄDTERINNEN UND DARMSTÄDTER, Jochen Partsch Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt Barbara Akdeniz Stadträtin der Wissenschaftsstadt Darmstadt Berichtsjahre 2018 und 2019 ist dabei eine der Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes der Wissen- schaftsstadt Darmstadt aus dem Jahr 2013. Ziel dieses Berichtes ist, das Engagement der wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft für Klimaschutz und Nachhaltige Entwicklung gebündelt darzustellen. Dazu gehören auch, die Emissionen der Unternehmen zu quanti- fizieren und offenzulegen sowie Good-Practice Beispiele der Stadtwirtschaft darzustellen. Besonders stolz sind wir auf die Fortschritte bei der Konversion der Lincoln-Siedlung und des Ludwigshöhviertels. Denn sie zeigen, welche Potentiale sich durch Kooperationen innerhalb der Stadtwirtschaft heben lassen: die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die ENTEGA, die HEAG mobilo und im Besonderen der bauverein realisieren gemeinsam ein innovatives und ressourcenschonendes Mobilitätskonzept sowie modernen und zugleich bezahlbaren Wohnraum. Mit der regelmäßigen Veröffentlichung dieses Berichts unterstreichen wir, dass die Unternehmen der Stadt - wirtschaft sich dem Ziel verpflichtet haben, aktive Beiträge zu einer Nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Diese Ausrichtung ist ein fester Bestandteil der Kultur der Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihrer Unter- nehmen und zeigt, dass diese sich für ein lebenswertes und den Herausforderungen der Zukunft gewachsenes Darmstadt einsetzen. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre und sind sicher, dass wir mit dem Nachhaltigkeitsbericht unse- rer Stadtgesellschaft mit gutem Beispiel voran gehen. Bei Fragen und Anregungen können Sie gerne auf uns zukommen. Mit freundlichen Grüßen 5 VORWORT DES HEAG-VORSTANDS die HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) will, gemeinsam mit den Unternehmen der Darmstädter Stadtwirt - schaft, Wegweiser einer zukunftsfähigen und nachhal- tigen Daseinsvorsorge sein. Sowohl privatrechtliche als auch kommunale Unternehmen verankern eine nachhaltige und klimabewusste Unternehmenskultur. Denn die Stakeholder der Unternehmen erwarten mehr als gute Qualität zu einem angemessenen Preis. Sie erwarten eine Unternehmensführung, die in der Region verwurzelt ist und aktiv für Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz eintritt. Die vierte Auflage dieses Berichts schreibt den 1. Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadt- wirtschaft fort. Mit der Veröffentlichung der Zahlen für die Jahre 2018 und 2019 werden der Status quo dieses Engagements in der Darmstädter Stadtwirtschaft zusammengefasst und die CO 2-Emissionen der wesentlichen kommunalen Unternehmen veröffentlicht. Die HEAG und die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft fördern eine Nachhaltige Entwicklung. So bringt sich die ENTEGA aktiv in die Umsetzung der Energiewende ein. Dazu hat sie ein ambitioniertes Investitionsprogramm zum Ausbau der erneuerbaren Energien aufgelegt und umgesetzt. Der bauverein und der Eigenbetrieb Immobilien- management der Wissenschaftsstadt Darmstadt LIEBE DARMSTÄDTERINNEN UND DARMSTÄDTER, Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Dr. Markus Hoschek HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) investieren kontinuierlich in die energetische Sanierung ihrer Immobilien und leisten einen wichtigen Beitrag zur CO 2-Reduktion in der Darmstädter Stadtwirtschaft. Außerdem schaffen Sie bezahlbaren und modernen Wohnraum in der Schwarmstadt Darmstadt. Die HEAG mobilo betreibt ihre Straßenbahnen ausschließlich mit Ökostrom der ENTEGA, stellt die Busflotte sukzessive auf Elektroantrieb um und reduziert damit die CO 2-, Lärm- und Feinstaub- emissionen in Darmstadt und Umgebung. Mit dem Heinerleiner ist ein innovatives Mobilitätsangebot 2021 gestartet. Das klare Bekenntnis der Unternehmen der Darm- städter Stadtwirtschaft zur regionalen Nähe und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Stadt - wirtschaft bildet die Basis für eine nachhaltige Daseinsvorsorge. Wir möchten uns daher bei allen Beschäftigten der Unternehmen der Stadtwirtschaft bedanken, die durch ihr Engagement diese Ausrichtung der Stadt wirtschaft mit Leben füllen. Zugleich danken wir allen, die an der Erstellung des Nachhaltigkeits- berichts mitgewirkt haben. Haben Sie weitere Vorschläge, wie wir das Nachhaltig- keitsengagement im Stadtkonzern ausbauen können, dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Mit freundlichen Grüßen 6 VORWORT MARTIN FÜHR Wer im Jahre 2021 kurz inne hält – und die Fortschreibung des Nachhaltigkeitsberichts der Darmstädter Stadtwirtschaft ist dafür vielleicht ein guter Anlass – und zurückblickt auf all das, was sich seit der ersten UN-Umweltkonferenz 1972 in Stock- holm getan hat, dem gehen vielleicht zwei Gedankenstränge durch den Kopf. Zunächst tauchen bei älteren Zeitgenossen die Zustände Anfang der 70-er Jahre auf: Wilde Müllkippen im ganzen Land, Mülltrennung noch weitgehend ein Fremdwort, Ölkrise mit „autofreien“ Sonntagen bis hin zum Streit um Atomkraftwerke, um nur einige Schlaglichter zu benennen. Nicht zu vergessen die Nachwirkungen der Euphorie einer „autogerech- ten Stadt“, die u. a. zum Niedergang der Straßenbahnen in vielen deutschen Städten führte. Zumindest Letzterem hat sich Darmstadt widersetzt, wie man überhaupt zum typisch „Darm- städterischen“ nicht den Drang zählen dürfte, sich Hals über Kopf auf Neues einzulassen. Richtet man aktuell den Blick auf das Jahr 2030, wie es die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen tun, so zeigt sich aber zugleich, dass trotz des in Vielem erstaunlichen Werte- und Bewusstseinswandels und der bereits erzielten Fortschritte die eigentlichen Herausforderungen noch zu bewältigen sind. Will man auch gegenüber den kommenden Generationen Fairness walten lassen, so sind an vielen Stellen durchgreifende Veränderungen geboten. Dies gilt etwa für unsere Produktionsweisen und Konsummuster (SDG 12), aber auch für Maßnahmen auf kommunaler Ebene, um die Zukunftsfähigkeit der Städte und Siedlungen zu wahren (SDG 11); und natürlich auch für den Klimaschutz (SDG 13) und ein darauf ausgerichtete Energiesystem (SDG 7). Mit den SDGs schafft die UN ein Zielbündel, welches für die anstehenden Veränderungsprozesse eine normative Orientierung bereitstellt, die sich auf einen breiten Konsens nicht nur der Staatengemeinschaft, sondern auch vieler gesellschaftlicher Akteure berufen kann. Dabei gilt es allerdings im Auge zu behalten, dass die SDGs zwar Ziele benennen, in jedem Einzelfall allerdings die unterschiedlichen Belange gegeneinander abzuwägen sind. Es handelt sich also, wie bei den Grundrechten des Grundgesetzes, um Prinzipiennormen, die untereinander ins Verhältnis zu setzen sind. Mit anderen Worten: Die SDGs vermitteln durchaus Richtungssicherheit, geben jedoch keinen klaren Kurs vor, wie die jeweiligen Ziele zu erreichen sind. Dazu bedarf es vielmehr gesellschaftliche Suchprozesse; und zwar auf allen Ebenen. Vor diesem Hintergrund ist es sowohl Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung als auch ein Gebot ökonomischer Klugheit, wenn sich die Unternehmen der Stadtwirtschaft den Herausforderungen stellen, die mit dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung einhergehen. Denn die damit verbundenen Veränderungsprozesse bieten durchaus auch wirtschaftliche Chancen. Sie zu nutzen, verlangt allerdings zusätzlich einen offenen Blick auf die techni- schen, sozialen und organisatorischen Randbedingungen. Nicht SCHLAGLICHT DER WISSENSCHAFT – VORWORT VON MARTIN FÜHR* selten gilt es zudem, auch die rechtlichen Rahmenbedingungen neu zu justieren. In gewissem Rahmen, etwa über die kommunale Satzungshoheit, kann die Wissenschaftsstadt Darmstadt die „Angelegenheit der örtlichen Gemeinschaft (…) in eigener Verant- wortung“ regeln. Oftmals sind jedoch Anpassungen auf Ebene des Landes Hessen, des Bundes oder der EU notwendig. Impulse dazu können aber durchaus auch von lokalen Akteuren ausgehen. Dabei bietet es sich an, die Hemmnisse, die sich für Unternehmen der Stadtwirtschaft auf ihrem Weg in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung auftun, auch aus wissenschaftlicher Perspektive zu analysieren, um Gestaltungsoptionen zu entwickeln, mit denen sich die Rahmenbedingungen so verändern lassen, dass hinrei- chende ökonomische Anreize bestehen, Geschäftsmodelle (weiter) zu entwickeln, die zu den SDGs beitragen. Besonders günstige Voraussetzungen in dieser Hinsicht bieten sich in der auf fünf Jahre angelegten Förderung der Hochschule Darmstadt im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Innovative Hochschule“. Unter dem Titel „Systeminnovation für Nachhaltige Entwicklung“ (s:ne) arbeitet die Hochschule Darmstadt hier mit regionalen Akteuren daran, etablierte Routinen zu überschreiten und jenseits vermeintlicher Systemgrenzen nach neuen Lösungen zu suchen. In vielen Fällen eröffnen dabei digitale Anwendungen neue Potentiale. Dies gilt vor allem in Konstellationen, in denen Akteure auf Informationen und Handlungsbeiträge anderer angewiesen sind. Hier gilt es, nach Lösungen zu suchen, die einerseits den Schutz der Privatsphäre und berechtigter wirt- schaftlicher Interessen gewährleisten, andererseits aber auch Geschäftsmodelle in Richtung nachhaltiger Entwicklung befördern. Als Experimentierfeld bieten sich Projekte der „Digitalstadt“ an. Dementsprechend kooperiert s:ne hier intensiv mit der Wissen- schaftsstadt Darmstadt und den Unternehmen der Stadtwirtschaft. Zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass es dabei nicht um „die“ Digitalisierung gehen kann, sondern immer nur um „digitale Lösungen“ für konkrete Probleme. In der Rückschau aus 2030 wird man dann vielleicht sagen können, dass Akteure in Darmstadt – wie etwa bei der Ökostrom-Strategie der ENTEGA – Konzepte entwickelt und erprobt haben, die in der Folge Nachahmer fanden und Anlass gaben, Geschäftsmodelle und deren Rahmenbedingungen auch an anderer Stelle weiter zu entwickeln. Dabei hilft es, sich des Ausspruchs von Großherzog Ernst Ludwig zu erinnern: „Habe Ehrfurcht vor dem Alten und Mut, das Neue frisch zu wagen“. Schließlich lassen sich ohne mutiges Voranschreiten die notwendigen Veränderungen zur Umsetzung der SDGs nicht bewerkstelligen. * Der Autor ist seit 1994 Professor für Öffentliches Recht, Rechtstheorie und Rechtsvergleichung im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Hochschule Darmstadt. Er leitet dort die Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia) und das Teilvorhaben „Digitalstadt“ im Rahmen von s:ne. Er forscht u. a. zur Ökonomischen Analyse des Rechts und zur Gesetzes- folgenabschätzung. Seit 1998 ist er Mitglied im wissenschaftlichen Kuratorium des Öko-Instituts (Freiburg / Darmstadt / Berlin). 7INHALTSVERZEICHNIS Einleitung 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung Unternehmensporträt der Darmstädter Stadtwirtschaft Fortschrittsbericht zur Nachhaltigen Entwicklung in der Darmstädter Stadtwirtschaft Emissionsquelle Treibstoff Emissionsquelle stationäre Verbrennung Emissionsquelle Stromverbrauch Emissionsquelle Fernwärmenutzung Wasserverbrauch Zusammenfassung Public Value – Mehrwert für Darmstadt Lokale und regionale Wertschöpfung Gesellschaftliches Engagement Einbezug der Öffentlichkeit Förderung der Gründungsregion Anhang Umrechnungsfaktoren Zahlenhistorie 8 10 12 14 26 34 Impressum Herausgeber HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Im Carree 1, 64283 Darmstadt Der Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft für die Berichtsjahre 2018 und 2019 ist CO2-neutral auf Recyclingpapier gedruckt, ermöglicht durch die ENTEGA. 8 EINLEITUNG iStock / claudiodivizia 9 ie Verknappung von Ressourcen und die soziale Ungleichheit zählen neben der Anpassung an den Klimawandel und dessen Folgen zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Nachhaltige Entwicklung ist so auch ein wichtiger Aspekt der Daseinsvorsorge, dem sich die Darmstädter Stadtwirt- schaft besonders verpflichtet hat. Ihr diesbezügliches Engagement zeigt die Stadtwirtschaft auch durch die auf kommunaler Ebene führende Unterstützung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Inzwischen haben die meisten Nationen die völkerrechtlich verbindliche Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 unterzeichnet, mit deren Hilfe eine weitere Beeinträchtigung des Klimasystems vermindert werden soll. In ihrer Folge wurden fortlaufend Verhandlungen über die Reduktionsziele von Treibhaus- gasemissionen (THG-Emissionen), die im ursprünglichen Kyoto- Protokoll verzeichnet sind, geführt. Auf die weiteren Meilensteine auf diesem Weg konnte sich die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) im Dezember 2015 verständigen. Die Mehrheit der Länder hat das Übereinkommen von Paris, in Nachfolge des Kyoto-Protokolls, ratifiziert und sich auf drei wesentliche Ziele geeinigt: • Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau, wenn möglich auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau; • Die Stärkung der Fähigkeit, sich durch eine Förderung der Klimaresistenz und geringeren Treibhausgasemissionen an die nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Dies soll in einer Weise geschehen, die nicht die Nahrungs- mittelproduktion bedroht; • Vereinbarkeit der Finanzströme mit einem Weg hin zu niedrigen Treibhausgasemissionen und klimaresistenter Entwicklung. Auf Ebene der Europäischen Union (EU) herrscht eine weitgehende Übereinstimmung über eine gemeinsame Klima- und Energiepolitik. Mit dem Artikel 194 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verfügt die EU auch ausdrücklich über die Kompetenz, eine umfassende europäische Klima- und Energiepolitik zu gestalten. Die aktuelle Energieagenda sieht u. a. folgende energiepolitischen Ziele bis 2030 vor: D • Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % im Vergleich zu 1990; • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger beim Energieverbrauch um 27 %; • Verbesserung der Energieeffizienz von 32,5 %; Auch auf nationaler Ebene und auf Länderebene werden Klimaschutzziele und Nachhaltigkeitsstrategien ausgearbeitet. Auch deswegen hat der Umweltschutz als Staatsziel Einzug in die deutsche Verfassung mit dem Artikel 20a des Grundgesetzes (GG) genommen. Das Gesetz richtet sich auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen. Auf Dauer soll so die deutsche Volkswirtschaft weitgehend frei und unabhängig von der Verbrennung von Kohlenstoffen sein – die sonst als THG-Emissionen ihre klimaschädliche Wirkung entfalten. Der vorliegende Bericht informiert über die THG-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft und über die Maßnahmen, die in Bezug auf die Energie- und Verkehrswende, einer Nach- haltigen Entwicklung, die Stärkung der Wertschöpfung sowie den Wirtschaftskreisläufen in Darmstadt und der Region verfolgt werden. Dieser Bericht schreibt den Klimabericht der Darmstädter Stadtwirtschaft um zwei weitere Berichtsjahre (2018 / 2019) fort. Auch wird über die UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung und den Beitrag der Darmstädter Stadtwirtschaft zu deren Zielerreichung berichtet. Ergänzt wird der Bericht um Beispiele aus der unternehmerischen Praxis der Stadtwirtschaft, die den regionalen Beitrag zu den UN-Zielen für Nachhaltige Entwicklung aufzeigen. Einzelne Unternehmen (z. B. ENTEGA, HEAG mobilo, bauverein) der Stadtwirtschaft veröffentlichen zudem eigenständige (Nachhaltigkeits-)Berichte, die über die Inhalte des gemein - schaftlichen Nachhaltigkeitsberichts der Darmstädter Stadt- wirtschaft hinausgehen. 10 ie 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – kurz „SDG“) gehen zurück auf die bereits 1972 veröffentlichte Studie des Club of Rome „Grenzen des Wachstums“. Die zentrale These der Studie war, dass das aktuelle individuelle lokale Handeln aller globale Auswirkungen hat, die jedoch nicht dem Zeithorizont und Handlungsraum der Einzelnen entsprechen. Mit der Veröffentlichung des Brundtland-Berichts, den die Vereinten Nationen mit dem Titel „Unsere gemeinsame Zukunft“ in 1987 publizierten, begann ein weltweiter Gedankenaustausch über das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung. Einen frucht- baren Nährboden für weitere Diskussionen lieferte der Bericht, indem die Brundtland-Kommission einen Konsens fand und Teile des Konzepts einer Nachhaltigen Entwicklung wie folgt definierte: „Eine Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Wenn heute von einer Nachhaltigen Entwicklung gesprochen wird, dann ist auch die Gerechtigkeit zwischen der heutigen und der zukünftigen Generation ein wesentlicher Aspekt der Debatte. Als eine der Folgen dieser Debatten luden die Vereinten Nationen im Jahr 1992 zu einer Konferenz über Nachhaltigkeitsentwicklung in Rio de Janeiro ein. Mit dem Leitbild der Nachhaltigen Entwick- lung wurde durch die Rio-Konferenz 1992 erstmals ein ganzheit- licher und globaler Ansatz entwickelt. In Folge der Konferenz haben zahlreiche Akteure anerkannt, dass wirtschaftliche Entwicklung ohne Rücksichtnahme auf die drei Dimensionen der Nachhaltig- keit (soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Leistungs fähigkeit, ökologische Tragfähigkeit) unkalkulierbare Risiken mit sich bringt. Im Jahr 2002 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen acht Millenniums-Entwicklungsziele für das Jahr 2015. Die Agenda 2030 ist die Fortsetzung der Agenda 21 und dabei werden im Rahmen der Agenda 2030 zwei Entwick- lungsstränge miteinander verbunden: die Armuts- und Entwick- lungsagenda der Millenniums-Entwicklungsziele und die Nachhaltigkeitsentwicklung aus Rio de Janeiro. Die so entworfenen 17 globalen Ziele traten am 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) in Kraft. Die SDG gelten grundsätzlich für alle Staaten der Vereinten Nationen. Folgende Abbildung zeigt die 17 Ziele der UN. Sie wurden in 169 Unterziele untergliedert. Die Unterziele dienen als Fortschritts- indikatoren, denn sie machen eine Nachhaltige Entwicklung durch Daten messbar und bringen die globalen Ziele in einen umsetzungs- orientierten Kontext. Die globalen Ziele sollen national-, länder-, und kommunalspezifisch umgesetzt und, wenn sinnvoll, ergänzt werden. Die Basis für die Umsetzung der SDG in Deutschland ist die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahre 2017. Die Bundesregierung überwacht den Erfolg ihrerseits anhand von 63 definierten Indikatoren und berichtet über den Fort - schritt der Zielerreichung alle zwei Jahre in einem Bericht des Statistischen Bundesamtes 1. 1 https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/Nachhaltigkeitsindikatoren/International/ Indikatorenbericht_SDG.pdf?__blob=publicationFile Übersicht über die 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung D 17 UN-ZIELE FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG United Nations 11 Die SDG wurden auch auf Länderebene in die Gestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen. Dazu hat die Hessische Landesregierung die Hessische Nachhaltigkeitsstrategie verfasst und in einem gemeinsamen Dialog mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft fortgeschrieben. Im Jahre 2017 wurde ein Indikatorenset eingeführt, das sich direkt an den SDG orientiert und bei deren Erstellung auch die HEAG mitgewirkt hat. Wichtige Ansatzpunkte zur Erreichung der SDG findet man im Besonderen auch in den Geschäftsfeldern der Stadtwirtschaft. Beispiele sind die Gestaltung einer klimaneutralen, preisgünstigen und sicheren Energieversorgung, das Angebot von ökologischen und vernetzen Verkehrslösungen sowie die Verfügbarkeit von hochwertigem und bezahlbarem Wohnraum. Unternehmen sind zunehmend in der Verantwortung ihre Geschäfts- modelle nachhaltiger zu gestalten. Wichtige Bereiche sind das Angebot von ökologisch und / oder sozial verantwortlichen Leistungen, die ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungsketten, sowie die Ansprache der Kunden für einen nachhaltigeren Lebensstil. Mit dem Beschluss des Leitbildes der klimaneutralen Stadt hat sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt den nationalen und regionalen Nachhaltigkeitsstrategien angeschlossen. Auch die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft tragen Verantwor- tung für den Klimaschutz und eine Nachhaltige Entwicklung in der Region – und darüber hinaus. Für die Darmstädter Stadtwirtschaft sind die SDG auch im Sinne ihrer unternehmerischen Verantwortung von Bedeutung. Sie stellen einen Rahmen für Nachhaltige Entwicklung und gleichzeitig auch eine unternehmerische Chance für die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle der Darmstädter Stadtwirtschaft dar. Mit dem Handeln und Wirtschaften der Akteure der Darmstädter Stadt- wirtschaft soll ein regionaler Beitrag zur Erreichung der SDG geleistet werden. Zur Identifizierung der relevanten SDG für die Darmstädter Stadtwirtschaft wurden in 2018 die Unternehmen konkret nach dem Beitrag ihrer Unternehmensaktivität zur Erreichung der SDG befragt. Die fünf wesentlichen SDG sind die Folgenden: Implizit wird auch dem SDG 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ in Darmstadt eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. Die Zusammenarbeit der Unternehmen der Stadtwirtschaft, die Förderung der regionalen Wertschöpfung und die Kooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft haben mit dazu beigetragen, dass Darmstadt zum fünften Mal in Folge die Zukunftsstadt Nr. 1 in Deutschland ist. 12 ie Darmstädter Stadtwirtschaft zählt zu den größten Arbeitgebern der Region und bietet mehr als 8.000 Menschen einen Arbeitsplatz und erwirtschaftete in 2019 eine Gesamt- leistung (d.h. im Besonderen Umsatzerlöse, zzgl. Bestands- veränderungen und anderer aktivierter Eigenleistungen) von 2,6 Mrd. Euro bei einer Bilanzsumme von 4,8 Mrd. Euro. Nähere Informationen, wie die Anteilsquote der Beteiligungsunternehmen entnehmen Sie dem Darmstädter Beteiligungsbericht 2. Die HEAG befindet sich in kommunaler Hand. Sie versteht sich als aktives Beteiligungsmanagement und verankert vor allem bei den Mehrheitsbeteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt die städtischen Ziele. Somit ist die HEAG der zentrale und maßgebliche Berater der Wissenschaftsstadt Darmstadt in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten der Stadtwirtschaft. Sie entwickelt die Geschäfts- felder der Stadtwirtschaft strategisch weiter. Eine nachhaltige Konzernpolitik und die Steigerung der Wertschöpfung in der Region sind Grundlagen der strategischen Ausrichtung. Einbezogene Unternehmen Der Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft berücksichtigt die wesentlichen Beteiligungen der Wissenschafts- stadt Darmstadt. Als wesentliche Beteiligung gilt grundsätzlich ein Unternehmen, an dem die Wissenschaftsstadt Darmstadt mittelbar oder unmittelbar eine Anteilsquote von mehr als 50 Prozent hält. (außer DSE, hub31) Unabhängig von der Anteilsquote wird auch das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg in die Berichterstattung einbezogen. Für die Berichterstattung der ökologisch und der gesellschaft- lich relevanten Aspekte sowie Kennzahlen gilt, dass diese zu 100 Prozent abgebildet werden. Eine Ausnahme bilden Beteili- gungen an Kraftwerksgesellschaften. Diese werden immer, also auch im Falle einer Minderheitsbeteiligung, entsprechend der Höhe der Beteiligung einbezogen. Beim bauverein werden nur die Emissionen der Hauptverwaltung und beim Klinikum Darmstadt die Emissionen der Standorte Darmstadt-Mitte, Eberstadt und seit 2016 auch die Emissionen des Marienhospitals erfasst. Die Emissionen des Eigenbetriebs Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt umfassen den Verbrauch von Schulen, Kindertagesstätten und -gärten, Jugendzentren, gemeinnützigen Gebäuden, Sportstätten, Erstwohnheimen, Friedhöfen und weiteren Gebäuden im städti- schen Besitz. Abweichungen von den vorgenannten Definitionen des Berichtsumfangs sind im Text kenntlich gemacht. Berichtsansatz Der Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft gliedert die einbezogenen Emissionsquellen nach dem Greenhouse Gas Protocol, dem etablierten weltweiten Standard zur betrieb- lichen Bilanzierung und Berichterstattung. Berücksichtigung im Rahmen des Berichts finden nur die direkten (Scope 1) und indirekten THG-Emissionen der Unternehmen durch die Bereit- stellung von Energie (Scope 2). Dabei umfasst Scope 1 konkret alle THG-Emissionen, die direkt in den Unternehmen anfallen und somit deren direktem Einfluss unterliegen. Das sind z. B. THG-Emissionen aus der Verbrennung durch stationäre (z. B. Heizkessel) oder mobile Quellen (z. B. unternehmenseigener Fuhrpark). Scope 2 umfasst alle indirekten THG-Emissionen, die durch die Bereitstellung von Energie außer halb der Organisation durch ein Energieversorgungsunter- nehmen entstehen. Dazu gehören Strom, Fernwärme und Fernkälte. Berichtsprofil Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht bezieht sich auf die Geschäftsjahre 2018 und 2019. Das Geschäftsjahr 2020 wurde nicht berücksichtigt, da die Verbrauchswerte für 2020 noch nicht vollständig ermittelt werden konnten. Die Entwicklung der THG-Emissionen sowie der regionalen Wertschöpfung wird für den Zeitraum von 2012 bis 2019 dargestellt. Die Ansprechpartner für den Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft sind Daniel Pfeffer (daniel.pfeffer@heag.de), Nachhaltigkeits- manager der HEAG, sowie Lion Roßbach (lion.rossbach@ darmstadt.de), Klimaschutz- und Fluglärmbeauftragter der Wissenschaftsstadt Darmstadt. D UNTERNEHMENSPORTRÄT DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT 13 Datenerhebung und Darstellung von Informationen Die Erhebung der Daten für den Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft erfolgte über direkte Ansprache der einbezogenen Unternehmen. In einem Auftaktworkshop wurden gemeinsam mit den Unternehmen die Struktur des Nachhaltig- keitsberichts, die einzubeziehenden Unternehmen sowie die zu berichtenden Emissionsquellen abgestimmt. Die Erfassung der Emissions- und umweltrelevanten Daten erfolgte unternehmens- intern über ein seitens der HEAG zur Verfügung gestelltes Formular. Für die Datenerfassung wurden folgende Emissions- quellen identifiziert: • Treibstoffverbrauch (Scope 1) • Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung (Scope 1) • Stromverbrauch (Scope 2) • Fernwärmenutzung (Scope 2) Darüber hinaus wurden folgende umweltrelevante Indikatoren erfasst: • Prozentualer Anteil klimaneutrales Erdgas • Anzahl Ladesäulen • Anzahl Dienstfahrräder • Nutzungsquote Jobticket (Beschäftigte mit Jobticket / Beschäftigte) • Gesamtwasserentnahme Die Umrechnung der den Emissionen zugrunde liegenden Aktivitätsdaten in Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) erfolgte auf Basis der in Anlage 1 beigefügten Umrechnungs- tabelle in CO2-äquivalente Emissionen 3. In der Folge wird bei den ausgewiesenen CO2-Emissionen immer das CO2-Äquivalent (CO2e) verstanden. Als Teil des Nachhaltigkeitsberichts sind folgende Schwerpunkte berücksichtigt: • Lokale und regionale Wertschöpfung • Einbezug der Öffentlichkeit • Förderung der Gründungsregion • Gesellschaftliches Engagement 2 https://www.heag.de/stadtwirtschaft/beteiligungsbericht/ 3 Das Treibhausgaspotenzial (THP) ist das massebezogene Äquivalent der Treibhauswirkung von Treibhausgasen, bezogen auf das festgelegte Leitgas CO2. Es wird als CO2-Äquivalent angegeben (CO2e, e steht für engl. equivalent). In den CO2-Äquivalenten sind die wesentlichen treibhauswirksamen Gase wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O / Lachgas) in ihrer Treibhauswirkung zusammengefasst. Energie & Wasser • ENTEGA AG • Beteiligungen der ENTEGA AG Immobilien • bauverein AG • Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA) • Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG • Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte (Bürgerhäuser) (nur 2018) Mobilität • HEAG mobilo GmbH • Beteiligungen der HEAG mobilo GmbH Gesundheit & Teilhabe • Klinikum Darmstadt GmbH • Zweckverband Verwaltungsverband für das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg • Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen Kultur & Freizeit • Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH • Zoo Vivarium (EAD) • Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkt (Märkte) (nur 2018) Telekommunikation & Digitalisierung • ENTEGA Medianet GmbH • Beteiligungen der Medianet GmbH • COUNT+CARE GmbH & Co. KG • DIGITALSTADT DARMSTADT GMBH (NEU) Entsorgung & Abwasser • Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) Strategie, Finanzen & Innovationen • HEAG Holding AG • Sparkasse Darmstadt (nicht in 2018 & 2019) In den Nachhaltigkeitsbericht einbezogene Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft und Zuordnung zu den Geschäftsfeldern 14 FORTSCHRITTSBERICHT ZUR NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG IN DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT Elektromobilität bei der ENTEGA ENTEGA bringt die Elektromobilität in Darmstadt und der Region Rhein-Main-Neckar voran. Bis heute wurden mehr als 120 öffentliche Normallladesäulen und zwei Schnellladesäulen errichtet und so eine Grundversorgung an Ladeinfrastruktur aufgebaut. Aufgrund von steigenden Zulassungszahlen elektrischer Fahrzeuge beabsichtigt ENTEGA den weiteren Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur. Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium sollen weitere 100 öffentliche Normallladesäulen und bis zu sieben Schnellladesäulen aufgebaut werden. Auch in der Stadt Darmstadt soll das vorhandene Angebot an Ladepunkten um 10 öffentliche Normallladesäulen erweitert werden. Einen weiteren wichtigen Baustein der Elektromobilität bei ENTEGA stellt das Projekt „E-Fahrzeug für Kommunen“ dar. So werden südhessischen Kommunalverwaltungen aktuell 50 Elektrofahrzeuge zum Preis eines vergleichbaren Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor bereitgestellt. Hierdurch leistet ENTEGA gemeinsam mit dem Land Hessen einen wichtigen Beitrag zur Elektrifizierung der kommunalen Fuhrparks. Um dies auch in Zukunft zu gewährleisten, erneut ENTEGA das Angebot und wird in den kommenden Jahren die bereit- gestellten Fahrzeuge durch ein neues Fahrzeugmodell austauschen. Um die Akzeptanz von Elektromobilität auch bei Bürgerinnen und Bürgern zu steigern, hat ENTEGA in der Region zudem ein Netz an E-Carsharing Fahrzeugen aufgebaut. Durch eine digitale und zugleich schlüssellose Lösung können Bürgerinnen und Bürger an 19 Standorten in Südhessen Elektrofahrzeuge mieten. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Jürgen Mai 49 31 84 62 27 47 35 15 EMISSIONSQUELLE TREIBSTOFF nsgesamt sind auf die Unternehmen der Darmstädter Stadt- wirtschaft 1.248 Kraftfahrzeuge (Vj.: 1.208), 84 Elektrofahr - zeugen (Vj.: 62) und 31 Dienstfahrräder (Vj.: 27) zugelassen. Damit stieg die Zahl der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor um 40 (+3 %). 61 % der Firmenfahrzeuge befinden sich im Fuhrpark der ENTEGA. Einen weiteren signifikanten Anteil am Fuhrpark der Stadtwirtschaft haben der EAD (17,4 %) und die HEAG mobilo (12,2 %). Bei der ENTEGA wird der Fuhrpark durch Fahrzeuge im Geschäftsfeld Netze dominiert (Montagefahrzeuge, LKW, selbstfahrende Arbeitsmaschinen etc.). Die Fahrzeuge des EAD werden zur Müllentsorgung, Straßenreinigung, Kanalreinigung und Schulessensversorgung im Darmstädter Stadtgebiet eingesetzt. Bei den Fahrzeugen der HEAG mobilo handelt es sich zu einem Großteil um Busse für den Linien- bzw. Reisebusverkehr sowie um Montage- und Reparaturfahrzeuge. Neben den Elektrofahrzeugen der ENTEGA setzen auch der EAD und das Klinikum Darmstadt Elektrofahrzeuge ein. Für den elektrischen Fuhrpark der Unternehmen der Stadtwirt- schaft und die Förderung der Elektromobilität in Darmstadt und der Region standen 179 Elektroladesäulen in 2019 zur Verfügung (Vj.: 167). >>> Abb. 1 Firmenfahrzeuge der Darmstädter Stadtwirtschaft Fahrräder Nutzfahrzeuge Personenwagen Busse Weitere 2018 insgesamt 1.297 2019 insgesamt 1.363 +3 % 608 556 119 554 550 119 Abb. 2 Treibstoffverbrauch nach Fahrzeugart in 2019 (in Tsd. Liter) 1 Pkw insgesamt 618 Nfz insgesamt 1.333 Busse insgesamt 2.903 2.903 Diesel Benzin Erdgas Sonstige insgesamt 1 Fahrzeuge insgesamt 4.854 +1 Tsd. Liter 119 434 81 1.166 86 I Elektrofahrzeuge Jürgen Mai 16 FORTSCHRITTSBERICHT ZUR NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG IN DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT Der Treibstoffverbrauch betrug in 2019 insgesamt 4,85 Mio. Liter. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Treibstoffverbrauch konstant. Knapp 60 % des Verbrauchs entfällt dabei auf den Linienbusverkehr des ÖPNV, der durch die HEAG mobibus, einem Tochterunternehmen der HEAG mobilo, angeboten wird. Für den Treibstoffverbrauch 4 des Fuhrparks der Darm- städter Stadtwirtschaft ergeben sich Emissionen von 12.228 Tonnen CO2 in 2019 (Vj.: +397 t) (+20 %). Durch die weitere kontinuierliche Ersatzbeschaffung von energieeffizienteren Fahrzeugen sollen die THG- Emissionen langfristig reduziert werden. So sollen neue Fahrzeuge nach Möglichkeit mit Erdgas oder Elektro- antrieb ausgestattet, die Nutzfahrzeugflotte regelmäßig auf Erneuerungsbedarf hin überprüft und durch eine Optimierung im Flottenpooling weniger neue Fahrzeuge beschafft werden. Im Bereich des ÖPNV wird Einführung von Elektrobussen weiter vorangetrieben. Der Anteil an Elektrofahrzeugen am Fuhr parkbestand wird kontinuierlich ausgebaut werden. 4 1 kg Erdgas = 1,5 Liter Benzin Elektromobilität beim EAD In der Straßenreinigung und Abfallentsorgung nutzt der EAD bereits seit über 15 Jahren umweltfreundliche, mit Strom betriebene Fahrzeuge. Aktuell sind täglich emissionsfreie, leise Elektrofahrzeuge des Eigen- betriebes und weitere Fahrzeuge im städtischen Fuhr - park im Einsatz. Das Ziel des EAD ist es, mit den Fördergeldern den städtischen Fuhrpark nach und nach um weitere Elektrofahrzeuge zu erweitern und im Rahmen der Elektromobilität zu einer geringeren Schadstoffbelastung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt beizutragen. (SDG 9, 11, 13) Abb. 3 Treibstoffverbrauch nach Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft 2018 2019 HEAG mobilo: 60,0 % ENTEGA: 20,0 % EAD: 17,7 % Weitere: 2,3 % HEAG mobilo: 60,1 % ENTEGA: 19,9 % EAD: 17,8 % Weitere: 2,2 % Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: feedback werbeagentur GmbH 17 2 Mobicheck der HEAG Mobilo Wer mitten in der Stadt wohnt, ist nur selten auf das eigene Auto angewiesen, denn das Angebot an alternativen Verkehrsmitteln ist groß. Regelmäßig sind diese sogar günstiger, schneller und flexibler. Wer daher sein Mobilitätsverhalten überprüfen möchte, kann sich von den Experten der HEAG mobilo kostenlos beraten lassen und gleich seinen persönlichen „MobiCheck“ machen. Dabei werden nicht nur die Kosten, sondern auch der Zeitaufwand der Mobilitätsalternativen berechnet. Grundlage für die individuelle Beratung ist ein Fragebogen, in dem der persönliche Mobilitätsbedarf ermittelt wird: Wie lang sind die täglichen Reisezeiten? Werden Zeitkarten genutzt? Auch der Besitz eines Pkw, die Entfernung zum Arbeitsplatz und Freizeitaktivitäten werden in die Analyse mit einbezogen. Selbst Urlaubsplanungen werden auf Wunsch in der individuellen Mobilitätsanalyse berücksichtigt. (SDG 9, 11, 12) Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Abb. 4 CO2-Emissionen in Tonnen nach Fahrzeugart Weitere Busse Nutzfahrzeuge Personenwagen 2018 insgesamt 12.189 2019 insgesamt 12.228 0 % 1.468 3.210 7.5487.515 3.242 1.430 2 Abb. 5 CO2-Emissionen in Tonnen nach Treibstoffart 2018 insgesamt 12.234 2019 insgesamt 12.369 +1,1 % Diesel: 11.799 Benzin: 390 Erdgas: 45 Diesel: 11.789 Benzin: 440 Erdgas: 141 18 FORTSCHRITTSBERICHT ZUR NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG IN DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT EMISSIONSQUELLE STATIONÄRE VERBRENNUNG mein lincoln mobil In der Lincoln-Siedlung, einer Konversionsfläche in der Größe von 35 Fußballfeldern realisiert der bauverein seit 2014 ein modernes, urbanes und verkehrsberuhigtes Quartier mit Wohnraum für rund 5.000 Menschen. Hier wird die Darmstädter Vision einer wirtschaft- lich starken, vielfältigen, kulturell reichhaltigen und ökologisch orientierten Stadt deutlich. Das Quartier bietet Bewohnern ein vielfältiges und modernes Mobilitätsangebot, bestehend aus vielen Mobilitätsbausteinen. Vor Ort können Fahrräder und Lastenräder geliehen werden. Im Quartier sind vielerorts Stelleplätze für Car Sharing-Autos vorhanden. Mit mein lincoln mobil stehen Mietern mehrere mit Ökostrom betriebene Elektroautos zur Verfügung. Die öffentlichen Grünflächen des Stadtteils – sie machen 15 % der Gesamtfläche aus – werden durch Kinderspielplätze und Bewegungs- flächen aufgewertet werden. (SDG 11, 13) Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: bauverein AG / Andreas Kelm 19 er Energieverbrauch 5 durch Energieerzeugung vor Ort (stationäre Verbrennung) beträgt in 2019 in der Darmstädter Stadtwirtschaft 390 Gigawattstunden. Dominiert wird der Energie- verbrauch von den Erzeugungsanlagen der ENTEGA. Im Vergleich zu 2018 ist der Energieverbrauch um 1,5 Prozent gestiegen. Im Wesentlichen ist der Anstieg durch den Mehrverbrauch von Erdgas in der Wärmeerzeugung begründet. Im Vergleich zu 2012 wurden die CO2-Emissionen im Bereich stationäre Verbrennung insgesamt um deutlich reduziert. Unter Berücksichtigung der Umstellung auf klimaneutrales Erdgas und der damit verbundenen Kompensationsmaßnahmen wurden die CO2-Emissionen um 70 Prozent reduziert. Hauptenergieträger bei der stationären Verbrennung ist Erdgas. Im Bereich Energieverbrauch Büro durch stationäre Verbrennung liegt der Anteil von klimaneutralem Erdgas bei ca. 90 Prozent. Im Bereich Produktion liegt der Anteil bei ca. 12 Prozent. Weitere Energieträger sind unter anderem leichtes Heizöl und Biogas. Hauptverbraucher ist aufgrund des Einsatzes von fossilen Energieträgern in Erzeugungsanlagen die ENTEGA, gefolgt von dem Klinikum Darmstadt, das klimaneutrales Erdgas zur umweltfreundlichen Energieversorgung mittels Blockheizkraft- werken (Standort Stadtmitte) nutzt, und dem Eigenbetrieb IDA. Durch die stationäre Verbrennung entstehen CO2-Emissionen von insgesamt 47.138 Tonnen. Um die CO2-Emissionen mittel- bis langfristig zu reduzieren, sollen weitere Effizienzverbesserungsmöglichkeiten in den betrieblichen Abläufen geprüft werden. Darüber hinaus sind die Energiekonzepte der Unternehmen sowie die Möglichkeit der Umstellung von fossilen auf regenerative Energieträger regelmäßig zu überprüfen. 5 siehe Umrechnungsfaktoren im Anhang D Seit Spätsommer 2018 modernisiert der bauverein ein 1956 erbautes Wohnheim in der Viktoriastraße 42 mit 17 Wohnungen. Bei der Dämmung setzt der bauverein erstmals auf ein natürliches Material: Hanf. Als nach- wachsender Rohstoff gilt er als interessante ökologische Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen. Zum einen bindet die Pflanze schon während ihres Wachstums erhebliche Mengen Kohlendioxid. Zum anderen verfügt Hanf über hervorragende Dämmeigenschaften, eine hohe Abb. 6 Energieverbrauch in GWh durch stationäre Verbrennung (oben) und induzierte CO2-Emissionen in Tonnen (unten) Weitere: 38 Biogas: 73 Erdgas: 279 2018 insgesamt 384 Weitere: 39 Biogas: 73 Erdgas: 272 2019 insgesamt 390 Weitere: 2.395 Biogas: 1.508 Erdgas: 43.235 Weitere: 2.373 Biogas: 1.616 Erdgas: 40.537 2018 insgesamt 44.526 2019 insgesamt 47.138 Diffusionsoffenheit und bietet zudem einen verbesserten Schall- und Hitzeschutz. Darüber hinaus lässt sich das Material gut recyceln. Über den Einsatz des nachhaltigen Dämmmaterials hinaus wird bei dem gesamten Projekt auf den Einsatz zertifizierter schadstofffreier und gut recycelbarer Materialien geachtet. Alle im Rahmen der Modernisierung verwendeten Materialien werden vor Baubeginn einem Gutachter vorgelegt und von ihm für den Einbau freigegeben. (SDG 11, 12, 13) Energetische Gebäude-Sanierung mit Hanfdämmstoff Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: +1,5 % +5,9 % bauverein AG / Andreas Kelm 20 FORTSCHRITTSBERICHT ZUR NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG IN DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT EMISSIONSQUELLE STROMVERBRAUCH Elektrobusse auf dem Vormarsch Die HEAG mobilo blickt auf eine lange Straßenbahntradition zurück. Und so betreibt sie schon heute gut die Hälfte ihres Nahverkehrsangebots elektrisch. Bis 2025 sollen auch die Busse folgen. Insgesamt ist geplant, über 80 batteriebetrie- bene vollelektrische Busse zu beschaffen. Sie bieten mehr Fahrkomfort, sind insbesondere bei niedrigen Geschwindig- keiten wie in Fußgängerzonen und an Haltestellen deutlich leiser und ermöglichen dank dem Ökostrom der ENTEGA emissionsfreie Mobilität. (SDG 11, 13) Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: 21 ie Darmstädter Stadtwirtschaft bezieht ihren Strom nahezu ausschließlich von der ENTEGA Energie. Insgesamt beläuft sich der Stromverbrauch der wesent- lichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft auf 73,4 Gigawattstunden. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Stromverbrauch fast konstant (74,2 GWh). Die Unternehmen beziehen nahezu zu 100 Prozent Ökostrom. Daher fallen, unter Berücksichtigung des Betrachtungswinkels (Fokussierung auf Scope 1 und 2), keine CO2-Emissionen an. Der Stromverbrauch nach Unternehmen stellt sich gemäß Abbildung 7 wie folgt dar. Um den Stromverbrauch mittel- bis langfristig weiter zu reduzieren, sollen zusätzliche Energieeinsparmög - lichkeiten zum Beispiel im Bereich IT oder Gebäude- technik geprüft werden. Darüber hinaus sollen die Hauptstromverbraucher in den Unternehmen identi- fiziert und energieeffizient modernisiert werden. D Bisher bestand die Beleuchtung der Kompostierungsanlage in Darmstadt Kranichstein überwiegend aus Halogenstrahlern und Leuchtstoffröhren. Doch mit Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurden diese durch energieeffiziente LED-Beleuchtungssysteme ausgetauscht. (SDG 13) Abb. 7 Stromverbrauch in GWh Weitere: 5,3 IDA: 10,5 Klinikum: 13,1 HEAG mobilo: 14,4 ENTEGA: 30,8 2018 insgesamt 74,2 Energieeffiziente Beleuchtung für Kompostierungsanlage Weitere: 4,2 IDA: 10,1 Klinikum: 13,8 HEAG mobilo: 14,4 Entega: 30,8 2019 insgesamt 73,4 Wir arbeiten hier am Ziel: HEAG mobilo GmbH / Thomas Klewar -1,08 % 22 FORTSCHRITTSBERICHT ZUR NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG IN DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT EMISSIONSQUELLE FERNWÄRMENUTZUNG on den wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadt- wirtschaft sind neun Unternehmen ganz oder teilweise an das kommunale Fernwärmenetz angeschlossen: • Darmstadt Marketing • Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen • Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt • Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt • ENTEGA und Tochtergesellschaften • Klinikum Darmstadt • Sparkasse Darmstadt • Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt • Zweckverband Gesundheitsamt Der Energieverbrauch durch Fernwärmenutzung der Darmstädter Stadtwirtschaft beläuft sich auf insgesamt 35.436 MWh in 2019. Im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 76 Prozent. Der Anstieg resultiert im Mehrverbrauch von Fernwärme bei der Versorgung von städtischen Liegenschaften (IDA) und dem Klinikum Darmstadt und korreliert mit dem Energie verbrauch durch Fernwärmenutzung in hohem Maße mit der durchschnitt- lichen Außentemperatur. Je kälter der Winter, umso höher der Bedarf an Energie und damit auch die CO2-Emissionen. Um den Energieverbrauch bzw. die induzierten CO2-Emissionen mittel- bis langfristig zu reduzieren, sollen weitere Effizienz- verbesserungsmöglichkeiten in den betrieblichen Abläufen geprüft werden. Darüber hinaus soll von Unternehmensseite eine Prioritätenliste in Bezug auf die weitere energetische Sanierung von Bestandsgebäuden aufgestellt werden. Die Abnahmemenge der Darmstädter Stadtwirtschaft verteilt sich wie folgt: Abb. 8 Energieverbrauch in MWh durch Fernwärmenutzung (oben) und induzierte CO2-Emissionen in Tonnen (unten) +76 % +76 % V 2018 insgesamt 4.502 2018 insgesamt 22.806 Weitere: 3.916 Klinikum: 2.795 IDA: 16.095 2019 insgesamt 35.436 Weitere: 3.251 Klinikum: 14.170 IDA: 18.015 2019 insgesamt 7.924 23 WASSERVERBRAUCH eben den vorgenannten Emissionsquellen ist auch der Wasserverbrauch eine Kennzahl der Nachhaltigkeitsbericht- erstattung. Die Unternehmen der Stadtwirtschaft verbrauchen insgesamt 328.865 Kubikmeter Wasser (-9,7 %). Die Verteilung des Gesamtwasserverbrauchs in der Stadtwirtschaft stellt sich wie folgt dar: N Abb. 9 Gesamtwasserverbrauch in m3 (ohne Berücksichtigung der Verbräuche der ENTEGA & EAD) -9,7 % 2018 insgesamt 363.841 HEAG mobilo: 7.799 Weitere: 47.001 Klinikum: 109.874 IDA: 199.167 2019 insgesamt 328.865 HEAG mobilo: 7.801 Weitere: 16.562 Klinikum: 112.664 IDA: 191.838 Trinkwasser ist ein hohes Gut und für die Gesundheit der Menschen von großer Bedeutung. Für die Trinkwasserversorgung im Klinikum Darmstadt wurden über 50 Trinkwasserzapf- anlagen installiert. In diesen Anlagen wird das vorhandene Leitungswasser so aufbereitet, dass sich Patienten, Besucher und Personal jederzeit an gekühltem und bei Bedarf karboni- siertem Wasser kostenfrei bedienen können. Eine Begleit- kühlung bis zum Zapfhahn und eine regelmäßige Wartung, Reinigung und Desinfektion der Anlagen gewährleisten die Einhaltung des hohen Hygienestandards im Hause. Neben dem Komfortgewinn tragen die über 50 im Klinikum Darmstadt betriebenen Trinkwasserzapfanlagen in einem nicht unerheblichen Maße zum Gesundheits- und Klimaschutz bei. Durch die Umstellung von üblichen Mineralwasserflaschen in Getränkekästen auf Trinkwasserzapfanlagen vor Ort entfallen die LKW-Transporte für Anlieferung und Leergutabholung von jährlich ca. 550.000 Liter Mineralwasser. Hieraus resultiert nicht nur eine Verminderung des Energie- und Ressourcen- verbrauchs, sondern auch eine erhebliche Reduzierung des Ausstoßes von gesundheitsschädlichen und klimarelevanten Schadstoffen. (SDG 6, 9, 12) Trinkwasserzapfanlagen schonen Ressourcen Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: 50 24 FORTSCHRITTSBERICHT ZUR NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG IN DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT ZUSAMMENFASSUNG m Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts wurden folgende Emissionsquellen der Unternehmen der Darmstädter Stadt- wirtschaft analysiert: • Treibstoffverbrauch Fuhrpark • Stationäre Verbrennung • Stromverbrauch • Fernwärmenutzung I Abb. 11 CO2-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft in Tonnen ohne Netzverluste Abb. 10 CO2-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft in Tonnen mit Netzverlusten Netzverluste Fernwärme Treibstoffverbrauch Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung 2012 insgesamt 183.394 2013 insgesamt 187.630 2014 insgesamt 113.800 2015 insgesamt 122.538 2016 insgesamt 131.098 2017 insgesamt 134.162 2018 insgesamt 107.312 2019 insgesamt 114.026 Ergänzt wird die Aufstellung um die gesamten Netzverluste der e-netz Südhessen, die durch die Verteilung von Fernwärme und Strom entstehen. Insgesamt emittierte die Darmstädter Stadtwirtschaft 67.290 Tonnen CO2 ohne die Berücksichtigung der Netzverluste und 114.026 Tonnen CO2 unter Berücksichtigung dieser. Die Verteilung auf die Emissionsquellen stellt sich wie folgt dar: 6 6 Abweichungen bei den Vorjahreszahlen ergeben sich aufgrund von Korrekturmeldungen seitens der Unternehmen. 2012 insgesamt 172.890 2013 insgesamt 124.073 2014 insgesamt 54.461 2015 insgesamt 69.191 2016 insgesamt 72.222 2017 insgesamt 76.218 2018 insgesamt 61.218 2019 insgesamt 67.290 Fernwärme Treibstoffverbrauch Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung 25 Ohne Berücksichtigung der Netzverluste sind die CO2-Emissionen in 2019 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Durch die weitgehende Umstellung auf klimaneutrales Erdgas sind die CO 2-Emissionen nach Berücksichtigung der damit verbundenen Kompensationsmaßnahmen im Vergleich zu 2012 um ca. 70 Prozent gesunken. Unter Berücksichtigung der Netzverluste sind die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2018 um 6,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu 2012 wurden die CO2-Emissionen um 39 Prozent reduziert. Um die CO2-Emissionen der Unternehmen der Stadtwirtschaft mittelfristig zu reduzieren, sollen die kontinuierliche Ersatzbe - schaffung von energieeffizienteren Fahrzeugen und die Erhöhung des Anteils an Elektrofahrzeugen im Fuhrpark sowie die Förde- rung des Fahrradverkehrs geprüft werden. Darüber hinaus sollen in den betrieblichen Abläufen mögliche weitere Effizienz - verbesserungsmöglichkeiten identifiziert und umgesetzt werden. Durch die kontinuierliche Umstellung von fossilen auf regenerative Energieträger und die Analyse weiterer Energieeinsparmöglichkeiten zum Beispiel im Bereich IT oder Gebäudetechnik sollen die CO2-Emissionen weiter gesenkt werden. Der Mensch steht für das Klinikum Darmstadt im Mittelpunkt. Und für eine noch bessere medizinische Versorgung der Patienten wird auch der Zentrale Neubau in der Grafenstraße sorgen, der Anfang 2022 abgeschlossen sein wird. Mit dem Neubau wird auch die gesamte Energieversorgung des Klinikums modernisiert. Die Wärmeversorgung wird auf Fernwärme umgestellt und es werden zwei neue Blockheizkraftwerke (BHKW) mit insgesamt 750 kW elektrischer Leistung in Betrieb genommen. Das Klinikum Darmstadt hat außerdem die bislang größte solarthermische Anlage zur Warmwasser- bereitung von Trinkwasser in Darmstadt errichtet. (SDG 7, 12, 13) Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Komplett neue Energieversorgung des Klinikums KDA-Darmstadt / Christoph Czarniak 26 PUBLIC VALUE MEHRWERT FÜR DARMSTADT LOKALE UND REGIONALE WERTSCHÖPFUNG ls wesentliche Werttreiber für den Public Value können neben dem ökologischen Mehrwert, der bereits im vorangegangenen Kapitel beschrieben wurde, folgende weitere Komponenten genannt werden: • lokale und regionale Wertschöpfung • gesellschaftliches Engagement • Einbezug der Öffentlichkeit • Förderung der Gründungsregion In den folgenden Kapiteln werden diese Werttreiber beschrieben und, wenn möglich, quantifiziert. Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Region haben die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft eine besondere Bedeutung. Die lokale und regionale Wertschöpfung zu steigern ist erklärtes Ziel der Darmstädter Stadtwirtschaft. Dies impliziert, den Anteil an Auftragsvergaben an die lokale und regionale Wirtschaft weiter auszubauen und Investitionen in der Region gegenüber Investitionen außerhalb der Region zu bevorzugen. Um den Nutzen für die lokale und regionale Wirtschaft zu beschreiben und zu messen, wurde die lokale und regionale Wertschöpfung 7,8 unter Berücksichtigung folgender Gebiets- körperschaften und Positionen berechnet: Einbezogene Gebietskörperschaften in die Berechnung der regionalen Wertschöpfung A Wiesbaden Mainz Frankfurt am Main Darmstadt Aschaffenburg Michelstadt Heidelberg Mannheim 27 • Personalaufwand (exkl. Lohnsteuer) • Aufwendungen für bezogene Leistungen • Sonstige betriebliche Aufwendungen • Investitionen in Sachanlagen • Steuern I. Kapitalertragsteuer II. Gewerbesteuer III. Lohnsteuer IV. Umsatzsteuer • Dividende In Bezug auf die Steuerarten (Gemeindesteuern- und Gemein- schaftssteuern) wurden für die Wertschöpfung die kommunalen Anteile an der Gesamtposition berücksichtigt. 9 Bei den weiteren Positionen wurden die lokalen und regionalen Anteile an der Gesamtposition unternehmensspezifisch ermittelt. Für die Darmstädter Stadtwirtschaft ergibt sich durch Aggregation der Daten eine Wertschöpfung von 824 Mio. EUR für 2019 (+7 %). Werttreiber für die lokale und regionale Wertschöpfung sind im Besonderen Löhne und Gehälter. Diese tragen ca. 43 Prozent zur Wertschöpfung bei. In Bezug auf die gesamte lokale und regionale Wertschöpfung der Darmstädter Stadtwirt- schaft steuert das Klinikum Darmstadt mit 31 Prozent den größten Anteil bei. Gefolgt von der ENTEGA (26,9 %) und dem bauverein (16 %). Auf die weiteren Unternehmen der Darm - städter Stadtwirtschaft entfallen ca. 27 Prozent der lokalen und regionalen Wertschöpfung. 7 Zur Berechnung der Wertschöpfung wird als Region folgendes Gebiet definiert: Die Region wird westlich begrenzt durch den Rhein, nördlich durch den Main, südlich durch den Neckar und im Osten durch die hessische Landesgrenze. Darüber hinaus werden die Städte Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg ebenfalls als Teil der Region im Sinne dieser Definition verstanden. 8 definiert als regionaler Cashflow 9 Kapitalertragsteuer: 12 %; Gewerbesteuer: ca. 84 %; Lohnsteuer: 15 %; Umsatzsteuer: 2 % 824 Mio. Euro Wertschöpfung für die Darmstädter Stadtwirtschaft 2019 feedback werbeagentur GmbH 28 PUBLIC VALUE MEHRWERT FÜR DARMSTADT GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT ls gesellschaftliches Engagement wird im Sinne des Public Value das unternehmerische Engagement für das Gemeinwohl verstanden. Die wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft engagieren sich regional durch Sponsoring und Spenden in den Bereichen Soziales, Kunst, Musik, Bildung, Geschichte und Sport. Neben den Zuwendungen wirkt das gesellschaftliche Engagement der Darmstädter Stadtwirtschaft auch durch dafür errichtete Organisationseinheiten, wie z. B. die ENTEGA Stiftung oder das ENTEGA NATURpur Institut. Ein weiterer gesellschaftlicher Beitrag liegt im Engagement für junge Menschen durch das Angebot von Ausbildungsplätzen. Vielfältige Gesundheitsdienste für alle Bürger Das Gesundheitsamt Darmstadt-Dieburg ist für den öffentlichen Gesundheitsdienst zuständig und hat eine Vielzahl von Aufgaben inne, die ein gesundes Leben für alle Menschen jedes Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern sollen. Dazu zählen vielseitige Informations- und Beratungsangebote für alle Bürgerinnen und Bürger, wie zum Beispiel über Infektionskrankheiten, Ernährungs- und Sprachheilberatungen. Zu den Aufgaben gehören neben der Trinkwasser- und Badegewässerüberwachung, aber auch die Überwachung der Einhaltung hygienischer Vorschriften in medizinischen Betrieben und Einrichtungen, sowie die Hygieneüberwachung von Gemeinschafts- einrichtungen, wie z. B. Schulen, Kindergärten, Altenheimen etc. Außerdem werden amtsärztliche Untersuchungen vorgenommen und die Schuleingangsuntersuchungen durchgeführt. Auch eine sozialpsychiatrische Beratung und Unterstützung wird angeboten. (SDG 3) Auch das Angebot von Praktika, dualen Studienplätzen, Job- tickets sowie die Unterstützung der Beschäftigten bezogen auf deren Weiterbildung und Gesundheitsförderung gilt als gesell- schaftliches Engagement. Das Volumen an Spenden und Sponsoring der Darmstädter Stadt- wirtschaft beträgt im Jahr 2019 insgesamt 3,3 Mio. Euro (± 0 %). Wir arbeiten hier am Ziel: A iStock / Prostock-Studio iStock / axllll 29 Darmstädter Werkstätten Menschen mit Behinderungen fördert der Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen (EDW). Durch die Unterstützung der Menschen mit Behinderung bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs wird die Mobilität nachhaltiger ausgerichtet. In 2018 wurde ein Rollstuhl-E-Bike-Tandem für Ausflüge und für innerstädtische Alltagsfahrten angeschafft. Das macht deutlich, wie praxisorientiert nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden kann und jede Person mit ihren individuellen Möglichkeiten ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann. (SDG 3, 8, 9) 3,3 Mio. Euro beträgt das Volumen an Spenden und Sponsoring der Darmstädter Stadtwirtschaft Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: HEAG-Vereinscoaching Ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger leisten in den über 900 Darmstädter Vereinen Hervorragendes und fördern durch ihre Arbeit den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Doch mitunter stehen die Verantwortlichen vor Fragen, die nur mit externer Unterstützung gelöst werden können. Hier setzt das HEAG-Vereinscoaching an. Neben persönlichen Beratungsterminen zwischen Vereinsführung und den Experten lädt die HEAG regelmäßig zum Runden Tisch für Vereine ein. Neben einem fachlichen Vortrag bietet der Runde Tisch allen Anwesenden auch die Gelegenheit, Vertreter aus anderen Vereinen zu treffen und kennen zu lernen. Die Veranstaltung richtet sich an alle Vereine aus Darmstadt, egal ob klein oder groß, traditionell oder gerade neu gegründet. (SDG 11,16,17) Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: iStock / Prostock-Studio iStock / axllll 30 Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: PUBLIC VALUE MEHRWERT FÜR DARMSTADT EINBEZUG DER ÖFFENTLICHKEIT Darmstadt im Herzen Auf dem Stadtwirtschaftsportal www.darmstadtimherzen.de finden Bürgerinnen und Bürger alle Leistungen der Darmstädter Stadtwirtschaft gebündelt. Die Leistungen werden vorgestellt und nach zielgruppenspezifi- schen Angeboten für Studierende, Familien, Berufstätige, Senioren oder Menschen, die nur auf Zeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt verweilen, unterteilt. Das Portal bietet darüber hinaus noch eine Vereinsdatenbank, in der man nach seinem künftigen Darmstädter Verein suchen kann. Außerdem werden viele regionale und nachhaltige Partner, einige von ihnen auch mit kurzen Filmbeiträgen in der Reihe „zu Gast bei…“, vorgestellt. (SDG 11,16,17) feedback werbeagentur GmbH 31 it dem Begriff des Public Value wird auch der Einbezug der Öffentlichkeit durch eine aktive Informationspolitik und Teilhabe an der Entwicklung des Unternehmens verbunden. Dabei erstreckt sich der Begriff der Öffentlichkeit nicht nur auf die Kundinnen und Kunden der Unternehmen, sondern auch auf die mittelbaren Eigentümer des Unternehmens und damit bei kommunalen Unternehmen auf die Bürgerinnen und Bürger. Die wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft nutzen u. a. folgende Medien zum Einbezug der Öffentlichkeit: • CSR- bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung, z. B. bauverein, ENTEGA, HEAG • Darmstädter Beteiligungsbericht • Kundenbeirat, z. B. bauverein, HEAG mobilo, Klinikum • Stakeholderbeirat, z. B. ENTEGA • Stakeholderbefragung, z. B. bauverein, ENTEGA, HEAG mobilo • Mieterbefragung, z. B. bauverein • Darmstädter Feste, z. B. Jugendstiltage, Weinfest, Kunsthandwerkermarkt • Beratungsangebote, z. B. ENTEGA (Energieberatung) • Bürgerbeteiligung, z. B. bauverein, ENTEGA • Veranstaltungen, z. B. Tag der Stadtwirtschaft, HEAG Bytes & Brezeln, Vortragsreihe „Energie für die Zukunft“ des ENTEGA NATURpur Instituts, EAD Umwelt- und Familientag, Werks- geländebesichtigungen, Tag der offenen Tür • Soziale Netzwerke • Fallstudien, Wettbewerbe und Preisverleihungen, z. B. Darmstädter Impuls • Mobilitätsberatung und ÖPNV-Training der HEAG mobilo Darüber hinaus wird auch das Engagement von Beschäftigten im Rahmen von gemeinnützigen gesellschaftlichen Aufgaben gefördert. Dies umfasst z. B. Vereinsarbeit, Bildungsaufgaben, soziale Projekte, kulturelle Aktivitäten und politische Mandate. Dabei verdeutlicht die Wahrnehmung von Ehrenämtern durch Mitglieder der Organisation die enge Bindung des Unternehmens mit der Region. Ergänzt wird der Einbezug der Öffentlichkeit seitens der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft durch die Kooperation und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Institutionen in der Region. Die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft unterhalten u. a. Kooperationen (auch im Rahmen von Praktika oder Exkursionen) mit: • Technische Universität Darmstadt • Hochschule Darmstadt • Evangelische Hochschule Darmstadt • Forschungseinrichtungen (z. B. Fraunhofer-Institute) • Kulturinstitutionen (z. B. Staatstheater, Hessisches Landesmuseum) • Verbände (z. B. Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, Handwerkskammer Rhein-Main) • Bürgerstiftungen (z. B. Bürgerstiftung Darmstadt) • Organisationen der Zivilgesellschaft (z. B. CBF-Darmstadt e. V.) Eine Quantifizierung der Effekte aus dem Einbezug der Öffent- lichkeit ist nicht möglich. Dieser dient aber einer lokalen und regionalen Kundenbindung. Das Ziel der Darmstädter Stadtwirt- schaft ist es, die Öffentlichkeit durch eine aktive Informations- politik und Teilhabe an der Entwicklung der Unternehmen einzubinden. Dazu wurde für die Bürgerinnen und Bürger eine Informationsbroschüre über die Produkte und Dienstleistungen der Darmstädter Stadtwirtschaft veröffentlicht. Ergänzt wird dieses Angebot um das Internetportal „Darmstadt im Herzen“. M feedback werbeagentur GmbH 32 PUBLIC VALUE MEHRWERT FÜR DARMSTADT FÖRDERUNG DER GRÜNDUNGSREGION eugründungen aus regionalen Hochschulen bzw. Ausgrün- dungen aus der Unternehmensgruppe tragen zur regionalen Beschäftigung und Wertschöpfung bei. Darüber hinaus kann die Stadtwirtschaft auch durch die Förderung junger und nachhaltiger Unternehmen einen Beitrag zur Standortentwicklung leisten. Die Darmstädter Stadtwirtschaft bietet für Unternehmensgründe- rinnen und -gründer sowie junge Unternehmen, die Anknüpfungs- punkte zu den Geschäftsfeldern der Stadtwirtschaft haben, u. a. folgende Angebote: • HEAG Gründercoaching, HEAG GründerKick • ENTEGA Startup-Programm • Beratung und Vorträge für Gründerinnen und Gründer • Beteiligung und Ausrichtung von Ideen- und Gründer- wettbewerben • Mitwirkung in Gründernetzwerken, z. B. HIGHEST der Technischen Universität Darmstadt • Schaffung des Zugangs zu Netzwerken in der Stadtwirtschaft über die HEAG • Kontaktpflege zu Gründungsförderern, insbesondere zur kommunalen Wirtschaftsförderung und IHK • Bereitstellung von Räumlichkeiten, technischer Infrastruktur und weiteren Sachleistungen in der Stadtwirtschaft. N HEAG Gründercoaching Mit dem HEAG Gründercoaching unterstützt die HEAG Gründerinnen und Gründer und stärkt die Gründungskultur in Darmstadt und der Region. Im Rahmen einer Kooperation mit dem HIGHEST- Gründungszentrum der TU Darmstadt stellt die HEAG interessierten Gründerinnen und Gründern einen Zugang zum Netzwerk der Darmstädter Stadtwirtschaft zur Verfügung. Darüber hinaus hat die HEAG auf ihrer Homepage (www.heag.de) weitere Informationen zum Thema Unternehmensgründung gesammelt. Für Gründerinnen und Gründer besteht auch die Möglichkeit, direkt mit der HEAG Kontakt aufzunehmen und einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch zu vereinbaren. Ziel eines solchen Beratungsgesprächs kann u. a. die Plausibi- lisierung des Businessplans aus unternehmerischer Sicht oder die Unterstützung in wirtschaftlichen oder rechtlichen Fragen sein. (SDG 9,17) Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: iStock / seb_ra 33 34 ANHANG UMRECHNUNGS- FAKTOREN10 NACHHALTIGKEITSBERICHT DEFRA-FAKTOR 11 SCOPE POSITION EINHEIT FAKTOR EINHEIT Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung Leichtes Heizöl kWh 0,2466 kg CO2e/kWh Scope 1 Benzin kWh 0,2334 kg CO2e/kWh Scope 1 Diesel kWh 0,2452 kg CO2e/kWh Scope 1 Flüssiggas kWh 0,2145 kg CO2e/kWh Scope 1 Erdgas kWh 0,1842 kg CO2e/kWh Scope 1 Schweres Heizöl kWh 0,2679 kg CO2e/kWh Scope 1 Erdgaskonzentrat kWh 0,1842 kg CO2e/kWh Scope 1 Biodiesel kWh 0,6 kg CO2e/kWh Scope 1 Biogas kWh 0,0002 kg CO2e/kWh Scope 1 Klärgas kWh 0,115 kg CO2e/kWh Scope 1 Holz und Holzschnitzel kWh 0,013 kg CO2e/kWh Scope 1 Pellets kWh 0,013 kg CO2e/kWh Scope 1 Treibstoffverbrauch Diesel l 2,6002 kg CO2e/l Scope 1 Benzin l 2,1984 kg CO2e/l Scope 1 Flüssiggas kg 2,9404 kg CO2e/kg Scope 1 Erdgas kg 2,8140 kg CO2e/kg Scope 1 Biodiesel l 0,02 kg CO2e/l Scope 1 Energie kWh 489 g CO2/kWh Scope 2 Sonstiges Stromverbrauch (Graustrom) kWh 489 g CO2/kWh Scope 2 Stomverbrauch (Ökostrom) kWh 0 g CO2/kWh Scope 2 Fernwärme kWh 0,1974 kg CO2e/kWh Scope 2 10 Angaben zum Stromverbrauch basieren auf den Annahmen des bundesdeutschen Strommix 11 Auf Basis der DEFRA – Department for Environment Food & Rural Affair – UK POSITION EINHEIT 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Fahrzeuge [n] 1.418 1.375 1.401 1.373 1.422 1.270 1297 1363 Elektrofahrzeuge [n] k.A. k.A. k.A. k.A. 23 21 62 84 Kraftfahrzeuge [n] 1.418 1.375 1.401 1.373 1.379 1.229 1.208 1.248 Fahrräder [n] k.A k.A k.A k.A 20 20 27 31 Treibstoffverbrauch [Tsd. Liter] 4.556 4.436 5.273 5.056 5.050 4.821 4.835 4.854 Treibstoffverbrauch [Tonnen CO2] 11.531 11.247 13.428 12.874 12.970 12.318 12.189 12.228 Elektroladesäulen [n] k.A k.A k.A k.A 12 128 167 179 Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung [GWh] 968 663 352 422 437 459 384 390 Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung [Tonnen CO2] 154.291 105.178 34.398 49.362 52.552 56.980 44.526 47.138 Stromverbrauch [GWh] 81,3 78,2 74,5 72,6 73,7 73,9 74,2 73,4 davon Ökostrom [%] 100 100 100 100 100 100 100 100 Energieverbrauch durch Fernwärmenutzung [GWh] 31,6 34,2 27,0 31,1 30,0 31,0 22,8 35,4 Energieverbrauch durch Fernwärmenutzung [Tonnen CO2] 7.073 7.655 6.045 6.955 6.699 6.919 4.502 7.924 Gesamtwasserverbrauch [m3] 316.642 302.827 283.742 334.616 291.248 334.902 363.841 328.865 CO2-Emissionen mit Netzverluste [Tonnen CO2] 183.394 187.630 113.800 122.538 131.098 134.162 107.312 114.026 CO2-Emissionen ohne Netzverluste [Tonnen CO2] 172.890 124.073 54.461 69.191 72.222 76.218 61.218 67.290 Wertschöpfung in der Region [Mio. EUR] 722 740 736 760 720 784 771 824 Spenden & Sponsoring [Mio. EUR] 7,1 7,8 8,7 8,6 4,0 5,1 3,3 3,3 ZAHLENHISTORIE 35 HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Im Carree 1 64283 Darmstadt www.heag.de Wissenschaftsstadt Darmstadt Luisenplatz 5 A 64283 Darmstadt www.darmstadt.de
2021/0276
2541 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
02.09.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Rechtsamt -
Stadtwirtschaftskoordina
tion
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0276
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Nachhaltigkeitsbericht 2018/2019 der Darmstädter Stadtwirtschaft
Vorlage vom: 30.08.2021
Beschlussvorschlag :
Der Nachhaltigkeitsbericht für die Berichtsjahre 2018 und 2019 der Darmstädter Stadtwirtschaft
wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Nachhaltigkeitsbericht_18_19_Gremien
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 30.08.2021
Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht ist der um die Berichtsjahre 2018 und 2019
fortgeschriebene Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft (ehemals
Klimabericht). Dieser wurde von der HEAG in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und den Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft erstellt.
Der Bericht orientiert sich mit seinen Leitlinien an den Vorgaben des Deutschen
Nachhaltigkeitskodex (DNK).
Durch den Einbezug der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen im Jahr 2017
wurde der Bericht vom Klima- zum Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt. Ziel der im Bericht
definierten Leitlinien ist es, die Treibhausgasemissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft zu
erfassen und durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren. Weiteres Ziel ist es, die regionale
Wertschöpfung zu steigern und das gesellschaftliche Engagement zu sichern.
Die Umsetzung der Maßnahmen soll regelmäßig überprüft werden. Daher wird der
Nachhaltigkeitsbericht alle zwei Jahre fortgeschrieben und ab diesem Jahr auf der hierzu neu
geschaffenen Webseite https://nachhaltigkeit.heag.de/ veröffentlicht. Diese dient dazu, das
Engagement der Stadtwirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung den Bürgerinnen und
Bürgern vorzustellen.
Darmstadt, den 30.08.2021
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (3)
Orte (4)
- Viktoriastraße 42
- Grafenstraße
- Im Carree 1
- Luisenplatz 5a
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2021/0276
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 30.08.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00