A-R/0032/2021
Benennung einer Straße nach Marga Spiegel
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a-r-0032-2021-CDU-Marga Spiegel Straße
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0032/2021 1 Ratsantrag Münster, 12. April 2021 Benennung einer Straße nach Marga Spiegel Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Stadt Münster widmet Marga Spiegel ein bleibendes Andenken und würdigt ihr Wirken durch die Benennung einer Straße. Die Verwaltung wird hierfür beauftragt, einen der Person geeigneten Standort für die Marga-Spiegel-Straße vorzuschlagen, der ihren Namen tragen soll. Begründung Als Überlebende des Holocaust engagierte sich Marga Spiegel in Aktionen wider das Vergessen und Verdrängen der deutschen Untaten 1933 bis 1945. Im Zweiten Weltkrieg entkam sie der Judenverfolgung in Ahlen und lebte mit ihrer kleinen Tochter Karin versteckt bei der Bauernfamilie Aschoff in Herbern bei Ascheberg. Nach dem Krieg zeichnete Spiegel ihre Erinnerungen an das Untertauchen auf, die erstmals zwischen Januar und Mai 1965 in 17 Folgen in der münsterischen Bistumszeitung „Kirche und Leben“ veröffentlicht wurde. 1969 erschienen ihre Erinnerungen unter dem Titel „Retter in der Nacht“ in Buchform. Das Buch gilt heute als wichtige Quelle für die Geschichte der westfälischen Juden zur Zeit des Holocaust. Im selben Jahr wurden die Bauernfamilien, die die Spiegels versteckten, durch den israelischen Botschafter in Deutschland, Asher Ben-Natan, geehrt. Die Verfilmung ihrer Lebensgeschichte „Unter Bauern“ machte Marga Spiegel deutschlandweit bekannt. Sie war mit Münster eng verbunden. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1982 zog sie nach Münster, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Sie verstand sich als Brückenbauerin zur nichtjüdischen Mehrheit. Ihr Leben war geprägt von Versöhnung. In Münster wurde sie in der jüdischen Gemeinde aktiv und besuchte auch ungezählte Schulklassen als Zeitzeugin. Auch hielt Spiegel Lesungen und beteiligte sich an Diskussionen gegen das Vergessen. Sie kümmerte sich ebenfalls um jüdische Kultur. Aus ihrem Nachlass wurden bedeutende Werke mehrere jüdischer Künstler in Münster versteigert. Dazu zählen die Bilder von Judith Pins, die jahrelang in Münster lebte. Für ihren unermüdlichen Einsatz als Zeitzeugin wurde sie mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und den Verdienstorden des Landes NRW ausgezeichnet. Als Mahnung und Erinnerung an einen außergewöhnlichen Menschen sollte eine passende Straße nach Marga Spiegel genannt werden. Eine angemessene Ehrung von Frau Spiegel sollte über eine Straßen- oder Platzbezeichnung erfolgen. Gez. Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: verwiesen
Zur SitzungOrte (1)
- Marga-Spiegel-Straße
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0032/2021
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 03.05.2021
- Erstellt
- 03.05.2021 15:25