V/0397/2005
Zukünftige Entwicklung der städtischen Bäderlandschaft
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Anlage 5
818 Zeichen
- 16 -
Anlage 5:
Lage der Bäder im Stadtgebiet
- 17 -
Nr.
Hallenbäder Anschrift
1 Mitte 48149 Münster Badestr. 8
2 Süd 48151 Münster Inselbogen 38
3 Ost 48145 Münster Mauritz-Lindenweg 101
4 Amelsbüren 48163 Münster Pater-Kolbe-Str. 2
5 Handorf 48157 Münster Heriburgstr. 17
6 Hiltrup 48165 Münster Westfalenstr. 201
7 Roxel 48161 Münster Tilbecker Str. 36
8 Wolbeck 48167 Münster Brandhoveweg 101
9 Kinderhaus 48159 Münster Idenbrockplatz 8
Städt. Freibäder
11 Handorf 48157 Münster Heriburgstr. 17
12 Hiltrup 48165 Münster Zum Hiltruper See 171
13 Stapelskotten 48157 Münster Laerer Werseufer 2
14 Nienberge 48161 Münster Feldstiege 45
Priv. Freibäder
15 DJK Sportbad Coburg 48159 Münster Grevener Str. 125 - 127
16 Freibad Sudmühle 48157 Münster Dyckburgstr. 468
Anlage 4
50 Zeichen
- 15 - Anlage 4: Öffnungszeiten der Bäder
Beschlussvorlage
39956 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER
Dezernat II
Betrifft
Zukünftige Entwicklung der städtischen Bäderlandschaft
- Erstellung eines Gutachtens und Einrichtung einer Arbeitsgruppe -
Beratungsfolge
07.06.2005 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung
08.06.2005 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung
09.06.2005 Sportausschuss Vorberatung
14.06.2005 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung
16.06.2005 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung
16.06.2005 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung
21.06.2005 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung
21.06.2005 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
22.06.2005 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung
28.06.2005 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
29.06.2005 Hauptausschuss Vorberatung
29.06.2005 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
Sachentscheidung:
1. Der Rat nimmt die in der Begründung und den Anlagen dargestellten Informationen zur Ist-
Situation der Bäder in Münster (Anlagen 1 - 8) und besonders deren kurzfristigen Sanierungs-
bedarf (Anlage 7) zur Kenntnis.
2. Der Rat beschließt folgendes zweistufige Verfahren:
2.1. In der ersten Stufe soll ein externer Gutachter ein Konzept auf Basis von sport- und bau-
fachlichen sowie wirtschaftlichen Kriterien (Anlage 3) für die zukünftige Bäderlandschaft in
der Stadt Münster (städtische und frei getragene, kommunal geförderte Bäder) erarbeiten.
Angesichts der angespannten Haushaltslage sowie des hohen Sanierungsstaus muss es
Ziel dieses Konzeptes sein, Varianten aufzuzeigen, die eine angemessene Versorgung der
Bevölkerung mit Schwimmbädern und einen wirtschaftlichen Betrieb sicherstellen. Das
Konzept soll Folgendes leisten:
Unterschiedliche Entwicklungsvarianten der Bäderlandschaft sind darzustellen.
Die dauerhafte Finanzierbarkeit von Investitionen, Instandhaltungs- und Sanierungsar-
beiten muss gewährleistet sein. Dabei ist auch darauf zu achten, dass eine effektive
Betriebsführung (inkl. PPP-Modelle) garantiert werden kann.
Vorlagen-Nr.:
V/0397/2005
Auskunft erteilt:
Herr Möller / Herr Deppe
Ruf:
492 70 22
E-Mail:
Frank.Moeller@stadt-muenster.de
Datum:
23.05.2005
Öffentliche Beschlussvorlage
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Sowohl der öffentliche Badebetrieb als auch das Schul- und Vereinsschwimmen sind in
angemessener Weise zu berücksichti gen. Eine ausgewogene Versorgung in den
Stadtbezirken ist sicherzustellen.
Die Ausrichtung der Bäder nach Schwerpunkten ist zu prüfen.
Der hohe Sanierungsbedarf in einigen Bädern muss für eine zukunftsorientierte Ent-
wicklung entsprechend der strategischen Gesamtausrichtung besonders in den Blick
genommen werden.
Wellness- und Erlebnisaspekte sowie sonstige bäderaffine Dienstleistungen sollen zu-
künftig eine stärkere Rolle spielen. Dabei sind Folgen und Vernetzungen für die mittel-
ständische Wirtschaft darzustellen.
Für eine dauerhafte Positionierung der Bäderlandschaft ist die demografische ebenso
wie die räumliche Entwicklung in die Betrachtung einzubeziehen.
2.2. Die Entscheidung, ob und welche Variante des vom Gutachter erarbeiteten Konzeptes zur
Umsetzung kommen soll, bleibt dem Rat der Stadt Münster vorbehalten.
2.3. In der folgenden zweiten Stufe soll sich ein Gutachter mit der Umsetzung des dann vom
Rat beschlossenen Bäderkonzeptes befassen.
3. Der Rat beschließt, dass zur Begleitung des weiteren Verfahrens eine Arbeitsgruppe beste-
hend aus Verwaltung und Politik eingerichtet wird. Neben den Vorsitzenden nachstehender
Gremien wird jede Ratsfraktion einen Vertreter entsenden.
a) Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
b) Vorsitzender des Sportausschusses
c) Vorsitzender des Ausschusses für Umweltschutz und Bauwesen
d) Vorsitzender des Ausschusses für Schule und Weiterbildung
e) Vertreter der CDU-Fraktion _____________________________
f) Vertreter der SPD-Fraktion _____________________________
g) Vertreter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL _____________________________
h) Vertreter der FDP-Fraktion _____________________________
i) Vertreter der Fraktion UWG-MS/ödp _____________________________
Verwaltungsseitig werden in die Arbeitsgruppe entsandt:
Frau Stadtkämmerin Bickeböller
Vertreter: Herr Reinkemeier
Frau Stadträtin Dr. Hanke
Vertreter: Herr Schirwitz
Herr Stadtbaurat Joksch
Vertreter: Herr Löhr
4. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass von der Verwaltung in geeigneter Weise ein Anhörungsver-
fahren mit Schul- und Sportvereinsvertretern für eine ausreichende Berücksichtigung der schu-
lischen und sportlichen Belange organisiert wird.
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Finanzierung/Mittelbereitstellung
Eine einmalige Bereitstellung von 100.000 Euro bei der Haushaltsstelle 5700.655.0000.3 „Erstel-
lung externes Bädergutachten“ wurde bereits mit Aufstellung des Haushaltsplanes 2005 vorge-
nommen.
Begründung:
Zu Beschlusspunkt Ziffer 1:
Mit der Vorlage 34/2003 wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, inwieweit die Bäderlandschaft
neu strukturiert werden kann.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat schließlich mit der Vorlage 228/2004 „Budgetrecht des Rates
wahren – Bäderkonzept zügig vorlegen – Antrag der SPD-Fraktion 15/2003 vom 31.03.03“ folgen-
den Verfahrensweg beschlossen:
- Ermittlung von sport- und baufachlichen sowie wirtschaftlichen Kennziffern durch die Verwal-
tung
- Darstellung der gegenwärtigen Nutzungsprofile
- Entwicklung eines „Bäderkonzeptes“ unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien und un-
ter Heranziehung eines externen Gutachters.
Die Verwaltung hat deshalb umfangreiches Daten- und Informationsmaterial zusammen getragen,
das in den Anlagen zu dieser Vorlage zur Verfügung gestellt wird.
Zu Beschlusspunkt Ziffer 2:
Zwischenzeitlich wurde mit dem Antrag Nr. 5/2005 der CDU-Fraktion und der FDP-Fraktion „Müns-
ters Bäderlandschaft aufgabenkritisch analysieren und zukunftsgerichtet weiter entwickeln“ der
Verfahrensweg weiter konkretisiert.
Vor dem Hintergrund der geänderten Bedürfnisse, dem zu erwartenden Sanierungsvolumen und
dem hohen Stellenwert der Bäderlandschaft soll danach ein ganzheitliches und tragfähiges Zu-
kunftskonzept aufgestellt werden, welches die verschiedenen Bedürfnisse abdeckt und sich flexi-
bel an neue Gegebenheiten anpassen lässt.
Die Erstellung eines solchen Bäderkonzeptes soll bis Ende 2005 durch ein in diesem Bereich re-
nommiertes Beratungsunternehmen erfolgen, da hier die unterschiedlichsten Faktoren wie die an-
gebotsseitige Bewertung, das Nachfragepotenzial, die nachhaltige Finanzierbarkeit sowie die
Machbarkeit unter Berücksichtigung der Erfahrungen anderer Städte analysiert werden müssen.
Um das Gutachten und die sich daraus abzuleitenden Szenarien und Umsetzungsmodelle nicht zu
umfangreich werden zu lassen, schlägt die Verwaltung vor, das Gutachten in zwei Stufen zu unter-
teilen.
In der ersten Stufe (Konzepterstellung) sollen zunächst unterschiedliche Entwicklungsvarianten
abgebildet werden. Dabei sollen die im Beschlusstext genannten Kriterien Berücksichtigung finden.
Schließlich soll der Rat der Stadt Münster eine Entscheidung darüber treffen, welche Variante des
Konzeptes umgesetzt werden soll.
Die zweite Stufe wird sich dann mit der Umsetzung des vom Rat zu verabschiedenden Bäderkon-
zeptes befassen. Für die damit verbundene Beauftragung eines Gutachters und das weitere Vor-
gehen wird die Verwaltung eine Ratsvorlage erstellen.
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Der oben genannte Leistungsumfang ist für eine Beauftragung eines Gutachters und somit für eine
Ausschreibung nach der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL) nicht eindeutig zu beschrei-
ben. Deshalb käme eine Vergabe nach der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen
(VOF) in Frage. Da der Auftragswert aber voraussichtlich unter 200.000 € netto liegen wird, ist die
VOF nicht anzuwenden, so dass die Verwaltung die Gutachtenerstellung freihändig vergeben
kann. Gleichwohl wird die Verwaltung bei der Gutachterauswahl dem Grundsatz der Wirtschaft-
lichkeit angemessen Rechnung tragen.
Damit die erste Stufe des Gutachtens (Bäderkonzept) rechtzeitig bis Ende 2005 vorliegt, muss
eine Entscheidung über den zu beauftragenden Gutachter noch vor der parlamentarischen Som-
merpause getroffen werden. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, dass sich die vier am besten
positionierten Beratungsunternehmen dem Hauptausschuss in seiner Sitzung am 29. Juni 2005
präsentieren. Dort soll die Entscheidung gefällt werden, welcher Gutachter mit der Erstellung des
Bäderkonzeptes (1. Stufe des Gutachtens) beauftragt wird.
Zu Beschlusspunkt Ziffer 3:
Vor dem Hintergrund, dass die Entscheidung über die zukünftige Bäderlandschaft in Münster un-
mittelbare Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger, auf die Standortqualität und auf die fi-
nanziellen Ressourcen der Stadt Münster haben wird, ist es erforderlich, eine schnelle Rückkopp-
lungsmöglichkeit zu politischen Vertretern zu haben. Die Verwaltung schlägt deshalb die Einrich-
tung einer politisch und verwaltungsseitig besetzten Arbeitsgruppe vor. Hierbei ist jedoch hervor-
zuheben, dass wichtige Entscheidungen hinsichtlich der Konzeptionierung und Umsetzung dem
Rat der Stadt Münster vorbehalten bleiben.
Zu Beschlusspunkt Ziffer 4:
Um die Belange der Schulen und Sportvereine bei der zukünftigen Ausrichtung der Bäderland-
schaft in angemessener Weise zu berücksichtigen, sollen Schul- und Sportvereinsvertreter vor
Entscheidungsfindung im Rahmen eines Anhörungsverfahrens in geeigneter Weise beteiligt wer-
den.
I. V.
gez.
Bickeböller
Stadtkämmerin
Anlagen:
Anlage 1: Darstellung der aktuellen Situation der Bäder in der Stadt Münster
Anlage 2: Darstellung der Ertrags- und Aufwandsentwicklung einschl. ausgesuchter Kennzahlen
Anlage 3: Überblick über sport- und baufachliche sowie wirtschaftliche Kriterien
Anlage 4: Öffnungszeiten der Bäder
Anlage 5: Lage der Bäder im Stadtgebiet
Anlage 6: Darstellung des Bauzustands der Bäder
Anlage 7: Aus Hygiene- und Sicherheitsaspekten unumgängliche Sanierungsmaßnahmen 2006 ff.
Anlage 8: Beschreibung des Ist-Zustandes und der Sanierungsmaßnahmen auf Basis der Situati-
onsanalyse 2001
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Anlage 1
Darstellung der aktuellen Situation der Bäder in der Stadt Münster
1. Allgemeiner Überblick
Der Bevölkerung der Stadt Münster stehen zur Nutzung für das Schwimmen insgesamt 9 konven-
tionell gebaute und städt. betriebene Hallenbäder zur Verfügung. Daneben gibt es ein Angebot von
vier ebenfalls konventionell gebauten und städtisch betriebenen Freibädern. Zwei weitere Freibä-
der befinden sich in der Betriebsführung eines Vereins bzw. in kirchlicher Trägerschaft. Die Öff-
nungszeiten der Bäder können der Anlage 4 entnommen werden.
Nach der Gemeindeordnung NRW (§ 8 Abs. 2) stehen die Bäder als öffentliche Einrichtungen allen
Einwohnern zur Verfügung. Die Bereitstellung von Bädern ist eine wichtige Aufgabe, zu der sowohl
die Nahbereichsversorgung der Bevölkerung wie auch die Grundversorgung für Schulen und Ver-
eine zählt. Angeboten werden in den Münsteraner Hallenbädern ganzjährig wöchentlich mit Aus-
nahme der Sommerferien 500 Stunden für die Öffentlichkeit, 199 Stunden für die Schulen und 92
Stunden für die Vereine. (Dabei gibt es Parallelbelegungen durch Schule und Öffentlichkeit.) Ins-
gesamt waren die städtischen Hallenbäder in 2004 für rund 32.000 und die Freibäder für rund
5.100 Stunden geöffnet.
Schon mit den dargestellten Nutzergruppen/Öffnungszeiten wird deutlich, dass die Hallenbäder für
das Vereinswesen und den Schulunterricht eine große Bedeutung haben. Der Bereich des öffentli-
chen Badebetriebes in den Hallen- und auch Freibädern kann zudem noch weiter für verschiedene
Bedarfe differenziert werden. Neben einer rein sportlichen Nutzung stehen gesundheitliche Aspek-
te, das Knüpfen sozialer Kontakte, Wellness- oder Erlebnisgesichtspunkte, und zwar über alle Al-
tersgruppen verteilt.
Damit wird deutlich, dass Bäder Einrichtungen mit einer ganz besonders differenzierten Zielgruppe
nach Alter und nach Bedürfnissen sind und deshalb ein besonders hoher Anteil der Bürgerinnen
und Bürger einer Stadt bereits Kunde oder zumindest potenzieller Kunde des Bäderangebotes ist.
2. Nachfrageorientierte Aspekte
2.1 Besucherstruktur
Die Besucherzahlen als einer der Indikatoren für die Akzeptanz haben sich wie folgt entwickelt:
Jahr Besucher
Hallenbäder
Besucher
Freibäder
1998 779.713 250 300
1999* 733.265 328 010
2000 886.673 259 935
2001 816.416 309 065
2002 821.684 164 577
2003 812.815 274.272
2004 855.062 164.302
∅ 815.090 250.066
* Renovierung Hallenbad Mitte
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Die Besucherstatistik 2004 sieht differenziert nach Nutzergruppen wie folgt aus:
Besucher Zusam-
men
Verän-
derung
ggü.
Vorjahr
Öffent-
lichkeit
Verän-
derung
ggü.
Vorjahr
Schulen Verän-
derung
ggü.
Vorjahr
Vereine Verän-
derung
ggü.
Vorjahr
Bad 2004 % 2004 % 2004 % 2004 %
Ha. Mitte 209.042 6,4 168.194 5,9 25.232 7,7 15.616 9,4
Ha. Süd 109.454 8,3 62.518 18,1 29.241 -3,3 18.678 -0,5
Ha. Ost 118.284 -5,6 67.938 -9,3 27.726 -2,2 22.620 2,8
Ha. Amelsbüren1 34.811 51,1 16.639 50,6 13.451 41,5 4.721 90,0
Ha. Handorf 54.904 -3,0 29.910 -1,5 14.922 -9,0 10.072 2,3
Ha. Hiltrup 109.044 12,1 50. 798 17,2 32.109 7,1 26.137 9,4
Ha. Roxel 49.600 1,2 19.205 -3,9 19.547 9,9 10.848 -3,6
Ha. Wolbeck 63.668 3,7 33.358 1,7 14.925 0,6 15.385 11,9
Ha. Kinderhaus 106.255 4,4 74.303 11,6 17.719 -3,6 14.233 -15,4
Gesamt 855.062 5,3 522.863 6,1 194.872 3,2 138.310 3,9
Grundsätzlich ist bei der Betrachtung der Besucherzahlen zu beachten, dass jeder Besuch gezählt
wird, d. h. Inhaber von Jahreskarten oder Bonuskarten sind in vorgenannter Statistik mehrfach
enthalten.
Erkennbar ist, dass sich die Besucherzahl der Hallenbäder in einer Größenordnung von rd.
815.000 Besucher pro Jahr (Durchschnitt 1998 - 2004) eingependelt hat (inkl. Schulen und Verei-
ne). Dabei liegt im Jahr 2004 das Hallenbad Mitte mit rd. 168.000 zahlenden Besuchern pro Jahr
an der Spitze, gefolgt von den Hallenbädern Ost und Kinderhaus. Die Hallenbäder Roxel und A-
melsbüren liegen mit rd. 19.000 bzw. 17.000 Besuchern am Ende der Skala.
2.2 Einnahmensituation
Bei den erzielten Einnahmen aus dem öffentlichen Badebetrieb liegen folgende Daten zugrunde:
Einnahmen aus Kartenverkäufen öffentl. Badebetrieb: 1.140.260 €
Dazu kommen die Einnahmen aus der Verrechnung mit anderen Etats (Schule und Sport).
Einnahmen aus Schulnutzung: 179.122 €
Einnahmen aus Vereinsnutzung: 182.175 €.
Das ergibt eine durchschnittliche Einnahme von 1,47 € pro Badbenutzer (inkl. Freibadsaison =
1.018.784 Besucher). Betrachtet man die Einnahme der zahlenden Besucher des öffentlichen Ba-
debetriebes, so ergibt sich eine durchschnittliche Einnahme von 1,66 € (685.602 Besucher inkl.
Freibadsaison im Jahr 2004). Erwähnenswert ist dabei, dass im Jahr 2004 insgesamt 257.886 Be-
suche durch Nutzung der Jahreskarte registriert wurden, so dass jeder dritte/vierte Besucher im
Besitz einer Dauerkarte ist. Nicht in diese Überlegungen einbezogen wurden die sonstigen Ein-
nahmen von rund 106 Tsd. €, die im Wesentlichen die Pacht- und Pachtnebenkosten der Kioske
beinhalten.
2.3 Zuschussbedarf-/Ergebnisentwicklung der Bäder
1 Das Hallenbad Amelsbüren war von Juni - Oktober 2003 wegen Renovierung geschlossen.
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In der Summe stellt sich die Zuschussentwicklung für die städtischen Bäder in den letzten beiden
Jahren wie folgt dar (die fehlenden Zahlen für 2004 konnten noch nicht ermittelt werden):
Ergebnisentwicklung
2003
in €
2004
in €
Verände-
rung in %
Erlöse 1.514.028 1.542.037 1,8
Kosten 8.197.191
Personalkosten 2.744.248 2.703.884 -1,5
Sachkosten 2.389.567 2.590.212 8,4
Kalkulatorische Kosten
(Abschreibungen, Zinsen, Miete)
3.063.377
Ergebnis mit kalk. Kosten -6.683.163
Ergebnis ohne kalk. Kosten -3.619.786 -3.752.059 3,7
Grundsätzlich bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Höhe des Gesamtzuschusses –
ohne kalkulatorische Kosten – über 20 Jahre: Lag 1982 der Zuschussbedarf aller Bäder (ohne
Kinderhaus) bei rd. 2,8 Mio. €, so liegt die Zuschusssumme 2002 bei rd. 3,4 Mio. € (inkl. des zu-
sätzlichen Bades).
Vergleiche mit anderen Städten sind nur relativ aussagefähig, weil praktisch
immer andere Grundvoraussetzungen vorliegen (z. B. Anzahl der Bäder, Einwohnerzahl, kalkulato-
rische Kosten usw.).
In Anlage 2 ist der Betriebsabrechnungsbogen mit einzelnen Kennzahlen dargestellt.
2.4 Umfragen
Für das weitere Verfahren zur Erarbeitung des Bäderkonzeptes für die Stadt Münster können diffe-
renzierte Aussagen der Bürgerinnen und Bürger zur städtischen Bäderlandschaft in die Überle-
gungen einbezogen werden. Dazu hat es in den Jahren 2003 und 2004 Umfragen gegeben.
Im Sommer 2003 wurde für die Ermittlung des Sporttreibens der Einwohnerinnen und Einwohner
Münsters die 10- bis 70-jährige Bevölkerung Münsters durch die Universität Wuppertal repräsenta-
tiv befragt. Als eines der Ergebnisse dieser Einwohnerbefragung wird die starke Stellung des
Schwimmsportes in Münster dokumentiert (Hübner/Kirschbaum: ‚Sporttreiben in Münster 2003‘,
Schriften zur Körperkultur, Band 44). Danach hat fast ein Drittel (31,6 %) der Münsteraner Bürge-
rinnen und Bürger das Schwimmen als 1., 2. oder 3. Sportart angegeben. In der Rangliste der
Sportarten nimmt der Schwimmsport hinter dem Radfahren (53,8 %) die zweite Position ein. Mit
deutlichem Abstand folgt das Joggen/Laufen (24,8 %) auf Rang drei.
Ein weiterer Baustein zu stadtpolitischen Themenfeldern sind die Bürgerumfragen, die die Stadt
Münster seit 1988 regelmäßig durchführt. Auch im Jahr 2004 sind die Bürgerinnen und Bürger
Münsters zu verschiedenen Schwerpunktthemen befragt worden. Im Mittelpunkt des Interesses
standen neben aktuellen Fragestellungen rund um das Stadtgrün und die Grünanlagen, zur Ab-
fallwirtschaft und Sauberkeit, zur wirtschaftlichen Lage auch die Angebots- und Nutzungsstruktu-
ren der Bäderlandschaft.
Wichtige Frage im diesem Zusammenhang war die Verteilung der Nutzer auf die bestehenden
Bäder. Hierbei zeigte sich ein Bild, das mit der Verteilung der Einwohnerschwerpunkte in Münster
korrespondiert. Die Bäder in den – bezogen auf die Anwohner – größeren Stadtteilen (Mitte, Kin-
derhaus, Ost, Hiltrup und Süd) verfügen aufgrund ihrer Lage über den größten Besucherzuspruch.
Ein vergleichbares Bild ergibt sich für die städt. Freibäder. Hiltrup und Stapelskotten lassen sich
- 8 -
dem Bevölkerungsschwerpunkt im Stadtgebiet zuordnen und verfügen aufgrund ihrer Lage, Größe
und Ausstattung über Besucherzahlen begünstigende Faktoren. Teilweise gehen die Einzugsbe-
reiche der Bäder aber über die Zuordnung der jeweiligen Stadtbezirke hinaus. So verfügt das Hal-
lenbad Ost aufgrund seiner Lage an der Grenze zwischen den Bezirken Mitte und Ost über einen
stadtteil- und stadtbezirksübergreifenden Besucherkreis.
Weiterhin kristallisierte sich in der Bürgerumfrage 2004 ein „Kundenstamm“ mit einem regelmäßi-
gen kontinuierlichen Hallenbadbesuch von etwa einem Viertel der Besucher heraus. Die dominie-
rende Zahl der Kunden eines Hallen- oder Freibades stellen die Gesundheit in den Vordergrund
bzw. wollen Sport treiben (57 % bzw. 51 %).
3. Angebotsorientierte Aspekte
3.1 Badtypen und Öffnungszeiten in Münster
Im Stadtgebiet lassen sich unterschiedliche Badtypen vorfinden, die drei großen Innenstadt-
Hallenbäder Mitte, Ost und Süd decken dabei im Wesentlichen folgende Nutzungsschwerpunkte
ab:
Mitte: Erholung/Entspannung
Ost: sportorientierte Freizeit
Süd: eher reine Zweck-/Wasserorientierung
Darüber hinaus sind im Norden (Kinderhaus) und Süden (Hiltrup) zwei ebenfalls größere Bäder
vorhanden, so dass in einer Nord/Süd-Orientierung das Stadtgebiet versorgt wird. Zusätzlich gibt
es die ortsteilorientierten Hallenbäder Wolbeck, Roxel, Handorf und Amelsbüren. Außerdem ist mit
den vier städtischen Freibädern und der DJK-Coburg sowie Sudmühle ein zusätzliches Angebot in
den Sommermonaten vorhanden.
Alle Hallenbäder sind in den zurückliegenden Jahren unter Rationalisierungsaspekten mit Kassen-
automaten ausgestattet worden, die Reinigung der Anlagen erfolgt im Wesentlichen durch Fremd-
firmen außerhalb der Betriebszeiten.
Während des öffentlichen Badebetriebes sind zwei Mitarbeiter anwesend, beim Schul- und Ver-
einsschwimmen ist eine Person vor Ort. Der Freibadbetrieb wird überwiegend durch Aufstockung
des Personals in Form von saisonalen Aushilfskräften sichergestellt. Für den Betrieb der Bäder
insgesamt sind zur Zeit rund 60 Mitarbeiter/innen (inkl. Verwaltung) verantwortlich.
Auch in den Öffnungszeiten der städtischen Bäder spiegelt sich die Segmentierung für die drei
Nutzergruppen Öffentlichkeit, Schule und Vereine wi der. Die zeitlichen Anteile der Gruppen in den
Bädern sind dabei recht ähnlich, so dass auch hierüber deutlich wird, dass der funktionale Versor-
gungsaspekt z. Zt. noch im Vordergrund steht. Mit der Renovierung des Hallenbades Mitte ist
erstmalig der Versuch unternommen worden, bei den Öffnungszeiten mehr Augenmerk auf die
Öffentlichkeit zu legen. So ist durch die Beschränkung des Schul- und Vereinsbetriebes auf zwei
Wochentage (Dienstag und Donnerstag) die Möglichkeit entstanden, an drei Wochentagen und am
Wochenende reine (uneingeschränkte) Öffnungszeiten für den „zahlenden“ Besucher anzubieten.
Im weiteren Verfahren zur Erstellung eines Bäderkonzeptes sollte auch im Hinblick auf diese
„Block-Bildung von Öffnungszeiten“ für geeignete Bäder versucht werden, die Ausnutzung durch
die Öffentlichkeit und damit auch die Erlössituation zu optimieren.
3.2 Attraktivität von Bädern
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Allgemein ist anzumerken, dass sich die Ansprüche an moderne Schwimmbäder gewandelt haben.
Heutzutage werden Bäder gewünscht, die vielfältige Bedürfnisse erfüllen. Die Lust am Baden
braucht kreative Vielfalt und Erlebniswelten in neuen Dimensionen.
Die in den 1960/70er Jahren rein pragmatisch sportorientiert ausgerichteten Bäder in Deutschland
wurden mehr und mehr zu freizeitorientierten Erlebnis- und Erholungsbädern entwickelt. Gleichzei-
tig ist in vielen Städten aus finanziellen und sanierungsbedingten Gründen das Bäderangebot ge-
strafft worden. Stark sanierungsbedürftige Bäder sind stillgelegt und durch den Neubau eines
„Spaßbades“ ersetzt worden. Diese in den 1990er Jahren zu beobachtende Entwicklung zum Bau
reiner Spaßbäder ist inzwischen deutlich zurückgegangen. Grundsätzlich bewährt haben sich da-
gegen sog. Kombibäder. Basis ist dabei ein Hallenbad mit mehreren Becken und besonderen Att-
raktionen im Wasserflächenangebot (Rutschen, Durchschwimmkanäle, etc.), gegebenenfalls mit
angegliederter Sportschwimmhalle, und bäderaffinen Zusatzangeboten wie Sauna, Wellness,
Gastronomie, Fitness usw. Angegliedert ist daran ein Freibadbereich, der je nach Wetterlage zu-
geschaltet wird. Damit lassen sich bei den beiden wesentlichen Kostenblöcken Personal und E-
nergie Synergieeffekte erzielen. Wichtig und ausschlaggebend ist, dass der Kunde praktisch täg-
lich von 8.00 – 22.00 Uhr schwimmen kann und damit absolut flexibel ist.
Solche Bäder gibt es in reiner Form in Münster nicht. Ansatzweise sind dazu in den Hallenbädern
Mitte, Ost und Kinderhaus Grundgedanken zu erkennen. Rein von den vorhandenen Ausdeh-
nungsmöglichkeiten bieten sich die Bäder in Handorf für eine solche Überlegung an.
Für eine ganzheitliche Beurteilung des Hallen- und Freibadangebotes in der Stadt Münster muss
auch auf das Bäderangebot in der Region reflektiert werden. So werden in einem Radius von ca.
30 km um Münster zahlreiche Freizeitbäder mit Sole-Erlebnisbecken, Ganzjahres-Aussenbecken,
Sauna, Wellnessangeboten, Wasserrutschen u.ä. betrieben, die von der Münsteraner Bevölkerung
aufgrund der attraktiven Badelandschaften gerne und ausgiebig genutzt werden.
Beispielhaft seien hier das Sole-Freibad in Werne, das Maximare in Hamm, das Freizeitbad düb in
Dülmen, das Vitusbad in Everswinkel, das Aaseebad in Ibbenbüren sowie das Aquariusbad in Bor-
ken und die Freizeitbäder in Borghorst und Greven genannt.
3.3 Bäderversorgungsgrad in Münster
Allgemein kann gesagt werden, dass der Bedarf an Wasserflächen auch nach der Schließung der
(privat betriebenen) Germania Therme gedeckt ist.
Bei 280.210 Einwohnern (Hauptwohnsitz) und einer Wasserfläche von 9.597,16 m² ergibt sich ein
Versorgungsgrad von 34,25 m² Wasserfläche pro 1.000 Einwohner. Der Durchschnittswert für
NRW gesamt liegt bei 46,89 m² je 1.000 Einwohner. Nur auf die Hallenbäder bezogen, beträgt der
Wert für Münster 12,57 m
2 (NRW-Durchschnitt: 15,17 m2).
4. Wirtschaftlichkeitsbezogene Aspekte
4.1 Zuschuss pro Besucher
Neben der Besucherzahl als wichtigem Indikator für die Akzeptanz eines Bades lassen sich eine
ganze Reihe von Kennzahlen errechnen, die in ihrer Grundausrichtung immer auf den Kosten und
Erlösen basieren.
Betrachtet man diese Werte nur für jeweils ein Jahr und im Vergleich aller Bäder, so sind die Er-
gebnisse oftmals von Zufälligkeiten geprägt und damit nicht aussagekräftig (z. B. Ausfall wegen
längerer Reparaturmaßnahmen o. ä.) Aus diesem Grund ist für Münster eine Zusammenstellung
der wesentlichen Daten auf Basis einer Zusammenfassung der Jahre 1995 – 2003 vorgenommen
worden.
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Es wird dabei der Zuschussbedarf (Kosten ohne kalkulatorische Kosten abzüglich der Einnahmen)
pro Bad in das Verhältnis zu den Besucherzahlen gebracht. Daraus ergibt sich der durchschnittli-
che Zuschuss pro Besucher, welcher wiederum im Vergleich der Bäder untereinander eine Rang-
folge ergibt.
Bad
∅ Zuschussbe-
darf der Jahre
1995 – 2003
(in €)
∅ Besucherzahl
der Jahre
1995 – 2004
∅ Zuschuss
pro Besucher
(in €)
Rangfolge
(1 = best-
platziert)
Ha. Mitte 276 111 116 739 2,37 1
Ha. Süd 337 069 71 657 4,70 4
Ha. Ost 488 251 94 051 5,19 5
Ha. Amelsbüren 149 655 17 990 8,32 9
Ha. Handorf 237 510 38 573 6,16 7
Ha. Hiltrup 267 526 63 512 4,21 2
Ha. Roxel 192 905 27 911 6,91 8
Ha. Wolbeck 209 093 38 046 5,50 6
Ha. Kinderhaus 370 316 83 448 4,44 3
Fr. Handorf 173 177 42 644 4,06 3
Fr. Hiltrup 255 521 105 944 2,41 2
Fr. Stapelskotten 193 304 85 679 2,26 1
Fr. Nienberge 138 978 29 428 4,72 4
Grundsätzlich lässt sich aus dieser Tabelle ableiten, dass der Zuschuss pro Besucher umso grö-
ßer ist, je kleiner die besuchte Anlage ist.
Eine isolierte Betrachtung und Rangfolgenbildung nach Wirtschaftlichkeitsaspekten zu den einzel-
nen Bädern kann allerdings nicht dem Anspruch genügen, ein gesamtstädtisches Konzept vorzu-
bereiten. Vielmehr muss hierbei auch die räumliche Verteilung auf die Stadt- und damit Versor-
gungsstruktur einbezogen werden.
4.2 Entgelte
Die letzte Tarifanpassung der Gebühren / Entgelte für die städtischen Bäder wurde ab 01.01.2004
vorgenommen. Die Bonus-, Jahres- und Saisonkarten wurden moderat angehoben. Die Tarife für
Schulen / Vereine / Sonderveranstaltungen wurden um ca. 5 % erhöht. Die Einzeltarife für Er-
wachsene und Jugendliche sowie Ermäßigungsberechtigte wurden auf dem Niveau von 3,00 €
bzw. 1,50 € beibehalten.
Im Städtevergleich liegt Münster bei Betrachtung des Preises für eine Einzelkarte im Mittelfeld:
Stadt
Preis Einzel-
karte
Dortmund 2,50 €
Aachen, Bochum, Bonn, 3,00 €
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Wuppertal, Münster
Köln 3,30 €
Augsburg, Bielefeld 3,40 €
Stuttgart 3,50 €
Die Folgen von Preisanpassungen sind auch im Bäderbereich nicht genau einzuschätzen. Denn
die verfügbaren Mittel der privaten Haushalte stehen durch die zurückliegenden vielfältigen Ände-
rungen im Steuer- wie in den sozialen Sicherungssystemen nicht mehr im gleichen Maße zur Ver-
fügung. Zumindest ist die zukünftige Konsumneigung kaum verlässlich berechenbar.
Dennoch ist eine Anhebung angesichts der schwierigen Haushaltslage der Stadt Münster und der
anstehenden Belastungen durch die Sanierung und Modernisierung der Bäder dem Grunde nach
unausweichlich – sollte aber in einem Rahmen verbleiben, der von Seiten der Bürgerinnen und
Bürger der Stadt noch als leistbar und nachvollziehbar empfunden wird. Eine Entgelterhöhung, die
zu einer deutlichen Senkung der Besucherzahlen führt, ist nicht nur für die Wirtschaftlichkeit der
Bäder, sondern auch für die Akzeptanz des Versorgungsangebotes kontraproduktiv.
Daneben könnte die Erhebung eines „Sanierungseuros“ – ähnlich dem Vorgehen bei den städti-
schen Bühnen – überlegt werden. Damit werden Einnahmen erwirtschaftet, die später bestimmten
Sanierungsmaßnahmen zu gute kommen. Im Hinblick auf die Akzeptanz durch die Bürgerinnen
und Bürger könnte auch so vorgegangen werden, dass Entgelterhöhungen nach der Sanie-
rung/Modernisierung der einzelnen Bäder durchgeführt werden.
5. Bautechnische Aspekte
Die Bäder der Stadt stammen großteils aus Anfang bis Mitte der 1970er Jahre und verfügen somit
über annähernd gleiche Abnutzungserscheinungen und einen ähnlichen „Zeitgeist“ in der Ausstat-
tung. Modernen Ansprüchen an Badekultur seitens der Kunden sind die Münsteraner Bäder daher
z. Zt. noch nicht gewachsen.
Die Eingangs- und Empfangszonen sowie die Umkleide- und Duschbereiche sind oft in bautech-
nisch schlechtem Zustand mit geringen Aufenthaltsqualitäten. Die Anforderungen an die Wasser-
qualität und Umwälzleistung und damit an die technische Ausrüstung der Bäder sind in den letzten
30 Jahren deutlich gestiegen. Die heutige hygienische Anforderung des alleinigen Wasserwech-
sels über die Überlaufrinnensysteme ist in einigen Bäder z.Zt. nicht zu gewährleisten. Die beste-
henden Beckenköpfe sind häufig undicht, teilweise abgängig (Hallenbad Ost, Freibäder Hiltrup und
Handorf) und verursachen Folgeschäden an der Stahlbetonkonstruktion sowie an technischen
Einbauten.
Für viele Bauteile der Bäder und technische Einbauten sind keine Ersatzteile mehr zu bekommen,
da die seinerzeit verwendeten Produkte nicht mehr auf dem Markt erhältlich sind bzw. längst durch
Weiterentwicklungen abgelöst wurden.
Mit Ausnahme des Hallenbades Mitte ist kein Bad bisher durchgängig saniert worden. An größeren
Instandhaltungsmaßnahmen wurden im Ostbad und in Roxel Fassadensanierungen durchgeführt;
in Hiltrup, Roxel und im Ostbad wurden außerdem die Decken der Schwimmhallen saniert. In A-
melsbüren wurde die Wassertechnik und der Beckenumgang/Beckenkopf erneuert.
Insgesamt besteht ein sehr großer Instandhaltungsstau. In der Anlage 6 wurde versucht, die Be-
standsbewertung für die einzelnen Bäder grafisch zu veranschaulichen, indem den einzelnen Bau-
teilen ein „Ampelstatus“ zugewiesen wurde.
In den letzten 15 Jahren ist aufgrund der enger werdenden Haushaltsmittel und den damit verbun-
denen Konsolidierungsrunden nur Bauunterhaltung im engeren Sinne betrieben worden. Lediglich
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zwingend notwendige Reparaturen, die Beseitigung von Unfallgefahren bzw. unausweichliche Sa-
nierungen kleineren Ausmaßes wurden durchgeführt.
In den letzten Jahren wurden umfangreichere Sanierungsmaßnahmen (Glasfassade HB Süd, Wel-
lenbecken FB Handorf etc.) bis zum Vorliegen eines Gesamtkonzeptes geschoben. Auch während
der Erstellung des Bäderkonzeptes sowie der u. U. nachfolgenden zweiten Stufe zur konkreteren
Umsetzung kann die Bauunterhaltung an den Bädern nicht völlig eingestellt werden, ohne das Ri-
siko einer zeitweiligen Schließung in Kauf zu nehmen. Eine Aufstellung erforderlicher Maßnahmen,
die nicht aus der Haushaltsstelle „Unterhaltungskosten Bäder“, sondern über die Vermögenshaus-
halte 2006 ff. zu finanzieren wären, ist in Anlage 7 enthalten.
Bei einem Anlagevermögen von rd. 60 Mio. Euro und einer Lebensdauer von 20 - 25 Jahren hätten
jährlich 3 - 5 %, also rd. 2,5 Mio. Euro, investiert werden müssen, um die Bäder auf aktuellem
Stand zu halten. Tatsächlich sind Bauunterhaltungsmaßnahmen in der Größenordnung von max.
0,5 Mio. Euro durchgeführt worden. Daraus wird auf einen Blick deutlich, dass ein Investitionsstau
entstanden ist. Um darüber einen Überblick zu erhalten, hat das Hochbauamt im Jahre 2001 in
einer Situationsanalyse die Sanierungsnotwendi gkeiten erarbeitet. Ergebnis dieser Ermittlungen
sind folgende Größenordnungen:
Sanierungsmaßnahmen städtische Bäder = 38,4 Mio. Euro
Modernisierungsmaßnahmen städtische Bäder = 6,0 Mio. Euro
Dazu kommen Sanierungsnotwendigkeiten in den privaten Bädern Coburg und Sudmühle von
durch die Betreiber geschätzten rd. 6 Mio. Euro.
Größenordnungen, Zahlenangaben und Einschätzungen zur zeitlichen Umsetzung sind dazu in der
Anlage 8 für die einzelnen Bäder aufgeführt.
Alle Angaben beruhen im Wesentlichen auf fachlicher Einschätzung zur weiteren Haltbarkeit ein-
zelner Einrichtungen bzw. Gewerke. Insofern muss einschränkend dazu gesagt werden, dass Vor-
behalte bzgl. der Höhe der Kosten bzw. der zeitlichen Notwendigkeit der Erneuerung enthalten
sind, weil in vielen Fällen genauere Untersuchungen noch anstehen. Erst nach den Festlegungen
des Bäderkonzeptes können Vorplanungen und exakte Kostenschätzungen u.U. in Bauabschnitten
anhand eines verbindlichen Anforderungsprofils pro Bad erarbeitet werden.
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Anlage 3:
Überblick über sport- und baufachliche sowie wirtschaftliche Kriterien
Die unten aufgeführten Kriterien werden regelmäßig von der Stadt Münster erhoben oder sind in
der Vergangenheit einmalig ermittelt worden, um ein genaueres Bild von der Münsteraner Bäder-
landschaft aus sport- und baufachlicher sowie wirtschaftlicher Sicht zu erhalten.
1. Sportfachliche Kriterien
Einwohnerzahl und Einwohnerprognose
Besucherzahl (je Hallen- / Freibad / gesamt / Öffent lichkeit / Schulen / Vereine / Durchschnitt der letzten
Jahre / je Öffnungsstunde / davon Anteil mit Ermäßigung)
Nutzer der Hallen- und Freibäder (je Bad / Geschlecht)
Grad der Nutzung der Bäder und Gewässer in Münster im Jahr 2003 (je Bad / Geschlecht)
Art der Nutzung von Schwimmmöglichkeiten im Jahr 2003
Häufigkeit der Nutzung von Freibädern, Hallenbädern und Gewässern innerhalb und außerhalb Müns-
ters in 2003 (Geschlecht / Haushaltsstruktur / nach Altersgruppe / Sommer / Winter)
Zufriedenheit mit Freibädern, Hallenbädern und Gewässern innerhalb und außerhalb Münsters in 2003
(Geschlecht / nach Altersgruppe / Haushaltsstruktur / Mitgliedschaft Sportverein / Sommer / Winter)
Nennung von Gründen, ein Hallen- oder Freibad zu besuchen im Jahr 2004
Wichtigkeit von (zusätzlichen) Angeboten in Bädern und die Bereitschaft, dafür mehr Geld auszugeben
im Jahr 2004 (Geschlecht / Grad der Wichtigkeit)
Öffnungsstunden der Bäder (Öffentlic her Badebetrieb / Schulen / Vereine)
Bäderversorgungsgrad (in m 2 Wasserfläche pro 1.000 Einwohner)
Erreichbarkeit der Bäder (Auto / Fahrrad / ÖPNV)
2. Baufachliche Kriterien
Anlagevermögen
Mindest-Investitionsvolumen (gesamt / je Bad)
gegenwärtiger Sanierungsstau
tatsächliches Investitionsvolumen (insgesamt / je Bad)
Wasserfläche in m
2 (insgesamt / je Bad)
3. Wirtschaftliche Kriterien
Einnahmen (Öffentlicher Badebetrieb / Schulen / Vereine / Sonstiges / pro Besucher)
Erlöse (absolut / je m
2 Wasserfläche / je Öffnungsstunde)
Kosten (Personal- / Sach- / Kalkulatorische Kosten)
Personalaufwand (absolut / je m 2 Wasserfläche / je Öffnungsstunde)
Jahresergebnis (inkl. / exkl. kalkulatorischer Kosten)
Zuschussbedarf (insgesamt / pro Besucher / inkl. bzw. exkl. kalkulatorischer Kosten)
Kostendeckungsgrad (inkl. / ex kl. kalkulatorischer Kosten)
Eintrittsentgelte / Ermäßigungen
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Anlage 7:
Aus Hygiene- und Sicherheitsaspekten unumgängliche Sanierungsmaßnahmen 2006 ff.
BAD Maßnahme Jahr Mittelbedarf
Netto [€] Detailbeschreibung
Freibad Handorf Sanierung Becken und
Beckenköpfe des Wellenbecken
2006 644.000 € Mittel 2005/2006 der HHST 5700.940.1080.4
Freibad Hiltrup Umstellung der Desinfektion auf
autom. Chlorung
2006 53.000 € automatische Chlorung und Erneuerung der Sichtrohre
Spülwasser
Freibad Hiltrup Sanierung der Becken und
Beckenköpfe, Anpassen der
Beckenhydaulik
2007 NN Der desolate Zustand der Beckenköpfe macht Reparaturen
zunehmend unausführbar. Es besteht die Gefahr, das das Bad in
2006/2007 nicht mehr in Betrieb genommen werden kann. Eine
Sanierung ist sinnvoll durch Einsatz von Edelstahlbecken
mö
glich.
Freibad Nienberge Umstellung der Desinfektion auf
autom. Chlorung
2006 41.000 € zwingend erforderliche Maßnahme zur Wasserhygiene
Freibad Nienberge Erneuerun g der Filter 2010 113.000 €
Freibad Stapelskotten Umstellung der Desinfektion auf
autom. Chlorung
2006 46.000 € zwingend erforderliche Maßnahme zur Wasserhygiene
Freibad Stapelskotten Erneuerung Filterschüttung u.
Einbau Guldager
2007 23.000 € zwingend erforderliche Maßnahme zur Wasserhygiene
Hallenbad Amelsbüren Ersatz der abgehängten Decke
Schimmhalle
2010 70.000 € Aufhängesystem wird jährlich kontrolliert, da Bedenken zur
dauerhaften Tra
gfähigkeit bestehen
Hallenbad Handorf Umbau des Eingangsbereiches 2006 384.000 € Anteile der Sportpauschale Bäder 2004/2005
HHST 5700.940.0000.8
Hallenbad Hiltrup Sanierung Umkleidetrakt 2007 210.000 € Gesamtsanierung Umkleide: Wand- und
Bodenfliesen, abgehängte Decke incl. Beleuchtung, Umkleiden
und Garderobenschränke
, Alutüren
Hallenbad Kinderhaus Erneuerung Filteranlage
Planschbecken Q =40m³/h
2006 62.500 € zwingend erforderliche Maßnahme zur Wasserhygiene
Hallenbad Kinderhaus Erneuerung der Lüftungsanlage
Schwimmhalle
2006 170.000 € zwingend erforderliche Maßnahme, Hygiene der Lüftung ist
mangelhaft
Hallenbad Mitte keine bisher bekannten bis 2010
Hallenbad Ost Erneuerung RLT-Anlage
Nebenräume
2006 61.000 € Raumluft-Technik Nebenräume
Hallenbad Ost Sanierung Beckenköpfe u. separte
Desinfektion Planschbecken
2006 147.000 € Ersatz der Beckenköpfe, Sanierung/Abdichtung des
Rinnensystems, Ersatz der Sicherheitsleinen, Einbau eines
Poollifts, Abdeckung des Schwallwasserbehälters und Einbau
einer se
paraten Desinfektion für das Planschbecken
Hallenbad Ost Sanierung Umkleidebereich und
Duschen EG u. UG
2008 270.000 € Gesamtsanierung Umkleide EG: Wand- und
Bodenfliesen, Anpassung Beleuchtung, Umkleiden und
Garderobenschränke, Alutüren, Damen- und Herrenduschen EG
und UG
Hallenbad Ost Entkernung Sauna UG 2008 25.000 € Gesamtsanierung der Sauna ist notwendig, allerdings sind ohne
Betreiber und dessen Konzept keine weiteren Kostenangaben
möglich Reine Entkernungskosten für
die Rückführun
g bis auf den Rohbau
Hallenbad Roxel Sanierung Flachdach
Umkleidetrakt
2009 55.000 € Flachdachsanierung, Erneuerung Dachoberlichter, Gerüstbau
Hallenbad Süd Einbau Aktivkohledosierung,
Filterschüttung
2006 24.000 € zwingend erforderliche Maßnahme zur Wasserhygiene
Hallenbad Süd Sanierung Glasfassade/Terrasse
und Lüftung Schwimmhalle
2007 490.000 € Ersatz der Glasfassade u. Verblendfassade tlw., Umbau
Terrasse, Erneuerung Wärmebänke, Anpassung Lüftung Halle,
Umstellun
g auf Fernwärme
Zu den Haushaltsberatungen anzumeldende Maßnahmen an Bädern (HHJ 2006 bis 2010)
aufgelistet wurden nur Maßnahmen, die für den weiteren Betrieb der Bäder aus Hygiene- und Sicherheitsaspekten unumgänglich sind bzw. die zur notwendig
sind, um bereits weit fortgeschrittene Sanierungen abzuschließen (HB Ost). Unter der Maßgabe "Erhalt aller Bäder" beeinflussen die Maßnahmen nicht das
ausstehende Bäderkonzept.
Bei den Kostenansätzen handelt es sich um reine Baukosten, netto ohne Berücksichtigung externer Architekten- und Ingenieurhonorare.
SUMME: 3.362.500 €
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Beratungsverlauf (11)
Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (15)
- Zum Hiltruper See 171
- Mauritz-Lindenweg 101
- Pater-Kolbe-Straße 2
- Westfalenstraße 201
- Tilbecker Straße 36
- Grevener Straße 125
- Heriburgstraße 17
- Idenbrockplatz 8
- Laerer Werseufer 2
- Dyckburgstraße 468
- Badestraße 8
- Brandhoveweg 101
- Inselbogen 38
- Kinderhaus 106
- Feldstiege 45
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0397/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 08.03.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37