1271/2017
Integration von geflüchteten Frauen in den Arbeitsmarkt
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Anlage Integration gefl. Frauen Doku-Fachveranstaltung 15.11.2016_web
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DOKUMENTATION DER FACHVERANSTALTUNG für Beraterinnen, Berater und Mitarbeitende im Bereich der Flüchtlingshilfe und Migration Integration in den ArbeitsmarktGeflüchtete Frauen FACHVERANSTALTUNG für Beraterinnen, Berater und Mitarbeitende im Bereich der Flüchtlingshilfe und Migration GEFLÜCHTETE FRAUEN Integration in den Arbeitsmarkt Dienstag, 15.11. 2016 10 – 14.30 Uhr Kapitelsaal von IN VIA Stolzestraße 1a, 50674 Köln GEFLÜCHTETE FRAUEN Integration in den Arbeitsmarkt Dienstag, 15.11.2016 10 – 14.30 Uhr im Kapitelsaal von IN VIA Kath. Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln e.V. Stolzestraße 1a, 50674 Köln Anmeldung bis 31.10.2016 bei 03@stadt.leverkusen.de per Fax 0214 / 40 68 302 Kosten keine Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Der Eingangszeitpunkt der Anmeldung entscheidet über die Teilnahme. Kontakt: Heike von Hagen, Tel. 0221 / 33 82 297 Antje Winterscheidt, Tel. 0214 / 40 68 304 FACHVERANSTALTUNG NETZWERK W KÖLN ” Köln 15. November 2016 “ Zugang zum Arbeitsmarkt erleich- tert die Teilhabe an gesellschaftli- chem und kulturellem Leben. Rund 30% der geflüchteten Menschen sind weiblich. In der Diskussion um Integration durch Arbeit wird der speziellen Situation von Frauen jedoch kaum Beachtung geschenkt. In der Förderphase 2016 schlos- sen sich darum die NetzwerkeW Köln und Leverkusen zusammen, um mit arbeitsmarktpolitischen Akteurinnen und Akteuren der Region zu diesem Thema zu disku- tieren. Am 15. November 2016 ver- sammelten sich 60 Vertreter- innen/Vertreter arbeitsmark- trelevanter Institutionen aus Leverkusen und Köln. Dazu gehörten Bildungsträ- ger, Frauen- und Arbeitslo- senberatungsstellen, Kom- munale Integrationszentren und Verwaltungsstellen, Jobcenter, Beschäftigungs- förderungsgesellschaften, Migrationsdienste und die Agentur für Arbeit. NETZWERK W LEVERKUSEN Prof.’in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad: Geflüchtete Frauen und ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt Ausgangslage, Herausforderungen, Perspektiven wurden ausgewählte Netzwerkpartnerinnen und -partner in Telefoninterviews befragt, um den Schwerpunkt der Veranstaltung zu schärfen. Die Antworten dazu waren so vielfältig wie die Interviewpartnerinnen/partner- hier nur ein kleines Blitzlicht: Welche Wahrnehmung haben Sie: was bewegt die geflüchteten Frauen am meisten? • Wie geht es der Familie? • Wo sind die anderen Familienangehörigen? • Wo finde ich eine Wohnung? • Kommen die Kinder in der Schule zurecht? • Belastung durch die Ungewissheit, des Anerkennungsverfahrens. Was halten Sie für geeignet, bzw. welche Voraussetzungen müssten ges- chaffen werden, um Frauen zu integ- rieren? • Zugang zu Bildung • Berührung und Kontakt • Ansprechpersonen, die kultursensi- bel sind, „Kulturmittler“ • Offene Kreise, die nur für Frauen sind, wo Frauen hinkommen kön- nen • Sprache, Sprache, Sprache • Beratung, Coaching, Menschen aus gleichem Umfeld Wodurch entsteht bei Ihnen der Eindruck, dass die geflüchteten Frauen in der aktuellen Diskussion vergessen werden? • Viele Maßnahmen sind auf klas- sische Männerberufe ausgerichtet. • Es ist wenig dabei, womit sich die Frauen identifizieren können in der Berufsorientierung und in den Maßnahmen • Bei der Sprachförderung und Themen der berufliche Integration wird Kinderbetreuung vergessen. • Sprachschulen: Tutoren sind Männer; das ist Problem für die Frauen Was ist Ihre größte Herausforderung als Beraterin im Umgang mit den geflüchteten Frauen? • Komme schwer an die Frauen ran: freundlicher Kontakt ist möglich, Smalltalk, doch tiefergehende Beziehung ist schwierig; das wäre nötig, um gut beraten zu können. • Kulturunterschiede verstehen: wir brauchen als BeraterInnen Material / Kurse • Frauen den Rücken frei zu schaufeln, damit sie die eigene Zukunft planen kann; • Weiß oft nicht, was sie möchten: Sagen, sie möchte arbeiten, doch sie kennen unsere Berufe nicht; macht die Berufliche Perspektive schwierig • Es ist schön, wenn mal jemand nach unserer Arbeit fragt Im Vorfeld der Veranstaltung Prof.’in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad von der TH Köln stellte interessante und aufschlussreiche Informationen zum Thema vor. Stichpunktartig einige Aussagen aus ihrer Präsentation, die auf Nachfrage bei den Koordinatorinnen erhältlich oder direkt hier zu finden ist: http://www.zfbt.de/netzw- erk-w/dokumente/gefluechtete_frauen_teil- habe_am_arbeitsmarkt.pdf Ein genaues und ressou- rcenorientiertes Erfassen individueller Lebenslagen, Bedarfe und Kompetenzen der Frauen gehört zu den zentralen Schlüsselkonzepten, um deren Teilhabe am Arbeitsmarkt zu verbessern. In vielen Statistiken werden Geflüchtete als „Ungelernte“ geführt, obwohl sie evtl. Berufserfahrung haben, ein Studium angefangen haben, aber nicht zu Ende führen konnten etc.! Die statistische Kategorie „berufsqual- ifizierender Abschluss“ z.B. ist zu eindimensional und macht mögliche Potenziale für den Arbeitsmarkt (z.B. Berufserfahrung ohne Ausbildung) unsichtbar. 49,8% aller befragten Männer sind erwerbstätig – aber nur 11,5% der Frauen! Und das, obwohl mehr als drei Viertel der befragten Frauen erwerbstätig sein wollen, und zwar unabhängig von ihrem Qualifikationsstatus!! Dieses Ergebnis weist auf deutliche Zugangsbarrieren zum Arbeitsmarkt hin! (Befragung BAMF („Asyl – und dann?“ 2016) Die Erkenntnisse aus dem XENOS- Bleiberechtsnetzwerk legen jedoch eine Relativierung dieses eklatanten Unterschiedes nahe: von denjenigen z.B. , die es im Projektzeitraum in eine sozialver- sicherungspflichtige Beschäftigung ges- chafft haben, sind rund ein Drittel Frauen! Vergleich Berufsausbildung und Berufserfahrung (diese vergle- ichende Perspektive wird sonst so gut wie nie statistisch erhoben): Während 23,8% der befragten Geflüchteten eine Berufsausbildung haben, haben jedoch rund zwei Drittel der befragten Geflüchteten Berufserfahrung!! Daher ist u.a. eine differenzierte Erhebung und Wertschätzung von Berufserfahrungen bei Kompetenzfeststellungsverfahren sehr wichtig! Studien zeigen regelmäßig, dass Frauen in manchen Herkunftsländern häufiger in Deutschland als männerdomi- niert geltende Studienfächer wählen (z.B. Ingenieurwesen) Das Bilanzpapier des XENOS- Bleiberechtsnetzwerk zeigt: sobald die Frauen (auch mit vergleichsweise weni- ger Berufserfahrung) den Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen, gelingt es ihnen sogar im Vergleich zu den Männern besser, ihre Berufserfahrung auszubauen. (XENOS 2014, S. 39) Nach der Veranstaltung wurden TOP- Themen der Tischdiskussionen von den Moderatorinnen zusammengestellt und in einer digitalen Abstimmung durch die Teilnehmenden bewertet. Für die Planung des kommenden Jahres konnten somit auch Ziele und Forderungen formuliert: • Sprachkurse: für Menschen mit oder ohne hohe Bleiberechtsperspektive mit Kinderbetreuung vor Ort • Mobile Beratung: zum Abbau von ‚Behördenangst‘ oder anderer indi- vidueller Hindernisse/ erleichterter Zugang durch arbeitsmarktbezogene Akteurinnen/Akteure • Wirtschaft: z.B. 6-wöchige Praktikumsplätze/ Chancen geben, auch wenn der erforderliche Abschluss fehlt • Weibliche Geflüchtete in den Diskurs einbinden: auf Fachtagungen und Konferenzen/ gleichzeitig Unternehmen einbinden, die besonders relevant sind für die Arbeitsmarktintegration/ Dialog ermöglichen • Vermeidung von Konkurrenz unter Akteuren/Akteurinnen: weni- ger strenge Auflagen bezgl. der Fallzahlen- auch um Weiterleitung an andere Träger und Beratungsstellen zu erleichtern, wenn erforderlich • Bereitstellung von Kita-Plätzen: Kinderbetreuung als notwendig anerkennen/ Kinderbetreuung vor Ort ermöglichen Fazit World Cafe 21 14 13 11 11 11 10 Ergebniss Sprachkurse Mobile Beratung "Die Wirtschaft muss mitmachen" (Weibliche) Geflüchtete in Diskurs einbinden Vermeidung von Konkurrenz unter den Akteurinnen Bereitstellung von Kita Plätzen Beratungsleitfaden über Arbeitsschwerpunkte von Einrichtungen 21 14 13 11 11 11 10 Ergebniss Sprachkurse Mobile Beratung "Die Wirtschaft muss mitmachen" (Weibliche) Geflüchtete in Diskurs einbinden Vermeidung von Konkurrenz unter den Akteurinnen Bereitstellung von Kita Plätzen Beratungsleitfaden über Arbeitsschwerpunkte von Einrichtungen TOP-Themen der digitalen Abstimmung ©Lioba Heinzler Agentur für Arbeit Köln Agentur für Arbeit Leverkusen Agentur für Arbeit Bergisch-Gladbach Allerweltshaus Köln e.V. Caritasverband für die Stadt Köln e.V. Caritasverband Leverkusen e.V. Deutscher Frauenring Leverkusen e.V. Deutscher Ingenieurinnenbund Diakonisches Werk Köln und Region Evangelischer Kirchenkreis Köln-Mitte Frauenberatungsstelle Frauen Leben e.V. Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. Frauen helfen Frauen e.V. Köln Frauenberatungsstelle Leverkusen e.V. Ingeus GmbH Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. IN VIA Kath. Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln e.V. Jobcenter Köln Jobcenter Leverkusen Jobcenter Rhein-Sieg JOB Service Beschäftigungsförderung Leverkusen gGmbH Kath. Jugendagentur LRO/ Jugendmigrationsdienst KoBAM Köln Kommunales Integrationszentrum Köln (KI) Kommunales Integrationszentrum Leverkusen (KI) Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. Landesinitiative NetzwerkW Neue Arbeit Rhein-Wupper gGmbH Beschäftigungsförderung Sozialdienst kath. Frauen Leverkusen e.V. Sozialdienst kath. Frauen Köln e.V. Stadt Bergisch Gladbach/ Frauenbüro Stadt Köln/ Amt für Ausländerangelegenheiten Stadt Köln/ Amt für Kinder, Jugend und Familie Stadt Köln/ Amt für Wirtschaftsförderung Stadt Leverkusen/ Bildungsbüro Stadt Leverkusen/ Frauenbüro Vingster Treff/ Köln Volkshochschule Köln Volkshochschule Leverkusen Wuppermann Bildungswerk GmbH Stadt Leverkusen Der Oberbürgermeister Frauenbüro Verantwortlich: Sabine Rusch-Witthohn Redaktion: Antje Winterscheidt, Koordinatorin Netzwerk W(iedereinstieg) Leverkusen, in Kooperation mit der Koordinatorin NetzwerkW Köln Heike von Hagen und Eva Pohl, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Köln. Unter Verwendung ausgewählter Inhalte von: lioba heinzler. Supervisorin und Coach DGSv / www.liobaheinzler.de Prof.’in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad Gestaltung: Gabriele Randerath, Leverkusen Foto Titel: © KREATIVKONTOR L.QL-Nierich GbR Fotos Innenteil: lioba heinzler. Supervisiorin und Coach DGSv © KREATIVKONTOR L.QL-Nierich GbR, Eva Pohl Für Inhalte und Links wird keine Haftung übernommen. © Frauenbüro Stadt Leverkusen, 2016 Vertretene Institutionen Impressum Heike von Hagen, Ev. Kirchenkreis Köln-Mitte/ Koord. NetzwerkW Köln Lioba Heinzler, Wuppertal/ Prozessbegleitung und Moderation Eva Pohl, BCA der Agentur für Arbeit Köln Antje Winterscheidt, Stadt Leverkusen, Frauenbüro/ Koord. NetzwerkW Leverkusen Vorbereitungsgruppe: www.netzwerkW-leverkusen.de www.netzwerkW-koeln.de
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5001/1 Vorlagen-Nummer 1271/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 25.04.2017 Wirtschaftsausschuss 27.04.2017 Ausschuss Soziales und Senioren 27.04.2017 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 08.05.2017 Integration von geflüchteten Frauen in den Arbeitsmarkt Neben den wirtschaftlichen Aspekten erleichtert der Zugang zum Arbeitsmarkt die Teilhabe am ge- sellschaftlichen und kulturellen Leben. Sie ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Integration. Die Landesinitiative Netzwerk W unterstützt Aktivitäten und Maßnahmen mit dem Schwerpunkt der Rück- kehr von Frauen in den Arbeitsmarkt. 30 % der geflüchteten Menschen sind weiblich. Daher haben sich die Landesinitiative Netzwerk W in Köln und Leverkusen in einer gemeinsamen Fachtagung am 15.11.2016 der Situation von geflüchte- ten Frauen und ihrer Integration in den Arbeitsmarkt gewidmet. Die wesentlichen Ergebnisse des Fachtags wurden durch eine Online-Umfrage bei den Teilnehmenden noch einmal verifiziert und in der Dokumentation „Geflüchtete Frauen – Integration in den Arbeitsmarkt“ zusammengefasst. Diese Dokumentation wird mit dieser Mitteilung den Ratsgremien zur Kenntnis gebracht. Anlage: Dokumentation der Fachveranstaltung der Landesinitiative Netzwerk W vom 15.11.2016 Weitere Informationen zur Landesinitiative Netzwerk W unter: http://www.zfbt.de/netzwerk- w/index.htm
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1271/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 25.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27