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A-R/0032/2021

Benennung einer Straße nach Marga Spiegel

Antrag an den Rat 03.05.2021

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 19.05.2021, TOP 2.24.2

a-r-0032-2021-CDU-Marga Spiegel Straße

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a-r-0032-2021-CDU-Marga Spiegel Straße

2564 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0032/2021 
 
 
1 
 
Ratsantrag  
 
 
 Münster, 12. April 2021 
 
 
Benennung einer Straße nach Marga Spiegel  
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
Die Stadt Münster widmet Marga Spiegel ein bleibendes Andenken und würdigt ihr 
Wirken durch die Benennung einer Straße. Die Verwaltung wird hierfür beauftragt, 
einen der Person geeigneten Standort für die Marga-Spiegel-Straße vorzuschlagen, 
der ihren Namen tragen soll. 
 
 
Begründung 
 
Als Überlebende des Holocaust engagierte sich Marga Spiegel in Aktionen wider 
das Vergessen und Verdrängen der deutschen Untaten 1933 bis 1945. Im Zweiten 
Weltkrieg entkam sie der Judenverfolgung in Ahlen und lebte mit ihrer kleinen 
Tochter Karin versteckt bei der Bauernfamilie Aschoff in Herbern bei Ascheberg. 
Nach dem Krieg zeichnete Spiegel ihre Erinnerungen an das Untertauchen auf, die 
erstmals zwischen Januar und Mai 1965 in 17 Folgen in der münsterischen 
Bistumszeitung „Kirche und Leben“ veröffentlicht wurde. 1969 erschienen ihre 
Erinnerungen unter dem Titel „Retter in der Nacht“ in Buchform. Das Buch gilt heute 
als wichtige Quelle für die Geschichte der westfälischen Juden zur Zeit des 
Holocaust. Im selben Jahr wurden die Bauernfamilien, die die Spiegels versteckten, 
durch den israelischen Botschafter in Deutschland, Asher Ben-Natan, geehrt. Die 
Verfilmung ihrer Lebensgeschichte „Unter Bauern“ machte Marga Spiegel 
deutschlandweit bekannt. 
 
Sie war mit Münster eng verbunden. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1982 zog 
sie nach Münster, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Sie verstand sich als 
Brückenbauerin zur nichtjüdischen Mehrheit. Ihr Leben war geprägt von 
Versöhnung. In Münster wurde sie in der jüdischen Gemeinde aktiv und besuchte 
auch ungezählte Schulklassen als Zeitzeugin. Auch hielt Spiegel Lesungen und 
beteiligte sich an Diskussionen gegen das Vergessen. Sie kümmerte sich ebenfalls 
um jüdische Kultur. Aus ihrem Nachlass wurden bedeutende Werke mehrere 
jüdischer Künstler in Münster versteigert. Dazu zählen die Bilder von Judith Pins, 
die jahrelang in Münster lebte.

Für ihren unermüdlichen Einsatz als Zeitzeugin wurde sie mit dem Verdienstkreuz 
am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und den 
Verdienstorden des Landes NRW ausgezeichnet. Als Mahnung und Erinnerung an 
einen außergewöhnlichen Menschen sollte eine passende Straße nach Marga 
Spiegel genannt werden. 
 
Eine angemessene Ehrung von Frau Spiegel sollte über eine Straßen- oder 
Platzbezeichnung erfolgen.  
 
 
Gez.  
Weber und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

19.05.2021 Hauptausschuss
TOP 2.24.2 (Entsch. § 60 Abs. 2 GO NRW, epidemische Lage) Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Marga-Spiegel-Straße

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Details

Aktenzeichen
A-R/0032/2021
Typ
Antrag an den Rat
Datum
03.05.2021
Erstellt
03.05.2021 15:25