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A-R/0019/2019

Öffentliches Andenken an Frauenpersönlichkeiten im Münsteraner Stadtbild im Frauenjahr 2019 fördern

Antrag an den Rat 26.03.2019

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a-r-0019-2019-Straßenbenennungen Frauenjahr 2019

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a-r-0019-2019-Straßenbenennungen Frauenjahr 2019

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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0019/2019  
SPD -Fraktion  
im Rat der Stadt Münster 
 
Bahnhofstraße 9 
48143 Münster 
Tel. (0251) 45 314 
Fax (0251) 511 750 
www.spd-muenster.de 
 
 
Öffentliches Andenken an  
Frauenpersönlichkeiten im Münsteraner  
Stadtbild im Frauenjahr 2019 fördern 
 
Antrag an den Rat der Stadt Münster zur Verweisung an den 
Ausschuss für Gleichstellung 
Kulturausschuss 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
I.  Die Stadt Münster bewahrt ein ehrendes Andenken an bedeutende 
Frauenpersönlichkeiten. 
II.  Das Stadtmuseum wird gebeten, in geeigneter Weise das Leben und Wirken der 
in der Anlage genannten Frauen zu erforschen und zu dokumentieren. 
III.  In der Stadt Münster werden geeignete Straßen nach den Frauen benannt, um 
eine Parität bei nach Personen benannten Straßen in unserer Stadt herzustellen. 
 
 
Begründung: 
 
Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen der Gleichberec htigung: Seit 100 Jahren dürfen 
Frauen in Deutschland wählen und gewählt werden. Da s war die Grundlage für die 
Gleichberechtigung von Frauen und Männern. So fand am 19. Januar 1919 nicht nur die 
erste Wahl für und mit Frauen statt, sondern hielt ebenso mit Marie Juchacz die erste 
Frau eine Rede im deutschen Parlament. Die SPD-Rats fraktion möchte das Frauenjahr 
2019 als Anlass nehmen, um an die bisherigen Verdie nste und das oftmals 
unermüdliche Engagement vieler Frauen für die eigen en Rechte zu erinnern. Denn auch 
wenn es angesichts von Lohnungleichheit und nicht u mgesetzter Parität in politischen 
Ämtern noch ein langer Weg bis zur vollständigen Gl eichberechtigung von Frauen und 
Männern ist: Umso wichtiger ist es, dieses Jubiläum  in Münster zu feiern und in diesem 
Jahr an die Errungenschaft zu erinnern. 
 
Hier kommt der Benennung von Straßen eine entscheid ende Bedeutung zu. 
Straßennamen weisen für alle Bürgerinnen und Bürger  sichtbar auf wichtige Akteure in 
der Geschichte der eigenen Stadt sowie über die Sta dtgrenzen hinaus hin und regen zu 
Gesprächen und Nachforschungen über die Namensgeber innen und Namensgeber der 
26.03.2019

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Straßen an. Ebenso würdigen sie verschiedenste Pers önlichkeiten aktiv und nachhaltig 
im Stadtbild und prägen das öffentliche Bewusstsein  und Selbstverständnis einer Stadt. 
Aktuell sind rund 90 Prozent der nach Personen bena nnten Straßen in Münster nach 
männlichen Persönlichkeiten benannt. Um auch hier d em Ziel der Gleichberechtigung 
Rechnung zu tragen ist es nötig, gezielt durch Stra ßenbenennungen nach weiblichen 
Persönlichkeiten ein öffentliches Erinnern an das W irken und Handeln von Frauen in 
unserer Stadt zu stärken. 
 
Als die erste Frau vor 100 Jahren vor der Nationalv ersammlung sprach, war das ein 
wichtiger Schritt für Frauen zur gleichberechtigten  Teilhabe in der deutschen Politik. 
Auch in Münster lassen sich die Spuren bedeutender Frauenpersönlichkeiten finden. So 
setzte sich die Juristin und Ehrenpräsidentin des Deutschen Frauenrings Gisela Naunin in 
ihrer Münsterschen Wahlheimat seit den 1950er-Jahre n umfassend für die 
Chancengleichheit von Männern und Frauen ein. Diese s Engagement soll sich auch im 
Stadtbild wiederfinden und die Menschen in unserer Stadt an den bemerkenswerten 
Einsatz für die Gleichberechtigung von Mann und Frau erinnern.   
 
Die Benennung einer Straße oder eines Platzes nach den genannten 
Frauenpersönlichkeiten könnte nicht nur das persönl iche mutige Engagement der 
einzelnen Frauen ehren. Münster kann damit gleichze itig ein Zeichen für die 
Gleichstellung setzen, um auch im öffentlichen Stad tbild die Gleichberechtigung von 
Frauen und Männern, die im Leben vieler Münsteraner innen und Münsteraner häufig 
bereits gesellschaftliche Realität ist, herzustellen und abzubilden. 
 
 
 
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 
Fraktion im Rat der Stadt Münster 
 
Dr. Michael Jung   Stephan Brinktrine    Doris Feld mann 
Philipp Hagemann   Marius Herwig   Dr. Cornelia Jäg er 
Mathias Kersting   Michael Kleyboldt   Marianne Koc h 
Katharina Köhnke   Thomas Kollmann   Gaby Kubig-Ste ltig 
Hedwig Liekefedt   Anne Schulze Wintzler  Petra Sey fferth 
Ludger Steinmann   Beate Vilhjalmsson   Mustafa Sch at 
     Maria Winkel

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Anhang

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Folgende Frauenpersönlichkeiten sollen für eine Straßenbenennung in Betracht 
gezogen werden: 
 
• Friederike Nadig 
Friederike Nadig, *11.12.1987, die Herforder Sozialdemokratin war eine von vier 
Frauen, die 1948 als Mitglied des Parlamentarischen Rates an der Ausarbeitung 
des Grundgesetztes mitwirkte. Nachdem sie zuvor im Zuge der Erlässe der NS-
Regierung aus dem Beamtendienst entlassen wurde, arbeitete sie als 
Gesundheitspflegerin bis sie 1946 Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt wurde. 
Nach Kriegsende war sie in der neuen Bundesrepublik u.a. als Mitglied des 
nordrhein-westfälischen Landtags sowie als Bundestagsabgeordnete politisch 
aktiv. Hier machte sie sich bis zu ihrem Tod 1970 für Gleichberechtigung der 
Geschlechter und Lohngleichheit stark.  
 
• Maria Goeppert-Mayer 
Maria Goeppert-Mayer, *28.06.1906, erhielt im Alter von 57 Jahren für ihre 
Forschung zur Schalenstruktur des Atomkerns als erste deutsche Physikerin den 
Physik-Nobelpreis. Die Deutsch-US-Amerikanische Naturwissenschaftlerin 
wanderte nach dem Studium der Mathematik und Physik in Göttingen mit ihrem 
US-amerikanischen Ehemann nach Baltimore aus und schrieb dort u.a. mit ihm 
das viel beachtete Standardwerk „Statistische Mechanik“. Nicht zuletzt im Zuge 
ihrer Professur am Chicagoer Atomforschungszentrum in den 1950er-Jahren gilt 
sie als eine der wichtigsten Forscherinnen auf dem Gebiet der Kernphysik sowie 
als eine der ersten deutschen weiblichen Wissenschaftlerinnen in der 
physikalischen Forschung insgesamt.  
 
• Nelly Sachs 
Nelly Sachs, *10.12.1891, die jüdische Dichterin aus Berlin war 1966 nicht nur die 
erste deutsche Literaturnobelpreisträgerin, sondern ebenso die erste Autorin, die 
ein Jahr zuvor den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt. Nachdem 
sie zu Beginn der NS-Diktatur selbst um ihr Leben fürchten musste, konnte sie 
1940 kurz vor dem ihr angekündigten Transport ins Konzentrationslager nach 
Schweden fliehen. In ihren Werken spiegelt sich diese Erfahrung wider und so 
thematisiert sie hierin bis zu ihrem Tod 1970 oftmals den Holocaust und das 
Schicksal Israels. 
 
Emmy Noether 
• Emmy Noether, *23.03.1882, die jüdische Mathematikerin aus Erlangen gilt als

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„Mutter der modernen Algebra“. Sie ist eine der ersten und erfolgreichsten 
Frauen innerhalb der naturwissenschaftlichen Disziplinen des 20. Jahrhunderts: So 
war sie u.a. die zweite Deutsche, die an einer deutschen Universität in 
Mathematik promovierte. Ebenso absolvierte sie als erste Frau in Deutschland im 
Fachbereich Mathematik erfolgreich ihre Habilitation. Zudem setzte sie sich als 
Sozialdemokratin in den 1920er- Jahren für friedenspolitische Projekte ein bevor 
sie 1933 angesichts der NS-Herrschaft in die USA emigrierte, wo sie 1935 an einer 
Krankheit verstarb. Nach ihrem Tod wurde u.a. ein Förderprogramm für 
Nachwuchswissenschaftlerinnen nach ihr benannt, um nachhaltig weibliche 
Forschung in diesem Fachbereich an deutschen Universitäten zu fördern. 
 
• Anna Haag 
Anna Haag, *10.07.1888, als Politikerin, Pazifistin und Autorin hat sie sich 
insbesondere für die Rechte der Frauen in der Weimarer Republik und der jungen 
westdeutschen Bundesrepublik eingesetzt. Ihr Satz „Niemand darf zum 
Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden“ aus dem von ihr eingebrachten 
Gesetz Nr. 1007 des Landes Württemberg-Baden wurde 1948 im 
bundesdeutschen Grundgesetz in Art. 4 Abs. 3 GG aufgegriffen und gilt als 
richtungsweisende Errungenschaft für die Pazifismus-Bewegung in Deutschland. 
Nachdem sie nach dem Ersten Weltkrieg der „Internationalen Frauenliga für 
Frieden und Freiheit“ beitrat und in der NS-Zeit einem Publikationsverbot 
unterlag, gründete sie nach Kriegsende das Printmedium „Die Weltbürgerin“, um 
Frauen ihre politische Mitverantwortung aufzuzeigen. Bis zu ihrem Tod 1982 
setzte sie sich außerdem, u.a. im Zuge der Gründung des Hausfrauenverbandes, 
für die gesellschaftliche Anerkennung der Hausfrauenarbeit als gleichwertige 
Tätigkeit ein. 
 
• Barbara Renz 
Barbara Renz, *12.12.1863, die katholische Frauenrechtlerin gilt als frühe Aktivistin 
für Frauenbildung und Gleichstellung. Nach der Beendigung ihres Studiums der 
Philosophie, Literatur und Psychologie an der Sapienza-Universität in Rom kehrte 
sie mit Abschluss ihrer Doktorarbeit nach Bayern zurück. Da Frauen jedoch zum 
damaligen Zeitpunkt eine Anstellung an einer Universität nicht gestattet war, 
nahm sie eine fünfjährige Tätigkeit als Privatlehrerin in den USA auf. Gemeinsam 
mit ihrem Bruder kam sie 1902 schließlich nach Münster, wo sie eine Zweigstelle 
des Katholischen Frauenbundes eröffnete. Auch erhielt sie in Münster die 
Erlaubnis, an der Universität Abendvorlesungen zu halten. Als Frauenrechtlerin 
machte sie sich insbesondere für die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft 
und in der katholischen Kirche stark. Von besonderer Bedeutung war für sie bis

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zu ihrem Lebensende 1955 zudem der Kampf für das Recht von Mädchen und 
Frauen auf Ausbildung und Studium. 
 
• Marga Spiegel 
Marga Spiegel, * 21.06.1912, die jüdische Überlebende des Holocausts aus dem 
nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis entkam mit Hilfe von katholischen Bauern im 
Münsterland zwischen 1942 und 1945 der nationalsozialistischen Verfolgung. 
Nachdem ihr Ehemann von befreundeten Bauern von der massenhaften Tötung 
von Juden im heutigen Polen durch die Nationalsozialisten erfuhr, arrangierte er 
eine Versteckmöglichkeit für seine Ehefrau und Tochter bei Landwirten des 
Münsterlandes. Dank der mutigen Hilfe der Bauern überlebten sowohl sie als 
auch ihr Ehemann und ihre Tochter die NS-Zeit. 1965 veröffentlichte Marga 
Spiegel schließlich ihre Erinnerungen an die NS-Zeit und machte die Mithilfe der 
Münsterschen Bauern so publik. Daraufhin wurden die Bauernfamilien, die die 
Spiegels versteckt hatten, von dem israelischen Botschafter in Deutschland mit 
dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Bis zum ihrem Tod 2014 war sie 
als Zeitzeugin um die Aufrechterhaltung der Erinnerung an die NS-Vergangenheit 
bemüht und besuchte zahlreiche Schulen und Einrichtungen im Münsterland, um 
von ihren Erlebnissen zu berichten.  
 
• Theanolte Bähnisch 
Theanolte Bähnisch, *25.04.1899, die Warenburger Juristin war die erste 
Regierungspräsidentin Hannovers und erlangte u.a. auf Grund ihrer Tätigkeit seit 
Beginn der NS-Zeit als Anwältin in Berlin für politisch Verfolgte Bekanntheit. Nach 
ihrem Jura-Studium in Münster engagierte sie sich nicht nur bereits 1931 mittels 
kritischer Schriften gegen die nationalsozialistische Bewegung, sondern forderte 
immer wieder die Frauen ihrer Zeit zu politischem Engagement auf. Nach 
Kriegsende gründete sie gemeinsam mit weiteren Frauen den Deutschen 
Frauenring, dessen Vorsitze sie langjährig innehatte, und war u.a. als 
Staatssekretärin in der niedersächsischen Landesregierung tätig bis sie 1973 in 
Hannover verstarb.  
 
• Anna Siemsen 
Anna Siemsen, *18.01.1882, die Hammer Politikerin und Autorin engagierte sich 
im Vorstand der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ und 
widmete sich mit großem Elan dem frühen Kampf um die Etablierung und 
Einhaltung von Menschenrechten in den 1920er-Jahren. Nachdem sie in Münster

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ihre Lehramtsprüfung ablegte engagierte sie sich in der SPD u.a. von 1923 bis 
1931 in der Pazifismus-Bewegung der Partei. In der NS-Zeit floh sie in die 
Schweiz, wo sie maßgeblich an einer regelmäßig erscheinenden frauenpolitischen 
Zeitschrift mitwirkte. Nach Kriegsende machte sich Siemsen bis zu ihrem Tod 
1951 weiterhin als Sozialdemokratin speziell für die Bildungs- und Jugendarbeit 
sowie für die europäische Einigung stark.  
 
• Lily Braun 
Lily Braun, *02.07.1865, die Frauenrechtlerin und Autorin setzte sich für die 
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und engagierte sich so als eine der 
führenden Persönlichkeiten der damaligen Frauenbewegung von 1887 bis 1890 
in Münster für dieses Ziel. Auch verfasste sie mehrfach Artikel für die Zeitschrift 
„Frauenbewegung“, nachdem sie sich bereits in Jugendjahren kritisch mit sozialer 
Ungerechtigkeit und der Ungleichstellung der Frau in der deutschen 
Adelsgesellschaft auseinandergesetzt hatte. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1917 setzte 
sich zudem als Mitbegründerin des „Bundes für Mutterschutz“ für bessere 
Arbeitsbedingungen für Frauen und Mütter ein und gilt als wichtige Figur der 
frühen Frauenemanzipationsbewegung des Kaiserreichs.  
 
• Marianne Kirchgässner  
Marianne Kirchgässner, *05.06.1769, die blinde Glasharmonikaspielerin und 
Pianistin war im 18. Jahrhundert mit ihrem musikalischen Können in ganz Europa 
bekannt. In Münster gastierte sie zwischen 1791 und 1793. Kirchgässner war die 
erste Instrumentalistin, die mehr als neun Jahre ohne Unterbrechung mit ihrer 
Musik durch Europa tourte und gilt nicht nur auf Grund ihrer hochmusikalischen 
Spielart als Pionierin der weiblichen Musikerinnen der damaligen Zeit. 
 
• Anna Lucas 
Anna Lucas, *unbekannt, die Schriftstellerin war in der ersten Hälfte des 20. 
Jahrhunderts Inhaberin der traditionsreichen Regensbergschen Buchhandlung, 
einem Münsteraner Buchhandelsunternehmen, welches u. a. einen Verlag, eine 
Druckerei und eine Buchhandlung umfasste. In den 1920er- Jahren initiierte sie 
den ersten Jugend- und Frauenbuchladen in Münster. Hiermit förderte sie bis zu 
ihrem Tod nicht nur maßgeblich die Präsenz von Frauen im Bereich von 
Buchhandel und Verlagswesen, sondern bot literaturinteressierten Frauen in 
Münster mit ihrem Frauenbuchladen eine wichtige öffentliche Anlaufstelle.  
 
• Hanne Nüte-Kämmerer

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Hanne Nüte-Kämmerer, *06.05.1903, die sächsische Textilkünstlerin ist besonders 
für ihre Stoffentwürfe und den Entwurf des sogenannten „Hähnchenmusters“ 
auch außerhalb von Deutschland bekannt. Nüte-Kämmerer begann 1929 ihre 
Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule Münster und wurde 1955 zur Professorin 
der Kunstschule ernannt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr 
künstlerisches Schaffen, u.a. 1973 das Verdienstkreuz 1. Klasse, und auch ihre 
Kunstwerke sind seit ihrem Ableben 1981 in zahlreichen Museen wie dem 
Münsterschen LWL Museum ausgestellt.  
 
• Dr. Gisela Naunin 
Dr. Gisela Naunin, *16.09.1904, als Juristin und ak tive Vorsitzende sowie 
Ehrenpräsidentin des Deutschen Frauenrings setzte s ie sich in den 1950er-Jahren 
dafür ein, dass das Letztentscheidungsrecht im Stre itfall in einer Familie nicht 
mehr einzig beim Vater liegt. Auch im Rahmen ihres Jura-Studiums an der 
Münsterschen Universität engagierte sie sich für di e Gleichberechtigung von 
Mann und Frau in der Bundesrepublik. Sie erhielt be reits zu Lebzeiten in ihrer 
Wahlheimat Münster diverse Auszeichnungen für ihren unermüdlichen Einsatz für 
die Frauenrechte, wie 1996 die Paulusplakette der S tadt Münster. Bis zu ihrem 
Tod 2002 lebte sie hier mit ihrem Ehemann und setzt e sich für Chancengleichheit 
von Männern und Frauen ein.  
 
• Alexandrine von Taxis 
Alexandrine von Taxis, *1589, gilt als die einzige weibliche Generalpostmeisterin 
in der Geschichte der Kaiserlichen Reichspost. Sie hat während ihrer Amtszeit 
durch die Einrichtung von Postkursen nach Münster und Osnabrück dafür 
gesorgt, dass die Dokumente zum Beschluss des Westfälischen Friedens 1648 an 
beide Orte versandt und wenige Jahre später schließlich unterzeichnet werden 
konnten. Nachdem ihr Ehemann Leonhard von Taxis 1628 verstarb, übernahm sie 
in Stellvertretung bis zur Volljährigkeit des gemeinsamen Sohnes das Amt des 
Generalpostmeisters. Bis zur Ernennung ihres Sohnes zum neuen 
Generalpostmeister im Jahr 1646 erweiterte sie kontinuierlich das Einflussgebiet 
der Kaiserlichen Reichspost u.a. durch Ausbau der Postroute in die Hafenstadt 
Calais zugunsten des Postverkehrs mit England und setzte sich für die 
Aufrechterhaltung der damaligen Kommunikationswege ein. 
 
• Johanna van Hal, Schwester Laudeberta 
Johanna van Hal, *unbekannt, Ordensschwester und Krankenpflegerin, war 
während der NS-Zeit im Zuge ihrer Tätigkeit in der Münsterschen

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Provinzheilanstalt „Marienthal“ unmittelbar mit den Euthanasie-Verbrechen des 
Nationalsozialismus konfrontiert. Sie entschied sich, Widerstand zu leisten und 
die menschenverachtenden Taten zu behindern bzw. publik zu machen. So ist es 
ihr zu verdanken, dass der damalige Bischof von Galen von den 
Krankentransporten erfuhr und sich öffentlich gegen die Morde aussprach: Im 
Sommer 1941 versorgte sie ihn regelmäßig mit Informationen über die 
nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen, was wiederum van Galen zu seiner 
berühmten "Euthanasie"-Predigt vom 3. August 1941 veranlasste. Neben diesem 
„stillen Protest“ ging Schwester Laudeberta auch aktiv gegen die Maßnahmen der 
Nationalsozialisten vor und riet so u. a. Verwandten, die ihre Angehörigen in der 
Heilanstalt besuchten, diese zu ihrem eigenen Schutz aus der Heilanstalt zu 
entlassen. Als sie am 6. September 1971 in Münster verstarb, gerieten ihre Taten 
in Vergessenheit und sind bis heute kaum bekannt.

Beratungsverlauf (1)

03.04.2019 Rat
TOP 37.8 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Bahnhofstraße 9

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Details

Aktenzeichen
A-R/0019/2019
Typ
Antrag an den Rat
Datum
26.03.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37