3525/2018
Bürgereingabe nach § 24 GO, Schaffung eines "Hauses der Geschichte", Az:02-1600-169/18
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/44 44/42 Vorlagen-Nummer 3525/2018 Freigabedatum 07.11.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Bürgereingabe nach § 24 GO, Schaffung eines "Hauses der Geschichte", Az:02-1600-169/18 Beschlussorgan Ausschuss für Anregungen und Beschwerden Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden dankt dem Petenten für seine Eingabe, spricht sich jedoch gegen die Einrichtung eines „Hauses der Stadtgeschichte“ aus. Ausschuss für Anregungen und Beschwerden 27.11.2018 2 Begründung: Die Anregung ist vom Motiv her grundsätzlich nachvollziehbar, ihr kann aber in der Argumentation nicht gefolgt werden, da die erhofften Mehrwerte und Vorteile mit denen die Schaffung eines „Hauses der Stadtgeschichte“ begründet wird, gegenwärtig durch die Vielzahl von kulturellen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen der Stadt Köln bereits erreicht werden. Erste Anlaufstelle zur wissenschaftlichen Erforschung und fachkundigen Ausein andersetzung mit der lokalen Geschichte ist neben dem Kölnischen Stadtmuseum das Historische Archiv der Stadt Köln, in dem jede interessierte Bürgerin und jeder interessierte Bürger, im Rahmen des geltenden Rechts (Urheberrecht, Datenschutzrecht, etc.), fr eien Zugang zu den aufbewahrten Dokumenten erhalten kann. Zusätzlich kann sachkundige Beratung und Unterstützung bei Recherchen und wissenschaftl i- chen Arbeiten durch die Archivarinnen und Archivare vor Ort in Anspruch genommen werden. Das Archiv bewahrt da bei nicht nur städtisches Schriftgut auf, sondern ergänzt die historische Überlief e- rung durch Sammlungen und Nachlässe von Privatpersonen, Vereinen, Firmen und anderen Institut i- onen und wirkt damit explizit dem im Antrag angeführten Verfall von Wissen entgegen. Auch die erwarteten Synergieeffekte bestehen bereits zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der wechse l- seitigen Zusammenarbeit des Historischen Archivs und des Kölnischen Stadtmuseums mit verschi e- denen örtlichen Geschichtsvereinen und lokalen Historikern. Gegenseitige Besuche dienen dem Au s- tausch und der Kooperation und fördern eine gemeinsame, zielgerichtete Auseinandersetzung mit historischen Fragestellungen und die Erarbeitung von überzeugenden Ergebnissen. Beispielhaft sei hier die vom Historischen Arch iv zusammen mit lokalen Historikern entwickelte Ausstellung zum 200. Jubiläum des Schießplatzes in der Wahner Heide genannt. Des Weiteren besteht mit der Fachbibliothek des Historischen Archivs und des Kölnischen Stadtm u- seums, des NS -Dokumentationszentrums, des Rheinischen Bildarchivs Köln, der Kunst -und Mus e- umsbibliothek der Stadt Köln, der Bibliothek der Universität zu Köln sowie anderer Fachbibliotheken der Museen ein umfangreiches Angebot zur Einsicht und Ausleihe von Fachliteratur. Außerdem st e- hen die Zentrale Stadtbibliothek und elf Ortsteilbibliotheken mit der Möglichkeit, Publikationen anz u- bieten und sie so einem größeren Publikum bekannt zu machen, zur Verfügung. Eine weitere Fachbibliothek schafft vor diesem Hintergrund kein neues Angebot, sondern trägt eher zu einer Zersplitterung der bestehenden Bibliothekslandschaft bei. Auch die Vermittlung von Geschichtsverständnis und -bewusstsein und die Förderung des Interesses an der lokalen Vergangenheit werden gegenwärtig durch die bestehenden Einrichtu ngen der Stadt Köln bereits aktiv und öffentlich wahrgenommen. Bereits 1888 wurde mit dem Kölnischen Stadtmus e- um die Idee eines „Hauses der Stadtgeschichte“ realisiert, das reichhaltige historische Erbe der Stadt für heutige und zukünftige Generationen zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Darüber hinaus bieten die ständigen und wechselnden Ausstellungen von R ö- misch-Germanischem-Museum, Kölnischem Stadtmuseum, NS -Dokumentationszentrum, Raute n- strauch-Joest-Museum, Historischem Archiv und zahlreicher anderer Kölner Museen und Einrichtu n- gen, zusätzlich einen abwechslungsreichen Einblick in die facettenreiche Kölner Stadtgeschichte. Gerade für den historisch Interessierten Laien besteht so die Möglichkeit, sich ungezwungen mit der gesamten, didaktisch aufbereiteten Kölner Stadtgeschichte auseinanderzusetzen. Gerade Projekte wie das MIQUA oder die Historische Mitte zeigen, dass die Stadt Köln sehr daran interessiert ist, auch zukunftsgerichtet ihrer Verantwortung zur Dokumentation und Vermittl ung der eigenen G e- schichte gerecht zu werden. Neben den dort errichteten Museen wird zusätzlich Raum für die wissenschaftliche Forschung, Au s- einandersetzung und Begegnung geschaffen, so beispielsweise mit dem geplanten Studiengebäude für das Römisch -Germanischen-Museum. Doch auch die bestehenden Einrichtungen bieten bereits heute die Möglichkeit für themenbezogenen Austausch und dienen als Kontakt - und Anlaufstelle für interessierte Bürger. Vor allem durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Museen , des Stadtkonservators, des Historischen Archivs und der Bodendenkmalpflege besteht innerhalb der Stadt Köln ein umfassendes 3 Netzwerk, das die Pflege, Übermittlung, Dokumentation und Bewahrung des historischen Kulturg utes der Stadt und ihrer Bürgerinnen u nd Bürger zur Aufgabe hat. Dieses Netzwerk ist offen gestaltet und steht in ständigem Austausch, um so gemeinsam und zielgerichtet das bestmögliche Angebot für die Bürgerinnen und Bürger bieten zu können. Unabhängig von den bereits dargelegten inhaltliche n Aspekten, erscheint die Einrichtung eines „Ha u- ses der Stadtgeschichte“ auch organisatorisch schwer umsetzbar. Neben den Fragen nach der F i- nanzierung, der Verantwortung und den geeigneten Räumlichkeiten, die unter anderem den Anford e- rungen an Archiv- und Bibliotheksräume gerecht werden müssen, stellt sich vor allem die Frage nach der Nutzung und dem Zugang zu dieser Einrichtung. Die Absicht, das „Haus der Stadtgeschichte“ insbesondere für Ortshistoriker zu schaffen, führt zu e i- nem Abgrenzungsproblem hins ichtlich des Nutzerkreises. Es erscheint fraglich, ob überhaupt geklärt werden kann, was genau unter einem „Ortshistoriker“ zu verstehen ist, um damit den Nutzerkreis festzulegen, der dann einen Anspruch auf Benutzung des Hauses herleiten könnte. Die Idee die Ellmühle im Deutzer Hafen als möglichen Standort zu nutzen, scheidet insoweit aus, als das Gebäude im Rahmen der geplanten Umgestaltung des gesamten Deutzer Hafens, mittelfristig nicht im Zugriff der Stadt Köln steht. Im Ergebnis würde daher ein „Haus der Stadtgeschichte“ im dargestellten und angestrebten Sinne die bestehende und bereits geplante, auf die Bewahrung und Vermittlung der lokalen Historie ausgerich- tete, städtische Bildungs- und Kulturlandschaft nicht ergänzen, sondern - im Gegenteil - zu Über- schneidungen und Redundanzen bei Zuständigkeiten, Inhalten und Standorten führen. gez. Laugwitz-Aulbach
Bügerantrag_Anonym
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An die Bezirksvertretung 1 der Stadt Köln • ggfls. auch Rat der Stadt Köln, falls wegen der grundsätzlichen Bedeutung zuständig • Frau Oberbürgermeisterin • Beschwerdeausschuss • Herrn Bezirksbürgermeister • Leiter Bürgeramt • SPP, Grüne, CDU, FDP • Stadtarchiv, Stadtmuseum, RGM, Stadtkonservator, Kultur, KSt. FABE • Presse (Köln), „Bürgerantrag“, Anregungen und Beschwerden nach §14 Hauptsatzung (§24 GO) hier: Schaffung eines „Haus der Stadtgeschichte“, insbesondere für Kölner Ortshistoriker, z.B. in den Mühlenwerken am Deutzer Hafen Hiermit mache ich gemäß § 14 der Hauptsatzung der Stadt Köln und § 24 der Gemeindeordnung NRW folgende Anregung: Die Verwaltung wird aufgefordert, die Schaffung eines „Hauses der Stadtgeschichte“ zu prüfen. Als Standort bieten sich zurzeit u.a. die mittelfristig freiwerdenden Mühlenwerke am Deutzer Hafen an • Das „Haus der Stadtgeschichte“ soll vorrangig von Ortshistorikern genutzt werden können – sowohl als Ausstellung als auch als Lager, • In Verbindung mit kommunalen und regionalen Stellen, die sich mit der Historie Kölns befassen, können viele Synergieeffekte entstehen – insbesondere mit Stadtarchiv, Stadtmuseum, Bodendenkmalpflege, Stadtkonservator, • Als zentraler Bezugsort für Ortshistoriker kann es zudem Informationen über Ortshistoriker und ortskundliche Arbeiten zentral erfassen, • Es kann als Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten Dritter dienen, • Es kann Austausch und Information der Ortshistoriker fördern, • Es kann eine ortsbezogene Bibliothek aufgebaut werden – virtuell oder real, • Es soll Fördermöglichkeiten aufzeigen bzw. entsprechende Kontakte, • Es übernimmt auch ortskundliche Bestände, insbesondere von Ortshistorikern, Die Besetzung sollte durch eine zu fördernde Teilzeitstelle und weitestgehend ehrenamtlich im Wechsel von Gruppen und Vereinen erfolgen. Begründung Es gibt meines Wissens keine vergleichbare Anlaufstelle in Köln oder im Umland. Ortshistoriker sind meist auf sich allein gestellt – insbesondere „verfallen“ oft ihr Wissen und ihre Bestände bei Umzügen, Krankheit oder Tod. Das große Interesse am neu geschaffenen „Tag der Kölner Stadtgeschichte“ im Odysseum zeigt, dass hier sowohl ein Interesse als auch ein Bedarf besteht. Mit Unterstützung von Ortshistorikern kann auch vielen Ämtern die Arbeit erleichtert werden. Weiterhin kann in der Bevölkerung das Interesse an Geschichte entwickelt, gesteigert und gefördert werden. Ein genaueres Konzept sollte mit Osthistorikern und kommunalen Stellen entwickelt werden. Wichtig ist auch, dass bei der Archivierung keine Orts- oder Themenbezogenen Sammlungen mehr auseinandergerissen werden – wie dies u.a. aus Platzmangel heute geschehen muss mit freundlichen Grüßen (Anynomisiert)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3525/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 07.11.2018
- Erstellt
- 26.10.2018 09:06