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2012/0085

Sanierung der Grundwasserverunreinigung ehemaliges Gaswerk Frankfurter Straße

Magistratsvorlage 02.03.2012

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2012/0085

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2012/0085

5682 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat III  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Umweltamt  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2012/0085 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.:       
Kostenstelle:       Investitionsnummer:       
Kostenträger:       Sachkonto:       
 
Betreff: Sanierung der Grundwasserverunreinigung ehemaliges Gaswerk Frankfurter Straße 
 
Vorlage vom: 02.03.2012 
 
Beschlussvorschlag: 
Der Magistrat nimmt von der Vorlage Kenntnis. 
 
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 02.03.2012  
 
Anlass: 
 
Für das Gelände des ehemaligen Gaswerkes an der Frankfurter Straße wurde im vergangenen Jahr 
vom Regierungspräsidium Darmstadt ein Sanierungsbescheid erteilt. 
Seitdem wurden Erkundungen zu Ausmaß und Ausbreitung der durch Produktion und 
Kriegszerstörung des Gaswerkes hervorgerufenen Boden- und Grundwasserverunreinigungen 
durchgeführt. 
Da inzwischen umfangreiche Erkenntnisse über den Schaden selbst sowie zur Sanierungsmethodik 
vorliegen, soll die Öffentlichkeit am 26. März 2012 über die bevorstehenden Arbeiten auf dem 
Gelände des ehemaligen Gaswerkes informiert werden. 
 
 
Historie: 
 
Am Standort des heutigen HSE-Geländes an der Frankfurter Straße 100 wurde von 1902 bis 1949 
von der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein Gaswerk betrieben. 
1944 wurde dieses Gaswerk durch Bombenangriffe erheblich beschädigt. 1945 wurde das Werk 
wieder aufgebaut. 1949 übernahm die neu gegründete Südhessische Gas und Wasser AG das 
Gaswerk. 1966 wurde die Kohlevergasung eingestellt und durch den Bezug von Erdgas ersetzt. 
 
Vor allem durch den Betrieb ab 1902 und durch die Bombeneinschläge im zweiten Weltkrieg 
gelangten Nebenprodukte aus der Kohlevergasung in das Erdreich und nach und nach ebenfalls in 
das Grundwasser. 
 
In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wuchs die gesellschaftliche Sensibilität bezüglich 
Umweltverschmutzung. Auch die Umweltprobleme alter Gaswerksstandorte wurden erkannt und aktiv 
in Angriff genommen. In diesem Zusammenhang begann die Südhessische Gas und Wasser AG mit 
Boden- und Grundwasseruntersuchungen und startete 1989 die ersten Sanierungsmaßnahmen. 
Die Erkundung und Sanierung war zunächst auf das alte Gaswerksgelände begrenzt. Bei der letzten 
Bodensanierungsmaßnahme ergab sich erstmals der Nachweis auf tiefer reichende Kontaminationen 
bis in den grundwasserführenden Bereich. Die folgenden außerhalb des ehemaligen 
Gaswerkgeländes durchgeführten Untersuchungen in 2010 ergab eine erhebliche 
Grundwasserbelastung im Abstrom in westlicher Richtung. Nachdem im Abstrom deutlich erhöhte 
Werte festgestellt wurden, wurde der Grundwasserschaden weiter erkundet. 
 
Die Schadstoffe: 
 
Die aktuelle Erkundung ergab, dass nach wie vor größere Mengen der Schadstoffe im Erdreich 
lagern. Die höchsten Konzentrationen finden sich auf dem nördlichen Parkplatz des HSE-
Betriebsgeländes in der Frankfurter Straße 100. Mengenmäßig den größten Anteil am 
Schadstoffaufkommen im Boden hat das Benzol. Daneben finden sich weitere 
Kohlenwasserstoffverbindungen wie Toluol, Naphthalin, Xylole und polyaromatische Verbindungen. 
Benzol und Toluol stellen die wesentliche Quelle für die Grundwasserkontamination dar. 
Die Benzolschadstofffahne erstreckt sich in westlicher Richtung über eine Länge von ca. 900m.  
 
Die polyaromatischen Kohlenwasserstoff- und Naphtalinbelastungen auf dem HSE-Gelände sind 
weitgehend ortsfest. Im abströmigen Grundwasser liegen die Werte unter den 
Geringfügigkeitsschwellenwerten. 
 
 
 
 
Gefährdungspotenzial:

- 4 - 
Die Schadstoffe befinden sich mehrere Meter tief im Boden und im Grundwasser. Das Grundwasser 
fließt in ca. 10 m Tiefe und hat keine Verbindung zur Oberfläche. Es besteht daher keine Gefährdung 
an der Oberfläche.  
Das Grundwasser, für das in den betroffenen Teilbereichen ein Nutzungsverbot ausgesprochen wird, 
wird nicht für Trinkwasserzwecke genutzt. Dieses Verbot wird vom Regierungspräsidium Darmstadt 
per Allgemeinverfügung erlassen. 
 
 
Sanierungsverantwortung und Sanierungsdurchführung: 
 
Mit Schreiben vom 28. Oktober 2003 hat der damalige Bürgermeister Wolfgang Glenz gegenüber dem 
Regierungspräsidium Darmstadt die Sanierungsverantwortung für den entstandenen Schaden 
übernommen.  
Dies wurde dem Magistrat im Rahmen der Magistratsvorlage 2008/0498 bekannt gegeben. 
 
Die Sanierungskosten betragen rund 9,2 Mio. Euro. Das Land Hessen beteiligt sich mit 6,4 Mio. Euro, 
den Rest trägt die HSE. Die Förderung des Landes erfolgt im Rahmen der 
Altlastenfinanzierungsrichtlinie des Landes Hessen. Der Wissenschaftsstadt Darmstadt entstehen 
folglich keine Kosten. 
 
Die Sanierung wird von der HSE umgesetzt. Im Auftrag der HSE hat die Ingenieursgesellschaft 
ARCADIS ein umfassendes Sanierungskonzept erstellt und führt die Projektleitung durch. 
Die Projektsteuerung erfolgt durch das Büro Crocoll Consult GmbH. Das Regierungspräsidium 
Darmstadt als zuständige Behörde sowie das Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt begleiten 
diesen Prozess. 
 
Die Gesamtmaßnahme erstreckt sich auf einen Zeitraum von ca. 20 Jahren. 
 
Darmstadt, 02.03.2012 
III kl 
 
Dezernat III 
 
 
 
 
Brigitte Lindscheid 
Stadträtin

Beratungsverlauf (4)

TOP 94
TOP 8
TOP 17
TOP 26

Orte (1)

  • Frankfurter Straße 100

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Details

Vorlagen-Nr.
2012/0085
Typ
Magistratsvorlage
Datum
02.03.2012
Erstellt
29.09.2026 00:00