A-R/0061/2017
Benachteiligte Menschen nicht ausgrenzen – Schutzräume für die Betroffenen schaffen und die Verdrängung in benachbarte Wohnbereiche stoppen
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a-r-0061-2017-Benachteiligte Menschen nicht ausgrenzen
4427 Zeichen
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Antrag an den Rat Nr. A-R/0061/2017
Benachteiligte Menschen nicht aus-
grenzen – Schutzräume für die
Betroffenen schaffen und die
Verdrängung in benachbarte Wohn-
bereiche stoppen
Antrag an den Rat der Stadt Münster
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Stadt Münster fördert sozialraumbezogene Arbeit im Bereich des Bahnhofs und or-
ganisiert diese selbst oder über einen Träger. Sie soll Anwohnerinnen und Anwohner,
Geschäftsleute, Polizei, Ordnungsamt, Bahnhofsmanagement und die sozialen Träger vor
Ort miteinbeziehen. Über erfahrene Träger wie z. B. Indro e.V. sichert die Stadt Münster
ab, dass eine adäquate sozialpädagogische Begleitung im Rahmen aufsuchender Arbeit
der Drogenhilfe die Maßnahmen von Anfang an begleitet, vermittelt und kommuniziert.
Die nötige Ausstattung für die Arbeit im Quartier Bahnhof und die sozialpädagogische
Begleitung wird sichergestellt.
2. Eine besondere Rolle spielt dabei die Zurverfügungstellung von Aufenthaltsflächen im
Bahnhofsumfeld: Die Stadt Münster trägt dafür Sorge, dass ein angemessener und aus-
reichender Teil der bisherigen Freiflächen an der Bahnhofs-Ostseite mit Sichtschutz (z. B.
(teiloffener) Pavillon bzw. Zelt) für die sich dort aufhaltenden Personengruppen auch
während der Bauphasen gesichert verfügbar bleibt. Dauerhaft sollen für die „Szene“ aus-
reichend Aufenthaltsflächen im Bahnhofsumfeld gesichert werden, insbesondere um die
Verdrängung in umliegende Bereiche und die damit verbundenen Folgen zu verhindern.
3. Über die Maßnahmen und Entwicklungen am Bahnhof ist in den zuständigen Fachaus-
schüssen und der Bezirksvertretung Mitte regelmäßig zu berichten.
Begründung:
Die baulichen Aufwertungen im Bahnhofsbereich an der West- und ebenfalls an der Ostseite
sind durchaus begrüßenswert. Es liegen allerdings bislang keinerlei Lösungsvorschläge insbe-
sondere im Hinblick auf die sich dort aufhaltende „Szene“ vor.
Bei der Überplanung der Grünanlage auf der Bahnhofs-Ostseite besteht aber nach Einschätzung
von nahezu allen Fachleuten die große Gefahr, dass sich die aktuell noch polizeilich zu kontrol-
lierende „Szene“ in Nebenstraßen und Hinterhöfe im Umfeld bewegt.
12.09.2017
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Erste Beobachtungen und Rückmeldungen von Anwohnerinnen und Anwohnern der Nachbar-
straßen sind bereits jetzt auffällig. Zudem könnten sich neue Szene-Standorte wie Promenaden-
bereiche, Hafen- und der Aaseebereich entwickeln. Es käme also zu einer unkontrollierten Ver-
drängung, sollten in den nächsten Wochen keine passenden Maßnahmen entwickelt werden
(vgl. auch aktuelle Stellungnahmen von Polizeipräsidium und Ordnungsamt). Zudem wäre der
Zugang zum Indro-Drogenhilfezentrum erschwert und die Folge wären vermehrt Konsumvor-
gänge, Drogennotfälle im öffentlichen Raum, Zunahme von Infizierungen, Spritzenfunden und
anderer Gebrauchsutensilien.
Dieses beträfe öffentliche Räume, die bislang oder seit längerer Zeit (Aaseekugeln) von solchen
negativen Auswirkungen nicht (mehr) betroffen sind. Proteste von Anwohnerinnen und Anwoh-
nern, neue Sicherheitsgespräche und negative Berichterstattungen wären die Folge. Es bedarf
also der o. g. zeitnahen Lösungsansätze sowie eines abgestimmten Moderationsprozesses zwi-
schen Verwaltung, Bauträger, Politik, Bewohner*innen und Trägern vor Ort in Kommunikation
mit den Betroffenen.
In allen größeren Städten in Deutschland suchen benachteiligte Personengruppen immer die
Nähe zum Bahnhof, vielfach, um eine „indirekte Teilnahme am (halbwegs normalen) Leben zu
erreichen“. Dieses mit einer Aufwertung des Münsteraner Bahnhofumfelds in Einklang zu brin-
gen, ist eine große Herausforderung und bedarf der o. g. zeitnahen Handlungsansätze und wei-
terer Flankierungen. Mit dem Bulldozer allein wird man die Problemlage nicht lösen können.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyf ferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von O lberg
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0061/2017
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 12.09.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37