V/0386/2009
Antrag der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Nr. A-R/0056/2008 "Modellprojekt mit Alternativen Antriebskonzepten für die städtische Fahrzeugflotte auflegen - Der Verantwortung als Bundeshauptstadt im Klimaschutz gerecht werden"
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Beschlussvorlage
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V/0386/2009 DER OBERBÜRGERMEISTER Personal- und Organisationsamt Betrifft Antrag der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Nr. A-R/0056/2008 "Modellprojekt mit Alternativen Antriebskonzepten für die städtische Fahrzeugflotte auflegen - Der Verantwortung als Bundeshauptstadt im Klimaschutz gerecht werden" Beratungsfolge 24.06.2009 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Der Bericht zum Einsatz von alternativen Antriebskonzepten bei der Stadt Münster vom 10.05.2009 (Anlage 1) wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, sich um ein Modellprojekt mit 5 Elektro-Smarts inkl. ent- sprechender Vermarktung / Sponsoring zu bewerben. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, bei Neu- / Ersatzbeschaffungen in den Jahren 2009 und 2010 im PKW-Segment zu prüfen, ob der Einsatz eines Fahrzeuges Toyota Prius-Vollhybrid unter den Voraussetzungen der jeweiligen Einsatz- und Anforderdungsprofile möglich ist. 4. Mit dieser Maßgabe wird der Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R/0056/2008 (Anlage 2) zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Umwelt und Bauwesen (AUB) verwiesen. Begründung: Zu 1. Die Verwaltung hat im anliegenden Bericht die Antragsinhalte aufbereitet und Einsatzmög- lichkeiten für die Stadt Münster dargestellt. Zu 2. Ein Modellprojekt mit Elektrofahrzeugen kann zur Zeit nicht initiiert werden, da entsprechen- de Fahrzeuge wie im Bericht dargestellt, am Markt nicht verfügbar sind, die u.a. über die für den erforderliche „passive Sicherheit“ wie Frontairbags, Seitenairbags, feste Sicherheitska- rosserie, Automatikgurte etc. verfügen und somit auch einen aktuellen und zwingend erfor- derlichen Fahrzeugstandard darstellen. Vorlagen-Nr.: V/0386/2009 Auskunft erteilt: Herr Lauxtermann Ruf: 4 92 10 59 E-Mail: Lauxtermann@stadt-muenster.de Datum: 20.05.2009 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0386/2009 Die Verwaltung wird sich um ein Modellp rojekt bewerben. Die örtliche Niederlassung der Daimler AG hat in den geführten Vorgesprächen bereits zugesagt, einen solchen Antrag der Stadt Münster positiv und befürwortend gegenüber der Daimler AG zu vertreten. Gespräche mit der Fa. Stadtteilauto haben ergeben, dass sich die Fa. Stadtteilauto die Teil- nahme an einem solchen Modellprojekt ebenfalls gut vorstellen kann. Zu 3. Der Toyota Prius-Vollhybrid ist ein Fahrzeug der „Unteren Mittelklasse“. Die Stadtverwaltung Münster setzt im PKW-Segment jedoch vorrangig Fahrzeuge der „Kleinwagen“-Klasse ein, da diese bereits den geforderten Einsatz- und Anforderungsprofilen genügen. Die am Markt verfügbaren und von der Stadt Münster eingesetzten Kleinwagen- Fahrzeuge schneiden hinsichtlich des Kraftstoffverbrauches und der CO2-Emissionen nur unwesentlich schlechter oder gleich gut ab. Zudem sind sie in der Anschaffung noch erheb- lich preisgünstiger. Somit scheidet das genannte Vollhybrid-Fahrzeug schon aus wirtschaftli- chen Gründen als Ersatz gegen ein Fahrzeug der Kleinwagen-Klasse aus. In dem verbleibenden Bereich des Einsatzes von Fahrzeugen der „Unteren Mittelklasse“ wird die Verwaltung in den nächsten 2 Jahren bei Neu- / Ersatzbeschaffungen prüfen, ob hinsicht- lich der geforderten Einsatz- / und Anforderungsprofile und der Preis-/ Umweltgewichtung die Beschaffung eines Toyota Prius Vollhybrid oder eines vergleichbaren Fahrzeuges mit glei- cher Technik möglich ist, um so ein entsprechendes Modellprojekt zu initiieren. Der Markt wird entsprechend beobachtet. In Vertretung gez. Dr. Heinrichs Anlagen Anlage 1: Bericht zum Einsatz von alternativen Antriebskonzepten bei der Stadt Münster Anlage 2: Antrag an den Rat Nr. A-R/0056/2008
Anlage 1: Bericht zum Einsatz von alternativen Antriebskonzepten
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...
Anlage 1 V/0386/2009
10 20 0001 10.05.2009
Friedhelm Lauxtermann 10 59
Bericht zum Einsatz von alternativen Antriebskonzepten bei der Stadt Münster
- SPD-Antrag im Rat der Stadt Münster Nr. 0056-2008: „Modellprojekt mit alternativen
Antriebskonzepten für die städt. Fahrzeugflotte auf legen – Der Verantwortung als
Bundeshauptstadt im Klimaschutz gerecht werden“ -
Die SPD-Fraktion hat folgenden Antrag an den Rat der Stadt Münster gestellt ( Anlage ):
„Der Rat der Stadt Münster möge beschließen :
1. Die Stadt Münster beschafft
für ein Modellprojekt „Elektroauto“ fünf Elektrofa hrzeuge samt E-Tankstellen für
die technischen Ämter am Standort Parkhaus (Parkpalette) des Stadthauses 3
und
fünf Vollhybridfahrzeuge für die Fahrzeugflotte de r Stadtverwaltung
In der Betriebsphase findet ein Evaluationsprozess statt, über den die Gremien
informiert werden.
2. Die Stadt Münster bemüht sich, geeignete Koopera tionspartner für das Modellprojekt
zu gewinnen
Eine Arbeitsgruppe hat zu diesem Thema unter anderem umfangreiche Internet- und Presse-
Recherchen betrieben und Gespräche mit Vertretern v on namhaften Autohäusern geführt
etc. Ergebnis :
5 Elektrofahrzeuge samt dazugehöriger E-Tankstellen
Sparte PKW
Die beiden im Antrag aufgeführten Beispiele :
„Projekt London („seit Einführung der City-Maut sind hier tagtä glich über
1.600 Elektroautos –hauptsächlich genutzt von Behör den und
Firmen- unterwegs) –Modell Smart-„)
und
- 2 -
...
„Projekt Berlin („Start des Projektes „e-mobility Berlin“, das ebe nfalls auf
Elektroautos setzt) – Modell Smart-„)
sind „reine“ Modellprojekte der Daimler AG. Nach Au skunft der Fa. Beresa GmbH Münster
können diese Fahrzeuge zur Zeit nicht am Markt erworben werden (die Elektro-Smart sind
zwar als „seriennah“ zu bezeichnen, jedoch noch nicht „serienreif“).Diese Fahrzeuge werden
lediglich für ausgesuchte Modellprojekte (Großproje kte) zur Verfügung gestellt; hier ist der
Standort Münster derzeit nicht vorgesehen.
Auch die übrigen Hersteller bieten zum jetzigen Zeitpunkt auf dem deutschen Markt im PKW-
Bereich der „Kleinwagen“ und „unteren Mittelklasse“ (grundsätzliches Fahr- und
Anforderungsprofil der Fahrzeuge im PKW-Segment der Stadt Münster – vorrangig
Kleinwagen-) keine serienreifen Elektro-Fahrzeuge an, die u.a. über die für den Einsatz
erforderliche „passive Sicherheit“ wie Frontairbags , Seitenairbags, feste
Sicherheitskarosserie, Automatikgurte etc. verfügen und somit auch einen „aktuellen und
zwingend erforderlichen Fahrzeugstandard“ darstelle n. Viele Hersteller „versuchen“ sich
zwar in diesem Segment, jedoch zum jetzigen Zeitpun kt lediglich mit Prototypen und mit
derzeit nicht tauglichen Kapazitäten in den Reichweiten.
Ebenfalls werden die in dem Antrag aufgeführten Ele ktro-Fahrzeuge „Duracar Quicc Diva“,
„Aixam-Mega Nice Mega City“ und „Think Global AS T hink City“ zurzeit nicht auf dem
deutschen Markt angeboten.
Die Serienentwicklungsphase bei der Daimler AG für den „Elektro-Smart“ soll allerdings nach
Information der Fa. Beresa GmbH jetzt beginnen – di es belegen auch entsprechende
Internet-Recherchen-; frühestens ab Ende 2009 / Anf ang 2010 könnte dann auch mit den
ersten Fahrzeugen zu rechnen sein, die am Markt erw orben werden können (bzw. Leasing /
Miete).
Fazit :
Ein Modellprojekt „Einsatz von 5 Elektrofahrzeugen samt dazugehöriger E-Tankstellen am
Standort Parkpalette Stadthaus 3“ kann aus den vorgenannten Gründen derzeit nicht initiiert
werden.
Die Arbeitsgruppe schlägt daher vor, dass sich die Stadtverwaltung Münster über die Fa.
Beresa GmbH bei der Daimler AG um ein „Modellprojek t mit z.B. 5 Elektro-Smarts“ inkl.
entsprechender Vermarktung und Sponsoring durch die Daimler Benz AG bewirbt. Als
Referenzen für die Stadtverwaltung Münster können hier u.a. alle bisher erzielten Erfolge der
Vergangenheit in Sachen Klimaschutz inkl. aller ver liehenen Auszeichnungen als „grüne
Stadt“ etc. in die „Waagschale geworfen werden“.
Die Fa. Beresa GmbH hat in den geführten Gesprächen versichert, einen solchen Antrag der
Stadt Münster positiv und befürwortend gegenüber de n entscheidenden Stellen
(„Führungsetage“) der Daimler Benz AG zu vertreten.
Gespräche mit der Firma Stadtteilauto haben ergeben , dass sich die Fa. Stadtteilauto die
(Mit-)Teilnahme an einem solchen Modellprojekt ebenfalls gut vorstellen kann.
- 3 -
...
Sparte Nutzfahrzeuge
Hier sind beim Amt für Grünflächen und Umweltschut z bereits folgende Elektro-Fahrzeuge
im Einsatz :
- Leichenwagen auf dem Waldfriedhof Lauheide (Kleint ransporter Fabr. Melex, dieses
Fahrzeug wird im Elektro-Betrieb bereits seit 1996 eingesetzt und hat sich bewährt, es
gab bisher keine großen Probleme, allerdings musste n die Batterien bereits 3-mal
ausgetauscht werden, das Fahrzeug hat in der betrie benen Version keine
Straßenzulassung).
- Transport von Personen auf dem Waldfriedhof Lauhei de mit zwei Elektro-Caddys Typ
EZGO ohne Straßenzulassung (Einsatz seit ca. fünf Monaten mit bisher positiven
Erfahrungen).
- Kleintransporter „Aixam-Mega“ (dieses Fahrzeug -Pr itschenwagen mit Kipper- hat sich
im Amt für Grünflächen und Umweltschutz nicht bewäh rt, da der Nutzwert durch die zu
geringe Zulade-/Ladekapazität eingeschränkt ist und die beengte Fahrzeugkabine
teilweise Probleme bereitet).
- Das Amt für Grünflächen und Umweltschutz ist in d er Sparte Nutzfahrzeuge
(Transporter-Bereich) ständig auf der Suche nach we iteren Alternativen im Bereich von
Elektro-Fahrzeugen. In Kürze wird dort der „Eco Car rier“ getestet (steht am Markt ab
ca. Mai/Juni 2009 zur Verfügung). Der „Eco Carrier“ wird von Volkswagen in Sarajewo
hergestellt und soll als Ersatz für einen abgängige n VW T4 Diesel –nach erfolgreichem
Test- beschafft und eingesetzt werden.
5 Vollhybrid-Fahrzeuge „Toyota Prius“
Die Fa. Toyota produziert mit der Hybridversion des Modells „Prius“ als einziger Hersteller
weltweit und mittlerweile in der zweiten Generation (ab ca. Juli 2009 in der dritten
Generation) ein Voll-Hybrid-Fahrzeug in Serie. Der Prius ist ein technisch ausgereiftes und
bewährtes Fahrzeug.
Der Toyota Prius-Vollhybrid ist ein Fahrzeug der „U nteren Mittelklasse“ und kostet nach
einem vorliegenden Angebot bei 15 % Nachlass ca. 23 .000 Euro. Der durchschnittliche
Kraftstoffverbrauch beträgt 4,5-5 Liter/100 km, der CO2 Schadstoffausstoß liegt bei 104
g/km.
Die Stadtverwaltung Münster setzt im PKW-Segment je doch vorrangig Fahrzeuge der
„Kleinwagen“-Klasse ein, da diese bereits den geforderten Einsatz- und Anforderungsprofilen
genügen. In diesem Bereich schneiden Kleinwagen-Fah rzeuge hinsichtlich des
Kraftstoffverbrauches und der CO2-Emissionen nur un wesentlich schlechter oder gleich gut
wie der Toyoto-Prius Vollhybrid ab und sind zudem n och erheblich preisgünstiger in der
Beschaffung.
Somit scheidet der Toyota Prius Vollhybrid als Ersa tz für ein Fahrzeug der Kleinwagen-
Klasse aus.
- 4 -
In dem verbleibenden Bereich des Einsatzes von Fahrzeugen der „Unteren Mittelklasse“ wird
die Verwaltung in den nächsten 2 Jahren bei Neu- / Ersatzbeschaffungen prüfen, ob
hinsichtlich der geforderten Einsatz- / und Anforde rungsprofile und der Preis-/
Umweltgewichtung die Beschaffung eines Toyota Prius Vollhybrid möglich ist, um so ein
entsprechendes Modellprojekt zu initiieren.
Die Ämter der Verwaltung sind entsprechend zu informieren.
Mögliche Evaluation eines Modellprojektes
:
Jährliche Berichterstattung durch das Personal- und Organisationsamt an den AUB
( Ausschuss für Umwelt und Bauwesen ) :
o jährliche Fahrleistung ( getrennt nach innerorts / ausserorts )
o Verbrauch Liter/100 km ( Durchschnittsverbrauch )
o CO/2 Schadstoff-Emission, kombiniert g/km ( Werter mittlung nach dem
vorgeschriebenen Messverfahren nach RL 80/1268/EWG)
o Betriebswirtschaftliche Darlegung der Kosten
Kosten- /Nutzen Abwägung ( Effizienzberechnung in Verbindung mit dem
Einsatz-/Anforderungsprofil
Im Auftrag
gez. Lauxtermann
Anlage2: Antrag an den Rat Nr. A-R/0056/2008
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0056/2008
Antrag
28.10.2008
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Münzstr. 15
48143 Münster
Telefon: 0251/ 45 314
Fax: 0251/ 511 750
spdfrak@muenster.de
www.spd-muenster.de
Modellprojekt mit alternativen Antriebskonzepten fü r die
städtische Fahrzeugflotte auflegen - Der Verantwort ung als
„Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ gerecht werden
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Stadt Münster beschafft
für ein Modellprojekt „Elektroauto“ fünf Elektrofa hrzeuge samt E-
Tankstellen für die technischen Ämter am Standort Parkhaus Stadthaus III;
Fünf Vollhybridfahrzeuge für die Fahrzeugflotte de r Stadtverwaltung.
In der Betriebsphase findet ein Evaluationsprozess statt, über den die Gremien
informiert werden.
2. Die Stadt Münster bemüht sich, geeignete Koopera tionspartner für das
Modellprojekt zu gewinnen.
Begründung:
Münster ist Klimahauptstadt Deutschlands. In Münste r kommen aber auch auf knapp
279.000 Einwohner 143.386 zugelassene PKW. Die Gesa mtzahl der zum
01.09.2008 zugelassenen Kraftfahrzeuge beträgt soga r 186.938. Damit beträgt die
Pro-Kopf-Quote 0,67 Kraftfahrzeuge pro Einwohner. D as ist einer der höchsten
Werte in NRW. In Aachen liegt die Quote beispielswe ise bei 0,51
Kraftfahrzeugen/Kopf. Die SPD-Ratsfraktion sieht da her Handlungsbedarf, in
Münster im Bereich des motorisierten Individualverkehrs etwas für die Minderung von
Treibhausgasimmissionen zu tun.
Die Erfolge der Vergangenheit in Sachen Klimaschutz sind unbestritten. GuD-
Kraftwerk mit KWK-Technik, Einsatz von Stadtbussen mit Biodiesel und
Partikelfiltern, die Berücksichtigung ökologischer Belange im Bauplanungsrecht,
beim städtischen Immobilienmanagement, das Carshari ng-Modell für
Dienstfahrzeuge, sowie das - allerdings chronisch u nterfinanzierte -
Altbausanierungsprogramm sind hier, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zu nennen.
2
Die SPD-Ratsfraktion hat in jüngster Vergangenheit allerdings immer wieder darauf
hingewiesen, dass seit dem Bau der GuD-Anlage, die ohne Zweifel ein großer Schritt
nach vorne war, in Sachen CO 2-Einsparung zu wenig passiert. Insbesondere halten
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten es für fal sch, bis zur Fertigstellung des
erst jetzt in Auftrag gegebenen Gutachtens für ein Klimaschutzkonzept „die Hände in
den Schoß“ zu legen.
1. Das Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung bietet eine gute Möglichkeit auf
dem Feld der durch Kraftfahrzeuge verursachten Trei bhausgasimmissionen
unabhängig von dem später noch zu beschließenden Ge samtkonzept für den
städtischen Klimaschutz und ohne dessen Ergebnisse vorwegzunehmen oder zu
konterkarieren – sofort – einen ersten wirksamen Schritt mit Vorbildwirkung zu tun.
Die SPD-Fraktion spricht sich deshalb für die unver zügliche Einrichtung eines
Modellprojekts „Elektroauto“ sowie für die Beschaffung von 5 Hybridfahrzeugen (als
Ersatz für abgängige Fahrzeuge) für den städtischen Fuhrpark aus. Das Beispiel
London, wo seit Einführung der Citymaut über 1.600 Elektroautos hauptsächlich von
Behörden und Firmen genutzt werden und tagtäglich a uf den Straßen unterwegs
sind, oder das nun gestartete Projekt „e-mobility B erlin“, das ebenfalls auf
Elektroautos setzt, zeigen, dass die Technik mittle rweile marktreif ist. Ab Frühjahr
2009 werden bei Karmann in Osnabrück Elektrokleintr ansporter des Typs „Quicc
Diva“ des niederländischen Herstellers „Duracar“ in Serie für den freien Verkauf
produziert. Ebenfalls 2009 startet der Verkauf des in Frankreich bei „Aixam-Mega“
derzeit ausschließlich für London produzierten „Nic e Mega City“ auf dem
europäischen Festland. Der Preis liegt hier bei umg erechnet 16.000 Euro pro
Fahrzeug. In Norwegen wird ein Zweisitzer Names „Th ink City“ für 25.000 Euro
angeboten. Außerdem können schon heute bei niederlä ndischen
Leasinggesellschaften, wie z.B. der Firma „TTd“ au s Delft auf Elektroantrieb
umgerüstete PKWs, Vans und Transporter der großen A utokonzerne geleast
werden. Schließlich produziert Toyota mit der Hybri dversion des „Prius“ als einziger
Hersteller weltweit und mittlerweile in der zweiten Generation ein Vollhybridfahrzeug
in Serie - mit einem Kraftstoffverbrauch von nur fünf Litern/100 km - innerorts.
Es ist an der Zeit diese neuen Technologien auch in die Fahrzeugflotte der Stadt
Münster einzuführen.
Mit dem Modellprojekt nimmt die Stadt Münster ihre Vorbildfunktion im Bereich
Klimaschutz und Treibhausgasreduktion war. Sie weis t auf die Marktreife und
Alltagstauglichkeit der neuen Umwelttechnik hin und schafft so Anreize zur
Nachahmung durch Private. Insofern wird auch ausdrü cklich in Kauf genommen,
dass z.B. die monatliche Leasingrate eines E-Smarts mit 480 Euro monatlich um ca.
320 Euro höher liegt, als die derzeitig günstigsten Leasingraten städtischer PKWs mit
Verbrennungsmotor. Der rasch fortschreitende Klimaw andel und die bundesweite
Verantwortung der Klimahauptstadt Münster machen es notwendig hier
selbstbewusst voranzugehen, wo andere noch zögern.
Die Stadt Münster beschafft daher in einem ersten S chritt für ein Modellprojekt
jeweils 5 Elektorfahrzeuge für die technischen Ämte r am Standort Parkhaus
Stadthaus III sowie 5 Hybridfahrzeuge vom Typ Toyot a „Prius“ für die verschiedenen
Verwaltungseinheiten.
3
2. Laut mehreren Medienberichten planen der Autokonzer n Daimler und der
Stromversorger RWE eine „Elektroauto-Offensive“. So wollen die Unternehmen in
Berlin Netze mit Ladestationen für eine Flotte von Elektro-Smarts aufbauen. Dieses
Pilotprojekt verfolgt mehrere Ziele. Erprobt werden soll eine neue Antriebstechnik,
Batterietechnik und Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig sollen Erkenntnisse über die
Akzeptanz und das Verkehrsverhalten der Nutzer dera rtiger Elektroautos gesammelt
werden. Generell soll die Alltagstauglichkeit des K onzeptes getestet und damit ein
Schritt in Richtung Serientauglichkeit gemacht werd en. Die „Klimahauptstadt
Münster“ sollte sich von Anfang an im Sinne einer „ win-win-Situation“ nach
geeigneten Kooperationspartnern für ihr Modellproje kt bemühen. Dabei sollte nach
Möglichkeit auch der städtische Partner für das Car sharing-Modell, die „Stadtteilauto
Münster GmbH“ einbezogen werden.
Die Beschlussgremien werden über den Erfolg des Mod ellprojekts in regelmäßigen
Abständen informiert. Aus diesem Grund findet auch eine Evaluation statt.
Karsten Rahn Marianne Hopmann Udo Reiter
Wolfgang Heuer Ralf Hubert Anne Schulze Wintzle r
Anika Bergner Dr. Michael Jung Joachim Tonn
Hedwig Chudziak Marianne Koch Beate Vilhjalmsson
Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Holger Wigger
Beanka Ganser Kurt Pölling Karl-Heinz Winter
Anne Hakenes
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0386/2009
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.05.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37