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2012/0195

'Weltoffenes Darmstadt leben und gestalten' Bericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Integrationspolitik und Integrationsarbeit in Darmstadt

Magistratsvorlage 04.06.2012

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1
Weltoffenes Darmstadt leben und gestalten
Bericht zur kommunalen Integrationspolitik und Integrationsarbeit

2
Herausgeberin | Kontakt
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Interkulturelles Büro
Stadthaus
Frankfurter Str. 71
64283 Darmstadt
E-Mail: info@ikb-darmstadt.de
Internet: www.ikb-darmstadt.de

3
Vorwort
Darmstadt ist eine internationale und weltoffene Stadt. Alle Menschen,  
die zu uns kommen sind herzlich willkommen – welcher Herkunft auch 
immer!
In Darmstadt arbeiten, forschen, lernen und leben Menschen aus 
über 140 Nationen und aus allen fünf Kontinenten friedlich mitein-
ander. Von den über 147.000 Menschen haben ca. 24 %, also knapp 
ein Viertel, eigene Migrationserfahrung oder einen Elternteil, der im 
Ausland geboren ist. 
Alle diese Menschen sind längst selbstverständlicher und nicht weg-
zudenkender Teil unserer Stadt geworden. Sie bereichern unseren 
Alltag, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft durch ihre Erfahrun-
gen, ihre Persönlichkeiten und ihre Potentiale. Und sie tragen wesent-
lich zur Vielfalt unserer Stadtgesellschaft bei. Diese Vielfalt ist eine 
wichtige Ressource und Chance für die Zukunft. Eine vielfältige Gesellschaft kann allerdings nur beste-
hen, wenn einzelne Menschen wegen ihrer Herkunft und Religion, aber auch wegen ihres Alters, ihres 
Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität nicht benachteiligt oder diskriminiert werden. 
Integration bedeutet für uns, die gleichberechtigte Teilhabe von Zugewanderten in allen Bereichen  
des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zu ermöglichen. Sie erfordert die gleichen Bildungs-
chancen für alle Kinder, den Zugang zu Ausbildungsplätzen, den Einstieg in den Arbeitsmarkt, die An-
erkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen, das Recht auf gesundheitliche Versorgung. 
In der öffentlichen Integrationsdebatte wird der Fokus zu oft auf Probleme und vermeintliche Defizite 
von Zugewanderten gelegt. Dies versperrt den Blick darauf, dass im Alltag das Zusammenleben von 
Menschen mit Migrationsgeschichte und Einheimischen in der Regel gut funktioniert. Und es versperrt 
den Blick auf die vorhandenen Potentiale und die Möglichkeiten, diese noch stärker für uns alle zu 
nutzen. Die überwiegende Mehrheit der Zugewanderten fühlt sich in Darmstadt heimisch und unserer 
Stadt verbunden. Sie wollen sich einbringen und ihren Beitrag zum Wohl aller leisten. Dieses Engage-
ment schätzen und unterstützen wir. 
Unsere Integrationspolitik will daher Partizipation fördern, aber auch Barrieren abbauen und Ausgrenzung 
bekämpfen. Und auch wenn Kommunen nicht alle Hebel in der Hand haben, um notwendige Verände-
rungen einzuführen, da diese in Landes- und Bundeszuständigkeit liegen, so müssen Impulse zur Inte-
gration vor Ort erfolgen, und vor Ort muss Integration in den Alltag übersetzt werden. 
Wir nehmen uns in unterschiedlichen Handlungsfeldern zielorientiert und systematisch der vielfältigen 
Herausforderungen an, die mit Einwanderungsprozessen verbunden sind. Dies tun wir als Stadt und 
gemeinsam mit den vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern, die sich ebenfalls dem Ziel der 
gleichberechtigten Teilhabe von Zugewanderten verschrieben haben. 
Der vorliegende Bericht stellt statistische Daten und Ergebnisse zur Lage der Menschen nicht deutscher 
Herkunft zur Verfügung. Er gibt viele Hinweise darüber, dass Integration fortschreitet. So z. B., dass 
immer mehr Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund höhere Schulabschlüsse erreichen und an 
Hochschulen vertreten sind.

4
Der Bericht zeigt aber auch, dass trotz dieser positiven Entwicklung nach wie vor die Diskrepanz zwischen 
den Kindern mit Migrationshintergrund und den einheimischen Kindern groß ist, was die Bildungserfolge 
betrifft. Er zeigt auch, dass die Arbeitslosigkeit von Migrantinnen und Migranten noch immer doppelt so 
hoch ist wie die der Darmstädterinnen und Darmstädter ohne Migrationshintergrund. So wird deutlich, 
dass wir bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt, der sozialen Sicherung der Familien und der beruf-
lichen Eingliederung von Jugendlichen unsere Anstrengungen fortführen und verstärken müssen. 
Viele Menschen in unserer Stadt engagieren sich für das friedliche und konstruktive Miteinander. Gleich -
wohl gibt es auch bei uns Menschen, die Migrantinnen und Migranten mit Vorbehalten, mit Ablehnung 
und sogar mit rassistischem Verhalten begegnen. Diese gesellschaftliche Realität macht es erforderlich, 
permanent Gesicht zu zeigen – für Weltoffenheit, für Gleichberechtigung und Integration von zugewan-
derten und einheimischen Minderheiten, gegen jede Art von Diskriminierung und Ausgrenzung. 
Es bleibt also noch viel zu tun, bis alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt gleiche Zugänge zu allen 
Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens erreicht haben. 
Deshalb arbeiten wir weiter: gemeinsam mit Ihnen und dank Ihres Engagements. Dafür, dass unsere 
gemeinsamen Visionen Wirklichkeit werden. 
Ich danke allen unseren Kooperationspartnerinnen und -partnern, die zur Erstellung dieses Berichtes 
beigetragen haben, sei es mit einem eigenen Beitrag oder sei es mit Hinweisen und Unterstützung bei 
der Überarbeitung und hoffe auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit im Sinne eines weltoffenen 
Darmstadts.
Jochen Partsch 
Oberbürgermeister

5
Inhalt
Einleitung........................................................................................................................................... 9
I Migration und Integration in Darmstadt........................................................................................ 11
1. Historische Streiflichter................................................................................................................. 11
  Die 1970er Jahre..................................................................................................................... 11
  Die 1980er Jahre.....................................................................................................................13
  Die 1990er Jahre.....................................................................................................................15
  Schlussbemerkungen...............................................................................................................17
2. Die nichtdeutsche Bevölkerung in Darmstadt heute – Daten und Trends…….................................. 18
  a. Statistik und Migrationshintergrund – Stand und Perspektive...............................................18
  b. Zuwanderung und neue Migrationstendenzen.......................................................................19
  c. Wohnen...............................................................................................................................26
  d. Bildung...............................................................................................................................28
  e. Arbeit..................................................................................................................................32
II Strategien kommunaler Integrationssteuerung.............................................................................40
1. Integrationsverständnis und integrationspolitische Ziele der Wissenschaftsstadt Darmstadt...........40
2. Das Interkulturelle Büro – Fachstelle für Integration und Querschnittsamt..................................... 41
3. Steuerungsgremien und -instrumente........................................................................................... 42
 Städtische Steuerungsgruppe für Integration................................................................................ 42
 Integrationsforum Darmstadt.......................................................................................................  43
 Integrationsmonitoring................................................................................................................. 43
III Kommunale Integrationsmaßnahmen........................................................................................... 44
III a.  Handlungsfelder des Interkulturellen Büros............................................................................. 44
1. Verwaltung: interkulturelle Öffnung...............................................................................................44
 Bestandsaufnahmen über den Stand der interkulturellen Öffnung..................................................44
 Fortbildungen zu Interkultureller Kompetenz.................................................................................45
 Ausblick........................................................................................................................................46
2. Bildung: Elternarbeit an Schulen und Kitas....................................................................................47
 Das Projekt „Mama lernt Deutsch“................................................................................................47
 Gesprächskreise von Migranteneltern an Schulen und Kindergärten...............................................48
3. Soziales und Gesundheit...............................................................................................................49
 Der Arbeitskreis „Migration und Soziale Arbeit“.............................................................................49
 Der Arbeitskreis „Migration und Gesundheit“.................................................................................50
4. Migranten-Communities und ihre Selbstorganisationen: Öffnung und Stärkung..............................52
 Migranten-Communities und ihre Selbstorganisationen in Darmstadt.............................................52
 Kulturzentren und Vereine.............................................................................................................53
 Neue Entwicklungen: Frauen, Bildung und Soziales.......................................................................55
 Kulturarbeit..................................................................................................................................57
 Professionalisierung der Community- und Vereinsarbeit................................................................59

6
5. Interkulturelle Vermittlung: Qualifizierung und Einsatz von Multiplikatorinnen 
 und Multiplikatoren aus den Migranten-Communities....................................................................60
 Weiterbildung zu Integrationsassistentinnen und -assistenten........................................................60
 Weiterqualifizierung zu Gesundheitslotsinnen und -lotsen..............................................................61
 Weitere Qualifizierungsmaßnahmen..............................................................................................62
 Einsatz von Interkulturellen Vermittlungskräften............................................................................62
6. Interkulturelle Stadtteilarbeit: Stärkung der Partizipation..............................................................62
 Der Darmstädter Ansatz im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“…………..…………..................62
7. Antirassismus...............................................................................................................................65
 Kurzbeschreibung der Situation in Darmstadt ...............................................................................65
 Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ sowie andere Initiativen.........................................66
 Maßnahmen und Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und Rassismus.........................................67
 Der Lokale Aktionsplan (LAP) und seine Gremien...........................................................................69
8. Bürgerschaftliches Engagement: Integrationsbegleiterinnen und -begleiter ....................................74
III b.  Weitere Integrationsmaßnahmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt ........................................76
 Amt für Familien, Kinderbetreuung und Sport................................................................................76
  Sprachförderung in den städtischen Kindertagesstätten...........................................................76
  Amt für Familien, Kinderbetreuung und Sport, Abteilung Sport.................................................77
 Amt für Soziales und Prävention / Beratungs- und Servicezentrum für Ältere  
  und Menschen mit Behinderung (BuS) .................................................................................... 78
  Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe – das interkulturelle Seniorenzentrum............................. 78
  Weitere Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten.........................................................79
 Volkshochschule Darmstadt (vhs) .................................................................................................80
  Integrationskurse.................................................................................................................... 80
IV Weitere Integrationsmaßnahmen in der Stadt Darmstadt .............................................................81
1. Soziales und Beratung..................................................................................................................81
 Berichte freier Träger ...................................................................................................................81
  Caritasverband Darmstadt.......................................................................................................81
   Migrationsberatung des Migrationsdienstes........................................................................81
   Frauenintegrationskurs...................................................................................................... 82
   Beratung für Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis..............................................................83
   Externe Ausländerberatung in Darmstadt............................................................................84
   Beratung ausländischer Strafgefangener und ihrer Familien................................................84
  Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg....................................................................................87
   Flüchtlingsberatung ...........................................................................................................87
   Migrationsberatung............................................................................................................88
  DRK Kreisverband Darmstadt..................................................................................................89
   Älter werden in Darmstadt – Begegnungs- und Bewegungsangebote  
   für ältere Migrantinnen und Migranten ...............................................................................89
   Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) ......................................................90
   Einsatz von Interkulturellen Vermittlungskräften.................................................................90
  Internationaler Bund ...............................................................................................................92
   Jugendmigrationsdienst.....................................................................................................92
   „Qualifizierung nach Maß“ .................................................................................................94
  Magnolya e.V. – Interkultureller Treffpunkt älterer Menschen im Heiner-Lehr-Zentrum..............96
  Mäander e.V. ..........................................................................................................................97
   Mädchenleben in verschiedenen Welten und Schutz vor drohender Zwangsheirat................97
  Sozialkritischer Arbeitskreis ....................................................................................................99
   Beratungs- und Bildungsangebote......................................................................................99

7
 Berichte von Behörden................................................................................................................100
  Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)..................................................................100
  Jobcenter Darmstadt.............................................................................................................102
  Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg........................................................................................103
  Sozialberatung Studentenwerk Darmstadt..............................................................................105
2. Gesundheit..................................................................................................................................107
 Berichte der Träger im Gesundheitswesen...................................................................................107
  Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret....................................................................107
  DemenzForumDarmstadt e. V.  ..............................................................................................107
  Deutscher Kinderschutzbund, Bezirksverband Darmstadt e. V.  ..............................................109
  Ehe- und Familienberatung e.V. Darmstadt............................................................................110
  Elisabethenstift – Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ..........................110
  Frauenhaus Darmstadt...........................................................................................................111
  Gemeindepsychiatrisches Zentrum des Caritasverbandes Darmstadt e. V.  .............................113
  Klinikum Darmstadt...............................................................................................................113
  Malteser-Migranten-Medizin (MMM) am Marienhospital Darmstadt ........................................115
  Pro familia Darmstadt e. V. ...................................................................................................115
  Weiterleben e. V. Psychosoziale Krebsberatung......................................................................116
3.  Bildung ....................................... ..............................................................................................117
  Ausländerbeirat / Caritasverband Darmstadt, Migrationsdienst..............................................117
   „Frühwarnsystem“ – Präventionsprojekt zur Vermeidung von Sonderschulzuweisungen…..117
  Caritasverband Darmstadt, Migrationsdienst..........................................................................118
   Hausaufgabenhilfe...........................................................................................................118
  DRK Kreisverband Darmstadt................................................................................................120
   HIPPY-Familienbildungsprogramm in Darmstadt..............................................................120
  Staatliches Schulamt ....................................................................................….....................121
   Fördermaßnahmen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in den Schuljahren  
   2007/2008 und 2008/2009............................................................................................122
   Unterricht in Herkunftssprachen………………………………...................................................123
   Aufnahme- und Beratungszentrum (ABZ)………………………………………………….................124
  Verein für interkulturelle Arbeit und Sprachförderung Deutsch e. V. .......................................125
4. Stadtteil………………………………………………………….……………....................................................127
  Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit Darmstadt........................................................................127
   Gemeinschaftshaus Pallaswiesenviertel............................................................................127
   Gemeinwesenarbeit Arheilgen – sozialräumlich die Integration fördern .............................128
   Soziale Stadt in den Stadtteilen Eberstadt Süd und Kranichstein......................................129
   AG Senioren.....................................................................................................................135
   Projekt „Ältere Migranten in Kranichstein“........................................................................135
V Standpunkte und Empfehlungen von Expertinnen und Experten..................................................138
1. Handlungsempfehlungen des Integrationsforums.........................................................................138
 Bildung ..................... ................................................................................................................138
 Soziales und Gesundheit.............................................................................................................140
 Partizipation...............................................................................................................................141
 Antirassismus  ............................................................................................................................142
2. Stellungnahme von Migranteneltern zur Situation von Migrantenkindern in Darmstadt.................143
3. Stellungnahme und Empfehlung des Ausländerbeirates ..............................................................145

8
VI Strategische Weiterentwicklung kommunaler Integrationspolitik /  
 Fachpolitische Handlungsempfehlungen....................................................................................146
1. Verwaltung.................................................................................................................................146
2. Bildung......................................................................................................................................148
3. Gesundheit und Soziales.............................................................................................................149
4. Wirtschaft und Arbeitsmarkt........................................................................................................150
5. Migranten-Communities und Lotsen............................................................................................150
6. Stadtteil .....................................................................................................................................151
7. Antirassismus ............................................................................................................................152
8. Politische Partizipation...............................................................................................................152
9. Sport..........................................................................................................................................152
10. Bürgerschaftliches Engagement ..................................................................................................153
VII Literatur.....................................................................................................................................154

9
Einleitung
Der vorliegende Bericht zur Integrationspolitik und zur Integrationsarbeit in Darmstadt ist der zweite  
Bericht, der in Darmstadt zu diesem Thema verfasst wird. Der erste Bericht (1980) trug den Titel 
„Bericht zur Situation der ausländischen Mitbürger in Darmstadt mit besonderer Berücksichtigung der 
laufenden Aktivitäten zur Integration der zweiten und dritten Generation“ und wurde viermal fortge-
schrieben, zuletzt im Jahre 1988 mit einem erweiterten Dokumententeil. 
Im Rahmen der aktuellen Einführung der kommunalen Integrationssteuerung hat der Magistrat der Wis-
senschaftsstadt Darmstadt entschieden, einen Integrationsbericht zu verfassen, der als Grundlage für 
integrationspolitisch relevante Handlungsempfehlungen dienen soll. Der Berichtsentwurf aus dem Jahr 
2009 wurde bei der inhaltlichen Überarbeitung in den Jahren 2010 und 2011 aktualisiert. Der Berichts-
zeitraum reicht bis zum Jahr 2010. 
Dieser Bericht zur Integrationspolitik und zu Integrationsmaßnahmen besteht aus folgenden Kapiteln:
Im ersten Kapitel „Migration und Integration in Darmstadt“ werden zunächst in einem historischen 
Abriss einige Entwicklungstendenzen der letzten vier Jahrzehnte Einwanderungsgeschichte nach Darm-
stadt nachgezeichnet. Im Anschluss daran folgt eine kritische Stellungnahme zur begrenzten Aussage-
kraft der vorliegenden statistischen Daten. Danach werden für den Berichtszeitraum 2005 – 2010 Daten 
zur ausländischen Bevölkerungsentwicklung unter Berücksichtigung neuerer Migrationstendenzen sowie 
Daten zur Einbürgerung und zu bi-nationalen Eheschließungen vorgestellt. Dem folgt die Betrachtung 
der Daten zu den zentralen Themen Bildung, Arbeit und Wohnen differenziert nach Alter, Geschlecht 
und Stadtteil. In diesem Teil werden beide Aspekte – mangelnde Zugangschancen als auch erfolgreicher 
Zugang zu diesen gesellschaftlichen Ressourcen – deutlich. Gleichzeitig werden in Bezug auf diese 
Tendenzen bereits erste integrationspolitisch relevante Handlungsfelder und -maßnahmen in diesen 
Bereichen aufgeführt.  
Im zweiten Kapitel „Strategien kommunaler Integrationssteuerung“ werden das Integrationsverständnis 
und das integrationspolitische Ziel der Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie die Strategien zur kommu-
nalen Integrationssteuerung dargestellt, die die Wissenschaftsstadt Darmstadt seit mehr als 10 Jahren 
kontinuierlich weiterentwickelt. 
Danach werden die Funktion, die Aufgaben und Befugnisse des Interkulturellen Büros als Querschnitts-
amt, Fachstelle für Integration und „Motor“ der Integrationssteuerung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
erläutert. Schließlich werden in diesem Kapitel die bereits bestehenden sowie die geplanten neuen 
Steuerungsgremien und -instrumente vorgestellt. 
Das dritte Kapitel „Handlungsfelder kommunaler Integrationsarbeit“ stellt die Handlungsfelder vor, in 
denen die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihre integrationspolitischen Schwerpunkte gelegt hat und in 
denen Integrationsarbeit entsprechend dem weiter oben ausgeführten Integrationsverständnis und den 
Handlungsleitlinien gestaltet wird. 
Es werden zunächst die Maßnahmen aufgeführt, die vom Interkulturellen Büro in enger Vernetzung und 
Kooperation mit den zahlreichen in Darmstadt in der Integrationsarbeit tätigen Organisationen und Ein-
richtungen durchgeführt werden. Strukturiert ist dieses Kapitel nach den zentralen integrationspolitisch 
relevanten Handlungsfeldern der Wissenschaftsstadt Darmstadt: Verwaltung, Bildung, Soziales und 
Gesundheit, Migranten-Communities, Interkulturelle Vermittlung, Interkulturelle Stadtteilarbeit, Anti-
rassismus und bürgerschaftliches Engagement. 
Im Anschluss werden die Integrationsmaßnahmen weiterer städtischer Ämter vorgestellt.

10
Im vierten Kapitel „Weitere Integrationsmaßnahmen in der Stadt Darmstadt“ kommen die in der Inte-
grationsarbeit tätigen Organisationen und Einrichtungen selbst zu Wort und berichten über ihre eigenen 
Aktivitäten in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Bildung und Stadtteil. Hier werden z. B. die Aufgaben 
und Angebote der Migrationsdienste, spezifische Angebote von Freien Trägern für Mädchen und ältere  
Migrantinnen, Angebote des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Darmstadt, zahlreiche Be-
richte der Träger im Gesundheitswesen, die Maßnahmen des Staatlichen Schulamtes, das Präventions-
projekt des Ausländerbeirates oder die Arbeit der Stadtteilarbeitsgruppen vorgestellt. Dieses Kapitel 
zeigt, wie breit das Spektrum der Integrationsmaßnahmen in Darmstadt ist.
Das fünfte Kapitel „Standpunkte von Expertinnen und Experten“ gibt die Standpunkte, Stellungnahmen 
und auch Handlungsempfehlungen verschiedener Gremien und Personengruppen wieder: zunächst die 
Empfehlungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des neu eingerichteten Steuerungsgremiums, des 
Integrationsforums. Danach die Stellungnahme von Migranteneltern zur Bildungssituation von Kindern 
und Jugendlichen und im Anschluss die Stellungnahme und Empfehlungen des Ausländerbeirates. 
Im sechsten und letzten Kapitel „Strategische Weiterentwicklung kommunaler Integrationspolitik /
Fachpolitische Handlungsempfehlungen“ werden die Empfehlungen der lokalen Expertinnen und  
Experten aufgenommen und ergänzt durch Empfehlungen des Nationalen Integrationsplans (NIP),  
Empfehlungen der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände sowie integrationspolitische  
Handlungsempfehlungen anderer Kommunen. Diese werden in verschiedenen Handlungsfeldern zu-  
sammenfassend und unter strategischen Überlegungen wiedergegeben. Die Weiterführung und Vertie-
fung bereits bestehender Maßnahmen wird dabei empfohlen, gleichwohl werden neue Handlungsfelder  
aufgeführt, wie z. B. Wirtschaft und Sport. Die einzelnen Handlungsempfehlungen sind jedoch nicht als  
abschließend und zu Ende diskutiert zu sehen, sondern als Gestaltungsmöglichkeiten eines dynamischen 
Integrationsprozesses in einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft zu verstehen.

11
I.    Migration und Integration in Darmstadt
I.1. Historische Streiflichter
Der Prozess der Zuwanderung nach Darmstadt vollzog sich entsprechend den Phasen der Migration 
in Deutschland: der Phase der Arbeitskräfteanwerbung, der Niederlassung und Herausbildung der 
„Einwanderungssituation“ und der Ausweitung der „Einwanderungssituation“ auf das wiedervereinigte 
Deutschland. Ab dem Jahr 1980 begann eine verstärkte Zufluchtsuche von Flüchtlingen und mit dem 
Jahr der Wiedervereinigung 1990 eine ansteigende Zuwanderung von Spätaussiedlerinnen und -aus-
siedlern mit ihren Familienangehörigen. Ab dem Jahr 2000 kann von der Phase der Anerkennung der 
„Einwanderungssituation“ gesprochen werden. In den entsprechenden Statistiken sind diese Gruppen, 
wie auch die sog. Bildungsausländerinnen und -inländer, sofern sie einen ausländischen Pass besitzen, 
nicht als spezifische Gruppen erkennbar.
Jahr Phase
1955 – 1973 Anwerbung von Arbeitskräften
1974 – 1989 Niederlassung und Einwanderungssituation
1990 – 1999 Ausweitung der Zuwanderungsrealität BRD
Seit 2000 Phase der Anerkennung von Zuwanderung
Tabelle 1
Im Folgenden werden einige Aspekte der städtischen Berichterstattung zu diesem Thema vom Ende der 
1970er Jahre bis zum Ende der 1990er Jahre kurz beleuchtet.
Die 1970er Jahre
Von 1954 bis 1960 stieg die Darmstädter Bevölkerung mit ausländischem Pass nur langsam an. Durch 
die verstärkte Anwerbung von Arbeitskräften für die Industrie ab 1960 stieg er jedoch sprunghaft an. 
So hat sich die Zahl der in Darmstadt lebenden ausländischen Bevölkerung von 1.225 (1,1%) im Jahre 
1954 auf 13.058 (9,4 %) bis 1978 erhöht (Wissenschaftsstadt, 2000b:14). Bereits 1970 gab es statis-
tische Bezirke mit einem überproportional hohen Anteil ausländischer Bevölkerung von bis zu 24,6 %.
1 
(Magistrat, 1980, 45 f.).
1960 bildeten Migrantinnen und Migranten aus Italien die größte Gruppe der in Darmstadt lebenden 
ausländischen Bevölkerung, der die deutlich kleineren Gruppen der Migrantinnen und Migranten aus 
Spanien, Griechenland, der Türkei, Jugoslawien, Marokko und Portugal folgten. 
Auch 1970 stellte die italienische Zuwanderergruppe den größten Teil der in Darmstadt lebenden 
Nichtdeutschen, aber auch die Gruppen aus der Türkei, aus Griechenland und aus dem damaligen 
 Jugoslawien hatten sich erheblich vergrößert. Die Zuwanderung von Menschen aus Spanien, Marokko 
und Portugal blieb vergleichsweise gering. 
1   Industrieviertel mit 24,6 % (1970: 20,8 %), Hochschulviertel mit 21,7 % (1970: 12,3 %), Martinsviertel-West mit 18,8 %  
(1970: 7,2 %) oder Rheintor / Grafenstr. mit 18,4 % (1970: 8,0 %) (Magistrat, 1980, 45 f.).

12
Noch 1978 bildeten Zugewanderte aus Italien die größte Gruppe, gefolgt von Zugewanderten aus der  
Türkei, aus Jugoslawien, aus Griechenland, aus Spanien, aus Marokko und Portugal (Magistrat, 1980:51).
Dies änderte sich ab dem Jahr 1980. Von diesem Zeitpunkt an bis heute bilden die aus der Türkei 
Stammenden mit 3.041 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Gruppe der in Darmstadt lebenden 
Zugewanderten.
Italien Türkei Griechenland Jugoslawien Spanien Portugal Marokko
1960 609 122 132 113 180 2 1
1970 2.533 1.191 1.179 1.754 805 208 147
1978 2.675 2.376 1.184 1.903 746 529 181
1980 2.900 3.041 1.080 1.910 723 551 471
Tabelle 2  
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2000b:19 sowie Magistrat, 1980:51.
Der Anteil der Ausländer an den in Darmstadt gemeldeten Arbeitslosen betrug 1979 bei einer Arbeits-
losenquote von insgesamt 1,8 % (Stadt und Landkreis zusammengenommen) 14,4 %; d.h. er war ca. 
1,5 mal so hoch wie ihr Bevölkerungsanteil. Die Gesamtarbeitslosenquote betrug 1,8 %. Der Anteil der 
Nicht-Deutschen unter den arbeitslosen Jugendlichen unter 20 Jahren betrug etwa 14 % (vgl. Magistrat, 
1980: 56 sowie eigene Berechnungen). 
Im Laufe der 1970er Jahre wurde die allgemeine Tendenz der ausländischen Bevölkerung zur Nieder-
lassung auch in Darmstadt sichtbar. Die Wohnheime waren immer weniger nachgefragt. Fast die Hälfte 
der Heimplätze war nicht belegt, wohingegen bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Bauverein 
AG in wenigen Jahren die Zahl der an Zugewanderte vermieteten Wohnungen von ca. 200 auf 500 an-
stieg (vgl. Magistrat, 1980:60 ff.). 
Während Ende 1964 noch 52,1 % der in Darmstadt registrierten Nichtdeutschen (vgl. Statistisches 
Jahrbuch Darmstadt, 1965) in Gemeinschaftsunterkünften lebten, ergab eine Umfrage des Instituts 
Wohnen und Umwelt Mitte der 70er Jahre bei den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände, dass die 
Mehrheit ihrer Klienten in privaten Altbauwohnungen ohne Bad und Zentralheizung wohnte und die 
Wohnungen zu klein und zu teuer waren. Tendenzen zur örtlichen Konzentration von Migrantengruppen 
bei gleichzeitigem Wegzug einheimischer Familien wurden bereits festgestellt (vgl. Magistrat, 1980,  
66 ff.).
Die Zahl der Kinder ausländischer Familien in städtischen Kindergärten hatte sich 1979 durch eine 
 Aktion der Stadt „Kindergartenplätze zum Null-Tarif für kinderreiche und sozial schwache Familien“ 
und eine entsprechende mehrsprachige Informationskampagne von 87 auf 187 mehr als verdoppelt. 
Somit besuchten insgesamt mehr als 76 % der 3- bis 6-jährigen Kinder ausländischer Herkunft einen 
Kindergarten (vgl. ebenda, 72 ff.).
Die Verteilung der Kinder auf einzelne Schulformen war in Hessen bereits deutlich asymmetrisch: 
 Während 1977/78 hessenweit 58,5 % der 14-jährigen Kinder ausländischer Herkunft die Hauptschule 
und 13,1 % das Gymnasium besuchten, lagen die Vergleichszahlen für deutsche Kinder bei 26,4 % für 
die Hauptschule und bei 26,0 % für das Gymnasium (Magistrat, 1980:99). Daten zu Darmstadt liegen 
für den untersuchten Zeitraum erst ab 1981/82 vor. In dem Schuljahr besuchten 25,1 % der Schülerin-
nen und Schüler aus zugewanderten Familien die Hauptschule und 3,1 % das Gymnasium.

13
In den 1970er Jahren entwickelte sich auch die Vereinsbildung unter der Migrantenbevölkerung in 
Darmstadt. Es gab Vereine, die für den internationalen Kulturaustausch mit den Herkunftsländern tätig 
waren sowie politisch aktive Gruppen, die sich dabei auf das Herkunftsland orientierten. Die meisten 
Vereine waren multifunktional: Sie befassten sich sowohl mit sozialen und Bildungsfragen als auch mit 
kulturellen Kontakten. Darüber hinaus gab es Vereine der kleineren Migrantengruppen aus westeuropäi-
schen Ländern und den USA (vgl. ebenda, 137 ff.). 
In diesen Jahren ist auch der „Initiativkreis für Fragen ausländischer Mitbürger“ entstanden, der die 
Beratungsdienste der freien Träger mit der Stadtverwaltung vernetzte (vgl. ebenda, 174 f.). 
Die 1980er Jahre
Ende 1986 hatte sich in Darmstadt die Anzahl von zugewanderten Menschen ausländischer Herkunft 
auf 15.502 erhöht (11,7 %). Die Stadtviertel mit höherer Konzentration blieben in etwa die gleichen.
2 
Aber parallel zeichneten sich von 1978 – 1986 neue Tendenzen in Kranichstein II und III sowie in der 
Kirchtannensiedlung zu höherer Konzentration ab, wie die folgende tabellarische Übersicht zeigt.  
(Magistrat, 1988:43).
Migrationskonzentration Kranichstein II Kranichstein III Kirchtannensiedlung
1978 11,7 % 7,6 % 7,5 %
1986 17,9 % 15,7 % 14,6 %
Tabelle 3
Quelle: Magistrat der Stadt Darmstadt, 1988:43. 
In der Zusammensetzung der nichtdeutschen Bevölkerung gab es deutliche Verschiebungen. Nun waren 
Zugewanderte aus der Türkei mit einem Zuwachs von ca. 37 % (durch Flüchtlinge und zugewanderte 
Familienangehörige) zu der größten Gruppe geworden. Die Anzahl der italienischen Bevölkerungsgruppe 
sank nur geringfügig. Gleichzeitig gab es, bis auf Marokko, auch rückläufige Tendenzen bei Zugewan-
derten aus den ehemaligen Anwerbeländern.
3 Dagegen stieg die Zahl der zugewanderten Personen aus 
Iran und anderen Fluchtländern 4 (Magistrat, 1988:48). 
Italien Türkei Griechenland Jugoslawien Spanien Portugal Marokko Iran
1986 2.665 3.259 983 1.758 664 437 741 726
Tabelle 4
Quelle: Magistrat der Stadt Darmstadt, 1988:48.
2   Das Hochschulviertel (29,7 %), Rheintor / Grafenstraße. (28,9 %) und das Industrieviertel (27,3 %) und das Martinsviertel-
West (20,4 %) (Magistrat, 1988:43).  
3   Die Rückkehr nach Jugoslawien hatte zu einem Minus von 7,5 % (1.758), nach Griechenland zu einem Minus von 17 % (983), 
nach Spanien zu einem Minus von 11 % (664) und nach Portugal zu einem Minus von 17 % (437) geführt (Magistrat, 1988:48). 
4   Aufgrund der Lockerung der Ausreisebedingungen war die Zahl der Migrantinnen und Migranten aus Marokko mit nun 741 auf 
das Doppelte gewachsen. Die große Fluchtbewegung aus Iran hatte zu einem Zuwachs der entsprechenden Gruppe um 726 sogar 
auf das 2 ½-fache geführt (Magistrat, 1988:48).

14
Im Jahr 1986 betrug – bei einer Arbeitslosenquote von insgesamt 5,9 % (Stadt Darmstadt und Land-
kreis Darmstadt-Dieburg zusammengenommen) – der Anteil der Nichtdeutschen unter den Arbeitslosen 
31,7 %; d.h. das 2,7-fache ihres Bevölkerungsanteils (3.051 Personen) in Darmstadt (vgl. Magistrat, 
1988:52 f.).  
Die Wohnsituation wurde durch die eindeutige Tendenz zur Niederlassung charakterisiert. Interesse  
an privaten oder werkseigenen Wohnheimen gab es kaum noch, wohl aber noch an Werkswohnungen. 
Die Vermietung von Wohnungen an zugewanderte Menschen durch die städtische Bauverein AG stieg 
zwischen 1978 und 1986 um 60 % bzw. 800 Wohnungen (Magistrat, 1988:57). 
Die Versorgung mit Kindergartenplätzen hatte sich weiter verbessert. Bereits über 80 % der Kinder 
 ausländischer Herkunft zwischen 3 und 6 Jahren besuchten einen Kindergarten (vgl. ebenda, 66 ff.).
 
Die Palette an sozialen Beratungsangeboten durch migrantionsspezifische Dienste der freien Träger 
war relativ breit; die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) machte jedoch bereits auf Versorgungs-
lücken im psychosozialen Bereich aufmerksam (Magistrat, 1988: 88 ff.). Auch die Gesundheitsverwal-
tung wies auf festgestellte gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Schuleingangsuntersuchungen hin, 
die möglicherweise durch das Netz der angebotenen Vorsorgemaßnahmen nicht vollständig erfasst und 
behandelt würden (ebenda, 106).
In den 1980er Jahren blieb der Anteil der Kinder ausländischer Herkunft in den Darmstädter Grund-
schulen stabil. Die Konzentration auf die Bereiche der nördlichen Innenstadt mit der Kyritzschule (54 %), 
der Diesterwegschule (47 %) und der Schillerschule (42 %) hatte sich jedoch verstärkt (ebenda, 110). 
Die Asymmetrie bei der Verteilung auf die unterschiedlichen Schulformen war geblieben: 9 % der 
 deutschen Schülerinnen und Schüler besuchten die Hauptschule, während 60 % der gymnasialen Mittel-
stufe angehörten, dagegen besuchten 36 % der Kinder ausländischer Herkunft die Hauptschule und nur 
31 % die gymnasiale Mittelstufe bzw. 4 % die gymnasiale Oberstufe (Magistrat, 1988:107). 
Schüler und Schülerinnen Hauptschule Gymnasium (Mittelstufe)
Deutscher Herkunft 9 % 60 %
Ausländischer Herkunft 36 % 31 %  (bzw. 4 % Oberstufe)
Tabelle 5
Quelle: Magistrat der Stadt Darmstadt, 1988:112.
Im Bereich der Vereinsbildung hatte sich die Anzahl der Vereine deutlich erhöht. Am 3. Internationalen 
Begegnungsfest 1986 beteiligten sich 30 Vereine mit Informationsständen, 12 Vereine boten ein Büh-
nenprogramm an. Folklore prägte überwiegend die kulturelle Praxis der Vereine. Die meisten Vereine 
legten ihren Schwerpunkt auf den internationalen Kulturaustausch oder waren politische aktiv auf ihr 
Herkunftsland orientiert. Daneben gab es aber auch Migrantenvereine, die sich mit sozialen, kulturellen 
und mit Bildungsfragen der hier lebenden Migrantenbevölkerung befassten (vgl. ebenda, 150 ff.). 
Im Jahr 1981 wurde die „Kommission für Fragen ausländischer Mitbürger“ eingerichtet (ebenda, 196 ff.).

15
Die 1990er Jahre
Im Jahr 2000 hatte Darmstadt 21.050 ausländische Einwohnerinnen und Einwohner (15,5 %). In den 
Stadtvierteln mit einer höheren Konzentration von Nichtdeutschen gab es zwischen 1986 und 2000 
einige Verschiebungen. Erhöht hat sich ihr Anteil im Stadtzentrum, im Industrie- und Bahnhofsviertel.
5 
Die Tendenz zur Konzentration in Kranichstein-Süd und in der Kirchtannensiedlung setzte sich eben-
falls fort 
6 (Wissenschaftsstadt, 2000b:22).
Die (zahlenmäßig) wichtigsten Herkunftsländer in den 1990er Jahren sind im Folgenden tabellarisch 
aufgeführt, wobei die Türkei und Italien mit deutlichem Abstand am stärksten vertreten sind.
Wichtigste Herkunftsländer der in Darmstadt lebenden Zuwanderer und Zuwanderinnen im Jahr 2000
Türkei Italien Marokko Serbien und  
Montenegro/ 
Bosnien / 
Herzegowina
Griechenland Iran Kroatien Portugal Polen Spanien 
 
 
 
4994 2418 915 855 
478
861 693 761 574 572 528 
Tabelle 6
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2000b:15.7 
18,8 % der nichtdeutschen Bevölkerung war unter 18 Jahre und nur 4,3 % über 65 Jahre alt. Innerhalb 
der Bevölkerung der unter 18-Jährigen betrug der Ausländeranteil 17,9 %, innerhalb der Bevölkerung 
der über 65-Jährigen dagegen nur 3,6 % (vgl. ebenda, 34 f.).
Der Anteil von Nichtdeutschen unter den Arbeitslosen lag 1998 mit 28% in Darmstadt deutlich höher 
als der durchschnittliche Bevölkerungsanteil von 15,5 % (Wissenschaftsstadt, 1999:39). 
Ausländische Bevölkerung 
gesamt 
Arbeitslosenquote 
gesamt
Arbeitslosenquote 
Nichtdeutsche
1978 9,4 % 1,8 % 14,4 %
1986 11,7 % 5,9 % 31,7 %
1998 15,1 % 11 % 28 %
Tabelle 7
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 1999:19.
5   Im Stadtzentrum ist der Anteil um 9,7 % auf 28,6 %, im Rheintor/Grafenstraße um 7,9 % auf 36,8 %, im Industrieviertel  
um 10,6 % auf 37,9 % und im Bahnhofsviertel um 18,5 % auf 37,5 % gestiegen (Wissenschaftsstadt, 2000b:22). 
6   2000 hatte Kranichstein-Süd einen Anteil von 24,7 % mit einem Zuwachs von ca. 8 % und die Kirchtannensiedlung einen Anteil 
von 19,1 % mit einem Zuwachs von 4,5 % (Wissenschaftsstadt, 2000b:22). 
7   Veränderungsquoten (1986 – 2000) waren: Türkei (+ 53 %), Italien (– 9 %), Marokko (+ 23 %), Griechenland (– 12,4 %),  
Iran (– 4,5 %), Portugal (+ 31 %), Polen (+ 80 %) und Spanien (– 20 % ) (Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2000b:15).

16
Darmstadt hatte als Folge der hohen Arbeitslosenquote mit 32,6 % einen relativ hohen Anteil Nicht-
deutscher im Sozialhilfebezug (SH).8 Dieser Prozentsatz war mehr als doppelt so hoch wie der Auslän-
deranteil an der Stadtbevölkerung (15,1 %) Unter den Nichtdeutschen lag die Quote der SH-Bezieher 
1998 bei 14,0 % und damit beinahe dreimal so hoch wie die der Deutschen (5,2 %) (ebenda, 19). 
Der Anteil ausländischer Sozialhilfeempfängerinnen betrug 51,7 % von allen ausländischen Sozialhilfe-
empfängern, wohingegen der Anteil der ausländischen Frauen innerhalb der ausländischen Population 
insgesamt ca. 46 % betrug. Der Anteil von SH-Bezieherinnen bei deutschen Frauen war zwar mit 56 % 
höher, aber auch der Anteil der Frauen innerhalb der deutschen Bevölkerung lag mit 53 % nahe dabei 
(vgl. ebenda, 18 f.). 
ausländische Frauen deutsche Frauen ausländische Männer deutsche Männer
Sozialhilfedichte 15,8 % 6,8 % 12,4 % 6,1 %
 
Tabelle 8
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 1999:18 ff.
Jedes vierte Kind und jeder vierte Jugendliche unter 18 Jahren mit nichtdeutschem Pass lebte 1998 
von der Sozialhilfe seiner Eltern. Unter den deutschen Kindern lag dieser Anteil bei 11,6 %. Unter den 
14- bis 18-jährigen Mädchen war die SH-Dichte mit 29,7 % nicht nur höher als bei den gleichaltrigen 
Jungen, sie war auch die höchste Dichtezahl in sämtlichen Altersgruppen (ebenda, 20).
Die Altersarmut war bei der nichtdeutschen Bevölkerung 1998 stark ausgeprägt.
9 Die Quote derer, die 
Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) erhielten, erreichte bei Migrantinnen und Migranten, die älter als 65 
Jahre waren, 21,5 %. Damit ist die Quote 11-mal größer als bei Deutschen dieser Altersgruppe (1,9 %). 
Bei älteren Migrantinnen war die SH-Dichte mit 24,4 % höher als bei älteren Migranten mit 19,0 % 
(ebenda, 20). 
1998 hatten insgesamt 21,3 % der Schülerinnen und Schüler an Grundschulen keinen deutschen Pass. 
Sowohl die Verteilung auf die verschiedenen Schultypen als auch auf die beruflichen Ausbildungsmög-
lichkeiten war weiterhin stark asymmetrisch, wie aus der folgenden Tabelle zu erkennen ist:
 Schultyp Ausbildungsbeteiligung 
10 
Grundschule Hauptschule Gymnasium IHK HWK
Nichtdeutsche 
Schüler/-innen und  
Auszubildende 1998 
21,3 % 41,7 % 12,6 % 10,9 % 16,6 %
Tabelle 9
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 1998:161.
Der Anteil der ausländischen Jugendlichen zwischen 18 und 21 Jahren an der entsprechenden Alters-
gruppe insgesamt betrug 1998 dagegen ca. 22 % (ebenda, 34 f). 
8   Der höhere Anteil der Zugewanderten beim SH-Bezug dürfte vorwiegend aus den höheren Arbeitsmarktrisiken, der schwierigen 
Arbeitssuche aufgrund des Aufenthaltsstatus und der Nichtanerkennung der im Herkunftsland erworbenen Abschlüsse zu erklären 
sein (s. a. Wissenschaftsstadt, 1999:25). 
9   Ein ständig wachsender Teil der Migrantenbevölkerung erreicht das Rentenalter und ihre Renten sind – aufgrund geringerer 
Beitragszeiten und niedrigerer Durchschnittsentgelte – niedriger. 
10   Aus nicht veröffentlichten Statistiken der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer (31.12.1998).

17
In Darmstadt gab es zwei statistische Bezirke mit einer hohen Sozialhilfedichte: Kranichstein-Süd mit 
20,9 % und Kirchtannensiedlung mit 20,6 % (Wissenschaftsstadt, 1999:27).
Kranichstein-Süd hatte Ende 1999 eine relativ hohe ausländische Population (24,7 %), darunter eine 
hohe Zahl von Flüchtlingen. Es ist davon auszugehen, dass auch der Anteil von Aussiedlerfamilien ent-
sprechend hoch war. Gegen Ende der 1990er Jahre war eine Zunahme der SH-Dichte allgemein und 
speziell bei den Nichtdeutschen zu erkennen. Im SH-Bezug lag der Anteil der Nichtdeutschen bei 61,6 % 
(Wissenschaftsstadt, 2000a:9).
Der Bezirk Kirchtannensiedlung hatte Ende 1995 mit 18,7 % einen niedrigeren Anteil an nichtdeutscher 
Bevölkerung, der gleichwohl über dem städtischen Durchschnitt von 15,0 % lag (Magistrat, 1996:15). 
Auch wohnte hier ein überdurchschnittlicher Anteil von Aussiedlerfamilien. 
1995 waren 21,3 % der Nichtdeutschen im SH-Bezug im Vergleich zu ihrem Anteil von 18,7 % an der 
nichtdeutschen Bevölkerung im Stadtviertel (Magistrat, 1996:19). Die SH-Dichten der deutschen  
(ca. 14,5 %) und ausländischen (ca. 17,25 %) Bevölkerungsgruppen lagen näher beieinander. Der 
relativ hohe Aussiedleranteil müsste allerdings innerhalb der Gruppe der Deutschen mit berücksichtigt 
werden. Auch hier ist gegen Ende der 90er Jahre eine stärkere Zunahme der SH-Dichte festzustellen.
Vereinsbildung
In den 1990er Jahren wuchs die Zahl der Migrantenvereine in Darmstadt und gleichzeitig setzte ein Dif-
ferenzierungsprozess ein. Während die religiös orientierten Vereine ihre Basis zahlenmäßig halten und 
ausweiten konnten, gingen bei anderen Vereinen (z. B. bei Gruppen, die herkunftslandbezogen politisch 
aktiv waren) die Mitgliederzahlen zurück. Viele Frauengruppen (teilweise aus den vorhandenen Vereinen) 
entschlossen sich zur Vereinsbildung, um ihre Arbeit auf eine stabile und professionelle Grundlage zu 
stellen. Ende der 1990er Jahre gab es in Darmstadt mehr als 100 Migrantenvereine. 
Städtische Gremien
In Hessen haben sich seit 1972 fünf demokratisch gewählte Ausländerbeiräte auf der Grundlage der  
Hessischen Gemeindeordnung (HGO) gebildet. 1983 schlossen sich diese 5 Ausländerbeiräte zur Arbeits-
gemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (AgAH) zusammen. Aber erst seit Ende der 80er  Jahre wurden 
nach und nach in den meisten hessischen Gemeinden mit mehr als 1.000 ausländischen Zugewanderten 
Ausländerbeiräte gewählt.
11 Dementsprechend wurde die Geschäftsstelle der „Ausländerkommission“ in 
die Geschäftsstelle des nun nach der HGO gewählten Ausländerbeirates umgewandelt. Das 1998 einge-
richtete Interkulturelle Büro der Stadt Darmstadt ist Geschäftsstelle des Ausländer beirates. 
Schlussbemerkungen
Im Zuge des Migrationsprozesses haben sich in Darmstadt – wie bundesweit – Tendenzen zur „relativen 
Unterschichtung“
12 der Gesellschaft und zur ungleichen Verteilung der Bildungserfolge herausgebildet, 
die auch durch kommunale Anstrengungen zur Integration nicht aufzuhalten waren. Es gibt Anzeichen 
dafür, dass diese Tendenzen sich in ihrer Wechselwirkung stabilisiert und zu einer Negativspirale ge-
führt haben. Somit stellte die Migration für einen großen Teil der zugewanderten Menschen deutlich ein 
soziales und Bildungsrisiko dar. Dies betrifft insbesondere die Stadtteile mit besonderem Erneuerungs-
bedarf, wo ethnische und soziale Segregation zusammenfallen. Die Konzentration von Zugewanderten 
in einer prekären sozialen Lage in einem Umfeld von Armut und wachsenden sozialen Risiken kann 
dazu führen, dass sich soziale und ethnische Segregation gegenseitig verstärken. 
11   Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ), 1985, Ausländerbeiräte in Hessen, Aufgaben und Organisation,  
Ein Leitfaden. Wiesbaden. 
12   „Relative Unterschichtung“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die zugewanderte Bevölkerung in den Unterschichten 
stärker repräsentiert ist. Doch es wäre falsch, aus dieser Tendenz die Entwicklung einer homogenen „Unterschicht“ oder gleich-
förmigen Lebenslage herauszulesen. Sie umfasst weder die Gesamtheit aller Migrantinnen und Migranten, noch Gruppen einer 
bestimmten „ethnischen“ Herkunft. Auf der anderen Seite trifft das Risiko sozialer Ausgrenzung auch Teilgruppen der Kernbevöl-
kerung mit und ohne deutschen Pass.

18
I.2. Die nichtdeutsche Bevölkerung in Darmstadt heute –  
      Daten und Trends 
Wie Kapitel I.1. über die historische Entwicklung der Zuwanderung nach Darmstadt deutlich zeigt, sieht 
sich ein großer Teil der zugewanderten Bevölkerung bereits mit Beginn des Einwanderungsprozesses  
nach Deutschland bzw. Darmstadt mit erschwerten Zugängen zu den zentralen gesellschaftlichen 
 Ressourcen – Bildung, Arbeit und Wohnen – konfrontiert. Diesen Schwierigkeiten sah und sieht sich 
auch ein Großteil der hier geborenen und aufgewachsenen Kinder – die sog. 2. und 3. Generation – 
ausgesetzt. Ungleiche Zugangschancen zu den zentralen gesellschaftlichen Ressourcen – diese zentrale 
Charakteristik des Einwanderungsprozesses der vergangenen Jahrzehnte zeigt sich ebenso im ersten 
Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. 
Gleichwohl ist hier zu betonen, dass es trotz struktureller Benachteiligung einem kontinuierlich wach-
senden Teil der zugewanderten Bevölkerung und ihren Kindern gelingt, sich den Zugang zu Bildung, 
Arbeit, Wohnen, Gesundheit etc. zu verschaffen; auf diese Entwicklung weisen bundesweite Studien und 
auch die Milieu-Studie (vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V., 2009) hin. Die für 
Darmstadt vorliegenden Daten werden auch unter diesem Blickwinkel betrachtet.
Im Folgenden werden zunächst aktuelle Daten zur ausländischen Bevölkerungsentwicklung unter 
Berücksichtigung neuerer Migrationstendenzen sowie Daten zur Einbürgerung und zu bi-nationalen 
Eheschließungen vorgestellt. Im Anschluss daran werden die Daten zu den zentralen Themen Bildung, 
Arbeit und Wohnen differenziert nach Alter, Geschlecht und Stadtteil betrachtet. Beide Aspekte – 
 mangelnde Zugangschancen und auch erfolgreicher Zugang – werden dabei deutlich. 
Die Erkenntnisse aus der Analyse dieser Daten dienen als Grundlage zur Entwicklung von Strategien 
kommunaler Integrationssteuerung (vgl. Kap. II), für die Entwicklung kommunaler Integrationsmaß-
nahmen (vgl. Kap. III) sowie für fachpolitische Handlungsempfehlungen (vgl. Kap. VI).
2.a. Statistik und Migrationshintergrund – Stand und Perspektive
Wenn von Menschen mit Migrationshintergrund gesprochen wird, so werden darunter: Personen mit 
ausländischer Staatsangehörigkeit, eingebürgerte Personen sowie Spätaussiedlerinnen und Spätaus-
siedler verstanden. Aber auch Kinder zugewanderter Menschen, die in Deutschland geboren wurden 
und die aufgrund des am 1.1.2000 in Kraft getretenen Staatsangehörigkeitsgesetzes qua Geburt die 
deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, werden als Menschen mit Migrationshintergrund bezeichnet. 
Bis heute liegen auf kommunaler Ebene keine verlässlichen Daten und Statistiken zum Migrations -
hintergrund vor, da es hierfür keine Datenbasis gibt. Dies wiederum ist dadurch bedingt, dass im 
 Rahmen des Melderechts nur die erste Kategorie „Personen mit ausländischem Pass“ erfasst wird. 
Lediglich auf Bundes- und Landesebene existieren bereits Daten, die alle Kriterien zum Migrations-
hintergrund erfassen. So hat das Statistische Bundesamt 2006 zum ersten Mal Statistiken zum Migra-
tionshintergrund 
1 veröffentlicht. Viele Statistische Landesämter haben über den Mikrozensus das 
Kriterium Migrationshintergrund mittlerweile in ihre Befragung aufgenommen.
Einzelne Kommunen haben in den letzten Jahren mittels neuer Algorithmen und spezifischer Datenaus-
wertung aus den Melderegistern Statistiken zum Migrationshintergrund ihrer städtischen Bevölkerung 
1   Thomas Schäfer, Gunter Brückner, Soziale Homogenität der Bevölkerung bei alternativen Definitionen für Migration, in: 
 Statistisches Bundesamt, Wirtschaft und Gesellschaft, Wiesbaden, Heft 12/2008:1047 ff.

19
erhoben und veröffentlicht. Auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist sich der Dringlichkeit, aussage-
kräftige Daten zum Migrationshintergrund zu besitzen, bewusst und plant, in Zukunft diese neu ent-
wickelten Algorithmen so einzusetzen, dass auch für Stadtteile und statistische Bezirke die Zahlen zum 
Migrationshintergrund der Bevölkerung ermittelt und veröffentlicht werden können.
Einen Eindruck, wie stark die Zahl der „Menschen mit Migrationshintergrund“ von der Zahl der „auslän-
dischen Bevölkerung“ in Darmstadt divergieren kann, gibt eine Analyse im Rahmen eines Forschungs-
projekts aus dem Jahr 2008 wieder.
2 Demnach betrug 2007 der Anteil der ausländischen Bevölkerung 
an der Gesamtbevölkerung 16,4 %; der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund betrug jedoch 
24,5 %.
Trotz dieser Divergenz und der daher begrenzten Aussagekraft der für Darmstadt vorliegenden Daten, 
sind dennoch – wie bereits erwähnt – auf der Grundlage dieser Daten eindeutige Entwicklungstendenzen 
zu erkennen, die Aussagen über den Zugang von Zugewanderten und deren Kindern zu den zentralen 
gesellschaftlichen Ressourcen und somit zu ihrer (strukturellen) Integration zulassen. Diese Daten 
 werden vorgestellt und im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten, insbesondere unter Bezugnahme 
auf bundesweite Entwicklungen und Forschungsergebnisse, analysiert.
In diesem Kapitel wird daher nicht der Begriff „Migrantin“ bzw. „Migrant“, sondern bewusst der Begriff 
„Nichtdeutsch“ benutzt, da sich die statistischen Daten nur auf Menschen mit nichtdeutscher Staats-
angehörigkeit und nicht auf alle Menschen mit Migrationshintergrund beziehen. 
2.b. Zuwanderung und neue Migrationstendenzen
Am 31.12.2009 lebten in Darmstadt insgesamt 142.237 Personen. Die folgende Graphik gibt einen 
Einblick in die zahlenmäßige Entwicklung der ausländischen Bevölkerung seit dem Jahr 2000. 
 
Graphik 1
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2006:22f.; 2010:23. Zugriff am 1.3.2011.
2   Holger Cischinsky, Hans-Jürgen Gräff, Hartmut Häussermann, Externe wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase eines 
 Sozialmonitorings in den Gemeinden im Umfeld des Flughafens Frankfurt/Main, Endbericht, Darmstadt/Berlin September 2008:41.

20
Während die Zuwanderung in den Jahren 2000 bis 2005 trotz hoher Einbürgerungszahlen um 2.460 
Personen zugenommen hat, war bis zum Jahr 2009 ein Zuwanderungsverlust von 685 Personen zu ver-  
zeichnen. Berücksichtigt man jedoch die Zahl der Einbürgerungen, so reduziert sich diese Zahl wesent -
lich. Beim Blick auf diese Verlustrechnung sollte aber bedacht werden, dass seit März 2007 die Familien-
zusammenführung aus den außereuropäischen Ländern, insbesondere aus den ehemaligen Anwerbe-
ländern Türkei, Marokko und Tunesien, gesetzlich erschwert und damit deutlich zurückgegangen ist. 
Wie aus der folgenden Tabelle zu ersehen ist, verzeichneten die größten Bevölkerungsgruppen aus den 
ehemaligen Anwerbeländern den höchsten Rückgang; demgegenüber stieg die Zahl der Menschen, die 
aus anderen Ländern nach Darmstadt kamen. Somit ist Darmstadt internationaler als zuvor. 
 
-1.000
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
Türkei 4.994 5.168 4.948 -220
Italien 2.418 2.194 2.057 -137
Marokko 915 1.011 978 -33
Serbien und Montenegro 855 762 568 -194
Griechenland 861 808 717 -91
Kroatien 761 717 644 -73
Polen 572 1.008 1.231 223
China 357 561 721 160
Russische Föderation 331 558 566 8
  am 31.12.2000  am 31.12.2005  am 31.12.2009
Zuwanderungs- 
gewinn/ -verlust 
2005/2009
Graphik 2
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2006:21; 2009:21; 2010:21. Zugriff am 1.3.2011.
Bereits im Jahr 2000 wurde in der Fachliteratur auf diese Entwicklung hingewiesen: „In den letzten Jah-
ren wächst die Zahl der Familien, die nicht aus den Anwerbeländern kommen.“ (Deutscher Bundestag 
2000:169).

21
Der Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration hat im Jahre 2004 ebenfalls darauf aufmerk-
sam gemacht. Demnach kamen vermehrt folgende Zuwanderergruppen nach Deutschland: 
„EU-Binnenmigration von Unionsbürgern, Familien- und Ehegattennachzug von Drittstaatsangehörigen, 
Spätaussiedlerzuwanderung, Zuwanderung von Juden aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, 
Zugang von Asylbewerbern und Konventionsflüchtlingen, die Aufnahme von Kriegs-, Bürgerkriegs- und 
De-facto-Flüchtlingen, Werkvertrags-, Saison- und Gastarbeitnehmermigration und weitere zeitlich be-
grenzte Arbeitsmigration aus Nicht-EU-Staaten, Zuwanderung von IT-Fachkräften, Zuwanderung aus-
ländischer Studierender sowie die Rückkehr deutscher Staatsangehöriger.“ (Sachverständigenrat für 
Zuwanderung und Integration, 2004:20; Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und 
Migration 2010:101ff).
Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch die Zuwanderung nach Darmstadt geprägt hat 
und weiterhin prägt, eine konsequente lineare Migrationsbewegung aus bestimmten Regionen oder 
Ländern ist nicht zu beobachten.
Zuwanderung nach Darmstadt aus Nicht-Anwerbeländern: 
Nationalität 31.12.2005 31.12.2009 Differenz 
Polen 1.008 1.231 +223
China 561 721 +160
Ungarn 132 192 +60
Vietnam 183 228 +45
Süd-Korea 89 134 +45
Thailand 142 162 +20
Ghana 179 193 +14
Österreich 316 325 +9
Russische Föderation 558 566 +8
Frankreich 464 472 +8
Indonesien 142 146 +4
Schweiz 101 105 +4
Australien und Neuseeland 23 27 +4
Äthiopien 119 122 +3
Tabelle 10
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2010:21; 2006:21.

22
Die nichtdeutsche Bevölkerung stammte am jeweiligen Stichtag aus folgenden Erdteilen:  
 
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
Bevölkerung
am
31.12.1995 
Bevölkerung
am
31.12.2000
Bevölkerung
am
31.12.2005
Bevölkerung
am
31.12.2009
Europa 
Asien
A frika
Amerika
Australien und Neuseeland
Staatenlose und ungeklärt 
Graphik 3
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2008:21; 2009:21. Zugriff am 1.3.2011.
Immer mehr Menschen aus allen Kontinenten der Welt kamen und kommen nach Darmstadt; dies hängt  
sicherlich auch mit dem Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort dieser Stadt zusammen. So kann davon  
ausgegangen werden, dass die geographische Lage der Stadt in der Rhein-Main Region sowie der 
Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Darmstadt Anziehungskraft für unterschiedliche Zuwanderer-
gruppen, wie z. B. für Studieninteressierte oder Akademikerinnen und Akademiker, besitzt.
Einen wichtigen Teil der nichtdeutschen Bevölkerung in Darmstadt bildeten und bilden die ausländischen 
Studierenden an den drei Hochschulen. Auch wenn nicht für alle Hochschulen Daten vorliegen, so gibt 
der Überblick über die Zahl der ausländischen Studierenden an der TU Darmstadt zumindest einen 
Eindruck: 
Erdteil 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Europa 1.845 1.774 1.700 1.877 1.820 1.763
Afrika 608 631 706 715 618 627
Amerika 178 167 206 209 173 213
Asien 1.376 1.443 1.425 1.418 1.367 1.397
Australien und Neuseeland 1 1 1 3 2 3
Staatenlose und ungeklärt 13 10 5 12 5 3
Gesamt 4.021 4.026 4.043 4.234 3.985 4.006
Tabelle 11
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2008 Internetabruf Kap.7.55; 2009 Internetabruf Kap.7.41.

23
Bei der Betrachtung der Entwicklung der ausländischen Bevölkerung nach relevanten Altersgruppen 
wird eine Konzentration bei der Alterskohorte der 21- bis 45-Jährigen deutlich: 
Altersgruppe Ausländer am 31.12.2005 Ausländer am 31.12.2009
21 bis unter 45 56,6 % 55,8 %
45 bis unter 65 20,0 % 22,1 %
6 bis unter 15 8,2 % 6,3 %
65 bis unter 75 4,4 % 5,2 %
Tabelle 12 
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2006:41; 2010:39.
Bei der Betrachtung der Alterskohorte der 6- bis 15-Jährigen ist, darauf wurde bereits mehrmals hin-
gewiesen, unbedingt der Migrationshintergrund, der mindestens noch einmal so viele Personen ein-
schließt, mitzudenken. Ein deutlicher Anstieg der 65- bis 75-Jährigen sowie der 45- bis 65-Jährigen ist 
bereits zu verzeichnen. 
Einbürgerungen und bi-nationale Ehen
Bundesweit ist die Entwicklung des Einbürgerungsprozesses in den letzten drei Jahren durch einen 
relativen Rückgang bzw. durch Stagnation gekennzeichnet:
Jahr  Bevölkerung gesamt Ausländische Bevölkerung Einbürgerungen
(in 1.000) (in 1.000) (in 1.000)
2007 82.257 6.745 113
2008 82.135 6.728 94
2009 81.904 6.695 96
Tabelle 13
Quelle: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statisti-ken/ 
Bevoelkerung/MigrationIntegration/MigrationIntegration.psml; jsessio-nid=83521D88C0B85E0F4130B
192A642170A.internet, Internetabruf am 30.12.2010. 
Die bundesweit rückläufige Tendenz bei der Einbürgerung wird in der Fachliteratur auf mehrere Ursa-
chen zurückgeführt. Allgemein werden höhere Sprachanforderungen und die nicht ausreichende Infor-
mation der Zielgruppe genannt. Der 8. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, 
Flüchtlinge und Integration verweist auf diesen Sachverhalt und führt darüber hinaus aus, dass unter-
schiedliche Ursachen, wie „Verwaltungsverfahren über Hindernisse und unverhältnismäßige(r) Aufwand 
bei der Nachweisführung“ eine entscheidende Rolle spielten. (Vgl. Die Beauftragte der Bundesregierung 
für Migration, Flüchtlinge und Integration, 2010: 276ff.).

24
Dem bundesweit rückläufigen Trend entgegen, konnte in Darmstadt, bis auf das Jahr 2009, eine 
 Zunahme der Einbürgerungszahlen verzeichnet werden, wie aus folgender Graphik zu erkennen ist:
 
383 Personen in 2006 
421 Personen in 2007
604 Personen in 2008
547 Personen in 2009
0
100
200
300
400
500
600
700
Einbürgerungen in Darmstadt 
Graphik 4
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2008:25; 2009:25; 2010:23; www.destatis.de, Internetabruf am 
25.1.2011. 
Einbürgerungen sind bei Menschen aus allen Herkunftsländern zu verzeichnen. Die 10 Herkunftsländer, 
aus denen die meisten Eingebürgerten stammen, sind: 
Herkunftsland Anzahl Alter unter 18 18 – 44 über 44
Türkei 118 41 71 6
Marokko 47 4 41 2
Iran 33 5 18 10
Somalia 29 19 9 1
Irak 27 8 15 4
Pakistan 26 11 10 5
Kamerun 21 – 21 –
Russland 16 4 11 1
China 14 1 12 1
Bosnien Herzegowina 12 2 8 2
Sonstige 122 22 79 21
Tabelle 14
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2010:23.
 
124 566 Personen in 2006
113 030 Personen in 2007
94 470 Personen in 2008
96 122 Personen in 2009
0
20000
40000
60000
80000
100000
120000
140000
Einbürgerungen in Deutschland
Einbürgerungen in Darmstadt Einbürgerungen in Deutschland

25
Diesen Herkunftsländern folgen in absteigender Reihe Polen, Vietnam, Ukraine, Brasilien, Afghanistan, 
Äthiopien, Tunesien, Italien, Griechenland. Hier wird deutlich, dass sich Menschen aus unterschiedlichen 
Herkunftsländern einbürgern lassen und sich die Einbürgerung nicht auf bestimmte Herkunftsländer 
konzentriert. 
Auch wenn Einbürgerung als wichtiger Integrationsindikator angesehen werden kann, da eingebürgerte  
Personen z. B. das aktive und passive Wahlrecht erhalten sowie mit der Einbürgerung in der Regel 
die Absicht, in Deutschland zu bleiben, verbunden ist, weist Einbürgerung auf die bereits bestehende 
(strukturelle) Integration hin. Denn nur Menschen, die keine staatlichen Transferleistungen in Anspruch 
nehmen, haben Anspruch auf Einbürgerung, müssen jedoch ausreichende Deutschkenntnisse (B1 nach 
dem ERR) nachweisen und einen umfassenden Einbürgerungstest bestehen, der durchaus abschreckend 
wirken kann.
 
Entsprechend kann die Statistik gelesen werden: die am stärksten vertretene Altersgruppe sind die  
18- bis 44-Jährigen. Es sind erwachsene Menschen, die in den Arbeitsmarkt integriert sind bzw. 
Jugendliche, deren Eltern keine staatlichen Transferleistungen erhalten. Wird der Fokus auf den ge-
schlechtsspezifischen Aspekt gerichtet, fällt auf, dass sich im Jahr 2009 mehr männliche als weibliche 
Personen einbürgern ließen. Diese Entwicklung weist ebenfalls auf die Relation von bereits bestehender 
struktureller Integration und Einbürgerung hin: Frauen sind stärker von Arbeitslosigkeit (vgl. Kap. I.2. 
Arbeitslosigkeit) betroffen, sie sind daher verstärkt von staatlichen Transferleistungen abhängig und 
haben somit seltener Anspruch auf Einbürgerung. 
Neben den Einbürgerungen werden bi-nationale Eheschließungen, also Ehen zwischen der Herkunft 
nach deutschen und nichtdeutschen Staatsangehörigen, als relativ günstiges Kriterium für die soziale  
Integration gewertet. Sie deuten auf Annäherungsprozesse zwischen deutscher und nichtdeutscher 
 Bevölkerung bzw. in der Bevölkerung allgemein hin.
3 Im Folgenden werden die vorliegenden Zahlen für 
die in Darmstadt geschlossenen bi-nationalen Ehen dargestellt: 
Mann Ausländer 
Frau Deutsche
Frau Ausländerin 
Mann Deutscher
beide Ausländer beide Deutsche 
2007 8,8 %   (71) 10,5 %   (85) 4,7 %   (30) 77,1 %   (625)
2008 6,6 %   (52) 11,2 %   (89) 4,2 %   (33) 78,0 %   (618)
2009 8,5 %   (66) 11,4 %   (88) 4,0 %   (31) 76,1 %   (589)
Tabelle 15
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2008:52; 2009:52.
 
Bei der Betrachtung dieser Zahlen ist allerdings zu bedenken, dass auch hier Staatsangehörigkeit und 
ethnische Herkunft nicht immer übereinstimmen. Eine Eheschließung zwischen zwei Personen, die 
unterschiedliche Staatsangehörigkeiten besitzen, aber dieselben ethnischen Wurzeln haben, gilt in der 
Statistik als bi-nationale Ehe. 
Wie bei allen statistischen Erhebungen wird auch hier die Notwendigkeit der Erhebung des Migrations-
hintergrunds deutlich; erst damit kann eine verlässliche Aussage über die mögliche Relevanz der bi-
nationalen Eheschließungen für den Stand des Integrationsprozesses in der Stadt getroffen werden. 
3   Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2004): Fakten,Trends, Ursachen, Erwartungen. Die wichtigsten Fragen. 
 Wiesbaden, 28.

26
2.c. Wohnen
Betrachtet man die Verteilung der nichtdeutschen und deutschen Bevölkerung über das gesamte Stadt-
gebiet, fällt die ungleiche Verteilung auf bestimmte Stadtgebiete und die Konzentration in bestimmten 
Stadtgebieten sofort ins Auge:
Graphik 5 
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2010a:28. Zugriff am 1.3.2011.
Die Tendenz zur ethnischen Segregation, die bereits in den vergangenen Jahrzehnten deutlich war  
(vgl. Kap. I.1.), scheint sich verfestigt zu haben. So war der Anteil der Nichtdeutschen vor allem in 
 Zentrums- und Hauptbahnhofsnähe deutlich höher als in bestimmten Teilen Arheilgens oder Eberstadts 
und im Westen höher als im Osten: der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung, z. B. im statistischen 
Bezirk 120 Rheintor/Grafenstraße lag bei 34,9 %, im Mornewegviertel sogar bei 41,9 %, in der Heim-
stättensiedlung jedoch nur bei 7,3 %.

27
Der Darmstädter Sozialbericht aus dem Jahr 2002 hat bereits auf die sozialen und strukturellen Gründe  
dieser Entwicklung aufmerksam gemacht: „Vermögende Haushalte ziehen aus den überfüllten und 
schlecht ausgestatteten innerstädtischen Altbauquartieren in die Eigenheimquartiere bzw. in neue 
Großsiedlungen am Stadtrand. In die frei werdenden innerstädtischen Quartiere ziehen seit Beginn der 
60er Jahre vor allem die neuen Zuwanderer aus dem Ausland, die „Gastarbeiter“ und Migranten und 
Migrantinnen. Sozial ist eine Differenzierung zwischen Kernstadt und suburbanen Gebieten nach Ein-
kommen, ethnischer Zugehörigkeit und Familienform typisch: In den Altbauquartieren bleiben im Zuge 
dieser Stadtflucht die Migranten, die ethnischen Minderheiten, die Alleinstehenden (z. B. Studenten und 
Rentner) und die sozial Schwachen und Unterprivilegierten zurück.“ (Wissenschaftsstadt Darmstadt, 
2002:5). 
 
In folgenden Bezirken war eine hohe Konzentration ausländischer Staatsangehöriger festzustellen. 
Diese Konzentration hat in einigen Stadtteilen bis weit über 50 % des städtischen Durchschnitts (16 %) 
betragen: 
Bezirk                                               Bevölkerung am 31.12.2009
insgesamt Deutsche Ausländer Ausländer in %
250 Mornewegviertel 683 420 263 38,5
120 Rheintor/Grafenstraße 3.619 2.396 1.223 33.8
260 Pallaswiesenviertel 2.557 1.786 771 30,2
110 Stadtmitte 1.383 978 405 29,3
270 Am Ziegelbusch 4.797 3.509 1.288 26,9
530 Verlegerviertel 4.748 3.650 1.098 23,1
540 Am Kavelleriesand 755 583 172 22,8
150 St. Ludwig mit Eichbergviertel 6.617 5.128 1.489 22,5
130 Hochschulviertel 576 448 128 22,2
750 Kirchtannensiedlung 5.943 4.699 1.244 20,9
910 Kranichstein-Süd 7.706 6.115 1.591 20,6
Tabelle 16
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2010:26.
 
Bei diesen Bezirken mit den höchsten Anteilen nichtdeutscher Wohnbevölkerung handelt es sich ent-
weder um Bezirke mit hohem Bestand öffentlich geförderter Sozialwohnungen mit vergleichsweise 
 niedrigem Mietzins, wie z. B. Kirchtanntensiedlung. Oder es sind Bezirke mit einer Mischung aus 
 Gewerbeansiedlung und Wohngebiet, wie z. B. das Mornewegviertel. 
In anderen Bezirken wiederum lag der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung im Jahr 2009 weit 
unter dem Durchschnitt:

28
Bezirk                                 Bevölkerung
Insgesamt Deutsche Ausländer Ausländer in %
740 Am Frankenstein 3.333 3.100 233 7,0
520 Heimstättensiedlung 6.974 3.548 520 7,5
730 Villenkolonie 3.919 3.615 304 7,8
310 Am Oberfeld 3.425 3.156 269 7,9
430 An der Ludwigshöhe   1.476 1.352 124 8,4
640 Arheilgen-Ost 1.669 1.523 146 8,7
720 Am Lämmchesberg  3.362 3.049 313 9,3
Tabelle 17
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2010:26.
Es ist davon auszugehen, dass sich die nichtdeutsche Mittelschicht für die Wohnviertel mit hohem 
Wohnstandard entscheidet. Hier wird deutlich, dass für aufstiegsorientierte Migrantinnen und Migranten  
der Mittelschicht der Wohnstandard relevanter ist als die räumliche Anbindung an die Community, 
wenn es um die Entscheidung geht, in welchem Quartier sie wohnen wollen. 
Diese auf das Wohnquartier fokussierten Analysen decken sich mit den Forschungsergebnissen des Gut-
achtens des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen in Bezug auf das Wohnverhalten von Menschen 
mit Migrationshintergrund (vgl. vhw-Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. 2009).
Auffällig ist auch die ungleiche Verteilung der nichtdeutschen Bevölkerung im Stadtgebiet: in den Stadt-
teilen Kranichstein-Süd und Eberstadt-Süd waren z. B. andere Nationalitäten häufiger anzutreffen als in 
anderen Teilen der Stadt. Dies betraf insbesondere Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, aber auch Aussied-
lerinnen und Aussiedler. So lebten in Kranichstein-Süd z. B. jeweils die größten Gruppen der Menschen 
aus dem Irak, aus Pakistan oder Afghanistan, in Eberstadt-Süd bildeten Menschen aus Ländern der 
ehemaligen Sowjetunion die größte Gruppe. Diese Konzentration lässt sich wiederum auf den in Ein-
wanderungsgesellschaften typischen Prozess der Kettenmigration zurückführen.
2.d. Bildung
Bildung ermöglicht eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und hat insofern eine 
Schlüsselfunktion für Integration. Im 8. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, 
Flüchtlinge und Integration heißt es: „Bildung ist Voraussetzung für persönlichen Aufstieg und die Zu-
kunftsfähigkeit Deutschlands. Integration ist im Kern eine Bildungsfrage. Investitionen in Bildung sind 
Zukunftsinvestitionen und Motor für Wachstum, Beschäftigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. 
(...) Vom Bildungsstand und den Qualifikationen der in Deutschland lebenden Menschen hängt unsere  
gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft ab.“ (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, 
Flüchtlinge und Integration, 2010:42). 
Im Folgenden werden die vorhandenen statistischen Daten zur Teilhabe an der schulischen und beruf-
lichen Bildung von nichtdeutschen Kindern und Jugendlichen vorgestellt und analysiert. Wie bereits in 
Kapitel I.2. „Statistik und Migrationshintergrund“ ausführlich erläutert, ist die Aussagekraft dieser Da-
ten begrenzt (so wird z. B. die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der Pri-
marstufe mindestens doppelt so hoch eingeschätzt, vgl. Staatliches Schulamt, 2009:6). Dennoch sollen 
diese Zahlen vorgestellt und analysiert werden, da hier deutliche Tendenzen in Bezug auf die schulische 
Bildungsbeteilung, insbesondere im Sekundarbereich, erkennbar sind.

29
Schulform/Jahr     2005                                                         2009
Gesamt Deutsch Ausl. Ausl. % Gesamt Deutsch Ausl. Ausl. %
Primarstufe 5.213 4.286 927 17,8 5.113 4.536 577 11,3
Hauptschule 464 306 158 34,1 257 177 80 31,1
Gesamtschule 
Kl. 5 –10 
1.580 1.081 499 31,6 1.563 1.140 423 27,1
Realschule 1.270 967 303 23,9 1.313 1.034 279 21,2
Gymnasien  
Kl. 5 –10
6.646 6.187 459 6,9 6.121 5.681 440 7,2
Tabelle 18 a 
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2006:128f.; 2010:122f.
Anhand der Daten zur Sekundarstufe zeigt sich deutlich die Segregation durch das dreigliedrige Schul-
system. So waren Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Hauptschulen und beruflich 
orientierten Schulen, die nicht zu einer Hochschulreife führen, überrepräsentiert. Darauf hat bereits die 
Kommission der Europäischen Gemeinschaft hingewiesen (vgl. Kommission der Europäischen Gemein-
schaft, 2008). 
Entsprechend gering war der Anteil der nichtdeutschen Schülerinnen und Schüler im Gymnasialbereich:
Jahrgangsstufe/Jahr    2005                                                    2009 
Gesamt Deutsch Ausl. Ausl. % Gesamt Deutsch Ausl. Ausl. %
Sekundarstufe I  
Kl. 5 –10
10.267 8.793 1.474 14,4 9.746 8.387 1.359 13.9
Sekundarstufe II  
Kl. 11–13
3.193 2.957 236 7,4 3.669 3.419 250 6.8
Tabelle 18 b
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2006:129; 2010:125.
Die Bildungsbenachteiligung wird auch anhand der überdurchschnittlich hohen Anzahl nichtdeutscher 
Schülerinnen und Schüler an Schulen für Lernhilfe deutlich. 
Anteil nichtdeutscher Schülerinnen und Schüler in Schulen  
für Lernhilfen an der gesamten Schülerschaft
2003 2004 2006 2008 2009
39,40 % 37,43 % 36,90 % 36,05 % 33,75 %
Tabelle 19
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, Datenreports 2003-209.
Die Fachliteratur weist auf institutionell gegebene Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern und 
von jugendlichen Migrantinnen und Migranten in allen Schulstufen hin; diese Benachteiligung besteht 
auch beim Übergang von der Schule in den Beruf weiter. Die Übergangsprozesse von der allgemein-
bildenden Schule in eine Berufsausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gestalten sich

30
nach Studien des BIBB auffällig schwierig und langwierig. Die BIBB-Studien belegen, dass Übergänge 
von der Schule in eine Ausbildung bei jugendlichen Migranten im Schnitt länger dauern als bei deutschen 
Jugendlichen (vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung, 2006; 2008). Die weitere berufsbiografische Ent-
wicklung gestaltet sich annähernd ähnlich. (Vgl. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, 
Flüchtlinge und Integration, 2010:114; Gomolla/Radtke, 2002). 
Im Schuljahr 2009/2010 hatten in der Stadt Darmstadt 2.682 Schülerinnen und Schüler eine rein 
schulische Berufsausbildung begonnen. Mit einem Wert von 499 (18,6 %) Schülerinnen und Schülern 
ohne deutsche Staatsbürgerschaft lag der Anteil ausländischer Jugendlicher in rein schulischer Berufs-
ausbildung deutlich über deren Anteil in dualer Berufsausbildung (11,9 %). 
Die Zahl der Hauptschulentlassenen ohne Schulabschluss war auch in Darmstadt bei den nicht-
deutschen Schülerinnen und Schülern überproportional hoch. 
Schulentlassene differenziert nach Schulabschlüssen und Staatsangehörigkeit,  
Zeitreihe 2005 bis 2009, Stadt Darmstadt
Schulentlassene       2005                       2006                      2008                         2009
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in %
Schulentlassene 
Deutsche gesamt
1412 100 1603 100 1641 100 1743 100
davon ohne Haupt-
schulabschluss
33 2,3 48 3,0 36 2,2 33 1,9
davon mit Abitur 794 56,2 861 53,7 877 53,4 945 54,2
Schulentlassene 
Ausländer gesamt
243 100 313 100 291 100,0 271 100
davon ohne Haupt-
schulabschluss
21 8,6 23 7,3 20 6,9 20 7,4
davon mit Abitur 43 17,7 66 21,1 53 18,2 53 19,6
Schulentlassene 
gesamt
1655 100 1916 100 1932 100,0 2014 100
davon ohne Haupt-
schulabschluss
54 3,3 71 3,7 56 2,9 53 2,6
davon mit Abitur 837 50,6 927 48,4 930 48,1 998 49,6
Tabelle 20
Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, Schulstatistik, Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, 
Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main. Zit. nach HeMonA 
1, Kap. Jugendliche.
Trotz dieser eindeutigen Bildungsbenachteiligung von nichtdeutschen Kindern und Jugendlichen im 
deutschen Bildungssystem möchte dieser Bericht auch die positiven Tendenzen der kontinuierlich 
wachsenden Bildungsbeteiligung nicht unerwähnt lassen:  
1   Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde im Jahr 2010 in das Programm „Hessischer Monitor Migration und Arbeitsmarkt“  
(HeMonA) des hessischen Sozialministeriums aufgenommen. Der Monitor Arbeitsmarkt und Migration ist ein web-basiertes Informa - 
tionssystem, das zentrale Informationen zur Beschäftigungs- und Arbeitsmarktsituation von Migrantinnen und Migranten auf Stadt-   
ebene bündelt und diese Informationen online verfügbar machen soll. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt plant, im Frühjahr 2012  
online zu gehen  Die in Kapitel I.2. angegebenen Quellenangaben aus HeMonA beziehen sich auf den Offline-Zugang vom 1.3.2011.

31
Bereits der 6. Familienbericht betonte, dass „viele Familien ausländischer Herkunft hohe Bildungsaspi-
rationen haben, da sie ihre mit der Migration verbundenen sozialen Aufstiegswünsche auf die Bildungs-
karrieren der Kinder projizieren.“ (Deutscher Bundestag, 2000:170). 
In Darmstadt haben sich – trotz des bundesweit insgesamt schlechteren Abschneidens der nichtdeut-
schen Jugendlichen im Hinblick auf ihre Schulabschlüsse – die Zahlen im Zeitverlauf verbessert (vgl. 
HeMonA, Jugendliche, Kapitel 3.6; 3.7): 2005 verließen 43 Personen bzw. 17,7 % die Schule mit Abitur 
und 8,6 % bzw. 21 Personen die Schule ohne einen Schulabschluss. In 2009 ist eine Verbesserung fest-
zustellen. So haben 53 Personen bzw. 19,6 % die Schule mit einem Abitur verlassen und 20 Personen 
bzw. 7,4 % ohne einen Schulabschluss. 
Auch die Zahl der Gymnasialschülerinnen und -schüler ist in den Jahre von 2005 bis 2009 von 6,9 % 
auf 7,2 % in 2009 gestiegen (vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2006:129; 2010:123). Die in Darm-
stadt heranwachsende Mittelschicht mit Migrationshintergrund rekrutiert sich aus dieser bildungsorien-
tierten Bevölkerung (vgl. Deutscher Bundestag, 2000:XXI).  
Nach Geschlechtern differenziert betrachtet ergeben sich folgende Quoten: Der Anteil der männlichen 
nichtdeutschen Abiturienten ist von 19,4 % im Jahr 2005 auf rund 22,9 % im Jahr 2009 deutlich ge-
stiegen. In der Gruppe der weiblichen nichtdeutschen Abiturientinnen ist der Anteil derer, die die Hoch-
schulreife erwarben, zwar auch gestiegen, aber im Vergleich zu dem Anteil männlicher Abiturienten 
eher gering: von rund 15,8 % im Jahr 2005 auf 16,4 % im Jahr 2009 (vgl. HeMonA, Jugendliche).
Das Vorhandensein einer starken Bildungsorientierung bei nichtdeutschen Jugendlichen wird auch bei 
der Betrachtung der Zahlen zum Besuch der Abendschulen deutlich: 
Schultyp / Jahr        2005                                                     2009 
Gesamt Deutsch Ausl. Ausl. % Gesamt Deutsch Ausl. Ausl. %
Abendhauptschule 26 9 17 65,4
Abendrealschule 200 149 51 25,5 318 232 86 27,0
Abendgymnasium 
(Sek. II) 
448 361 87 19,4 347 278 69 19,9
Tabelle 21
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2006:129; 2010:123f.
Die im Vergleich hohe Zahl Nichtdeutscher an den Abendschulen und insbesondere am Abendgymnasium 
(19,9 %, Gymnasien 7,2 %) weist auf das große Interesse an schulischer Bildung hin. 
Diese Zahlen belegen auch für Darmstadt die in der Fachliteratur mehrfach betonte Bildungsorientie-
rung der nichtdeutschen Bevölkerung und verweisen gleichzeitig auf die Notwendigkeit, diese Bildungs-
orientierung sowohl durch den Abbau institutioneller Benachteiligungsmechanismen als auch durch die 
verstärkte Förderung von Kindern und Jugendlichen in ihrer Schullaufbahn sowie durch intensive Unter-
stützung der Eltern zu fördern (vgl. Kap. IV.3. Staatliches Schulamt).

32
2.e. Arbeit
Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist, wie auch der Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, eine zentrale Voraus-
setzung für gelingende Integration in die Einwanderungsgesellschaft. Um einen Einblick in den Stand 
der Integration der nichtdeutschen Bevölkerung in den Arbeitsmarkt Darmstadts zu gewinnen, werden 
im Folgenden die vorhandenen Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit der nichtdeutschen 
Bevölkerung differenziert nach Alter, Geschlecht, Ausbildungsniveau und Verteilung im Stadtgebiet 
näher betrachtet.
Erwerbstätigkeit 
Im Jahr 2009 betrug der Ausländeranteil an der erwerbsfähigen Bevölkerung (15 bis unter 65 Jahre) 
19,7 %. Der Anteil der nichtdeutschen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (im Folgenden: SVB) 
in der Stadt Darmstadt lag im Jahr 2009 mit 7.465 Personen bei 15,4 %. Nichtdeutsche SVB sind 
 damit unter den SVB insgesamt in Darmstadt deutlich unterrepräsentiert.
Innerhalb der verschiedenen Altersgruppen war der Anteil der nichtdeutschen SVB unterschiedlich 
hoch: So lag der Anteil nichtdeutscher Jugendlicher unter den SVB mit 778 von 3.687 Personen 2009 
bei 17,4 %, in der Altersgruppe der 50- bis unter 65-Jährigen mit 1.129 von 9.560 Personen lag er nur 
bei 10,6 % (s. Graphik 6). 
Damit war der Anteil der nichtdeutschen jugendlichen SVB größer als in den anderen Altersgruppen der 
nichtdeutschen SVB. Gemessen an den erwerbsfähigen nichtdeutschen Jugendlichen insgesamt (20,1 %) 
fällt der Anteil mit 17,4 % vergleichsweise gering aus und weist auf eine unterdurchschnittliche Partizi-
pation von nichtdeutschen Jugendlichen an der Erwerbstätigkeit hin.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort nach Altersklassen und 
Staatsangehörigkeit, Stadt Darmstadt, 2009
9.560 2133.687 27.639
778 5.539 1.129 19
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
unter 25 Jahre 25 bis unter 50 Jahre 50 bis unter 65 Jahre 65 Jahre und älter
Deutsche Ausländer
 
Graphik 6
Quelle: Bundesagentur für Arbeit. Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, 
Frankfurt/M., zit. nach HeMonA, Beschäftigung. Zugriff am 1.3.2011.

33
Betrachtet man die sozialversicherungspflichtig beschäftigte Bevölkerung nach Geschlecht, so zeigt 
sich, dass die Gruppe der nichtdeutschen Frauen mit rund 13,2 % in Darmstadt 2009 weniger an sozial-
versicherungspflichtiger Beschäftigung partizipierte als die der ausländischen Männer mit 17,2 %. 
Vergleicht man das Ausbildungsniveau der deutschen und nichtdeutschen SVB, so fällt eine eindeutige 
Diskrepanz auf: während bei den Deutschen die Zahl der SVB in der Gruppe ‚mit Berufsausbildung‘ 
gefolgt von der Gruppe ‚mit Hochschulabschluss‘ überwog und an letzter Stelle die Gruppe ‚ohne Be-
rufsausbildung‘ stand, war bei den nichtdeutschen SVB die Gruppe ‚ohne Berufsausbildung‘ bei weitem 
am stärksten, gefolgt von der Gruppe ‚mit Berufsausbildung‘ und erst an letzter Stelle stand die Gruppe 
‚mit Hochschulabschluss‘. 
Diese Diskrepanz war bei Frauen noch größer: im Jahr 2009 hatten nur 8,2 % der SVB nichtdeutschen 
Frauen in der Stadt Darmstadt eine Berufsausbildung, während der Anteil der nichtdeutschen Frauen 
ohne Berufsausbildung 28,2 % betrug. Nur 10,5 % aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten 
Frauen mit (Fach-) Hochschulabschluss waren nichtdeutsche Frauen. 
Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen
Deutsche 8.926              9.918              2.989              2.686              6.106              3.910              3.500              3.064              
Ausländer 977                 718                 1.280              951                 749                 429                 1.473              888                 
mit Berufsausbildung ohne Berufsausbildung
mit (Fach-) 
Hochschulabschluss Keine Zuordnung möglich
8.926 9.918
2.989 2.686
6.106 3.910
3.500 3.064
977 718
1.280 951
749 429
1.473 888
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen
mit Berufsausbildung ohne Berufsausbildung mit (Fach- ) 
Hochschulabschluss
Keine Zuordnung möglich
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnor t nach Ausbildungsniveau, Geschlecht und 
Staatsangehörigkeit, 2009, Stadt Darmstadt
Ausländer Deutsche
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik
Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main
8.926 9.918
2.989 2.686
6.106 3.910
3.500 3.064
977 718
1.280 951
749 429
1.473 888
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen
mit Berufsausbildung ohne Berufsausbildung mit (Fach- ) 
Hochschulabschluss
Keine Zuordnung möglich
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnor t nach Ausbildungsniveau, Geschlecht und 
Staatsangehörigkeit, 2009, Stadt Darmstadt
Ausländer Deutsche
Graphik 7
Quelle: Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Frankfurt/M., zit. nach HeMonA, 
Beschäftigung. Zugriff am 1.3.2011.
Der Anteil der nichtdeutschen Frauen ohne Berufsausbildung an den SVB lag mit 26,1 % unter dem 
Anteil der Männer ohne Berufsausbildung mit 30 %. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern mit 
Berufsausbildung war 6,8 % vs. 9,9 %. Bei den ausländischen Beschäftigten mit (Fach-) Hochschul-
abschluss näherte sich die Quote der weiblichen SVB der der ausländischen männlichen SVB am 
stärksten an (10,9 % vs. 9,9 %).

34
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort nach Ausbildungsniveau, Geschlecht und Staats-
angehörigkeit, 2009, Stadt Darmstadt: 
mit Berufs 
ausbildung
ohne Berufs 
ausbildung
mit (Fach-) Hoch-
schulabschluss
keine Zuord-
nung möglich
Gesamt
 Männer   Frauen Männer   Frauen Männer    Frauen Männer   Frauen Männer   Frauen
Deutsche 8.926     9.918 2.989      2.686 6.106       3.910 3.500      3.064 21.521   19.578
Nichtdeutsche 977        718 1.280     951 749          429 1.473      888 4.479      2.986
Gesamt 9.905     10.641 4.272     3.638 6.858       4.339 4.981      3.956 26.016    22.574
Anteil Nicht-
deutsche
9,9 %     6,7 % 30,0 %    26,1 % 10,9 %     9,9 % 29,6 %    22,4 % 17,2 %      13,2 %
Tabelle 22 
Quelle: Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Frankfurt/M., zit. nach HeMonA, 
Beschäftigung. Zugriff am 1.3.2011.
Diese Zahlen weisen zwar auf die geringere Qualifizierung Nichtdeutscher auf dem Arbeitsmarkt sowie 
auf einen erschwerten Zugang von nichtdeutschen Frauen zum Arbeitsmarkt hin. Es ist jedoch wichtig  
zu bedenken, dass in die Statistik diejenigen Beschäftigten als „ohne Berufsausbildung“ und „ohne 
Hochschulabschluss“ eingegangen sind, deren im Herkunftsland erworbene Ausbildung in Deutschland 
nicht anerkannt wurde. So fiel z. B. ein in Afghanistan ausgebildeter Lehrer, dessen Abschluss jedoch 
nicht anerkannt wurde, in der Statistik unter die Kategorie „ohne Berufsausbildung“. 
Diese Tatsache verzerrt die Statistik noch stärker und erhöht die Zahl der „unqualifizierten“ bzw. 
 „gering qualifizierten“ nichtdeutschen Personen, ein Ergebnis, das in dieser Form nicht der Realität 
entsprach. 
Aus den bisherigen Zahlen werden mehrere eindeutige Handlungsbedarfe sichtbar: die Anerkennung 
der im Herkunftsland erworbenen Abschlüsse und die Nachqualifizierung Geringqualifizierter, insbeson-
dere von Frauen.
1  
Geringe und fehlende Qulifizierung bzw. nicht anerkannte Qualifikation erschweren den Zugang zum 
Arbeitsmarkt und führen zu prekären Beschäftigungsverhältnissen. Entsprechend hoch war der Anteil 
der geringfügig Beschäftigten (GEB) unter der nichtdeutschen Bevölkerung: Insgesamt hatten 19,5 % 
aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt Darmstadt keine deutsche Staatsbürgerschaft. Der Anteil 
der ausländischen Frauen erreichte sogar 19,9 % im Vergleich zu den ausländischen Männern mit  
18,8 %. Ausländische GEB waren damit unter den GEB insgesamt deutlich überrepräsentiert (vgl. Aus-
länderanteil von 15,0 %). Der größte Anteil der Nichtdeutschen unter den GEB fand sich in der Alters-
gruppe der 25- bis unter 50-Jährigen mit 28,5 %.
Geringfügige Beschäftigung spiegelt sich in den Einkommensverhältnissen. Im 8. Bericht der Beauf-
tragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration heißt es: „Die Nettohaushalts-
einkommen von Personen mit Migrationshintergrund liegen 2008 unter den durchschnittlichen Netto-
einkommen der Gesamtbevölkerung.“ (Beauftragte der Bundesregierung für Migration Flüchtlinge und 
Integration, 2010:139). Geringes Nettoeinkommen wiederum erschwert den Zugang zu weiteren zen-
tralen Ressourcen: Gesundheit, Wohnen, Alterssicherung etc.
1   Das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“  
tritt am 1. April 2012 in Kraft.

35
Hier wird eindeutiger Handlungsbedarf für die Akteure des Arbeitsmarktes deutlich, gerade dieser 
 Alterskohorte im zentralen erwerbsfähigen Alter, Zugänge zu sozialversicherungspflichtiger Beschäfti-
gung zu ermöglichen.
Die Graphik von 2009 zeigt die Verteilung der Nichtdeutschen, sozialversicherungspflichtig Beschäf-
tigten der zivilen erwerbsfähigen Bevölkerung (15 bis unter 65 Jahre): 
Graphik 8
Quelle: Bundesagentur für Arbeit; Hessisches Statistisches Landesamt, Berechnungen des Instituts 
für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main. Zit. nach HeMonA, Beschäftigung, Zugriff am 
1.3.2011.

36
Arbeitslosigkeit 
„Die Arbeitslosigkeit von Ausländerinnen und Ausländern korreliert in hohem Maße mit fehlenden be-
ruflichen Qualifikationen. Die erhöhten Arbeitsmarktrisiken von Geringqualifizierten insgesamt werden 
immer wieder belegt.“ (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, 
2010:114). Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II – sowohl die der deutschen als 
auch die der ausländischen – zwischen 2007 und 2009 kontinuierlich abgenommen hat, lag die Arbeits-
losenquote der nichtdeutschen Bevölkerung (2007: 12,7 %; 2009: 9,7 %) dennoch deutlich über der 
der deutschen Bevölkerung (2008: 6,6%) – jeweils der Anteil an der erwerbsfähigen Gesamtbevölkerung 
(vgl. HeMonA, Arbeitslosigkeit, Zugriff am 1.3.2011).
Im Jahr 2009 waren 4.138 Arbeitslose im Rechtskreis SGB II in Darmstadt angemeldet. Davon waren 
1.440 Personen ausländische Staatsangehörige. Damit waren nichtdeutsche Bürgerinnen und Bürger in 
der Stadt Darmstadt im Vergleich zu Deutschen überdurchschnittlich oft als Arbeitslose im Rechtskreis 
SGB II registriert. Frauen waren dabei noch mal stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Erreichte der 
Anteil der Männer nur 31,9 %, betrug er bei den Frauen sogar 38,4 % (vgl. HeMonA, Arbeitslosigkeit, 
Zugriff am 1.3.2011).
Männer Frauen
Deutsche 1.569 1.129                      
Ausländer 736 704                         
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktstati stik
Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main
1.569 1.129
736 704
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Männer Frauen
Arbeitslose nach Geschlecht  und Staatsangehörigkei t, Rechtskreis SGB II,  
2009, Stadt Darmstadt
Ausländer Deutsche
Graphik 9
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktstatistik, Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, 
 Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main, zit. nach HeMonA, Arbeitslosigkeit. Zugriff am 1.3.2011.
Im Rechtskreis SGB III betrug der Anteil an allen als arbeitslos Registrierten 21,2 %. Wird die Zahl 
der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III nach Geschlecht und Ausbildungsniveau differenziert, wird 
der hohe Anteil gering bzw. unqualifizierter Menschen unter den Nichtdeutschen deutlich: Unter den 
Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III ohne Schulabschluss waren Nichtdeutsche 2009 besonders stark 
vertreten. Bei den Frauen machte der Anteil rund 50 % aus, bei den Männern bewegte er sich sogar 
um 69 % (vgl. HeMonA, Arbeitslosigkeit, Zugriff am 31.1.2011). Die Zahlen zeigen deutlich, dass es 
dringenden Bedarf an der Nachqualifizierung nichtdeutscher Arbeits loser gibt. Nur damit könnte dieser 
Gruppe der Weg in den Arbeitsmarkt geebnet werden. Für die Gruppe der arbeitslosen nichtdeutschen 
Frauen wäre dies besonders wichtig.
Im Rechtskreis SGB III variieren Zahl und Anteil der Arbeitslosen nur leicht abhängig vom Geschlecht: 
Der Anteil der Frauen ohne deutsche Staatsbürgerschaft an allen Frauen im SGB III-Bezug lag 2009 bei 
rund 20,2 %, der der Männer bei rund 21,3 % (vgl. HeMonA Arbeitslosigkeit, Zugriff am 31.1.2011).

37
Männer Frauen
Deutsche 588 419                         
Ausländer 159 106                         
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktstati stik
Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main
588 419
159 106
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Männer Frauen
Arbeitslose nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit , Rechtskreis SGB III,  
2009, Stadt Darmstadt
Ausländer Deutsche
Graphik 10
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktstatistik, Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, 
 Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main, zit. nach HeMonA, Arbeitslosigkeit. Zugriff am 1.3.2011. 
Der Blick auf die verschiedenen Altersgruppen zeigt, dass nichtdeutsche Jugendliche besonders  
von Arbeitslosigkeit betroffen waren: 
 
A rbeitslosenquote der unter 25-Jährigen bezogen auf alle zivilen Erw erbspersonen dieser A ltersgruppe nach 
Staatsangehörigkeit, 2009, Stadt Darmstadt
3,6
1,8
6,6
1,2
4,5
0,9
7,5
2,0
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
SGB II SGB III SGB II SGB III
Deutsche Ausländer
in %
1 5 bis unter 25 Jahre davon 1 5 bis unter 20 Jahre
Graphik 11
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktstatistik, Berechnungen des Instituts für Wirtschaft, 
Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main, zit. nach HeMonA, Jugendliche. Zugriff am 1.3.2011.
Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen  
dieser Altersgruppe nach Staatsangehörigkeit, 2009, Stadt Darmstadt
in %

38
Die Arbeitslosenquote unter den nichtdeutschen Jugendlichen im Rechtskreis SGB II fiel 2009 mit 6,6 % 
vergleichsweise hoch aus. Die Arbeitslosenquote der deutschen Jugendlichen lag dagegen bei 3,6 %. 
Die Quote der 15- bis unter 25-Jährigen lag insgesamt bei männlichen Jugendlichen mit 4,9 % deutlich 
höher als die die der weiblichen Jugendlichen mit 3,4 %. 
Bei der Gruppe der 15- bis unter 20-Jährigen lag die Quote sogar bei 5,0 %. Je jünger die Zielpopulation, 
umso höher war die Arbeitslosenquote. Die Quote der nichtdeutschen Jugendlichen lag sogar bei 7,5 %.
Die folgende Graphik von 2009 zeigt die Verteilung der nichtdeutschen arbeitslosen Bevölkerung im 
gesamten Stadtgebiet (Verhältnis Arbeitslose im Rechtskreis SGB II und III zur erwerbsfähigen Bevöl-
kerung;  Berechnung entspricht nicht der offiziellen Definition der Bundesagentur für Arbeit): 
Graphik 12
Quelle: Bundesagentur für Arbeit; Hessisches Statistisches Landesamt, Berechnungen des Instituts 
für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Frankfurt am Main, zit. nach HeMonA, Arbeitslosigkeit. Zugriff am 
1.3.2011.

39
Die Graphik zeigt deutlich die Konzentration von arbeitslosen Nichtdeutschen (SGB II und III) in be-
stimmten Stadtteilen. Die Quote steht in Relation zur Quote der gesamten erwerbsfähigen nichtdeutschen 
Bevölkerung (19,7 %). Danach wiesen die Bezirke 750, Kirchtannensiedlung, und 910, Kranichstein-Süd, 
eine Arbeitslosenquote von 12,5 % und mehr auf. 
Die folgende Tabelle zeigt einen weiteren Aspekt der Konzentration arbeitsloser Nichtdeutscher, setzt 
man sie in Bezug zur Gesamtzahl der Arbeitslosen im jeweiligen Stadtteil: während der Anteil der SGB-II-
Bezieherinnen und Bezieher bereits im gesamtstädtischen Durchschnitt sehr hoch bei 33 % lag, so lag 
er in manchen Bezirken noch höher, bei über 40 % und sogar bei 50 %. 
Arbeitslosenzahlen (SGB II und SGB III) nach relevanten Bezugsbezirken:
Stadtbezirke                          SGB II Bezug                                      SGB III Bezug
gesamt in % Ausl. gesamt in % Ausl.
110 Stadtzentrum 53 39,6 21 14 42,8 6
120 Rheintor/Grafenstraße 192 40,6 78 47 38,2 18
260 Pallaswiesenviertel 181 36,4 66 19 15,7 3
530 Verlegerviertel 198 40,9 81 55 34,5 19
750 Kirchtannensiedlung 421 31,8 134 44 25 11
910 Kranichstein-Süd 299 51,8 155 52 21,1 11
Stadtgebiet insgesamt 3.659 33 1.211 1.153 21,2 245
Tabelle 23 
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2010:93f.; eigene Berechnungen. 
Deutlich wird darüber hinaus auch eine Korrelation von Stadtteilen mit einer hohen Zahl nichtdeutscher 
Bewohnerinnen und Bewohner mit einer hohen Arbeitslosendichte. Hier treffen ethnische Konzentration 
im Stadtteil und soziale Benachteiligung aufeinander, so dass in diesen Vierteln eindeutig von sozialer 
und ethnischer Segregation gesprochen werden kann. 
Arbeitslosigkeit ist nicht nur isoliert als ökonomische Größe zu sehen, auch die sozialen und kulturellen 
Lebensbedingungen werden davon geprägt. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 
aus dem Jahr 2008 zählt exemplarisch folgende Konsequenzen im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit 
auf: 
1. Rückzug aus dem sozialem Leben, 
2. Isolation von der Familie und von Freunden, 
3. mangelnde Hoffnung auf eine Besserung der Lebenslage, 
4. Verfestigung des Ohnmachtgefühls und der Ausgrenzungserfahrungen, 
5. abnehmender Entscheidungswille, das eigene Alltagsleben zu gestalten, 
6. fehlendes Wissen über die zur Verfügung stehenden sozialstaatlichen Hilfen und Dienste. 
(Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2008:101). 
Angesichts dieser Konsequenzen ist es erforderlich, Menschen mit Migrationshintergrund, die über-
proportional von Arbeitslosigkeit betroffen sind, mit gezielten Maßnahmen in das Erwerbsleben zu 
integrieren. In den ethnisch und sozial segregierten Stadtteilen ist die verstärkte Initiierung und die 
Umsetzung von Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration der betroffenen nichtdeutschen Bevölkerung 
besonders dringend geboten

40
II. Strategien kommunaler Integrationssteuerung 
In diesem Kapitel werden auf der Grundlage des Integrationsverständnisses und der integrationspoliti-
schen Ziele der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Strategien vorgestellt, die die Stadt seit mehr als 
10 Jahren entwickelt hat und kontinuierlich weiterentwickelt. Zur Umsetzung dieser Ziele benötigt eine 
Stadtverwaltung eine operative Einheit. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat zu diesem Zweck eine 
Fachstelle eingerichtet und deren Kompetenzen kontinuierlich ausgeweitet. Die Aufgaben dieser Fach-
stelle sowie deren Bedeutung als „Motor“ der Integrationssteuerung und als vernetzende Querschnitts-
stelle beleuchtet dieses Kapitel ausführlich. Um die integrationspolitischen Ziele flächendeckend und 
von der Gesamtverwaltung getragen umsetzen zu können, ist eine weitere steuernde Einheit nötig, die 
die Fachstelle stärkt. Deshalb wurde auch eine Steuerungsgruppe gebildet und eingesetzt. Auf diese 
und weitere Steuerungseinheiten geht dieses Kapitel ebenfalls ein.
1. Integrationsverständnis und integrationspolitische  
    Ziele der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt versteht Integration als Teilhabe zugewanderter Menschen an allen 
Teilsystemen der Gesellschaft, insbesondere die Teilhabe an den Bereichen Arbeit und Wirtschaft, Er-
ziehung und Bildung, Soziales und Gesundheit, Recht und Politik. Der Integrationsprozess verläuft auf 
den Ebenen der strukturellen, sozialen und kulturellen Integration. 
Kommunale Integrationspolitik kann strukturell bedingte Benachteiligung von Migrantinnen und Mig-
ranten (z. B. im Bildungssystem, auf dem Arbeitsmarkt) nicht aufheben, sie kann jedoch Maßnahmen 
entwickeln, durchführen und unterstützen, die zur Überwindung migrationsbedingter Ausgrenzung bei-
tragen und die ebenfalls dazu beitragen, die aktive Teilhabe von Migrantinnen und Migranten an allen 
Teilsystemen zu ermöglichen. Ziel der Integrationspolitik der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist daher 
die Entwicklung, Durchführung und Unterstützung solcher Maßnahmen. Für die Wahrnehmung dieser 
Aufgabe wurde im Jahr 1998 eine kommunale Fachstelle für Integration, das Interkulturelle Büro, ein-
gerichtet. 
Als zentrale Voraussetzung für gelingende Integration im Sinne der Teilhabe von Migrantinnen und  
Migranten an allen gesellschaftlichen Bereichen und der Überwindung von struktureller Benachteiligung  
versteht die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die gegenseitige „Öffnung“ sowohl der Institutionen der Mehr  -
heitsgesellschaft als auch der soziokulturellen Netzwerke von Migrantinnen und Migranten (Migranten-
Communities). Daraus folgt die strategische Ausrichtung der Integrationsarbeit: 
Die „Öffnung“ der Institutionen soll durch Qualifizierung auf der Personalebene sowie durch entspre-
chende Qualitätsentwicklung auf der institutionellen Ebene erreicht werden. Dabei misst die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt der Stärkung der Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter im Hinblick 
auf interkulturelle Kompetenz, der „interkulturellen Öffnung“ der Verwaltung und der Verankerung von 
Integration als gesamtstädtischer Querschnittsaufgabe eine besondere Bedeutung zu.
Die „Öffnung“ der Communities soll durch die Stärkung der Eigenressourcen von Migrantinnen und 
Migranten und ihrer Selbstorganisationen sowie durch den Einsatz von qualifizierten Multiplikatorinnen 
und Multiplikatoren, die zwischen den Institutionen und den Migranten-Communities vermitteln können, 
erreicht werden.

41
Neben der Stärkung der Handlungskompetenz aller Beteiligten stellt der Aufbau von Vernetzungsstruk-
turen und Kooperationen in den Handlungsfeldern Bildung, Soziales, Gesundheit, Leben und Wohnen 
im Stadtteil, Verwaltung und Antirassismus zwischen allen Beteiligten eine weitere methodische Leitlinie 
der Integrationsarbeit dar.
Diesem Integrationsverständnis und den integrationspolitischen Zielen entsprechend baut die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt, seit der Einrichtung einer Fachstelle für Integration im Jahr 1998 bis heute, 
ihre kommunale Integrationssteuerung kontinuierlich aus. 
2. Das Interkulturelle Büro –  
    Fachstelle für Integration und Querschnittsamt 
Mit einem Magistratsbeschluss vom 10.9.1997 wurde in Darmstadt das Interkulturelle Büro als kom-
munale Fachstelle für Integration eingerichtet und mit externen und internen Aufgaben betraut.
Zu den mit der Errichtung des Interkulturellen Büros benannten Aufgaben gehörten und gehören:
Das Interkulturelle Büro 
– nimmt als Informations- und Vermittlungsstelle alle Anfragen entgegen, die mit der Eingliederung  
 sowie dem Zusammenleben von Bevölkerungsmehrheit und zugewanderten Minderheiten zusammen-   
 hängen. Es klärt Sachverhalte und vermittelt an Ansprechpartnerinnen und -partner, die beraten  
 und weiterhelfen. 
– recherchiert und informiert über Themen im Zusammenhang mit Migration und benennt Quellen und  
 Stellen, die genauer und umfassender informieren können. 
– ist Auskunftsstelle für die zugewanderten Minderheiten bei Diskriminierungen. Es recherchiert über  
 Vorfälle, die an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herangetragen werden und zeigt den Betroffenen  
 Möglichkeiten auf, wie diese zu ihrem Recht kommen können.
– ist Fachamt und Geschäftsstelle für den Ausländerbeirat und unterstützt in dieser Funktion den  
 Ausländerbeirat bei seiner Arbeit zur Wahrnehmung der Interessen der in Darmstadt lebenden  
 Migrantinnen und Migranten. 
– ist Ansprechstelle zur Beratung der Migrantenvereine oder der interkulturellen Gruppen. Es berät  
 zu Vereinsgründung, Projekt- und Veranstaltungsmanagement und unterstützt auch finanziell,  
 insbesondere die Integrationsprojekte der Migrantenvereine. 
– ist Konsultationsstelle für Fachkräfte aus der Verwaltung und dem sozialen, psychosozialen und  
 pädagogischen Bereich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten und unterstützen die Fach-  
 kräfte in allen Fragen der interkulturellen Arbeit. Sie vermitteln Kontakte, vernetzen Maßnahmen,  
 moderieren Dialoge und fördern Kooperationen innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung  
 (vgl. Kap. III).
Im Jahr 2001 wurde durch eine Rundverfügung des damaligen Oberbürgermeisters ein weiterer Schritt 
unternommen, die Integration in Darmstadt als eine gesamtstädtische Querschnittsaufgabe der Stadt-
verwaltung festzuschreiben. Hier wurde festgelegt, dass nichtdeutsche Bürgerinnen und Bürger in alle 
kommunalen Lebensbereiche so einzubeziehen sind, dass sie sich aufgenommen und anerkannt fühlen. 
„Diese Zielsetzung erfordert Organisationsstrukturen, die sicherstellen, dass bereits in der Planung 
oder Vorbereitung von Maßnahmen die besonderen Bedürfnisse und Ansprüche der Migrantinnen und 
Migranten erkannt und berücksichtigt werden.“ Das Interkulturelle Büro wurde mit der Federführung 
und Koordinierung dieser Aufgabe betraut.

42
Im Jahr 2007 wurde in einem nächsten Schritt durch einen Magistratsbeschluss festgelegt, dass „in 
allen Angelegenheiten, die die Bedürfnisse und Ansprüche von Migrantinnen und Migranten berühren, 
vor der Befassung der Gremien das Interkulturelle Büro zu beteiligen ist. Seine Stellungnahme ist den 
jeweiligen Vorlagen beizufügen oder in den Begründungstext einzuarbeiten.“ 
Diese Aufgaben wurden mit einer neuen Rundverfügung des damaligen Oberbürgermeisters im Jahr 2008 
weiter präzisiert: „Die Fachämter, insbesondere in den Bereichen Stadtplanung und Stadtentwicklung, 
kulturelle Angelegenheiten, Jugendpflege, Sozialwesen, Wohnungswesen, Gesundheitswesen, Ordnungs-
angelegenheiten, Schulwesen, Sportwesen und Personalwesen werden beauftragt, alle Maßnahmen, 
die Belange der zugewanderten Bevölkerung berühren, rechtzeitig vor der Befassung der Gremien dem 
Interkulturellen Büro zur Prüfung und ggf. Bewertung vorzulegen. Die Vorlagen müssen die jeweiligen 
Stellungnahmen ausweisen.“
Das Interkulturelle Büro wurde beauftragt, alle Verwaltungsstellen bei der fachlichen Umsetzung der 
beschlossenen Integrationsziele (Fachberatung), bei der Erarbeitung des erforderlichen Handlungs-
repertoires (Fortbildungen), beim Zugang zu schwer erreichbaren Zielgruppen (zweisprachige Vermitt-
lungskräfte) und bei der Vernetzung mit nichtstädtischen Kooperationspartnern und -partnerinnen im 
Integrationsbereich zu unterstützen.
Das Interkulturelle Büro erhielt zudem die Befugnis, von sich aus Anregungen, Vorschläge und Empfeh-
lungen an die Fachämter heranzutragen. Die daraus resultierenden Arbeitsergebnisse sind dem/der 
jeweiligen Fachdezernenten/Fachdezernentin vorzutragen.
Werden für ämterübergreifende Projekte Arbeitsgruppen oder Steuerungsgruppen eingerichtet, über-
nimmt das Interkulturelle Büro die Geschäftsführung.
3. Steuerungsgremien und -instrumente
Städtische Steuerungsgruppe für Integration
Zur besseren Verankerung der Integration als ressortübergreifende Aufgabe in der Kommunalverwaltung 
wurde mit dem Magistratsbeschluss vom 19.9.2007 (in Anlehnung an den Bericht 7/2005 der KGSt) 
eine städtische „Steuerungsgruppe für Integration zur Planung und Auswertung von grundsätzlichen 
Zielen und Maßnahmen“ beim Integrationsdezernenten und unter Federführung des Interkulturellen 
Büros eingerichtet. 
Die Steuerungsgruppe besteht aus dem Amt für Soziales und Prävention, dem Jugendamt, der Sozial-  
und Jugendplanung, dem Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport, der Organisations- und Personal-
entwicklung, der Frauenbeauftragten sowie dem Interkulturellen Büro. Andere Fachämter werden bei 
Bedarf einbezogen. Die Steuerungsgruppe tagt ein- bis zweimal im Jahr.
Die Steuerungsgruppe trägt alle kommunalen Integrationsmaßnahmen zusammen, wertet sie mindes-
tens einmal jährlich aus und bereitet Beschlussempfehlungen für die Gremien vor. Zu ihren Aufgaben 
gehören eine Ressourcen- und Defizitanalyse, die Formulierung von grundsätzlichen Zielen und Maß-
nahmen, die Auswertung der Umsetzung sowie die Weiterentwicklung des gesamtkommunalen Integra-
tionskonzepts.

43
Integrationsforum Darmstadt
Als weiteres Steuerungsgremium wurde entsprechend des Magistratsbeschlusses vom 19.9.2007 ein 
Integrationsforum unter Beteiligung von nichtstädtischen Institutionen und Organisationen eingerichtet, 
das 2-jährlich tagen soll. Ziel des Integrationsforums ist die Ausarbeitung von Vorschlägen für Schwer-
punkte der kommunalen Integrationspolitik und Vorbereitung von Handlungsempfehlungen für die 
Stadt (s. Kap. V.1.). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Integrationsforums sind Fachkräfte sowie 
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus unterschiedlichen Einrichtungen und Institutionen, die mit 
Integrationsarbeit befasst sind.
Integrationsmonitoring
Zur Stärkung des Aspekts der strategischen Steuerung sollen mittelfristig entsprechende Instrumente 
für Bestandsaufnahme und Monitoring mit Unterstützung der Abteilung für Statistik und Stadtforschung 
entwickelt werden. Durch diese Steuerungsinstrumente kann die Wirksamkeit der für Integration einge-
setzten personellen und sachlichen Mittel besser überprüft und durch entsprechende Beschlüsse weiter 
erhöht werden. Mit der Einrichtung des internetbasierten „Hessischen Monitor Arbeitsmarkt und Migra-
tion“ (HeMonA) für Darmstadt wurde im Jahr 2010 der erste Schritt getan.

44
III. Kommunale Integrationsmaßnahmen
Die vorangegangenen Ausführungen zum Integrationsverständnis und zu den integrationspolitischen 
Zielen der Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie der bereits im ersten Kapitel „Migration und Integra-
tion“ benannte, integrationspolitisch relevante Handlungsbedarf bilden die Grundlage für die in diesem 
Kapitel vorgestellten Handlungsfelder der kommunalen Integrationsarbeit, auf die die Wissenschafts-
stadt Darmstadt ihre integrationspolitischen Schwerpunkte gelegt hat. In Kapitel III.a. werden die Maß-
nahmen des Interkulturellen Büros in den zentralen Handlungsfeldern vorgestellt. Kapitel III.b. benennt 
die Integrationsmaßnahmen weiterer städtischer Ämter sowie des Eigenbetriebs Volkshochschule (vhs).
III.a. Handlungsfelder des Interkulturellen Büros 
In den folgenden Abschnitten 1 bis 8 werden die Maßnahmen und Aktivitäten des Interkulturellen Büros 
in den Handlungsfeldern Verwaltung, Bildung, Soziales und Gesundheit, Migranten-Communities, inter-
kulturelle Vermittlung, interkulturelle Stadtteilarbeit, Antirassismus und bürgerschaftliches Engagement 
erläutert. Das Interkulturelle Büro als Fachstelle für Integration und als Querschnittsbehörde versteht 
sich als Motor und Initiator verschiedener Maßnahmen in diesen Handlungsfeldern. Die jeweiligen Maß-
nahmen und Aktivitäten werden dabei in enger Vernetzung und Kooperation mit anderen städtischen 
Ämtern, weiteren Behörden sowie den zahlreichen in Darmstadt in der Integrationsarbeit tätigen Orga-
nisationen und Einrichtungen durchgeführt. 
1. Verwaltung: Interkulturelle Öffnung
Bestandsaufnahmen über den aktuellen Stand der interkulturellen Öffnung
Bestandsaufnahmen der städtischen Angebote, der Inanspruchnahme dieser Leistungen durch Mig-
rantinnen und Migranten sowie des Anteils des Personals mit Migrationshintergrund stellen wichtige 
Schritte im Rahmen der interkulturellen Öffnung der Verwaltung dar und werden in der Fachliteratur 
(vgl. KGSt 2008) als zentrale Maßnahmen empfohlen. 
Innerhalb der Darmstädter Stadtverwaltung werden von unterschiedlichen Ämtern und Abteilungen 
zahlreiche Dienstleistungen erbracht, die auch an Migrantinnen und Migranten gerichtet sind. Darüber 
hinaus gibt es zahlreiche Einzelmaßnahmen, Aktivitäten und Projekte, die sich spezifisch an zugewan-
derte Menschen richten. Doch diese Aktivitäten sind noch nicht in einem gesamtstädtischen Integra-
tionskonzept zusammengefasst. Daraus leitet sich die Notwendigkeit ab, eine Bestandsaufnahme der 
städtischen Integrationsleistungen sowie des Anteils von Personal mit Migrationshintergrund zu erstellen.
Eine erste Bestandsaufnahme wurde im Jahr 2008 durch das Interkulturelle Büro in Form einer Ämter-
befragung durchgeführt. Das zentrale Erkenntnisinteresse war, ob die Angebote der befragten städti schen 
Ämter von Personen mit Migrationshintergrund im selben Umfang, häufiger oder seltener in Anspruch 
genommen würden wie von Einheimischen und ob die Angebote, die gezielt an Personen mit Migrations-
hintergrund gerichtet waren, von diesen in dem erwünschten Maß in Anspruch genommen würden. 
Zentral war zunächst die Klärung der Frage, welche Ämter das Merkmal „Migrationshintergrund“ erhoben 
hatten, wobei unter Migrationshintergrund zu verstehen ist:

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•	 Personen	ohne	deutschen	Pass
•	 eingebürgerte	Personen
•	 Spätaussiedlerinnen	und	-aussiedler
•	 hier	geborene	Kinder	von	Nichtdeutschen
Aus dem Rücklauf ließ sich innerhalb der Stadtverwaltung und auch innerhalb der Ämter ein sehr unein-
heitlicher Umgang mit der Erhebung des Kriteriums Migrationshintergrund bezogen auf die Anzahl der 
Klientinnen und Klienten bzw. der Besucherinnen und Besucher erkennen. 
Abhängig davon, daher auch entsprechend ungenau, waren die Aussagen der Ämter und Abteilungen 
über die Inanspruchnahme der Leistungen durch Personen mit Migrationshintegrund im Vergleich zu 
Einheimischen. Nur die Ämter, die alle bzw. einige der Merkmale erhoben hatten, konnten genauere 
Aussagen treffen, alle anderen mussten schätzen. 
Die Zahl der Beschäftigten mit Migrationshintergrund bei der Stadtverwaltung variierte stark von Amt zu 
Amt und von Abteilung zu Abteilung, sie lag zwischen 0 % und 24,2 %. Das gleiche galt für die Ämter, 
auch hier gab es starke Unterschiede: so wurde, z .B. innerhalb des Jugendamtes der Anteil in der 
Abteilung Wirtschaftliche Jugendhilfe auf 0 % geschätzt, während für die Abteilung Kinder- und Jugend-
förderung der Anteil mit 13,6 % angegeben wurde. 
Die sich daraus ergebenden notwendigen weiteren Schritte zur interkulturellen Öffnung der Verwaltung 
sind in Kapitel V.4. ausgeführt. 
Fortbildungen zu interkultureller Kompetenz
Als weiterer Baustein im Rahmen der interkulturellen Öffnung der Verwaltung wird die Fortbildung aller 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich interkultureller Kompetenz empfohlen (vgl. KGSt 2008).
Das Interkulturelle Büro hat im Jahr 2008 in Kooperation mit dem Personalamt auf der Grundlage des 
Magistratsbeschlusses vom 6.8.2008 ein Fortbildungskonzept entwickelt und im Jahr 2009 mit der 
Durchführung von internen Fortbildungen begonnen. Die inhaltliche Gestaltung der Fortbildungen wird 
entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Zielgruppe vorgenommen.
Nachwuchskräfte
Es ist wichtig, dass die städtischen Nachwuchskräfte bereits im Rahmen ihrer Ausbildung die interkul-
turelle Orientierung und Öffnung der Verwaltung als Querschnittsthema erkennen. Das Interkulturelle 
Büro bietet daher bereits in der Einführungswoche einen ersten Einblick in das Thema. Vorgestellt wird 
in dieser Woche den Nachwuchskräften zunächst das Tätigkeitsfeld und die kommunalpolitisch weitrei-
chende Bedeutung der Arbeit des Interkulturellen Büros. Das Modul ist seit 2009 fest im Programm der 
Einführungswoche verankert, es wird kontinuierlich angeboten.  
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Eigenbetriebe
Die verpflichtenden Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Magistratsbeschluss vom 
6.8.2008) wurden seit 2009 vorwiegend in den Ämtern mit regelmäßigem Kontakt zu Migrantinnen 
und Migranten durchgeführt. Inhalte, Zeitpläne und Methoden der Fortbildungsprogramme werden an 
die Anforderungen, an die Besonderheiten der Arbeitsfelder und Arbeitsbedingungen angepasst. Dazu 
werden vorbereitende Gespräche mit den jeweiligen Amts- bzw. Abteilungsleitungen durchgeführt, bei 
denen die spezifischen Bedarfe der Abteilung / des Amtes eruiert werden. 
Das Interkulturelle Büro kooperiert inzwischen bei der Durchführung der Fortbildungen mit den Mitar-
beiterinnen und Mitarbeitern der Migrationsdienste der freien Wohlfahrtsverbände und mit dem Migra-
tionsbeauftragten des Polizeipräsidiums Südhessen.

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Zu Beginn der Durchführung der internen Fortbildungen lag der Fokus auf den Bereichen der interkul-
turellen Kommunikation, auf der Vermittlung von Kommunikationsmodellen sowie der Darstellung der 
Besonderheiten interkultureller Gesprächssituationen. Die Vermittlung dieser Inhalte stellte sich jedoch 
bald als nicht ausreichend hinsichtlich der grundsätzlichen Sensibilisierung für interkulturell kompeten-
tes Handeln heraus.   
Daher wurde im Herbst 2009 das Grundlagenmodul „Interkulturelle Kompetenz am Arbeitsplatz“ 
entwickelt. Neben Grundlagenwissen über bundes-, landes- und kommunalpolitische Integrationsmaß-
nahmen, beinhaltet dies die Vermittlung von Informationen über den Darmstädter Pool interkultureller 
Vermittlungskräfte, über die Arbeit der Migrationsdienste und des Migrationsbeauftragten des Polizei-
präsidiums Südhessen sowie über die Möglichkeiten der Kooperation und Vernetzung mit den entspre-
chenden Angeboten vor Ort.
Für die städtischen Kindertagesstätten wurde das Grundlagenmodul „Interkulturelle Kompetenz im Um-
gang mit Zuwandererfamilien und ihren Kindern“ für Erzieherinnen und Erzieher entsprechend ihrem 
Arbeitsbereich konzipiert.
In den Jahren 2009/2010 wurden diese Fortbildungen in 14 Ämtern und Abteilungen durchgeführt. 
Insgesamt wurden 142 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult. Des Weiteren wurden im Jahr 2010 
aus 16 Kindertagesstätten 138 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult.
In das Fortbildungsprogramm der Stadtverwaltung wurde das differenzierte Modulangebot erstmalig 
für das Jahr 2010 als Fortbildungsreihe „Interkulturelle Kompetenz am Arbeitsplatz“ aufgenommen. 
Die Fortbildungen werden mittlerweile außerordentlich gut angenommen und erzielen eine positive 
Resonanz. Eine große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer signalisiert Interesse an fortführenden 
Angeboten. Daher werden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Grundlagenmodul absolviert 
haben, im Fortbildungsprogramm weitere spezifische Angebote zu migrationsrelevanten Themen (inter-
kulturelle Kommunikation, interkulturelle Konfliktvermittlung, muslimisch geprägte Wertvorstellungen 
u. a.) vorgehalten.
Im Jahr 2011 wurde die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Kindertages-
stätten abgeschlossen. Darüber hinaus wurden auch im Jahr 2011 die Fortbildungen für Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter kontinuierlich weiter durchgeführt und ausgebaut.
Ausblick 
Interkulturelle Öffnung der Verwaltung bedeutet den Abbau bewusster und unbewusster Ausschluss-
strukturen und Zugangsbarrieren, sie ist darüber hinaus als Teil von Organisations-, Personal- und 
Qualitätsentwicklung zu sehen.
Die bisher durchgeführten internen Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu interkultu-
reller Kompetenz in der Verwaltung können daher nur als ein Element eines solchen Veränderungs-
prozesses angesehen werden. Weitere Schritte sind nötig, um die notwendigen Elemente im Rahmen 
des Prozesses der Interkulturellen Öffnung in die alltägliche Praxis der verschiedenen Ämter und Abtei-
lungen dauerhaft zu implementieren.
Daher ist ab 2012 der Beginn eines längerfristig angelegten Gesamtprozesses zur interkulturellen 
 Öffnung der Verwaltung der Stadt Darmstadt geplant.

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2. Bildung: Elternarbeit an Schulen und Kitas
Ein zentrales integrationspolitisches Ziel ist die Verbesserung des Zugangs zu Bildung von Migranten-
kindern. Die Weichen für bessere Bildungschancen werden bereits im Kindergarten und in der Grund-
schule gestellt. Die interkulturelle Öffnung von Kindergärten und Schulen ist eine wesentliche Voraus-
setzung, um eine strukturelle Verbesserung der Bildungschancen zu erreichen. 
Ein wesentliches Element der interkulturellen Öffnung von Schulen und Kitas ist die Elternarbeit. Durch 
die Öffnung der Schulen und der Kitas werden Hemmschwellen der Eltern gegenüber den Institutionen 
und auch umgekehrt abgebaut, das Vertrauensverhältnis wird gefestigt und der Kontakt zwischen den 
Eltern, den Lehrenden sowie den Erzieherinnen und Erziehern wird verbessert. 
Das Interkulturelle Büro hat daher schon früh Elternbildungsprojekte an Darmstädter Schulen und Kitas – 
„Mama lernt Deutsch“ – Kurse und Elterngesprächskreise – initiiert. 
Darüber hinaus fördert die Wissenschaftsstadt Darmstadt intensiv das Bildungsprojekt HIPPY (Home 
Instruction for Preschool Youngsters), das der Stärkung, Bildung und Unterstützung der Erziehungs-
kompetenzen von Eltern mit 4- bis 6-jährigen Vorschulkindern dient. Das Projekt HIPPY wird in diesem 
Bericht unter Kapitel IV.3. beschrieben.
Das Projekt „Mama lernt Deutsch“
Ziel des Projektes
„Mama lernt Deutsch“ ist zunächst ein Kurs für Mütter, die schon seit mehreren Jahren in Deutschland 
leben, aber noch nicht ausreichend Deutsch gelernt haben, um u. a. in Erziehungsfragen mit Lehrkräften 
kommunizieren zu können. „Mama lernt Deutsch“ ist zugleich ein Projekt, das einen günstigen Rahmen 
zur Entwicklung von Kommunikation zwischen Lehrkräften und Müttern schafft. 
Zielgruppen
•	 „Bildungsferne“	Mütter	mit	geringen	Deutschkenntnissen
•	 Lehrkräfte	an	Schulen	mit	hohem	Migrantenanteil
„Mama lernt Deutsch“ – Kurse in Darmstadt
In Darmstadt wurde das Projekt „Mama lernt Deutsch“ 1999 als Kooperation interessierter Schulen, 
der Volkshochschule und des Interkulturellen Büros eingeführt. Das Projekt wurde in den folgenden 
Jahren sukzessive auf weitere Schulen ausgeweitet. Es fanden mehrere Fortbildungen zu Themen wie 
Lehr- und Lernmaterial und Methodik statt.
In den Jahren 2003 und 2004 wurden die Kurse vom Migrationsdienst des CV Darmstadt als Träger und 
ab dem Jahr 2005 vom Migrationsdienst des Deutschen Roten Kreuzes Darmstadt in Kooperation mit 
dem Interkulturellen Büro und der Volkshochschule der Stadt Darmstadt organisiert und durchgeführt.  
Organisation
Die Schulen übernehmen die Aufgabe, die Mütter der Migrantenkinder anzusprechen und entsprechende 
Räume zu organisieren. Nach Vorgesprächen mit den Schulleitungen und den Kontaktlehrerinnen werden 
Elternbriefe in verschiedenen Sprachen verfasst, die dann über die Klassenlehrerinnen und -lehrer die 
Eltern erreichen. 
Eine Kinderbetreuerin kümmert sich um die kleinen Kinder, die noch nicht zur Schule bzw. in den Kin-
dergarten gehen. Eine Projektkoordinatorin, die als Honorarkraft bei dem Träger beschäftigt ist, über-
nimmt die organisatorischen Aufgaben. 
„Mama lernt Deutsch“-Kurse finden aktuell an 6 Schulen in Darmstadt statt.

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Gesprächskreise von Migranteneltern an Schulen und Kindertagesstätten
Migranteneltern brauchen Informationen über das Bildungs- und Erziehungssystem sowie die Bildungs-  
und Erziehungsziele der Aufnahmegesellschaft. Weiterhin ist es erforderlich, dass die Lehr- und Fach-
kräfte in Schulen und Kindergärten mit diesen Eltern in einen Dialog über die differierenden Wertvor-
stellungen in der Erziehung und Bildung eintreten, damit eine gegenseitige Verständigung und eine 
schrittweise Angleichung erfolgen sowie eine Verantwortungsgemeinschaft entstehen kann. 
Ziele
•	 Schulen	und	Kindergärten	stärker	für	Migranteneltern	öffnen	und	die	Kontakte	stärken
•	 Migranteneltern	über	erziehungs-	und	bildungsrelevante	Themen	informieren
•	 Dialoge	über	Unterschiede	in	den	Erziehungs-	und	Bildungsvorstellungen	führen
•	 eine	stärkere	Teilnahme	von	Migranteneltern	an	Elternveranstaltungen	erreichen
•	 gemeinsame	Verantwortung	für	die	Erziehung	und	Bildung	der	Kinder	stärken
Zielgruppen
•	 Lehr-	und	Fachkräfte	in	Schulen	und	Kindergärten
•	 Migranteneltern
Mögliche Themen
•	 das	Vorschul-	bzw.	das	Schulsystem	erläutern
•	 die	betreffende	Schule	bzw.	Einrichtung	vorstellen
•	 die	außerschulischen	Hilfsangebote	bekannt	machen
•	 Erziehungs-	und	Lernprobleme	thematisieren
•	 Verhaltensauffälligkeiten	bzw.	Lernstörungen	der	Kinder	thematisieren
•	 unterschiedliche	Erziehungsvorstellungen	diskutieren
Aufgaben der Moderatorinnen
•	 Organisation	und	Moderation	der	Elterngesprächskreise
•	 Vermittlung	zwischen	Lehr-	und	Fachkräften	sowie	den	Migranteneltern
 
Organisation
Nach einem Gespräch mit der Leitung wird der Rahmen des Angebots für die Einrichtung / Schule und 
der zeitliche Ablauf bestimmt: ein Elterngesprächskreis umfasst 4 Treffen. Die Themen werden vorläufig 
festgelegt. Die Koordinatorin und eine zweisprachige Moderatorin, die den Gesprächskreis begleitet, 
laden die Eltern ein und besprechen das Programm. Das Programm wird bei Bedarf nach dem ersten 
Treffen mit den Eltern modifiziert.
Die Moderatorinnen organisieren die Elterntreffen. Ein Treffen dauert 2 – 3 Stunden. Es kann in Form 
eines Vortrags mit Diskussion ablaufen, es kann aber auch ein lockeres Elterngespräch sein. Auch eine 
Mischform ist denkbar: Der erste Teil wird entsprechend dem Thema pädagogisch strukturiert. Die 
Kommunikation erfolgt auf Deutsch. Der zweite Teil wird als lockere Gesprächsrunde in der Herkunfts-
sprache gestaltet.
Nach Möglichkeit sollten alle Themen von Lehr- bzw. Fachkräften der Schule bzw. Einrichtung inhaltlich 
gestaltet werden. Wenn das nicht möglich ist, muss geprüft werden, welche Themen die Moderatorin 
selbst übernehmen kann und welche eine externe Referentin übernehmen muss. 
Bis heute wurden Elterngesprächskreise in sechs Schulen und in acht Kindertagesstätten (teilweise 
mehrmals in einer Schule oder Einrichtung) durchgeführt.

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3. Soziales und Gesundheit
Wie in Kapitel II. zu den Strategien kommunaler Integrationssteuerung ausgeführt, ist der Aufbau von 
Vernetzungsstrukturen und von Kooperationen in den Handlungsfeldern Bildung, Soziales, Gesundheit, 
Leben und Wohnen im Stadtteil, Verwaltung und Antirassismus zwischen allen beteiligten Akteuren eine 
methodische Leitlinie der Integrationsarbeit. In diesem Kapitel werden zwei wichtige Arbeitskreise aus 
diesen Bereichen – der Arbeitskreis „Migration und Soziale Arbeit“ sowie der Arbeitskreis „Migration 
und Gesundheit“ –, die unter Federführung des Interkulturellen Büros arbeiten, vorgestellt. 
Der Arbeitskreis „Migration und Sozialarbeit“
Der AK „Migration und Sozialarbeit“ besteht seit 1998, dessen Geschäftsführung liegt beim Interkul-
turellen Büro. Seine Zielsetzung ist der Informationsaustausch der Mitglieder untereinander sowie der 
Aufbau von Kooperationen und Vernetzungen. Themenspezifische Fortbildungen, Tagungen und Work-
shops sowie die Initiierung von migrationsspezifischen Projekten werden im Rahmen der Sitzungen 
vorbereitet und durchgeführt. 
Der Arbeitskreis setzt sich gegenwärtig aus Vertreterinnen und Vertretern folgender Institutionen  
zusammen: 
•	 Jobcenter	Darmstadt
•	 BAMF	(Bundesamt	für	Migration	und	Flüchtlinge)	–	Regionalkoordination
•	 Bürger-	und	Ordnungsamt	der	Wissenschaftsstadt	Darmstadt	–	Ausländerbehörde
•	 Caritasverband	Darmstadt	e.V.	–	Migrationsdienst
•	 Deutsches	Rotes	Kreuz,	Kreisverband	Darmstadt-Stadt	e.V.	–	Migrationsdienst
•	 Diakonisches	Werk	Darmstadt-Dieburg	–	Migrationsdienst
•	 Diakonisches	Werk	Darmstadt-Dieburg	–	Stadtteilwerkstatt	Kranichstein
•	 IB	Internationaler	Bund	/	Jugendmigrationsdienst	Darmstadt
•	 Interkulturelles	Büro	der	Wissenschaftsstadt	Darmstadt
•	 Interkulturelles	Büro	Landkreis	Darmstadt-Dieburg
•	 Polizeipräsidium	Südhessen	–	Migrationsbeauftragter
•	 Sozialkritisches	Arbeitskreis	e.V.	–	Bürgerberatung
•	 Amt	für	Soziales	und	Prävention	der	Wissenschaftsstadt	Darmstadt	–	Abteilung	Soziale	Hilfen
•	 Studentenwerk	Darmstadt	–	Sozialberatung
Zur Klärung von unterschiedlichen migrationsspezifischen Fragestellungen bietet der Arbeitskreis 
 „Migration und Sozialarbeit“ eine gute Möglichkeit des Austauschs für Fachkräfte, die in ihrem Arbeits-
bereich mit Migrantinnen und Migranten arbeiten.
Thematisch standen Einzelprobleme, der Bedarf an Integrationskursen mit spezifischen Schwerpunkten 
(Alphabetisierung, Kinderbetreuung, Nachmittagskurse) und Fortbildung für Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern in unterschiedlichen Fachdiensten im Vordergrund. Es folgen einige Beispiele der inhaltlichen 
Arbeit des Arbeitskreises „Migration und Sozialarbeit”:

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•	 Erstellung	einer	Kooperationsvereinbarung	zwischen	den	Migrationsberatungsstellen	(Caritasverband 	 
 Darmstadt e.V., Deutsches Rotes Kreuz Darmstadt-Stadt e.V., Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg  
 e.V.), dem Jugendmigrationsdienst (Internationaler Bund e.V.) und der ARGE Darmstadt zur Förderung  
 der Arbeitsintegration von Menschen mit Migrationshintergrund.
•	 Kooperation	zwischen	den	MBE	(Migrationsberatungsstellen)	und	dem	JMD	(Jugendmigrationsdienst) 	 
 mit der Ausländerbehörde der Stadt Darmstadt:
  – Einrichtung eines wöchentlichen Beratungsangebotes bei der Ausländerbehörde
  – Vernetzung zum Zwecke der Ansprache für Neuzugewanderte bezüglich der baldigen Teilnahme  
     an Integrationskursen und der Inanspruchnahme der Angebote der MBE und des JMD.
•	 In	Kooperation	mit	der	Volkshochschule	Darmstadt	und	dem	Mütterzentrum	e.V.	konnten	für 	 
 Integrationskursteilnehmerinnen ca. 15 Kinderbetreuungsplätze eingerichtet werden.
•	 Durchführung	von	trägerübergreifenden	Fortbildungen:
  – Änderungen im Zuwanderungsrecht und ihre sozialrechtlichen Auswirkungen (2007)
  – Workshop „Migration“ (in Kooperation mit der ARGE Darmstadt) (2007)
  – Aktuelle Änderungen im Zuwanderungs- und Sozialrecht (2005)
  – Gemeinwesenarbeit mit Zugewanderten am Beispiel Eberstadt-Süd (2001)
  – Entwicklung der Stadtteilarbeit am Beispiel Kranichstein (2000)
•	 Durchführung	einer	Fortbildungsreihe	für	Multiplikatorinnen	und	Multiplikatoren	aus	dem	Themen-  
 bereich „Migration und Sozialrecht“ (2005): 
  Integrationskurse, Beratungskompetenz, Staatsangehörigkeitsrecht, Zuwanderungsrecht, Leistungs-  
  gewährung, ALG II, Hartz IV, Ein-Euro-Jobs, erzieherische Hilfen, Angebote der Altenhilfe, Formen  
  der Sozialleistungen, Wohngeld und Wohnungsvermittlung, Hilfsangebote für Frauen.
Der Arbeitskreis „Migration und Gesundheit“
Der AK „Migration und Gesundheit“ besteht seit 1999. Bis zum Jahr 2010 wurde er ausschließlich vom 
Interkulturellen Büro der Wissenschaftsstadt Darmstadt moderiert. Mit Beschluss der Teilnehmer/innen 
der AK-Sitzung vom 1. Februar 2010 wurde die gemeinsame Geschäftsführung mit dem Interkulturellen 
Büro des Landkreises Darmstadt-Dieburg herbeigeführt. 
Die Zielsetzung des AKs ist der Informationsaustausch der Mitglieder untereinander sowie der Aufbau 
von internen und externen Kooperationen und Vernetzungen. Der AK beschäftigt sich mit Bedarfs-
ermittlungen und den daraus ersichtlichen Versorgungslücken im (psycho-) sozialen und gesundheit-
lichen Bereich in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Entsprechende spezifische Projekte, 
Fortbildungen, Tagungen und Workshops werden im Rahmen der Sitzungen initiiert, vorbereitet und 
durchgeführt. 
Der AK setzt sich gegenwärtig aus Vertreterinnen und Vertretern folgender Institutionen zusammen:
•	 Amt	für	Soziales	und	Prävention	der	Wissenschaftsstadt	Darmstadt	–	Beratungs-	und	Servicezentrum 	 
 für ältere Menschen in Darmstadt 
•	 Büro	für	Senioren	Landkreis	Darmstadt-	Dieburg
•	 Caritasverband	Darmstadt	e.V.	–	Migrationsdienst 	
•	 Caritasverband	Darmstadt	e.V.	–	Psychosoziale	Kontakt-	und	Beratungsstelle 	
•	 Caritasverband	Darmstadt	e.V.	–	Tagesstätte	für	psychisch	Kranke 	
•	 Demenz	Forum	Darmstadt	e.V.
•	 Deutsches	Rotes	Kreuz,	Kreisverband	Darmstadt	Stadt	e.V.	–	Migrationsdienst 	
•	 Frauenbüro	der	Wissenschaftsstadt	Darmstadt
•	 Frauenbüro	des	Landkreises	Darmstadt-Dieburg

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•	 Frauenhaus	Darmstadt 	
•	 Gesundheitsamt	der	Stadt	Darmstadt	und	des	Landkreises	Darmstadt-Dieburg 	
•	 Interkulturelles	Büro	der	Wissenschaftsstadt	Darmstadt 	
•	 Interkulturelles	Büro	des	Landkreises	Darmstadt-Dieburg 	
•	 Kinder-	und	Jugendarzt	Herr	Dr.	Landzettel 	
•	 Mäander	e.V.
•	 Magnolya	e.V. 	
•	 Malteser-Migranten-Medizin	(MMM)	am	Marienhospital	Darmstadt
•	 Pflegestützpunkt	der	Wissenschaftsstadt	Darmstadt
•	 Pflegestützpunkt	des	Landkreises	Darmstadt-Dieburg
•	 Pro	Familia	Darmstadt 	
•	 Seniorenrat	Darmstadt	e.V.
•	 Sozialkritischer	Arbeitskreis	e.V.	–	MädchenwerkstattTreff
•	 Sozialpsychiatrischer	Verein	Darmstadt	e.V.	–	Tagesstätte
•	 Weiterleben	e.V.
•	 Wildwasser	Darmstadt	e.V.
Der Arbeitskreis „Migration und Gesundheit“ bietet Fachkräften die Möglichkeit des Austauschs zu allen 
Fragestellungen, die die gesundheitliche und psychosoziale Versorgung von Migrantinnen und Migranten 
in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg betreffen.
Folgende Fortbildungen wurden in Kooperation mit dem AK „Migration und Gesundheit“ durchgeführt:
•	 Besondere	Aspekte	bei	der	gesundheitlichen	Versorgung	von	Migrantenkindern	(2003)	– 	 
 Fortbildung für Kinderärzte.
•	 Mädchen	mit	Migrationshintergrund	in	Krisensituationen	(2006)	-	Fortbildung	für	Fachkräfte.
Die Fortbildung für Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen im Projekt „MiMi“ (Von Migranten für 
Migranten) wurde in Kooperation mit dem Arbeitskreis für die folgenden Themenbereiche durchgeführt: 
•	 Unfallprävention, Ernährung und Bewegung, Kinder- und Jugendgesundheit, Schwangerschaftsvor-  
 und -nachsorge, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit, Alkohol- und Tabakkonsum, psychische  
 Gesundheit, Gesundheitswesen in Deutschland, Gesundheitsförderung und -prävention.
Folgende Tagungen wurden in Kooperation mit dem Arbeitskreis durchgeführt:
•	 Gesundsein	in	der	„Fremde“	(2002)
•	 Gesundsein	in	der	Stadt	(2004)
•	 Integration	durch	Prävention	(2008)

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4. Migranten-Communities und ihre Selbstorganisationen:  
    Öffnung und Stärkung
Die Netzwerke und Beziehungsstrukturen der Migrantinnen und Migranten in Darmstadt – die Migran-
ten-Communities und ihre Selbstorganisationen – haben für die hier lebenden Migrantinnen und Mig-
ranten eine große Bedeutung: sie unterstützen, informieren, geben Orientierung und beraten sowohl 
neu zugewanderte Menschen als auch bereits länger in Darmstadt lebende Migrantinnen und Migranten. 
Und sie haben eine Brückenfunktion: sie kommunizieren die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber der 
Mehrheitsgesellschaft und vermitteln zwischen diesen und der Mehrheitsgesellschaft. Sie sind also ein 
wichtiger Ansprech- und Kooperationspartner für die kommunale Integrationsarbeit. Die Öffnung der 
Migranten-Communities zu den Institutionen der Mehrheitsgesellschaft ist daher ein wichtiges integra-
tionspolitisches Ziel.
Im Folgenden wird ausführlich und differenziert auf die Darmstädter Migranten-Communities und ihre 
Selbstorganisationen eingegangen. Anschließend werden die Aktivitäten der Wissenschaftsstadt Darm-
stadt vorgestellt, durch die die Öffnung und Stärkung der Migranten-Communities gefördert werden 
sollen. 
Migranten-Communities und ihre Selbstorganisationen in Darmstadt
Migranten-Communities und ihre Selbstorganisationen (im Folgenden: MSOs = Migrantenselbstorgani-
sationen) sind sehr heterogen und differenzieren sich nach sozial-strukturellen, ideologisch-politischen, 
regionalen, religiösen, geschlechts- und generationsspezifischen Merkmalen; so auch die 110 in Darm-
stadt eingetragenen Vereine. 
Neben den bereits genannten Funktionen, zu unterstützen, zu informieren, Orientierung zu geben und 
zu beraten, z. B. durch Rechts- und Sozialberatung, Begleitung bei Amtsgängen oder Arztbesuchen, 
verfolgen fast alle Vereine auch das Ziel, die Geselligkeit unter den Mitgliedern, die Herkunftskultur und 
die Sprache zu pflegen. Dies tun die Vereine u. a. durch das Begehen nationaler Feiertage oder ethni-
scher Feste, wie z. B. der Fiesta Reyes Magos des Spanischen Elternvereins, des Newroz-Festes des 
Kurdischen Kulturhauses, des Unabhängigkeitsfestes des Deutsch-Somalischen Frauenvereins oder des 
Kindertages bei DITIB. Die Herkunftskultur wird auch durch „hochkulturelle“ oder folkloristische Akti-
vitäten gepflegt, wie z. B. durch Lesungen und Klavierkonzerte des Deutsch-Polnischen Kulturvereins 
Salonik e.V., durch historische Vorträge des Ägyptischen Vereins oder durch Musik-, Tanz- und Folklore-
aufführungen. 
Die Entwicklung der MSOs ist in die Migrationsgeschichte eingebunden. Während in der Anwerbephase 
die Zahl und Bedeutung der Arbeitervereine, die das Ziel der gemeinsamen Interessenvertretung, Soli-
darität und Geselligkeit verfolgten, überwog, gründeten sich in der Niederlassungsphase Elternvereine, 
Kulturzentren, Regional- und Sportvereine sowie religiös und politisch am Herkunftsland orientierte Ver-
eine. Die später zugewanderten Flüchtlinge, Aussiedlerinnen und Aussiedler gründeten entsprechend 
ihre Selbstorganisationen.

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Kulturzentren und -vereine
Hier sind zunächst die seit den 60er Jahren bestehenden Vereine der Arbeitsmigrantinnen und -mig-
ranten aus den ehemaligen Anwerbeländern und der Vertragsarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer zu 
nennen: So z. B. die Casa Cultural Portuguesa e.V., die Griechische Gemeinde Darmstadt und Um-
gebung e.V., der Spanische Elternverein e.V. oder die Associazione Famiglie Italiana. Die wichtigsten 
Funktionen dieser Vereine sind heute die Pflege der Herkunftskultur und der Sprache, die Freizeitgestal-
tung und Geselligkeit. 
Viele dieser Vereine erleben einen Generationswechsel von der 1. zur erwachsenen 2. Generation bis 
hin zur 3. Generation. Dadurch verändern sich auch die Schwerpunkte der Vereinsarbeit, herkunftsland-
orientierte und folkloristische Aktivitäten gehen z. T. zurück. Dagegen nehmen gruppenspezifische Frei-
zeitaktivitäten und Bildungsarbeit zu, wie z. B. Deutschunterricht für Frauen, Exkursionen von Frauen-
gruppen, Kindertanzgruppen, Musikunterricht, herkunftssprachlicher Unterricht für Kinder, Nachhilfe 
oder Hausaufgabenhilfe. 
Neben den Kulturzentren bzw. -vereinen von Arbeitsmigrantinnen und -migranten sind im Laufe des 
Zuzugs von Flüchtlingen (aus Afghanistan, aus Afrika – insbesondere aus Somalia, Äthiopien, Eritrea, 
Sierra Leone –, aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie von Kurdinnen und Kurden aus der Türkei, dem 
Irak und aus Iran) zahlreiche weitere Kulturvereine gegründet worden. In Darmstadt zählen dazu der 
Freundschaftsverein Eritrea, der Verein UNPO Sierra Leone e.V., das Kurdistan Informations- und Bera-
tungszentrum der Kurdinnen und Kurden aus der Türkei, der afghanische Kulturverein Ariana e.V. oder 
der Iranische Kulturverein. Ihre Aktivitäten konzentrierten sich zunächst in erster Linie auf gegenseitige 
Unterstützung, Selbsthilfe und herkunftslandorientierte Hilfsprojekte.
Auch hier lässt sich die o. g. Tendenz feststellen: Durch die heranwachsende 2. Generation treten 
Fragen des Lebensalltags und der Bewältigung struktureller Benachteiligung (z. B. im Bildungsbereich, 
auf dem Arbeitsmarkt) im Einwanderungsland immer mehr in den Vordergrund. Dagegen verlieren die 
Probleme im Herkunftsland ihre zentrale Bedeutung und gruppenspezifische Aktivitäten und Bildungs-
arbeit nehmen zu, wie z. B. Computerkurse oder Hausaufgabenhilfe im Kurdistan Informations- und 
Beratungszentrum, herkunftssprachlicher Unterricht im Eritreischen Kinder & Jugend Kultur Verein.
Einige Vereine konzentrieren sich jedoch weiterhin auf Aktivitäten in den Herkunftsländern, wie z. B. der 
Freundschaftsverein Eritrea oder UNPO Sierra Leone, die dort mit Unterstützung entwicklungspolitischer 
Organisationen (z. B. der giz – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) Projekte 
durchführen. 
Als zuletzt entstandene Gruppe der Kulturvereine sind die Selbstorganisationen der Aussiedlerinnen 
und Aussiedler zu nennen, so z. B. in Darmstadt die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. 
Während bei diesen Vereinen zunächst die Geselligkeit im Zentrum der Aktivitäten stand, nehmen auch 
hier, angesichts des erschwerten Zugangs der Erwachsenen zum Arbeitsmarkt sowie der Jugendlichen 
zu Ausbildungsangeboten, gezielte gruppenspezifische Aktivitäten zu, wie z. B. Computerkurse und 
Bewerbungstrainings.
Religiös orientierte Vereine
Neben den Kulturvereinen bilden die religiös orientierten Vereine, die meist in bundesweiten Dachver-
bänden organisiert sind, eine weitere Gruppe der Selbstorganisationen, z. B. die pakistanische Ahma-
diyya Gemeinde, die türkische Alevitische Gemeinde oder der türkisch-islamisch Verein DITIB, der 
marokkanische Verein „Moschee des Friedens“ und die äthiopisch-orthodoxe Kirchengemeinde. Religiöse 
Aktivitäten und das gemeinsame Feiern religiöser Feste, wie z. B. das Ramadan- oder das Opferfest 
bei den muslimischen Selbstorganisationen, stehen hier im Vordergrund. Daneben werden nationale 
Feiertage begangen und gruppenspezifische Freizeit- und Bildungsaktivitäten durchgeführt. Manche 
Vereine organisieren Aktivitäten, bei denen sie auch andere, nicht-religiöse Vereine und Personen z. B.

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aus dem Stadtteil einladen, z. B. der türkisch-islamische Verein DITIB zu einem Hallenfußballturnier 
oder einem Kinderstraßenfest. Oder die Ahmadiyya-Gemeinde, die jährlich nach Silvester die Straßen in 
Kranichstein säubert, auch die Alevitische Gemeinde bietet neben den religiösen Anlässen, wie z. B. der 
alevitischen Fastenzeit, Angebote für Frauen (Exkursionen, Informationsveranstaltungen) und unterhält 
eine Jugendgruppe, die mittlerweile Mitglied im Stadtjugendring ist. 
Jugendvereine
In Darmstadt gibt es – wenn auch erst wenige – ethnische Jugendvereine, so der kurdische Jugend-
verein Schoresch e.V. oder der somalische Jugendverein Somali Hope. Gemeinsam ist diesen Jugend-
vereinen das Ziel, auch bei der zweiten, in Deutschland aufwachsenden bzw. aufgewachsenen, Gene-
ration die Herkunftskultur zu pflegen sowie die Jugendlichen aufgrund ihrer benachteiligten Situation 
zu unterstützen und Hilfestellungen zu leisten. Da allerdings der Lebensalltag von Jugendlichen mit 
Migrationshintergrund nicht nur in monoethnischen Gruppen (z. B. nur somalische oder nur kurdische 
Jugendgruppen), sondern in multi-ethnischen Gruppen stattfindet, und weil darüber hinaus Jugendliche 
generell schwerer für aktive Vereinsarbeit zu gewinnen sind, gibt es nur wenige ethnische Jugendvereine. 
Diese haben auch größere Mobilisierungsprobleme. Die ethnischen Jugendgruppen sind eher in den 
größeren ethnischen Vereinen (wie z. B. bei der Alevitischen Gemeinde) zu finden, wo sie sich zu be-
stimmten Aktivitäten treffen: z. B. in Musik- und Tanzgruppen. Daneben kann man auch Vereine finden, 
die Aktivitäten für Jugendliche anbieten, wie z. B. der deutsch-polnische Verein „Die Brücke“, der Frei-
zeitaktivitäten für Jugendliche und internationale Begegnungen mit Jugendlichen aus Polen organisiert.
Studentenvereine oder Akademikervereine
In Darmstadt gibt es aufgrund der hohen Zahl nichtdeutscher Studierender an der Technischen Univer-
sität, an der Hochschule Darmstadt und an der Evangelischen Fachhochschule eine größere Zahl von 
Studentenvereinen oder Akademikervereinen ehemaliger Studierenden (z. B. der Ägyptische Verein, der 
Verein der chinesischen Wissenschaftler und Studenten). Die primäre Funktion der Studierendenvereine 
ist die gegenseitige Unterstützung und insbesondere die Unterstützung und Information der neu nach 
Darmstadt gezogenen Studierenden. Daneben gehören das Feiern nationaler Feiertage, wie z. B. beim 
Verein der chinesischen Wissenschaftler und Studenten – das Frühlingsfest oder das Mondfest –, zu den 
Aktivitäten der Studierendenvereine. Informationsveranstaltungen zu herkunftslandspezifischen aktuellen 
Themen, mit denen sich die Studierenden auch an die breitere Darmstädter Öffentlichkeit wenden, wie 
z. B. eine Informationsveranstaltung des bulgarischen Studentenvereins zur EU-Integration, werden 
durchgeführt. Manche Studierendenvereine führen auch Aktivitäten durch, die sich an die nichtstuden-
tische Community richten, wie z. B. der Verein der Marokkanischen Studierenden in Darmstadt, der 
für die in Darmstadt lebenden Kinder marokkanischer Herkunft ein Nachhilfe-Projekt durchgeführt hat. 
Diese Aktivitäten sind allerdings eher vereinzelt und finden nicht kontinuierlich statt, da die personellen 
und zeitlichen Ressourcen in den Studierendenvereinen noch geringer sind (zur Problematik der knap-
pen Ressourcen der MSOs s. Kapitel Professionalisierung) als die der anderen Vereine. Zudem gibt es 
hier eine hohe Fluktuation in den Vorständen und bei den Mitgliedern, deren Aufenthalt bzw. Mitglied-
schaft oft durch die Studiendauer begrenzt ist. 
Sportvereine
Eine weitere Kategorie „klassischer“ MSOs sind die ethnischen Sportvereine: so z. B. der SV Hellas oder 
der FC Bursa Spor. Diese Vereine widmen sich fast ausschließlich sportlichen Aktivitäten, aber auch 
das gesellige Beisammensein ist – wie bei fast allen anderen Vereinen – ein wichtiger Aspekt.

55
Deutsch-ausländische Vereine
Als letzte Kategorie „klassischer“ MSOs sind die Vereine zu nennen, die sich aus Deutschen und Mig-
rantinnen und Migranten zusammensetzen, wie z. B der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein, die 
Deutsch-Indische Gesellschaft, der Deutsch-Ägyptische Freundeskreis e.V. oder die Deutsch-Bulgarische 
Gesellschaft. Ziel dieser Vereine ist das gegenseitige Kennenlernen und Bekanntmachen der Kultur 
mittels der Durchführung kultureller Veranstaltungen, wie z. B. des „Indien-Festes der Farben“ der 
Deutsch-Indischen Gesellschaft, des ägyptischen Tages des Deutsch-Ägyptischen Freundeskreises e.V., 
des Neujahrsfestes mit einem Vortrag über das „faszinierende Bulgarien“ der Deutsch-Bulgarischen 
Gesellschaft.
Neue Entwicklungen: Frauen, Bildung und Soziales 
Seit einigen Jahren lässt sich in den Selbstorganisationen eine für die kommunale Integrationsarbeit 
wichtige Entwicklung feststellen: Viele Vereine verlagern die Schwerpunkte ihrer Aktivitäten hin zu grup-
penspezifischen Schwerpunkten und Angeboten (s. o.) und es bilden sich neue Gruppen in den Vereinen 
(Frauen- oder Jugendgruppen s. o.). Diese Veränderung trägt gruppenspezifischen Bedarfen, wie z. B. 
dem Bildungsbedarf von Kindern und Jugendlichen, dem damit verbundenen Informations- und Bildungs-
bedarf von Eltern, insbesondere von Müttern, oder auch frauenspezifischen Interessen im Einwande-
rungsland Rechnung. 
Exemplarisch hierfür ist die Arbeit der Alevitischen Gemeinde: 
•	 Einführung	eines	Kinderzimmers	mit	pädagogischer	Betreuung. 	
•	 Frauengruppe: 	
  Exkursionen, Besuch des Hessischen Landtags oder Konzert- und Theaterbesuche, 
  Projekte wie „Selbstbewusstes Auftreten - Kommunikation in der Gesellschaft“. 
•	 Elternprojekte: 	
  „Bildungsarbeit für Eltern aus der Türkei“ in Kooperation mit dem Interkulturellen Büro.
  Informationsveranstaltung zum Thema „Übergang Schule – Beruf“ in Kooperation mit der  
  Arbeitsagentur. 
•	 Gründung	selbstständiger	Jugendorganisation	mit	eigener	Satzung	und	eigenen	Aktivitäten, 	 
 wie Exkursionen mit Jugendlichen zu Ausstellungen (z. B. Anne-Frank Museum). 
Frauenvereine
In den letzten Jahren sind zunehmend die Gründungen eigenständiger Frauengruppen und Frauenver-
eine festzustellen. Diese neuen Frauengruppen und -vereine werden überwiegend von zugewanderten 
Flüchtlingsfrauen und Aussiedlerinnen und weniger von Frauen aus den ehemaligen Anwerbeländern 
 gegründet. Die Gründerinnen haben meist eine höhere Schulbildung bzw. einen Hochschulabschluss. 
Die wichtigsten Aktivitäten dieser Frauengruppen und -vereine sind die Informations- und Bildungs-
arbeit für Mädchen, junge Frauen, Mütter und ältere Frauen.
Es gibt mittlerweile in Darmstadt 12 Frauenvereine, darunter z. B. der afghanische Frauenverein Omid, 
der Frauenverein „Somalisches Komitee Information und Beratung e.V.“, der russische Frauenverein 
Alice e.V. und der Frauenverein der Kurdinnen aus der Türkei „Roza e.V. 
Manche Frauenvereine, die sich aus Flüchtlings-Communities gebildet haben, konzentrieren ihre Akti-
vitäten und Öffentlichkeitsarbeit auf die Situation von Mädchen und Frauen im Herkunftsland, so z. B. 
der Deutsch-Somalische Frauenverein in Darmstadt. Andere Frauenvereine verknüpfen Themen aus 
dem Herkunftsland mit den Interessen der im Einwanderungsland lebenden Frauen, wie z. B. der afgha-
nische Frauenverein Omid, der sowohl Projekte in Afghanistan (Unterstützung einer Mädchenschule)

56
durchführt als auch Bildungsangebote für afghanische Frauen in Darmstadt anbietet (z. B. Deutsch-
kurse, Computerkurse, Informationsveranstaltungen zu Gesundheits- und Erziehungsfragen). 
Andere Flüchtlingsgruppen, wie z. B. der Frauenverein „Somalisches Komitee Information und Beratung 
e.V.“ oder der kurdische Frauenverein „Roza“, konzentrieren ihre knappen personellen Ressourcen auf 
die Unterstützung der Frauen in Darmstadt, auf deren Aufgaben als Mütter und auf die Bildungsunter-
stützung der Kinder, z. B. durch Deutschkurse für Mütter, durch Informationsabende zu Erziehungs-
fragen, zum Schulsystem und zur Gesundheitsvorsorge oder durch Nachhilfe für Kinder. 
Auch die Spätaussiedlerinnen haben ihre eigenen Vereine gegründet, darunter ist der Verein „Hoffnung 
e.V.“ russlanddeutscher Frauen und der russische Frauenverein „Alice“. Neben kulturellen Aktivitäten, 
wie sie z. B. der „Integrationschor“ von „Hoffnung e.V.“ in Eberstadt-Süd oder die Theatergruppe von 
„Alice e.V.“ (s. auch Teilbericht Migrantenbeteiligung in den Stadtteilen der „Sozialen Stadt“) durch-
führen, bieten diese Vereine auch Beratung oder Bildungsaktivitäten an. 
Professionalisierung 
Eine weitere neue Tendenz bei den MSOs ist die Professionalisierung der Vereinsarbeit im Bereich 
 Bildung und Soziales. Seit den 1990er Jahren kann vermehrt die Gründung von Vereinen festgestellt 
werden, die, halbprofessionell oder professionell, mit den Communities im Bereich Bildungs- und 
Soziale Arbeit tätig sind. Die Gründerinnen und Gründer dieser Trägereinrichtungen der Bildungs- und 
Sozialen Arbeit gehören oft entweder der zweiten Migrantengeneration an und haben ein pädagogisches 
oder sozialpädagogisches Studium o. ä. absolviert oder sie haben eine pädagogische oder sozialpäda-
gogische Qualifikation in ihrem Herkunftsland erworben. Sie bringen aufgrund dieser Qualifikation, 
ihres eigenen Migrationshintergrundes, ihrer Eingebundenheit in die Communities und ihres bürger-
schaftlichen Engagements die idealen Voraussetzungen mit, um im Bereich der Bildungs- und Sozialen 
Arbeit mit Migrantinnen und Migranten als Kooperationspartner und als eigener Träger zu agieren. 
Dass diese Selbstorganisationen eine qualitativ hochwertige und professionelle Arbeit leisten und 
dadurch auf kommunaler Ebene einen wichtigen Beitrag zur strukturellen Integration von Migrantinnen 
und Migranten leisten, findet Bestätigung in der Förderung mit kommunalen Mitteln (Zuschüsse und 
Kooperationen des Interkulturellen Büros), mit Mitteln des Landes (Hessisches Sozialministerium), des 
Bundes (BAMF) und mit EU-Mitteln (ESF-Fonds, LOS-Mittel). 
Diese Professionalisierungstendenz soll am Beispiel der Arbeit im Bildungs- und Sozialen Bereich 
 einiger Darmstädter Vereine verdeutlicht werden: 
1 
Frauenverein Somalisches Komitee – Information und Beratung in Darmstadt und Umgebung e.V. 
Angebote: Sprachkurse; Nähkurse; Hausaufgabenhilfe und Bildungsförderung für Kinder in Kooperation 
mit dem Interkulturellen Büro; Hausaufgabenkurse für Mütter mit Kindern im Grundschulalter; nieder-
schwelliger Frauenkurs; „Niederschwellige Angebote für Somalische Frauen und Männer zur Förderung 
der Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben“; Frauen-PC-Kurs in der Erich-Kästner-Schule 
in Kranichstein; gemeinsames Sprachtraining für Mütter und Kinder; Beratung im Frauenzentrum Emil-
straße; Yoga-Training; Mal- und Bastelunterricht im Haus der Kooperation Frauen e.V.; Bewerbungs-
training – Erstellen von Lebensläufen.
Gefördert durch das Interkulturelle Büro (als Kooperationsprojekt), durch LOS (Lokales Kapital für So-
ziale Zwecke aus dem ESF-Fonds Europäischer Sozialfonds) und durch das BAMF – Bundesministerium 
für Migration und Flüchtlinge.
1   Hierzu zählen auch die Vereine Magnolya e.V. sowie Verein für interkulturelle Arbeit und Sprachförderung Deutsch e.V., die in 
Kap. IV.1. und IV.3. ausführlich vorgestellt werden.

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Russischer Frauenverein Alice e.V. 
Berufliche Orientierung und Deutschtraining für Migrantinnen und Migranten in Teilzeit; Deutschkurs für 
teilzeitbeschäftigte Aussiedlerinnen; Deutschkurs für Frauen; Deutschkurs für Senioren; Vorberei tungs    
kurs zur Existenzgründung für Aussiedlerinnen und Aussiedler aus der ehemaligen SU, Vorberei tungs-
kurs auf die Arbeit als Tagesmutter oder als Kinderbetreuerin für Aussiedlerinnen aus der ehema  ligen SU; 
Deutschkurs für Frauen 45+; Excel-Tabellenkalkulation Teil I und II; Schatzinsel-Kinderprogramm,  
Gute Fee – Kinderprogramm.
Gefördert durch das Interkulturelle Büro (als Kooperationsprojekt), die Investitionsbank Hessen / Hessi-
sches Sozialministerium, durch LOS (Lokales Kapital für Soziale Zwecke aus dem ESF-Fonds Europäi-
scher Sozialfonds).
Dialog e.V. Bildungs-, Kultur- und Integrationsverein der Deutschen aus Russland 
Angebote in den Themenfeldern: Kinder, Frauen, Bildung, Kultur.
Für Kinder:
Integrationskinderklub „Potschemutschka“ mit Deutschsprachförderung für Kinder im Vorschulalter; 
Kids-Theater- und Singgruppe; Tanzen und kreative Bewegung für Kinder von 3 – 6 Jahren.
Für Frauen:
Gesangsgruppe mit Akkordeon- und Klavierbegleitung; Aerobic- und Tanzgruppe; Nähkreis (Anfertigen 
von Theater- und Tanzkostümen sowie Bühnenrequisiten für die Kindergruppen) 
Im Bereich Bildung:
Sprachkurse für Erwachsene und Jugendliche; EDV-Schulung, Kommunikations- und Bewerbungstraining; 
Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe; berufliche und allgemeine Beratung (Ausbildung, Beruf, Familie, 
usw.); Übersetzen und Dolmetschen.
Im Bereich Kultur:
Vorträge, Leseabende und Diskussionen über die deutsche Geschichte, Kultur und Kunst; Musikabende 
und Feste; Exkursionen.
Gefördert durch das Interkulturelle Büro (als Kooperationsprojekt) und das Hessische Sozialministerium.
Kulturarbeit
Trotz dieser neuen Tendenzen hat die Kulturarbeit in den MSOs nach wie vor einen großen Stellenwert 
für deren Mitglieder. Um dieser Bedeutung Rechnung zu tragen, initiiert und fördert die Wissenschafts-
stadt Darmstadt zwei größere Projekte, die es ermöglichen, dass die Vereine ihre Kulturarbeit einer 
breiten Öffentlichkeit vorstellen können. Das sind das Internationale Begegnungsfest und die bis zum 
Jahr 2008 durchgeführten Kulturwochen der Regionen und Kontinente. 
Kulturwochen der Kontinente und Regionen 
Die „Kulturwochen der Kontinente und Regionen“ waren ein Projekt des Agenda-21-Prozesses, sie wurden 
innerhalb der Arbeitsgruppe „Ökologische und soziale Bildung“ von der Themengruppe „Menschen / 
Soziales“ entwickelt. 
Von 2001 an veranstaltete das Interkulturelle Büro die Kulturwochen in enger Kooperation mit den 
MSOs, dem Agenda-Büro und Kultur- und Bildungseinrichtungen (Kulturzentrum Bessunger Knaben-
schule, Staatstheater, Regierungspräsidium, Stadtbibliothek, Stadtkino, Schulen, Kindertagesstätten)  
in Darmstadt. Während der Kulturwochen führen die MSOs in Kooperation mit den genannten Einrich-
tungen Veranstaltungen wie Lesungen, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte, Workshops 
und Theateraufführungen durch. 
So fand z. B. im Jahr 2002 der „Fernöstliche Herbst“ mit der Huada Chinesisch Schule e.V., dem Mon-
golischen Kulturverein Blauer Himmel e.V. und dem Verein Chinesischer Wissenschaftler und Studenten 
statt; bei der „Matinee mit Löwen und Schamanen“ im Foyer des Staatstheaters waren 250 Zuschauer 
anwesend.

58
Im Jahr 2005 organisierten der Ägyptische Verein Darmstadt, die Dante Alighieri Gesellschaft, der 
Deutsch-Ägyptische Freundeskreis, der Algerische Arbeitskreis, der Spanische Elternverein sowie die 
Griechische Gemeinde Darmstadt die Veranstaltung „Mediterrane Welt“. Im Jahr 2008 fanden die 
„Kinder-Kulturwochen 2008“ statt, die mit Kindern aus Darmstädter Kitas und Kindern des Russischen 
Frauenvereins Hoffnung e.V., des Somalischen Komitees Information und Beratung e.V., der Huada Chi-
nesisch-Schule, der Casa Cultural Portuguesa, der Griechischen Gemeinde, der Brasilianischen Gruppe 
und des Kurdistan Informations- und Beratungszentrums veranstaltet wurden. Bei der Abschlussveran-
staltung „Internationaler Kinder-Potpourri“ im Großen Saal des Justus-Liebig-Hauses waren über 200 
Zuschauer anwesend.
Internationales Begegnungsfest
Das Internationale Begegnungsfest gehört seit 1983 traditionell – wie z. B. das Heiner Fest – zu Darm-
stadts Volksfesten. Es findet jedes Jahr im Sommer an zentralem Ort, auf dem Luisenplatz statt. Es ist 
ein öffentlich wirksames Fest, das regelmäßig mehrere hundert Besucher anzieht. 
Das Fest wird geplant und umgesetzt durch eine intensive Zusammenarbeit der Vereine mit dem Aus-
länderbeirat und dem Interkulturellen Büro der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
Jedes Jahr beteiligen sich daran aktiv etwa 45 Vereine von Darmstädterinnen und Darmstädtern mit 
Migrationshintergrund aus 5 Kontinenten mit unterschiedlichen Darbietungen. Sie informieren an ihren 
Ständen über kulturelle oder politische Aspekte aus dem Leben in ihren Herkunftsländern sowie über 
ihre Arbeit und ihre zahlreichen Aktivitäten in Darmstadt. Es entstehen vielerlei Gespräche in lockerer 
Atmosphäre. Daneben wird auf der Bühne ein buntes Kulturprogramm angeboten. 
Auch die mit dem Interkulturellen Büro, dem Ausländerbeirat und den Migrantenvereinen vernetzten 
 Institutionen und Organisationen (vgl. Kap. III.3., IV.1.), wie die Migrationsdienste der Wohlfahrtsver-
bände, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie Initiativen und Projekte, wie der 
Lokale Aktionsplan (vgl. Kap. III.7.), nehmen aktiv mit Informationsständen teil, machen so auf ihre 
Angebote aufmerksam und stehen den Besucherinnen und Besuchern für Informationsgespräche zur 
Verfügung. 
Damit auch die Kinder einen erlebnisreichen Tag haben, wird gezielt ein Kinderprogramm mit unter-
schiedlichen Attraktionen, wie z. B. eine Kinderrutsche, eine Hüpfburg und naturwissenschaftliche 
Experimente angeboten. Die Vereine haben für die Kinder an ihren Ständen ebenfalls Angebote, wie 
Schminken, Zöpfe flechten, Brettspiele, Malen etc. 
Den Besucherinnen und Besuchern des Internationalen Begegnungsfestes bietet sich auch die Mög-
lichkeit, sich am Stand des Interkulturellen Büros aus erster Hand über die Integrationsmaßnahmen 
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu informieren und sich beraten zu lassen. Die dort begonnenen 
Gespräche können später fortgesetzt werden; dadurch entstehen vielerlei Kooperationen zwischen den 
unterschiedlichen Vereinen, Verbänden und weiteren Teilnehmern. 
Darüber hinaus können sich die Besucherinnen und Besucher auch mit den Mitgliedern des Ausländer-
beirates an dessen Stand unterhalten. Sie können sich über die kommunalpolitische Arbeit des Aus-
länderbeirates informieren und mit ihm über seine Einstellung und Forderungen zur Verbesserung der 
Situation von Migrantinnen und Migranten (vgl. Kapitel V.3.) diskutieren.

59
Professionalisierung der Community- und Vereinsarbeit 
Aufgrund der Bedeutung, die den Communities der Migrantinnen und Migranten und ihren Selbstorga-
nisationen beim Integrationsprozess zukommt, fördert die Stadt – unterstützt durch das Land Hessen –  
die Professionalisierung der Arbeit in den Communities und ihren Selbstorganisationen. Diese Profes-
sionalisierung wird durch die Weiterqualifizierung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den 
Communities sowie durch die Verbesserung der Organisationsarbeit selbst angestrebt. 
Professionalisierung der Vereinsarbeit
Das Interkulturelle Büro hat in den vergangenen Jahren Fortbildungen für Vereine in den Bereichen 
Öffentlichkeitsarbeit, Finanzmittelbeschaffung, Kommunikation, Moderation u. a. angeboten. Ziel der 
Fortbildungen war, das Integrationspotential der Selbstorganisationen zu stärken, indem den Teilneh-
merinnen und Teilnehmern das notwendige fachliche Wissen und Können für eine effektive Entwicklung 
der Selbstorganisation, eine erfolgreiche Vereinsführung, gelingendes Projektmanagement und Vernet-
zung mit Institutionen der Mehrheitsgesellschaft vermittelt wurde. 
In den Jahren 2007/2008 wurde das Konzept erweitert. In Kooperation mit dem „Paritätischen Bildungs-
werk Hessen“ und dem Ausländerbeauftragten des Kreises Groß-Gerau wurde unter dem Motto „Inte-
gration durch Bildung. Migrantenselbstorganisationen (MSO) als Partner im Integrationsprozess“ eine 
ganzjährige Fortbildungsreihe für aktive Mitglieder aus den MSOs angeboten. Inhalte der einzelnen 
Module waren: 
•	 Vereinsaktivitäten	im	Lichte	der	Integration
•	 Die	Ressourcen	des	Vereins	für	Bildungsaktivitäten	nutzen
•	 Projektideen	für	Bildungsmaßnahmen
•	 Ablauf-	und	Ressourcenpläne	für	Projektideen
•	 Projekte	in	Bewegung	setzen
•	 Projekte	managen
•	 Stolpersteine	bei	der	Projektumsetzung	ausräumen
•	 Der	Bildungs-Mehrwert	für	den	Verein	und	die	Gemeinschaft
An dieser Veranstaltung haben die afghanische Frauengruppe Omid e.V., der Spanische Elternverein, 
der „Dialog – Bildungs-, Kultur- und Integrationsverein der Deutschen aus Russland“, die „Interkulturelle 
Arbeit und Sprachförderung Deutsch“ sowie die RFV Alice e. V. teilgenommen.
Aufgrund der positiven Resonanz dieser Qualifizierungsmaßnahme für Vereine hat das Interkulturelle  
Büro gemeinsam mit dem Paritätischen Bildungswerk Hessen im Jahr 2009 ein weiterführendes 
 Coaching für die MSOs angeboten.

60
5. Interkulturelle Vermittlung:  
    Qualifizierung und Einsatz von Multiplikatorinnen und  
    Multiplikatoren aus den Migranten-Communities
Wie in Kapitel II „Strategien kommunaler Integrationssteuerung“ dargestellt, soll die „Öffnung“ der 
Communities auch durch den Einsatz von qualifizierten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die zwi-
schen den Institutionen und den Migranten-Communities vermitteln können, erreicht werden. 
Das Interkulturelle Büro bietet für diese Multiplikatorinnen und Multiplikatoren verschiedene Fortbildun-
gen an, um sie in ihrer Funktion als Informationsvermittler sowie in ihrer Brückenfunktion zu stärken 
und um ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen zu vertiefen. Im Folgenden werden die Weiter-
bildung zu Integrationsassistentinnen und -assistenten, die Weiterqualifizierung zu Gesundheitslotsinnen 
und -lotsen sowie weitere Qualifizierungsmaßnahmen vorgestellt. 
Weiterbildung zu Integrationsassistentinnen und -assistenten
Von 2003 – 2007 hat das Interkulturelle Büro im Rahmen eines überregionalen EU-Projekts (EQUAL) 
das lokale Projekt „Aufbau eines Pools von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Migranten-
Communities“ durchgeführt (vgl. www.equal.ikb-darmstadt.de). Dabei wurde, bundesweit erstmalig, 
die für jegliche Integrationsarbeit unerlässliche Vermittlungstätigkeit zwischen den Institutionen der 
Aufnahmegesellschaft und den Zugewanderten als ein neues Berufsbild konstituiert und das Curriculum 
für eine entsprechende Weiterqualifizierung erstellt. In drei Kursen wurden Integrationsassistentinnen 
und -assistenten weitergebildet. In Kooperation mit vergleichbaren Projekten wurde eine bundesweite 
Initiative für die Anerkennung des Berufsbildes „Sprach- und Integrationsmittler/in“ gestartet. 
Hintergrund des Projekts
Integrationsarbeit erfordert sowohl die interkulturelle Öffnung von Institutionen der Aufnahmegesell-
schaft als auch der Migranten-Communities. Dies wird optimal durch herkunftssprachliche und fach-
kundige Vermittlungskräfte erreicht, die die Fachkräfte im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich 
unterstützen. 
Es gibt in ausreichender Anzahl Migrantinnen und Migranten, die in ihren Herkunftsländern angemes-
sene Qualifikationen im Sozial-, Gesundheits- oder Bildungsbereich erworben haben. Sie haben oft 
langjährige Berufserfahrungen und verfügen über Kontakte zu ihrer Community im Aufnahmeland. Ihre 
Qualifikationen werden aber formell nicht anerkannt. Mit einer neu konzipierten Weiterbildung zu Inte-
grationsassistentinnen und -assistenten werden sie zu einer vermittelnden und assistierenden Tätigkeit 
für die Fachkräfte befähigt. 
Ziele des Projekts
•	 Unterstützung	der	Kommunikation	zwischen	Fachkräften	und	Migranten-Communities
•	 Mobilisierung	der	Ressourcen	von	Migrantinnen	und	Migranten	für	die	Integration 	
•	 Weitere	Öffnung	von	Regelinstitutionen	und	Migranten-Communities
•	 Erhöhung	der	Effektivität,	Effizienz	und	Nachhaltigkeit	der	Sozialen	Arbeit	im	Sozial-	und	Gesund-  
 heitswesen sowie im Bildungsbereich
Mögliche Arbeitsfelder können die Berufsförderung, Jugendarbeit, Familien- und Jugendhilfe, Erzie-
hungsberatung, psychosoziale Versorgung, Soziale Arbeit an Schulen, Frauenberatung, Seniorenarbeit, 
Konfliktbearbeitung, Projektarbeit in Schulen und KITAs, Stadtteilarbeit und Sprachvermittlung im 
Gesundheitswesen sein.

61
Projektdurchführung
In Kooperation mit der Hochschule Darmstadt wurde die Weiterqualifizierung zu Integrationsassisten-
tinnen und -assistenten vom Interkulturellen Büro konzeptionell entwickelt und in zwei Kursen (2003 
und 2004) durchgeführt. Die Weiterbildung wurde mit EU-Mitteln und städtischen Mitteln finanziert.
In den Jahren 2006 und 2007 wurde die Weiterqualifizierung in Kooperation mit dem Internationalen 
Bund (IB) als Projektträger und der Hochschule Darmstadt wiederholt. Sie wurde mit Bundesmitteln 
(Agentur für Arbeit und ARGE), mit ESF-Mitteln (Land) und mit städtischen Mitteln finanziert.
Weiterbildungsmaßnahme
Die Weiterbildung umfasste 450 Stunden Fachunterricht, 325 Stunden Praktikum und 200 Stunden 
Deutschunterricht, die in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt durchgeführt wurde. Die inhalt-
lichen Schwerpunkte waren: Migrationssoziologie; Entwicklungspsychologie; soziale Kompetenz; Grund-
lagen, Methoden und Institutionen der Sozialen Arbeit; Einführung in die Arbeitsfelder im Sozial- und 
Gesundheitswesen; Einführung in die Sprachvermittlung; interkulturelle Kompetenz im Umgang mit 
Behörden; Reflexion des Praktikums.
Absolventinnen und Absolventen
Die Teilnehmenden kamen aus 22 Herkunftsländern und hatten folgende Sprachkenntnisse:  
Amharisch, Arabisch, Armenisch, Chinesisch, Englisch, Farsi, Französisch, Griechisch, Italienisch, 
 Kroatisch, Kurdisch, Paschtu, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, 
Somalisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Urdu, Ukrainisch.
Verbleibstudie  (Stand Februar 2008)
•	 Von	den	60	Absolventinnen	und	Absolventen	konnten	55	befragt	werden.	Davon	waren	37	erwerbs- 	 
 tätig und 14 Arbeit suchend oder hatten nur Einzelaufträge auf Honorarbasis.
•	 Weitere	drei	haben	an	den	Fachhochschulen	Sozialpädagogik	studiert,	eine	Absolventin	hat	eine 	 
 Pflegehelferinnenausbildung begonnen.
•	 Von	den	37	Erwerbstätigen	waren	24	im	Sozialwesen,	fünf	im	Bildungsbereich	und	acht	in	anderen 	 
 Bereichen (z. B. als Verkäuferin, Fahrer, Kurier etc.) tätig.
•	 Von	den	29	im	Sozialwesen	und	im	Bildungsbereich	Tätigen	waren	19	bei	freien	Trägern	und	10 	 
 im öffentlichen Dienst angestellt. Von ihnen hatten 21 befristete Beschäftigungsverhältnisse und  
 acht feste Stellen. 
Weiterqualifizierung zu Gesundheitslotsinnen und -lotsen 
Im Gesundheitsprojekt „MiMi Hessen – Mit Migranten für Migranten“, ein Kooperationsprojekt mit dem 
Ethnomedizinischen Zentrum Hannover, wurden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fortgebildet. 
Diese sollten in die Lage versetzt werden, durch Informationsveranstaltungen in Migrantenvereinen, 
Arztpraxen oder Bürgerhäusern einen Beitrag zur präventiven Gesundheitsarbeit leisten zu können.  
Die Mitglieder aus den Communities, denen die Strukturen und Angebote des deutschen Gesundheits-
systems nicht hinreichend bekannt sind, lernen so das deutsche Gesundheitswesen näher kennen und 
sind besser über wichtige Gesundheitsthemen informiert. 
Themen der Fortbildung waren:
Das Gesundheitswesen in Deutschland, die Bedeutung der psychischen Gesundheit, Tabak-, Alkohol- 
und Drogenkonsum sowie die Frage der Abhängigkeit, von Suchtproblemen oder des verantwortungs-
bewussten Umgangs mit Medikamenten, Schwangerschaftsvor- und -nachsorge, Kindergesundheit 
(einschließlich Mundgesundheit), Unfallprävention, Ernährung, Bewegung und Vermeidung von Überge-
wicht sowie Gesundheit im Alter; inhaltliche Durchführung einer Informationsveranstaltung, Methoden-
schulung, Didaktik und Medieneinsatz bei Informationsveranstaltungen sowie Praxisübungen.
An dieser Fortbildung im Berichtsjahr 2006 – 2007 haben 27 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren 
aus 13 verschiedenen Communities teilgenommen.

62
Weitere Qualifizierungsmaßnahmen
Im Jahr 2005 hat das Interkulturelle Büro in Kooperation mit dem Sozialamt eine Fortbildungsreihe 
„Aktuelle Änderungen im Zuwanderungs- und Sozialrecht“ angeboten. Diese umfasste die folgenden 
Themen: Hilfsangebote für Frauen, Wohngeld und Wohnungsvermittlung, Formen der Sozialleistungen,  
Angebote der Altenhilfe, Erzieherische Hilfen, Zuwanderungsgesetz und Leistungsgewährung, Ausländer -
recht (Aufenthaltstitel, Ausweisung, Verfestigung des Aufenthalts, Familiennachzug), Arbeitsaufnahme, 
Beschäftigungsverordnung, Flüchtlingsrecht, Staatsangehörigkeitsrecht, Beratungskompetenz.
An dieser Fortbildungsreihe im Jahr 2005 haben durchschnittlich 10 Multiplikatorinnen und Multiplika-
toren aus 8 verschiedenen Communities teilgenommen.  
Mit dem Ziel, älteren Migrantinnen und Migranten den Zugang zu den Regeldiensten der Rentenver-
sicherung durch die Unterstützung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (Informationen in der 
Muttersprache, Vorprüfung der benötigten Unterlagen auf Vollständigkeit, Begleitung bei Antragstellung 
und / oder Beratung) zu erleichtern, hat das Interkulturelle Büro in Kooperation mit der Deutschen 
Rentenversicherung Hessen und dem städtischen Versicherungsamt eine Fortbildungsreihe zum Thema 
„Renteninformationen für ältere Zugewanderte“ angeboten. 
Daran nahmen im Jahr 2007 durchschnittlich 14 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus 10 ver-
schiedenen Communities teil.
Einsatz von interkulturellen Vermittlungskräften 
Im Jahr 2008 hat das Interkulturelle Büro gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Darmstadt das Ko-
operationsprojekt „Interkulturelle Vermittlung zwischen Institutionen im Sozial-, Bildungs- und Gesund-
heitswesen und den Zugewanderten“ gestartet, das seitdem kontinuierlich weitergeführt wird. Das DRK 
koordiniert in diesem Projekt die Vermittlung von ca. 40 Interkulturellen Vermittlungskräften in unter-
schiedlichen Einsatzfeldern (s. dazu ausführlich Kap. IV.1.). 
6. Interkulturelle Stadtteilarbeit:  
     Stärkung der Partizipation
Der Darmstädter Ansatz im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“
Bundesweite Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Beteiligung von Migrantinnen und Migranten an den 
Projekten des Programms „Soziale Stadt“ aufgrund vielfältiger Faktoren, z. B. der sprachlichen, kultu-
rellen und sozialen Barrieren, eine besonders große Herausforderung darstellt. 
Um eine stärkere Partizipation der zugewanderten Bevölkerung in den betreffenden Stadtteilen sicher-
zustellen, hat das Interkulturelle Büro als wichtigen Baustein kommunaler Integrationspolitik einen 
neuen Ansatz interkultureller Stadtteilarbeit entwickelt. 
Das Interkulturelle Büro hat in Kranichstein und in Eberstadt-Süd die Einbeziehung von Migrantinnen 
und Migranten in die Stadtteilarbeit gemeinsam mit den Stadtteilwerkstätten vor Ort initiiert sowie den 
Beteiligungsprozess moderiert und gesteuert. Dazu war es notwendig, den Dialog mit den wichtigsten 
im Stadtteil ansässigen Communities einzuleiten. Die Vernetzung der Multiplikatorinnen und Multiplika-
toren aus der Migrantenbevölkerung und mit den einheimischen Akteuren – den Fachkräften der Institu-
tionen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern –, ist zielgerichtet initiiert und begleitet worden.

63
Entsprechend dieser Zielsetzung wurden folgende Aktivitäten auf Stadtteilebene durchgeführt:
Aktivitäten Ziele
Aufbau und Vernetzung  
von Migrantenarbeitsgruppen
Gleichwertige Beteiligung von Migrantinnen  
und Migranten
Stadtteilfeste / Gemeinsame soziale Aktivitäten Entwicklung interkultureller Nachbarschaft / 
Identifikation mit dem Stadtteil
„Mama lernt Deutsch“ an Schulen /  
Deutschkurse im Stadtteil / Elterngesprächskreise 
in Kindertagesstätten und Schulen
Öffnung der Bildungsinstitutionen /  
Stärkung der Sprach- und Erziehungskompetenz 
der Eltern
Zweisprachige Informationsveranstaltungen mit 
Migrantenvereinen / Mehrsprachige Informations-
blätter für Migrantinnen und Migranten
Informationsvermittlung im Sozial- und Gesund-
heitswesen sowie im Bildungsbereich
Durchführung von Fortbildungen und Tagungen  
im Stadtteil
Informationsvermittlung zum Thema Migration / 
Entwicklung interkultureller Kompetenz
Durch diese Vorgehensweise ist es gelungen, in beiden Stadtteilen Migrantenarbeitsgruppen aufzubauen:
In Kranichstein existiert der Arbeitskreis „MigrantInnen in Kranichstein“ (AK „MIKRA“) als Vertretungs-
gremium der Migrantenbevölkerung im Stadtteil. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertreterinnen und 
Vertretern der afghanischen, arabischen, irakisch-kurdischen, pakistanischen, russlanddeutschen und 
türkisch-alevitischen Communities. 
In Eberstadt-Süd existiert die Arbeitsgruppe „Interkulturelle Stadtteilarbeit“ mit wechselnd teilnehmen-
den Vertreterinnen und Vertretern aus arabischen, eritreischen, polnischen, somalischen, russlanddeut-
schen und türkisch-alevitischen Communities. 
Beide Migrantenarbeitsgruppen sind über die Stadtteilwerkstatt und über direkte Vertreterinnen und 
Vertreter in das jeweilige Stadtteilnetzwerk vor Ort eingebunden. Durch die Arbeit mit den Vertreterinnen 
und Vertretern der Migrantencommunities ist die Partizipation der Migrantenbevölkerung im Stadt-
teil gesichert. Sie beteiligen sich an gemeinsamen Aktivitäten, wie Reinigungsaktionen, aktivierenden 
 Befragungen sowie an Stadtteilfesten mit Informationsständen und Beiträgen im Kulturprogramm. 
In den Räumen zur bürgerschaftlichen Nutzung in Kranichstein-Süd führen zeitweise mehr als zehn 
Frauengruppen verschiedener Herkunftsländer in Selbstverwaltung ihre Aktivitäten durch. Das Angebot 
reicht von Deutsch- und Alphabetisierungskursen, muttersprachlichen Kursen für Kinder, Mädchentreffs 
bis hin zu speziellen Themenbereichen. Da in Eberstadt-Süd keine Räume zur Verfügung stehen, ist es 
für die Gruppen dort schwieriger, sich zu organisieren und eigene Aktivitäten zu entwickeln. Seit Beginn 
der Einbeziehung von Migrantinnen und Migranten in die Stadtteilarbeit sind in beiden Stadtteilen neue 
Migrantenvereine, meist Frauenvereine, entstanden. 
In den Migrantenarbeitsgruppen werden stadtteilrelevante Fragestellungen vordiskutiert, die gemein-
sam erarbeiteten Vorschläge werden über Delegierte in die Stadtteilrunde sowie in die weiteren Bürger-
arbeitsgruppen hineingetragen.
Die Migrantenarbeitsgruppen wurden, nachdem sie sich als Arbeitsgruppen stabilisiert hatten, Schritt 
für Schritt geöffnet und mit den „regulären“ Gremienstrukturen im Quartier vernetzt. Die einzelnen 
Gruppen, die in der Migrantenarbeitsgruppe vertreten sind, werden im Quartier stärker „sichtbar“ 
 (Aktivitäten in den Räumen zur gemeinschaftlichen Nutzung, Auftritte bei Stadtteilfesten, Beteiligungen 
an Reinigungsaktionen, Befragungen etc.).

64
Die Aktivitäten zur Migrantenbeteiligung erforderten eine begleitende „Qualifizierungsoffensive“ im 
Stadtteil. Um ihrer vielfältigen Multiplikatorenrolle gerecht werden zu können, wurden Migrantinnen 
und Migranten aus den Communities durch Fort- und Weiterbildungen geschult. Aber auch Alphabeti-
sierungs- und Deutschkurse im Stadtteil sowie (zweisprachige) Informationsveranstaltungen zu wichtigen 
Themen, wie Bildung oder Arbeit, dienten der Stärkung der persönlichen Ressourcen von Zugewanderten, 
insbesondere von Migrantinnen.
Es ist keineswegs selbstverständlich, dass eine stärkere Migrantenbeteiligung im Quartier auf einen 
gleichzeitigen Öffnungsprozess der Stadtteilgremien trifft. Dieser Prozess der wechselseitigen Öffnung 
von Migranten-Communities und von Arbeitsstrukturen im Stadtteil wurde deshalb von der Stadtteil-
werkstatt und dem Interkulturellen Büro gemeinsam und zielgerichtet gestaltet. 
Um dies zu erreichen war es wichtig, den institutionellen Öffnungsprozess durch Angebote zur Kompe-
tenzerweiterung für Einheimische und Zugewanderte sowie für Fachkräfte und Ehrenamtliche gleich-
zeitig zu unterstützen. In differenzierten Angeboten für Frauen und Männer sowie für Jüngere und Ältere 
in den Themenbereichen interkulturelle Kommunikation, Konfliktmediation oder Gewalt-Deeskalation 
wurden Ressourcen für Zivilkompetenz und interkulturelle Nachbarschaft im Stadtteil gestärkt. So ent-
stand ein gemeinsamer Pool von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vor Ort, die bei Stadtteilkonflik-
ten vermitteln oder präventiv wirksam werden können.
In Schulen und Kindertagesstätten wurden zeitgleich Öffnungsprojekte, wie „Mama lernt Deutsch“ oder 
„Elterngesprächskreise“, angeboten, um die Schwellenangst vor den Bildungsinstitutionen zu senken. 
Erfahrungen und Ergebnisse der Beteiligung von Migrantinnen und Migranten sowie der Schaffung von 
Gelegenheitsstrukturen zur Entwicklung von interkulturellen Nachbarschaften können auch für andere 
Stadtteile nutzbar gemacht werden. 
Andererseits können diese Erfahrungen und Ergebnisse der Förderung und Beratung von Migranten-
vereinen und -gruppen oder der Fort- und Weiterbildung sowie der Förderung von Aktivitäten gegen 
Rassismus und für eine weltoffene Stadt im gesamtkommunalen Kontext unmittelbar auch für die 
Stadtteilarbeit genutzt werden.
Durch die Schwerpunktbildung im Bereich Stadtteilarbeit ist es dem Interkulturellen Büro möglich, 
als eine besondere „intermediäre Instanz“ zur Unterstützung der Beteiligung von Migrantinnen und 
Migranten im Stadtteil zu wirken. Dabei geht es um eine Mittlerfunktion zwischen den institutionellen 
und lebensweltlichen Strukturen im Stadtteil, d. h. der Stadtteilwerkstatt, der Stadtteilrunde und den 
Bürgerarbeitsgruppen einerseits sowie der Migrantenarbeitsgruppe als parallele und zugleich vernetzte 
Arbeitsstruktur andererseits. 
Insgesamt sind heute in beiden Stadtteilen wichtige Voraussetzungen erfüllt, die die Migrantenbeteili-
gung am Stadtteilerneuerungsprozess gewährleisten. In Kranichstein-Süd ist bereits eine Vielzahl der 
im Stadtteil lebenden relevanten Migrantengruppen stabil in den Stadtteilentwicklungsprozess einge-
bunden. 
Insbesondere in Eberstadt-Süd ist es weiterhin notwendig, die Migrantenarbeitsgruppe sukzessive wei-
terzuentwickeln und auf alle relevanten Migrantengruppen im Stadtteil zu erweitern. Zudem stehen in 
Eberstadt-Süd kaum Räume zur bürgerschaftlichen Nutzung zur Verfügung, weshalb es für die Gruppie-
rungen dort besonders schwierig ist, sich zu organisieren und eigene Aktivitäten zu entwickeln. Um die 
kontinuierliche Präsenz der Migranten-Communities in der Stadtteilentwicklung zu gewährleisten, wird 
es in Zukunft sehr wichtig sein, geeignete Räume zur Verfügung zu haben.

65
7. Antirassismus 
Kurzbeschreibung der Situation in Darmstadt
Rechtsextremismus im Umfeld
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt es eine lange Tradition der demokratischen Zurückweisung 
von rechtsextremistischen Tendenzen. Charakteristisch am Darmstädter Profil ist, dass die Toleranz-
schwelle gegenüber allen Formen des Rechtsextremismus sehr niedrig ist und präventiver Arbeit von 
der Stadtverwaltung wie von zivilgesellschaftlichen Akteuren hohe Bedeutung beigemessen wird. Aber 
jugendkulturelle Cliquen und Kameradschaften, wie etwa das Aktionsbüro Rhein-Neckar und die Freien 
Nationalisten Rhein-Main, haben sich laut den Verfassungsschutzberichten 2006 – 2009 in einigen um-
liegenden Kommunen der Region Starkenburg stärker etabliert. 
Eine „Kameradschaft Darmstadt“ hatte durch eine Homepage unter Missbrauch des Stadtwappens 
und durch ein Transparent auf einer Demonstration in Kaiserslautern auf sich aufmerksam gemacht. 
Sie trat im Jahr 2009 noch einige Male auf, entfernte aber die Homepage. Die Staatsanwaltschaft sah 
keine Notwendigkeit zum weiteren Einschreiten, nachdem das Stadtwappen entfernt worden war. Den 
Straftatbestand „Volksverhetzung“ sah sie als nicht erfüllt an.
Die „Kameradschaft Bergstraße“ und der „Nibelungensturm Odenwald“ haben sich zwar – vermutlich 
auch aus taktischen Gründen – aufgelöst, aber ihre Mitglieder sind weiter aktiv. 
Im Bereich des organisierten Rechtsextremismus leben in Darmstadt Mitglieder von rechtsextremen 
Parteien und Gruppen, jedoch sind keine organisierten Strukturen bekannt. Versuche, sich bei Gast-
wirten Räumlichkeiten zu verschaffen, gab es 2007 und 2008. Dagegen formierte sich die Aktionen: 
„Kein Bier für Nazis!“.
Es gibt bisher relativ wenige registrierte rechtsextreme Straftaten, die Anzahl liegt im Bereich von 20 
bis 30 pro Jahr. Die Zahl ist wegen des stärkeren Vorgehens der Polizei dagegen nach deren eigenen 
Angaben leicht gestiegen (bis 2009).
Das ist im Umland anders. So wurden im Kreis Bergstraße im Jahr 2004 allein 60 entsprechende Straf-
taten registriert. Darüber hinaus verbuchte die Rhein-Neckar-Region die bundesweit höchste Konzentra-
tion neonazistischer Konzertaktivitäten. 
Am 7. Januar 2006 trafen sich laut Verfassungsschutzbericht 400 – 500 Neonazis und Skinheads in 
Griesheim, im nächsten Umfeld von Darmstadt, zu einem Konzert, denen sich neben der Polizei auch 
zivilgesellschaftliche Akteure entgegenstellten. 
Alltäglicher Rassismus
Auch in Darmstadt wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes und von zivilgesell-
schaftlichen Akteuren beobachtet, dass einzelne Jugendliche Affinitäten zum Musikkonsum und zur 
Handy- und Internet-Nutzung der rechtsextremen Jugendszenen zeigen. Es gibt Hinweise, dass eine 
Beeinflussung durch den Austausch der jugendkulturellen Szenen im Stadt-Umland-Verhältnis entsteht. 
Auf der Ebene des alltäglichen Rassismus gibt es Ausgrenzungspraktiken vor allem gegenüber männli-
chen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, z. B. bei Disco- oder Lokalbesuchen. Nach dem 11. Sep-
tember 2001 haben zahlreiche Jugendliche aus islamisch geprägten Herkunftsländern, die in der Stadt 
Darmstadt leben, berichtet, dass sie sich einem Generalverdacht des Terrorismus ausgesetzt fühlten. 
Der Mediendiskurs über den Islam und die oft als einseitig empfundene Kommentierung der Konflikte 
im Nahen und Mittleren Osten verstärkten dieses Gefühl. 
Auf der anderen Seite wird in den Schulen und Jugendzentren des Öfteren beobachtet, dass diese Ju-
gendlichen, die selbst sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sind, wiederum gegenüber Einheimischen und 
Jugendlichen aus anderen Herkunftsländern ein ausgrenzendes Verhalten zeigen. Dieses Verhalten –

66
nach Beobachtungen in Schulen und in Freizeiteinrichtungen – kann relativ schnell gewalttätige Formen 
annehmen. Das Fehlen von demokratischen Vorbildern erschwert sowohl die Entwicklung von sozialen 
Kompetenzen wie auch von Verantwortungsbereitschaft.
Einem relativ großen Teil von männlichen Jugendlichen aus islamisch geprägten Herkunftsländern ist 
der Stellenwert antisemitischer und antiziganistischer Bilder als Erscheinungsform des Rassismus nicht 
bewusst, oder sie sind selber solchen Bildern verhaftet. Daher können sie die Bedeutung der Auseinan-
dersetzung mit Antisemitismus und Antiziganismus für die Entwicklung einer demokratischen Persön-
lichkeit oft nicht ermessen. Das ist aufgrund der besonderen deutschen Geschichte mit dem Völker-
mord an Juden und Sinti und Roma nicht unproblematisch, da hier Rechtsextremismus und traditionell 
motivierter Antisemitismus und Antiziganismus eine unheilvolle Allianz eingehen können.
Diskriminierende Verhaltensweisen im Sport
Es gibt innerhalb der Darmstädter Fußball-Fan-Szene zwar nur wenige Fans, die jederzeit zur Gewalt 
entschlossen sind und Affinitäten zur rechtsextremistischen Szene zeigen. Allerdings ist der Anteil der 
gelegentlichen Gewalttäter nach Angaben von Fan-Projekten höher. Dies erfordert eine entsprechende, 
präventive Arbeit. Es gibt auf der anderen Seite auch Fan-Gruppen, die im Stadion oder auf den Sport-
plätzen offen antirassistisch auftreten. Diese positiven Ansätze gilt es auszubauen. Eine Recherche 
zur genaueren Erforschung von rassistischen Bildern innerhalb der Fan-Szene wäre von großem päda-
gogischen Nutzen für die Fan-Arbeit. Dabei sollte auch das Umfeld nicht unbeobachtet bleiben, denn 
ausgrenzendes und/oder rassistisches Gedankengut wird möglicherweise auch bei den Sportlern durch 
Betreuer, Trainer oder Funktionäre des organisierten Sports verbreitet oder zumindest nicht unterbun-
den, wenn es überhaupt als Problem wahrgenommen wird.
Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ sowie andere Initiativen 
In Darmstadt gab es seit den 70er Jahren Initiativen neuen Typs gegen Rechtsextremismus und Rassis-
mus. Der „Runde Tisch Antirassismus“ ist in den 90er Jahren aus den Solidaritätsinitiativen für Flücht-
linge entstanden und wurde insbesondere durch die Wohlfahrtsverbände und das städtische Frauenbüro 
unterstützt. Jedes Jahr im Monat März wurde mit Beteiligung des „Runden Tisches Antirassismus“ die 
„Woche gegen Rassismus“ und im Monat September die „Interkulturelle Woche“ durchgeführt.
Die Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ entstand nach dem Attentat auf die Düsseldorfer 
 Synagoge im Jahre 2000 nach entsprechenden Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung und des 
Magistrats 2002. Diese Arbeitsgruppe umfasst auch den „Runden Tisch Antirassismus“. In ihr wirken 
Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Arbeit, Bildung und Religion mit. 
Die Arbeitsgruppe initiiert und unterstützt laufend Projekte und Aktivitäten, wie Öffentlichkeitsveran-
staltungen, Stadtteilprojekte, Projekte mit Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Bereich 
sowie Projekte gegen Antisemitismus und Antiziganismus.
Neben der Jüdischen Gemeinde ist die Einbeziehung des Landesverbands Hessen der Deutschen Sinti 
und Roma besonders wichtig, dieser seit 1982 seinen Sitz in Darmstadt hat. Hier gibt es seit ca.15 
Jahren eine Tradition der guten Zusammenarbeit. Das „Denkzeichen Güterbahnhof“ für die Opfer des 
Nationalsozialismus ist ein gutes Beispiel dafür, dass dem Andenken der verfolgten und deportierten 
jüdischen Opfer als auch der Opfer der Sinti und Roma Raum gegeben wird.
Es gibt zurzeit in Darmstadt keine formal organisierten Antifa-Gruppen aber eine Jugendszene, die sich 
dazu zählt, und mehrere jugendkulturelle Szenen mit demokratischen Traditionen. In einzelnen Projek-
ten sind bereits Migrantenvereine in Kooperation mit anderen Trägern aufgetreten. 
Die Erfahrung in den letzten Jahren hat – so wie beim „Runden Tisch Antirassismus“ – gezeigt, dass es 
eine Kerngruppe von aktiven Personen gibt, die die Aktivitäten der Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes 
Darmstadt“ mittragen. Die Aktivitäten werden von einem größeren Kreis der wohlwollenden Unterstüt-
zerszene bejaht, die ihrerseits darüber hinaus nicht aktiv werden. Deshalb bleibt die Aufgabe, die Größe 
der aktiven Kerngruppe zu erweitern. U. a. könnte versucht werden, die zahlreichen Studierenden in der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt stärker in die Aktivitäten einzubinden.

67
Maßnahmen und Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und Rassismus
Maßnahmen und Aktivitäten im Rahmen der Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“
Vertreterinnen und Vertreter folgender Organisationen bzw. Institutionen sind in der AG „Aktion weltof-
fenes Darmstadt“ vernetzt oder kooperieren mit ihr: DGB-Jugend, Stadtjugendring, StadtschülerInnen-
rat, Jugendforum, Mädchenarbeitskreis, Jungenarbeitskreis, Verein Kinder- und Jugendarbeit im Johan-
nesviertel, Theaterlabor, katholische und evangelische Kirche, Jüdische Gemeinde, Verband Deutscher 
Sinti und Roma – Landesverband Hessen, Runder Tisch Antirassismus, Ausländerbeirat, Migranten-
vereine, Schulen, Sportvereine, Gremien der Sportorganisation, Fraktionen der Parteien in der Stadt-
verordnetenversammlung.
Die Arbeitsgruppe hat u. a. folgende Projekte und Aktivitäten initiiert bzw. unterstützt: 
•	 Einrichtung	eines	städtischen	Preises	für	Zivilcourage,	seit	2007	umbenannt	in 	 
 Preis für „Gesicht zeigen“. 
•	 Öffentlichkeitsaktionen	(Lesungen,	Kabarettaufführungen,	Filmvorführungen,	Ausstellungen	und 	 
 eine Werbeaktion auf Omnibussen) für die Kampagne „Gesicht zeigen“. 
•	 Informationsveranstaltungen	zum	Thema	Rechtsradikalismus	(Strukturen	in	Hessen,	Ausstiegs-  
 programme, Umgang mit dem Holocaust in multikulturellen Klassen).
•	 Interreligiöse	Veranstaltungen	mit	Schwerpunkt	Islam. 	
•	 Aktionstage	gegen	Rassismus	im	Stadtteil. 	
•	 Ausstellungen	und	Lesungen	zur	Auseinandersetzung	mit	dem	Thema	Antiziganismus. 	
Projekte mit Jugendlichen: 
•	 Projekte des Theaterlabors mit Jugendlichen zur Erprobung und Aufführung von interaktiven Stücken. 
•	 Schulprojekte	zum	Besuch	von	Zentren	und	Begegnungsstätten	zum	Thema	Antisemitismus	und 	 
 Antiziganismus. 
•	 Schulprojekte	zum	gewaltfreien	Umgang	miteinander	und	zum	interkulturellen	Lernen. 	
•	 Aufführung	einer	Multimedia-Animation	in	Jugendveranstaltungen,	die	jugendgerecht	gegen	Gewalt 	 
 und Rassismus aufruft. 
•	 Soccer-Mega-Nights	im	Rahmen	des	Aktionsprogramms	„Anstoß“. 	
•	 Fußballturnier	„Tore	für	Toleranz“	in	multikulturellen	Stadtteilen. 	
•	 Fußball-	oder	Ringerturniere	eines	Sportvereins	gegen	Fremdenfeindlichkeit	unter	Beteiligung 	 
 von Jugendlichen aus anderen europäischen Städten.
Projekte der AG „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ in 2008, insgesamt gefördert mit 31.670,20 € : 
Projektträger Projekttitel 
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Schulprojekt gegen Krieg und Gewalt / Lernort Gedenkstätten
Förderverein für Demokratie und Menschlichkeit,  
gegen Rassismus
DVD-Projekt zur Erinnerungskultur
Theaterlabor Verlängerung des KICK-Projekts
Theaterlabor „Steht auf wenn ihr für x seid...“
Stadtteilschule Arheilgen Leben in Vielfalt – Erlebnispädagogisches Projekt
Evangelisches Dekanat Darmstadt Friedensmarsch und Friedensgebet
Projektgruppe Open Air am Steinbrücker Teich Rahmenprogramm für das Open Air Festival
Werkhof Darmstadt Interkulturelle Identität Radio gegen Rassismus
Vorbereitungsgruppe der Interkulturellen Wochen Interkulturelle Wochen
Hoffart / Edith-Stein-Schule Theaterstück Aicha
Evangelisches Dekanat Darmstadt Gedenken am Mahnmal für die Orthodoxe Synagoge

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Projekte der AG „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ in 2009: 
Projektträger Projekttitel 
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Schulprojekt gegen Krieg und Gewalt /  
Lernort Gedenkstätten
Religionsgemeinschaften und für den Frieden in der Welt Friedensmarsch Friedensgebet der Religionen
Theaterlabor Darmstadt Träume Dein Morgen
Vorbereitungsgruppe der Interkulturellen Wochen Interkulturelle Wochen
Miteinander Leben e.V. Martinsviertler Tage gegen Rassismus 2009
Projektgruppe Open Air am Steinbrücker Teich Rahmenprogramm für das Open Air Festival
Theaterlabor Darmstadt Der Kick
DGB-Jugend / StadtschülerInnenrat Rock gegen Rechts
Verband Deutscher Sinti und Roma Deutsches Romanes im offenen Kanal
Theaterlabor Darmstadt Heimat fremde Heimat
Insgesamt wurden Projekte in Höhe von 27.227,26 € bewilligt 
Gedenkkultur
Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus bzw. dessen Zurückdrängung hat in Darmstadt 
seit den frühen 1990er Jahren Tradition. Es entwickelte sich eine „Gedenkkultur“ nicht zuletzt auch 
gegenüber den Gruppen, derer lange Zeit nicht gedacht wurde, obwohl sie Opfer der nationalsozialis-
tischen rassistischen Verfolgung waren. Als erste Stadt in Hessen stellte der Magistrat Mittel für eine 
Dokumentation der lokalen Verfolgung der Sinti und Roma sowie für ein zu errichtendes Mahnmal zur 
Verfügung. Dieses steht vor der Volkshochschule.
Mit der finanziellen Unterstützung des Mahnmals „Denkzeichen Güterbahnhof“ wurde diese Tradition 
fortgesetzt wie auch mit der Unterstützung der Finanzierung verschiedener Ausstellungen zur Aufklä-
rung über den Nationalsozialismus, die auch in einigen Darmstädter Schulen gezeigt wurden, wie im 
Jahre 2004 die Ausstellung „Hornhaut auf der Seele – Die Geschichte zur Verfolgung der Sinti und 
Roma in Hessen“. Diese Ausstellung wurde 2010 noch zweimal präsentiert.
Seit 2005 werden in Darmstadt Stolpersteine verlegt, mit denen an Menschen erinnert wird, die während  
der Zeit des Nationalsozialismus Opfer von Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung wurden. Das Kultur-
amt der Wissenschaftsstadt Darmstadt organisiert die Patenschaften und ist an der Finanzierung der 
Verlegungen beteiligt.
Der Arbeitskreis Stolpersteine Darmstadt arbeitet seit 2009 eng mit dem Kulturamt zusammen, er 
recherchiert Biografien und trägt diese während der Verlegungen vor. Zurzeit liegen in Darmstadt 168 
solcher Gedenksteine. Die Verlegeorte können auf dem interaktiven Stadtplan der Homepage der Stadt 
Darmstadt nachgesehen werden.
Verknüpfung der Maßnahmen für Integration und gesellschaftliche Öffnung
In Darmstadt existiert eine relativ entwickelte Institutionalisierung der Arbeit im Bereich Integration und 
gesellschaftliche Öffnung.
Charakteristisch für Darmstadt ist, dass die Stadt dem Interkulturellen Büro neben den Aufgaben der 
Integration der Zugewanderten auch die Koordinierung der Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und 
Fremdenfeindlichkeit und der AG „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ übertragen hat. 
In Darmstadt existiert auch eine starke demokratische Tradition innerhalb der jugendkulturellen Szenen. 
In zahlreichen Veranstaltungen wurden die Logos oder Videoclips der Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes 
Darmstadt“ gezeigt.

69
Für die zahlreichen weiteren Aktivitäten im Bereich Antirassismus sei exemplarisch die kurzfristig orga-
nisierte Demonstration nach dem Konzert der Neonazis in Griesheim in 2006 genannt, auf der neben 
politischen Parteien der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung auch Initiativen und Gruppen aus 
der Antifa-Szene und den jugendkulturellen Szenen teilgenommen haben.
Im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2004“ hat die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt einen Ehrenpreis erhalten.
Im Jahr 2008 wurde die Wissenschaftsstadt Darmstadt als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet.
Der Lokale Aktionsplan (LAP) und seine Gremien
Ende des Jahres 2006 erfolgte die Anweisung des Magistrats der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur 
Teilnahme an dem Programm „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, 
Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ des Bundesministeriums BMFSFJ. Das Interkulturelle Büro, 
als federführende Stelle der Stadtverwaltung, bereitete mit einer Unterarbeitsgruppe der AG „Aktion 
Weltoffenes Darmstadt“ zunächst die Interessenbekundung und dann den Antrag vor. Als externe Ko-
ordinierungsstelle wurde der Förderverein „Zentrum für Demokratie und Menschlichkeit, gegen Rassis-
mus e.V.“ bestimmt. 
Unter Beteiligung eines externen Coaches zur Begleitung der Antragsstellung und der ersten Phase der 
Projektimplementierung sowie der externen Koordinierungsstelle wurde vom Interkulturellen Büro eine 
Steuerungsgruppe für den „Lokalen Aktionsplan“ eingerichtet.  
Der Begleitausschuss besteht aus den Vertreterinnen und Vertretern der AG „Aktion Weltoffenes Darm-
stadt“ sowie aus fünf Vertreterinnen und Vertretern des Ämternetzwerks und drei weiteren, aus für Ju-
gendliche relevanten, Gruppen. Mit dem Jugendforum, einem offenen „Parlament“ für nicht organisierte 
Jugendliche, gibt es neben dem Jugendring und dem Stadtschülerrat eine dritte Jugendvertretung. Im 
Mädchen- und Jungenarbeitskreis sind sozialpädagogische Fachkräfte vertreten. Sie werden neben dem 
Frauenbüro die Umsetzung des Gender Mainstreaming begleiten. 
Folgende Institutionen sind im Begleitausschuss vertreten: 
DGB-Jugend, Jugendring, Mädchenarbeitskreis, Jungenarbeitskreis, StadtschülerInnenrat, Jugendforum, 
katholische und evangelische Kirche, Jüdische Gemeinde, Verband Deutscher Sinti und Roma, Runder 
Tisch Antirassismus, Ausländerbeirat, Migrantenvereine, mehrere Schulen, Fraktionen der Parteien in 
der Stadtverordnetenversammlung, Jugendamt (Abteilung Jugendförderung), Amt für Familie, Kinder-
betreuung und Sport (Sportberatungsstelle), Frauenbüro, Kulturamt und Interkulturelles Büro.
Der Begleitausschuss hat sich im August 2007 konstituiert, eine Geschäftsordnung gegeben und hat 
Kriterien für das Auswahlverfahren der Einzelprojekte festgelegt. 
Das Ämternetzwerk besteht aus fünf Ämtern der Stadtverwaltung Darmstadt: dem Jugendamt (Ab-
teilung Jugendförderung), dem Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport, dem Frauenbüro, dem 
Kulturamt und dem Interkulturellen Büro. 
Somit sind auf der Ämterebene die Zuständigkeit für die Zielgruppen Mädchen und Jugend, Sportju-
gend, Fans, Migrantinnen und Migranten sowie die Organisationen der Zielgruppen und die Multiplika-
torinnen und Multiplikatoren, die mit ihnen arbeiten, abgedeckt. Über das Jugendamt (Jugendförde-
rung) können auch nicht organisierte Jugendliche im außerschulischen Bereich über die Jugendzentren 
erreicht werden. Die Federführung obliegt dem Interkulturellen Büro.

70
Ziele des Lokalen Aktionsplans 
Für den LAP wurden drei Leitziele mit zugeordneten Mittlerzielen festgelegt: 
1. Leitziel: Stärkung demokratischer Persönlichkeitsstrukturen und sozialer Kompetenzen im Umgang 
mit Vielfalt mit den Mittlerzielen:
•	 Aneignung	von	demokratischen	Werten	und	Ausweitung	der	Menschenrechtsbildung.
•	 Entwicklung	von	gewaltminimierenden	Problemlösungsstrategien	vor	dem	Hintergrund	der	Reflexion 	 
 über eigene Ausgrenzungserfahrungen und Vorurteile.
•	 Sensibilisierung	gegen	abwertende	Bilder	über	andere	Gruppen.
•	 Sensibilisierung	für	interkulturelle	und	interreligiöse	Aspekte	und	Auseinandersetzung	mit	dem 	 
 religiösen Fanatismus.
2. Leitziel: Stärkung der demokratischen Kultur der Stadtgesellschaft mit den Mittlerzielen:
•	 Kompetenzentwicklung	für	zivilen	Umgang	mit	interethnischen	Konflikten.
•	 Erkundung	des	Gefährdungspotentials	durch	rechtsextreme	Einflüsse	aus	dem	Umland.
•	 Anerkennung	von	demokratischem	Handeln	und	von	Zivilcourage	durch	die	Stadtgesellschaft.
3. Leitziel: Erweiterung der Akteure und Stärkung der Vernetzung mit den Mittlerzielen:
•	 Bekanntmachung	und	offensive	Vertretung	der	Ziele	des	„Lokalen	Aktionsplans“	in	der 	 
 Stadtöffentlichkeit. 
•	 Demokratische	Aktivierung	und	Partizipation	von	bisher	in	geringerem	Maße	einbezogenen	Personen, 	 
 Gruppen und Vereinen. 
Zielgruppen des Lokalen Aktionsplans 
•	 Kinder	in	Kindergärten	bzw.	Grundschulen 	
•	 Jugendliche	(im	schulischen	und	außerschulischen	Bereich):
•	 Schülerinnen	und	Schüler 	
•	 Berufsschülerinnen	und	-schüler
•	 nicht	organisierte	Mädchen	und	Jungen
•	 Mädchen	und	Jungen	mit	Migrationshintergrund
•	 Fans
•	 Mädchen	und	Jungen	in	Sportvereinen
•	 religiöse	Jugendgruppen
Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist es besonders wichtig, dass Kulturalismus vermieden 
und die Jugendlichen nicht auf eine vermeintliche Herkunftsidentität festgelegt werden. Vielmehr sollen 
gemischt-kulturelle Prozesse in der Identitätsfindung unterstützt werden.
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
•	 Lehrkräfte,	insbesondere	in	Berufsschulen	sowie	in	Haupt-	und	Realschulen	mit	hohem	Anteil 	 
 von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund
•	 Ausbilderinnen	und	Ausbilder
•	 Schulsozialarbeiterinnen	und	-sozialarbeiter
•	 Sozialpädagoginnen	und	Sozialpädagogen,	insbesondere	in	der	Kinder-	und	Jugendarbeit 	
•	 Erzieherinnen	und	Erzieher
•	 Studierende	der	Fachrichtungen	Lehramt	und	Sozialpädagogik
•	 Fans	mit	Multiplikatorenfunktion 	
•	 Trainerinnen	und	Trainer	/	Funktionäre	und	Funktionärinnen	in	Sportvereinen
•	 Funktionsträgerinnen	und	-träger	in	Religionsgemeinschaften
In allen Institutionen sind Leitungskräfte besonders anzusprechen.

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Eltern
•	 Väter	und	Mütter	(allgemein)
•	 Väter	und	Mütter	mit	Migrationshintergrund
Stadtgesellschaft
•	 Medien
•	 Parteien
•	 Unternehmerverbände	und	Gewerkschaften
•	 freie	Träger	der	Sozialen	Arbeit
•	 Vereine
•	 Religionsgemeinschaften
Ablauf des Lokalen Aktionsplans 
Mit einer Magistratsvorlage wurde die Grundlage geschaffen, den Begleitausschuss einzurichten, der 
sich im August 2007 konstituiert hat. Die federführende Stelle der Stadtverwaltung für den Lokalen 
Aktionsplan, das Interkulturelle Büro, hatte öffentlich dazu aufgerufen, Projektvorschläge einzureichen. 
Die Schirmherrschaft über den LAP hat der frühere Stadtrat für Soziales, Jugend, Frauen, ältere Menschen, 
Wohnen, Gesundheit und Interkulturelles, und jetzige Oberbürgermeister Jochen Partsch übernommen.
In der ersten Zeit erstreckte sich die Arbeit der Koordinierungsstelle insbesondere auf die Beratung und 
Unterstützung der Antragstellerinnen und -steller von Projekten und die Vorbereitung der Begleitaus-
schusssitzungen.
Der Begleitausschuss beschloss sowohl eine Geschäftsordnung als auch Kriterien für die Förderung von 
Projekten, die sich aus den Erfahrungen mit der Förderpraxis der AG „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ 
ableiten. Er berief eine Arbeitsgruppe aus zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem Ämternetzwerk ein, 
die Förderentscheidungen vorbereitete. Der Begleitausschuss wählte auf der Grundlage der Empfehlun-
gen der Arbeitsgruppe die innovativen Projekte aus. 
Anschließend wurden der LAP und die Projekte der ersten Förderphase mit einer Auftaktveranstaltung 
der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ein weiterer Höhepunkt wurde die Veranstaltung zur Preisverleihung „Gesicht zeigen“ während der 
Internationalen Woche gegen Rassismus 2008, bei der auch Zwischenergebnisse aus dem LAP präsen-
tiert wurden. 
Durch die Verlängerung der ersten Förderperiode bis Ende 2008 wurde die Berücksichtigung weiterer 
Projekte für die Förderung möglich. Nach dem gleichen Verfahren wählte der Begleitausschuss neue 
Projekte aus und bestätigte die Verlängerung laufender Projekte.
Die Erfahrungen der ersten Förderperiode 2007 – 2008 wurden bei einem Auswertungstreffen diskutiert, 
die Ergebnisse im Begleitausschuss bestätigt, und auf dieser Grundlage der LAP für 2009 fortgeschrieben. 
Die Projektergebnisse, insbesondere diejenigen der Theaterprojekte, wurden auf einer Abschlussveran-
staltung mit einer Werkschau und Evaluation der Öffentlichkeit vorgestellt. 
Am Ende der Gesamtförderperiode wurden die Erfahrungen des LAP aufgearbeitet und Schlussfolge-
rungen dahin gehend gezogen, wie Kontinuität und Nachhaltigkeit durch die Arbeitsgruppe gesichert 
werden könnten.

72
Projekte des Lokalen Aktionsplans 
Abgeschlossene Projekte des Lokalen Aktionsplans (2007 – 2008):
Projektträger Projekttitel 
Akademie 55plus Darmstadt e.V. Heimat, fremde Heimat .  
Theaterprojekt unter Beteiligung von älteren Menschen  
und Jugendlichen aus Migrantenfamilien
Landesverband Deutscher Sinti und Roma „Zigeuner“bilder bei Multiplikatoren und Pädagogen
DGB-Jugend Vielfalt leben! – Respekt ist unser Thema.  
Projekttage zu den Themen Identität, Rechtsextremismus, 
Zivilcourage und Menschenrechte
Netzwerk ROPE e.V. Schule und Jugendarbeit gegen (neuen) Antisemitismus
Kinder- und Jugendarbeit im Johannesviertel e.V. „Ich bin wie Du“ 
Förderverein Heinrich-Emanuel-Merck-Schule e.V. Spurensuche – Zug der Erinnerung
Freie Szene Darmstadt e.V. / Theater Lakritz Frühförderung von Integration und sozialer Kompetenz 
durch theaterpädagogische Projektarbeit 
CISV Junioren Kommunikations- und Informationstag  
zum Internationalen Tag des Friedens
Freie Szene Darmstadt / die stromer Titel: Theater gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit
Miteinander leben e.V. Martinsviertler Tage gegen Rassismus und rechte Gewalt
Freundeskreis Albert-Schweitzer-Haus e.V. Seminare für Multiplikatoren der Kinder- und Jugendarbeit
Internationaler Bund (IB) Fanprojekt
Nachbarschaftsverein Eberstadt-Süd e.V. Meine Grenzen – Deine Grenzen.  
Förderung von Sozialintegration und Toleranz
Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e.V. Internet-Plattform gegen Rechtsextremismus
Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e.V. Mission Toleranz
Transittheater Forum e.V. „Eigen und Befremdlich“ – vom Umgang mit Vorurteilen, 
Gerüchten und Feindbildern
DGB-Jugend / StadtschülerInnnenrat Rock gegen rechts
Freie Szene und Praxis-Labor (TU-Darmstadt) Theaterwerkschau und Evaluierung
Evangelische Kirche – Stadtjugendpfarramt „Eine Heimat finden“
Förderverein Zentrum für Demokratie und 
 Menschlichkeit, gegen Rassismus e.V.
Koordinierungsstelle
Die Förderung betrug insgesamt 185.000,00 € Bundesmittel für 2007/08  
(keine städtische Ko-Finanzierung).

73
Abgeschlossene Projekte des Lokalen Aktionsplans (LAP) für 2009: 
Projektträger Projekttitel 
Jüdische Gemeinde Ausstellungsrecherche / -begleitung
Verband Deutscher Sinti und Roma Medienkoffer für Schule/ Unterricht: Antiziganismus
Freundeskreis Albert-Schweitzer-Haus e.V. Projekttage mit Grundschülerinnen und -schülern
Kinder- und Jugendarbeit im Johannesviertel e.V. Tanzprojekt
Netzwerk ROPE e.V. Menschenrechtserziehung in der Grundschule
Theatermacher e.V. Erzählprojekt in der Grundschule
Freie Szene Darmstadt e.V. / Theater Lakritz Theaterprojekt Grundschule
HoffArt e.V. Rattenfänger
Förderverein Zentrum für Demokratie und Menschlichkeit, 
gegen Rassismus e.V.
Koordinierungsstelle
Insgesamt 89.000,00 € Bundesmittel für 2009 (keine städtische Ko-Finanzierung) wurden bewilligt. 
Im Laufe des Jahres 2009 erfolgte für die Bereiche „Recherche über die Einflussnahme der rechten 
Jugendszenen aus dem Umfeld in Darmstadt“ und „Nachhaltigkeit der Schul- und Kita-Projekte“ eine 
weitere Ausschreibung im Umfang von 11.000,00 €.
Abgeschlossene Projekte des Lokalen Aktionsplans (LAP) für 2010: 
Projektträger Projekttitel
Kulturzentrum der Aleviten Mentoring und demokratische Beteiligung im Betrieb
Dialog e.V. Musik statt Gewalt
Verband Deutscher Sinti und Roma, LV Hessen Antiziganismus als Thema in der offenen Jugendarbeit
SKA e.V. Sport für Vielfalt und Toleranz
Theatermacher e.V. Erzählen von Märchen in der Grundschule
Sportkreis 33 Kein Platz für Rassismus im Sport
Darmstädter Kreis für Berufliche Bildung (DKBB),  
Förderverein der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Jüdische Berufsschule in Darmstadt  
(Filmprojekt + Ausstellung)
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. Anne Frank Ausstellung
LAP Aktionswoche im „Lokalen Aktionsplan“
Insgesamt 91.000,00 € Bundesmittel für 2010 (keine städtische Ko-Finanzierung) wurden bewilligt.
Der Lokale Aktionsplan 2011 – 2013
Im November 2010 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Einrei-
chung von Interessenbekundungen im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz 
stärken“ im Programmbereich „Entwicklung integrierter lokaler Strategien“ aufgerufen. Die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt hat nach Einreichung der Interessenbekundung die Zusage für eine weitere 
Förderung zur „Entwicklung, Implementierung und Umsetzung integrierter lokaler Strategien“ für die 
Jahre 2011 – 2013 erhalten. In diesem Zeitraum werden – entsprechend dem Beschluss des Begleit-
ausschusses des LAP – folgende Schwerpunkte gefördert:

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•	 Unterstützung	der	Ausstellung	„Hornhaut	auf	der	Seele	–	Geschichte	der	Verfolgung	der	Sinti	und 	 
 Roma“ zur Dauerausstellung, mit dem weiterführenden Ziel, nicht nur über den Antiziganismus zu  
 informieren und aufzuklären, sondern allgemein eine antirassistische Bildungsarbeit in eigenen  
 Räumlichkeiten zu etablieren unter Beibehaltung des ersten Schwerpunkts. 
•	 Unterstützung	von	Projekten	der	MSOs	unter	dem	Motto	„Erziehung	zur	Demokratie“,	die	nieder-  
 schwellig Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, auch Eltern, an die antirassistische, demokratie-  
 fördernde Bildungsarbeit heranführen, um diesen auch politische Partizipationsmöglichkeiten  
 aufzuzeigen.
8. Bürgerschaftliches Engagement:  
     Integrationsbegleiterinnen und -begleiter 
Menschen, die neu nach Deutschland kommen, brauchen während ihres Integrationsprozesses parallel 
zu den Sprachkursen ergänzende Angebote, wie Beratung und Begleitung, die ihnen Orientierung bieten. 
Um diesem Bedarf Rechnung zu tragen, hat das Interkulturelle Büro in den Jahren 2008 und 2009 das 
Projekt „Integration braucht Partnerschaft“ durchgeführt. 
Bei diesem Projekt wurde ein Netzwerk von einheimischen ehrenamtlichen Integrationspartnerinnen 
und -partnern für die Begleitung und Unterstützung von neu zugewanderten und bereits hier ansässigen 
Migrantinnen und Migranten aufgebaut.
Bei diesem Modellprojekt wurde besonders die soziale Integration unterstützt. Dazu gehört wesentlich 
die Entwicklung von sozialen Kontakten und Beziehungen zu Einheimischen, zu Nachbarinnen und 
Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen aber auch zu Mitgliedern von Vereinen und Organisationen im 
Freizeitbereich. 
Die Integrationsbegleiterinnen und -begleiter arbeiteten für die Dauer von ca. sechs Monaten mit 
einer/m oder zwei Zugewanderten. Sie trafen sich ein bis zwei Mal in der Woche mit ihnen. Dabei han-
delte es sich um Neuzugewanderte, die mindestens seit drei Monaten einen Integrationskurs besuchten. 
Die Integrationsbegleiterinnen und -begleiter 
•	 trainierten	mit	ihnen	Kommunikation	in	unterschiedlichen	Alltagssituationen,	stellten	ihnen	wichtige 	 
 Behörden und Einrichtungen (insbesondere die Migrationsberatungsstellen), Vereine und andere  
 Organisationen im Stadtteil und im Stadtgebiet vor, erläuterten deren Aktivitäten und gesellschaft-  
 liche Rolle,
•	 begleiteten	sie	bei	Bedarf	zu	Behörden, 	
•	 besuchten	mit	ihnen	gemeinsam	Veranstaltungen	und	Feste, 	
•	 führten	sie	in	das	soziale	und	kulturelle	Leben	im	Stadtteil	ein	und	verhalfen	ihnen	zu	Kontakten 	 
 mit Vereinen oder Gruppen vor Ort, 
•	 halfen	ihnen,	Kontakte	zu	den	Nachbarn	zu	knüpfen	bzw.	diese	zu	vertiefen,
•	 gewährten	Einblick	in	ihren	Alltag	und	ihre	Interessen	und	erleichterten	so,	über	ihr	persönliches 	 
 Beispiel, das Kennenlernen der neuen Gesellschaft.
Das Ziel war, neben der Vermittlung von Sachinformationen, das Trainieren der interkulturellen Kom-
munikation sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses der Aufgaben.

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Wissensvermittlung
•	 Einführung	in	die	Migrationsgeschichte	und	Migrationssoziologie, 	
•	 kurze	Informationen	über	das	Zuwanderungsgesetz	(Ausgangspunkt,	Annahmen	und	Ziele), 	 
 über Integrationskurse und Migrationsberatung.
Interkulturelles Training
•	 Grundlagen	der	Kommunikation	und	interkulturellen	Kommunikation,
•	 mögliche	Fallstricke	der	interkulturellen	Kommunikation,
•	 Übungen	und	Rollenspiele	dazu.
Projekteinführung
•	 Faktoren	des	Gelingens	für	das	Zusammenleben	von	Menschen	mit	unterschiedlichen	kulturellen 	 
 Prägungen bzw. sozialen und religiösen Hintergründen, 
•	 Aufgaben	der	Integrationsbegleiterinnen	und	-begleiter, 	
•	 methodische	Hinweise,
•	 eigene	Motivation,	eigene	Grenzen	und	Möglichkeiten.
Das Projekt wurde beim Träger „Paritätische Projekte gGmbH“ angesiedelt, die praktische Umsetzung 
lief über das Interkulturelle Büro. Die Projektkoordination war die Anlaufstelle für alle Beteiligten und 
lud zu regelmäßigen Gesprächen (alle 4 – 6 Wochen) zur Praxisreflexion ein. Aufgrund der Erwartungen 
der Integrationsbegleiterinnen und -begleiter sowie der interessierten Zugewanderten, stellte die Pro-
jektkoordination passende Zweiergruppen zusammen.
Im Laufe der zwei Jahre, 2008 und 2009, wurden ca. 40 Integrationsbegleiterinnen und -begleiter in 
drei Etappen fortgebildet und eingesetzt.

76
III.b. Weitere Integrationsmaßnahmen  
         der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Amt für Familien, Kinderbetreuung und Sport
Sprachförderung in den städtischen Kindertagesstätten
Die Sprachentwicklung eines jeden Kindes ist ein komplexer Prozess, bei dem das Kind während der 
gesamten Kindheit Anregungen und Unterstützung braucht. Der Sprachgebrauch sowie das Bildungs-
niveau in der Familie haben dabei einen großen Einfluss auf den Spracherwerb des Kindes. Kinder mit 
geringer sprachlicher Anregung im Elternhaus sind in ihrer Sprachentwicklung häufig benachteiligt und 
brauchen in den außerfamiliären Bildungsorten vielfältige sprachliche Lernanregungen. Auch Kinder, 
die der deutschen Sprache erst in der Kinderbetreuungseinrichtung begegnen, brauchen zusätzliche 
Unterstützung beim Zweitspracherwerb. Hier kommt den vorschulischen Bildungsorten – den Kinder-
tagesstätten – eine besondere Bedeutung zu. Die hohe Sprachlernfähigkeit der Kinder in dieser Alters-
spanne erleichtert es, sie spielerisch mit der Regelhaftigkeit der deutschen Sprache vertraut zu machen.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist sich dieser Verpflichtung und besonderen Verantwortung bewusst 
und beteiligt sich seit dem Jahr 2002 an dem Landesprogramm „Sprachförderung im Kindergartenalter“.
Mit diesem Programm werden Sprachförderangebote für Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse 
sowie Fortbildungen für Fachkräfte im Kindertagesstättenbereich gefördert. 
Die Höhe des Landeszuschusses setzt sich aus einem Festbetrag von 1,25 € pro Kind und Förderstunde 
sowie Fortbildungsfestbeträgen von 75,00 € für eintägige und 150,00 € für zweitägige Fortbildungen 
pro Fachkraft zusammen. 
Im Jahr 2010 betrug der Landesfestbetrag für die Kinderförderung 71.100,00 € und der Fortbildungs-
etat 16.500,00 €. 
Die Stadt beteiligt sich mit einer jährlichen Komplementärfinanzierung von 45.000,00 € .
Im Bereich der städtischen Kindertagesstätten werden von insgesamt 1.213 Kinder mittlerweile 384 
Kinder in 15 Einrichtungen in Kleingruppen je 4 Stunden die Woche über das Landesprogramm geför-
dert. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Zusatzfachkräften der Bildungswerkstatt Europa.
Jährlich werden von der Fachabteilung „Kinderbetreuung“ Fortbildungen und Fachtage im Bereich der 
Sprachförderung angeboten. Der hohe Zuspruch der pädagogischen Fachkräfte macht den Bedarf und 
den hohen Stellenwert in den städtischen Kindertagesstätten deutlich. 
Der größte Teil der Fördergelder geht an die Bildungswerkstatt Europa e.V., die die Kleingruppen-
sprachförderung, die das Landesprogramm vorschreibt, in den Einrichtungen durchführt, dokumentiert 
und abrechnet. Sie ist neben der Durchführung der Kleingruppenarbeit auch zuständig für die fachliche 
Begleitung und Koordination des Projekts. 
Sprachförderung wird in den städtischen Einrichtungen, bedingt durch den Bedarf der einzelnen Kinder, 
auch außerhalb geförderter Programme angeboten. Sprachförderung ist ein konzeptioneller Baustein 
im Alltag jeder Kindertagesstätte. So gehören zum Beispiel das Anschauen von Bilderbüchern, Erzähl-
kreise, Reime und Lieder zu der täglichen sprachlichen Förderung. Mit Projektbausteinen nach Elke 
Schlösser wird Wortschatzerweiterung gefördert. In den letzten Jahren wurden die meisten städtischen 
Einrichtungen mit dem Programm „Schlaumäuse“ ausgestattet, das die Wortschatzerweiterung fördert 
sowie den Schriftspracherwerb vorbereitet.
Einzelne Einrichtungen haben sich für die Sprachförderung mit dem von Dr. Zvi Penner entwickelten 
Programm entschieden.
Hier werden die Kindertagesstätten Am See und das Kinderhaus Wirbelwind erwähnt. Die Kindertages-
stätte Am See führt seit 2004 täglich mit 110 Kindern Sprachförderung mit dem Programm Kon-Lab

77
und Lex-Pak durch und hat dieses schwerpunktmäßig konzeptionell verankert. Das Kinderhaus Wirbel-
wind arbeitet seit 2009 mit diesem Programm, sowohl im Kindergarten als auch im Hortbereich. Diese 
Einrichtungen erhalten keine zusätzliche Förderung über das Landesprogramm. 
Das Sprachförderprogramm von Dr. Penner und die Ergebnisse seiner Forschungen im Bereich des 
Spracherwerbs bei Kindern hat das Fachamt bewogen, in den städtischen Kindertagesstätten dieses 
Sprachförderprogramm zu verankern. 
Im Jahr 2009 haben zahlreiche Schulungen in den verschiedenen Bausteinen des Programms statt-
gefunden, an denen Fachkräfte aus verschiedenen Einrichtungen teilgenommen haben, aber auch 
gesamte Teams. Zum Teil wurden die Schulungen auch für Kolleginnen der konfessionellen und freien 
Träger geöffnet, sofern Plätze frei waren.
Die Fortbildungen werden von der Fachabteilung Kinderbetreuung organisiert und koordiniert.
Parallel dazu wurde ein Qualitätssicherungsverfahren eingeleitet. Die Leitungen der Einrichtungen sowie 
die Fachkräfte, die in der Kleingruppensprachförderung tätig sind, treffen sich regelmäßig in zwei Qua-
litätszirkeln, um sich auszutauschen und die Arbeit mit dem Sprachförderprogramm zu strukturieren 
und zu optimieren. 
Der Qualitätszirkel für die Fachkräfte, der sechs Mal im Jahr stattfindet, wurde im Jahr 2010 von einer 
Sprachheilpädagogin theoretisch begleitet. Mit ihr wurde die Implementierung der Sprachförderung in 
den Alltag der pädagogischen Arbeit mit den Kindern konzipiert.
Seit 2011 ist diese Form der Sprachförderung in den Kindergartenalltag der Einrichtungen integriert 
und gehört zu dem Arbeitsauftrag jeder Fachkraft. 
Dieser Prozess wurde mit einem großen Fachtag am 4.3.2010 angestoßen.
Mit einer Spende der Anne-Frank-Stiftung von 10.000,00 € wurden die Einrichtungen mit den Einstei-
germaterialien des Sprachförderprogramms ausgestattet.
In regelmäßigen Abständen werden auch die Eltern über die Sprachförderung in den Einrichtungen 
informiert. In einigen Einrichtungen werden Eltern auch aktiv in die Sprachförderung einbezogen. Bei-
spiele dafür sind Eltern als Vorleser, Erzähler und Projektbetreuer bei Projekten rund um Themen der 
Migration. In mehreren Kitas haben Elterngesprächskreise zum Thema Erziehung und Bildung in der 
Kita stattgefunden.
Kindertagesstätten im Programm 2011 mit 384 Kindern in der Intensivförderung sind: 
Kindertagesstätte Kinderinsel, Kita Wurzel, Kita Max-Ratschow-Weg 16, Kita Kurt-Schumacher-Straße 7,  
Kita Meißnerweg 23, Kita in der Martinstraße 140, Kita Selma-Lagerlöf-Haus, Kita Waldkolonie,  
Kita Kindervilla, Kita Strahringer Haus, Kita Koch’sches Haus, Rasp-Nuri-Haus, Kita An der Nachtweide, 
Kita Regenbogenland. Ein weiterer Ausbau ist geplant.
Seit 1.7.2011 beteiligt sich die die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit fünf Einrichtungen an der Bundes-
initiative „Frühe-Chancen – Sprache und Integration“, deren Ziel ist, Kinder mit besonderem Sprach-
förderbedarf frühzeitig durch eine alltagsintegrierte Förderung zu unterstützen. 
Städtische Kindertagesstätten, die an dem Programm teilnehmen, sind:  
Kita Wurzel, Rasp-Nuri-Haus, Kita Regenbogenland, Kita Kinderwelt, Kita Pestalozzi-Haus. 
Amt für Familien, Kinderbetreuung und Sport, Abteilung Sport
Integration im und durch Sport meint im Verständnis der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Teilhabe 
von Menschen fremder Herkunft an und in Sportprozessen der Kommune. 
Neben Beratungsleistungen im aktuellen und zukunftsorientierten Sportgeschehen in Darmstadt spielen  
Entwicklungsprozesse in der Sportlandschaft eine für die Stadtentwicklung insgesamt bedeutende Rolle. 
Entsprechend wurde in den Jahren 2006 und 2007 in Darmstadt eine Sportentwicklungsstudie in einem 
kooperativen Planungsverfahren durchgeführt. Die Ergebnisse sind dokumentiert und in Handlungs-
empfehlungen, die eine Expertengruppe – darunter auch Vertreter des Ausländerbeirates sowie des

78
interkulturellen Büros – im Verlauf der Studie erstellt hat, zusammengefasst. Die Stadtverordnetenver-
sammlung hat die Umsetzung der Handlungsempfehlungen und Ende 2008 hierzu das Einsetzen einer 
dezernats- und organisationsübergreifenden Steuerungsgruppe beschlossen.
Während viele der Handlungsempfehlungen Querschnittscharakter haben, also Situation und Bedürfnis-
se von Migrantinnen und Migranten immer mit Berücksichtigung finden sollen, wird explizit formuliert:
„Damit der Sport die ihm zugesprochene Integrationsfunktion erfüllen kann, befürwortet die Planungs-
gruppe folgende Grundprämisse hinsichtlich der Sportangebote für Migranten: „Integration vor Sepa-
ration“ (z. B. Frauenschwimmen anstatt Schwimmen für muslimische Frauen; d. h. „Nebenangebote“ 
so viele wie nötig). Insbesondere im Kindes- und Jugendalter sind gemeinsame Angebote für Migrant/
innen und Deutsche zu unterbreiten. Daher sollte der Ansatz für Sport mit Migranten in der Schule 
gefunden werden (Zugriff/Schulpflicht). Bei Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen (z. B. 
temporäre Projekte, AGs, Sportkurse) sind Angebote nur für Jungen bzw. nur für Mädchen anzubieten, 
um die Teilnahme zu erleichtern. In den Sportvereinen sind integrative Angebote meist dann erfolg-
reich, wenn es gelingt, die Eltern bzw. die Familie der Kinder in die Vereine einzubinden. Die Gewinnung 
und langfristige Bindung von Übungsleiter/-innen mit Migrationshintergrund ist zwar schwierig (erste 
Erfahrungen mit dem Projekt „Start“), stellt aber insgesamt den richtigen Ansatz dar.“
Amt für Soziales und Prävention /  
Beratungs- und Servicezentrum für Ältere und Menschen mit Behinderung (BuS) 
Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe – das interkulturelle Seniorenzentrum
Im Bericht zur Altenhilfeplanung „Selbst bestimmt Älterwerden in Darmstadt“ bekennt sich die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt zur offenen Altenhilfe und den damit verbundenen positiven Effekten für ältere 
Menschen. Unter anderem werden hervorgehoben:
Verhinderung von Vereinsamung, Gestaltung des Übergangs Berufsleben – Ruhestand, Nutzung und 
Weitergabe von persönlichen Ressourcen, Gesundheitsförderung, Aufbau eines sozialen Netzwerks ge-
genseitiger Hilfen, Begleitung/Unterstützung in Krisensituation. 
„Seniorentreffs bieten älteren Menschen die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu gemeinsamen  
Tun zu treffen. Gerade für Alleinstehende sind die regelmäßigen Begegnungen in einer Gruppe und die  
daraus resultierenden sozialen Kontakte ein wichtiger Faktor zur Förderung der Teilhabe am gesell-
schaft lichen Leben.“
Als zentrale Voraussetzung für gelingende Integration im Sinne der Teilhabe von Migrantinnen und 
Migranten in allen gesellschaftlichen Bereichen und der Überwindung von struktureller Benachteili-
gung benennt die Wissenschaftsstadt Darmstadt die gegenseitige „Öffnung“ sowohl der Institutionen 
der Mehrheitsgesellschaft als auch der soziokulturellen Netzwerke von Migrantinnen und Migranten 
(Migranten-Communities). Deshalb wurde seitens des Sozialdezernates – Amt für Soziales und Präven-
tion, Interkulturelles Büro, Frauenbüro – die Einrichtung des ersten interkulturellen Seniorenzentrums 
„Interkultureller Treffpunkt für ältere Menschen“ initiiert und dessen Entstehung begleitet. Zwei Vereine, 
Arbeiterwohlfahrt Nord e.V. und Magnolya e.V., mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung der aktuellen 
Arbeit mit älteren Menschen, werden künftig ein gemeinsames Zentrum nutzen. Ziel ist, Begegnung zu 
ermöglichen und Gemeinsamkeiten zu schaffen. Gleichzeitig werden die Ziele und Inhalte der jeweiligen 
Vereine beibehalten.

79
Weitere Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten
Im „Beratungs- und Servicezentrum für Ältere und Menschen mit Behinderung“ wurden im Jahr 2009 
insgesamt 1600 Beratungsgespräche mit Klientinnen und Klienten geführt. Insgesamt suchten 118 
Menschen mit Migrationshintergrund bzw. ausländischer Staatsangehörigkeit die Beratungsstelle auf. 
Davon gehörten den nachfolgenden Sprachgruppen an:
33  kroatisch
30  italienisch
18  englisch
10  marokkanisch
8  russisch (+ ehemalige Sowjetunion)
7  türkisch
4  vietnamesisch
3  slowenisch
1  kurdisch
1  Roma
1  ungarisch
1  chinesisch
1  österreichisch
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird seit Jahren auf das Angebot von BuS durch Broschüren in 
türkischer, arabischer und russischer Sprache hingewiesen.
Im Frühjahr 2007 leisteten zwei Integrationsassistentinnen zeitgleich ein dreimonatiges Begleitpraktikum 
im Beratungs- und Servicezentrum für Ältere ab. Die Muttersprachlerinnen konnten die Beratungsarbeit 
durch Übersetzung in die türkische und russische Sprache unterstützen.
Im Rahmen von zwei kleineren Projekten haben sie in ihren Communities in der jeweiligen Sprache über 
die Angebotspalette informiert.
Offene Altenhilfe
Im Rahmen des Seniorenprogramms werden die offenen Veranstaltungen (Konzerte, Fahrten) von  
Migrantinnen und Migranten gut besucht, vor allem von russisch sprechenden Personen. Die jährlich  
stattfindende ganztägige Schifffahrt wird besonders stark von Migrantinnen und Migranten genutzt.  
Von ca. 450 Teilnehmenden sind etwa 90 Personen mit Migrationshintergrund.
Interkulturelles Angebot im Seniorenprogramm
Bis Ende 2010 gab es ein kulturübergreifendes Bewegungsangebot für Frauen. Die türkische Kursleite-
rin bot im Frauenkommunikationszentrum Tanz und Bewegung nach orientalischen Klängen an. Das An-
gebot wurde von Migrantinnen wenig angenommen, sondern vorwiegend von deutschen Frauen genutzt, 
obwohl die Flyer in türkischer Sprache verfasst waren und von der Kursleiterin in den entsprechenden 
Gemeinden verteilt wurden. Das Angebot wurde vorübergehend ausgesetzt; eine neue Kursleitung wird 
gesucht. 
Im Seniorenprogramm 2011 wurde ein Bewegungsangebot im interkulturellen Seniorenzentrum „Inter-
kultureller Treffpunkt für ältere Menschen“ angeboten. 
Seniorenerholung
An der bis zum Jahr 2009 jährlich stattfindenden Seniorenerholung im Sommer, einem 14-tägigen Auf-
enthalt in Bad König/Odenwald, nahmen im Durchschnitt insgesamt 120 Seniorinnen und Senioren teil. 
Sie wären ohne diese städtische Unterstützung kaum in der Lage gewesen, auf eigene Kosten und allein 
Urlaub zu machen. Von den Teilnehmenden waren durchschnittlich 50 bis 60 Personen mit Migrations-
hintergrund. Sie konnten hier neue Kontakte und Bekanntschaften schließen.

80
Die Weihnachtserholung (ebenfalls in Bad König) ist für ältere Menschen gedacht, die keine Angehörigen 
mehr haben oder deren Verwandte weit entfernt leben, damit sie die traditionellen Familienfeste, wie 
Weihnachten und Silvester, in Gemeinschaft verbringen können. Von ca. 35 Teilnehmenden waren etwa 
7 ältere Migrantinnen/Migranten.
Volkshochschule Darmstadt (vhs)
Integrationskurse
Die Volkshochschule Darmstadt ist Teil des Eigenbetriebs „Kulturinstitute der Stadt Darmstadt“. Neben 
den Fachbereichen „Politik und Gesellschaft“, „Arbeit und Beruf“, „Kultur und Gestalten“ sowie „Prä-
vention und Gesundheit“, richtet sich der Fachbereich „Sprachen“ (weitere 17 Fremdsprachen werden 
gelehrt) im Teilbereich „Deutsch als Fremdsprache“ an Menschen, die in Darmstadt (und in der Region) 
leben und die die deutsche Sprache von Grund auf erlernen wollen.
Bei ca. 1.100 Kursen des Gesamtangebotes pro Jahr mit 12.000 Belegungen (2010) führte die vhs 
100 Kurse „Deutsch als Fremdsprache“ mit 1.100 Belegungen durch; davon waren 50 Deutschkurse 
mit mehr als 600 Belegungen als „Integrationskurse“ im Auftrag des Bundesamtes für Migration und 
Flüchtlinge (BAMF) organisiert.
Das Bundesamt erstattet der vhs für Teilnahmeberechtigte an Integrationskursen bis zu 2,35 € pro 
Stunde. Der städtische Honoraraufwand für die Kursleitenden der Integrationskurse betrug pro Jahr 
mehr als 100.000,00 €.
Berechtigungsscheine für Integrationskurse werden vom BAMF, von den Ausländerbehörden und den 
Trägern der Grundsicherung ausgestellt.
Die Integrationskurse werden modular angeboten, so dass der Einstieg je nach Sprachniveau (nach 
einem Einstufungstest) möglich ist. Für die folgenden Kursarten hat die vhs die Zulassung vom BAMF:
•	 Allgemeine Integrationskurse mit 6 Modulen à 100 Sunden (40 Module pro Jahr)
•	 Integrationskurse mit Alphabetisierung mit 9 Modulen à 100 Stunden (10 Module pro Jahr)
•	 Orientierungskurse (Politische Bildung) mit 45 Stunden (4 Kurse pro Jahr)
•	 Integrationskurs für Frauen mit Kinderbetreuung mit 9 Modulen à 100 Stunden  
 (Kursbeginn Februar 2011 in Zusammenarbeit mit der Caritas Darmstadt)
Nach Durchlauf der oben genannten Module können die Teilnehmenden weitere 3 Module beim BAMF 
beantragen, um den Spracherwerb sicherzustellen.
Die vhs strebt auch weiterhin an, pro Semester an 3 Terminen den Einstieg in sämtliche Module des 
„Allgemeinen Integrationskurses“ (5 x vormittags 9 – 12 Uhr) zu organisieren, um Wartezeiten zu mini-
mieren und einen raschen Lernfortschritt zu ermöglichen.
Die Integrationskurse werden im Stadtzentrum (Holzstraße 7, Georg-Moller-Haus Riedeselstraße, 
Herdweg), in Bessungen (Prinz-Emil-Schlösschen), in der Heimstättensiedlung (Friedrich-Ebert-Schule) 
und in Kranichstein (Erich-Kästner-Schule) durchgeführt. Der Frauenkurs mit Kinderbetreuung findet im 
Muckerhaus, Messeler Straße in Arheilgen statt.
Am Ende der Integrationskurse steht eine Sprachprüfung. Der skalierte Sprachtest „Deutsch-Test für 
Zuwanderer (DTZ)“ wird von der vhs mehrfach im Jahr durchgeführt, ebenso der Test am Ende des 
Orientierungskurses. Ergänzt werden die Integrationskurse durch den „Einbürgerungstest“, den die vhs 
seit 2008 für mehr als 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgeführt hat.

81
IV. Weitere Integrationsmaßnahmen  
     in der Stadt Darmstadt
Während in Kapitel III die Integrationsarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt vorgestellt wurde, bein-
haltet das nun folgende Kapitel „Weitere Integrationsmaßnahmen in der Stadt Darmstadt“ ausschließ-
lich Beiträge freier Träger und anderer nicht städtischer Behörden, die in der Stadt Darmstadt wichtige 
Integrationsarbeit leisten und eng mit dem Interkulturellen Büro vernetzt sind. 
Das Kapitel ist nach den Handlungsfeldern Soziales und Beratung, Gesundheit, Bildung und Stadtteil 
gegliedert, die Beiträge alphabetisch nach den Namen der Institutionen. Die Beiträge wurden von Ver-
treterinnen und Vertretern der Institutionen erstellt und von den Herausgebern dieses Berichts redak-
tionell nicht verändert. Die Autorinnen und Autoren der einzelnen Beiträge werden daher namentlich 
aufgeführt. 
1. Soziales und Beratung
Berichte freier Träger 
Caritasverband Darmstadt
Migrationsberatung des Migrationsdienstes
Maria-Antonia Estol
Arbeitsstatistik 2010
Ratsuchende Frauen Männer Insgesamt
177 63 240
Herkunft Afrika Amerika Asien Ehem. Sowjetunion Europa
61 15 106 (davon 66 
aus der Türkei)
19 39
Aufenthaltsstatus der Ratsuchenden
Aufenthalts-
erlaubnis
Nieder-
lassungs-
erlaubnis
EU-Aufent-
halt
Eingebür-
gerte
Spätaus-
siedler
Fiktions-
bescheini-
gung
Duldung Aufenthalts-
gestattung
106 59 31 10 8 8 10 3
Altersstruktur der Ratsuchenden bis 27 Jahre zwischen 27 und 65 Jahre über 65 Jahre
20 215 5

82
Berufliche Situation erwerbstätig erwerbstätig und  
ergänzende Leistungen
nicht erwerbstätig
49 32 159
Beratungsinhalte nach Häufigkeit der Anfragen
Schule/
Ausbil-
dung/
Beruf
Soziale 
Leistungen
Ehe/ 
Familie/
Erziehung
Aufent-
halts 
fragen
Wirtschaftl. 
Fragen/Ver-
schuldung
Wohnungs-
fragen
Gesundheit/
Schwanger-
schaft
Diskrimi-
nierung
Sonstiges
185 128 84 86 54 38 30 11 27
Frauenintegrationskurs
Nara Faul / Maria-Antonia Estol
Sprachkenntnisse können nicht nur das Leben in einem fremden Land enorm erleichtern, sie spielen 
auch eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen Integration. Aus diesem Grund wurde mit der Verabschie-
dung des neuen Zuwanderungsgesetzes Migrantinnen und Migranten in Deutschland die Möglichkeit 
eingeräumt, staatlich geförderte Integrationskurse zu besuchen. Außerdem können Ausländerbehörden 
und Träger der Grundsicherung Migrantinnen, die keine Deutschkenntnisse besitzen, zur Teilnahme an 
einem Integrationskurs verpflichten. 
Integrationskurse allgemein
Ein Integrationskurs umfasst in der Regel 645 Stunden und besteht aus einem Sprachkursteil zu 600 
Stunden und einem Orientierungskursteil zu 45 Stunden. Der Integrationskurs schließt mit einem Test 
über den Sprachkursteil und dem Orientierungskurs-Abschlusstest ab. Ziel des Sprachkursteils ist es, 
das Zertifikat Deutsch Niveau B1 zu erlangen. Das Zertifikat Deutsch orientiert sich an der international 
anerkannten Skala des Europarats (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen – GER). 
Für die Aufenthaltsverfestigung in Form einer Niederlassungserlaubnis ist das Niveau B1 gemäß Zuwan-
derungsgesetz zwingend notwendig. Auch für die Einbürgerung muss das Dokument vorgewiesen werden. 
In Darmstadt bieten zehn vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassene Sprachkursträger 
Integrationskurse an. Die Lebenssituationen und Lernvoraussetzungen der potentiellen Kursteilneh-
merinnen und -teilnehmer berücksichtigend, werden spezifische Kurse angeboten, etwa für Jugendliche, 
Eltern oder Analphabeten. 
Für Frauen, die aus familiären und persönlichen Gründen keine Intensivkurse besuchen können, werden 
spezielle Frauenkursen angeboten. Parallel zu den Sprachkursen erhalten Kinder unter 3 Jahren eine 
Kinderbetreuung.
Frauenkurs Darmstadt
Der Migrationsdienst des Caritasverbandes Darmstadt führt seit März 2008 Frauenintegrationskurse 
mit Kinderbetreuung durch. Die Kurse fanden bislang 3 Mal pro Woche je 4-stündig statt. Diese Teilzeit-
variante trägt dem eingeschränkten zeitlichen Budget vieler Mütter Rechnung. 
Ein Frauenintegrationskurs dauert 900 Stunden. Um die Erziehungskompetenzen der Mütter zu stärken, 
steht eine themenorientierte Elternbildung über Gesundheit, Ernährung, Verkehrserziehung und das 
hiesige Bildungssystem im Vordergrund des Kurses. 
Den Teilnehmerinnen wird ein geschützter Raum für die Erörterung frauenspezifischer Themen zur 
Verfügung gestellt. Sie erhalten die Möglichkeit, außerfamiliäre Bekanntschaften zu knüpfen und ihren 
Horizont in der Gemeinschaft mit Frauen aus anderen Herkunftsländern zu erweitern. Einmal im Monat

83
frühstücken die Frauen gemeinsam. Dieser zwanglose Programmpunkt eröffnet eine gute Gelegenheit, 
sich über die mitgebrachten Spezialitäten, die Esskulturen anderer Länder auszutauschen und sich 
fernab von Lehrplänen und grammatikalischen Lektionen im Deutschen zu üben. 
Nach dem Sprachunterricht erhalten die Frauen am Kursort eine Migrationserstberatung, eine bedarfs-
orientierte Einzelberatung. Sie werden hier in ihren alltäglichen Handlungen, z. B. im Umgang mit 
Behörden, bei der Problembewältigung und bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven unterstützt. 
Schwerpunkte der Beratung liegen im Aufenthaltsrecht, Sozialrecht, Gesundheits- und Schulsystem und 
in familienzentrierten Themen. 
Den meisten Frauen aus dem Frauenintegrationskurs konnten ehrenamtliche SprachpartnerInnen zur 
Seite gestellt werden. Einmal in der Woche übten sie mit den Kursteilnehmerinnen das Erlernte. Dieses 
Engagement lohnte sich. Zwei Drittel der Teilnehmerinnen des letzten durchgeführten Kurses bestanden 
die Sprachprüfung mit dem Niveau B1. Dieses Ergebnis liegt über dem Bundesdurchschnitt.
Bewährt hat sich die Kombination aus Unterricht, Migrationsberatung und Sprachpartnerschaft. 
Dieses Modell ist eine optimale Kombination aus Bildung, Beratung und sozialpädagogischer Begleitung, 
die den Integrationsprozess befördert.
Perspektiven 
In Darmstadt werden zu wenige Frauenintegrationskurse mit Kinderbetreuung angeboten. Frauen, die, 
aus welchem Grund auch immer, den Kurs unterbrechen müssen, finden nur sehr schwer wieder An-
schluss. 
Die Betreuung der Säuglinge und Kleinkinder ist bei Kursbeginn eine pädagogische Herausforderung. 
Die Durchführung solcher speziellen Kurse verlangt einen hohen organisatorischen Aufwand und schei-
tert oft an den Rahmenbedingungen. Besonders die Bereitstellung kindgerechter Betreuungsräume in 
Verbindung mit geeigneten Kurs- und Beratungsräumen stellt in Darmstadt ein großes Hemmnis dar. 
Zudem übernimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge keine Mietkosten, eine weitere Er-
schwernis für willige Kursträger. 
Der Bedarf an Frauenkursen mit Kinderbetreuung in Darmstadt ist mit den derzeitigen Angeboten nicht 
gedeckt. Solange für Kinder unter 3 Jahren nicht ausreichend Krippenplätze zur Verfügung stehen, sind 
diese Kurse dringend nötig.
Beratung für Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis
Johannes Borgetto / Maria-Antonia Estol
Menschen ohne Aufenthaltsrecht leben heimlich und zurückgezogen. Die Zahl der in Deutschland leben-
den Ausländerinnen und Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis ist nicht bekannt. Schätzungen schwan-
ken zwischen 650.000 und 1,3 Millionen Menschen. In den Medien und der politischen Öffentlichkeit 
werden die so genannten „Illegalen“ – häufig zu Unrecht – im Kontext von Kriminalität oder aber unter 
der Perspektive der Bekämpfung von illegaler Zuwanderung, Asylmissbrauch, Schwarzarbeit und Prosti-
tution genannt.
Auch Menschen ohne Aufenthaltspapiere stehen unter dem Schutz des Grundgesetzes. Im Prinzip steht 
ihnen der Rechtsweg offen. Ebenso haben sie Anspruch auf grundlegende soziale Rechte. Tatsächlich 
aber können sie diese Rechte nicht geltend machen, ohne gleichzeitig eine Festnahme und die Ab-
schiebung zu riskieren. Durch den faktischen Ausschluss von grundlegenden sozialen Rechten können 
Menschen ohne Aufenthaltspapiere nur sehr eingeschränkt am deutschen Sozial- und Bildungssystem 
teilhaben.

84
Von dieser Situation betroffen sind beispielsweise: 
•	 Wanderarbeiter,	die	meist	unter	ungünstigen	Arbeitsbedingungen	arbeiten	(z.	B.	im	Bau-	und 	 
 Reinigungsgewerbe, in der Verpackungsindustrie und Landwirtschaft), die von einheimischen Arbeits-  
 kräften nicht akzeptiert werden. Viele pendeln und haben ihren Lebensmittelpunkt und ihre Familie  
 im Heimatland.
•	 Menschen	in	privaten	Arbeitsverhältnissen,	in	der	Kranken-,	Kinder-	und	Altenversorgung,	private 	 
 Haushalts- oder Putzhilfen.
•	 Opfer	von	Menschenhandel,	vor	allem	jüngere	Frauen	(aber	auch	Männer	und	Kinder),	die	für	einen 	 
 anderen Beruf angeworben wurden und dann zur Prostitution gezwungen werden.
•	 Familienangehörige	von	Menschen	mit	legalem	Aufenthaltsstatus,	die	z.	B.	das	Visum	zur	Familien-  
 zusammenführung nicht erhalten haben.
•	 Menschen,	deren	Ehen	mit	deutschen	oder	legal	hier	lebenden	Partnern	geschieden	worden	sind, 	 
 bevor ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erworben wurde.
•	 Menschen,	die	aus	Furcht	vor	Verfolgung	nach	Deutschland	geflohen	sind	und	hier	keinen	Schutz 	 
 erhalten haben.
•	 Menschen,	die	aus	Scheu	vor	den	komplizierten	Rechts-	und	Verwaltungsverfahren	untertauchen, 	 
 ohne die Rechte, die ihnen zustünden, in Anspruch zu nehmen.
Im Wesentlichen kann sich die Beratung auf folgende Punkte beziehen:
•	 Anspruch	auf	einen	abgesprochenen	Lohn	bzw.	den	ortsüblichen	Lohn,	auch	bei	Schwarzarbeit: 	 
 Dieser Anspruch kann versucht werden, mittels eines Rechtsanwaltes durchzusetzen. Der Aufent-  
 haltsstatus muss für ein Gerichtsverfahren nicht erhoben werden. Ein Klient / eine Klientin kann sich  
 auch ohne eigenes Erscheinen dort vertreten lassen.
•	 Anspruch	auf	Leistung	des	Gesundheitswesens	bzw.	Vermittlung	in	private	medizinische	Hilfen 	 
 aufgrund der Malteser-Migranten-Medizin oder eines Ärztenetzwerkes:  
 Die Inanspruchnahme des öffentlichen Gesundheitswesens, das unter bestimmten Umständen  
 möglich ist, scheitert an der Meldepflicht zur Ausländerbehörde. Die Malteser-Migranten-Medizin  
 wird dagegen sehr rege in Anspruch genommen.
Weiter ist auch immer Gegenstand der Beratung, inwieweit der betroffenen Person zu einem Aufent-
haltsstatus verholfen werden kann. Die Möglichkeiten hier sind allerdings sehr begrenzt.
Perspektiven
Es gibt in unserer Republik Ausländerbehörden (Wiesbaden z. B.), an die sich die freien Beratungsstel-
len wenden können, um anonym in Bezug auf den Klienten / die Klientin zu beraten, ob es im konkreten 
Fall Möglichkeiten der Legalisierung des Aufenthaltes gebe.
Es läge im Hinblick auf mögliche Gesundheitsgefährdungen im öffentlichen Interesse unserer Republik, 
wenn der Zugang zu einem Basisgesundheitsdienst (auch) für nicht versicherte Personen möglich wäre.
Externe Ausländerberatung in Darmstadt 
1 
Smiljan Mlikota
Beratung ausländischer Strafgefangener und ihrer Familien
Seit 1986 führt der Caritasverband Darmstadt e.V. – Migrationsdienst – im Auftrag des Hessischen 
Justizministerium und der Justizvollzugsanstalt Darmstadt-Eberstadt die „Externe Ausländerberatung“ 
(EAB) durch, mit dem Ziel ausländische Strafgefangene und ihre Familien zu beraten.
1   (Stand: September 2008)

85
Im Jahresdurchschnitt betrug der Prozentsatz ausländischer Strafgefangener in der JVA Darmstadt 
 zwischen 31 % und 42 %. Zum Stichtag 31.3.2007 befanden sich im geschlossenen Vollzug insgesamt 
516 Inhaftierte. 171 waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Das entsprach 33 %. 
Die EAB beinhaltete die sozialarbeiterische Betreuung und Beratung der ausländischen Gefangenen, die 
in der Regel eine oder mehrere Freiheitsstrafen oder Ersatzfreiheitsstrafen verbüßten. Die durchschnitt-
liche Verweildauer betrug ca. 24 Monate. 
Aufgrund vorhandener Sprachkenntnisse, konnte die Beratung in vielen Sprachen, z. B. in serbokroa-
tisch, slawisch u. a. erfolgen. Eine Verständigung in englischer Sprache war ebenfalls möglich. Bei der 
Beratung der ausländischen Straffälligen spielte nicht nur die sprachliche Verständigung eine Rolle, 
auch das Verstehen des soziokulturellen, religiösen und juristischen Hintergrunds war von Bedeutung.
Die EAB hatte in der JVA eine wichtige aufsuchende Funktion. Personal- und Vollstreckungsblatt eines  
jeden ausländischen Gefangenen wurde von der Vollzugsgeschäftsstelle an die EAB weitergeleitet. 
 Dadurch wurde ein Überblick über alle neuen Zugänge und deren Problematik ermöglicht. Grundsätzlich 
wurden täglich, nach der Aufnahme, die Verlegungen verfolgt und die verschiedenen Häuser besucht. 
Im Gespräch mit den Stationsbeamten, den Fachdiensten oder auch durch direktes Aufsuchen der 
 neuen Zugänge wurde die Betreuung in Gang gesetzt. 
Die Externe Ausländerberatung nahm regelmäßig an den Sozialdienstkonferenzen der JVA teil. Dort bot 
sich eine gute Möglichkeit, die alltäglichen Probleme bei der Betreuung der Inhaftierten zu erörtern und 
zu koordinieren. Außer mit dem internen Sozialdienst kooperierte die EAB mit den Psychologen, der 
externen Sucht- und Drogenberatung sowie mit den Seelsorgern. 
Im Jahr 2007 wurden folgende Beratungskontakte wahrgenommen:
•	 Zugangsgespräche
•	 Kriseninterventionen
•	 Psychosoziale	Betreuung
•	 Gespräche	über	rechtliche	Rahmenbedingungen 	
•	 Beratung	in	ausländerrechtlichen	Fragen	/	Asylfragen	(AufenthG,	AsylVfG,	FreizügG/EU) 	
•	 Perspektivplanung	/	Sozialisierungsbedingungen
•	 Entlassungsvorbereitung
•	 Vermittlung	/	Weiterleitung	an	andere	Institutionen
•	 Praktische	Hilfen	(Übersetzungs-	und	Schreibhilfen,	Sicherung	der	Habe,	Mitwirkung	an	Telefonaten 	 
 und ihre Überwachung usw.)
•	 Kontakte	zu	Institutionen	(z.	B.	zu	Botschaften	und	Konsulaten,	Gerichten,	Ausländerbehörden, 	 
 Anwälten, Beratungsstellen, Ämtern und andere Institutionen, Zusammenarbeit mit anstaltsinternen  
 Diensten)
•	 Telefonische	und	persönliche	Kontakte	mit	Familienangehörigen	und	Bezugspersonen.
Die EAB beriet insgesamt 316 ausländische Gefangene aus 52 Staaten. Davon hatten 33 gegen das 
 Aufenthaltsgesetz (AufenthG), das Freizügigkeitsgesetz der EU (FreizügG/EU) oder das Asylverfahrens-
gesetz (AsylVfG) verstoßen und mussten mit der Ausweisung rechnen. Das waren überwiegend 
 abgelehnte Asylbewerber, illegal Eingereiste, Menschen, die versuchten der Verelendung in ihren 
Heimatländern zu entfliehen. 283 der Beratenen verbüßten ihre Strafe aufgrund anderer Delikte. Eine 
beträchtliche Anzahl kämpfte sich mit Alkoholsucht, Drogenabhängigkeit, AIDS und Hepatitis durch 
das Leben. Die Betroffenen waren überwiegend arm, arbeits- und/oder obdachlos. Ihre Delikte lagen im 
Bereich der Beschaffungskriminalität.
Die größte Gruppe der inhaftierten Migranten bzw. Minderheiten im deutschen Strafvollzug waren tür-
kischstämmig. Sie entsprach dem prozentualen Bevölkerungsanteil dieser Volksgruppe in Deutschland.

86
Gegenüber autochthonen Deutschen war sie um etwa das 3-fache überrepräsentiert. Danach folgten 
Bürger aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Marokko, Algerien und Polen. Eine große Minderheiten-
gruppe, die in den Statistiken nicht auftauchte, stellten die Aussiedler aus den Staaten der ehemaligen 
Sowjetunion, die die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. Gegenüber einheimischen Deutschen waren 
sie 2,5 – 3-fach im Strafvollzug überrepräsentiert.  
Die Gründe für die überproportionale Inhaftierung von Migranten waren vielfältig. Zum einen können nur 
sie gegen ausländerrechtliche Bestimmungen und das Asylverfahrensgesetz verstoßen. Zum anderen 
veranschaulichen, davon ausgehend, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht per se krimineller 
veranlagt sind als Einheimische, die genannten Zahlen auf eindrucksvolle Weise die ungenügenden Inte-
grationsleistungen der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen soziale Sicherheit und Bildung, 
in der Eröffnung von Perspektiven beruflicher und aufenthaltsrechtlicher Art, in der Suchtprävention 
und -therapie, in ihrer Antidiskriminierungspolitik sowie in der Bereitstellung persönlichkeitsfördernder 
Maßnahmen und sozialer Hilfen.
Migranten leiden am stärksten unter den verschärften Regelungen des Strafvollzugs. Sehr viele der 
Inhaftierten wurden in Deutschland geboren und/oder sind hier aufgewachsen. Sie haben ihren Lebens-
mittelpunkt in der Bundesrepublik, ihre Familien leben hier. Grundsätzlich haben sie keine Absicht, im  
Falle einer Lockerung des Vollzugs, die Flucht anzutreten. Trotzdem wird oft eine mögliche Flucht unter-
stellt und Lockerungsmaßnahmen abgelehnt. Vollzugslockerung, Einweisung in den offenen Vollzug 
und bedingte Entlassungen werden oft nicht gewährt, die Vorbereitung auf die Entlassung und auf das 
Leben danach – Resozialisierung – erschwert. In der Regel stimmen Staatsanwaltschaft und Ausländer-
behörde Lockerungsmaßnahmen nicht zu. Diese Gruppe soll in Deutschland wegen der bevorstehenden 
Abschiebung nicht resozialisiert werden. Letztendlich obliegt die Entscheidung der Leitung der JVA, die 
ambivalent zwischen der inneren Sicherheit und Kriminalitätsentwicklung steht und durch die Erlasse 
des Justizministeriums eher restriktiv agiert.
Zu beobachten war und ist, dass viele abgeschobene Ausländer Frauen, Kinder und Familien in der 
Bundesrepublik zurücklassen. Sie versuchen immer wieder neu einzureisen. Sie tun es, obwohl sie wis-
sen, dass die Abschiebung mit dem Einreiseverbot verbunden ist, dass ihre Reststrafe widerrufen wird 
und dass mit neuen Verfahren wegen der illegalen Einreise zu rechnen ist.
Oft wird vergessen, dass nicht nur die Straffälligen durch die Inhaftierung betroffen sind sondern auch 
ihre Angehörigen. Insbesondere Lebensgefährtinnen und Ehefrauen fühlen sich in hohem Maße mitbe-
straft. Durch die Inhaftierung des Mannes oder Freundes ergibt sich eine Vielzahl von Schwierigkeiten, 
mit denen die Frauen, von nun an allein, zurechtkommen müssen. Sie tragen die alleinige Verantwor-
tung für die soziale und materielle Versorgung für sich selbst und auch für die Kinder, die sie allein 
erziehen müssen. In der Regel wird der Familie die finanzielle Grundlage entzogen. Dazu kommen 
Erziehungs- und Beziehungsprobleme sowie Einsamkeit, Isolation und eine ungewisse Zukunft. 
Auch die bevorstehende Haftentlassung kann für Paare und Familien einen großen Einschnitt bedeuten. 
Über viele Jahre haben die Frauen gelernt, Entscheidungen zu treffen und die vielfältigen Probleme 
allein, mithilfe einer Beratungsstelle oder im Austausch mit anderen Betroffenen zu lösen. Nach der 
Haftentlassung muss der Partner wieder in die Familie integriert werden. Manche Paare entscheiden 
sich auch für eine endgültige Trennung nach der Haftentlassung. Diese Problematik wurde in den 
 Beratungsgesprächen sowohl in der JVA als auch mit den Angehörigen in der Beratungsstelle des 
 Migrationsdienstes des Caritasverbandes Darmstadt aufgegriffen.

87
Kooperation, Vernetzung und eine gute Zusammenarbeit 
Die Externe Ausländerberatung konnte seit längerer Zeit beobachten, dass aus Sicht der Inhaftierten 
Bedarf zur Bewältigung der Tat bzw. des Tatgeschehens durch die professionell geleiteten (Gruppen-) 
Gespräche bestand und dass die Frage der Wiederaufnahme in die soziale Gemeinschaft immer häufiger 
gestellt wurde. Die Aufarbeitung des Tatgeschehens und der Ursachen der Tat erwiesen sich als einzige 
Möglichkeit, mit der Vergangenheit abzuschließen und sich der Zukunft zuzuwenden. Daher war und 
ist eine Kriminalpolitik gefordert, die die JVAs nicht zu Verwahranstalten (Ausgrenzung und Vergessen) 
entwickelt, sondern zu Anstalten der Resozialisierung und Reintegration (Tataufarbeitung mit dem Fokus 
auf das Opfer und Wiedergutmachung bzw. Einbindung in die soziale Gemeinschaft). Voraussetzung 
dafür ist eine gute Zusammenarbeit zwischen den internen und externen Fachdiensten, zwischen den 
JVAs und anderen Institutionen im sozialen Bereich, um beide Aspekte des Vollzugs – Resozialisierung 
und Sicherheit – in Einklang zu bringen.
Die in Bezug auf Rechtsvorschriften beruhende Benachteiligung von ausländischen Gefangenen im 
Strafvollzug – seltenere Einweisung in den offenen Vollzug sowie seltenere Gewährung von Vollzugs-
lockerung (Urlaub) oder Unterrepräsentation von qualifizierenden oder therapeutischen Angebote (z. B. 
Unterbringung in Drogentherapieeinrichtungen) – sollte durch neue, entsprechende Konzepte geändert 
und der interkulturelle Dialog in Gang gesetzt werden, um so die soziokulturelle und sozioökonomische 
Situation der Zuwanderer besser verstehen und dadurch eine erfolgreiche Integration in die hiesige 
Gesellschaft leisten zu können.
Die Ausweisung und Abschiebung der ausländische. Gefangene aus dem Strafvollzug in ihre „alte  Heimat“ 
 aufgrund der Höhe der Freiheitsstrafe (vgl. §§ 53-55 AufenthG) – obwohl sie in der Bundesrepublik 
Deutschland geboren und aufgewachsen sind und komplette Familien, Verlobte oder Ehefrauen mit 
Kindern zurücklassen – finden sowohl die EAB als auch Wohlfahrtsverbände und Kirchen als zusätzliche 
Bestrafung, „Verbannung“ und Vernichtung der Existenz der Betreffenden und deren Familien.
Bis die Gesetzeslage nicht geändert wird, bleibt als sicherer Schutz von der Abschiebung nur ein straf-
freies Leben, eine gute schulische Bildung und die Integration in die deutsche Gesellschaft sowie eine 
darauf folgende rechtzeitige Einbürgerung. 
Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg
Flüchtlingsberatung
Despina Paraskevaidou
Die „Flüchtlingsberatung“ (die nie nur Beratung war) des Diakonischen Werkes Darmstadt-Dieburg hat 
sich seit einer Reihe von Jahren aufgrund der veränderten innenpolitischen und gesellschaftspolitischen 
Situation in ihrer praktischen Verwirklichung notwendigerweise gewandelt. Mit dem Drittländerkonzept 
und korrespondierenden rechtlichen Regelungen haben der deutsche Gesetzgeber und die Bundes-
regierungen Flüchtlingen die Möglichkeiten der Einreise und der Durchführung eines Asylverfahrens in 
Deutschland in hohem Maße genommen, so dass die beraterische „Erstversorgung“ neu eingereister 
Flüchtlinge innerhalb der Gesamtberatungsarbeit jetzt gering ist. Strukturveränderungen (vor allem 
diejenigen, die sich aufgrund von Absprache- und Kostenübernahmeregelungen zwischen dem Bundes-
amt und den Wohlfahrtsverbänden und daraus sich ergebenden Strukturverschiebungen entwickelten) 
veränderten ebenfalls die Beratungsausgangssituation beträchtlich. Im Hinblick auf die jetzt gegebene 
Beratungsausgangssituation wurden die unten skizzierten Angebote an Flüchtlinge entwickelt. 
Der allgemeine Grundsatz der vom Diakonischen Werk angebotenen sozialarbeiterischen Hilfe für 
Flüchtlinge ist weiterhin: Flüchtlinge, die sich an die diakonischen Beratungsstellen wenden, sollen 
alle in Deutschland derzeit noch mögliche beraterische, medizinische, seelische (bis seelsorgerische), 
rechtliche und, soweit möglich, finanzielle Hilfe erhalten.

88
Im Einzelnen bietet die diakonische Beratung standardmäßig folgende Leistungen an: 
• Praktische Beratung bezüglich sozialer Themen und Situationen
•	 Begleitung	zu	Behörden	und	Vertretung	vor	Behörden
•	 Vermitteln	spezialisierter	Rechtsanwälte
•	 Beratung	und	Vermittlung	bei	Spracherlernbemühungen
•	 Interventionen	 und	Vermittlungen	in	Konfliktfällen	(etwa	bei	Schulen,	Kindergärten,	Arbeitgebern	usw.)
•	 Beratung	und	Hilfe	hinsichtlich	des	Schul-	und	Bildungssystems
•	 Vermittlung	psychosozialer	Hilfen
•	 Beratung	und	Vermittlung	hinsichtlich	medizinischer	Hilfen
•	 Beratung	und	Hilfe	bei	familiären	Problemen,	Erziehungsproblemen	usw.
•	 Beratung	und	Hilfe	bei	Familiennachzügen
•	 Beratung	und	Hilfe	bei	Qualifikations-	und	Fortbildungsbemühungen
•	 Beratung	und	Hilfe	beim	Rückkehrwunsch.
In methodischer Hinsicht werden, je nach Bedarf, die sozialarbeiterischen Verfahren der Einzelfallarbeit, 
der Gruppenarbeit und der Gemeinwesenarbeit angewendet. Die Mitarbeiter in der Flüchtlingsarbeit 
nehmen regelmäßig an folgenden „metaberaterischen“  Gruppenveranstaltungen teil: 
•	 spezifische	Arbeitskreise	und	Gremien, 	
•	 Netzwerke,
•	 flüchtlingsbezügliche	Veranstaltungen	der	Gemeinwesenarbeit,
•	 diakonieinterne,	diakonieorganisierte	und	andere	Qualifikations-	und	Fortbildungsveranstaltungen.
Standorte der Flüchtlingsarbeit in Darmstadt
Das Beratungsangebot für Menschen mit Fluchthintergrund wurde von der Geschäftsstelle in der Kies-
straße auf den Standort Kranichstein ausgeweitet. Seit 2009 wurde dieses Angebot in die Stadtteilwerk-
statt Kranichstein integriert. Damit wurde ein weiterer Schritt der sozialraumorientierten Ausrichtung 
der Beratungsdienste von Seiten des Diakonischen Werks unternommen. Mit der Ausweitung des Ange-
bots nach Kranichstein wurde dem in der Stadtteilwerkstatt verstärkt nachgefragten Beratungsbedarf 
vor allem von Menschen mit Fluchthintergrund entsprochen. Grundsätzlich wird damit das Ziel verfolgt, 
über die Beratungsarbeit die Menschen zu aktivieren und ihnen ihre Teilhabechancen am Stadtteilleben 
vorzustellen und sie für eine Teilnahme zu gewinnen. Es erfolgt so eine direkte Einbindung in die Pro-
jekte der Stadtteilwerkstatt.
Migrationsberatung
Despina Paraskevaidou
1. Statistische Angaben zur MBE
2010 haben unsere Beratungsstelle 120 Personen aufgesucht. 50 % der Personen waren Frauen. 40 % 
der Gesamtgruppe dieser Personen waren Neuzuwanderer, 60 % waren Personen, die schon längere 
Zeit in Darmstadt gelebt haben und nachholend Integrationshilfen brauchten und von denen eine große 
Gruppe aus verschiedenen afrikanischen Ländern gekommen sind. 
2. Angebote unserer Migrationsberatung in Darmstadt
•	 Gruppenarbeit:	Türkische	Frauengruppe	„Papatya“	(siehe	Bericht	der	GWA	Arheilgen);
•	 Gruppenarbeit:	Griechische	Seniorengruppe,	sie	trifft	sich	zu	bestimmten	sozialen,	familiären	usw. 	 
 Themen und zu Veranstaltungen (Ausflüge, Vorträge usw.).
3. Zur Perspektive
Ich habe vor, in Beratungsgesprächen Personen, die den Integrationskurs abgebrochen haben, zu bewe-
gen, den Kurs zu beenden oder wieder aufzunehmen und mit Personen, die die B 1-Prüfung bestanden 
haben, Möglichkeiten zu finden, ihre Sprach- und Sozialkenntnisse weiter zu verbessern. Eine solche 
Möglichkeit bietet der Konversationskreis, den die freien Träger eingerichtet haben.

89
DRK Kreisverband Darmstadt
Älter werden in Darmstadt –  
Begegnungs- und Bewegungsangebote für ältere Migrantinnen und Migranten
Miriam Seel
Jede fünfte Person in Darmstadt mit einem Migrationshintergrund ist inzwischen über 50 Jahre alt. Die 
Lebenssituation dieser Menschen ist oft durch Vereinsamung, Sprachprobleme, Informationsdefizite 
und geringes Einkommen geprägt. Gleichzeitig wünschen sich ältere Zuwanderinnen und Zuwanderer 
Sozialkontakte im eigenen Stadtteil und Begegnungsangebote, die ihre kulturellen und geschlechts-
spezifischen Erwartungen berücksichtigen.
Seit über 10 Jahren bietet der DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt e.V. speziell auf ältere Migrantinnen  
und Migranten zugeschnittene Angebote in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil in Darmstadt an.  
Von 2006 bis 2009 wurden wir mit Projektgeldern vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 
unterstützt, um diesen Bereich auszubauen. In den Stadtteilen Darmstadt-Nord und Eberstadt-Süd 
entstanden in dieser Zeit unter sozialpädagogischer Anleitung drei muttersprachliche offene Treffs. 
Flankiert werden diese Angebote von Gymnastikkursen, Gedächtnistraining, Exkursionen und Computer-
kursen nach Bedarf. Die Angebote finden in russischer, türkischer und spanischer Sprache statt.
Ziel unserer Arbeit mit älteren Zuwanderinnen und Zuwanderern ist in erster Linie die Stärkung ihrer 
aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Konkret bedeutet dies, dass durch die Zusammenkünfte 
neue Sozialkontakte gefördert werden, dass der Austausch mit Menschen ähnlicher Lebenserfahrung 
ermöglicht wird und dass mit Hilfe von vielen Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen, zum 
Sozialversicherungssystem u. ä. Wissenslücken abgebaut werden, die die Alltagsbewältigung erschweren.
Ein besonderes Anliegen unserer Seniorenarbeit ist die Vorbereitung auf das „Älter werden in Deutsch-
land“. Dies geschieht mit Hilfe von muttersprachlichen Informationsreihen, bei denen die örtlichen 
Hilfsangebote für ältere Menschen vorgestellt und besucht werden. Genauso wichtig wie der Abbau von 
Schwellenängsten vor „deutschen“ Einrichtungen ist es dabei, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu 
ermutigen, die manchmal ambivalenten Erwartungen und Wünsche im Zusammenhang mit dem Älter 
Werden anzusprechen und sich darüber auszutauschen.
Im Mittelpunkt der stadtteilbezogenen Angebote stehen die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehme-
rinnen und Teilnehmer. Durch muttersprachliche bzw. zweisprachige Angebote und die aktive Einbe-
ziehung der Migrationserfahrung der Teilnehmenden wird Vertrauen und Sicherheit aufgebaut, was 
wiederum in einem zweiten Schritt zur Öffnung für interkulturelle Begegnungen und zu mehr Kontakten 
mit Einheimischen führt.
Ein weiteres Anliegen unseres Angebotes ist die Förderung und Einbeziehung der vorhandenen Res-
sourcen der Besucher der offenen Treffs und die Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeitern. In den Treffpunkten übernehmen die Teilnehmenden viele Aufgaben in eigener Verantwor-
tung und bestimmen die Inhalte der Angebote selbst. Dem Biografieansatz wird bei der Gestaltung des 
Zusammenseins im Besonderen Rechnung getragen, um die Teilnehmenden zu ermutigen, Erwartungen 
und Wünsche im Zusammenhang mit dem Älter Werden anzusprechen und emotional zu bearbeiten.
Als Langzeitperspektive verfolgt der DRK Kreisverband in Netzwerkarbeit die interkulturelle Öffnung der 
Dienstleistungsangebote für ältere Menschen in Darmstadt. Durch Kooperationsprojekte, Fachtagungen 
und die Mitarbeit in Arbeitskreisen sollen die Einrichtungen und Dienstleister in Darmstadt für die kul-
turspezifischen Bedürfnisse der zunehmend größer werdenden Gruppe der älteren Zuwanderinnen und 
Zuwanderer sensibilisiert werden und ihre Angebote entsprechend verändern.
Um unsere Raumsituation zu optimieren, sind wir zurzeit auf der Suche nach seniorengerechten, 
stadtteilnahen Räumlichkeiten. In diesem Bereich würden wir gerne mit anderen Trägern der Altenhilfe 
kooperieren.

90
Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE)
Rıza Yılmaz
Gesetzliche Grundlage für die MBE
Am 1.1.2005 ist das neue Zuwanderungsgesetz in Kraft getreten. Entsprechend der Intention des 
Zuwanderungsgesetzes wurden die unterschiedlichen Beratungssysteme für Ausländerinnen und Aus-
länder sowie Spätaussiedlerinnen und -aussiedler zu einer einheitlichen Migrationsberatung nach § 45 
Satz 1 Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) bzw. nach § 9 Abs. 1 Satz 4 des Bundesvertriebenengesetzes 
(BVFG) für alle erwachsenen Zuwanderer über 27 Jahre umstrukturiert. Die Migrationsberatung ist  
ein zeitlich befristetes (max. drei Jahre), bedarfsorientiertes, individuelles und kostenloses Grundbera-
tungsangebot.
In Darmstadt wird die Migrationsberatung vom Deutschen Roten Kreuz Darmstadt-Stadt, vom Deut-
schen Caritasverband Darmstadt und vom Diakonischen Werk Darmstadt angeboten.  
Ziele und Aufgaben
Der/die Migrationsberater/in (MBE) initiiert und steuert den Integrationsprozess gemeinsam mit dem/
der Klient/in und leistet Unterstützung zu selbstständigem Handeln in allen Bereichen des täglichen 
Lebens. 
Der Schwerpunkt des Beratungsangebots liegt hierbei auf einer bedarfsorientierten Einzelfallberatung 
(Case-Management). Zu den Aufgaben der MBE zählt darüber hinaus die sozialpädagogische Betreuung 
während der Integrationskurse sowie, bei individuellem Bedarf, Hilfestellung bei der Vermittlung von 
Kinderbetreuungsangeboten. 
Aber auch die aktive Mitarbeit in kommunalen Netzwerken und die Mitwirkung bei der interkulturellen 
Öffnung der Regeldienste und Verwaltungsbehörden gehören zu den Aufgaben der MBE.
Zielgruppe
Das Beratungsangebot richtet sich grundsätzlich an erwachsene Zuwanderer über 27 Jahre: 
•	 Spätaussiedler,	deren	Ehegatten	und	Abkömmlinge	im	Sinne	der	§§	4	und	7	BVFG	bis	zu	drei	Jahre 	 
 nach Einreise in das Bundesgebiet.
•	 Ausländer,	die	sich	dauerhaft	im	Sinne	des	§	44	AufenthG	im	Bundesgebiet	aufhalten,	bis	zu	drei 	 
 Jahren nach der Einreise in das Bundesgebiet bzw. bis zu drei Jahren nach Erlangung des auf Dauer  
 angelegten Aufenthaltsstatus.
•	 Die	MBE	steht	darüber	hinaus	im	Rahmen	der	nachholenden	Integration	auch	den	bereits	länger 	 
 in Deutschland lebenden Zuwanderern offen, die einen einem Neuzuwanderer vergleichbaren Inte-   
 grationsbedarf aufweisen. Indiz hierfür sind insbesondere unzureichende Sprachkenntnisse in  
 Deutsch (vgl. BMI, 2010). 
Migrationsberatung und Netzwerkarbeit
Im Rahmen der Migrationsberatung führen wir zunächst ein Beratungsgespräch durch, in dem Fragen 
der Klienten/innen und die persönlichen Ressourcen ermittelt werden. Zusammen mit ihnen werden in-
dividuelle Integrationsziele erarbeitet und unter Einbeziehung der jeweiligen Ressourcen (z. B. Sprach-
kenntnisse, Erfahrungen, unterstützendes Umfeld) Handlungsschritte festgelegt. Dabei stehen in der 
Regel existentielle Fragestellungen, wie die Erlangung von ausreichenden Sprachkenntnissen, Arbeits-
platz- und Wohnungssuche und Erlangung eines Kindergartenplatzes, meist im Vordergrund. War die 
Beratungsarbeit in der Vergangenheit nicht selten eher mit einem „Feuerwehreinsatz“ zu vergleichen, 
bei dem Ratsuchende oft nur bei akuten Problemen und sehr spät kamen, so wird jetzt präventiv und 
ressourcenorientiert mit den Klienten/innen zusammengearbeitet. 
Um auf das Beratungsangebot vor allem für Neuzuwanderer aufmerksam zu machen, wird dieses regel-
mäßig in den Integrationskursen vorgestellt und entsprechende Informationsblätter werden verteilt. Auf 
das Angebot werden Migrant/innen zusätzlich auch von anderen Institutionen, wie z. B. der Ausländer-
behörde, dem Jobcenter und anderen Beratungseinrichtungen aufmerksam gemacht.

91
Um die aktuellen sowie grundsätzlichen migrationsspezifischen Fragen klären zu können, ist es wichtig, 
trägerübergreifend zusammenzuarbeiten. Der Arbeitskreis (AK) „Migration und Sozialarbeit“ unter der 
Geschäftsführung des Interkulturellen Büros der Stadt Darmstadt bietet eine wichtige Plattform für ver-
schiedene Institutionen und trägt wesentlich zur Kooperation bei. Ein weiteres Gremium zur Förderung 
der „Integrationsarbeit“ unter der Leitung der Regionalkoordinatorin des „Bundesamtes für Migration 
und Flüchtlinge“ mit Vertreter/innen der Integrationskursträger, der Ausländerbehörde, der MBE, des 
Jugendmigrationsdienst und des Interkulturellen Büros stellt u.a. das Koordinierungstreffen dar.
Statistische Daten zur Zielgruppe
Im Jahr 2010 haben insgesamt 112 Migrant/innen die Beratungsleistungen des Deutschen Roten 
 Kreuzes in Darmstadt in Anspruch genommen. Die Migrationsberatung wurde zu 63 % von Frauen und 
zu 37 % von Männern in Anspruch genommen. Die Migrationsberatung wurde mehrheitlich von folgen-
den Zuwanderern nach ihrer Herkunft in Anspruch genommen: Türkei 55 %, Marokko 10 %, EU-Staaten 
13 %, afrikanischen Staaten 9 %, Afghanistan 7 %. Der Rest verteilte sich überwiegend auf die übrigen 
asiatischen und anderen Staaten. 
Ausblick
Die Migrationsberatung stellt für viele Migrant/innen eine wichtige Anlaufstelle dar. Jedoch ist die 
Aufgabe der Kinderbetreuung weiterhin wichtig aber noch nicht ausreichend geklärt. Des Weiteren ist es 
wichtig, stärker auf die MBE aufmerksam zu machen und die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisati-
onen zu intensivieren, um dadurch weitere Migrant/innen erreichen zu können.
Einsatz von Interkulturellen Vermittlungskräften
Rıza Yılmaz
Pädagogische oder sozialpädagogische Fachkräfte in Schulen und Kindereinrichtungen, im Stadtteil, 
Verwaltungskräfte in der Sozialberatung, medizinische Fachkräfte in den Krankenhäusern sowie nieder-
gelassene Ärztinnen und Ärzte haben oft das Problem, dass sie sich mit zugewanderten Menschen 
schwer verständigen können. In solchen Fällen ist der Einsatz interkultureller Vermittlungskräfte äußerst 
sinnvoll und äußerst hilfreich. Sie können sprachlich-kulturell vermitteln oder die Fachkräfte fachlich-
kulturell unterstützen. Durch eine rechtzeitige Intervention kann auch auf mögliche negative Entwick-
lungen präventiv Einfluss genommen werden. 
Auf der anderen Seite wissen Migrantinnen und Migranten in Problemsituationen (z. B. Erziehungs-
fragen, Schulprobleme, Gesundheitsfragen) oft nicht, an welche Institution sie sich Hilfe und Unterstüt-
zung suchend wenden können. Auch in diesem Fall können zweisprachige Vermittlungskräfte vermit-
telnd helfen. 
Anknüpfend an die vom Interkulturellen Büro durchgeführten Weiterbildungen zu Integrationsassisten-
tinnen (vgl. Kap. III.5) wurde im Jahr 2008 in Kooperation mit dem DRK das Projekt „Interkulturelle 
Vermittlung“ entwickelt und seitdem kontinuierlich mit städtischen Mitteln und Mitteln des Hessischen 
Sozialministeriums durchgeführt. 
Im Folgenden wird exemplarisch anhand des Bildungsbereichs der Ablauf einer interkulturellen Vermitt-
lung vorgestellt: Wenn Grundschulen oder Kindergärten um Unterstützung beim Dialog mit den Eltern 
im Frühstadium von Verhaltensauffälligkeiten oder Lernschwierigkeiten anfragen, werden über das DRK 
KV Darmstadt / Migrationsdienst in Kooperation mit dem Interkulturellen Büro zweisprachige Vermitt-
lungskräfte eingeschaltet.

92
Die Aufgaben der Vermittlungskräfte sind: 
•	 zwischen	Eltern	von	Migrantenkindern,	die	Verhaltensauffälligkeiten	oder	Lernschwierigkeiten	im 	 
 Frühstadium aufweisen, und den Fachkräften in den Institutionen zu vermitteln und ein gemeinsames  
 Vorgehen zu sichern,
•	 in	Absprache	mit	den	Fachkräften	in	den	Institutionen	die	Eltern	zu	beraten,
•	 den	Eltern	und	den	Fachkräften	in	den	Institutionen	zu	helfen,	die	Symptome	abzuklären, 	
•	 den	Eltern	zu	helfen,	außerschulische	Hilfen	zu	organisieren,
•	 ggf.	die	Fachkräfte	in	Grundschulen	und	Kindergärten	bei	der	Entscheidung	über	weitere	Maßnahmen 	 
 zu unterstützen.
Das DRK koordiniert mittlerweile einen Pool von ca. 40 interkulturellen Vermittlungskräften, die bis zu 
20 Sprachen abdecken. Die am meisten in Anspruch genommenen Sprachen sind Türkisch, Arabisch, 
Russisch, Tigrina (Eritreisch), Serbo-Kroatisch, Spanisch und Italienisch.
In den Jahren 2008 bis 2010 wurden in insgesamt 94 Fällen interkulturelle Vermittlungskräfte  
(mit 373 Std.) in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit eingesetzt.
Internationaler Bund
Jugendmigrationsdienst 
Uschi Wilbert
Allgemeines
Die Jugendmigrationsdienste (JMD) werden als Bestandteil der Jugendhilfe vom Bundesministerium 
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFFSJ) gefördert und sind Teil des migrationsspezifischen 
Beratungsangebots nach § 45 des Aufenthaltsgesetzes für alle jungen Menschen mit Migrationshinter-
grund. Träger des JMD Darmstadt ist der Internationale Bund.
Zielgruppen des JMD sind: 
•	 Kinder,	Jugendliche,	junge	Erwachsene	vom	12.	bis	zur	Vollendung	des	27.	Lebensjahres 	 
 mit Migrationshintergrund;
•	 Eltern	von	Kindern	und	Jugendlichen	mit	Migrationshintergrund	zur	Stärkung	ihrer	Erziehungs-  
 kompetenz, insbesondere in Fragen der Bildung / Ausbildung ihrer Kinder;
•	 Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter,	Institutionen	und	ehrenamtliche	Initiativen	in	den	sozialen	Netz- 	 
 werken / im Gemeinwesen, die für Migrantinnen und Migranten relevant sind (z. B. Ämter, Betriebe,  
 Verbände, Vereine, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Religionsgemeinschaften usw.) einschließlich  
 der Bevölkerung im Lebensumfeld der jungen Menschen.
Die Arbeit der JMD zielt auf: 
•	 Verbesserung	der	Integrationschancen	(sprachliche,	schulische,	berufliche	und	soziale	Integration)
•	 Förderung	der	Chancengleichheit	und
•	 Förderung	der	Partizipation	junger	Migrantinnen	und	Migranten	in	allen	Bereichen	des	sozialen, 	 
 kulturellen und politischen Lebens.
Die Jugendmigrationsdienste haben in erster Linie die Aufgabe, mit dem Verfahren des Case Manage-
ments und dem Instrument des individuellen Integrationsförderplans junge Menschen mit Migrations-
hintergrund zu unterstützen. Zugleich beteiligen sich die Einrichtungen aktiv bei der Vernetzung der 
Angebote für Jugendliche in den Sozialräumen und bei der interkulturellen Öffnung der Einrichtungen 
und Dienste in sozialen Handlungsfeldern.

93
Jugendmigrationsdienst Darmstadt
Innerhalb der Stadt Darmstadt gibt es das JMD-Angebot an 3 verschiedenen Standorten: im Innenstadt-
gebiet (Marburger Straße), in Eberstadt-Süd (Kinderhaus Paradies) und in Kranichstein (nach Absprache 
im Jugendcafe Chillmo).
Die Beratungsstelle in der Marburger Straße bietet aufgrund der räumlichen Möglichkeiten auch diverse 
kostenlose Gruppenangebote (z. B. Sprach- und Kommunikationstraining, PC-Kurse, Bewerbungstraining) 
für die Zielgruppe an. Ebenfalls finden dort die Jugendintegrationskurse statt.
Die Standorte Eberstadt und Kranichstein liegen beide jeweils in dem Quartier der „Sozialen Stadt“. 
Das ermöglicht kurze und direkte Wege für die in diesen Gebieten lebenden Jugendlichen und jungen 
Erwachsenen mit Migrationshintergrund. Hier ist die Netzwerkarbeit von besonderer Bedeutung. Zeit-
weise werden vor Ort auch Sprachkurse angeboten. Ein kontinuierliches Angebot kann mangels geeig-
neter Räumlichkeiten nicht stattfinden. 
Im JMD Darmstadt sind zurzeit 4 hauptamtliche Mitarbeiterinnen in Teilzeit tätig, die durch weitere 
freie MitarbeiterInnen und Ehrenamtliche unterstützt werden. 
Aktivitäten und Angebote des JMD in Darmstadt
Beratung
Hauptaufgabe des Jugendmigrationsdienstes ist die individuelle sozialpädagogische Beratung und Be-
gleitung der Zielgruppe in Form eines Case Managements mit einem individuellen Integrationsförderplan.
Insgesamt werden jährlich im Durchschnitt 250 Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrations-
hintergrund im Alter von 12 bis 27 Jahren beraten und betreut.
Die Kontaktaufnahme zwischen dem JMD und den jungen MigrantInnen erfolgt auf sehr vielfältige 
Weise, z. B. über die Vermittlung durch Institutionen wie Ausländerbehörde, Jobcenter, Schulen und 
andere Einrichtungen. Von Bedeutung ist auch die „Mund-zu-Mund-Propaganda“, die hauptsächlich in 
den Stadtteilen greift. Der Anteil der jungen Frauen (größtenteils mit Kindern) überwiegt, insbesondere 
in den Stadtteilen sehr. 
In den ersten Gesprächen geht es bei Neuzugewanderten hauptsächlich um Möglichkeiten des Sprach-
erwerbs. Hierbei ist die Gruppe von jungen Müttern zu erwähnen, die kaum die Möglichkeit hat, die 
deutsche Sprache zu erlernen, da es an Sprachkursen mit Kinderbetreuung fehlt. Größtenteils werden 
diese ersten Beratungsgespräche mithilfe von „Dolmetscherinnen oder Dolmetschern“ geführt, die zum 
Teil als Familienangehörige schon zu den Beratungen mitgebracht oder aus dem Dolmetscher-Pool des 
JMD bzw. des Interkulturellen Büros dazugeholt werden. 
Problematisch stellt sich auch die Situation von neu zugewanderten Jugendlichen in der Altersgruppe 
der 15- bis 17-Jährigen ohne ausreichende Sprachkenntnisse dar. Aufgrund ihres Alters können sie 
nicht mehr in eine Intensivklasse aufgenommen werden, haben andererseits entweder aufgrund ihres 
Alters oder aufgrund der noch nicht erfüllten Schulpflicht keinen Anspruch auf einen Integrationskurs.
Im Laufe der kontinuierlichen Begleitung zeigt sich die Vielschichtigkeit der Problemlagen. So erweisen 
sich beispielsweise die bürokratischen Anforderungen (Anträge, Formulare, Briefe) immer wieder als 
große Hürde und fordern eine sehr zeitintensive Betreuung. Themenschwerpunkte der Beratungsarbeit 
bei jungen MigrantInnen, die schon etwas länger in Deutschland leben, sind vor allem die schulische 
und berufliche Orientierung, die Unterstützung bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche und die in-
dividuelle Lebensplanung. Bedarfsbezogen wird dabei mit anderen Diensten und Einrichtungen zusam-
mengearbeitet.  
Kurse
Überwiegend werden die vom JMD Darmstadt angebotenen Kurse aus Mitteln des Kinder- und Jugend-
plans des BMFFSJ finanziert. Für die Finanzierung der Jugendintegrationskurse und der Frauenkurse 
ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig. 2010 wurden 12 Gruppenangebote 
mit über 200 Teilnehmenden an den 3 Standorten in Darmstadt durchgeführt.

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Das Kursangebot umfasst folgende Schwerpunkte:
•	 Ergänzende	Sprach-	und	Kommunikationskurse
 Die mehrgliedrigen Kurse des Sprachförderangebotes sind sowohl als vorgeschaltete als auch als  
 flankierende Maßnahmen ein wichtiger Bestandteil der Integrationsbegleitung. Teilnehmende sind  
 Jugend liche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 27 Jahren. 
•	 Heranführen	an	neue	Medien,	PC-Kurse	–	Internet
 Der Schwerpunkt EDV-Förderung umfasst sowohl Grundlagen als auch spezielle Kenntnisse.  
 Verbind liches Lernziel für alle Projekte und Maßnahmen ist die Vermittlung von Medienkompetenz. 
•	 Bewerbungstraining
 Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen im JMD haben, bei Bedarf und Interesse, die Möglichkeit,  
 am Bewerbungstraining teilzunehmen. 
•	 Jugendintegrationskurse	nach	§44	Abs.	4	AufenthG
 Der Internationale Bund führt auch Integrationskurse durch und ist auf Jugendintegrationskurse  
 mit 900 Unterrichtsstunden spezialisiert. 
•	 Frauenkurse	des	BAMF	mit	Kinderbetreuung
 Diese Kurse werden speziell für Migrantinnen, meist mit kleinen Kindern, angeboten. Auch hier ist  
 der Schwerpunkt Spracherwerb, Orientierung im Stadtteil, sprachliches Einüben von Alltagssituationen  
 und EDV-Grundlagen. In Konversationskursen werden Themen wie Schulsystem, Kinderbetreuung  
 oder Gesundheitsfragen behandelt. Einige Frauen schätzen diese Angebote auch, um Kontakte zu  
 anderen Frauen aufzubauen. 
„Qualifizierung nach Maß“
Anette Noll-Wagner
Name des Trägers:  Internationaler Bund, Marburger Straße 2, 64289 Darmstadt
Name des Projekts:  „Qualifizierung nach Maß“ 
Beratungs- und Koordinierungsstelle für berufliche Nachqualifizierung
Aufgabenbereich
Die Beratungs- und Koordinierungsstelle „Qualifizierung nach Maß“ ist ein Projekt im Programm „Per-
spektive Berufsabschluss“ in der Förderinitiative 2 – abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung. 
Die Förderung des Programms erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 
(BMBF) und des Europäischen Sozialfonds. „Qualifizierung nach Maß“ hat die Aufgabe, nachhaltige 
Rahmenbedingungen für eine Nachqualifizierung zu schaffen. Durch die Entwicklung regionaler Struk-
turen soll sich die Nachqualifizierung als Regelangebot etablieren. Für Menschen, die bisher ohne 
Berufsausbildung geblieben sind, werden dadurch neue Chancen und Perspektiven für eine berufliche 
Entwicklung eröffnet. Dabei ist das Projekt eingebunden in das Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für 
MigrantInnen – Interkulturelle Kooperation zur Verbesserung der Bildungsintegration.“ Durch die Ein-
bindung von Migrantenorganisationen in die regionalen Netzwerke soll das Empowerment von Migran-
tinnen und Migranten bzw. deren Organisationen in den regionalen Netzwerken gestärkt werden.
Zielgruppe
In den Unternehmen und bei den an- und ungelernten Beschäftigten und Arbeitslosen ist die Möglich-
keit wenig bekannt, über eine Nachqualifizierung und die Externenprüfung nachträglich einen Berufs-
abschluss erlangen zu können. Daher bilden die Zielgruppen der Beratungs- und Koordinierungsstelle 
„Qualifizierung nach Maß“ sowohl die Personalverantwortlichen in den Unternehmen als auch die Men-
schen, die bisher ohne anerkannten Berufsabschluss bzw. ohne verwertbaren Berufsabschluss geblie-
ben sind. Migrantinnen und Migranten sind hier besonders häufig betroffen.

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Inhalte und Erfolge
Um eine Nachqualifizierung und die Heranführung zur Externenprüfung im Einzelfall umzusetzen, 
müssen sehr unterschiedliche Akteure eingebunden werden. Die Beraterinnen koordinieren dabei den 
gesamten Qualifizierungsverlauf. In den Beratungsgesprächen werden bereits vorhandene Kompeten-
zen und Erfahrungen der Ratsuchenden erfasst und dokumentiert. Danach erstellen die Beraterinnen 
gemeinsam mit den Beratenen einen Qualifizierungsplan. Die Bildungsträger ergänzen fehlende Fach-
kenntnisse durch modulare Lerneinheiten, z. B. Vorbereitungskurse zur Externenprüfung. Um die regi-
onale Angebotsstruktur weiterzuentwickeln, arbeitet „Qualifizierung nach Maß“ eng mit den regionalen 
Arbeitsmarktakteuren zusammen. 
Besondere Anforderungen stellen die Beratung für Migrantinnen und Migranten. Um Chancengleichheit 
zu verwirklichen und eine gleichberechtigte Teilhabe von Personen mit und ohne Migrationshintergrund 
zu ermöglichen, nimmt „Qualifizierung nach Maß“ die Benachteiligungen von ZuwandererInnen im 
Bereich der Weiterbildung auf. Viele Menschen mit Zuwanderungshintergrund erhalten keine Anerken-
nung ihrer beruflichen Qualifikationen und benötigen anschlussfähige Zugänge zu einem anerkannten 
Berufsabschluss. Die gezielte Ansprache von Menschen mit Zuwanderungshintergrund, die Kooperation 
mit Migrantenorganisationen, eine kultursensible Bildungsberatung und die Entwicklung von geeigneten 
Qualifizierungsmaßnahmen machen die besonderen Anstrengungen in der Arbeit mit Migrantinnen und 
Migranten deutlich.
Mit dem Ziel, die regionalen Qualifizierungsangebote auszubauen und Qualitätsstandards in der Nach-
qualifizierung in Kooperation mit dem Netzwerk regional zu entwickeln, führt das Projekt zweimal im 
Jahr einen Workshop durch. So beschäftigten wir uns 2010 in einem Workshop mit der Möglichkeit von 
weiterbildungsbegleitenden Hilfen, z. B. durch eine integrierte Deutschförderung in Qualifizierungs-
maßnahmen. Ein zweiter Workshop befasste sich mit Qualitätsstandards der Kompetenzfeststellung im 
Rahmen der Nachqualifizierung. Die Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit dem Thema Cultural 
Mainstreaming und die Anstrengungen, Qualifizierungsangebote an den notwendigen Bedarfen aus-
zurichten, zeigen erste Erfolge durch die Entwicklung von adressatengerechten Nachqualifizierungs-
angeboten. 
Im Juli 2010 wurde eine interkulturelle Schulung in Kooperation mit dem Begleitvorhaben „Mit Migran-
tInnen für MigrantInnen“ gemeinsam mit Netzwerkpartnern der HWK, des Jobcenters Darmstadt und 
verschiedenen Bildungsträgern durchgeführt. Dadurch sollte eine interkulturelle Sensibilisierung der 
Netzwerkpartner und eine Öffnung der Institutionen im Zusammenhang von Nachqualifizierung erreicht 
werden. Um die Bildungsbeteiligung von Migrantinnen und Migranten zu erhöhen und eine gezielte 
interkulturelle Kooperation zu ermöglichen, arbeitet die Beratungsstelle „Qualifizierung nach Maß“ eng 
mit Bildungsbeauftragten aus 6 Migrantenorganisationen zusammen. Damit werden Migrantinnen und 
Migranten Wege zur Nachqualifizierung eröffnet.
Im Rahmen der Interkulturellen Woche wurde eine Informationsveranstaltung für Betriebe zum Thema 
„Zukunft durch Vielfalt – Strategien für Ihren Erfolg im Unternehmen“ durchgeführt. Hierbei wurden 
gezielt Unternehmen eingeladen, die von MigrantInnen geführt werden, und zu den Möglichkeiten der 
Weiterbildung und Nachqualifizierung informiert.
Bisher wurden durch „Qualifizierung nach Maß“ 207 Personen über die Möglichkeiten der Nachqualifi-
zierung beraten. Von diesen hatten 68 % einen Migrationshintergrund. Eine Nachqualifizierung haben 
bereits 6 % abgeschlossen, 15 % befinden sich zurzeit in einer Qualifizierungsmaßnahme, für 9 % war 
es notwendig im Vorfeld einen Sprachkurs zu organisieren, der vor Beginn einer Qualifizierung besucht 
wurde. 30 % befinden sich aktuell in der Beratung.
Ca. 1.000 Betriebe wurden über Informationsveranstaltungen, Rundschreiben, Messen und Fachtage 
angesprochen und über die Möglichkeit der Nachqualifizierung informiert.

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Magnolya e.V. 
Interkultureller Treffpunkt älterer Menschen im Heiner-Lehr-Zentrum
Nicole Matheis
Träger und Aufgabenbereiche
Magnolya e.V. ist ein interkultureller Frauenverein und wurde 1998 mit dem Ziel gegründet, die soziale 
Integration älterer Migrantinnen und die Begegnung zwischen einheimischen und zugewanderten Frauen 
zu fördern. Durch muttersprachliche und interkulturelle Angebote in Bildung, Beratung und Freizeit-
gestaltung werden die Teilnehmerinnen dabei unterstützt, ihre Lebensqualität zu verbessern und am 
sozialen Leben teilzunehmen. Interkulturelle Angebote richten sich an Frauen aller Nationalitäten.
Die Angebote finden seit Januar 2011 im Heiner-Lehr-Zentrum, „Interkultureller Treffpunkt älterer 
 Menschen“, statt. 
Zielgruppe
Zielgruppe der regelmäßigen Angebote sind ältere Frauen aus der Türkei und aus Italien. Wir erreichen 
Frauen türkischer Herkunft zwischen 45 und 86 Jahren und Seniorinnen italienischer Herkunft zwischen  
60 und 87 Jahren aus Darmstadt und Umgebung. Zielgruppe der interkulturellen Angebote – z. B. 
Austausch, internationale Frauenfeste, Ausflüge - sind Frauen aller Nationalitäten und Altersgruppen 
(erweitert auch durch die Kooperation mit Alice e.V.).
Fahrradkurse richten sich auch an jüngere Frauen.
Angebote
Gruppenangebote
•	 „Nazar	degmesin“,	muttersprachlicher	Treffpunkt	für	türkische	Frauen
•	 „L’albero	delle	donne“,	muttersprachlicher	Treffpunkt	für	italienische	Frauen.
•	 Angebote	zur	Freizeitgestaltung,	z.	B.	Theaterbesuche,	Begleitung	zur	Teilnahme	an	Angeboten 	 
 des städtischen SeniorInnenenbüros.
Bildungsangebote zur Stärkung der Kommunikations- und Sprachkompetenz und zur Informations- 
vermittlung über spezifische Themen in Bezug auf das Älterwerden:
•	 Alphabetisierungskurse	für	ältere	Frauen	aus	der	Türkei.
•	 Kommunikationskreis:	Deutsch	für	ältere	Frauen	und	Analphabetinnen.
•	 Zweisprachige	Vorträge	über	frauen-	und	altersspezifische	Themen,	z.	B.	Krebsvorsorge,	Rente, 	
 Leistungen der Pflegeversicherung.
Angebote zur Gesundheitsförderung mit dem Ziel, Gesundheit als wichtigen Faktor der Lebensqualität 
im Alter bewusst zu machen und die Eigenverantwortung zu stärken:
•	 Gymnastik	für	Seniorinnen.
•	 Aktiv	und	Gesund.	Was	kann	ich	selbst	für	meine	Gesundheit	tun?
•	 Radfahrkurse	für	Anfängerinnen	und	Ungeübte.
Aufsuchende Angebote
•	 Beratung	und	Begleitung	bei	besonderem	Hilfebedarf,	z.	B.	muttersprachliche	Begleitung 	 
 bei Behörden oder Arztbesuchen.
•	 Zugehende	Betreuung. 	
 Aufsuchende, muttersprachliche Beratung und Begleitung von Frauen in Krisensituationen und von 
 nicht mehr mobilen Seniorinnen. Ziel der Maßnahme ist die Verbesserung der Lebensqualität der 
  Adressatinnen durch psychische Stabilisierung und Stärkung des Selbstwertgefühls.

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Interkulturelle Angebote
Begegnungsmöglichkeiten auf Augenhöhe schaffen durch:
•	 „(Aus-)Tausch,	Sprache	und	Kochen	lernen“,	interkulturelles	Angebot	zur	Förderung	der	Begegnung 	 
 von Migrantinnen und Einheimischen.
•	 Internationales	Frühstück.
•	 Kontakte	zu	anderen	Frauengruppen	in	Darmstadt	und	Frankfurt.
•	 Aufbau	des	interkulturellen	Treffpunkts	älterer	Menschen	im	Heiner-Lehr-Zentrum	gemeinsam 	 
 mit der AWO.
Methodische Grundlagen 
Die niedrigschwelligen Angebote eröffnen den Zugang zur Lebenswelt der älteren Migrantinnen, ermög-
lichen die Formulierung von Problemen, Bedürfnissen und Wünschen sowie das Erkennen von Risiken 
und Potenzialen. Als Expertinnen ihrer Lebenssituation wissen die Frauen am besten, was sie brauchen 
und tragen aktiv zur Entwicklung passender Angebote bei. 
Unsere Arbeitsansätze: biografisch-, ressourcen- körperorientierter Ansatz,
personenkonzentrierte Gesprächsführung nach Rogers.
Personelle Ausstattung
Keine Stellen, 3 Fachkräfte auf Honorarbasis, 2 Ehrenamtliche. Als Vereinsmitglieder sind alle Mitar-
beiterinnen mit unterschiedlichen Aufgaben ehrenamtlich tätig, auch in geschäftsführenden Aufgaben, 
Öffentlichkeitsarbeit, usw.
Perspektiven
Im Februar 2011 wurde der Interkulturelle Treffpunkt älterer Menschen im Heiner-Lehr-Bürgerzentrum 
eröffnet. In diesen Räumen werden Magnolya e.V. und der AWO Bezirksverband ihre jeweiligen Angebote 
durchführen und ein gemeinsames Programm entstehen lassen. 
In Kooperation mit dem Sportamt und einem Darmstädter Sportverein wird das Bewegungsangebot für 
ältere Migrantinnen ausgebaut. 
Mäander e.V. 
Mädchenleben in verschiedenen Welten und Schutz vor drohender Zwangsheirat
Serpil Semercioglu
Mäander e.V. ist eine Jugendhilfeeinrichtung für Mädchen, junge Frauen und allein erziehende Mütter. 
Seit der Gründung vor 21 Jahren fokussiert sich unser Engagement auf die Lebenssituation von Mädchen 
und jungen Frauen. Wir entwickeln Betreuungs- und Beratungsangebote, die sich an den besonderen 
Problemen und Nöten von Mädchen orientieren. Unsere Leistungsangebote sind:
•	 Präventive	Beratung	für	Mädchen,	junge	Frauen	und	Mütter,	werdende	Mütter	und	Familien,
•	 betreutes	Wohnen	für	Mädchen	und	junge	Frauen	auch	in	Notsituationen,
•	 Wohnen	und	Leben	mit	dem	Kind	in	einem	Mutter-Kind	Haus.
Unsere Anliegen sind, mit Mädchen und jungen Frauen in fremdbestimmten Lebenssituationen und 
Beziehungen Wege zu finden, die ihrer Selbstbestimmung gerechter werden, und sie in Notsituationen 
zu beraten und zu betreuen.
„Eine erzwungene Eheschließung verletzt das Selbstbestimmungsrecht in einem ganz zentralen Bereich  
persönlicher Lebensgestaltung“. Ausgehend von dieser Definition haben wir unser präventives Beratungs-
angebot für Mädchen und junge Frauen aus den betroffenen Kulturkreisen erweitert und die Themen 
Mädchenleben in verschiedenen Welten und Schutz vor drohender Zwangsheirat aufgenommen.

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Zwangsverheiratung ist Gewalt von Eltern gegenüber ihren heranwachsenden und erwachsenen Kindern.  
Kinder und Jugendliche unterliegen dem besonderen Schutz des Staates. Zwangsverheiratung bei 
Minderjährigkeit ist eine Kindeswohlgefährdung. Zwangsverheiratung ab Volljährigkeit ist „eine schwere 
Verletzung der Menschenrechte und mit dem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben nicht vereinbar“ 
(vgl. hierzu SGB VIII § 41, Hilfe für junge Volljährige).
Zielgruppe
Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 25 Jahren aus Migrantenfamilien,
Mädchen und junge Frauen, deren Eltern die Zwangsheirat oder auch die arrangierte Heirat anordnen 
oder erzwingen.
Es ist bedeutsam, Mädchen für dieses Thema zu sensibilisieren und gleichzeitig eine Vertrauensbasis 
zu ihnen herzustellen, um zu ihrem Schutz gemeinsam mit ihnen weitere Schritte einleiten zu können. 
Sie haben mehr oder weniger gelernt, sich mit den unterschiedlichen Kontexten zu arrangieren:
Diese Mädchen sind trotz Erfahrungen von Unterdrückung, Bedrohung und Gewalt in der Familie an diese 
auch emotional gebunden. Sie erleben, dass andere Mädchen und junge Frauen sich in unserer Gesell-
schaft unabhängiger und freier bewegen, sie machen die Erfahrung, dass ihre Bedürfnisse und Wünsche 
als unehrenhaft bewertet und auch gemaßregelt werden durch verschiedene Bestrafungshandlungen.
Notwendige Vernetzung und Zusammenarbeit zum Schutz von Mädchen vor Zwangsheirat
Es ist notwendig, dass Schulen präventive Aufklärung zu diesem Thema leisten. Es ist notwendig, dass 
Bildungssysteme sich frühzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen und somit Bedingungen schaf-
fen, in denen Mädchen eine eigene Position finden und Vertrauenspersonen mit ihnen geeignete Hilfen 
einleiten können.
Es ist notwendig, das Beratungsangebot an allen Orten zu veröffentlichen, an denen sich Mädchen und 
junge Frauen erlaubt aufhalten, wie z. B. Schulen und Arztpraxen. Wir bieten Workshops und Beratung 
für die Schulsozialarbeit an. Wir vernetzen uns mit Schulen, den vor Ort bestehenden öffentlichen Mig-
rationsbüros, dem Jugendmigrationsdienst, dem Netzwerk Prävention und Schutz gegen häusliche und 
sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen.
Wir erstellen in Kooperation mit den hiesigen Jugendämtern standardisierte Ablaufverfahren, um 
schnelle und unbürokratische Hilfe sichern zu können. Wir vernetzen uns mit Schutzeinrichtungen für 
Mädchen und Frauenhäusern, um betroffene Mädchen und Frauen, die sich in akuten Notsituationen 
an uns wenden, dann schnell und adäquat unterbringen zu können. Wir vernetzen uns mit geeigneten 
Übersetzerinnen.
Es sind besonders geschützte Zugangswege für Mädchen und Frauen erforderlich, die der Schweige-
pflicht unterliegen, die die Anonymität wahren, eine schnelle, unbürokratische Anlaufstelle ermöglichen 
und mehrere Kommunikationswege bereithalten:
•	 Anonyme	Online	Beratung	(www.maeander-zwangsheirat.de)
•	 E-Mail	Kommunikation	(www.maeander-darmstadt.de)
•	 Telefonische	Beratung	als	pro	aktive	Beratung,	z.	B.	nach	polizeilicher	Intervention	oder	Anfragen  
 von anderen Stellen. Diese Voranmeldung des Beratungsbedarfs von Migrantinnen ermöglicht uns,  
 bis zum vereinbarten Telefontermin eine Sprachvermittlung zu organisieren. 
•	 Persönliche	Beratung,	z.	B.	in	der	Schule	oder	an	anderen	Orten, 	
 persönliche Beratung in unserer Beratungsstelle.
Das Beratungsangebot wird durch eine Sozialpädagogin aus einer türkischen Migrationsfamilie in 
Kooperation mit einer deutschen Sozialpädagogin und einer approbierten Therapeutin für Kinder- und 
Jugendliche geleistet.

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Statistische Erhebungen 
„In Deutschland gibt es bislang keine verlässlichen Daten über Zwangsverheiratungen. Nach Erkennt-
nissen von Fachleuten werden aber vor allem Mädchen und junge Frauen aus Familien mit Migrations-
hintergrund zwangsverheiratet. In der öffentlichen Wahrnehmung sind vor allem türkische und arabische 
junge Frauen betroffen; es wird aber auch von Frauen aus Süd- und Osteuropa, aus Asien und Indien 
berichtet, die gegen ihren Willen unter Zwang verheiratet werden“ (BMFSFJ: Zwangsverheiratung in 
Deutschland, 2008, 4).
Sozialkritischer Arbeitskreis (SKA)
Beratungs- und Bildungsangebote 
Marina Metz
Ausgangs- und Grundlage unserer Arbeit
Der SKA wirbt seit seiner Gründung mit dem Slogan „für ein gleichberechtigtes Zusammenleben in 
Achtung der kulturellen Vielfalt“. Das Thema wurde durch verschiedene öffentliche Diskussionen und in 
politischen Debatten um die multikulturelle Gesellschaft in den letzten Jahren noch verstärkt und zeigt 
uns, dass wir mit dem Leitgedanken unserer Arbeit richtig liegen.
Die kulturellen Besonderheiten unserer Klientinnen und Klienten sehen wir als Entwicklungspotenziale, 
die Differenzen werden anerkannt und die Gemeinsamkeiten festgestellt. Die Gleichwertigkeit unter-
schiedlicher Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrem Alter, ihrer sexuellen 
Orientierung und anderen Unterschieden sehen wir als Basis in der Beziehungsgestaltung des SKA 
intern und zu unseren Klientinnen und Klienten. Für uns gilt als Grundlage unserer Arbeit, dass der 
Zugang zur Bildung, zu kulturellem Kapital, dem Vermögen der Vorgängergeneration und dem öko-
nomischen Kapital, insbesondere der jüngeren Generationen, offen steht und dass ihnen unabhängig 
ihrer kulturellen Herkunft, ihrer Ethnie und sozialen Schicht eine gleichberechtigte Partizipation an den 
gesellschaftlichen Prozessen ermöglicht wird.
Erläuterungen
In unseren verschiedenen Arbeitsbereichen möchten wir individuelle Angebote und Hilfestellungen bieten. 
Wir setzen an den vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnissen unserer Besucherinnen und Besucher 
an und zeigen ihnen Möglichkeiten, diese zu vertiefen und auszubauen. Natürlich stehen wir auch in 
konkreten Problemsituationen als sog. „Feuerwehr“ zur Verfügung. Aus der Erfahrung heraus sehen wir 
jedoch, dass eine adäquate Vorbereitung der Menschen auf mögliche Problemsituationen die langfristig 
bessere Methode ist. Hierzu konzipieren wir für die unterschiedlichen Altersgruppen entsprechende 
Projekte, wie z. B.:
•	 Gruppenspezifische	Sprachförderung
•	 Gesundheits-/Ernährungskurse
•	 Psychomotorik-/Sportangebote,	Elternfitnesstraining
•	 Naturerkundungen	und	erlebnispädagogische	Einheiten
•	 Schullaufbahn-	und	Bildungsberatung,	berufliche	Orientierung
•	 berufliche	und	lebenspraktische	Weiterbildungen	im	PC-	und	Handwerksbereich
•	 Angebote	im	Bereich	Konfliktlösungsstrategien,	Gewaltprävention	und	Mediation
•	 Kultur-/Weltreisen
•	 Theater-	und	Musikgruppen,	Lese-/Literaturwettbewerbe
•	 allgemeine	Lebensberatung	vor	Ort

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Ausblick
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren zeigte sich eine wesentlich höhere Bereitschaft der Klientinnen  
und Klienten, an verschiedenen Bildungsangeboten, besonders für Erwachsene, teilzunehmen. Die Be-
reitschaft, die deutsche Sprache zu erlernen, auch wenn die Betroffenen sich seit längerer Zeit in der 
BRD aufhalten, steigt offensichtlich. Die Notwendigkeit, für verschiedene spezifische Gruppen passende, 
differenzierte Bildungs- und Beratungsangebote zur Verfügung zu stellen, stößt in der Praxis auf organi-
satorische sowie auf finanzielle Hindernisse. 
Hier sehen wir engere Kooperation und gegenseitige Unterstützung zwischen der Stadtverwaltung, 
Bildungsträgern, freien Trägern, Migrantenvereinen und anderen Akteuren der Bildungs- und Beratungs-
arbeit in Darmstadt als erforderlich an. 
Berichte von Behörden 
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Silvia Abel
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seinen zentralen Sitz in Nürnberg und verfügt über 
23 Regionalstellen in den Bundesländern. Mit dem seit 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Zuwande-
rungsgesetz wurden wesentliche konzeptionelle und Steuerungsaufgaben auf dem Gebiet der Integra-
tionsförderung gebündelt und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als Kompetenzzentrum 
Integration übertragen. In diesem Rahmen ist das Bundesamt zuständig für die:
•	 Konzeption	und	Durchführung	der	Integrationskurse	sowie	für	die	Zulassung	der	Lehrkräfte 	 
 und deren Qualifizierung, für die Zulassung der Kursträger, die Konzeption der Tests, Prüfungen  
 und Lehrwerke 
•	 Förderung	und	Neuausrichtung	der	Einrichtungen	zur	Migrationsberatung	für	erwachsene	Zuwanderer 	
•	 fachliche	Zuarbeit	für	die	Bundesregierung	auf	dem	Gebiet	der	Integrationsförderung	und	der 	 
 Erstellung von Informationsmaterial über Integrationsangebote von Bund, Ländern und Kommunen  
 für Ausländer/innen und Spätaussiedler/innen 
•	 Entwicklung	eines	bundesweiten	Integrationsprogramms 	
•	 Förderung	von	gemeinwesenorientierten	Projekten	und	Maßnahmen,	die	der	gesellschaftlichen 	 
 Integration von Ausländern und Spätaussiedlern dienen
•	 Durchführung	von	niedrigschwelligen	Seminarmaßnahmen	für	Frauen
•	 Organistion	der	Durchführung	des	Einbürgerungstestverfahrens 	
•	 Aufnahmeverfahren	für	jüdische	Zuwanderer/innen	aus	der	ehemaligen	Sowjetunion 	
•	 Verteilung	von	Fördergeldern	der	Europäischen	Union	(Europäischer	Flüchtlingsfonds)	zur	Aufnahme, 	 
 Integration und freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen, Vertriebenen und Asylbewerbern.
Integrationskurse 
Hauptschwerpunkt ist die Durchführung der Integrationskurse, da Sprache als der Schlüssel zur Integ-
ration gilt. Berechtigungen zur Teilnahme an einem Integrationskurs werden entweder im Rahmen der 
Zuständigkeit des Aufenthaltsgesetzes durch die Ausländerbehörde, durch den Träger der Grundsiche-
rung, durch das Bundesverwaltungsamt für Spätaussiedler oder aber vom Bundesamt für Migration und 
Flüchtlinge erteilt.
Allgemeine Integrationskurse berechtigen zur Teilnahme an einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtsstun-
den sowie der Teilnahme an einem 45-stündigen Orientierungskurs mit anschließender standardisierter 
Prüfung. Der vom Bundesamt zur Durchführung von Integrationskursen zertifizierte Träger führt mit

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dem Teilnehmer einen Einführungstest durch. Sollte sich dabei ein besonderer Förderbedarf heraus-
stellen, steht dem Teilnehmer die Möglichkeit des Besuchs von Spezialkursen offen. Neben Alphabe-
tisierungs- und Jugendkursen mit einem Stundenkontingent von 900 Stunden stehen auch spezielle 
Frauen- und Elternkurse dieses erhöhten Kontingents zur Verfügung, um der besonderen Situation der 
Lernenden gerecht zu werden. Bei der letztgenannten Kursart finanziert das Bundesamt ebenfalls eine 
Kinderbetreuung. Besonders schnell Lernenden steht die Möglichkeit eines Intensivkurses offen.
In Darmstadt haben 12 Träger die Zulassung zur Durchführung von Integrationskursen. Davon bieten 
10 Träger derzeit tatsächlich Kurse an. 2 Sprachkursträger führen Integrationskurse mit Alphabeti-
sierung durch, 1 Träger bietet Jugendkurse und 2 Träger bieten Frauen- bzw. Elternkurse mit Kinder-
betreuung an.
Seit 2005 wurden in Darmstadt 303 Integrationskurse durchgeführt. Einzelne Ergebnisse zu Teilnehmer-
zahlen und Erfolgsquoten, die die Daten bezogen auf einzelne Kommunen wiedergeben, stehen derzeit 
nicht zur Verfügung. Es kann allerdings auf die auf der Homepage des Bundesamtes (www.bamf.de) 
veröffentlichte Integrationsstatistik verwiesen werden.
Gerade die Durchführung von Frauenkursen stellt sich in Darmstadt immer wieder als problematisch 
dar, da der Nachfrage für diese spezielle Teilnehmergruppe mit den besonderen Bedarfen (speziell der 
Kinderbetreuung) kein entsprechendes Angebot gegenübersteht (s. hierzu auch Ausführungen unter IV.1.  
Frauenkurse durch den Caritasverband in Darmstadt).
Migrationsberatung für Erwachsene
Aus Bundesmitteln werden in Darmstadt 1,945 Stellenanteile (Stand 2010) zur Durchführung der 
Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) gefördert. Durchgeführt wird sie von den Trägern der Wohl-
fahrtsverbände, das sind in Darmstadt das Diakonische Werk, der Caritasverband sowie das Deutsche 
Rote Kreuz und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Zur Migrationsberatung für Er-
wachsene und zum Jugendmigrationsdienst siehe Kapitel IV.1.
Projektförderung 
Das Bundesamt fördert in Darmstadt das gemeinwesenorientierte Projekt „BürgerInnen fördern Integra-
tion“ mit einer 2012 endenden dreijährigen Laufzeit. Ziel dieses in Kranichstein angesiedelten Projektes 
ist die Stärkung des Freiwilligenengagements der einheimischen wie auch der zugewanderten Einwohner 
sowie die Stärkung und Professionalisierung der Migrantenselbstorganisationen. 
Weiterhin wird ein Jugendprojekt in Trägerschaft des Sozialkritischen Arbeitskreises (SKA) mit Namen 
„Jungs, Jungs, Jungs“ in Eberstadt gefördert. Der 3-jährige Förderzeitraum endete im Sommer 2011. 
Zielgruppe des Projekts waren männliche zugewanderte junge Menschen und Einheimische der Jahr-
gangsstufe 7 bis 10 aus „bildungsfernen“ Milieus mit einer Affinität zu Fremdenfeindlichkeit und Ge-
waltbereitschaft, die bisher durch Gewaltpräventionsangebote schlecht oder nicht zu erreichen waren.
Niedrigschwellige Seminarmaßnahmen für Frauen 
Darüber hinaus setzten der Sozialkritische Arbeitskreis (SKA) wie auch der Internationale Bund (IB) in 
Darmstadt niedrigschwellige, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderte Angebote für 
Frauen um, gefördert werden vom Bundesamt 100 Stunden pro Teilnehmerin.
Maßnahmen im Rahmen des Europäischen Integrationsfonds (EIF) und des Europäischen Sozialfonds 
(ESF) in Zuständigkeit des BAMF
In Darmstadt hat im Auswahlverfahren ein Projektträger den Zuschlag für die Durchführung von berufs-
bezogenen Sprachkursen im Rahmen der Förderung durch ESF Mittel erhalten. Es wurden bislang  
2 Kurse durchgeführt. Berufsbezogene Sprachförderung hat einen Umfang von 700 Stunden.
Über Mittel des EIF wurde im Stadtteil Waldkolonie ein Strukturprojekt „Waldkolonie2020“, durchge-
führt durch den Träger SKA, gefördert.

102
Netzwerkarbeit
Unter Federführung der Regionalkoordinatorin finden 3- bis 4-mal pro Jahr seit 2005 Koordinierungs-
treffen mit allen Akteuren vor Ort (also Kursträgern, MBE, JMD, Interkulturelles Büro, Trägern der 
Grundsicherung, Ausländerbehörde, Projektträgern) statt. Das Netzwerk befördert den Informationsaus-
tausch auf allen Ebenen und dient der Weiterentwicklung der Integrationsarbeit vor Ort.
Seit 2005 nimmt das Bundesamt am Arbeitskreis Migration und Sozialarbeit (AK Miso) teil. Hier finden  
Informationsaustausch und Kommunikation zwischen den Akteuren vor Ort (Wohlfahrtsverbänden, 
Projektträgern, dem Ausländerbeauftragten der Polizei, dem Interkulturellen Büro, Quartiermanagern 
aus den Stadteilwerkstätten, Sozialbehörden) statt, Bedarfe in der Kommune werden formuliert und 
Lösungen gesucht. So wurde bereits 2007 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Träger der Grund-
sicherung geschlossen.
Wünschenswert wäre hier noch eine weitere Einbindung von staatlichem und städtischem Schulamt 
sowie den für die Kindergärten und Kindertagesstätten zuständigen Ämtern, um auch eine bessere Ver-
zahnung von Angeboten zu forcieren.
Problematisch ist für alle Träger immer wieder die Raumsituation, die es erschwert, in den Sozialräumen 
auch Angebote realisieren zu können. Insbesondere wird kritisch gesehen, dass eine optimale Raum-
nutzung vorhandener Kapazitäten nicht ermöglicht wird.
Jobcenter Darmstadt
Elke Jokisch
Nach einer Statistik des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung betrug der Ausländeranteil der im 
September 2010 in Darmstadt lebenden Menschen 16,1 %. Stellen wir diesem den Anteil ausländischer 
Mitbürger gegenüber, die sich zum gleichen Zeitpunkt im Arbeitslosengeld II Bezug des Jobcenters 
Darmstadt befanden, so war dieser mehr als doppelt so hoch, nämlich 34,6 %. Nicht erfasst in dieser 
Erhebung ist die Anzahl der Zuwanderer, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Gesagt sei, 
dass sich diese Menschen zwar im Besitz eines deutschen Passes befinden, ihre persönliche und beruf-
liche Problematik jedoch oftmals mit der der Zielgruppe verglichen werden kann. 
Allein diese Zahlen und Fakten verdeutlichen, dass Migrantinnen und Migranten überproportional mehr 
von Arbeitslosigkeit bedroht und betroffen sind als andere Menschen in der Bevölkerung. Die Gründe 
hierfür sind vielfältig. Die Hauptursachen liegen in mangelnden Sprachkenntnissen, in fehlenden Schul- 
und Berufsausbildungen sowie in der Nichtanerkennung ihrer in der Heimat erworbenen Studien- und 
Berufsabschlüsse. 
Auf diese Sachverhalte bezogen, ergeben sich für das Jobcenter Darmstadt folgende Handlungsfelder: 
Die im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge durchgeführten Integrationskurse  
 werden durch das Jobcenter Darmstadt vermittelt, d. h. die Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen und 
Empfänger werden beraten und verpflichtet. 
Da die im Integrationskurs erworbenen Sprachkenntnisse für den allgemeinen Arbeitsmarkt oft nicht 
ausreichen, werden zusätzlich berufsbezogene Integrationskurse aus Mitteln des Europäischen Sozial-
fonds angeboten. 
Ein besonderer Fokus wird auf das Förderprogramm „Perspektive Berufsabschluss“ gelegt, da bei 
Menschen mit Migrationshintergrund ein hoher Nachqualifizierungsbedarf festgestellt wurde. Das 
Programm sieht zudem umfangreiche Hilfen vor, um im Dschungel der Annerkennungsverfahren pro-
fessionelle Unterstützung erhalten zu können – sprich – um die im Heimatland erworbenen Schul- und 
Bildungsabschlüsse anerkannt zu bekommen.

103
Qualifizierungsmaßnahmen und Weiterbildungen für Migrantinnen und Migranten stehen zur Verfügung,  
um Kenntnisse und Fertigkeiten an aktuelle Arbeitsmarktbedingungen anpassen zu können. Alle Maß-
nahmen und Bildungsangebote des Jobcenters Darmstadt sind auch für Menschen mit Migrations-
hintergrund aufgestellt und zugänglich. Weitergehende Hilfen werden durch individuelle Förderungen 
angeboten, die sich am konkreten Bedarf des Einzelfalls ausrichten. 
Um die Integration dieser Personengruppe auf breiter Basis zielgerecht und ganzheitlich zu unter-
stützen, wurde Anfang 2007 eine Kooperationsvereinbarung mit den Migrationserstberatungsstellen 
abgeschlossen. Danach werden Arbeitskreise und Koordinationstreffen regelmäßig von Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeitern des Jobcenters besucht. Die Teilnahme an den vierteljährlichen Treffen des Arbeits-
kreises „Migration und Sozialarbeit“ unterstützt und fördert die Kontakte zu den jeweiligen Trägern und 
Beratungsstellen in Darmstadt und Umgebung. Sie bietet den einzelnen Akteuren die Möglichkeit, ihre 
unterschiedlichen Arbeitsfelder (kritisch) zu beleuchten, aufeinander abzustimmen, Ideen und Projekte 
vorzustellen sowie wichtige Informationen auszutauschen. 
Durch all diese Maßnahmen sollen weitergehende wie auch weiterreichende Voraussetzungen für eine 
Integration dieser Menschen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt geschaffen werden.
Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg
Hasan Tatligün
Einleitung
Die Arbeit des Migrationsbeauftragten (MIB) der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg (PD DA-DI) ist viel-
schichtig. Er ist im Rahmen seines Arbeitskonzeptes und seiner Auftragsstellung Mentalitätsvermittler 
zwischen der Polizei und den MigrantenInnen in seinem Zuständigkeitsbereich. 
Neben der behördeninternen Tätigkeit kooperiert der Migrationsbeauftragte der PD DA-DI wegen seiner 
Querschnittsaufgaben mit allen kommunalen Ämtern und Institutionen, den Wohlfahrtsverbänden und 
sonstigen Einrichtungen, die für MigrantInnen Beratungen anbieten. Die Institutionen, deutsche und 
ausländische Bürgerinnen und Bürger können seine Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebote 
aber auch direkt in Anspruch nehmen.
2009 war die Prävention, wie in den letzten Jahren, ein Schwerpunkt der Arbeit. Unter anderem wurden 
Familien betreut und beraten, deren Kinder durch ihr Verhalten in der Öffentlichkeit oder in der Schule 
auffällig wurden. Die Eltern waren in der Regel mit den vielschichtigen Problemen überfordert. 
Ein weiterer Schwerpunkt 2009 war der „Dialog mit Muslimen“ und interne bzw. externe Aufklärung 
zum Thema „Zwangsheirat und Ehrenmorde“. Intern bedeutet eine sehr intensive Zusammenarbeit mit 
der Abteilung Einsatz, dem zentralen Kommissariat Staatschutz und den Polizeistationen und Revieren 
der Direktion. Selbstverständlich wurde in diesem Kontext nach außen eng mit den islamischen Vereinen 
und Kultureinrichtungen sowie Schulen und Beratungseinrichtungen zusammengearbeitet. 
Die Beobachtung der politischen und religiösen Entwicklung sowie ihre Auswirkungen auf die hier leben-
den MigrantInnen bilden einen weiteren wichtigen Aufgabenbereich. In Zeiten einer globalen terroristi-
schen Bedrohung, gilt es insbesondere Ängsten und Vorurteilen sowie interkulturellen Missverständnis-
sen entgegenzuwirken, um ein vertrauensvolles Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen 
Kulturkreisen und Ländern zu ermöglichen. Nur so können ungerechtfertigte Stigmatisierungen bis hin 
zu offenen Diskriminierungen verhindert werden.

104
Schwerpunkt der Arbeit im Jahr 2009
Zentrales Ziel ist die Förderung des Dialoges zwischen der Polizei als Sicherheitspartner und den 
verschiedenen Ethnien, um ein Verhältnis zu schaffen, das von Wissen, Verständnis und gegenseitiger 
Akzeptanz geprägt ist und einen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration der Migrantinnen und Mig-
ranten leistet.
Dialog mit Muslimen
Seit dem 6.12.2006 gibt es bei der PD DA-DI feste polizeiliche Ansprechpartner für die islamischen Ge-
meinden. Die Ansprechpartner unterstützen und ergänzen auf der Ebene der Polizeistationen die Arbeit 
des Migrationsbeauftragten. 
Die Ansprechpartner beteiligten sich aktiv an der Umsetzung des Konzeptes „Vertrauensbildende 
Maßnahmen – Dialog mit den Muslimen“. Dadurch konnten die bereits bestehenden Kontakte mit den 
islamischen Gemeinden gepflegt, vertieft und ausgebaut werden.
Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Die häufigsten 
Gründe, dass der Dialog seitens der muslimischen Gemeinden nicht aktiv gesucht wird, sind in der 
Regel interne Strukturprobleme der Moscheevereine.
Besuch der DITIB-Moschee in Darmstadt
Am Mittwoch, 30.9.2009, besuchte die Führung der PD DA-DI im Rahmen des Konzepts „Vertrauens-
bildende Maßnahmen – Dialog mit Muslimen“ die DITIB-Moschee in der Riedstr.16, in Darmstadt. Der 
Besuch der islamischen Gemeinde fand unter dem Motto „Durch den Dialog die vorhandenen Vorbehal-
te abbauen und das gegenseitige Vertrauen stärken“ statt. Die Führung der PD DA-DI und der Vorstand 
der DITIB-Moschee wollen durch derartiges Zusammenkommen erreichen, dass alle Partner sich noch 
weiter öffnen, und dass der bestehende Dialog zwischen der Polizei und den Muslimen fortgesetzt bzw. 
weiter gefördert wird.
Vermittlung zwischen den Konfliktparteien mit Migrationhintergrund 
Die zeitnahe Intervention des Migrationsbeauftragten kann Konflikte bereits in der Entstehungsphase 
entschärfen und deeskalieren. Das schnelle Handeln, ohne Einschaltung der Polizei, erleichtert die 
Schlichtung und trägt zu einem friedlichen Miteinander zwischen Einheimischen und Zuwanderern bei.
Typische Fälle der Konfliktbearbeitung und Vermittlung:
•	 Nachbarschaftsstreit 	
•	 Auseinandersetzung	unter	Jugendlichen 	
•	 Konflikte	mit	Jugendlichen	(Generationskonflikte)
•	 Interkulturelle	Konflikte
•	 Krisen	in	Familien
Der Migrationsbeauftragte wird bei Konflikten nicht nur von polizeilichen Sachbearbeitern zu Rate  
gezogen, sondern auch von den Migrationsberatungsstellen, Schulsozialarbeiter, Ausländerbeirats-
mitglieder und sonstige Organisationen, wie Stadtteilwerkstätten, informiert. Häufig wenden sich auch 
Betroffene direkt an den Migrationsbeauftragten.
Beratung ratsuchender Klienten 
Das Beratungsangebot des Migrationsbeauftragten wird von Eltern, Jugendlichen und vor allem von den 
staatlichen und kommunalen Einrichtungen und Institutionen gern in Anspruch genommen. 
Die Beratung von Familien ist ein sehr sensibler Bereich. Man muss selbst als Migrationsbeauftragter 
sehr genau darauf achten, was und vor allem wie man bestimmte Sachverhalte und Informationen wei-
tergeben bzw. thematisieren kann. 
Infoveranstaltungen und Vortragstätigkeiten
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen und Jugendeinrichtungen konnten viele Jugendliche 
erreicht und unterschiedliche kriminalpräventive Themen erarbeitet werden.

105
Der Migrationsbeauftragte hielt im Rahmen der kriminalpräventiven Arbeit eine Reihe von Vorträgen in 
Moscheen und Migrantenvereinen und führte Unterrichtseinheiten in Schulen durch. Die Themen waren:
Jugendkriminalität, Drogenmissbrauch, Häusliche Gewalt, Erziehungs-, Bildungs- und Integrationspro-
blematik.
Die Zusammenfassung der Aufgabenbeschreibung der Migrationsbeauftragten der Hessischen Polizei
•	 Aufklärung	der	MigrantInnen	über	Aufgaben,	Rechte	und	Pflichten	der	Polizei
•	 Unterstützung	polizeilicher	Maßnahmen	durch	soziokulturelle	Hintergrundinformationen
•	 Beratung	und	Betreuung	ratsuchender	MigrantInnen	bei	allen	polizeispezifischen	Angelegenheiten
•	 Beratung	von	Jugendeinrichtungen	und	Schulen	bei	Jugendgefährdungen	und	-verfehlungen
•	 Familienintervention,	Betreuung	und	Beratung	von	gefährdeten	Kindern,	straffällig	gewordenen 	 
 Jugendlichen und Heranwachsenden
•	 Zusammenarbeit	mit	allen	in	der	Migranten-	und	Integrationsarbeit	tätigen	Organisationen
•	 Vermittlung	interkultureller	Kompetenz
•	 Schlichtung	bei	interkulturellen	Konflikten
•	 Betreuung	von	MigrantInnen	als	Opfer	und	Zeugen
•	 Abbau	von	Vorurteilen,	Misstrauen	und	Ängsten
•	 Erarbeitung	und	Durchführung	von	Präventionsmaßnahmen.
Sozialberatung Studentenwerk Darmstadt
Andrea Lembke
Das Studentenwerk Darmstadt fördert die etwa 35.000 Studierenden der Technischen Universität 
Darmstadt und der Hochschule Darmstadt in ihren sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Be-
langen. Neben den Bereichen Wohnen, Mensen und BAföG-Vergabe sind die Beratungsleistungen eines 
der Standbeine des Studentenwerks. 
Die Sozialberatung bietet Orientierungs- und Klärungshilfe bei einer Vielzahl von Belangen rund ums 
Studium und ist Ansprechpartner insbesondere bei sozialen, persönlichen und wirtschaftlichen Fragen 
und Problemen. Neben der allgemeinen Beratungsarbeit besteht der Schwerpunkt in der Unterstützung 
Studierender in besonderen Situationen, wie internationaler Studierender, Studierender mit Kindern 
oder mit Handicap. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und kann neben Deutsch auch auf Englisch 
oder Spanisch erfolgen. Die Beratungsstelle ist seit 2008 mit 2 Teilzeitstellen besetzt. Der Gesamtum-
fang betrug 2010 1,5 Stellen.
Die Zahl der Beratungsanfragen ist in 2010 gegenüber dem Vorjahr um ca. 21 % gestiegen. Insgesamt 
1.028 Studierende nahmen das Angebot wahr und ließen sich im persönlichen Gespräch, telefonisch 
oder per E-Mail beraten. Die häufigsten Themen waren Fragen zur Studienfinanzierung einschließlich 
Jobsuche und Arbeitsrecht, Wohnen, Krankenversicherung, Kinderbetreuung, Behinderung oder Erkran-
kung, persönliche oder studienbezogene Entscheidungsfragen sowie bei internationalen Studierenden 
Fragen zum Aufenthaltsrecht.
Internationale Studierende
Bei der Zielgruppe der internationalen Studierenden handelt es sich überwiegend um Studierende aus 
Nicht-EU-Ländern, die eigens zum Zweck des Studiums nach Deutschland einreisten und aufenthalts- 
und arbeitsrechtlich besonderen Auflagen unterliegen.  
Ein deutlicher Zuwachs lag 2010 im Beratungsbedarf von internationalen Studierenden in englischspra-
chigen Masterstudiengängen bzw. PHD Students, die im Alltag aufgrund der für das Studium nicht er-
forderlichen Deutschkenntnisse verstärkte Unterstützung benötigten. Gestiegen sind auch die Anfragen 
von allein erziehenden ausländischen Studierenden, insbesondere zum Thema Kinderbetreuung und 
Studienorganisation. Um dem steigenden Beratungsbedarf zu entsprechen, wurden neben der Erweite-
rung der Sprechzeiten zur Intensivierung der fallbezogenen Betreuung auch flankierende Maßnahmen

106
im präventiven Bereich, insbesondere in themenspezifischer Gruppenberatung bzw. in Workshops wei-
terentwickelt. Durch die verstärkte Präsenz bei Begrüßungsveranstaltungen wird zudem seit längerem 
versucht, die bei Studierenden aus dem Ausland häufiger bestehenden Schwellenängste abzubauen und 
sie zu ermutigen, frühzeitig zu uns zu kommen.  
Projekte 
Mit dem Wohnheimtutoren-Programm des Studentenwerkes und „comeTUgether“, dem Kooperations-
projekt mit der TU, stehen ergänzend dazu zwei niedrigschwellige Beratungsangebote für die Zielgruppe 
zur Verfügung. Beide Projekte werden von der Sozialberatung koordiniert.
Bei den WohnheimtutorInnen handelt es sich um internationale Studierende, die neu zugezogenen 
Studierenden aus dem Ausland Orientierung geben und beim Einleben am neuen Studienort und im 
Wohnheim helfen. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Alltagsorganisation, begleiten zu Behörden 
und organisieren Partys und Exkursionen in die nähere Umgebung. Der Einsatz von Tutorinnen und Tu-
toren mit eigenem Migrationshintergrund, die so ihre spezifischen Erfahrungen und ihr Sprachpotenzial 
einbringen können, hat sich bewährt. 2010 waren 9 Tutoren aus 8 unterschiedlichen Ländern mit ca. 
15 verschiedenen Sprachen für uns tätig.    
„comeTUgether“ ist ein studentisches Beratungs- und Informationsbüro in der Mensa Stadtmitte, von 
dem internationale Studierende konkrete Hilfestellung, z. B. bei der Suche nach einem Nebenjob oder 
der Kommunikation mit Behörden, erhalten können. Die Beratung erfolgt durch qualifizierte TutorInnen, 
die z. T. schon sehr lange im Projekt mitarbeiten. Bei komplexeren Problemlagen gewährleisten sie die 
Weiterleitung an die entsprechenden Beratungsstellen und bahnen den Kontakt an. 
Netzwerkarbeit 
Die Sozialberatung arbeitet eng vernetzt mit den Einrichtungen der Hochschulen und der Studierenden-
gemeinden, den kirchlichen Trägern und den Einrichtungen der Stadt Darmstadt zusammen und nimmt 
an verschiedenen Arbeitskreisen und Workshops teil. Da den meisten der bei uns ratsuchenden interna-
tionalen Studierenden per Aufenthaltstitel der Zugang zu Sozialleistungen versagt ist, sind die Kontakte 
zu den außeruniversitären Einrichtungen jedoch häufig auf den Einzelfall beschränkt. Insbesondere die 
Teilnahme am AK „Migration und Sozialarbeit“ des Interkulturellen Büros ermöglicht es den Beraterin-
nen, darüber hinaus mit den städtischen und freien Trägern in kontinuierlichem Austausch zu stehen 
und in aktuelle Entwicklungen eingebunden zu sein.

107
2. Gesundheit
Berichte der Träger im Gesundheitswesen 
Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret
Dr. Norbert Kohl
In der Ambulanz der Kliniken Prinzessin Margret werden zahlreiche Patientinnen und Patienten mit 
psychosomatischen Krankheiten vorgestellt. Auch bei Kindern und Jugendlichen wird eine Zunahme von 
psychosomatischen Erkrankungen beobachtet. Dabei gibt es keine statistischen Daten zum Anteil der 
Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. 
Stationär wurden in der psychosomatischen Abteilung der Klinik von Januar bis Mitte November des 
Jahres 2008 insgesamt 85 Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) behandelt. Davon hatten 10 eine 
nichtdeutsche Nationalität, vier davon waren türkisch. Von den verbleibenden 75 Patientinnen und Pati-
enten hatten wiederum 13 einen Migrationshintergrund.
Bei den insgesamt 23 (27 %) mit ausländischer Nationalität bzw. Migrationshintergrund spielte der 
interkulturelle Zusammenhang bei der Krankheitsentstehung und auch in der Therapie etwa in der 
Hälfte der Fälle eine große Rolle. Als traumatisiert im engeren Sinne angesehen werden müssen 9 (das 
sind fast 40 %) der genannten Patientinnen und Patienten. Bei zwei von ihnen war die Migration selbst 
traumatisierend, ebenfalls bei zwei gab es außerhäusliche Gewalt und häusliche Gewalt bzw. sexuel-
ler Missbrauch lag bei weiteren zwei PatienInnen vor. Im Vergleich: Bei deutschen Patientinnen und 
 Patienten ohne Migrationshintergrund war die Rate der Traumatisierten deutlich geringer (5 von 62, 
das sind 8 %).
Zunehmend werden die Ärztinnen und Ärzte der Klinik bei ihren Patientinnen und Patienten mit Migrati-
onshintergrund mit einer Scheidungsproblematik und deren Folgen konfrontiert. 
Das Vorgehen in der Therapie bei Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund erfordert be-
sondere interkulturelle Kenntnisse und entsprechendes Fingerspitzengefühl. Manchmal stoßen Therapie 
und empfohlene Nachsorgemaßnahmen auch an die Grenzen kultureller Bedingtheit, so dass notwen-
dige Änderungen im Familiensystem schwierig zu erreichen sind. Dies trifft besonders auf Patientinnen 
und Patienten aus dem Nahen und Mittleren Osten zu.
DemenzForumDarmstadt e.V. 
Dorothee Munz-Sundhaus
Träger
•	 Eingetragener	Verein
Aufgabenbereiche 
•	 Anlauf-	und	Informationsstelle	für	Menschen	mit	Demenz	und	ihre	Familien 	
•	 Durchführung	von	Seminaren	und	Gesprächsgruppenangeboten	für	Angehörige	von	Menschen 	 
 mit Demenz
•	 Angebote	von	niedrigschwelliger	Begleitung,	Unterstützung	und	Betreuung	für	Menschen	mit	Demenz
•	 Wohnangebote	für	Menschen	mit	Demenz
•	 Fortbildungsangebote	für	verschiedene	Berufsgruppen
•	 Öffentlichkeitsarbeit	durch	Veranstaltungen	und	Presseartikel
•	 Netzwerkarbeit

108
Zielgruppen
•	 Menschen	mit	Demenz	und	ihre	Familien
•	 Berufstätige	mit	„Kundenkontakt“	–	mit	dem	Ziel	der	Sensibilisierung	für	den	Umgang 	 
 mit Menschen mit Demenz, z. B. Polizei, Feuerwehr, Bankangestellte 
•	 etc.
•	 Öffentlichkeit	–	mit	dem	Ziel	der	Lobbyarbeit	und	der	Sensibilisierung	für	den	Umgang 	 
 mit Menschen mit Demenz
	 •	 Kirchengemeinden
	 •	 Seniorennachmittage
	 •	 Communities	&	Vereine
•	 Bürgerschaftlich	engagierte	Menschen,	die	Menschen	mit	Demenz	begleiten	wollen
Inhalte
•	 Individuelles	Beratungsangebot
  Unterstützung in der belasteten Lebenssituation
  Verständnis und ressourcenorientierter Umgang mit Menschen mit Demenz
  Hinweise zur Pflegeversicherung
  Hinweise zur Vorsorgevollmacht / gesetzlichen Betreuung 
  Weitervermittlung an kooperierende Stellen
•	 Angebote	für	Menschen	mit	Demenz
	 •	 Einzelbegleitung
	 •	 Gruppennachmittag
•	 Ziele 	
	 •	 Erhaltung	der	Kompetenzen	und	Ressourcen
	 •	 Soziale	Kontakte
	 •	 Entlastung	der	Angehörigen
•	 Öffentlichkeitsarbeit	–	Entwicklung	der	„Demenzfreundlichen	Stadt	Darmstadt“ 	
	 •	 Vorträge 	
	 •	 Bilderausstellungen	/	Autorenlesungen	/	Filmnachmittage
	 •	 Presseartikel	/	Radiobeiträge
•	 Bürgerschaftlich	engagierte	Menschen
	 •	 Mitarbeit	in	den	Angeboten	des	DemenzForumDarmstadt	e.V.
	 •	 Nachbarschaftliche	Unterstützung	von	Menschen	mit	Demenz
Spezifische Angebote für MigrantInnen
Die ausländische Bevölkerung in Darmstadt, die über 65 Jahre alt ist, betrug im Jahr 2010 in der Ge-
samtsumme 1.639 Menschen. Die Prävalenzrate bei den über 65-jährigen Menschen, an einer Demenz 
zu erkranken, liegt bei 6,9 %. Damit wären 114 Menschen mit Migrationshintergrund in Darmstadt von 
einer Demenz betroffen. Aktuell kann der Verein noch keine spezifischen Angebote für MigrantInnen 
vorhalten. Alle Angebote des Vereins gelten ebenfalls für MigrantInnen, die im Einzelfall sowohl in der 
Beratung als auch bei der Betreuung von Menschen mit Demenz in Anspruch genommen werden.
In der Regel nutzen MigrantInnen das Angebot, wenn andere (Unterstützungs-)Stellen sie an den Verein 
weitervermittelt haben.
Perspektiven
Das DemenzForumDarmstadt e.V. weiß um die Notwendigkeit, dass Menschen mit Migrationshintergrund  
ggf. besondere Angebote für ihre an Demenz erkrankten Angehörigen brauchen. Die aktuelle Inanspruch -
nahme der bestehenden Angebote weist diese deutliche Nachfrage (noch) nicht auf. Bei den laufenden 
Angeboten und Projekten sind Menschen mit Migrationshintergrund als Personenkreis immer mit im 
Blick. In jedem Fall wird das DemenzForumDarmstadt e.V. zeitnah auf steigende Bedarfe reagieren 
(können) und plant eine zugehende Aufklärung über „Demenz“ in den einzelnen Communities in Darm-
stadt – immer in Abhängigkeit von den finanziellen und personellen Ressourcen des Vereins.

109
Deutscher Kinderschutzbund Bezirksverband Darmstadt e.V.
Astrid Zilch
Statistische Daten
In 2008 haben wir in der Beratungsstelle 168 Personen beraten, davon hatten 36 einen Migrationshin-
tergrund (21,43 %). In 2009 hatten von den 169 Personen, die von uns persönlich beraten wurden,  
13 einen Migrationshintergrund (7,7 %). Ähnlich wie bei deutschen Familien sind es auch bei den Mig-
rantinnen und Migranten mehr Frauen als Männer, die das Beratungsangebot nutzen.
Im „Betreuten Umgang“ hatten im Jahr 2008 von 46 Familien, die wir betreut haben, 14 einen Migra-
tionshintergrund (30,44 %), 8 Familien waren binational (17,4 %). Im Jahr 2009 waren von 52 Familien 
12 Migrantinnen oder Migranten (23,08 %) und 11 binational (21,16 %).
Spezielle Angebote für Migrantinnen und Migranten gibt es im Kinderschutzbund nicht. Bei Beratungs-
gesprächen oder im „Betreuten Umgang ist“ es aber möglich, dass wir bei Bedarf Dolmetscherinnen / 
Dolmetscher hinzuziehen.
Bedarfslage
Folgende Problemlagen – zusätzlich zu den Sprachschwierigkeiten – treten im Beratungsalltag der  
 Beratungsstelle und des „Betreuten Umgangs“ auf: 
Kulturelle Unterschiede in der Auffassung von Erziehung: 
Häufig sind unsere Klientinnen und Klienten nicht darüber informiert, dass es in Deutschland ein Recht 
auf gewaltfreie Erziehung gibt. 
Kulturelle Unterschiede im Allgemeinen:
Bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten, z. B. beim Umgangsrecht, werden unsere Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter hin und wieder mit Aussagen zum  kulturellen Hintergrund konfrontiert, die ihnen bisher 
nicht bekannt waren.
Problemlage beim Einsatz eines Dolmetschers bzw. einer Dolmetscherin:  
Dolmetscherinnen und Dolmetscher sind oft nicht in der Lage, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern kulturelle Hintergründe zu erklären. Darüber hinaus stellen sich den Beraterinnen und Beratern 
immer wieder folgende Fragen:
•	 Wie	wird	Trennung	/	Scheidung	im	Herkunftsland	der	Klientinnen	und	Klienten	gehandhabt?
•	 Welches	Verständnis	von	Erziehung	gibt	es?
•	 Wie	wird	(häusliche)	Gewalt	eingeschätzt?	Gibt	es	überhaupt	(gesetzliche)	Reglementierungen 	 
	 zu	diesem	Thema?
•	 Mit	welchen	Argumenten	kann	ich	Klientinnen	und	Klienten	mit	Migrationshintergrund,	z.	B.	aus 	 
	 Marokko,	erreichen?
•	 Welche	Formen	der	Höflichkeit	sollte	ich	beachten?
Als Deutscher Kinderschutzbund haben wir einen Bedarf für den Einsatz von Integrationsassistentinnen 
und Integrationsassistenten. Daher hoffen wir, dass es seitens der Wissenschaftsstadt Darmstadt wei-
terhin die Möglichkeit gibt, auf dieses Angebot zurückzugreifen.

110
Ehe- und Familienberatung e.V. Darmstadt
Sabine Mayer
Seit 45 Jahren können sich Menschen in einer Krisensituation an den gemeinnützig arbeitenden Verein 
wenden, um kostenfreie Beratung und Hilfe zu finden. Dieses Angebot wird auch von Menschen mit 
Migrationshintergrund angenommen.
Ein besonderes Angebot des Vereins ist die Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung, die über 
die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ finanzielle Hilfe zur Baby-  
Erstausstattung vermitteln kann. Dieses Angebot wurde 2010 zu 69 % von Migrantinnen wahrgenommen. 
Insgesamt erhielten im Jahre 2010 48 Schwangere finanzielle Hilfen bis zu 600,00 € . Von diesen hatten 
33 Frauen keine deutsche Staatsangehörigkeit.
Elisabethenstift – Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie 
Allgemeines zum gesundheitlichen psychischen Befinden älterer Migrantinnen und Migranten
Dr. Werner Beck 
Geringe Ausbildung, harte körperliche Arbeit und oft stressvolle Migrationserfahrungen führen dazu, 
dass ältere MigrantInnen überdurchschnittlich an psychischen Problemen (Müdigkeit, Angstgefühlen u. 
a.) und an körperlichen Beschwerden (namentlich Rückenschmerzen, Beinschmerzen) leiden. Migran-
tinnen und Migranten sind in der Freizeit körperlich inaktiver. Auch eine fatalistische Haltung gegen-
über der Beeinflussbarkeit der Gesundheit ist bei älteren Migrantinnen und Migranten deutlich höher. 
Auch Ergebnisse zur psychosozialen Gesundheit sind eindeutig: MigrantInnen leben enger zusammen, 
sie haben ein quantitativ und qualitativ schlechteres soziales Netz. Sie fühlen sich häufig einsam und 
haben ein schlechteres psychisches Wohlbefinden, was in Einklang mit mehr Behandlungen wegen 
psychischer Probleme steht, diese werden allerdings nicht überwiegend durch fachlich kompetente Be-
handlung gewährleistet. Insgesamt wird sichtbar, dass die gehäuft auftretenden Krankheitssymptome 
älterer MigrantInnen zum einen die arbeitsbedingten hohen körperlichen Belastungen während ihres 
Erwerbslebens widerspiegeln. Zum anderen finden sich bei älteren ausländischen Personen gehäuft 
Somatisierungstendenzen bei psychischen Störungen und Erkrankungen. Hier wird eine „Vernetzung“ 
der therapeutischen Hilfen notwendig. Die Gesundheitsindikatoren (selbst eingeschätzte Gesundheit, 
Beschwerden, psychische Probleme, gesundheitliche Lebensgestaltung) sind allerdings auch bei den 
 älteren MigrantInnen eng mit dem Bildungsniveau, der beruflichen Position sowie der finanziellen Situ-
ation verbunden, und mit steigendem sozialen Status sowie besserer finanzieller Situation verbessert 
sich das gesundheitliche Befinden auch älterer MigrantInnen.
Die häufig geringe schulisch-berufliche Ausbildung sowie die hohe Arbeitsbelastung dieser Generation 
von MigrantInnen sind somit primäre Ursachen für das gehäufte Auftreten gesundheitlicher Probleme 
in späteren Lebensphasen. Stressvolle Migrationserfahrungen und hohe Arbeitsbelastungen haben 
jedoch dazu geführt, dass aus einer normal gesunden Bevölkerungsgruppe im Rentenalter eine über-
durchschnittlich angeschlagene Bevölkerung wurde (Wandel vom „healthy migrants“ zu „exhausted 
migrants“). 
Auf der anderen Seite darf nicht vergessen werden, dass viele ältere Migrantinnen und Migranten 
sozio-kulturell wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen mitbringen; Erfahrungen und Kompetenzen, die 
gefördert werden können. So kann eine im Alter zentrale Aufarbeitung und Integration der Migrations-
biografie als auch die Kenntnisnahme des Wandels in der Herkunftsgesellschaft bei Migrantinnen und 
Migranten eine Entlastung und Integration fördern. Ergänzend ist es sinnvoll, Hilfen bei Generationskon-
flikten innerhalb von Migrantenfamilien anzubieten. Im Zentrum einer Migrationspolitik für ältere Mig-
rantinnen und Migranten stehen an erster Stelle ambulante Beratung, aber auch Fragen der finanziellen 
Absicherung, des Übergangs vom Berufs- ins Rentnerleben. In stationären Alterseinrichtungen sind 
MigrantInnen bzw. AusländerInnen hingegen noch wenig vertreten. Primär, weil die Zahl hochbetagter

111
AusländerInnen bzw. MigrantInnen noch relativ gering ist. Zukünftig wird das Stichwort von „multikultu-
rellen Alterseinrichtungen“ vermehrte Bedeutung erhalten. Gegenwärtig ist primär das Personal vielfach 
multikulturell, in Zukunft dürften aber auch die Bewohner von Alterseinrichtungen häufiger aus anderen 
Kulturen stammen. Eine Zusammenarbeit mit Alteneinrichtungen ggf. auch Supervision etc. kann hier 
sinnvoll sein.
Spezielle Erfahrungen unserer Klinik
Prof. Dr. Dr. Martin Hambrecht
Insgesamt sind ältere Migrantinnen und Migranten nicht sehr zahlreich in unserer Patientenschaft 
vertreten; die Anzahl wächst jedoch. Wenn sie zur Aufnahme kommen, dann handelt es sich häufiger 
um Frauen als um Männer und insbesondere um schwere depressive Verläufe. Diese älteren Patien-
tinnen haben sehr häufig schon Jahrzehnte in Deutschland gelebt, sich aber hier zurückgezogen, um 
die Familie gekümmert, während der Partner im Berufsleben integriert war. Wenn die Aufgaben der 
Kindererziehung und Familienfürsorge dann entfallen, entsteht eine Sinnkrise, zumal wenn der Partner 
verstirbt oder sich z. B. trennt. Zu diesem Zeitpunkt besteht auch meist keine Integration mehr in die 
Heimat kultur. Für derartige Patientinnen könnte die Mitwirkung von Integrationsassistentinnen und -as-
sistenten eine wichtige Hilfe darstellen, auch weil häufig, trotz langem Aufenthalt in Deutschland, nur 
sehr geringe Sprachkenntnisse vorhanden sind.
Ein weiteres Problem besteht nach unserer Erfahrung darin, dass ältere Migrantinnen und Migranten 
häufig ein stark körperzentriertes Krankheitserleben haben, was den psychologisch-psychiatrischen 
Zugang erschwert, da sich Heilserwartungen insbesondere an die Körpermedizin richten, die nicht 
selten über viele Jahre bereits intensiv aufgesucht wurde. Wenn tatsächlich eine oder mehrere körperli-
che Erkrankungen vorliegen (z. B. Degenerative Skeletterkrankungen), dann wird die Situation vollends 
schwierig, da häufig verschiedene Ärzte und Therapeuten parallel konsultiert werden. 
Demenzerkrankungen älterer Migrantinnen und Migranten spielen in unserem klinischen Alltag eine nur 
langsam wachsende Rolle.
Frauenhaus Darmstadt
Silvia Zagajewski
Zur Lebenssituation von Migrantinnen im Frauenhaus Darmstadt
Das Frauenhaus Darmstadt besteht seit 1980 und gehört mit seiner Fachberatungsstelle zu den Unter-  
stützungseinrichtungen im Netzwerk Gewaltschutz der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darm-
stadt-Dieburg.
Im Frauenhaus werden Frauen mit und ohne Kinder aufgenommen, die von häuslicher Gewalt betroffen 
oder bedroht sind. Eine Aufnahme ist im Notfall zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Es gibt keine 
Aufenthaltsbeschränkungen in Bezug auf Nationalität, Aufenthaltsstatus, Konfession oder finanzielle 
Möglichkeiten. Das Frauenhaus bietet neben Unterkunft und Schutz auch Beratung und Begleitung bei 
allen notwendigen Schritten im Zusammenhang mit der neuen Lebenssituation. Die mitgebrachten Kin-
der der Frauen erhalten spezielle Unterstützung und Förderung. Die Mitarbeiterinnen sind ausgebildete 
Sozialarbeiterinnen/Sozialpädagoginnen mit Zusatzqualifikationen und langjährigen Erfahrungen im 
Umgang mit häuslicher Gewalt.
Im Frauenhaus suchen auch viele Migrantinnen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen mit ihren 
Kindern Zuflucht und Hilfe.
Aus den Statistiken des Frauenhauses ist zu ersehen, dass der Anteil der Frauen mit fremder Staats-
angehörigkeit kontinuierlich angestiegen ist und mittlerweile bei 50 – 60 % liegt. Dazu kommen noch 
Frauen, die einen Migrationshintergrund haben, aber die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Im 
Jahr 2009 waren beispielsweise Frauen aus über 20 verschiedenen Herkunftsländern im Frauenhaus. 
Auch junge Frauen, die von Zwangsverheiratung bedroht sind, gehören zu dem aufgenommenen Per-
sonenkreis. Insgesamt ist die Gruppe der Migrantinnen im Frauenhaus sehr heterogen, ihr Unterstüt-

112
zungsbedarf ist ganz unterschiedlich. Damit sind besondere Anforderungen an die Frauenhausarbeit 
verbunden, interkulturelle Kompetenz ist zum Beispiel eine sehr wichtige Voraussetzung für diese Arbeit.
Viele Migrantinnen leiden nicht nur an der erlebten Gewalt von Seiten des Ehemannes / Partners oder 
der Familie, sondern auch an der Isoliertheit und Fremdheit. 
Häufig führen mangelnde Sprachkenntnisse, Ängste und die immer wiederkehrende Bedrohung und 
Gewalt von Seiten der Täter dazu, dass viele Frauen jahrelang angepasst in Gewaltbeziehungen leben.
Die Gewalttäter setzen Drohungen, Macht und Kontrolle ganz bewusst ein, um die Frauen einzuschüch-
tern und in Abhängigkeit zu halten.
Oft besteht bei Migrantinnen eine große Angst vor Behörden, wie etwa vor der Polizei, und die Sorge 
abgeschoben oder ausgewiesen zu werden. Teilweise kann es durch die Trennung tatsächlich zu auf-
enthaltsrechtlichen Problemen kommen. Ein Anspruch auf einen eigenen Aufenthaltstitel besteht erst, 
wenn die Frauen bereits zwei Jahre in Deutschland verheiratet waren. Ist die Frist bei der Trennung 
unterschritten, müssen die Betroffenen einen Härtefall nachweisen.
   
Dass es in Deutschland Schutzhäuser für Frauen und Kinder gibt, ist bei vielen Migrantinnen leider immer 
noch unbekannt. Es wird auch immer wieder über falsche Informationen und über Vorurteile berichtet.
Die Frauen werden zum größten Teil über die Polizei in das Frauenhaus gebracht. 
Die Fachberatungsstelle des Frauenhauses, andere professionelle Dienste oder Behörden sind weitere 
Zugangswege.
Viele Migrantinnen, die im Frauenhaus aufgenommen werden, erleben zum ersten Mal, dass man ihnen 
zuhört, sie ernst nimmt und dass sie ein Recht auf ein gewaltfreies, unabhängiges Leben mit ihren Kin-
dern haben. Die Vielfalt an Kulturen im Frauenhaus bedeutet für das Zusammenleben der Frauen eine 
Bereicherung, sie kann aber auch zu Spannungen und Missverständnissen führen.  
In den wöchentlich stattfindenden Hausversammlungen werden diese Probleme erörtert und gemein-
sam mit den Bewohnerinnen wird nach Lösungen gesucht.   
Das Einüben von Toleranz, gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung im Alltag sind ebenfalls 
wichtige Themen in der Gruppenarbeit. Darüber hinaus berichten die Frauen hier auch über ihr eigenes 
Heimatland und ihre Kultur.
Dies fördert nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern trägt auch dazu bei, das Selbstwertgefühl 
zu stärken bzw. wieder aufzubauen. 
Was die Einzelarbeit mit den Migrantinnen betrifft, so sind die Mitarbeiterinnen oft auf die Unterstüt-
zung einer Dolmetscherin angewiesen. Dies beansprucht nicht nur mehr Zeit, sondern verändert auch 
das Beratungssetting. Außerdem ist eine Vor- und Nachbereitung mit den Dolmetscherinnen sinnvoll.
Über das DRK Darmstadt gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, relativ schnell und unbürokratisch 
eine Dolmetscherin vermittelt zu bekommen. 
Der Einsatz dieser interkulturellen Vermittlerinnen ist kostenfrei und bedeutet für das Team eine große 
Unterstützung in der alltäglichen Arbeit und Begleitung von Migrantinnen. 
Wir arbeiten darüber hinaus mit den verschiedenen Migrationsdiensten vor Ort zusammen und sind 
bemüht, die Migrantinnen so schnell wie möglich in Sprach- oder Integrationskurse zu vermitteln.
Was die psychologische Versorgung betrifft, so ist es nach wie vor sehr schwierig, in Darmstadt mutter-
sprachliche Therapeutinnen zu finden, um die erlebte Gewalt, die auch zu schweren Traumatisierungen 
führen kann, aufzuarbeiten. 
Die ärztliche Versorgung dagegen ist in unterschiedlichen Sprachen in Darmstadt gut gewährleistet.
Wünschenswert wären für die Zukunft mehr muttersprachliche Beratungsangebote vor Ort mit unter-
schiedlichen Schwerpunkten und Inhalten, z. B. im Gesundheitsbereich und in der beruflichen Aus- und 
Weiterbildung.

113
Gemeindepsychiatrisches Zentrum des Caritasverbandes Darmstadt e.V.
Norbert Schüssele 
Statistische Zahlen
Klientinnen und Klienten mit Migrationshintergrund und Migrationserfahrung  
anteilig an der Gesamtklientenzahl 
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
10,3 % 11,4 % 12,8 % 12,1 % 12,1 % 12,7 % 13,1 % 13,0 %
Herkunftsländer
Klientinnen und Klienten mit Migrationshintergrund kommen insbesondere aus den Ländern der EU, 
der Türkei, aus Afghanistan, Algerien, Marokko, Staaten der ehemaligen Sowjetunion, aus den Staaten 
des früheren Jugoslawien, wie Kroatien, Serbien, Bosnien, Montenegro etc., Eritrea und vereinzelt aus 
anderen afrikanische Staaten.
Erfahrungen
Unser vielfältiges Angebot (Beratung, „Betreutes Wohnen“, Beschäftigungsprojekt, Tagesstätte, offene 
Angebote) werden von Migrantinnen und Migranten unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft 
angenommen. Die verschiedenen kulturellen, familiären und sozialen Hintergründe / Lebensgeschichten  
und die damit verbundenen Problemstellungen finden in der Beratung und Betreuung besondere Auf-
merksamkeit.
Sprachkenntnisse
Deutsche Sprachkenntnisse sind bei unseren Klientinnen und Klienten in der Regel Voraussetzung – in 
besonderen Fällen versuchen wir einen Übersetzer / eine Übersetzerin hinzuzuziehen. Sprachkenntnisse 
in unseren Teams sind in Englisch und Spanisch vorhanden, reichen jedoch für tiefer gehende Beratung 
und Betreuung nicht aus. Im Bedarfsfall versuchen wir an muttersprachliche Ärztinnen und Ärzte / 
 Therapeutinnen und Therapeuten und Fachstellen zu vermitteln.
Zusammenarbeit
Wir arbeiten mit dem Migrationsdienst des Caritasverbandes, dem internationalen Familienzentrum in 
Frankfurt und ortsansässigen Ärztinnen und Ärzten zusammen.
Wünschenswert wären Dolmetscherinnen und Dolmetscher in verschiedenen Sprachen, die wir bei Be-
darf möglichst kostenfrei hinzuziehen können. Ebenso wünschenswert wäre ein breiteres Angebot von 
Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten unterschiedlicher kultureller und mutter-
sprachlicher Herkunft.
Klinikum Darmstadt
Isolde Debus-Spangenberg
Das Klinikum Darmstadt ist das Haus der Maximalversorgung im südhessischen Raum. Als Akademi-
sches Lehrkrankenhaus der Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg-Mannheim behandelt das 
Klinikum Patienten nach neuesten medizinischen Standards und ist mit den modernsten medizinischen 
Großgeräten ausgestattet. 
Unter einem Dach arbeiten 21 verschiedene Fachkliniken interdisziplinär zusammen. Die Patienten 
profitieren von den Vorteilen, die nur ein Großkrankenhaus bietet: Nahezu alle Disziplinen werden vor-
gehalten, Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen tauschen sich in Arbeitskreisen aus und beraten 
gemeinsam über die jeweils beste Therapie.

114
Interdisziplinäre Schwerpunkte sind die Behandlung von Krebserkrankungen (Onkologie) und von 
Erkrankungen im Bereich Herz-Kreislauf-Gefäße. Das Klinikum ist anerkannt als Onkologisches Schwer-
punktkrankenhaus, Brustkompetenzzentrum, Diabetes-Schulungs- und Therapieeinheit, Dialysezentrum 
und Gefäßzentrum. Eine Stroke Unit, ein Perinatalzentrum und eine Neurochirurgie sind weitere Spezi-
alangebote, die das Klinikum als einziges Haus in Südhessen vorhält.
Kommunikationshilfen – Checklisten in zwölf Sprachen helfen bei der Kommunikation  
mit ausländischen Patienten
Nicht jede ausländische Patientin und nicht jeder ausländische Patient, die oder der ins Krankenhaus 
muss, beherrscht die deutsche Sprache – für Ärzte und Pflegekräfte oft ein großes Problem, denn das 
persönliche Gespräch spielt bei Diagnostik und Therapie eine wichtige Rolle. 
Zwar gibt es unter Ärzten und Pflegenden einige, die aufgrund ihrer Herkunft neben Deutsch auch eine 
weitere Sprache perfekt beherrschen und deshalb auch schon mal stationsübergreifend zu „Dolmet-
scher-Zwecken“ angefordert werden, doch im Klinikum Darmstadt steht den Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern ein weiteres Instrument für die Kommunikation mit zugewanderten Patienten zur Verfügung: 
Im Intranet, dem hausinternen elektronischen Kommunikationssystem, stehen Fragebögen und Check-
listen zu allen wesentlichen medizinisch und pflegerisch relevanten Daten in zwölf Sprachen zur Verfü-
gung. Sie können bei Bedarf ausgedruckt und dem Patienten/der Patientin vorgelegt werden. Dieser/
diese füllt sie – in der Regel durch einfaches Ankreuzen vorgegebener Antworten – aus. Da alle Bögen 
zweisprachig, also auf Deutsch und in der jeweiligen Fremdsprache gehalten sind, ist die anschließende 
Auswertung einfach.
Der von der Universitätsklinik Nürnberg mit wissenschaftlicher Unterstützung entwickelte Kommuni-
kationspool steht dem Klinikpersonal in den Sprachen Arabisch, Englisch (britisch und amerikanisch), 
Französisch, Griechisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch und Russisch 
zur Verfügung.
Interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Wir stärken die interkulturelle Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u. a. durch regel-
mäßige Schulungsangebote unseres Centrums für Fort- und Weiterbildung. Auf allen Stationen steht 
den Pflegenden das „Handbuch der Religionen und Kulturen für Pflegende“ zur Verfügung.
Broschüre Geburtshilfe in türkischer Sprache
Seit 2007 steht unsere Broschüre „Die Geburt im Klinikum Darmstadt“, mit der wir über die Angebote 
unseres Mutter-Kind-Zentrums informieren, auch in türkischer Sprache zur Verfügung.
Geburtsvorbereitung in verschiedenen Sprachen
Unser Hebammen-Team bietet Geburtsvorbereitung und Wochenbettbetreuung auch in den Sprachen 
Polnisch, Französisch und Englisch an.
Überkonfessioneller Abschiedsraum
In unserem Neubau der Medizinischen Kliniken haben wir einen überkonfessionellen Abschiedsraum 
eingerichtet, der so ausgestattet ist, dass dort z. B. auch Waschungen durch Angehörige durchgeführt 
werden können.
Seelsorge
Bei Bedarf vermittelt unsere Klinikseelsorge Kontakt zu muslimischen Seelsorgern.
Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin / zum Gesundheits- und Krankenpfleger: 
Das Klinikum Darmstadt gehört zu den größten Ausbildungsbetrieben Darmstadts. Im Durchschnitt der 
letzten drei Jahre lag die Quote der Auszubildenden mit Migrationshintergrund bei rund 10 %.

115
Malteser-Migranten-Medizin (MMM) am Marienhospital Darmstadt
Dr. med. Wolfgang Kauder
Die Einrichtung Malteser Migranten Medizin am Marienhospital Darmstadt (MMM) existiert als ehren-
amtlich arbeitende Arztpraxis seit Oktober 2006. Seither haben fast 3.000 Sprechstundenpatientinnen 
und -patienten die Einrichtung aufgesucht. Die MMM ist ein humanitäres Projekt, das jeder mittellosen, 
nicht krankenversicherten Person kostenlose ärztliche Behandlung und sozialmedizinische Beratung an-
bietet. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Spenden - öffentliche Fördermittel stehen nicht zur 
Verfügung.
Träger der MMM ist der Malteser Hilfsdienst e.V. in der Diözese Mainz. Das Marienhospital Darm-
stadt stellt miet- und kostenfrei die Praxisräume sowie die gesamte medizintechnische Infrastruktur 
des Krankenhauses zur Verfügung. In der Praxis arbeitet ein Team von 3 Ärzten und 5 nichtärztlichen 
Fachkräften. Flankiert wird das Projekt durch ein Netzwerk von über 60 Darmstädter Fachärztinnen 
und -ärzten aus allen Spezialgebieten, die honorarfrei mitbehandeln und an die Kranke mit besonderen 
Fragestellungen überwiesen werden können. 
Die Klientel besteht zu 20 % aus Deutschen und zu 80 % aus Migrantinnen und Migranten. Zu den Mi-
granten gehören zahlreiche Personen mit unsicheren Aufenthalts- oder Arbeitsverhältnissen. Insgesamt 
kamen bisher Menschen aus 76 Ländern in das Ambulatorium, Schwerpunkt Afrika, Osteuropa und Balkan.
Die Patientinnen und Patienten sind zumeist schwerer erkrankt, als es dem Durchschnitt einer regulä-
ren Arztpraxis entspricht. Selbst Hochschwangere oder Tumorkranke kamen erstmals bei der MMM mit 
einem Arzt in Kontakt. 
Neben der ambulanten Versorgung verhilft die MMM bei Bedarf auch zu notfallmäßigen Krankenhaus-
aufnahmen und stationären Geburten. Findet sich kein anderer Kostenträger, übernehmen der Malteser 
Hilfsdienst und das Marienhospital die Finanzierung. Insgesamt konnten zum Beispiel schon über 60 
Schwangere auf diese Weise sorgenfrei entbinden. 
Darüber hinaus können oftmals durch enge Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Büro der Stadt 
Darmstadt, dem Sozialdienst der Caritas, dem Studentenwerk, pro familia, der „Darmstädter Tafel“ 
und weiteren Einrichtungen soziale Hilfestellungen organisiert werden. Grundsätzlich wird bei jedem 
Patienten und jeder Patientin versucht, in irgendeiner Form nachhaltig zu helfen. Niemand verlässt die 
Praxis unverrichteter Dinge.
pro familia Darmstadt e.V.
Dagmar Zeiß
Im Jahr 2010 haben insgesamt 2.879 Ratsuchende die pro familia Darmstadt aufgesucht. 
Der Anteil der Frauen war mit 71 % entsprechend dem Hauptberatungsschwerpunkt Schwangerschaft 
und Schwangerschaftskonflikt hoch. Der Anteil von deutschen Staatsbürger/innen mit Migrationshinter-
grund lag bei 12,6 % (183 Personen). Aus anderen Nationen kamen noch einmal 16,4 % (333 Personen) 
hinzu. 73 Personen haben keine Angaben zu ihrer Herkunft gemacht.
Feststellen können wir also einen Anteil von Menschen anderer Herkunft von insgesamt 17,9 % oder 
516 Personen. Davon waren 366 Frauen.
Bei der Beratung zu sozialen Hilfen, unter anderem aus der Mutter-Kind-Stiftung oder zum Elterngeld 
sind Menschen nichtdeutscher Nationalität mit knapp 30 Prozent vertreten. Dies ist der höchste Anteil 
an allen Beratungsarten. 
Die Anzahl der Menschen nichtdeutscher Herkunft, die in die Beratung kommen, weil sie finanzielle 
Hilfe in Anspruch nehmen wollen, hat sich damit seit 2007 fast verdoppelt. 
Im Jahr 2009 wurde die Beratungsstelle von 45 Frauen und zwei Männern aufgesucht, die sexualisierter 
Gewalt ausgesetzt waren. Davon waren vier Frauen und zwei Männer Migranten/innen. 
Bei allen Beratungen sind unsere Broschüren in vielen Sprachen sehr hilfreich.

116
Häufig leisten Angehörige oder Freunde Übersetzungshilfe, mit ebenfalls schlechten Kenntnissen der 
deutschen Sprache. Bei Paaren haben Männer signifikant häufiger die besseren Deutschkenntnisse.  
Immer wieder muss auch auf die besonders schwierige Situation von schwangeren Frauen aus anderen 
Nationen hingewiesen werden, die ohne festen Aufenthaltstitel bei uns leben. Besonders eine fehlende 
Krankenversicherung kann bei Geburten nur über die caritative Leistung von sozialen Diensten (hier: 
Malteser) vorübergehend abgemildert werden. Im Falle eines Schwangerschaftskonfliktes sehen sich 
die oft mittellosen Frauen – auch Studentinnen – die ohnehin am Rande des Existenzminimums stehen, 
häufig vor die unlösbare Aufgabe gestellt, 400,00 € aufzubringen, um eine ungewollte Schwangerschaft 
beenden zu können. Bei krankenversicherten Frauen ohne eigenes Einkommen – oder mit einem Ein-
kommen unter 1.000,00 € kann die Übernahme der Kosten bei den Kassen beantragt werden.
   
Interkulturelle Sexualpädagogik in der pro familia Darmstadt
Sexualpädagogische Gruppenveranstaltungen bedeuten für die Sexualpädagoginnen und Sexualpäda-
gogen der pro familia Darmstadt immer auch interkulturelle Gruppenarbeit. Die Schulklassen, die die 
pro familia besuchen, bilden das komplette schulische Angebot der Stadt Darmstadt ab. Dies bedeutet, 
dass viele Klassen bis zu 30 %, manche sogar bis zu 90 % aus Kindern oder Jugendlichen mit Migrati-
onshintergrund bestehen.
Die Interkulturalität unserer Sexualpädagogik ergibt sich einerseits aus dem übergreifenden Ansatz der 
emanzipatorischen Sexualpädagogik, die Kindern und Jugendlichen über Diskussionen und Austausch 
einen offenen und toleranten Blick auf unterschiedliche Lebens- und Liebesformen vermitteln will. Hinzu 
kommt immer wieder ein bewusster Fokus auf die Bilder und die Form von Sexualität, Partnerschaft, 
Beziehungs- und Geschlechterrollen in den unterschiedlichen Kulturen. Hier laden wir Kinder und 
Jugendliche zur inneren und äußeren Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Wert- und Normsys-
temen ein. Wir bringen gezielt Themen ein, von denen wir wissen, dass sie für Kinder und Jugendliche 
mit Migrationshintergrund häufig von großer Bedeutung sind (z. B. das Jungfernhäutchen, Leben von 
Sexualität vor einer Ehe, Homosexualität, unerwünschte Schwangerschaft).
Weiterleben e.V. Psychosoziale Krebsberatungsstelle
Cornelia Hinrichsen
Die psychosoziale Krebsberatungsstelle hat sich als einen Schwerpunkt gesetzt, die Migrantinnen und 
Migranten in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg über die Arbeit des Vereins zu informie-
ren, Vorträge zu Früherkennungsuntersuchungen von Krebserkrankungen durchzuführen und psychoso-
ziale Einzelberatung für KrebspatientInnen und ihre Angehörigen mit ÜbersetzerInnen durchzuführen.
Hierzu haben wir 2009 als erste Maßnahme eine türkische Integrationsassistentin eingestellt, die für 
uns den Kontakt zu den Migrantenvereinen herstellen sollte. Wir gehen aktiv auf die Vereine zu, d. h. 
wir nehmen z. B. den „Tag der Begegnung“ als Anlass, verschiedene Gruppen anzusprechen und unser 
Informationsmaterial, das zum Teil auf Türkisch vorliegt, vorzustellen und zu verteilen.
Nachdem wir im Jahr 2009 hauptsächlich im Landkreis die Migrantengruppen aufgesucht haben, lag 
für 2010 der Schwerpunkt in Darmstadt. So haben wir insgesamt 6 Gruppen aufgesucht und damit 
63 Frauen erreicht. Neben einem Einlegeblatt in türkischer Sprache für unseren Angebotsflyer, haben 
wir Anfang 2010 eine Broschüre in türkischer Sprache zur Früherkennung von Brustkrebs erstellt. Die 
Einzelberatungen werden noch zögerlich angenommen, jedoch gab es nach den Veranstaltungen oder 
einem Bericht in einer türkischen Zeitung vermehrt Anrufe von Migrantinnen in unserer Beratungsstelle.
Bei den Einzelkontakten handelte es sich ausschließlich um Frauen, die aus Polen, der Türkei, dem Iran 
und Pakistan kamen.
Insgesamt lässt sich unser Konzept positiv bewerten, ist aber mit einem immensen Aufwand verbunden.
Aktuell werden Einlegeblätter für unseren Flyer in Urdu, iranischer und russischer Sprache erstellt.

117
IV.3. Bildung 
In Kapitel I.2. wurden Daten und Trends vorgestellt, die die in der Fachliteratur ausführlich kommen-
tierte Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund auch für Darm-
stadt aufzeigen. Gleichzeitig wurde auf den positiven Trend der kontinuierlich wachsenden Bildungs be-
teiligung dieser Zielgruppe hingewiesen. 
Es wurde betont, dass diese Bildungsorientierung sowohl durch den Abbau institutioneller Benachteili-
gungsmechanismen als auch durch die verstärkte Förderung von Kindern und Jugendlichen in ihrer 
Schullaufbahn und auch durch die intensive Unterstützung der Eltern prinzipiell zu ermöglichen und 
weiterzuentwickeln ist. 
In diesem Kapitel werden Maßnahmen vorgestellt, die dieses Ziel verfolgen. 
Ausländerbeirat / Caritasverband Darmstadt, Migrationsdienst
„Frühwarnsystem“ – Präventionsprojekt zur Vermeidung von Sonderschulzuweisungen
Ausländerbeirat / Caritasverband Darmstadt, Migrationsdienst (Gülsün Özcan / Maria-Antonia Estol)
Entscheidenden Einfluss auf den Integrationserfolg von Migrantinnen und Migranten haben Qualifikation 
und Sprachkenntnisse. Schulbehörden, Schulen und auch die Lehrkräfte wissen, dass bei Kindern mit 
Migrationshintergrund mangelnder Schulerfolg oft nicht Ausdruck von geringer Intelligenz, sondern von 
unzureichenden Deutschkenntnissen ist. Allzu oft werden sie trotzdem in die Sonderschule überwiesen –  
entweder weil die Institution Schule dem Problem hilflos gegenübersteht und/oder nicht über ausrei-
chende Mittel verfügt, um diese Kinder aufzufangen. Laut Migrationsreport Hessen 2002 besuchten in 
Hessen mehr als doppelt so viele ausländische wie deutsche Kinder die Sonderschule. (Vgl. Forschungs- 
und Entwicklungsgesellschaft Hessen, 2002.) 
Der Ausländerbeirat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat daher im Jahr 2004 das Projekt „Frühwarn-
system zur Vermeidung von Sonderschulüberweisungen ausländischer Kinder“ initiiert. Ziel des Projek-
tes ist es, Sonderschulüberweisungen von Migrantenkindern durch präventive und intensive Förderung 
zu vermeiden und dadurch die Bildungs- und Zukunftschancen dieser Kinder zu verbessern. Dies wird 
durch individuelle, außerschulische Hilfen erreicht. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Eltern in ihrer 
Erziehungskompetenz zu stärken, damit sie auch unter den Bedingungen der Migration Ansprechpart-
ner ihrer Kinder bleiben.
Das Projekt wird seit 2004 bis heute in Kooperation mit dem an zahlreichen Schulen mit Hausaufga-
benhilfe befassten Migrationsdienst des Caritasverbandes Darmstadt e.V. durchgeführt. 
Durchführung des Projektes
Die Maßnahme wird als Einzelhilfe oder in Kleingruppen von höchstens drei Kindern für Schülerinnen 
und Schüler durchgeführt. Mit den Kindern wird gezielt an den Hausaufgaben gearbeitet, Deutsch-
kenntnisse verbessert, schulische Defizite aufgearbeitet und darüber hinaus gespielt, gelesen und ge-
sungen. Für die Einzelhilfe ist es besonders erforderlich, einen kontinuierlichen Kontakt zu den Lehrern 
und zur Familie des Kindes zu halten, um frühzeitig Kinder aufzufangen, die den Anforderungen im 
Regelunterricht nicht gewachsen sind.
Aufteilung der Schüler nach Klassen im Jahr 2010
1. Klasse 2. Klasse 3. Klasse 4. Klasse 6. Klasse 9. Klasse
1 8 1 1 2 1

118
Bei jedem dieser Kinder hat mindestens ein Gespräch mit den Eltern stattgefunden. Auch die Zusam-
menarbeit mit den Lehrern gestaltete sich sehr positiv, und auch mit den Helferinnen und Helfern steht 
der Migrationsdienst Caritas in engem Kontakt. Das Lehrmaterial wird vom Migrationsdienst zur Verfü-
gung gestellt.
Ergebnisse des Projektes
Im Rahmen dieses Projektes erhielten im Jahr 2010 insgesamt 14 Kinder eine Einzelbetreuung, davon 
sechs Mädchen und acht Jungen. Dreizehn dieser Kinder besuchen zurzeit die Mornewegschule, zwei 
davon im Sekundarbereich. Ein Erstklässler musste die Klasse wiederholen. Alle anderen haben ihr 
Klassenziel erreicht.
Sowohl die Eltern als auch die betreffenden Lehrenden halten diese zusätzliche Unterstützung für wich-
tig und notwendig. Die Lehrenden berichten, dass Erfolge nicht nur bei den schulischen Leistungen, 
sondern auch im Sozialverhalten der Schüler zu verzeichnen sind. Eine Fortsetzung der Einzelbetreuung 
im kommenden Jahr ist dringend erforderlich, um die erreichten Fortschritte und damit den Verbleib 
auf der Grund- bzw. Hauptschule weiterhin zu sichern.
Das Projekt wurde im Jahr 2010 mit einer großzügigen Spende des Lions Club Darmstadt unterstützt. 
Der Ausländerbeirat plant auch, dieses Projekt weiterhin in Kooperation mit dem Caritasverband Darm-
stadt durchzuführen.
Caritasverband Darmstadt, Migrationsdienst
Hausaufgabenhilfe
Gülsün Özcan / Maria-Antonia Estol
Das Angebot der Hausaufgabenhilfe des Caritasverbandes Darmstadt e.V. ist ein niedrigschwelliges, 
offenes Angebot für Kinder nichtdeutscher und deutscher Herkunft. 
Zielgruppe sind Familien mit schulpflichtigen Kindern im Grund-, Haupt- und Förderschulbereich. Die 
Hausaufgabenhilfe wird vorwiegend von Kindern besucht, die schulische Probleme haben und/oder zu 
Hause nicht gefördert werden können. Sie hat von daher eine bedeutende präventive Funktion. 
Darüber hinaus ist die Beratung für Eltern über die Bildungsstruktur und -möglichkeiten in Darmstadt 
und Umgebung von großer Bedeutung.
Über die Hausaufgabenhilfe hinaus ist es das Anliegen des Migrationsdienstes, in die multinational und 
interkulturell ausgerichtete Arbeit das gesamte Umfeld der Kinder mit einzubeziehen, wie folgende Auf-
listung der wahrgenommenen Aufgaben zeigt:
•	 Koordination,	Abwicklung	und	pädagogische	Ausrichtung	der	Maßnahme	„Hausaufgabenhilfe“
•	 Schulung	und	Betreuung	der	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter
•	 Kontakte	zu	Lehrerinnen	und	Lehrern,	Schulleiterinnen	und	-leitern,	dem	Staatlichen	Schulamt 	 
 und dem Städtischen Schulamt in Darmstadt
•	 Zusammenarbeit	mit	anderen	sozialen	Diensten	/	Sensibilisierung	der	deutschen	Beratungsstellen 	 
 für die spezifischen Probleme von Migrantinnen und Migranten
•	 Vertretung	der	Maßnahme	gegenüber	übergeordneten	Instanzen	auf	schulischer	und	kommunaler 	 
 Ebene, Elternberatung / Hausbesuche
•	 Freizeitangebote	für	die	betreuten	Kinder	und	Jugendlichen
•	 Kontakte	zu	Pfarrgemeinden
•	 Öffentlichkeitsarbeit	zur	Situation	von	Familien	mit	Migrationshintergrund,	Informationen	über	deren 	 
 Herkunftsländer und Darstellung der Arbeit der Caritas mit Migrantinnen und Migranten
•	 Stadtteilbezogene	Arbeit
•	 Mitarbeit	in	diversen	Gremien	und	Gruppen

119
Durchführung der Maßnahme „Hausaufgabenhilfe“ und ihre Ergebnisse
In Darmstadt haben im Kalenderjahr 2010 insgesamt 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (63 davon 
Frauen) auf Honorarbasis und 15 ehrenamtlich in der Hausaufgabenhilfe mitgearbeitet. Von diesen Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeitern waren 32 nichtdeutscher Herkunft. 
Es wurden, überwiegend an Grundschulen, insgesamt 448 Kinder und Jugendliche (235 männlich, 213 
weiblich) im Alter von 6 – 16 Jahren aus 32 Nationen betreut. Davon 49 Kinder (aus 38 Familien) in 
Einzel- oder Kleingruppenbetreuung (maximal drei Kinder pro Gruppe) gefördert. Von diesen  Kindern 
waren 25 türkischer Herkunft, der Rest verteilt sich auf verschiedene andere Nationen.
Im Berichtsjahr wurden insgesamt 62 Familien hauptsächlich in Bildungsfragen beraten.
Durchgeführt wurde die Hausaufgabenhilfe an 14 Grundschulen, einer Schule für Lernhilfe, in einem 
türkischen Verein (Volkshaus). Wegen des hohen Bedarfs wurden für Seiteneinsteigerschüler (neu Ein-
gereiste) zwei Sprachförderkurse eingerichtet.
Aufschlüsselung nach Nationalitäten 2010: 
Perspektive, Trends 
Mit dem neuen Zuwanderungsgesetz hat sich zumindest ein Paradigmenwechsel vollzogen, der sich 
jedoch noch nicht auf bildungspolitische Bereiche ausgewirkt hat. Der jahrzehntelangen Abwehr durch 
die Politik, den Einwanderungstatbestand anzuerkennen, ist bisher jedoch kaum etwas entgegengesetzt 
worden. Anstatt eines intensiven Sprachunterrichts in Deutsch als Zweitsprache werden noch immer 
randständige Förderstunden durchgeführt. Immer noch wird mit Projekten und Provisorien, die enden 
oder neu aufgelegt werden, gearbeitet. 
Auch die Hausaufgabenhilfe ist ein solches „Provisorium“, das vor nunmehr 38 Jahren bundesweit aus 
der Not ins Leben gerufen wurde, neben ihren z. T. großartigen Erfolgen – natürlich mit allen organisa-
torischen, fachlichen und psychischen Mängeln von Provisorien behaftet. Da keine vertraglichen Ver-
einbarungen bestehen, könnten jederzeit die finanziellen Zusicherungen sehr leicht entzogen werden.

120
Umso erfreulicher ist es, dass sich die Stadt Darmstadt seit mehr als 2 Jahrzehnten finanziell an der 
Hausaufgabenhilfe beteiligt. Und dennoch hatte und hat diese Einrichtung „Hausaufgabenhilfe“ in 
Gruppen- und Einzelbetreuung eine sehr große Bedeutung für die Betroffenen. In den vergangenen 
Jahren hat diese Bedeutung – die verstärkten Nachfragen auch im Jahr 2009 zeigen dies – noch weiter 
zugenommen. Zu fragen ist, ob es sich eine moderne Gesellschaft wie die Bundesrepublik Deutschland 
überhaupt leisten kann, weiterhin große Gruppen, wie Einwandererfamilien, Verarmte und Arme bildungs-
politisch zu vernachlässigen, sie immer wieder neu in rechtliche und schulische Benachteiligung hinein-
zustoßen. 
Leider ist diese präventive Maßnahme immer wieder neu von Kürzungen seitens des Kultusministeriums 
und mittlerweile auch seitens der Stadt Darmstadt betroffen oder bedroht. Diese Kürzungen bedeuteten 
für Darmstadt eine Minderung des Angebots, insbesondere die der Einzelbetreuungen und des zeitlichen 
Umfangs des Gruppenangebots. Um dennoch Schließungen von Gruppen zu vermeiden, wurde ab dem 
Schuljahr 2008/2009 ein geringer Beitrag von 20,00 € pro Schulhalbjahr von den Eltern erhoben.
Die Hausaufgabenhilfe steht darüber hinaus in einem weiteren Begründungszusammenhang. Angebote 
in Grundschulen, die tendenziell in Richtung Ganztagsschule gehen, wie z. B. die „Betreute Grundschule“, 
können von Kindern aus Migrantenfamilien aus Kostengründen kaum oder gar nicht besucht werden. 
Angesichts der Tatsache, dass zwar die Hessischen Rahmenpläne für die Grundschule die Schule als 
Lebens- und Lernort definieren, in dem die verschiedenen Kulturen sich begegnen, dafür aber die perso-
nellen, räumlichen und sachlichen Bedingungen in Schulen nicht zur Verfügung stehen, wird die Institu-
tion Hausaufgabenhilfe auf lange Sicht neben der Schule (in immer mehr Fällen hoffentlich auch mit ihr 
zusammen) ihre interkulturelle und fördernde Arbeit fortsetzen müssen.
Allein schon die starke Nachfrage ist Grund und Veranlassung genug, die Kultur- und Förderarbeit der 
Hausaufgabenhilfe zu erhalten, mehr noch zu fördern und auszubauen.
DRK Kreisverband Darmstadt
HIPPY-Familienbildungsprogramm in Darmstadt
Buket Dagdelen
HIPPY (Home Instruction for Preschool Youngsters) ist ein Familienbildungsprogramm zur Stärkung, 
Bildung und Unterstützung der Erziehungskompetenzen von Eltern, mit 4- bis 6-jährigen Vorschulkindern. 
Als ein niedrigschwelliges Angebot eignet sich das HIPPY-Programm insbesondere für Familien mit Mig-
rationshintergrund.
Die Spiel- und Lernmaterialien für zwei Jahre bestehen aus 60 programmeigenen Heften, 18 Bilder -
büchern, geometrischen Formen sowie Materialien aus Haushalt und Natur, um damit die u. a. Ziele in 
den Familien umsetzen zu können und diese so zu bestärken und zu unterstützen.
Ziele des HIPPY Programms sind:
•	 die	kognitiven	und	motorischen	Fähigkeiten	der	Vorschulkinder	zu	fördern, 	
•	 die	sprachliche	Entwicklung	zu	fördern,	besonders	bei	Kindern	die	mehrsprachig	aufwachsen,
•	 die	Eltern-Kind-Beziehung	zu	intensivieren,
•	 das	Selbstbewusstsein	der	Eltern	zu	stärken	und	ihnen	zu	zeigen,	wie	sie	ihre	Kinder	spielerisch 	 
 fördern können,
•	 die	Erziehungskompetenzen	der	Eltern	zu	stärken	und	deren	Kenntnisse	der	deutschen	Sprache 	 
 zu erweitern.
Das Deutsche Rote Kreuz hat das HIPPY-Programm als Lizenzvertrag mit HIPPY-International im Jahre 
2002 nach Darmstadt geholt. Das HIPPY-Programm hat die bestehenden Angebote im Bildungs-, Bera-
tungs- und Gesundheitsbereich erweitert. Von Beginn an wurde das Programm von Migrantenfamilien 
sehr gut angenommen und erfolgreich durchgeführt. Wir hatten jährlich ca. 25 Familien im Programm

121
betreut. Die Notwendigkeit und die Erfolge des Programms haben auch die städtischen Verantwort-
lichen überzeugt, so dass das Programm ab 2008 finanziell von der Stadt Darmstadt gefördert wird. 
Dadurch konnten wir eine Koordinatorenstelle für das HIPPY-Programm in Darmstadt einrichten. Somit 
ist es uns gelungen, von Jahr zu Jahr mehr Familien für das Programm zu gewinnen, so dass aktuell 70 
Familien betreut werden. Die HIPPY-Gruppe ist multikulturell, die Mehrheit der Familien stammt aus 
der Türkei und arabischen und afrikanischen Ländern, neben vielen anderen.
Diese Familien werden von sechs qualifizierten HIPPY-Trainerinnen begleitet. Um einen guten Zugang 
zu Migrantenfamilien zu bekommen, aber auch um die Hemmschwellen abzubauen, beschäftigen wir 
sechs Trainerinnen, die auch Migrationserfahrung haben. Seit Beginn des Programms bis heute haben 
wir ca. 250 Familien unterschiedlicher Herkunft im Programm geschult.
Das HIPPY-Programm hat zwei wichtige Bausteine: Hausbesuche und Gruppentreffen: 
Hausbesuche
Alle zwei Wochen werden die teilnehmenden Eltern von muttersprachlichen HIPPY Trainerinnen zu 
Hause besucht. Inhalte dieser Besuche sind das gemeinsame Einüben der aktuellen Lerninhalte und 
der Erfahrungsaustausch über die Materialien. Die Hausbesuche ermöglichen außerdem, dass auf die 
spezifischen Anliegen der Eltern individuell eingegangen werden kann. Im Idealfall üben die Eltern mit 
ihrem Kind fünfmal wöchentlich ca. 20 Minuten mit Hilfe des Spiel- und Lernmaterials.
Gruppentreffen
Zweimal im Monat finden für alle Eltern Gruppentreffen statt.  
Die Gruppentreffen haben drei Schwerpunkte:
•	 Wie	auch	beim	Hausbesuch,	das	Einüben	der	Themen	der	Aktivitätenhefte	in	der	Gruppe,
•	 Eltern	erhalten	erziehungs-	und	bildungsrelevante	Informationen	zu	Themen,	wie	z.	B.	Medienkonsum,	 
 gesunde Ernährung, Entwicklungsstadien im Kindesalter, Informationen zum Schulsystem etc.
•	 Im	Anschluss	an	diese	fachlichen	Beiträge	können	die	Erfahrungen	mit	dem	Lernprogramm 	 
 und Erziehungsfragen ausgetauscht werden.
Zurzeit betreuen wir fünf HIPPY-Gruppen in den Stadtteilen Arheilgen, Kranichstein, Eberstadt und  
in Darmstadt-Stadt.
Für das Programmjahr 2011/2012 planen wir, ca. 90 Familien in das Programm aufzunehmen,  
in Stadtteilen, die besonderen Bedarf aufzeigen. 
Staatliches Schulamt
Das Staatliche Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt schreibt in seinem 
Entwicklungsbericht in Bezug auf die Notwendigkeit der Unterstützung von Kindern und Jugend lichen: 
„Auch die neusten PISA-Ergebnisse – ebenso IGLU – haben wieder gezeigt, dass Kinder und  Jugendliche 
mit Migrationshintergrund besonders benachteiligt sind. Wie aus PISA-Studien hervorgeht, schneiden 
Migrantenschüler/innen z. B. bei der Lesekompetenz schlechter ab als Gleichaltrige, die nicht aus Mig-
rantenfamilien kommen. Hier gilt es gegenzusteuern und eine Gesamtkonzeption zur Sprachförderung 
mit Verbindlichkeiten/Standards für alle Schulen des Schulaufsichtsbereiches zu entwickeln.“  
(Staatliches Schulamt 2009:41).
Folgerichtig reagierte das Staatliche Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt 
Darmstadt auf diesen Förderbedarf mit einem gezielten Angebot von Sprachfördermaßnahmen, die im 
Folgenden vorgestellt werden. 
Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem Entwicklungsbericht Deutsch als Zweitsprache – 
Sprachförderung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund des Staatlichen Schulamtes 
für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt, 2009:11ff.

122
Fördermaßnahmen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in den Schuljahren 2007/2008 und 2008/2009 1 
In den Schuljahren 2007/2008 und 2008/2009 wurden im Schulamtsbereich folgende Fördermaßnah-
men angeboten:
Frühe Sprachförderung 
„In den Grundschulen wurden im Schuljahr 2007/2008 ca. 3.830 (DA: 1666) Kinder in Vorlaufkursen 
und in weiteren Fördermaßnahmen wie DaZ-Fördergruppen etc. betreut. Im Schuljahr 2008/09 stieg 
die Zahl der geförderten Kinder auf ca. 4.100.
Vorlaufkurse sind ein Angebot für schulpflichtig werdende Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse 
vor Beginn des ersten Schuljahres. In kleinen Lerngruppen – teilweise standortübergreifend – wird die 
Sprachfähigkeit der Lernanfänger begrifflich und strukturell altersgerecht erweitert.
Nach den Vorlaufkursen – 64 (DA: 24) Angebote im Schuljahr 2007/2008, 66 im Schuljahr 2008/2009 –  
werden die Schüler/innen im Rahmen der Klassenverbände gefördert. 
Die Sprachförderung umfasst neben Intensivkursen Deutsch-Förderstunden und sonstige Angebote zur 
Integration.“ (Ebenda, 11).
Intensive Sprachförderung
An der Grundschule Heinrich-Heine-Schule in Darmstadt (ca.170 Schüler und Schülerinnen) findet seit 
2008 eine intensive Sprachförderung im Rahmen des hessenweiten und wissenschaftlich begleiteten 
Projekts „Deutsch und PC“ statt.
„Der frühzeitige und intensive Erwerb der deutschen Sprache an Grundschulen mit hohem Zuwanderer-
anteil beginnt zu Schuljahresanfang in allen Klassen der ersten Jahrgangsstufe und wird in den Klassen 
2 bis 4 fortgeführt. Schülerinnen und Schüler mit unzureichenden Deutschkenntnissen werden täglich 
bis zu zwei Stunden parallel zum Klassenverband in eigenen Fördergruppen von sechs bis acht Schüle-
rinnen und Schülern unterrichtet.“ (Ebenda, 12).
In den 6 Intensivklassen (DA: 3 Intensivklassen) in der Sekundarstufe I wurden 2008 93 (DA: 65) und 
2009 72 neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler auf den Besuch der Regelklasse vorbereitet.  
„Diese Angebote sind schulformübergreifend und werden durch eine intensive Schullaufbahnberatung 
ergänzt. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, sich auf die Anforderungen der deutschen 
Schule zielgerichtet vorzubereiten. Die Klasse ist verbunden durch die gemeinsamen Ziele: 
•	 Orientierung	in	einer	neuen	Umwelt.
•	 Erprobung	der	sprachlichen	und	sozialen	Kompetenz. 	
Dabei werden klar strukturierte Sprachlernsituationen angeboten.“ (Ebenda, 12).
In Intensivkursen wurden 2008: 66 (DA: 29) und 2009: 110 Schülerinnen und Schüler gefördert. 
„Sie besuchen zugleich eine Regelklasse, erhalten aber, parallel zum Klassenunterricht oder in zusätz-
lichen Stunden, in eigens eingerichteten Kursen Sprachförderung. Individuelle Gestaltung des Förder-
umfangs und hohe Flexibilität sind Voraussetzungen dieser Fördermaßnahmen.“ (Ebenda, 12). 
Integrierte Sprachförderung
„Für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die sich zwar verständigen können, aber die 
 deutsche Schriftsprache noch nicht korrekt beherrschen, wurden im Schuljahr 2007/2008 in Deutsch-
Förderkursen und Integrationsangeboten 2.790 Schülerinnen und Schüler (DA: 1620) gefördert, im 
Schuljahr 2008/2009 waren es ca. 2.980 – auch begleitend zum gymnasialen Bildungsgang. 
1   Die Zahlen im Text beziehen sich auf den Schulamtsbereich Stadt Darmstadt und Landkreis. Nach Möglichkeit werden die Aus-   
führungen über die Angebote im Landkreis im Text gekürzt; ebenso werden – wenn vorhanden – Daten für Darmstadt separat in 
Klammern (DA) aufgeführt. Dies gilt für das Schuljahr 2007/2008; für das Schuljahr 2008/2009 liegen für Darmstadt keine sepa-
raten Daten vor.

123
Diese Kurse dienen dazu, die Sprachkenntnisse zu erweitern und zu verbessern.“ (Ebenda, 13).
Standorte der Sprachförderung in der Stadt Darmstadt 2008/2009: 
•	 3	Intensivklassen:	Gutenbergschule,	Mornewegschule	(mit	Alphabetisierungskurs), 	 
 Stadtteilschule Darmstadt-Arheilgen
•	 wechselnde	Intensivkursangebote	nach	Bedarf
•	 1	Deutsch	&	PC-Schule:	Heinrich-Heine-Schule
Unterricht in Herkunftssprachen
„Die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund werden nicht nur in Bezug auf ihre Zweit - 
sprache Deutsch gefördert, sondern sollen auch die Möglichkeit erhalten, im Sinne des Erhalts und 
Ausbaus ihrer mehrsprachigen Kompetenz in der Herkunftssprache an einem regionalen Förderangebot 
teilzunehmen.“ (Ebenda, 14).
Die Erhebungen des Staatlichen Schulamtes 2005/2006 ergaben, dass in den meisten Fällen noch 
keine Kooperation zwischen den Fördermaßnahmen „DaZ“ und „Unterricht in Herkunftssprachen“ 
stattfand. Aus aktuellen Gesprächen und Dienstbesprechungen konnte das Staatliche Schulamt zwar 
Verbesserungen feststellen, aber offenbar wird herkunftssprachlicher Unterricht noch immer nicht als 
gleichwertiger Bestandteil von Sprachförderung angesehen. „Das Bewusstsein von Mehrsprachigkeit als 
Kompetenzfeld muss auf unterschiedlichen Ebenen weiter entwickelt und gestärkt werden. 
Erfahrungen sowie unterschiedliche Studien zum Thema zeigen, dass eine gute Sprachbildung in der 
Herkunftssprache positive Auswirkungen auf das Erlernen der Zweitsprache Deutsch hat.
Ein Förderbaustein z. B. ist „KOALA“ – Koordinierte zweisprachige Alphabetisierung im Anfangsunter-
richt –, zunächst Deutsch/Türkisch an zwei Schulen in Darmstadt: Erich-Kästner-Schule (GS), Morne-
weg schule. 
Das Prinzip wurde auch auf Deutsch/Portugiesisch übertragen. KOALA kann bei herkunftsheterogenen 
Klassen ein Baustein des Sprachförderkonzeptes (…) sein.“ (Ebenda, 14).
Unterricht in Herkunftssprachen in der Stadt Darmstadt 
Der herkunftssprachliche Unterricht ist ein freiwilliges Angebot, die Teilnahme wird im Zeugnis vermerkt.  
Türkisch wird an 8 Schulen in der Stadt Darmstadt angeboten, Arabisch an 2 Schulen, Griechisch, 
 Italienisch, Kroatisch, Portugiesisch, Serbisch und Spanisch jeweils an einer Schule.
„Im Grundschulbereich liegt Türkisch teilweise parallel zum Religionsunterricht, der Unterricht wird 
dort gut angenommen und regelmäßig besucht.  
Im Sekundarstufenbereich wird in den Klassen 5 und 6 das Angebot Türkisch ebenfalls gut angenom-
men, danach lässt das Interesse mehr und mehr nach.
Auch die anderen Sprachangebote werden im Grundschulbereich gut bis sehr gut angenommen. 
Vor allem ältere Schülerinnen und Schüler aber ziehen andere (Freizeit-) Angebote vor. 
Die Teilnahme am Unterricht ist stark geprägt von den Interessen der Eltern, die sich eine Gleichstellung 
mit dem Regelunterricht (z. B. Benotung) wünschen. 
Der Unterricht in den Herkunftssprachen wird von Lehrkräften im hessischen Landesdienst oder von 
Konsulatslehrkräften erteilt.  
Weitere häufig vertretene Sprachen sind: Bulgarisch, Chinesisch, Polnisch, Russisch und Ungarisch. 
Herkunftssprachlicher Unterricht findet in diesen Sprachen (…) auf privater Ebene statt.“ (Ebenda, 15).
Seit dem Schuljahr 2009/2010 wird der herkunftssprachliche Unterricht in diesen Sprachen im Spra-
chenzentrum der Lichtenbergschule angeboten und kontinuierlich ausgebaut.

124
Die vorhandene Mehrsprachigkeit wird in der „Verordnung vom 1.8.2008 zum Schulbesuch von Schü-
lerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache“ ausdrücklich als Ressource anerkannt und 
ermöglicht es ab Klasse 8, neu Zugewanderten ihre Herkunftssprache als erste oder zweite Fremdspra-
che anerkennen zu lassen. 
„Diese Anträge werden über die Schule beim Staatlichen Schulamt gestellt. Feststellungsprüfungen und 
Abschlussprüfungen werden extern durchgeführt, z. B. an den Universitäten in der Region oder Schulen, 
die ein Unterrichtsangebot in der jeweiligen Sprache haben.“ (Ebenda, 15).
Aufnahme- und Beratungszentrum (ABZ)
Zentrale Rolle bei der Umsetzung der Maßnahmen spielt das „Aufnahme- und Beratungszentrum“ (ABZ).
Im Folgenden werden zwei Aufgabenschwerpunkte des Aufnahme- und Beratungszentrums vorgestellt: 
Lenken und Begleiten
Dieser Aufgabenschwerpunkt des Aufnahme- und Beratungszentrums für Seiteneinsteiger bewegt sich 
in einem Aufgabenfeld mit drei Eckpunkten:
•	 Aufnahme	/	Erfassung	/	Zuweisung
•	 Lernstandsfeststellung	/	Beratung	/	Information
•	 Vernetzung	/	Kontakte	/	Vermittlung
Zielgruppe sind neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler mit gar keinen, wenigen und zum Teil 
fortgeschrittenen Deutschkenntnissen. Ziel ist die Integration von zugewanderten Kindern und Jugend-
lichen in das deutsche Schulsystem entsprechend ihren Bildungsvoraussetzungen.
Beratungssprachen sind z. Zt. arabisch, englisch, französisch, italienisch, polnisch, russisch und türkisch. 
Nach Beratungsgespräch, Sprach- und Lernstandsfeststellung hilft das ABZ bei der Anmeldung von 
Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren (1. bis 4. Schuljahr) in der Schule des Wohnbezirks. 
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (5. bis 10. Schuljahr) und teilweise der Sekundarstufe II 
werden durch das ABZ aufgenommen und an die verschiedenen allgemeinbildenden oder beruflichen 
Schulen vermittelt. 
Bei nicht vorhandenen oder nur geringen Deutschkenntnissen ist für Schülerinnen und Schüler der 
Sekundarstufe I zunächst der Besuch einer Intensivklasse vorgesehen. In immer mehr Fällen ist die 
direkte Eingliederung in eine altersentsprechende Regelklasse geboten – verbunden mit individueller 
Sprachförderung.
 
Ziel der Beratung ist es, aufgrund kompetent und einfühlsam geführter Gespräche und intensiver Lern-
standsüberprüfungen, für die Schülerinnen und Schüler einen optimalen Schulplatz zu vermitteln, einen 
schnellen Anschluss in das Regelschulsystem zu ermöglichen und den bestmöglichen Weg zur Integra-
tion zu finden. 
Dabei ist folgender Ablauf in der Beratung von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I die Regel:
•	 Erstkontakt	/	Aufnahme	persönlicher	Daten.
•	 Lernstandsfeststellung	/	Mündliche	und	schriftliche	Sprachkompetenz	in	Deutsch	und	Englisch, 	 
 Mathematik, wenn möglich auch in der Herkunftssprache.
•	 Diagnose	/	Auswertung	der	Ergebnisse	der	Sprachstandsfeststellungen.	Schullaufbahnberatung/  
 verschiedene Bildungswege aufzeigen.
•	 Vermittlung	eines	geeigneten	Schulplatzes/Kontaktaufnahme	mit	aufnehmender	Schule.
•	 Folgegespräch	(nach	Bedarf).
•	 (Zweit-)Beratung	bei	Übergängen	(aus	der	Intensivklasse,	bei	Schulformwechsel.“	(Ebenda,	16ff.).

125
Diagnostizieren: Sprachstands- und Lernstandserhebungen
„Die unterschiedlichsten Leistungsvoraussetzungen bzw. Lernausgangslagen der Schülerinnen und 
Schüler ergeben ein unterschiedliches Lernpotential.  
Voraussetzung für eine optimale Förderplanung ist eine kompetenzorientierte Diagnostik, die den 
Sprachstand erfasst und über bereits erworbene Strukturen informiert.
Dazu sind bei den Beratenden Kenntnisse über Spracherwerbsstufen, Stolpersteine der deutschen 
Sprache und Verfahren zur Sprachstandserhebung erforderlich.
Sprachstandsbestimmung und Förderdiagnostik sind Grundlagen:
•	 zur	Lern-	und	Sprachstandsbestimmung,
•	 als	diagnostische	Instrumentarien,
•	 der	Fördermaßnahmen 	
•	 für	Fördermaterialien,
•	 für	Absprachen	zur	Arbeit	mit	dem	Förderplan,
•	 der	Dokumentationsformen.
Aus diesen Diagnoseerkenntnissen ergeben sich konkrete, individuelle Förderwege und Hinweise für 
adäquate Förderorte. 
Vor allem im Grundschulbereich wird bei der Diagnostik mit der Sprachstandsanalyse nach Grießhaber 
gearbeitet, ergänzt mit den Sprachstandserhebungen von „Deutsch für den Schulstart“. 
Die Sprachstandsanalysen nach Grießhaber können auch im Sekundarstufenbereich eingesetzt werden, 
ergänzt durch die Sprachstandsfeststellungen von Heidi Rösch. Hinzu kommen kompetenzorientierte 
Testverfahren, die sich am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientieren (A1 bis C2).“  
(Ebenda: 20).
Verein für interkulturelle Arbeit und Sprachförderung Deutsch e.V.
Bojana Knezevic
Vereinsgründung und Projekte
Der Verein für Interkulturelle Arbeit und Sprachförderung Deutsch e.V. wurde 2007 gegründet. Die 
beiden Ziele des Vereins: interkulturelle Erziehung und Sprachförderung gehören sehr eng zusammen. 
In-terkulturelle Erziehung beinhaltet die Begegnung verschiedener Kulturen, das mit- und voneinander 
Lernen sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung der individuellen Herkunftsgeschichte deut-
scher und zugewanderter Kinder und Erwachsener gleichermaßen. Das wichtigste Medium für Begeg-
nung ist die Sprache. 
Die Deutschwerkstatt bietet seit März 2007 Sprachförderunterricht für Migrantenkinder im Raum 
Darmstadt an. Die Gruppen mit je acht Kindern treffen sich zweimal in der Woche für 3 Stunden. Die 
Gruppen bieten eine Plattform, um früh (ab dem Alter von 2 Jahren) die deutsche Sprache kennenzu-
lernen. Die Deutschwerkstatt ist somit eine Art von Auffangnetz für viele Kinder, die keine deutschen 
Krabbelgruppen und Kindergärten besuchen und damit kaum Erfahrungen mit der deutschen Sprache 
machen konnten.
Die Deutschwerkstatt bietet ebenfalls seit dieser Zeit das erste Fenster in eine neue sprachliche Umge-
bung. Hier haben die Kinder die ersten Erfolgserlebnisse mit der Sprache der Umgebung (deutsche 
Kinderlieder, kleine Rollenspiele). Weiterhin bedeutet die Deutschwerkstatt für die Kindergartenkinder 
eine Möglichkeit, ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache zu verbessern, und zwar auf eine spieleri-
sche Art und Weise und unter Freunden, die alle auch ihre Muttersprachen gut beherrschen, aber im 
Deutschen Nachholbedarf aufweisen.

126
Das Ziel dieses Projekts ist die gute Beherrschung der deutschen Sprache als das wichtigste Kriterium 
für soziale Integration und gleiche Bildungschancen aller Kinder. Darüber hinaus wollen wir die Kinder 
in deren multikulturellen Identität stützen, auf der Grundlage eines wertschätzenden und akzeptierenden  
Umgangs mit der Mehrsprachigkeit. Das bisherige klassische Erlernen der Sprache in einem Raum 
wollen wir für die alternativen Sprachfördermethoden (Vorlesen, Theater spielen, Musizieren) und durch 
das Verlassen des Klassenraumes und Angebote aus der Naturpädagogik bereichern.
Schwellenabbau / Elternkompetenzen stärken
Wir verstehen es als unsere Aufgabe, Prävention und Intervention im Bereich der frühen Bildung anzu-
bieten und eine enge Zusammenarbeit mit den Familien zu gewährleisten.
Wir beziehen unsere Kenntnisse über die Wohnsituation und Alltagsstruktur der Familien in unsere pä-
dagogische Arbeit ein. Unsere pädagogischen Fachkräfte sind sensibilisiert in interkultureller Erziehung 
und verfügen über interkulturelle Kompetenzen. Vor allem gelingt es uns, die sprachlichen und kulturel-
len Barrieren aufzuheben.
Wir bieten niederschwellige Angebote für Eltern an, u. a. mehrsprachige Angebote, wie die Eltern-
gesprächskreise, ein Projekt der Stadt Darmstadt auch zur Verbesserung der Erziehungskompetenzen. 
Wir unterstützen die Migrantenmütter durch das Projekt „Mama lernt Deutsch“, ein Projekt der Stadt 
Darmstadt, bei dem Erwerb der Umgebungssprache und stärken die weiter zu Elternpartizipation an 
den Grundschulen, konkreter zu eine Teilhabe an den schulischen Erfolgen deren Kinder.
Wir beraten Eltern in ihren Erziehungsfragen bezüglich Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache und 
begleiten sie zu den Einrichtungen und Ämtern für Kindergartenanmeldungen. 
Wir beraten in türkischer, russischer, polnischer, englischer, bulgarischer, mazedonischer, serbischer, 
kroatischer, rumänischer, griechischer, marokkanischer, arabischer und deutscher Sprache. 
Unsere Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund unterstützen Familien bei der besonderen Heraus-
forderung von Erziehung „zwischen den Kulturen“.

127
IV. 4. Stadtteil
Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit Darmstadt
Gemeinschaftshaus Pallaswiesenviertel
Horst Miltenberger
Der Caritasverband Darmstadt e.V. und das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg sind kooperative 
Träger der Gemeinwesenarbeit (GWA) in Darmstadt. Sie verfügen über langjährige Erfahrungen in die-
sem Arbeitsfeld und sind auch über das Arbeitsfeld der GWA hinaus in ihren anderen Arbeitsbereichen 
sozialraumorientiert ausgerichtet. Seit den 1970er Jahren unterstützt die Wissenschaftsstadt Darm-
stadt Ansätze gemeinwesenorientierter sozialer Arbeit in unterschiedlichen Stadtteilen. Zuerst richtete 
sich die Aufmerksamkeit auf die Sanierungsgebiete Arheilgen/Rodgaustraße und Pallaswiesenviertel. In 
den Jahren 1999/2000 wurde die Gemeinwesenarbeit als Element im Bund-Länder-Programm „Soziale 
Stadt“ in den Stadtteilen Eberstadt-Süd und Kranichstein etabliert. Allen Stadtquartieren gemeinsam 
ist ein hoher Anteil an Menschen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind.
Gemeinwesenarbeit ist ein emanzipatorischer Ansatz, der sowohl die Geschlechterrollen als auch die 
soziale Integration in den Mittelpunkt rückt. Er nimmt gesellschaftlich benachteiligte Menschen in ihren 
Anliegen ernst, fördert ihre Fähigkeit zur Selbstorganisation und zum Gemeinschaftshandeln und zielt 
darauf ab, sie selbst zu Akteuren von Entwicklungsprozessen zu machen. Sozialer Zusammenhalt kann 
nur durch das Engagement aller Bevölkerungsschichten erreicht werden, Gemeinwesenarbeit ist hier 
der Brückenbauer zwischen unterschiedlichen Gruppen und trägt dazu bei, die Stärken und Schwächen 
der Stadtgesellschaft miteinander zu vernetzen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung der Teilhabechancen benachteiligter Menschen in den 
Bereichen Bildung, Gesundheit, Erwerbsleben, Kultur und Soziales. Mit der Partizipation der Bewohne-
rInnen wird eine nachhaltige Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen im Quartier angestrebt.
Der Caritasverband Darmstadt e.V. und das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg betreiben das Ge-
meinschaftshaus Pallaswiesenviertel seit nun mehr als 20 Jahren. Ein Fokus des Gemeinschaftshauses 
Pallaswiesenviertel ist die Förderung und die Unterstützung der Alltagsbewältigung der im Viertel leben-
den Menschen. Insbesondere liegt ein Hauptaugenmerk der Arbeit auf der Integration von Familien mit 
Migrationshintergrund und der Förderung von Kindern und Jugendlichen im Viertel.
Die Angebote sind offen für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Pallaswiesenviertels, unabhängig 
ihres kulturellen Hintergrundes. Bemerkenswert ist, dass die Angebote weit überdurchschnittlich von 
Kindern und Erwachsenen mit Migrationshintergrund genutzt werden. 
Exemplarische Beispiele unserer täglichen und wöchentlichen Angebote sind:
• Betreuungsangebot für Schulkinder mit Mittagessen 
• Hausaufgabenhilfe
• Einzel- und Gruppennachhilfe zur Vermeidung von Nichtversetzung von Kindern
• Allgemeine Lebensberatung 
• Mädchengruppe
• Jungengruppe
• Kindertreff
• Kindersport- und Fußballgruppe 
• Krabbelgruppe mit Elterncafé
• Multikultureller Frühstückstreff

128
• Frauengruppe
• Montagscafé
• Kinder- und Jugendfreizeiten
• Kleinkinderfamilienfreizeit 
• Urlaubsfahrt mit Familien
• Tagesausflüge
• Ferienspiele
Hervorzuheben sind hier die Angebote im Kinder- und Jugendbereich, ca. 75 % unserer TeilnehmerInnen 
haben einen Migrationshintergrund.
Neben dem Zugang über unsere Kinder- und Jugendarbeit stellt unser multikultureller Frühstückstreff 
den Zugang zu den erwachsenen Migrantinnen und Migranten dar. Der Frühstückstreff ist die Eingangs-
tür für weitere Angebote im Gemeinschaftshaus und für unsere partizipatorische Arbeit mit den Men-
schen im Pallaswiesenviertel. Durch Bewohnerbeteiligung haben sich mehrere Arbeitsgruppen im Stadt-
teil gebildet, die sich dem Thema der Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen angenommen 
haben. Die Aufgabe der Gemeinwesenarbeit ist die Moderation, Dokumentation und Begleitung aller 
Gruppen.
Wichtige Partner in der Stadtteilarbeit mit Migrantinnen und Migranten sind der städtische Sozial-
dienst, die Migrationsberatung des Caritasverbandes Darmstadt und des Diakonischen Werks Darm-
stadt-Dieburg.
Das Gemeinschaftshaus Pallaswiesenviertel hat den Auftrag, im Stadtteil die Vernetzung von Angeboten 
und Akteuren zu fördern und zu unterstützen. Als Ort des Austauschs zwischen Hauptamtlichen, Ver-
einen, Bewohnerinnen und Bewohnern und Vertretern aus Politik sowie als Sprachrohr des Stadtteils 
nach außen dient die Stadtteilrunde.
 
Gemeinwesenarbeit Arheilgen – Sozialräumlich die Integration fördern
Petra Beisel / Despina Paraskevaidou
Die Begegnung von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte findet vor Ort im Gemeinwesen statt. 
Ob ihre Teilhabe und ihr Teilwerden erfolgreich verlaufen, offenbart sich in der Lebenswirklichkeit in 
den Kommunen.
Die Gemeinwesenarbeit, getragen vom Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg und dem Caritasverband 
Darmstadt e.V., bringt sich in lokale Netzwerke ein mit dem Ziel, die Konzentration von Armut und sozi-
aler Benachteiligung in den Stadtvierteln und ihre Folgen zu bekämpfen, Zugangsbarrieren für Migranten 
abzubauen und eine interkulturelle Öffnung zu erreichen.
GWA:
• ist sozialräumlich organisiert,
• findet sich in Stadtteilen und Quartieren mit besonderen Entwicklungsbedarfen,
• aktiviert und beteiligt Bewohnerinnen und Bewohner,
• fördert Inklusion und wirkt sozialer Benachteiligung entgegen,
• fördert die strukturelle Integration der zugewanderten Bevölkerungsgruppen,
• wirkt darauf hin, positive Lebensbedingungen zu erhalten bzw. zu schaffen.

129
Gemeinwesenarbeit Arheilgen
Das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg und der Caritasverband Darmstadt e.V. sind die Träger der 
Gemeinwesenarbeit im Stadtteil Arheilgen. Die Gemeinwesenarbeit bezieht sich auf die Gegebenheiten 
im Stadtteil und zielt, gemeinsam mit den dort lebenden Menschen, auf eine Verbesserung der Wohn- 
und Lebensbedingungen in benachteiligten Quartieren.
Mit dem Stadtteilzentrum Muckerhaus ist auf Initiative der Bewohnerinnen und Bewohner ein Ort der 
Begegnung, der Bildung, der Teilhabe und Kommunikation für alle entstanden. Die Träger schaffen 
gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Kooperationspartnern ein Netzwerk an fördernden Angeboten.  
Das Muckerhaus steht mit seinen Möglichkeiten allen Menschen im Stadtteil zur Verfügung.
Gruppen und Angebote im Bereich Migration/Integration
Die Belange der Menschen mit Migrationshintergrund in der Rodgaustraße / Messeler Straße werden 
über eine Vertreterin im Arbeitskreis Rodgaustraße und im Hausbeirat vertreten. 
Der Arbeitskreis Rodgaustraße ist der Magistratskommission Soziale Brennpunkte Darmstadt zugeord-
net und zielt auf die konkrete Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen im Quartier. Der Haus-
beirat Muckerhaus sichert die Teilhabe der Gruppen an der Entwicklung.
Die Kollegin der Migrationsberatung (RDW) arbeitet im Muckerhaus sozialraumorientiert. Zum einen 
werden wöchentlich Sprechstunden mit dem Schwerpunkt Migrationsberatung angeboten. Zum anderen 
wird die Frauengruppe Papatya (überwiegend türkischstämmige Frauen) begleitet. Aus dieser Begleitung 
und mit Förderung des Frauenbüros der Wissenschaftsstadt Darmstadt entstanden Projekte, wie Gym-
nastik für Frauen, Bildungsabende und ein Fahrradkurs. 
Im Muckerhaus trifft sich außerdem eine türkische Seniorengesprächsgruppe.
Im Stadtteil wird mit Kooperationspartnern zum Thema Migration / Integration gearbeitet.
Die Hausaufgabenhilfe (gefördert mit Mitteln der Wissenschaftsstadt Darmstadt) wird in großer Zahl 
von Kindern, die aus Familien mit Migrationhintergrund stammen, besucht.
Im Muckerhaus finden regelmäßig Integrationskurse mit Kinderbetreuung (bisher organisiert und koor-
diniert vom Caritasverband Darmstadt e.V.) statt.
Soziale Stadt in den Stadtteilen Eberstadt Süd und Kranichstein
Jeannette Dorff / Peter Grünig
„Soziale Stadt“ ist ein Programm der Städtebauförderung, durch das die Wohn- und Lebensverhältnisse 
in Stadtteilen verbessert werden sollen, in denen sich soziale, wirtschaftliche und städtebauliche Prob-
leme besonders häufen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist mit den Standorten Eberstadt-Süd und 
Kranichstein seit 1999 bzw. seit 2000 im Programm „Soziale Stadt“ vertreten.
Der besondere Ansatz des Programms sieht die Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern am 
Prozess der Stadtteilentwicklung vor. Das Engagement und die Mitarbeit der Bewohner/innen und Ak-
teure der Stadtteile werden durch ein Quartiersmanagement organisiert und entwickelt. Damit sind das 
Stadtteilmanagement und die Stadtteilwerkstätten als Anlaufstellen vor Ort beauftragt.
Der Caritasverband Darmstadt e.V. und das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg sind Träger der 
Stadtteilwerkstätten in Eberstadt-Süd und Kranichstein.
Die Stadtteilwerkstätten arbeiten mit dem Ansatz der Gemeinwesenarbeit und sind über das Netzwerk 
der Gemeinwesenarbeit in Darmstadt mit den weiteren Standorten der Gemeinwesarbeit verbunden.
Sie wirken mit an der Weiterentwicklung der notwendigen Bedingungen und Strukturen, auf denen 
bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement in den Stadtteilen Eberstadt-Süd und Kranichstein 
wachsen kann. Sie zielen auf die Stärkung der Selbsthilfekräfte und der Eigenverantwortung der Be-
wohnerInnen der Stadtteile. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung der Teilhabechancen 
benachteiligter Menschen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Erwerbsleben, Kultur und Soziales.

130
Mit der Partizipation der Bewohnerinnen und Bewohner wird eine nachhaltige Verbesserung der Wohn- 
und Lebensbedingungen im Stadtteil angestrebt.
Im Sinne der Ziele des Förderprogramms einer sozialen, ökonomischen, städtebaulichen und ökologi-
schen Erneuerung des Stadtteils lassen sich im Wesentlichen die Aufgaben der Stadtteilwerkstätten wie 
folgt bestimmen:
•	 Ausbau	und	Weiterentwicklung	der	Beteiligung	der	Bewohnerinnen	und	Bewohner,
•	 Begleitung	und	Unterstützung	von	Maßnahmen	zur	Wohn-	und	Umfeldverbesserung,
•	 Initiierung	und	Förderung	von	Aktivitäten	zur	sozialen	Nachbarschaft	und	des	aktiven	Stadtteillebens,
•	 Öffentlichkeitsarbeit,	u.	a.	zur	Verbesserung	des	Images	des	Stadtteils,
•	 Stärkung	der	lokalen	Wirtschaft,	Arbeitsplätze	auf	lokaler	Ebene,	Unterstützung	von	arbeitslosen 	 
 Bewohnerinnen und Bewohnern.
In allen Aufgabenfeldern spielt die Beteiligung von eingewanderten Menschen und von den Migranten-
organisationen eine besondere Rolle, da der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in den 
beiden Stadtteilen über dem gesamtstädtischen Durchschnitt liegt (s. Kapitel 1.2.c).
Vermittlung von Interessen und Bedarfen von Zugewanderten in der Stadtteilarbeit
In der Arbeit der Stadtteilwerkstätten steht die nachholende und weiterführende Integration der 
 Zu wanderer im Vordergrund.
Wichtige Partner in der Stadtteilarbeit mit Migrantinnen und Migranten sind der städtische Sozial-
dienst, die Migrationsberatung für Erwachsene und der Jugendmigrationsdienst, die alle in den Stadt-
teilen ihre Sprechstunden anbieten und Projekte durchführen. Weiterhin sind Partner der Zusammen-
arbeit das Interkulturelle Büro und die Einrichtungen und Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit im 
Stadtteil sowie die Kirchengemeinden.
Die Stadtteilwerkstätten haben den Auftrag, in den Stadtteilen die Vernetzung von Angeboten und 
Akteuren zu fördern und zu unterstützen. Sie sind Kooperationspartner für andere Träger und arbeiten 
zusammen mit haupt- und ehrenamtlichen Akteuren.
Die Vernetzung der Arbeit erfolgt durch die Gremienarbeit in den Stadtteilen. Die wichtigsten Arbeits-
gruppen sind in Kranichstein der Hauptamtlichentreff, die AG Kooperation Jugendarbeit und Schule 
und die AG Kinder. Als Ort des Austauschs zwischen Hauptamtlichen, Vereinen, Bewohnern und Ver-
tretern der Politik und als Sprachrohr des Stadtteils nach außen dient die Stadtteilrunde. In Eberstadt-
Süd sind die AG Kinder und Jugend, die sich aus Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen und dem 
Jugendmigrationsdienst zusammensetzt und die Stadtviertelrunde, dem Pendant zur Stadtteilrunde in 
Kranichstein, die wichtigsten Arbeitsgruppen. 
Eberstadt-Süd
Moderation unterschiedlicher Arbeitsgruppen im Stadtteil
Eine der wesentlichen Aktivitäten der Stadtteilwerkstatt ist die Begleitung und Moderation von Bewohner-
arbeitsgruppen, in denen zugewanderte und einheimische Bewohnerinnen und Bewohner aus dem 
Stadtteil sich gemeinsam sowohl für die Gestaltung des sozialen und kulturellen Lebens als auch für die 
Verbesserung der Wohn und Lebenssituation engagieren.
Ziel der AG Soziale Nachbarschaft ist es, das nachbarschaftliche Zusammenleben im Stadtteil zu ver-
bessern. Dadurch soll auch die positive Identifikation der BewohnerInnen mit dem Stadtteil gefördert 
werden.
Im Jahr 2002 trat die AG Stadtteilfest das erste Mal zusammen. Seit dem bereitet sie regelmäßig jedes 
zweite Jahr das Stadtteilfest vor. Dabei werden die Mitglieder der AG durch VertreterInnen aus Vereinen 
und Institutionen des Quartiers und weitere Kooperationspartner unterstützt. So entsteht ein vielfältiges, 
multikulturelles Festprogramm, das durch vielfältige kulinarische Angebote ergänzt wird. Ein wesent-
liches Ziel der Feste ist es, Berührungsängste abzubauen, Begegnungen und Gespräche zwischen 
BewohnerInnen unterschiedlicher Herkunft zu initiieren und auch die positive Identifikation der Bewoh-
nerInnen mit dem Stadtteil zu fördern.

131
Das wesentliche Anliegen der AG Bauverein besteht in der Lösung von Problemen in den Liegenschaften 
der Bauverein AG, dem größten Wohnungsträger in Eberstadt-Süd. Dazu werden von den MieterInnen 
Mängellisten erstellt und während der Sitzung mit Vertretern des Bauvereins besprochen. Diese versu-
chen, sofern möglich, sich zeitnah um die Lösung der Probleme zu bemühen.
Beispielsweise geht es um Schimmelbefall in Wohnungen, defekte Heizkörper, Lärmbelästigungen, aber 
auch um Mängel im Umfeld der Gebäude.
Der AK Interreligiöses Gespräch wurde im Januar 2007 gegründet. Dieser Arbeitskreis möchte Menschen 
unterschiedlicher Religion und Konfession die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen. Dadurch können 
die TeilnehmerInnen ihre eigenen Erfahrungen und persönlichen Geschichten einbringen und anderen 
ihre eigenen Traditionen und Werte näher bringen. Hierdurch wird ein Beitrag zum Zusammenleben im 
Stadtteil geleistet, Toleranz und Verständnis füreinander gefördert, was eine wichtige Vorraussetzung 
für Integration im weitesten Sinne ist.
Mit Informationsabenden zu Themen wie „Christen in Indien“ und Veranstaltungsreihen wie z. B. „Be-
gegnungen mit dem Islam“ wird allen Interessierten das jeweilige Thema mit seinen vielfältigen Hinter-
gründen anschaulich erklärt und Diskussion und Austausch gefördert.
In enger Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Büro der Stadt Darmstadt trifft sich etwa alle 6 bis 
8 Wochen die AG Interkulturelle Stadtteilarbeit, vorwiegend in der Stadtteilwerkstatt. In dieser AG 
haben sich VertreterInnen verschiedener kultureller Gruppen des Stadtteils zusammengeschlossen. 
Sie setzen sich insbesondere für die Integration und das friedliche Miteinander der BewohnerInnen ein. 
Dies geschieht u. a. mithilfe von Projekten, Festen, Sprachkursen und Informationsveranstaltungen, z. B. 
zum Zuwanderungsgesetz. Die Informationen werden auch in Zusammenarbeit mit fremdsprachlichen 
MultiplikatorInnen und ÜbersetzerInnen in die jeweiligen Migrantencommunities und BewohnerInnen-
gruppen getragen.
Darüber hinaus findet kontinuierlich einmal im Monat das „multikulturelle Kochstudio GARI BALDI“ 
in der Stadtteilwerkstatt statt, das abwechselnd von BewohnerInnen und Migrantenvereinen gestaltet 
wird. Dabei können sich die BewohnerInnen in ungezwungener Atmosphäre begegnen und gemeinsam 
kochen und essen. Einer von mehreren Höhepunkten im Jahr ist das Iftar-Essen, das traditionelle Fas-
tenbrechen im Ramadan.
Weitere Aktivitäten wie die jährliche Müllsammelaktion, die Frühlingswanderung und das Treffen unter 
dem Weihnachtsbaum werden von Aktiven aus verschiedenen AGs vorbereitet.
Erstmals fand am 25.6.2010 der Fachtag „Gemeinsam Wohnen – Einflüsse wohnungswirtschaftlichen 
Handelns auf das Zusammenleben im Quartier“ im Rahmen der Interkulturellen Woche statt. Eine der 
zentralen Fragen des Fachtags war, welchen Einfluss die Wohnungsunternehmen durch ihre Unterneh-
menspolitik auf das Zusammenleben und die Lebensqualität in einem Stadtteil haben. Danach haben 
die Wohnungsunternehmen eine große Verantwortung hinsichtlich der Stadtteilentwicklung.
Die TeilnehmerInnen konnten gemeinsam mit Vertretern von Wohnungsunternehmen in Gießen, Rüssels-
heim und Hattersheim über positive Beispiele aus diesen Gemeinden diskutieren und Merkmale für ein 
gutes Zusammenspiel von BewohnerInnen und Wohnungsgesellschaften bestimmen.
Durch diese Veranstaltungen begegneten sich zum einen die BewohnerInnen des Quartiers und zum 
anderen begegneten sich BewohnerInnen und BesucherInnen, die nicht im Quartier leben.
Ein wichtiger Partner der Stadtteilwerkstatt bei vielen Aktivitäten und Veranstaltungen ist der Nachbar-
schaftsverein Eberstadt-Süd.
Die große Beliebtheit der Veranstaltungen, über die Grenzen von Eberstadt-Süd hinaus, zeigt, dass 
dadurch auf ein weiteres wichtiges Ziel erfolgreich hingearbeitet wurde: das Image des Quartiers zu 
verbessern.
Ergänzende Aktivitäten und Angebote in der Stadtteilwerkstatt
Neben der Förderung der Bewohnerbeteiligung und Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens 
besteht eine weitere wichtige Aufgabe der Stadtteilwerkstatt Eberstadt-Süd darin, zwischen Bewohner-
Innen und anderen Institutionen zu vermitteln, um ihre Bedarfe und Wünsche zu vertreten, beispiels-
weise in Bezug auf die weitere bauliche Gestaltung des Quartiers.

132
Dazu kooperiert die Stadtteilwerkstatt neben der Bauverein AG mit dem Stadtplanungsamt, der Sozial-
verwaltung, dem Architekturbüro Freischlad + Holz und natürlich mit den anderen sozialen Trägern und 
Einrichtungen, die im Quartier tätig sind.
Unterstützt werden die hauptamtlich Tätigen auch durch Ehrenamtliche, die beispielsweise bedarfs-
orientierte Beratungsangebote für die BewohnerInnen anbieten und sie bei der Lösung individueller 
Probleme unterstützen.
Beispielsweise gibt es ein ehrenamtliches Beratungsangebot, das immer montags von 10 – 12 Uhr und 
donnerstags von 16 – 18 Uhr angeboten wird, u. a. auch in russischer Sprache. Es umfasst Hilfen beim 
Ausfüllen von Formularen des Jobcenters und anderer Behörden, Unterstützung bei der Arbeitssuche etc.
Montagnachmittags findet die ebenfalls niedrigschwellige Beratung des Migrationsdienstes der Caritas 
statt. Die Stadtteilwerkstatt stellt zudem Räumlichkeiten gegen ein geringes Entgelt für Migrantenvereine 
und andere Gruppen zur Durchführung selbst organisierter Aktivitäten zur Verfügung.
Kranichstein
Entwicklung der Beteiligung von Migrant/innen in der Stadtteilarbeit in Kranichstein  
in Kooperation mit dem Interkulturellen Büro
Mit dem Start des Programms „Soziale Stadt“ in Kranichstein und der damit einhergehenden Einrich-
tung der Stadtteilwerkstatt im Jahr 2001, begann die Zusammenarbeit zwischen dem Interkulturellen 
Büro und den Trägern des Quartiersmanagements / Stadtteilmanagements der „Sozialen Stadt“. Der 
Arbeitskreis Migrantinnen und Migranten in Kranichstein (AK MiKra) wurde die zentrale Bewohnerarbeits-
gruppe zur Förderung der Beteiligung von Migranten/innen im Rahmen der Umsetzung des Bund-Länder-
Programms „Soziale Stadt“. Fortan erfolgte eine gemeinsame Leitung des AKs durch das Interkulturelle 
Büro und die Stadtteilwerkstatt.
Aus dem Arbeitskreis wurden Vertreterinnen und Vertreter in die neu gebildeten Arbeitsgremien der 
„Sozialen Stadt“ entsandt. Ebenso wurden Vertreterinnen und Vertreter für die Teilnahme an der Stadt-
teilrunde ausgewählt. 
Die Themen, die den AK MiKra intern beschäftigen, sind vielfältig. Es werden Informationsveranstaltun-
gen zu Integrationskursen und zum Zuwanderungsgesetz durchgeführt, wie auch zum deutschen Erzie-
hungs- und Bildungssystem, es werden Gespräche mit Ordnungsamt und Polizei veranstaltet oder es 
wird über die Verbesserung von Freizeit- und Bildungsangeboten im Stadtteil diskutiert. Internationale 
Kochkurse und PC-Kurse werden z. B. auch aus dem Arbeitskreis heraus organisiert.
Über den AK MiKra wird seit 2000 gleichfalls mit organisatorischer Unterstützung der Stadtteilwerk-
statt und des Interkulturellen Büros die Teilnahme der Mitgrantenorganisatonen am jährlichen Stadt-
teilfest ‚Bunte Wiese’ gewährleistet.
Ein wichtiges Anliegen aus dem AK MiKra, das Anfang 2002 realisiert werden konnte, ist die Bereit-
stellung von zusätzlichen Räumen für selbst organisierte Gruppenaktivitäten im Stadtteil (z. B. mutter-
sprachlicher Unterricht, Hausaufgabenhilfe, Frauentreffs). Prinzipiell wird im Rahmen des Programms 
für solche Projekte eine Selbstverwaltung durch die Nutzenden angestrebt. Es hat sich jedoch immer 
mehr herausgestellt, dass die finanzielle Ausstattung der Gruppen für den Übergang in eine selbständige 
Finanzierung der Räume problematisch ist. Zur Sicherung des Angebotes muss die Hauptfinanzierung 
durch die Stadt oder einen Träger gewährleistet sein.
Beginnend mit der Preisverleihung des Ludwig-Metzger-Preises für bürgerschaftliches Engagement durch 
die Stadtsparkasse Darmstadt im Herbst 2005 für die beiden Bewohnerarbeitsgruppen der „Sozialen 
Stadt“, AK MiKra und AG Kommunikation, hat sich eine Zusammenarbeit der Gruppen etabliert. Ging es 
zunächst darum, gemeinsam zu planen wie die Preisgelder eingesetzt werden können, ist es inzwischen 
ein wichtiges Anliegen der beiden Gruppen geworden, die Begegnung und den Austausch zwischen Ein-
heimischen und Zuwanderern/innen in Kranichstein zu verbessern.
Die Organisation gemeinsamer Kulturabende zur Vorstellung unterschiedlicher in Kranichstein lebender 
Nationalitäten machte den Anfang. Darüber hinaus wurde gemeinsam vom Interkulturellen Büro und 
von der Stadtteilwerkstatt eine Fortbildungsreihe organisiert, die den Rahmen bildete um über theo-
retische Wissensvermittlung und praktische Übungen zu Themen, wie Zuwanderung, Migration, inter-

133
kulturelle Kompetenz und Kommunikation, in einer positiven Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu 
kommen. Diese Veranstaltungsreihe, die sehr erfolgreich war, hat verdeutlicht, dass sowohl die Vermitt-
lung von Hintergrundwissen über Zuwanderung und Migrationsthemen bei den Einheimischen als auch 
der Austausch über Erwartungen und Wünsche von Einheimischen und Zuwanderern Barrieren und 
Vorurteile abbauen können.
Unterstützung und Förderung von Eigeninitiative und Selbstorganisation bei Zuwanderern  
durch die Stadtteilarbeit
Mit unterschiedlichen Arbeitsansätzen, die hier nur beispielhaft dargestellt werden, fördert und unter-
stützt die Stadtteilwerkstatt Kranichstein, außerhalb der Arbeit mit den AGs, die Entwicklung von Eigen-
initiative und Selbstorganisation bei Einzelpersonen und Gruppen. 
In diesem Arbeitsbereich erfolgt auch eine Vernetzung mit den, durch das Interkulturelle Büro ausge-
bildeten, Integrationsassistentinnen und -assistenten und Integrationspartnerinnen und -partnern. So 
werden über die Stadtteilwerkstatt Zuwanderer für Partnerschaften vermittelt und Integrationsassisten-
tinnen in der Projekt- und Beratungsarbeit mit eingesetzt.
Das monatliche internationale Frauenfrühstück bildet ein niedrigschwelliges Angebot für Frauen, ver-
bunden mit Beratung und Information zu unterschiedlichen Themen. So wurden z. B. gemeinsame Ver-
anstaltungen mit dem Frauenbüro, der Verbraucherzentrale, dem Frauengesundheitszentrum und dem 
Verein Weiterleben e.V. organisiert. Themen wie Frauenrechte im Islam wurden referiert und diskutiert 
oder das Wirtschaften mit geringem Einkommen. Der Kontakt zu Institutionen und Einrichtungen, der 
auf diese Weise hergestellt wird, nimmt den Frauen die Hemmung, diese Angebote selbständig aufzu-
suchen und dort um Hilfe und Beratung anzufragen.
Dem von den Frauen geäußerten Bedarf, gezielt im thematischen Gespräch die deutsche Sprache 
einzuüben, wurde durch die Einrichtung des Internationalen Frauentreffs entsprochen. In den wöchent-
lichen Treffs, geleitet von einer Integrationsassistentin, steht die Verbesserung der Sprachkompetenz 
im Vordergrund, anhand der Vermittlung von Alltagswissen sowie Informationen zu Erziehungs- und 
Bildungssystem, Gesundheitssystem etc. Die Themen werden von den Frauen selbst bestimmt. Ziel 
ist es auch, Frauen, die noch nicht an Integrationskursen teilgenommen haben, in solche Angebote zu 
vermitteln.
Neben Angeboten, die individuell unterstützend ausgerichtet sind, begegnet die Stadtteilwerkstatt ge-
zielt dem Bedarf von Vereinen oder Gruppen sich selbst zu organisieren und zu profilieren. Unterstüt-
zung wird z. B. geleistet, bei der Erarbeitung von Konzepten, der Formulierung von Vereinssatzungen, 
der Beantragung von Finanzmitteln und der Organisation eigener Angebote. 
Über diese Formen der Unterstützung entsteht eine Basis für die weitere Zusammenarbeit mit den 
Selbstorganisationen der Zuwanderer, die sich positiv auf die Stadtteilarbeit auswirkt. Es entwickeln 
sich Zugangsmöglichkeiten zu einzelnen Communities. Der Kontakt eröffnet die Möglichkeit, gezielt 
Multiplikator/innen aus Gruppen / Vereinen zu Themen und Problemfeldern zu schulen, die dann von 
diesen wieder in ihre Communities zurückgetragen werden.
In die andere Richtung bietet sich die Option, dass gezielt Informationen gesammelt und an Fachkräfte  
zurückgemeldet werden. Beispielhaft sollen hier genannt sein Projekte der Elternbildung und eine Be-
darfserhebung zur Situation älterer Migrantinnen und Migranten, die von der AG Senioren initiiert wurde. 
In den Projekten der Elternbildung werden Multiplikatorinnen, darunter Integrationsassistentinnen und 
-assistenten und Gesundheitslotsinnen und -lotsen, geschult, um anschließend ihre Kenntnisse gezielt 
an Eltern ihrer Communities vermitteln zu können. Im Zuge der Erhebung erfolgte eine Befragung 
älterer Migranten/innen in Kranichstein durch Multiplikatoren und Integrationsassistentinnen, zur Er-
mittlung der Bedarfe zur Versorgung älterer Menschen unterschiedlicher Herkunft. Im Rahmen dieses 
Projektes entwickelte sich eine Kooperation mit der städtischen Seniorenberatung und der Hochschule 
Darmstadt.
Mit dem Projekt „Internationale Gärten Kranichstein“, gefördert aus den Programmen „Soziale Stadt“ 
und „Lokales Kapital für Soziale Zwecke“, wird gezielt der Aufbau eines gemischt kulturellen Vereins 
unterstützt. Eine Initiative einheimischer Frauen hat dieses Projekt gestartet. Doch inzwischen ist aus

134
der Initiative ein Verein mit 30 Mitgliedern (Einzelpersonen und Familien) aus 10 Nationen geworden, 
dem ein Vorstand von Menschen afghanischer, kurdischer, palästinensischer und ukrainischer Herkunft 
neben einer einheimischen Vorsitzenden vorsteht. Die Herausforderung für dieses Projekt besteht darin, 
dass sich Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Mentalitäten zusammenfinden und sich gemein-
sam für das Projekt „Internationale Gärten“, für seinen Aufbau und für die Sicherung seines Bestandes 
engagieren. Im Sinne der Ausbildung eines positiven Stadtteillebens ist es für Einheimische und Mig-
ranten/innen eine gute Gelegenheit, zueinander Kontakte und Beziehungen aufzubauen.
BIFI – BürgerInnen fördern Integration
Das gemeinweisenorientierte Integrationsprojekt der Stadtteilwerkstatt Kranichstein, gefördert durch 
das Innenministerium, Amt für Migration und Flüchtlinge, wurde 2009 durch das Diakonische Werk 
beantragt und hat eine 2 ½-jährige Laufzeit bis März 2012. Grund der Antragstellung war der verstärkt 
von eingewanderten Menschen an die Stadtteilwerkstatt herangetragene Wunsch, nach Kontakt zu ein-
heimischen Menschen und außerdem der ermittelte Bedarf zusätzlicher Unterstützung für Vereine und 
Gruppen zur Profilierung und Professionalisierung ihrer Arbeit.
Das Integrationsprojekt „BIFI_BürgerInnen fördern Integration – Einheimische und Migranten engagie-
ren sich für Integration im Stadtteil“ unterstützt das gemeinsame, bürgerschaftliche Engagement von 
einheimischen und zugewanderten Menschen im Stadtteil. „Eigentlich ist es mir egal was wir machen. 
Hauptsache ist, dass ich etwas erlebe und nicht mehr allein bin“, so eine 66-jährige Teilnehmerin. 
Durch Integrationspartnerschaften kommen die BürgerInnen untereinander in Kontakt und unterstützen 
sich gegenseitig. „Ob man was macht, gemeinsam in der Freizeit oder in einem Sprachtandem, deutsch 
lernen kann man überall.“ (Teilnehmer, 45 Jahre). 
Neben den Integrationspartnerschaften gibt es regelmäßige gemeinsame Aktivitäten, wie ein Picknick, 
einen botanischen Rundgang durch den Stadtteil, gemeinsames Kochen usw. Ebenso werden viertel-
jährliche Impulsveranstaltungen angeboten, die Themen wie Kultur, Glaube und Globalisierung zum 
Gegenstand haben.
Außerdem stärkt das Projekt die Selbsthilfepotentiale der bestehenden Migrantenselbstorganisationen, 
so zum Beispiel bei der Professionalisierung der Vereinsarbeit oder beim Anwerben von neuen Ehren-
amtlichen. Die Besonderheit des Projektes ist der konsequent durchdachte Ansatz der Gemeinwesen-
orientierung und einer gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Alle 
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Experten ihrer eigenen Lebensrealität im Stadtteil und somit 
gleichberechtigt im Projekt.
Zielgruppen sind einheimische und zugewanderte Menschen aus Kranichstein, Migrantenvereine/-selb-
storganisationen und Selbsthilfegruppen. Im Besonderen geht es um die Stärkung des gemeinsamen 
Engagements von einheimischen und zugewanderten Menschen aus dem Stadtteil Kranichstein sowie 
von Migrantenselbstorganisationen. Erreicht werden soll über das Projekt:
•	 Die	Aktivierung	von	einheimischen	und	zugewanderten	BürgerInnen	zur	Bildung	von	Integrations-  
 partnerschaften. 
•	 Die	Stärkung	des	ehrenamtlichen	Engagements	durch	gemeinsame	Aktivitäten. 	
•	 Die	Förderung	der	Teilnahme	von	zugewanderten	Menschen	an	der	Gremienarbeit	im	Stadtteil.
•	 Die	Vermittlung	von	Kompetenzen	und	Know-how	zur	Professionalisierung	der	Arbeit	von	Migranten-  
 selbstorganisationen und Gruppen.
•	 Die	Förderung	und	Unterstützung	der	Übernahme	von	Themen	der	Stadtteilarbeit	in	die	Arbeit 	 
 von Migrantenselbstorganisationen.
•	 Die	Förderung	der	Teilnahme	von	Migrantenselbstorganisationen	an	der	Gremienarbeit	im	Stadtteil.
Durch die Verortung des Projektes unmittelbar im Stadtteil gibt es kooperative Beziehungen zu ver-
schiedensten Stadtteileinrichtungen (Jugendmigrationsdienst (JMD), Migrationsberatung für Erwachsene 
(MBE), Kindertagesstätten, Schulen, Wohnprojekte, Jugendtreffs, Arbeitskreise und Arbeitsgruppen). 
Des Weiteren zum Interkulturellen Büro und der Freiwilligen-Agentur der Stadt Darmstadt, der Evan-
gelischen Fachhochschule Darmstadt, den Integrations- und Deutschkursträgern sowie zu Trägern der 
Behindertenhilfe.

135
Perspektiven für die Stadtteilarbeit mit Migranten in den Stadtteilen der „Sozialen Stadt“
Die Stadtteilwerkstätten Eberstadt-Süd und Kranichstein sind vom Ansatz des Programms „Soziale 
Stadt“ ausgehend nicht als dauerhafte Einrichtungen gedacht, denn das Programm sieht den Aufbau 
von selbsttragenden und nachhaltigen Strukturen der Beteiligung und des Engagements von Bewohne-
rinnen und Bewohnern vor, die nach Programmende die Prozesse der Stadtteilentwicklung weiterhin 
aktiv mitgestalten. Diese Ziele bestehen auch hinsichtlich der Beteiligung und des Engagements von 
Migrantinnen und Migranten. Unabhängig davon, dass diese Forderung auch bezüglich der Beteiligung 
von einheimischen Menschen sehr idealistisch ist, ergeben sich für die Arbeit mit Zuwanderern zusätz-
liche Probleme und Schwierigkeiten, die die Umsetzung dieser Ziele im gegebenen Zeitraum unrealis-
tisch erscheinen lassen.
An erster Stelle steht die mangelnde sprachliche Kompetenz vieler Migrantinnen und Migranten, darüber 
hinaus ist das vorhandene Interesse an den Prozessen der Stadtteilentwicklung respektive der eigenen 
Lebensumstände häufig begrenzt. Auch der jeweilige kulturelle Bildungshintergrund spielt eine Rolle. 
Sind die bisher genannten eher individuelle Aspekte, die den Zugang zu Personen ebenso wie deren 
Motivierung zur Teilnahme erschweren können, so sind für die Stadtteilarbeit auch eventuell bestehende 
Konflikte innerhalb von Migrantencommunities oder zwischen verschiedenen Zuwandergruppen herr-
schende Konkurrenzen und Ressentiments von Bedeutung. Auch bestehen Unterschiede zwischen den 
Zielen der Stadtteilarbeit und den Gruppeninteressen von Migrantenorganisationen, bei denen das En-
gagement für den Stadtteil durchaus in den Hintergrund treten kann.
Grundsätzlich kann hier festgestellt werden, dass über den gemeinwesenorientierten Arbeitsansatz der  
Stadtteilwerkstätten die Beteiligung und Einbindung von Migranten/innen und Migrantenorganisationen  
in die Stadtteilarbeit gelingt, und dass während der Laufzeit des Programms „Soziale Stadt“ in den 
Stadtteilen Eberstadt-Süd und Kranichstein Strukturen aufgebaut und etabliert wurden. In beiden Stadt-
teilen bleibt jedoch aufgrund der Zusammensetzung der Bevölkerung und ihrer Lebenssituation die 
Aufgabe der sozialen und kulturellen Integration weiterhin bestehen. 
Jüngst wurde von der Gemeinwesenarbeit in Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Sozialdezernat 
eine Rahmenkonzeption für Gemeinwesenarbeit entwickelt, die für die Sicherung und den Ausbau der 
Gemeinwesenarbeit in Darmstadt plädiert. Hier wird die Gemeinwesenarbeit als Teil einer gesamtstädti-
schen Strategie gegen Armut und soziale Ausgrenzung verstanden, die die Teilhabe aller Menschen, 
auch der Zuwanderer, an der Entwicklung ihres Lebensumfeldes sichern soll. Diese Konzeption ist vom 
Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Februar 2011 beschlossen worden. Die Zukunft und 
Notwendigkeit der Sicherung des Bestands der Stadtteilwerkstätten ist damit in den Fokus gerückt und 
wird anerkannt.
 
AG Senioren
Projekt „Ältere Migranten in Kranichstein“
Heribert Varelmann / Susanne Neumeyer-Seekatz / Jeannette Dorff
Entstehung der „AG Senioren“
Die Situation älterer Menschen war immer wieder Thema in den Sitzungen der Kranichsteiner Stadtteil-
runde, dem örtlichen Gremium, in dem sich Bewohnerinnen und Bewohner, Hauptamtliche aus sozialen 
und pädagogischen Institutionen, Akteure aus Initiativen und Vereinen sowie die in Kranichstein leben-
den Politiker und Parteienvertreter mit dem Stadtteil auseinandersetzen.
Im Herbst 2003 stand das Thema „Die Situation der Senioren in Kranichstein“ im Mittelpunkt des 
 Treffens der Stadtteilrunde. Dabei entstand der Wunsch, sich dieser Thematik mit der Gründung einer  
eigenen AG Senioren intensiver zu widmen. Ziel war es in erster Linie, die Arbeit der bestehenden 
Institutionen im Seniorenbereich besser zu vernetzen und stärker zusammenzuarbeiten. So bildeten 
der Seniorenkreis im Ökumenischen Gemeindezentrum, der städtische Seniorentreff und der Wohnpark

136
Kranichstein zusammen mit dem städtischen Sozialdienst und der städtischen Beratungsstelle für Se-
nioren (BuS) ursprünglich die AG Senioren. Relativ schnell erweiterte sich die Gruppe um weitere an der 
Seniorenarbeit interessierte, ehrenamtlich tätige Personen.
Das Projekt „Ältere Migranten in Kranichstein“
Der Wunsch, mehr über die älteren Migranten und deren Lebenssituation zu erfahren, veranlasste die 
AG im Jahr 2007, das Gespräch mit dem damaligen Leiter des Interkulturellen Büros zu suchen. 
Nach dem Gespräch entstand in der AG die Idee, Mittel aus dem Programm „Lokales Kapital für soziale 
Zwecke“ zu beantragen, um gemeinsam mit den im Stadtteil aktiven Integrationsassistentinnen und 
Multiplikatorinnen eine Befragung älterer Migrantinnen und Migranten in Kranichstein durchzuführen 
und darüber Näheres über deren Lebenssituation und deren Bedürfnisse in Erfahrung zu bringen. 
Vorgehensweise
Da die AG Senioren über wenig eigene Kontakte zu den in Kranichstein ansässigen älteren Zuwanderern 
verfügte, jedoch die Umfrage möglichst niedrigschwellig gestalten wollte, war die Zusammenarbeit mit 
den Integrationsassistentinnen und Multiplikatorinnen aus den verschiedenen in Kranichstein lebenden 
Nationen wichtig, die bei Bedarf die Befragung in der jeweiligen Muttersprache durchführen konnten.
Bei der Entscheidung, welcher Sprachgruppe die Interviewerinnen angehören sollten und wie viele Per-
sonen befragt werden müssten, wurde die tatsächliche Verteilung der in Kranichstein lebenden älteren 
Migrantinnen und Migranten (mit nichtdeutschem Pass) nach Herkunftsländern zugrunde gelegt. Eine 
Anfrage beim Amt für Statistik gab der Projektgruppe einen Überblick über die potenziell zu befragen-
den Personen (60 Jahre und älter). Die Zahl lag zum Stichtag der Abfrage (31.12.2008) bei insgesamt 
188 Personen. In dieser Gruppe wurden alle Personen der Nationalitäten (Türkei, Ukraine, Italien, 
Marokko, Afghanistan) erfasst, von denen in Kranichstein mindesten 10 Personen ab 60 Jahre und älter 
lebten. Darüber hinaus wurden Personen aus der Gruppe der pakistanischen Einwanderer mit einbezo-
gen, da sie in großer Zahl in Kranichstein lebten. Dabei war sich die Gruppe bewusst, dass durch die 
amtliche Unterscheidung in Deutsche und Ausländer, die nur Migrantinnen und Migranten mit ausländi-
schem Pass statistisch erfasste, die nach eigenem Empfinden große Gruppe der Russlanddeutschen  
und Spätaussiedler sowie der Zuwanderer aus der Türkei nicht entsprechend ihrer tatsächlichen Häufig-
keit erfasst wurden. Entsprechend wurde die Gruppe der befragten Personen aus den ehemaligen 
GUS-Staaten und der Türkei erweitert. Außerdem nahm die Gruppe die hohe Zahl der marokkanischen 
Menschen nur als Indikator für die Gruppe der älteren Menschen aus dem arabischsprachigen Raum 
insgesamt. 
Man legte sich auf eine Befragung von 65 Haushalten fest, die sich wie folgt auf die verschiedenen 
 Nationalitäten aufteilte:
Verteilung der befragten Haushalte nach Herkunftsland / Region
Türkei 18
Länder der ehemaligen Sowjetunion 17
Italien 5
Arabische Länder  
(Marokko, Jordanien, Tunesien, Palästina)
13
Afghanistan 7
Pakistan 5
Befragte insgesamt 65

137
Umsetzung und Ziele
Durch die Befragung sollten Antworten auf unterschiedliche Fragestellungen gefunden werden. Vor allem 
wollte man mehr über die Situation und die Lebensbedingungen von älteren Migrantinnen und Migranten 
in Kranichstein erfahren und herausfinden, ob diese Gruppe besonderer Hilfe und Unterstützung bedürfe.  
Ganz besonders bewegte die Projektgruppe die Frage, ob es möglich sei, dass Seniorenangebote ge-
meinsam von älteren Migrantinnen und Migranten mit einheimischen Seniorinnen und Senioren in 
Anspruch genommen werden könnten und was man dazu beitragen könne. 
Ergebnisse
Die Auswertung der Ergebnisse der Befragung beschreibt aus Sicht der AG Senioren ein vorwiegend po-
sitives Bild der Lebenssituation der älteren eingewanderten Menschen in Kranichstein, die mehrheitlich 
bestätigten, dass es sich in Kranichstein gut leben lasse. Festgestellt wurden das Vorhandensein fami-
liärer Bezüge und sozialer Netze bei der Mehrheit der Befragten. Sie halfen den älteren zugewanderten 
Menschen die alltäglichen Anforderungen zu meistern. Es war aber ein Interesse an weiteren sozialen 
Kontakten über die eigene Sprachgruppe hinaus vorhanden, was sich auch in dem Wunsch nach mehr 
Angeboten interkultureller Begegnung und gemeinsamer Freizeitaktivitäten ausdrückte. 
Deutlich wurde auch, dass sich nur die Hälfte der interviewten Haushalte mit dem Thema „Älter werden 
in Deutschland“ aktiv befasst hat, obgleich die meisten ihren Lebensabend hauptsächlich in Deutsch-
land verbringen werden. Generell lag ein hoher Informationsbedarf bei den Migrantinnen und Migranten 
bezüglich der Angebote für ältere Menschen sowohl im Stadtteil als auch im Allgemeinen zum System 
der Hilfen und Dienste für Seniorinnen und Senioren vor. Das Informationsdefizit war bei den Menschen 
aus den arabischsprachigen Ländern und bei den Menschen aus Afghanistan und Pakistan höher als 
bei den anderen Interviewpartnern. Es bestand jedoch auch bei den Menschen aus der Türkei und den 
ehemaligen GUS-Staaten ein Bedarf an Information. 
Der Wunsch, sich weiter zu informieren, wurde von über der Hälfte der befragten Haushalte ausgespro-
chen; etwas über 50 % gaben auch an, dass sie interessiert seien, auch von Seiten der AG Senioren 
wieder angesprochen zu werden. 
Fazit
Zur positiven Gestaltung des Lebens- und Wohnumfeldes auf Stadtteilebene lässt sich aus den Ergeb-
nissen Handlungsbedarf im soziokulturellen Bereich sowie im Wohn- und Wohnumfeld herleiten. 
Erforderlich sind: 
•	 Information	der	eingewanderten	Menschen	über	die	Angebote	für	Seniorinnen	und	Senioren	im 	 
 Stadtteil und über das System von Hilfen und Diensten für ältere Menschen im Allgemeinen; 
•	 Ausbau	der	Kontakt-	und	Begegnungsmöglichkeiten	älterer	Menschen	im	Stadtteil	sowohl	herkunfts-  
 bezogen als auch kulturübergreifend; 
•	 Organisation	von	gemeinsamen	Freizeitaktivitäten	für	eingewanderte	und	einheimische	Seniorinnen 	 
 und Senioren; 
•	 Bereitstellung	von	ausreichend	großem	Wohnraum,	der	generationen-übergreifendes	Wohnen 	 
 und die Möglichkeit der häuslichen Betreuung und Pflege älterer Menschen ermöglicht.
•	 Angebot	an	barrierefreien	/	seniorengerechten	Wohnungen	im	Stadtteil,	damit	ein	möglichst 	 
 langfristiger Verbleib in der eigenen Wohnung realisierbar wird. 
Die AG Senioren sieht ihre Handlungsmöglichkeiten vorrangig auf dem Gebiet der Organisation von 
Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten sowie in der Verbesserung der Information der eingewanderten  
Menschen, immer in Kooperation und Zusammenarbeit mit Multiplikatorinnen/Multiplikatoren der 
Herkunftsländer sowie den Akteuren der Seniorenarbeit im Stadtteil. Darüber hinaus kann sie die Rolle 
eines Informationsträgers über die ermittelten Bedarfe an die jeweiligen zuständigen Akteure (z. B. 
Wohnungsgesellschaften) übernehmen. Als AG der Stadtteilrunde Kranichstein übernimmt sie auch die 
Aufgabe, dieses Gremium über die Erkenntnisse aus der Befragung zu informieren und mit den Teilneh-
mer/innen der Stadtteilrunde Ziele und Interessen für die Gruppe der älteren Migrantinnen und Migran-
ten im Stadtteil zu formulieren und an Politik und Verwaltung heranzutragen.

138
V.  Standpunkte und Empfehlungen  
     von Expertinnen und Experten 
Wie in Kapitel II „Strategien kommunaler Integrationssteuerung“ dargestellt kann kommunale Integra-
tion nur gelingen, wenn alle in der Migrationsarbeit aktiven Menschen sowie Migrantinnen und Migran-
ten in die Gestaltung des Einwanderungsprozesses aktiv mit einbezogen werden. Den Stellungnahmen 
und Empfehlungen dieser Expertinnen und Experten wird daher ein eigenes Kapitel gewidmet. Sie 
haben einen bedeutenden Einfluss auf die Ausrichtung der Integrationspolitik der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt. 
In diesem Kapitel, das gemeinsam mit den vorhergehenden als Grundlage für die nachfolgenden Über  - 
legungen zur strategischen Weiterentwicklung kommunaler Integrationspolitik dient, werden die Hand-
lungsempfehlungen des Integrationsforums, die Stellungnahme von Migranteneltern zur Bildungs-
situation von Migrantenkindern sowie die Stellungnahme und Empfehlungen des Ausländerbeirates 
 wiedergegeben. Und es werden auch die Schlussfolgerungen aus der Bestandsaufnahme über die aktu-
elle Situation der Verwaltung hinsichtlich ihrer interkulturellen Öffnung vorgestellt (s. Kap. III.1.).
1. Handlungsempfehlungen des Integrationsforums 
Entsprechend einem Magistratsbeschluss wurde im Mai 2009 das Darmstädter Integrationsforum ein-
gerichtet (vgl. Kap. II.3.). Das Integrationsforum als ein Instrument der kommunalen Integrationssteue-
rung hat – entsprechend seiner Aufgabenstellung – Vorschläge für Schwerpunkte der kommunalen 
Integrationspolitik ausgearbeitet und Handlungsempfehlungen für die Stadt vorbereitet. 
50 Vertreterinnen und Vertreter der kooperierenden Institutionen sowie der Netzwerke AK Migration 
und Soziales, AK Migration und Gesundheit, AG MigrantInnen in Kranichstein, AG Interkulturelle Stadt-
teilarbeit in Eberstadt-Süd, AK Weltoffenes Darmstadt, Vertreterinnen und Vertreter aus Migranten-
selbstorganisationen (MSOs) sowie Führungskräfte aus der Verwaltung haben die Integrationsmaßnah-
men in Darmstadt bewertet und für die nächsten Jahre Handlungsempfehlungen für die kommunale 
Integrationspolitik in den o. g. Handlungsfeldern entwickelt. 
Im Folgenden werden die Handlungsempfehlungen des Integrationsforums für die Bereiche Bildung, 
Soziales, Gesundheit, Partizipation und Antirassismus dargestellt.
 
Bildung
Die Teilnehmenden des Integrationsforums gaben auf der Grundlage des Migrationsberichts zum Thema 
„Bildung“ folgende Handlungsempfehlungen an die Stadt ab: Um die Bildungsbenachteiligung von Kin-
dern mit Migrationshintergrund zu verringern, wird die Stärkung der Eltern durch Elternbildungsange-
bote, außerschulische Angebote für Kinder, die interkulturelle Öffnung der Schulen sowie (an das Land 
gerichtet) die Veränderung der Lehrpläne und der Schulstruktur sowie die Weiterbildung der Lehrkräfte 
empfohlen. 
Die Elternbildungsangebote sollten Informationsvermittlung für und Qualifizierung von Eltern beinhalten. 
In beiden Punkten sollte ein besonderer Fokus auf Mütter gerichtet werden.
Inhaltlich sollten Eltern umfassend über folgende Themen informiert werden: pädagogische Konzepte  
in Schulen und das Schulsystem, gegenseitige Erwartungen von Schule und Eltern, Angebote für Kinder  
und wichtige schulische Informationen. Die Informationsvermittlung sollte durch mehrsprachiges

139
schriftliches Informationsmaterial, mehrsprachige Informationsveranstaltungen, durch den Einsatz in-
terkultureller Vermittlungskräfte sowie in enger Kooperation mit den Schulen und auch in den Schulen 
selbst realisiert werden.
Zu den Qualifizierungsmaßnahmen für Eltern gehören ebenso Bildungsangebote wie Sprachkurse und 
Eltern-Kind-Angebote, aber auch die Qualifizierung von engagierten Eltern, damit diese Elternarbeit 
anbieten können. Auch die Ressourcen der Eltern wie brachliegende berufliche Qualifikationen sollten 
dabei gezielt eingesetzt werden.
Als wichtige Voraussetzung für eine gelingende Elternarbeit wird die interkulturelle Öffnung der Schulen  
angesehen. Diese sollten Strukturen und Angebote für intensive Elternbildungsarbeit schaffen, eine 
stärkere Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern und Eltern ermöglichen, 
sich stärker zum sozialen Umfeld öffnen und die Mehrsprachigkeit der Kinder unterstützen. 
Für Kinder sollten mehr außerschulische Angebote geschaffen werden, darunter Angebote für frühe 
Sprachförderung, wie z. B. Deutsch für den Schulstart, Ferienkurse (z. B. Sommercamps) sowie Haus-
aufgabenhilfe und gezielter Nachhilfeunterricht. Hierbei ist darauf zu achten, dass diese Angebote nach 
klar definierten Qualitätskriterien durchgeführt werden. Daneben sollte eine kontinuierliche Schullauf-
bahnberatung angeboten werden. Die Arbeit mit Kindern sollte sich durch Ressourcenorientierung statt 
Defizitfixierung auszeichnen und die Ressourcen durch Persönlichkeitsbildung, Kompetenztrainings, 
kulturelle Praxis und selbstbestimmtes Lernen fördern.  
Im Bereich der Erwachsenenbildung wird die berufliche (Weiter-)Qualifizierung von Migrantinnen 
(Sprachkurse, Weiterbildungsmodule, Ausbildung) sowie die Weiterqualifizierung von Multiplikatorinnen  
empfohlen; diese sollten an den bereits bestehenden Kenntnissen / Fähigkeiten der Erwachsenen 
 anknüpfen. 
Auch wenn der Teilbericht Bildung des Migrationsberichtes auf den schulischen Bereich fokussiert, so 
wurde dennoch dringender Handlungsbedarf bei der Zielgruppe der Jugendlichen mit Migrationshinter-
grund im Bereich des Übergangs Schule – Beruf festgestellt. Eine stärkere Berücksichtigung von Jugend-
lichen mit Migrationshintergrund durch städtische und freie Träger der Jugendberufshilfe wird als not  - 
wendig erachtet ebenso wie die Verbesserung der Ausbildungssituation der Jugendlichen. Die Stadt 
sollte die Zahl der auszubildenden Jugendlichen mit Migrationshintergrund erhöhen. 
Handlungsempfehlungen an das Land 
Die Stadt sollte weiter darauf hinwirken, dass das Land die entsprechenden Rahmenbedingungen für 
Schulen schafft. Dazu gehört inhaltlich: 
•	 in den Regelunterricht integrierte und im Schulprogramm verankerte Sprachförderkonzepte an allen  
 Schulen und auf jeder Klassenstufe zu etablieren; 
•	 die	Erweiterung	der	Sprachangebote	sowie
•	 die	Anerkennung	des	Unterrichts	in	der	Herkunftssprache	durch	Benotung. 	
Als überaus wichtig wird die Verankerung des Themas „Interkulturelle Kompetenz“ in der Aus- und 
Weiterbildung der Lehrkräfte angesehen (Inhalte u. a. Elternarbeit, Aggressionsabbau, Ressourcenorien-
tierung, Umgang mit Vielfalt, Antidiskriminierung, Motivation von Kindern in schwierigen Situationen).
Strukturell sind folgende Veränderungen durchzuführen: 
•	 Einrichtung	kleinerer	Schulklassen; 	
•	 Einrichtung	rhythmisierter	Ganztagsschule	und	Wiederaufnahme	des	Projekts	„familienfreundliche 	 
 Schule“;
•	 Erhöhung	der	Zahl	der	Lehrkräfte	(auch	Deutschlehrer	und	-lehrerinnen)	und	der	Schulsozialarbeite-  
 rinnen und -arbeiter allgemein und insbesondere solcher mit Migrationshintergrund. 
Es wird darüber hinaus empfohlen, das Staatliche Schulamt stärker in die Qualitätssicherung von  
Hausaufgaben- und Nachhilfe einzubinden.

140
Soziales und Gesundheit
Im Rahmen der Durchführung der Integrationskurse ist die Einrichtung von zusätzlichen Kinderbetreu-
ungsplätzen für die Kinder der Teilnehmerinnen von Integrationskursen nötig. Die Unterstützung der 
Kursträger bei der Organisation von Frauenintegrationskursen (Räume, Krippenplätze etc.) durch städ-
tische Ämter wird empfohlen. 
Die Teilnehmenden des Integrationsforums sprechen sich für die Verstetigung und feste Implementie-
rung der im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ eingerichteten Stadtteilwerkstätten zur Gewährleis-
tung der andauernden Beteiligung von Migrantinnen und Migranten an der Stadtteilarbeit aus.
Die Teilnehmenden des Integrationsforums weisen darauf hin, dass ein intensiver Ausbau der frühen 
Sprachfördermaßnahmen in Kindertagesstätten erfolgen sollte. Die Stärkung der Partizipation von 
Migranteneltern in der Gremienarbeit (z. B. Elternvertretung) sollte gefördert werden. In diesem Zusam-
menhang ist u. a. auch die verstärkte Initiierung von Projekten für Eltern mit Migrationshintergrund not-
wendig. Elternarbeit mit Eltern mit Migrationshintergrund sollte u. a. durch Erziehungskompetenzkurse 
und Erziehungsaufklärung (z. B. über die pädagogischen Konzepte in Kindertagesstätten sowie über 
das deutsche Schulsystem durch den Einsatz von Integrationsassistentinnen und -assistenten) inten-
siviert werden.
Im Bereich der Jugendhilfe schlagen die Teilnehmenden des Integrationsforums vor, die präventive 
Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu intensivieren. Zusätzlich wird vorgeschlagen, 
 Präventionsprojekte (z. B. „Faustlos“) auf alle Grundschulen und Kindertagesstätten auszuweiten.
Die Verbesserung der sozialen und psychosozialen Versorgung für Migrantinnen und Migranten durch 
die zusätzliche Einrichtung von Beratungsangeboten wird als dringend erforderlich angesehen. In diesem 
Bereich werden Lücken insbesondere bei (psycho-)sozialen Beratungsangeboten und psychotherapeuti-
schen Angeboten in der Herkunftssprache festgestellt. 
Die Versorgungssituation sollte durch die Aufstockung sozialpädagogischer Stellen, die Einstellung von 
Fachkräften mit Migrationshintergrund sowie durch die Erweiterung und den Ausbau von Anlaufstellen 
(Frauenhäuser, Beratungsstellen in Institutionen usw.) und den stärkeren Einsatz von interkulturellen 
Vermittlungskräften verbessert werden.
Für Mädchen mit Migrationshintergrund in Krisensituationen wird von den Teilnehmenden des Integra-
tionsforums die Einrichtung einer Mädchenzufluchtsstätte mit pauschal finanzierten Plätzen durch das 
Jugendamt empfohlen, um die entsprechenden Bedarfe junger Mädchen innerhalb des Stadtgebietes 
abdecken zu können.
Die Teilnehmenden des Integrationsforums weisen im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel 
mit Nachdruck auf die gestiegene Bedeutung der Zielgruppe älterer Migrantinnen und Migranten hin. Sie  
stellen fest, dass die interkulturelle Öffnung der städtischen und außerstädtischen Angebote im Bereich 
Altenhilfe sowie die Vernetzung und Kooperation der entsprechenden Träger mit Migrantenselbstorga-
nisationen notwendig ist. Eine speziell auf die Bedürfnisse und Problemlagen von älteren Migrantinnen 
und Migranten bezogene Bedarfsermittlung wird empfohlen. Die besonderen Anforderungen an eine ku  l-   
tursensible Altenpflege sollten künftig in allen Einrichtungen der Altenpflege stärker berücksichtigt werden.
Raumkapazitäten für informelle Treffpunkte von Seniorinnen und Senioren sollten erweitert werden.
Im Gesundheitsbereich wird die Öffnung der Darmstädter Kliniken für Patientinnen und Patienten der 
Malteser Migrantenmedizin (z. B. eine feste Anzahl zur Verfügung stehender Betten für die MMM) für 
nötig befunden, um die stationäre medizinische Versorgung für Patientinnen und Patienten ohne beste-
henden Krankenversicherungsschutz gewährleisten zu können.
Die Ausbildung von Migrantinnen und Migranten in Gesundheitsberufen (Pflege, Praxisassistenz, Phy-
sio-/Ergotherapie, Psychotherapie) und ihre Anstellung in entsprechenden Einrichtungen sollte stärker 
gefördert werden.
Die Teilnehmenden des Integrationsforums empfehlen die finanzielle Absicherung des Einsatzes von 
 interkulturellen Vermittlungskräften, sowohl im sozialen Bereich als auch im Bereich der Krankenhäu-
ser und anderer Gesundheitseinrichtungen. Ebenso wird der Einsatz von interkulturellen Vermittlungs-
kräften in speziellen Projekten (z. B. für die Arbeit mit psychisch erkrankten oder dementen älteren 
Migrantinnen und Migranten) befürwortet.

141
Von den Teilnehmenden des Integrationsforums wird die interkulturelle Öffnung der Regeldienste und 
der Verwaltung, beispielhaft wurde hier die ARGE angeführt, empfohlen. Diesbezüglich wird die Einstel-
lung von Fachkräften mit Migrationshintergrund und die Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten zu 
den Regeldiensten für Migrantinnen und Migranten befürwortet. 
Fortbildungen für Fach- und Verwaltungskräfte zur Entwicklung interkultureller Kompetenz (z. B. unter-
schiedliche Erziehungsstile) sollten stärker angeboten werden.
Handlungsempfehlungen an das Land / an den Bund 
Der Ausbau von Migrationsberatungsstellen für Erwachsene mit muttersprachlichen Angeboten und 
 umfassende Zielgruppenerweiterung des Angebotes für „Bestandsausländer“ wird von den Teilnehmen-
den des Integrationsforums als dringend erforderlich erachtet.
Die landesweite Ausweitung der Angebote für Mädchen mit Migrationshintergrund in Krisensituationen 
in Mädchenzufluchtsstätten (pauschal finanzierte Plätze) wird von den Teilnehmenden des Integrations-
forums als notwendig benannt.
Die Anerkennung des Berufsbildes der Integrationsassistentin / des Integrationsassistenten wird als 
dringend notwendig angesehen.
Die Entwicklung einer sozial gerechteren Besteuerungsgrundlage für Familien, um der zunehmenden 
Kinderarmut entgegenzuwirken, wird empfohlen. 
Gesetzgeberische Maßnahmen zur Legalisierung von irregulären Aufenthalten erachten die Teilneh-
menden des Integrationsforums für wünschenswert.
Partizipation
Die Teilnehmenden des Integrationsforums empfehlen der Stadt, die Stärkung der Selbsthilfepotentiale 
von Migrantinnen und Migranten sowie die Kooperation mit MSOs weiterhin als eine wichtige Ressource 
für Integration anzusehen. Die Kooperation und die Stärkung dieser Potentiale ist ein Schritt hin zur 
Öffnung der ethnischen Communities, um Rückzugstendenzen von Migrantinnen und Migranten ent-
gegenzuwirken, sich in ihre ethnischen Gruppen zurückzuziehen, und somit ihre Partizipation an den 
verschiedenen Bereichen der Mehrheitsgesellschaft zu ermöglichen bzw. zu unterstützen. 
Als ebenso wichtig wird die Öffnung der Institutionen der Mehrheitsgesellschaft angesehen (vgl. dazu 
auch die Foren Bildung, Soziales und Gesundheit). Die Teilnehmenden des Integrationsforums verdeut-
lichen dies am Beispiel der Notwendigkeit der Öffnung politischer Parteien auf kommunaler Ebene,  
um die politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten zu ermöglichen. Ohne diese Öffnungs-
bereitschaft wird der Rückzug in ethnische politische Gruppierungen gefördert. Um dieser Tendenz 
entgegenzuwirken, wird der Stadt außerdem dringend empfohlen, sich auf Landes- und Bundesebene 
für die Einführung des kommunalen Wahlrechts für Drittstaatler sowie für die Erweiterung der politi-
schen Mitwirkungsmöglichkeiten von Migrantinnen und Migranten (z. B. umfassenderes Rederecht für 
den Ausländerbeirat in den kommunalen Selbstverwaltungsgremien) einzusetzen.
Konkrete Maßnahmen zur Förderung der Partizipation von Migrantinnen und Migranten durch die Stär-
kung ihrer Selbsthilfepotentiale werden im Bereich der Weiterqualifizierung von Multiplikatorinnen und 
Multiplikatoren aus den Communities sowie in der Förderung und Professionalisierung der Selbstorga-
nisationen empfohlen. Die Multiplikatorinnen aus den Communities sollten weiter projektbezogen (z. B.  
Elternbildung) qualifiziert werden, die Einsätze von weitergebildeten und weiterzubildenden Vermitt-
lungskräften (Integrationsassistentinnen und -assistenten) sollten finanziert werden. Eine kontinuierliche 
Förderung der Arbeit der Selbstorganisationen wird als Voraussetzung für qualitativ wertvolle Arbeit 
und nachhaltige Kooperationen angesehen. Diese beinhaltet die finanzielle und ideelle Förderung und 
ebenso die Qualifizierung der MSOs, insbesondere im Bereich der Bildungsarbeit, die diese für Kinder, 
Jugendliche, Frauen, Mütter und Eltern anbieten. Anzustreben ist, die MSOs so weit zu qualifizieren,

142
dass diese (teil-)professionelle Träger von Elternprojekten werden können. Empfohlen wird auch eine 
Form projektbezogener Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und der jeweiligen Selbstorgani-
sation, die auch das Ziel der gegenseitigen Öffnung beinhaltet. 
In diesem Sinne gehören zur Professionalisierung der Bildungsarbeit der Selbstorganisationen auch Ko-
operationen zwischen MSOs und Schulen, anderen Bildungseinrichtungen, städtischen Ämtern, freien 
Trägern der Sozialen Arbeit u. a. Ebenso gehört dazu die Vernetzung mit Institutionen und Gremien der 
Mehrheitsgesellschaft, wie z. B. dem Landeselternbeirat. 
Besondere Aufmerksamkeit bei der Förderung und Stärkung der Selbsthilfepotentiale sollte den Selbst-
organisationen der Migrantinnen zukommen. Hier sollten auch Kooperationen und Vernetzungen geför-
dert werden, wie z. B. „Mädchenarbeit“ in der Schule. Gleichzeitig sollten die Selbstorganisationen die 
Partizipation der Männer/Väter an familiären, schulischen und allgemeinen Erziehungsangelegenheiten 
vorantreiben.
Die Aktivierung der Partizipation von Eltern in Kitas und Schulen wird als wichtige Aufgabe gesehen,  
die von allen Akteurinnen und Akteuren verfolgt werden sollte. Dazu gehört sowohl die stärkere Parti-
zipation von Migranteneltern an der Gremienarbeit (z. B. Elternvertretung, Elternbeiräte) als auch der 
Aufbau von Strukturen für kontinuierliche und nachhaltige Elternarbeit, z. B. durch einen Elternkon-
gress mit allen relevanten Institutionen (Schulen, Staatliches Schulamt, Vertreterinnen und Vertreter 
aus Elternbeiräten, MSOs, Ausländerbeirat). 
Als wichtig wird darüber hinaus auch die Verstetigung der Partizipationsstrukturen in den Stadtteilen 
Kranichstein-Süd (z. B. AK MIKRA in Kranichstein) und Eberstadt-Süd gesehen. 
Antirassismus
Die Teilnehmenden des Integrationsforums empfehlen, durch Öffentlichkeitsarbeit verstärkt auf die 
Ausgrenzungspraktiken auf der Ebene des alltäglichen Rassismus (z. B. bei Disco- oder Lokalbesuchen) 
aufmerksam zu machen und auch die Medien diesbezüglich stärker zu sensibilisieren.
Es wird weiterhin empfohlen, die Betreiberinnen und Betreiber solcher Einrichtungen eine Selbstverpflich- 
tung zur Nichtdiskriminierung unterschreiben zu lassen, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann. 
Eine Recherche zur genaueren Erforschung von rassistischen Einstellungen innerhalb der Fan-Szene 
und in ihrem sozialen Umfeld (Sporttreibende, Trainer- und Betreuungspersonal) wird empfohlen. 
Es wird für sinnvoll gehalten, präventiv die Öffentlichkeit und die politisch Verantwortlichen dafür zu 
sensibilisieren, dass in Krisenzeiten, wie in der Gegenwart, Sündenböcke gesucht und in den Schwächs-
ten der Gesellschaft (z. B. Minderheiten) gefunden werden. In Institutionen (z. B. Gymnasien) und 
Teilbereichen der Gesellschaft sollte von verantwortlichen Stellen verstärkt signalisiert werden, dass 
Migrantinnen und Migranten untrennbarer Teil der Gesellschaft sind.
Die Teilnehmenden des Integrationsforums empfehlen, Projekte zu initiieren, die es ermöglichen, solche 
sozialen Gruppen pädagogisch gezielt zusammenzubringen, die im Alltag wenig Kontakt untereinander 
haben, zwischen denen es gleichwohl Konflikte gibt. 
Es wird empfohlen, das Thema Antisemitismus und Antiziganismus unter den Migrantenjugendlichen in 
schulischen und außerschulischen Projekten gezielt zu bearbeiten.
Die Erweiterung der aktiven Kerngruppe in der AG „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ und im Lokalen 
Aktionsplan (LAP) durch Einbindung von weiteren Akteurinnen und Akteuren (z. B. Studierende) wird 
empfohlen.

143
2. Stellungnahmen von Migranteneltern zur  
    Bildungssituation von Migrantenkindern in Darmstadt
In diesem Abschnitt werden Feststellungen, Fragen, kritische Anmerkungen, Vorschläge und Forderun-
gen von Migranteneltern wiedergegeben, die auf dem Workshop „Bildungssituation von Kindern mit 
Migrationshintergrund – Austausch mit Migranteneltern“, veranstaltet vom Interkulturellen Büro der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Staatlichen Schulamt des Landkreises Darmstadt-Dieburg und 
der Stadt Darmstadt, am 31. Januar 2009 in Darmstadt, gemacht und gestellt wurden. 
Sprachförderung
Das Problem der Sprachschwierigkeiten der Kinder wurde angesprochen.
Die Forderung wurde aufgestellt, bereits im Kindergarten die Sprachförderung aufzunehmen und konti-
nuierlich fortzusetzen. Die Methoden der Sprachförderung in Kindergärten sollten kindgerecht sein und 
Spielelemente beinhalten.
Es wurde wiederholt die Forderung erhoben, Migrantenkinder in jeder Schulform und jeder Klassen-
stufe sprachlich zu fördern, da die Defizite in der Regel nicht im „Alltagsdeutsch“, sondern im „Schul-
deutsch“ liegen würden. In diesem Zusammenhang sollte das Förderkurssystem in Gymnasien weiter 
ausgebaut werden.
Es wurde die Frage nach den Möglichkeiten gestellt, wie das Unterrichtsangebot in den Herkunftsspra-
chen der Migrantenkinder zu verbessern wäre.
Die Forderung wurde erhoben, auch die Entwicklung der Herkunftssprache und die Fähigkeit mit beiden 
Sprachen souverän umzugehen, schulisch zu unterstützen. 
Ungleiche Verteilung der Migrantenkinder auf die Schulformen
Das Zustandekommen der Empfehlungen für die weiterführende Schule wurde problematisiert. Selbst 
wenn ein Kind gute Noten vorweisen könne, neigten Klassenlehrerinnen und -lehrer mitunter dazu, 
dieses Kind für eine untergeordnete Schule zu bestimmen und nicht für die Schule, die die Eltern für ihr 
Kind wünschen.
Auch die Überweisungspraxis von Kindern in die Förderschule wurde problematisiert. Insbesondere 
wurde die Überweisung beim Übergang von der Vorschule zur Grundschule kritisiert. Stärkere Sprach-
förderung in den Kindergärten wurde gefordert. Kindergärten wurden aufgefordert, sich stärker als 
bisher ihrer Rolle als Bildungsinstitution neben den Aufgaben Betreuung und Erziehung zuzuwenden.
Davon ausgehend wurde grundsätzlich die frühe Selektion, bedingt durch das dreigliedrige Schulsys-
tem, kritisiert. Als Folge dessen ergibt sich eine ungleiche Verteilung von Migrantenkindern auf die ein-
zelnen Schultypen. Migrantenkinder sind in Haupt- und Förderschulen stärker repräsentiert, in Gymna-
sien dagegen sind sie unterrepräsentiert. Auch die Anzahl der Schulabbrecherinnen und -abbrecher ist 
bei Migrantenkindern signifikant höher. Ein längeres gemeinsames Lernen für alle wurde gefordert.
Unterstützung für Migrantenkinder
Das System der Hausaufgabenhilfe wurde problematisiert. Die Forderung wurde aufgestellt, dass die 
Hausaufgabenhilfe von Fachkräften durchgeführt und das Staatliche Schulamt stärker in die Qualitäts-
sicherung eingebunden wird. Es wurde gefordert, neben der Hausaufgabenhilfe auch gezielt Nachhilfe-
unterricht nach professionellen Kriterien anzubieten. Als Minimalforderung hieß es, Nicht-Fachkräfte, 
z. B. Rentner mit anderen als pädagogischen Qualifikationen, entsprechend fortzubilden und zu einer 
qualifizierten Bildungsarbeit zu befähigen.
Das Problem des Mobbings und der Diskriminierung von Migrantenkindern durch andere Kinder sowie 
der Aggressionen bei Migrantenkindern in Schulen wurde aufgeworfen. Weiterhin wurde auf häufigere 
Konzentrationsstörungen bei Migrantenkindern aufmerksam gemacht. Es wurde gefordert, dass für alle 
diese Kinder eine besondere Unterstützung angeboten werden sollte. 
Angesichts geringerer Bildungserfolge wurde die Forderung aufgestellt, dass die Migrantenkinder eine 
intensivere Unterstützung zur Motivation und Stärkung des Selbstwertgefühls erhalten sollten.

144
Auf der anderen Seite wurde gefordert, nicht nur die Defizite, sondern auch die Ressourcen von Migran-
tenkindern zu beachten und Talente speziell zu fördern.
Unterstützung für Lehrkräfte
Die Forderung wurde erhoben, das Thema „Interkulturelle Kompetenz“ in die Aus- und Weiterbildung 
der Lehrkräfte aufzunehmen. Darin eingeschlossen sollte das Thema „Elternarbeit“ sein. Als weitere 
Themen wurden „Aggressionsabbau“ und „Antidiskriminierung“ genannt.
Auch die Einstellung von mehr Lehrerinnen und Lehrern mit Migrationshintergrund wurde gefordert.
Verbesserung der Elternarbeit
Es wurde die Frage gestellt, wie Migranteneltern zur Unterstützung ihrer Kinder stärker einbezogen 
werden können.
Eltern sollten umfassend über das Schulsystem (auch über seine Tücken) informiert werden. Es wurde  
gefordert, alle Angebote für Migrantenkinder im Überblick sowie wichtige schulische Informationen 
(auch in Herkunftssprachen) an die Eltern weiterzuleiten. In diesem Zusammenhang wurde auch die 
Durchführung von mehrsprachigen Informationsveranstaltungen gefordert.
Daran anschließend wurde die Forderung aufgestellt, die Eltern stärker zur Unterstützung ihrer Kinder 
zu motivieren und auch zu befähigen. Dies wurde insbesondere damit begründet, dass das deutsche 
Schulsystem im Unterschied zu dem vieler Herkunftsländer diese Unterstützung als selbstverständlich 
voraussetze, während in vielen Ländern die Schule die alleinige Verantwortung für Erziehung und Bil-
dung übernehme. 
Die Forderung wurde aufgestellt, mehr Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter (insbesondere mit Migra-
tionshintergrund) einzustellen und die Zusammenarbeit mit den Eltern zu verstärken. In diesem Zusam-
menhang wurde die hessische Praxis (im Unterschied zu anderen Bundesländern) kritisiert, dass jede 
zusätzliche Schulsozialarbeiterstelle eine Lehrkraft weniger bedeutet.
Die Wiederaufnahme des seit drei Jahren gestoppten Landesprojekts der „Familienfreundlichen Schule“ 
wurde gefordert.
Die Forderung einer stärkeren Öffnung der Schulen gegenüber dem sozialen Umfeld wurde erhoben.
Der Vorschlag wurde unterbereitet, Migrantenselbstorganisationen (MSOs) zu Trägern der Elternpro-
jekte fortzubilden. Sie sollten aber auch mit Schulen kooperieren und Orte für Informationsveranstal-
tungen für Eltern sein. Engagierte Eltern sollten zur Durchführung von Elternarbeit weiterqualifiziert 
werden. 
Um Eltern für diese Projekte zu gewinnen und um Strukturen für eine kontinuierliche und nachhaltige 
Elternarbeit zu schaffen, wurde als sinnvoll angesehen, in Darmstadt einen Elternkongress mit allen 
relevanten Akteuren (Schulen, Staatliches Schulamt, Vertreterinnen und Vertretern aus Elternbeiräten, 
MSOs, Ausländerbeirat) durchzuführen, aus dem heraus neue Arbeitsgruppen, Projekte und Aktivitäten 
entwickelt werden könnten. 
Durch Elterncafés oder Aktivitäten, wie Kochen, Töpfern oder Singen in Schulen sollten Eltern aktiviert 
und zur Kooperation mit der Schule zwecks Unterstützung der Kinder motiviert werden. Allerdings soll-
ten diese Projekte von Fachkräften begleitet werden, die die Eltern pädagogisch unterstützen können. 
Als good practice wurden die Elterngesprächskreise in Schulen und Kindergärten genannt.

145
3. Stellungnahme und Empfehlungen  
     des Ausländerbeirates 
Hauptaufgabe der Integrationspolitik muss die gleichberechtigte Partizipation sein. Die Entwicklung 
in den Bereichen Bildung und Arbeit zeigt jedoch deutlich, dass das Erreichen dieses Ziels noch weit 
entfernt liegt. Die Arbeitslosigkeit bei Migrantinnen und Migranten hat sich in den vergangenen Jahren 
zwar verringert, sie ist aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie bei Deutschen. 
Ähnlich verhält es sich im Bildungsbereich. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, der die 
Schule ohne Abschluss oder nur mit einem Hauptschulabschluss verlässt, ist geringer geworden, nicht 
aber die große Diskrepanz, die nach wie vor zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund 
besteht. Außerdem ist in einigen Bereichen, etwa bei der beruflichen Ausbildung, in den letzten Jahren 
eher eine rückläufige Beteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund festzustellen. 
Die Tendenz, dass Kinder mit Migrationshintergrund beim Zugang zu weiterführenden Schulen ver-
stärkt benachteiligt werden, ist besorgniserregend. Die in verschiedenen Studien nachgewiesene Praxis 
vieler Lehrkräfte, diese Kinder – bei gleichen Leistungen wie bei einheimischen Kindern – in Schulen 
niedri geren Typs zu schicken, wird mit der nun größeren Verbindlichkeit der „Schulempfehlung“ vor-
aussichtlich zunehmen. 
Deshalb: Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems – Einführung von Ganztagsschulen.
Die Kommune sollte beim Aufzeigen von beruflichen Perspektiven für Jugendliche vorangehen.
Deshalb: Gezielte Unterstützung für junge Migrantinnen und Migranten für die Aufnahme einer Aus-
bildung in der städtischen Verwaltung.
Familienzusammenführung darf nicht erschwert oder unmöglich gemacht werden.
Deshalb: Abschaffung der Pflichtkurse für Ehepartnerinnen und -partner im Herkunftsland.
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sollten sich ungebrochen dazugehörig fühlen.  
Deshalb: Abschaffung des Zwanges für junge Migrantinnen und Migranten, sich im Alter von 18 – 23 
Jahren zwischen der deutschen und der Herkunftsstaatsbürgerschaft entscheiden zu müssen.
Einbürgerung sollte erleichtert werden.
Deshalb: Erweiterung der Hinnahme der Mehrstaatlichkeit bei der Einbürgerung.
Fremdenfeindlichkeit sollte stärker geächtet werden.
Deshalb: Selbstverpflichtung aller politischen Parteien, im Wahlkampf das Migrantenthema nicht zu 
instrumentalisieren.
Die politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten sollte stärker gefördert werden. 
Deshalb: Kommunales Wahlrecht auch für Nicht-EU-Ausländerinnen und -Ausländer.
Gesellschaftliche Partizipation von Migrantinnen und Migranten sollte ausgebaut werden.
Deshalb: Größere Beteiligung der Migrantenselbstorganisationen und des Ausländerbeirates an der 
Gestaltung des kommunalen Integrationsprozesses.

146
VI. Strategische Weiterentwicklung  
  kommunaler Integrationspolitik /  
  Fachpolitische Handlungsempfehlungen 
In diesem Kapitel werden die Stellungnahmen und Empfehlungen aus dem vorherigen Kapitel aufge-
nommen und durch Empfehlungen des Nationalen Integrationsplans (NIP), der Bundesvereinigung 
der kommunalen Spitzenverbände sowie des Innovationszirkels Integration der Kommunalen Gemein-
schaftsstelle für Verwaltungsmanagement KGSt ergänzt. Sie werden nachfolgend in verschiedenen 
Handlungsfeldern zusammengefasst und es werden strategische Überlegungen zur Weiterentwicklung  
dieser Handlungsfelder angeführt. Es wird sowohl die Weiterführung und Vertiefung bereits bestehender 
Maßnahmen empfohlen und zugleich werden neue Handlungsfelder aufgeführt, wie z. B. Wirtschaft und 
Sport. Die einzelnen Handlungsempfehlungen sind jedoch nicht als abschließend und zu Ende diskutiert 
zu sehen, sondern als Gestaltungsmöglichkeiten eines dynamischen Integrationsprozesses zu verstehen.  
1.  Verwaltung 
Die Verwaltung im Öffentlichen Dienst ist qua Zuständigkeit mit unterschiedlichen Nachfragen aus der 
Bevölkerung konfrontiert. Um diesen Nachfragen Rechnung zu tragen, ist eine interkulturelle Öffnung 
der kommunalen Verwaltung notwendig. Auch der Nationale Integrationsplan (NIP) macht auf die Not-
wendigkeit der interkulturellen Öffnung des Öffentlichen Dienstes besonders aufmerksam. Im Zuge der 
Personaleinstellung, -entwicklung und -rekrutierung sollte auf diese Herausforderung Rücksicht genom-
men werden, damit die kommunale Verwaltung ein Abbild der gesellschaftlichen Wirklichkeit wiedergibt 
(vgl. NIP, 2007:13, 17, 23, 24,28ff., 32, 79). 
Integration wird als „Chefsache“ gesehen und wie folgt erläutert: „Integrationsaufgaben sind als Quer-
schnittsaufgabe bei der Verwaltungsspitze zu verankern und ressortübergreifend zu koordinieren.“ 
(NIP, 2007:111). 
Auch die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihren Mitgliedsverbänden, 
1. dem Integrationsprozess eine hohe kommunalpolitische Bedeutung beizumessen,  
2. Integration als ressortübergreifende Aufgabe in der Kommunalverwaltung zu verankern und ihrer 
Bedeutung entsprechend anzusiedeln und 
3. kommunale Gesamtstrategien, die den jeweiligen örtlichen Bedürfnissen angepasst sind, zu ent-
wickeln und fortzuschreiben. (Vgl. NIP, 2007:31f.).
In Bezug auf die interkulturelle Öffnung der Verwaltung empfiehlt die Bundesvereinigung der kommu-
nalen Spitzenverbände ihren Mitgliedsverbänden, 
1. den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in den Verwaltungen zu erhöhen und
2. Mitarbeiter in der Weise fortzubilden, dass dem Ziel der Kundenfreundlichkeit und dem Bedarf an 
 interkultureller Kompetenz in der Verwaltung noch wirkungsvoller Rechnung getragen werden kann. 
(NIP, 2007:32).

147
Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird empfohlen: 
1. Interkulturelle Öffnung der Verwaltung
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt soll ein Prozess zur Interkulturellen Öffnung der gesamten Verwal-
tung als integraler Bestandteil eines längerfristig angelegten und übergeordneten Gesamtprozesses der 
Organisations-, Personal- und Qualitätsentwicklung initiiert werden. 
Neben einer Fortführung der Fortbildungen zur gezielten Förderung interkultureller Kompetenz auf allen 
Ebenen, insbesondere aber im Bereich der Führungs- und Nachwuchskräfte und bei personalverant-
wortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ist eine individuelle Personalentwicklung notwendig.
Eine individuelle und interkulturell ausgerichtete Personalentwicklung soll das Ziel der Chancengleich-
heit unterstützen und Beschäftigten mit Migrationshintergrund den Zugang zu allen Hierarchieebenen 
ermöglichen. 
Diesbezüglich ist ebenso die Erhöhung des Anteils von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 
mit Migrationshintergrund entsprechend ihres Anteils an der Gesamtbevölkerung  
1. durch eine Erhöhung des Anteils der Auszubildenden mit Migrationshintergrund 
1 sowie
2. durch die besondere Berücksichtigung von Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund 
bei gleicher Qualifikation
voranzutreiben.
Durch die kontinuierliche Einbeziehung interkultureller Aspekte und Bedarfe als ein wichtiges Steue-
rungselement in der Organisationsentwicklung kann die Implementierung der interkulturellen Öffnung 
der Verwaltung auf Dauer gewährleistet werden. Eine wichtige Grundlage dafür ist die Einführung eines 
Verwaltungsmonitorings, das Aufschluss über die Inanspruchnahme der Dienstleistungen durch Migran-
tinnen und Migranten gibt. 
2. Verwaltungsmonitoring – Inanspruchnahme von Leistungen
Aufgrund der Ergebnisse der Ämterbefragung (vgl. Kap. III a. 1) empfiehlt die Steuerungsgruppe 
 Integration folgende Maßnahmen:
Gerade in den Ämtern mit einem hohen Anteil von Klientinnen und Klienten mit Migrationshintergrund 
ist es wichtig, im Sinne eines Verwaltungsmonitorings den Anteil an Klientinnen und Klienten mit Migra-
tionshintergrund zu erfassen. 
Vorerst wird empfohlen, dass Abteilungen mit einem hohen Anteil von Zugewanderten unter ihrer 
 Klientel Menschen mit Migrationshintergrund, bei deren Vorsprache registrieren sollten (nichtdeutscher 
Pass, eingebürgert, Aussiedler/Aussiedlerin, hier geborenes Kind von Zugewanderten). Alternativ sollte 
vorübergehend ein praktikables System zur Schätzung eingeführt werden.
Abteilungen mit einem hohen Anteil von Zugewanderten sollten auch die Inanspruchnahme der Leistun-
gen durch Zugewanderte genau angeben. In den anderen Abteilungen sollten vorübergehend ebenfalls 
praktikable Methoden eingeführt werden, um die Inanspruchnahme der Leistungen durch Zugewanderte 
detaillierter schätzen zu können.
Es wird empfohlen, im Rahmen der interkulturellen Öffnung der Verwaltung ein ämterübergreifendes 
Verwaltungsmonitoring einzuführen, durch das die Inanspruchnahme von Leistungen durch Bürgerin-
nen und Bürger mit Migrationshintergrund erfasst werden und der weitere Bedarf dieser Zielgruppe 
erkannt und in Qualitäts- und Organisationsentwicklung einbezogen werden kann. 
1   Im Rahmen der Verwaltungsumfrage wurden für das Jahr 2007 folgende Zahlen genannt: Auszubildende ohne deutschen Pass: 
5,75 %, Eingebürgerte: 0,57 %, Spätaussiedlerinnen / Spätaussiedler: 5,75 %; in Deutschland geboren: 9,2 %.

148
2.  Bildung 
Die gegenwärtige Diskussion um die „besten Köpfe“ im Öffentlichen Dienst und in der privaten Wirt-
schaft (vgl. PISA, IGLU, TIMMS) betont die Bedeutung von Investition in Bildung für gesellschaftlichen 
Wohlstand und sozialen Frieden. Die o. g. Studien haben auf den Zusammenhang zwischen sozialer 
Herkunft und Bildungserfolg hingewiesen und dabei deutlich hervorgehoben, dass in Deutschland Kin-
der und Jugendliche mit Migrationshintergrund geringere Erfolgschancen im Bildungssystem haben. 
Sowohl der Nationale Integrationsplan als auch das Konsortium Bildungsberichterstattung machen auf 
die Notwendigkeit der Investition in die Bildung aufmerksam. So wird im Konsortium Bildungsbericht-
erstattung auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass Bund und Länder dem Erziehungs-, Bildungs- und 
Qualifikationssystem eine Schlüsselfunktion zusprechen (vgl. Konsortium Bildungsberichterstattung, 
2006:137).
In Bezug auf das Thema Sprachförderung ist im NIP zu lesen: „Gute Deutschkenntnisse aller Kinder zu 
Schulbeginn sind eines der herausragenden Ziele der Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen.“ 
(NIP, 2007:52). 
In Bezug auf die Verbesserung der Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund 
heißt es hier: „Zur Förderung von Ausbildungsbereitschaft (…) sind Beratungsangebote und Unterstüt-
zungsmaßnahmen erforderlich. Bewährt haben sich Ausbildungsverbünde und externes Ausbildungs-
management sowie das Modell des Ausbildungspaten, in dem erfahrene Personen den Jugendlichen 
beim Einstieg in die Ausbildung beratend und unterstützend zur Seite stehen.“ (NIP, 2007:119).
Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird empfohlen:  
1. Bildungsmonitoring
Einführung einer Bestandsaufnahme und eines fortführenden Bildungsmonitorings, um den aktuellen 
Bildungsstand sowie die Entwicklung des Bildungsstands von Kindern und Jugendlichen mit Migra-
tionshintergrund in Darmstadt festzustellen. Die Erkenntnisse aus dem Bildungsmonitoring sollen 
 Rückschlüsse auf Lücken im Regelangebot und zusätzliche Angebotsbedarfe ermöglichen.
 
2. Modellprojekt Ausbildungsnetzwerk 
Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen im Rahmen des Projektes „Mentoring und demokra-
tische Beteiligung im Betrieb – Integration in den Arbeitsmarkt in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
(November 2009 – April 2010)“ soll diese Maßnahme als Modellprojekt im Sinne eines Ausbildungs-
verbundes ausgeweitet und verstetigt werden. Das Netzwerk soll aus Vertreterinnen und Vertretern 
von Unternehmen, Unternehmerverbänden, Arbeitnehmervertretung, Migrantenselbstorganisationen, 
 Migranteneltern und anderen relevanten Akteuren bestehen.
3. Verankerung in den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen des Jugendhilfeausschusses
Das Thema „Sprachförderung“ soll als neuer Schwerpunkt im Jugendhilfeausschuss durch die Beteili-
gung des Jugendhilfeplanungsausschusses und des Fachausschusses Kinderbetreuung verankert und 
behandelt werden. Ein begleitendes Projekt soll auf der Grundlage einer Bedarfs- und Angebotsanalyse –  
unter Hinzuziehung von Personal- und Finanzressourcen – Maßnahmen zu einer effizienten, flächen-
deckenden und nachhaltigen Sprachförderung einführen und entwickeln. Dabei ist entsprechend dem 
Magistratsbeschluss das Interkulturelle Büro einzubinden.

149
Entsprechend soll das Thema „Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf bei Jugendlichen mit Migra-
tionshintergrund“ als Schwerpunkt in der AG § 78 Jugendberufshilfe des Jugendhilfeausschusses ver-
ankert und behandelt werden. Das zuständige Fachamt soll federführend bestehende Angebote evaluie-
ren und Maßnahmen zu einer nachhaltigen Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf bei Jugendlichen 
mit Migrationshintergrund entwickeln und einführen. Dabei ist entsprechend dem Magistratsbeschluss 
das Interkulturelle Büro einzubinden. 
4. Interkulturelle Schulsozialarbeit 
Interkulturelle Schulsozialarbeit ist Sozialarbeit in der Einwanderungsgesellschaft. Schulsozialarbeit  
hat die gesetzliche Aufgabe, Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen zu kompensieren. Inter-
kultu relle Schulsozialarbeit hat in diesem Kontext die Aufgabe, an der strukturellen Benachteiligung 
 anzusetzen und die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bildungs-
system zu fördern. In jedem Handlungsfeld der Schulsozialarbeit sind spezifisch migrationsspezifische 
Anforderungen zu berücksichtigen. Daher sind für jeden in dem Städtischen Rahmenkonzept zur Schul-
sozialarbeit vorgesehenen Bereich entsprechende Maßnahmen zu konzipieren
5. Ausbau der Elternbildungsprojekte
Die in Darmstadt bereits bestehenden Projekte und Maßnahmen „Mama lernt Deutsch“, „Eltern-
gesprächskreise“ an Kitas und Schulen, „Frühwarnsystem“ zur Prävention von Förderschulüberweisun-
gen sollen flächendeckend ausgebaut werden. 
Parallel dazu sollen unter der Federführung der zuständigen Fachämter und in Kooperation mit dem 
Interkulturellen Büro weitere Elternbildungsprojekte eingeführt werden, wie z. B. „Elternkurse in 
 Schulen“, Elterntrainings und Vätergruppen.
3.  Gesundheit und Soziales 
Der bundesweit organisierte AK „Migration und öffentliche Gesundheit“ empfiehlt die Umsetzung 
 folgender Aktivitäten: 
• Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention zu entwickeln und zu stärken,
• die interkulturelle Kompetenz (...) in ambulanter und stationärer Versorgung zu fördern,
• die Aus- und Fortbildung in kultursensibler Pflege und Altenhilfe voranzutreiben und kulturspezifische  
 Angebote zu unterstützen,
• eine qualifizierte Gesundheitsberichterstattung, die alle Bevölkerungsgruppen abbildet, voranzubringen.  
 (Vgl. Positionspapier des AK Migration und öffentliche Gesundheit, 2006). 
Für die Stadt Darmstadt gilt es – gemeinsam mit dem AK „Migration und Gesundheit“ – zu klären, in-
wieweit diese Maßnahmen bereits umgesetzt werden. 
Diesbezüglich ist es zunächst wichtig, eine gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt 
und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg initiierte und getragene Bedarfserhebung zur gesundheitlichen  
und psychosozialen Versorgung von Migrantinnen und Migranten durchzuführen. Im Rahmen der 
Gesundheitsberichterstattung ist diese Gruppe als besondere Zielgruppe zu berücksichtigen. Daraus 
resultierend sollen Strategien und Maßnahmen zur Behebung von Problemlagen entwickelt und um-
gesetzt werden.
Der weitere Bedarf sollte dann systematisch eruiert und weitere Strategien zur Umsetzung der Maß-
nahmen sollten entwickelt und umgesetzt werden.

150
In Bezug auf den Bereich „Soziales“ hebt der NIP hervor: „Für die soziale Integration von Migrantinnen 
und Migranten haben die Bereiche Bildung und Erziehung, Ausbildung und Arbeit sowie Familie eine 
wesentliche Bedeutung“ (vgl. NIP, 2007:62). 
Für den sozialen Bereich hat das Darmstädter Integrationsforum sich für die Ausweitung der Aktivitäten 
insbesondere in folgenden Bereichen ausgesprochen:
•	 Einrichtung	von	sozialräumlich	ausgerichteten,	bedarfsorientierten	Integrationskursen	mit 	 
 Kinderbetreuung durch Kooperation und Vernetzung der jeweils zuständigen städtischen Ämter. 
•	 Verbesserung	der	(psycho-)	sozialen	und	gesundheitlichen	Beratungsangebote	für	Migrantinnen	und 	 
 Migranten.
•	 Feste	Einrichtung	eines	kommunalen	Pools	von	Interkulturellen	Vermittlungskräften.
•	 Ausbau	des	Angebotes	für	ältere	Menschen	mit	Migrationshintergrund.
•	 Verfestigung	des	Projektes	„Soziale	Stadt“	und	der	Stadtteilwerkstätten.
•	 Präventive	Arbeit	in	der	Jugendhilfe. 	
•	 Interkulturelle	Öffnung	des	Jobcenters,	Durchführung	von	Fortbildungen	mit	den	MitarbeiterInnen	dort.
4.  Wirtschaft und Arbeitsmarkt 
Im Nationalen Integrationsplan wird auf „eine deutliche Verbesserung der Arbeitsmarktintegration 
von Menschen mit Migrationshintergrund“ (NIP, 2007:78) verwiesen. Dies sei „sowohl aus sozial- und 
gesellschaftspolitischen, als auch aus volkswirtschaftlichen Gründen dringend geboten“ (ebenda, 78). 
Aufgrund der demografischen Entwicklung in Darmstadt ist es wichtig, intensiv nach Möglichkeiten zu 
suchen, um die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am Erwerbsleben zu erhöhen. 
Um dieses Ziel zu erreichen ist u. a. die interkulturelle Öffnung der in Darmstadt ansässigen Unterneh-
men sowie die Förderung der ethnischen Ökonomie in Darmstadt notwendig. 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sollte daher Wirtschaft und Wirtschaftsförderung als integrations-
politisch relevante Handlungsfelder neu benennen und hier entsprechende Maßnahmen in Kooperation 
mit den jeweiligen Institutionen entwickeln und umsetzen. 
Um dieses neue Handlungsfeld inhaltlich zu gestalten wird empfohlen, dass das Amt für Wirtschaft  
und Stadtentwicklung mit dem Interkulturellen Büro die anzustrebenden Ziele festlegt und auch in 
 Kooperation mit Dritten entsprechende Schritte einleitet. 
5.  Migranten-Communities und Lotsen  
Der NIP hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit mit MSOs hervor und bekundet, dass „Migrantinnen 
selbst am besten Auskunft geben können, wo sie Handlungsbedarfe und -defizite im Hinblick auf ihre 
gesellschaftliche und politische Teilhabe sehen. Daher ist es wichtig, sie und ihre Selbstorganisationen 
stärker als bisher in den Integrationsprozess einzubeziehen.“ (Vgl. NIP, 2007:95). 
Die MSOs spielen in diesem Sinne eine vielfältige Rolle. So haben sie die Aufgabe, in Zusammenarbeit 
mit Wirtschaft und Beratung „modellhafte Kooperationen vor Ort und in der gemeinsamen Ausgestal-
tung eines Projekts mit regionalem Bezug qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze für junge Frauen 
mit Migrationshintergrund zu erschließen und bereitzustellen.“ (Vgl. NIP, 2007:96).

151
MSOs sind insofern auch wichtige Partner für die kommunale Integrationspolitik in Darmstadt.  
Sie wurden von Anfang an im Rahmen von Projekten in die Integrationsarbeit miteinbezogen. Die 
 Zusammenarbeit hat sich bewährt; eine weitere und verstärkte Zusammenarbeit sowie die Weiterent-
wicklung und Umsetzung von Professionalisierungsangeboten wird empfohlen. 
Die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (Lotsen) aus den 
Migranten-Communities wird mittlerweile auch auf Bundesebene anerkannt. (Vgl. NIP, 2007:115).  
In Darmstadt wurden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den lokalen Migranten-Communities 
zu „Integrationsassistentinnen und Integrationsassistenten“ weitergebildet. Sie sind in unterschied-  
lichen Feldern der Sozialen Arbeit engagiert und decken je nach Bedarf unterschiedliche Aufgabe  
(s. Kap. III.5.). Es wird empfohlen, die Bemühungen der Bundesarbeitsgruppe (BAG) Berufsbildentwick-
lung Sprach- und Integrationsmittler/-in zur Anerkennung dieses Berufsbildes zu unterstützen.
Weiterhin wird empfohlen, für die Integrationsassistentinnen und -assistenten Einsatzmöglichkeiten 
 sowohl im Rahmen der kommunalen Beschäftigungsförderung als auch projektgebunden zu schaffen. 
Die Beschäftigungsmöglichkeiten könnten insbesondere in folgenden Arbeitsfeldern entstehen:  
Jugendhilfe, Altenhilfe und schulbegleitende Maßnahmen. 
6.  Stadtteil 
Die einzelnen Stadtteile in Darmstadt sind qualitativ und quantitativ von Migration geprägt (vgl. Kap. I.2). 
Es gibt Stadtteile mit hohem und mit niedrigem Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migra-
tionshintergrund. Insofern sind die Erfahrungen und die einzelnen Anforderungen an die Bedarfe sehr 
unterschiedlich. 
Für die städtischen Integrationsüberlegungen hat das zur Folge, dass entsprechende Handlungsfelder 
identifiziert, zielorientierte Rahmendbedingungen erarbeitet und passgenaue Aktivitäten angeboten und 
umgesetzt werden sollten. 
Eine strategische Zusammenarbeit mit Migranten-Communities in den einzelnen Stadtteilen, insbe-
sondere in Darmstadt Kranichstein und Darmstadt Eberstadt-Süd hat sich bislang gut bewährt. Diese 
gemeinwesenorientierte Arbeitsmethode sollte weiterhin gepflegt werden.  
Die bisherige erfolgreiche konzeptionelle und inhaltliche Zusammenarbeit mit Migranten-Communities 
in den Stadtteilen kann auf weitere Communities, weitere kulturelle und religiöse Vereine, Multiplikato-
rinnen und Multiplikatoren, informelle Migranten-Gruppen, ehrenamtlich Aktive, Ortsbeiräte, Gewerbe-
treibende etc. ausgebaut werden. Dadurch können weitere Bedarfe erkannt und entsprechende Maß-
nahmen entwickelt werden. Insbesondere sollten bislang nicht organisierte Migranten-Gruppen für die 
Partizipation im Stadtteil gewonnen werden.
7.  Antirassismus
Der Nationale Integrationsplan empfiehlt (vgl. NIP 2007: 33), örtliche Netzwerke gegen Extremismus 
und für Toleranz zu unterstützen. 
In der Stadt Darmstadt besteht bereits seit vielen Jahren ein aktives Netzwerk, das kontinuierlich aus-
geweitet wurde und wird (vgl. Kap. III.7). In diesem Sinne empfiehlt es sich, die Vielfalt dieses Netz-
werks zu nutzen, um das Spektrum an antirassistischen Aktivitäten und Maßnahmen zu erweitern.

152
Auch hier empfiehlt es sich, das Netzwerk auf nicht organisierte und informelle Gruppen (z. B. anti-
faschistische Gruppen) auszuweiten. 
Weiterhin wird als sinnvoll erachtet, eine kontinuierliche Evaluation der Projekte durchzuführen, um die 
weiteren Bedarfe in diesem Feld zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
8.  Politische Partizipation 
Da Migrantinnen und Migranten ohne deutsche Staatsbürgerschaft kaum politische Partizipations-
möglichkeiten haben, ist eine nachhaltige politische Partizipation erst durch Einbürgerung möglich. 
Daher empfiehlt es sich für die Wissenschaftsstadt Darmstadt gezielte Informationsveranstaltungen zur 
Einbürgerung durchzuführen sowie verstärkt dafür einzutreten, dass eine bundesweite Einbürgerungs-
kampagne von entsprechenden Institutionen durchgeführt wird. 
Eine weitere fachpolitische Handlungsempfehlung ist die Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
an der von der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (agah) in Kooperation mit weiteren 
Institutionen, wie der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, durchgeführten Kampagne „Demokratie braucht 
jede Stimme – Kommunales Wahlrecht für Alle“.   
9.  Sport 
Sport, insbesondere Breitensport, gilt im Allgemeinen als integrationsfördernd. So wurde im Nationalen  
Integrationsplan dem Sport ein Kapitel gewidmet. Nur die Durchführung einer sportlichen Aktivität 
allein fördert aber noch keine sozialen grenzüberschreitenden oder anerkennenden Verhaltensweisen 
gegenüber Menschen anderer Herkunft. Die sportlichen Angebote sind gezielt zu nutzen, d. h. die sozia-
len und kulturellen Aspekte sollten in die Aktivitäten und in die Öffnung von Sportvereinen einfließen. 
Der NIP empfiehlt dazu die interkulturelle Öffnung des organisierten Sports (vgl. NIP, 2007:20).  
Zur Förderung des Integrationsgedankens im Sport sind sowohl in einzelnen Sportverbänden, wie z. B. 
Deutscher Olympischer Sportbund, als auch in Kommunen vielfältige Konzeptionen entwickelt und auch 
umgesetzt worden (vgl. NIP, 2007:29f.). 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat bereits in ihrer Sportentwicklungsstudie (vgl. Wetterich / Schrader, 
2007) wichtige Handlungsempfehlungen benannt, um Migrantinnen und Migranten zur Wahrnehmung 
der Sportangebote zu gewinnen; diese Maßnahmen gilt es zukünftig weiter gezielt umzusetzen.
Das Vereinswesen als ein integrationspolitisch wichtiges Handlungsfeld ist insbesondere im Sinne der 
„Interkulturellen Öffnung der Sportvereine“ in den Fokus zu nehmen (z. B. durch Öffnungskriterien wie 
Vereinspatenschaften, Finanzierung, Mitgliederanwerbung) und es sind entsprechende Maßnahmen zu 
entwickeln und umzusetzen.

153
10.  Bürgerschaftliches Engagement 
Bürgerschaftliches Engagement stärkt traditionell den demokratischen gesellschaftlichen Zusammen-
halt, fördert Selbstverantwortung gegenüber dem Gemeinwesen und erfordert Eigeninitiative. 
Der Nationale Integrationsplan sieht in diesem Bereich Handlungsbedarf (vgl. NIP, 2007:173 ff.). 
Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist zu empfehlen:
1. Die Interkulturelle Öffnung des Vereinswesens 
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden die Vereine von den jeweiligen Fachämtern gefördert. Es 
gilt hierbei die Förderungskriterien um Kriterien der interkulturellen Öffnung, wie z. B. die Zusammen-
arbeit mit Migrantenselbstorganisationen, die Werbung von Migrantinnen und Migranten als Mitglieder 
und in die Vereinsvorstände, zu erweitern. 
2. Patenschaftsprojekte 
Um mehr jungen Migrantinnen und Migranten den sozialen Aufstieg zu ermöglichen, muss Bildung 
noch stärker als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Es wird empfohlen, Paten-
schaftsprojekte, wie z. B. im Rahmen des Bundesprogramms „Aktion zusammen wachsen“, umzu-
setzen, durch die Kinder bei der schulischen und beruflichen Orientierung durch Patinnen und Paten 
unterstützt werden.
3. Studentisches Engagement Nachhilfe 
Das Potential und das Interesse vieler Studierender in der Wissenschaftsstadt Darmstadt an ehrenamt-
lichem Engagement sollte integrationspolitisch genutzt werden. Studierende aller Fachrichtungen und 
Hochschulen sollten für Nachhilfe-Aktivitäten auf ehrenamtlicher Basis gewonnen werden. Ein solches 
Projekt könnte in der Federführung der Freiwilligenagentur liegen.

154
VII.  Literatur
Ausländerbeirat und Interkulturelles Büro der Stadt Darmstadt (Hrsg.) (2000):  
Interkulturelle Wege durch Darmstadt. 4. Auflage. Darmstadt. 
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg.) (2007):  
Der Nationale Integrationsplan. Neue Wege – Neue Chancen. Berlin. 
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg.) (2010):  
8. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.
Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) (2006):  
Bildungswege und Berufsbiographie von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Anschluss   
an allgemein bildende Schulen. BIBB-Übergangsstudie 2006. Bonn. 
Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) (2008):  
Übergänge von der allgemeinbildenden Schule in eine vollqualifizierende Ausbildung. Ergänzende 
Analysen für den zweiten nationalen Bildungsbericht zum Schwerpunktthema „Übergänge im Bildungs-
system und zwischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt“ auf Basis der BIBB-Übergangsstudie 2006 
Arbeitspapier. Bonn. 
Bundesministerium des Innern (Hrsg.) (2010):  
Förderrichtlinien zur Durchführung einer Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer. Berlin.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.) (2008):  
Lebenslagen in Deutschland. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Berlin.
Deutscher Bundestag (Hrsg.) (2000):  
Sechster Familienbericht. Familien ausländischer Herkunft in Deutschland. Leistungen – Belastungen – 
Herausforderungen und Stellungnahme der Bundesregierung. Drucksache 14/4357. Berlin.  
Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft Hessen (Hrsg.) (2002):  
Migrationsreport Hessen. Bevölkerung, Ausbildung und Arbeitsmarkt. Wiesbaden.
Gomolla, M.; Radtke, F.-O. (2002):  
Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule. Opladen.
Hessische Landeszentrale für politische Bildung (1985):  
Ausländerbeiräte in Hessen. Ein Leitfaden. Wiesbaden.
Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.) (2008):  
Grünbuch. Migration und Mobilität: Chancen und Herausforderungen für die EU-Bildungssysteme. Brüssel.
Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) (Hrsg.) (2005):  
KGSt-Bericht 7/2005. Management kommunaler Integrationspolitik. Köln. 
Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) (Hrsg.) (2008):  
Materialien: Interkulturelle Öffnung. In sieben Schritten zur interkulturellen Öffnung der Verwaltung  
(M 5/2008). Köln.

155
Konsortium Bildungsberichterstattung im Auftrag der Kultusministerkonferenz  
und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Hrsg.) (2006):  
Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration. 
Bielefeld.
Magistrat der Stadt Darmstadt (Hrsg.) (1980):  
Bericht zur Situation der ausländischen Mitbürger in Darmstadt mit besonderer Berücksichtigung der 
laufenden Aktivitäten zur Integration der zweiten und dritten Generation. Darmstadt.
Magistrat der Stadt Darmstadt (Hrsg.) (1988):  
Bericht zur Situation der ausländischen Mitbürger in Darmstadt mit besonderer Berücksichtigung der 
laufenden Aktivitäten zur Integration der zweiten und dritten Generation. Vierte fortgeschriebene, in der 
Dokumentation z. T. erweiterte Ausgabe. Darmstadt.
Magistrat der Stadt Darmstadt, Sozialdezernat (Hrsg.) (1996): 
Sozialbericht Kirchtannensiedlung. Beiträge zur Sozialberichterstattung 1/1996. Darmstadt.
Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (Hrsg.) (2010):  
Einwanderungsgesellschaft 2010. Jahresgutachten 2010 mit Integrationsbarometer. Berlin.
Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration (Hrsg.) (2004):  
Migrationsbericht 2004 über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland. Berlin.
Staatliches Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt (Hrsg.) (2009):  
Deutsch als Zweitsprache. Entwicklungsbericht. Sprachförderung für Schülerinnen und Schüler mit 
 Migrationshintergrund. Darmstadt. 
vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. (Hrsg.) (2009):  
Dem Leitbild Bürgerschaft verpflichtet. Sinus Migranten-Milieus. Ein Kompass für die Stadtgesellschaft. 
vhw-Schriftenreihe 1. Berlin. 
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Einwohnerwesen, Wahlen und Statistik (Hrsg.) (1998):  
Statistisches Jahrbuch 1998. Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Magistrat, Sozial- und Jugenddezernat (Hrsg.) (1999):  
Armut in Deutschland – Zweiter Bericht, Beiträge zur Sozialberichterstattung. Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Magistrat, Sozial- und Jugenddezernat (2000a):  
Kranichstein – Entwicklungsbericht – 1997– 2000. Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Einwohnerwesen, Wahlen und Statistik (Hrsg.) (2000b):  
Statistisches Jahrbuch 2000. Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt / Der Oberbürgermeister, AG Sozialplanung (Hrsg.) (2002):
Sozialatlas Darmstadt. Bildung eines Sozialindex. Beiträge zur Sozialberichterstattung, 1/2002.
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Statistik und Stadtforschung 
(Hrsg.) (2006):  
Datenreport 2006. Wissenschaftsstadt Darmstadt. Darmstadt.

156
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Statistik und Stadtforschung 
(Hrsg.) (2008):  
Datenreport 2008. Wissenschaftsstadt Darmstadt. Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Statistik und Stadtforschung 
(Hrsg.) (2009):  
Datenreport 2009. Wissenschaftsstadt Darmstadt. Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Statistik und Stadtforschung 
(Hrsg.) (2010):  
Datenreport 2010. Wissenschaftsstadt Darmstadt. Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Sozialdezernat, Sozial- und Jugendhilfeplanung (Hrsg.) (2010a):  
Sozialatlas Darmstadt. Beiträge zur Sozialberichterstattung 2010. Darmstadt.

2012/0195

7195 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
14.06.2012 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat I  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Interkulturelles Büro 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2012/0195 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.:       
Kostenstelle:       Investitionsnummer:       
Kostenträger:       Sachkonto:       
 
Betreff: "Weltoffenes Darmstadt leben und gestalten" 
Bericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Integrationspolitik und 
Integrationsarbeit in Darmstadt 
 
Vorlage vom: 04.06.2012 
 
Beschlussvorschlag: 
 
1. Der Magistrat nimmt den Bericht zur Kenntnis. 
2. Die Handlungsempfehlungen sollen als Grundlage zur Weiterführung der Integrationspolitik und 
Integrationsarbeit in Darmstadt dienen. 
 
 
Anlagen: Migrationsbericht 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 04.06.2012  
 
Im Rahmen der Einführung einer kommunalen Integrationssteuerung hat der Magistrat der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt entschieden, einen Bericht zu verfassen, der als Grundlage für 
integrationspolitisch relevante Handlungsempfehlungen dienen soll.  
Die Handlungsempfehlungen werden im letzten Kapitel vorgestellt und beziehen sich auf die Bereiche 
Verwaltung, Bildung, Gesundheit, Soziales, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Migranten-Communities, 
Lotsinnen/Lotsen, Stadtteil, Antirassismus, politische Partizipation, Sport und bürgerschaftliches 
Engagement.   
 
Der erste Berichtsentwurf aus dem Jahr 2009 wurde bei der inhaltlichen Überarbeitung in den Jahren 
2010 und 2011 aktualisiert. Der Berichtszeitraum reicht bis zum Jahr 2010. Der Bericht soll 
regelmäßig fortgeschrieben werden.  
 
Der vorliegende Bericht zur Integrationspolitik und Integrationsarbeit unter der Überschrift 
„Weltoffenes Darmstadt leben und gestalten“ beinhaltet folgende Kapitel:  
 
1. „Migration und Integration in Darmstadt“ 
Hier werden zunächst in einem historischen Abriss einige Entwicklungstendenzen der letzten vier 
Jahrzehnte Einwanderungsgeschichte nach Darmstadt nachgezeichnet. Im Anschluss daran folgt eine 
kritische Stellungnahme zur begrenzten Aussagekraft der vorliegenden statistischen Daten. Danach 
werden für den Berichtszeitraum 2005-2010 Daten zur ausländischen Bevölkerungsentwicklung unter 
Berücksichtigung neuerer Migrationstendenzen sowie Daten zur Einbürgerung und zu bi-nationalen 
Eheschließungen vorgestellt. Dem folgt die Betrachtung der Daten zu den zentralen Themen Bildung, 
Arbeit und Wohnen differenziert nach Alter, Geschlecht und Stadtteil. In diesem Teil werden beide 
Aspekte -  mangelnde Zugangschancen als auch erfolgreicher Zugang zu diesen gesellschaftlichen 
Ressourcen – deutlich. Gleichzeitig werden in Bezug auf diese Tendenzen bereits erste 
integrationspolitisch relevante Handlungsfelder und –maßnahmen in diesen Bereichen aufgeführt.   
 
2. „Strategien kommunaler Integrationssteuerung“ 
Dieses Kapitel stellt das Integrationsverständnis und das integrationspolitische Ziel der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie die Strategien zur kommunalen Integrationssteuerung dar, die 
die Wissenschaftsstadt Darmstadt seit mehr als 10 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Danach 
werden die Funktion, die Aufgaben und Befugnisse des Interkulturellen Büros als Querschnittsamt, 
Fachstelle für Integration und „Motor“ der Integrationssteuerung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
erläutert. Schließlich werden in diesem Kapitel die bereits bestehenden sowie die geplanten neuen 
Steuerungsgremien und -instrumente vorgestellt.  
 
3. „Handlungsfelder kommunaler Integrationsarbeit“ 
Beinhaltet die Handlungsfelder, in denen die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihre 
integrationspolitischen Schwerpunkte gelegt hat und in denen Integrationsarbeit entsprechend dem 
weiter oben ausgeführten Integrationsverständnis und den Handlungsleitlinien gestaltet wird. Es 
werden zunächst die Maßnahmen aufgeführt, die vom Interkulturellen Büro in enger Vernetzung und 
Kooperation mit den zahlreichen in Darmstadt in der Integrationsarbeit tätigen Organisationen und 
Einrichtungen durchgeführt werden. Strukturiert ist dieses Kapitel nach den zentralen 
integrationspolitisch relevanten Handlungsfeldern der Wissenschaftsstadt Darmstadt: Verwaltung, 
Bildung, Soziales und Gesundheit, Migranten-Communities, Interkulturelle Vermittlung, Interkulturelle 
Stadtteilarbeit, Antirassismus und bürgerschafliches Engagement. Im Anschluss werden die 
Integrationsmaßnahmen weiterer städtischer Ämter vorgestellt. 
 
 
 
 
 
 
 
 
4. „Weitere Integrationsmaßnahmen in der Stadt Darmstadt“ 
Berichte der in der Integrationsarbeit tätigen Organisationen und Einrichtungen über eigene Aktivitäten 
in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Bildung und Stadtteil. Hier werden z.B. die Aufgaben und 
Angebote der Migrationsdienste, spezifische Angebote von Freien Trägern für Mädchen und ältere

- 4 - 
Migrantinnen, Angebote des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Darmstadt, zahlreiche 
Berichte der Träger im Gesundheitswesen, die Maßnahmen des Staatlichen Schulamtes, das  
Präventionsprojekt des Ausländerbeirates oder die Arbeit der Stadtteilarbeitsgruppen vorgestellt. 
Dieses Kapitel zeigt, wie breit das Spektrum der Integrationsmaßnahmen in Darmstadt ist. 
 
5. „Standpunkte von Expertinnen und Experten“ 
Das Kapitel gibt die Standpunkte, Stellungnahmen und auch Handlungsempfehlungen verschiedener 
Gremien und Personengruppen wieder: zunächst die Empfehlungen der Teilnehmerinnen und 
Teilnehmer des neu eingerichteten Steuerungsgremiums, des Integrationsforums. Danach die 
Stellungnahme von Migranteneltern zur Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen und im 
Anschluss die Stellungnahme und Empfehlungen des Ausländerbeirates.  
 
6. „Strategische Weiterentwicklung kommunaler Integrationspolitik /Fachpolitische 
Handlungsempfehlungen“ 
Hier werden die Empfehlungen der lokalen Expertinnen und Experten aus dem vorherigen Kapitel 
aufgenommen und ergänzt durch Empfehlungen des Nationalen Integrationsplans (NIP), 
Empfehlungen der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände sowie durch 
integrationspolitische Handlungsempfehlungen anderer Kommunen. Diese werden in verschiedenen 
Handlungsfeldern zusammenfassend und unter strategischen Überlegungen wiedergegeben. Die 
Weiterführung und Vertiefung bereits bestehender Maßnahmen wird dabei empfohlen, gleichwohl 
werden neue Handlungsfelder aufgeführt, wie z.B. Wirtschaft und Sport. Die einzelnen 
Handlungsempfehlungen sind jedoch nicht als abschließend und zu Ende diskutiert zu sehen, sondern 
als Gestaltungsmöglichkeiten eines dynamischen Integrationsprozesses in einer vielfältigen 
Einwanderungsgesellschaft zu verstehen. 
 
 
 
Darmstadt, den  04.06.2012 
 
 
Dezernat I 
 
 
 
 
Jochen Partsch 
Oberbürgermeister

Beratungsverlauf (5)

TOP 296
TOP 1
TOP 1
TOP 15
TOP 11

Orte (16)

  • Grafenstraße 3
  • Martinstraße 140
  • Holzstraße 7
  • Messeler Straße
  • Marburger Straße 2
  • Riedstraße
  • Rodgaustraße
  • Luisenplatz
  • Herdweg
  • Am Oberfeld 3
  • Am Lämmchesberg 3
  • Frankfurter Straße 71
  • Max-Ratschow-Weg 16
  • Kurt-Schumacher-Straße 7
  • Riedeselstraße
  • Meißnerweg 23

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2012/0195
Typ
Magistratsvorlage
Datum
04.06.2012
Erstellt
29.09.2026 00:00