3352/2019
Digitalisierung und Umweltbildung: QR-Code statt Infotafel?
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AN/1073/2019 Digitalisierung und Umweltbildung: QR-Code statt Infotafel?
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www.FDP-Koeln.de Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker An den Vorsitzenden Ausschusses Umwelt und Grün Herrn Rafael Christof Struwe Rathaus · 50667 Köln Fon 0221. 221-23830 Fax 0221. 221-23833 fdp-fraktion@stadt-koeln.de www.fdp-koeln.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 13.08.2019 AN/1073/2019 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für Umwelt und Grün 12.09.2019 Digitalisierung und Umweltbildung: QR-Code statt Infotafel? Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Vorsitzender, die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tages- ordnung der kommenden Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün zu setzen. Die Vermittlung von Wissen und Erfahrung von Natur und Umwelt ist unabdingbar für Natur- und Umweltschutz (UNO-Nachhaltigkeitsziel 4). Die Stadtverwaltung hat in der Vergangenheit immer wieder durch Informationstafeln auf den ökologischen Wert von Flächen hingewiesen. Die Tafeln sind relativ teuer in der Herstellung und werden sehr oft vandalisiert. Das Thema wird immer wieder vor allem in Bezirksvertretungen thematisiert. Das Projekt CUbIK am geographischen Institut der Universität Köln schlägt nun ein- drucksvoll vor, Umweltbildung in der Fläche mit QR-Codes und hinterlegter, über mobile Endgeräte erreichbarer Information statt mit Informationstafeln durchzuführen. Die Informationsangebote können audiovisuell und interaktiv gestaltet und damit wirksamer werden. Ständige Aktualisierungen und Gamification sind möglich. Poke- mon-Go und Geocaching zeigen, wie Menschen in der Natur aktiviert werden kö n- nen. Ziel sollte es sein, das für Umweltbildung nutzbar zu machen. Einige - nicht alle - private geo-caches in Köln aber auch das Geocaching-Angebot des botanischen Gartens Oldenburg zeigen, dass das geht. Das Projekt CUbIK wurde auf einer Veranstaltung des Grünflächenamtes der Stadt am 4. August 2019 an der Plettenberger Straße im Stadtbezirk Kalk vorgestellt. FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln - 2 - www.FDP-Koeln.de Wir fragen daher die Verwaltung: - Unterstützung der Umweltbildung von ausgebildeten Pädagogen Ein sehr großer Teil der Schülerinnen und Schüler in Köln verfügen über eigene mobile Endgeräte und sind sehr oft sehr affin zu digitalen Angeboten. Inwieweit könnten QR-Codes und dahinter liegende Angebote die Umweltpädagogen und - pädagoginnen der Stadt, die Lehrerinnen und Lehrer an Schulen in Köln bei Aus- flügen und außerschulischem Lernen in der Natur unterstützen? Inwieweit gibt es bereits Projektideen aus Schulamt, Jugendamt, Umweltamt oder anderen Berei- chen der Stadt oder der von ihr beherrschten Unternehmen in diese Richtung? Sind Initiativen außerhalb der Stadtverwaltung in diese Richtung bekannt? - Unterstützung der Umweltbildung ohne ausgebildeten Pädagogen Inwieweit sieht die Stadt Akzeptanz und Interesse für QR-gestützte virtuelle An- gebote, um Menschen der Wert von Naturschutz- und FFH-Gebieten in Köln bei der Naherholung zu vermitteln? Inwieweit ist vorstellbar, dass solche Angebote auch geeignet sein könnten, bei Konflikten rund um das Thema „Hundefreilauf“ zu helfen? - Technische Realisierbarkeit Wie beurteilt die Stadtverwaltung die Möglichkeit, QR-Codes gut erkennbar (ggf. auch digital über Google-Maps o.ä. auffindbar) witterungsbeständig in der Natur zu platzieren und wie beurteilt die Verwaltung hier das Risiko des Vandalismus? - Kosten Inwieweit kann aus dem laufenden Projekt der Universität abgeschätzt werden, wie hoch die Kosten solcher Angebote sein könnten: a) bezüglich witterungsbe- ständiger QR-Codes und b) bezüglich der Erstellung von Inhalten. Kann die Ve r- waltung z. B. am Beispiel eines Bereiches in Köln, der umweltpädagogisch ge- nutzt wird (z. B. Gremberger Wäldchen) oder eines Naturschutzgebietes, das stark zur Naherholung genutzt wird (z.B. NSG Worringen/Langel), darstellen, wel- cher Aufwand in Geld und Zeit notwendig wäre, um ein von städtischen Umwelt- pädagogen als sinnvoll angesehenes Angebot zu erstellen? - Strategie Umweltbildung ist immer notwendiger. Inwieweit sieht die Stadt in der Digitalisi e- rung die Zukunft der Umweltbildung im Aussenbereich und welche Vorschläge kann die Verwaltung dem Rat und seinen zuständigen Ausschüssen machen, um das über die nächsten 8 Jahre in Köln in allen Stadtbezirken zu implementieren? Mit freundlichen Grüßen, gez. Ulrich Breite Rolf Albach Fraktionsgeschäftsführer Umweltpolitischer Sprecher
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57/574 Vorlagen-Nummer 07.10.2019 3352/2019 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 10.10.2019 Digitalisierung und Umweltbildung: QR-Code statt Infotafel? Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates der FDP-Fraktion Köln vom 12.9.2019 AN/1073/2019 Digitalisierung und Umweltbildung: QR-Code statt Infotafeln? Die Verwaltung nimmt zu der oben genannten Anfrage wie folgt Stellung: Frage 1: Unterstützung der Umweltbildung von ausgebildeten Pädagogen Ein sehr großer Teil der Schülerinnen und Schüler in Köln verfügen über eigene mobile Endgeräte und sind sehr oft sehr affin zu digitalen Angeboten. Inwieweit könnten QR-Codes und dahinter liegen- de Angebote die Umweltpädagogen und -pädagoginnen der Stadt, die Lehrerinnen und Lehrer an Schulen in Köln bei Ausflügen und außerschulischem Lernen in der Natur unterstützen? Inwieweit gibt es bereits Projektideen aus Schulamt, Jugendamt, Umweltamt oder anderen Bereichen der Stadt oder der von ihr beherrschten Unternehmen in diese Richtung? Sind Initiativen außerhalb der Stadt- verwaltung in diese Richtung bekannt? Antwort der Verwaltung: Generell wird die Verwendung von digitalen Formaten in der Umweltbildung zur Unterstützung aus- gebildeter Pädagogen befürwortet. Überregional gibt es hierzu bereits eine Reihe positiver Beispiele (Münster, Berlin, Pfalz) sowie ein kostenloses digitales Lernmodul für Schulen in NRW. Hier zeichnet sich bereits ein Mehrwert bei der Vermittlung umweltpädagogischer Inhalte ab. Innerhalb der Stadt- verwaltung sind solche Angebote bislang nicht bekannt. Ein erster Einbezug von Digitalisierung im Rahmen der Umweltbildung erfolgte in einem vom Umwel- tamt initiierten Workshop „Natur per Handy im Blick“, der im Mai 2019 mit drei Pilotklassen von weiter- führenden Schulen durchgeführt wurde. Die Erweiterung digitaler Angebote wird auf Grundlage der dabei gemachten Erfahrungen als sehr zielführend eingestuft. Daher ist für 2020 die Realisierung eines oder zwei Pilotpfade in dem Themenfeld Klima und Biodiversität geplant. Mit der Ideenfindung wurde bereits begonnen. Unterstützung der Umweltbildung ohne ausgebildeten Pädagogen Inwieweit sieht die Stadt Akzeptanz und Interesse für QR-gestützte virtuelle Angebote, um Menschen der Wert von Naturschutz- und FFH-Gebieten in Köln bei der Naherholung zu vermitteln? Inwieweit ist vorstellbar, dass solche Angebote auch geeignet sein könnten, bei Konflikten rund um das Thema „Hundefreilauf“ zu helfen? Antwort der Verwaltung: Bei den Schutzgebieten in Köln (z.B. Naturschutzgebiete und Fauna-Flora Habitat-Gebiete) besteht ein hoher Bedarf, Bürgerinnen und Bürgern Informationen zu den Gebieten bereit zu stellen. Hierbei wird auch der Einsatz von QR-Codes befürwortet, da sie vor Ort recht einfach und kostengünstig zur Verfügung gestellt werden können. Allerdings ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, hier- mit alle Bürgerinnen und Bürger vor Ort ausreichend zu erreichen. Daher ist geplant, die QR-Codes als Ergänzung zu herkömmlichen Informationstafeln aufzustellen. Diese sollten zumindest bilddomi- 2 niert den Schutzzweck erkennen lassen und auf diese Weise an das Verständnis appellieren, die Restriktionen zu beachten (Schutz aufgrund der Bedeutung der Fläche). Da zu den Schutzgebieten bereits Internet-Auftritte in Vorbereitung sind, bietet es sich aber an, über den QR-Code hier eine Verbindung herzustellen. Auf diese Weiser könnten auch nähere Informationen zu Verhaltensweisen in den Schutzgebieten sowie zu bestehenden Verboten aufgenommen werden, um Konflikte vor Ort zu minimieren. Zusätzlich zu den Schutzgebieten ist das Umwelt- und Verbraucherschutzamt daran interessiert, Na- turerleben auch außerhalb der Schutzgebiete interessant zu gestalten, um dadurch möglichst viele Menschen zu erreichen. Ein digitaler Erlebnispfad stellt dabei ein sehr ansprechendes Modul dar. Voraussetzung für die Nutzung ist jedoch ein internetfähiges Mobiltelefon oder das Herunterladen einer entsprechenden App im Vorfeld. Insbesondere ältere Menschen sind aber oft noch ohne inter- netfähiges Mobiltelefon unterwegs und blieben daher von dem Angebot ausgeschlossen. Daher stellt die digitale Form eine sehr gute Ergänzung in der Umweltbildung dar, sollte jedoch nicht vorrangiges Medium sein. Frage 3: Technische Realisierbarkeit Wie beurteilt die Stadtverwaltung die Möglichkeit, QR-Codes gut erkennbar (ggf. auch digital über Google-Maps o.ä. auffindbar) witterungsbeständig in der Natur zu platzieren und wie beurteilt die Verwaltung hier das Risiko des Vandalismus? Antwort der Verwaltung: Die technische Realisierbarkeit eines digitalen Lehrpfades ist gegeben und an verschiedenen Stellen in Deutschland auch schon realisiert. Aufgrund der Technik sind dabei QR-Codes und deren Platzie- rung in der Landschaft nicht mehr erforderlich. Ähnlich wie bei Pokémon-Go lässt sich eine entspre- chende App entwickeln, die nach dem Herunterladen die Anreise zum Startpunkt und alle weiteren Informationen beinhaltet und auch digital zu den nächsten Stationen überleitet. Daher ist Vandalismus hier kein vorrangiges Problem. Lediglich der Startpunkt könnte vor Ort markiert werden, um auch die sogenannte Laufkundschaft zu erreichen. Dazu ließe sich beispielsweise eine gut sichtbare Stele verwenden. Frage 4: Kosten Inwieweit kann aus dem laufenden Projekt der Universität abgeschätzt werden, wie hoch die Kosten solcher Angebote sein könnten: a) bezüglich witterungsbeständiger QR-Codes und b) bezüglich der Erstellung von Inhalten. Kann die Verwaltung z. B. am Beispiel eines Bereiches in Köln, der umwelt- pädagogisch genutzt wird (z. B. Gremberger Wäldchen) oder eines Naturschutzgebietes, das stark zur Naherholung genutzt wird (z.B. NSG Worringen/Langel), darstellen, welcher Aufwand in Geld und Zeit notwendig wäre, um ein von städtischen Umweltpädagogen als sinnvoll angesehenes Angebot zu erstellen? Antwort der Verwaltung: Das Projekt der Universität ist hier nicht bekannt. Jedoch konnte Kontakt zu einem Programmierer von digitalen Lehrpfaden hergestellt werden. Nach dessen Erfahrungen sollte ein Rundgang sinnvol- ler Weise nicht mehr als sechs Stationen beinhalten. Unter diesen Voraussetzungen würden sich die Kosten der Realisierung mit interaktiven Spielen und an den Standort angepassten Inhalten Android basiert auf ca. 10.000 € belaufen. Für weitere Systeme (z.B. Apple) würden weitere Kosten anfallen. Zusätzlich wäre eine jährliche Pflege (z.B. Anpassung an digitale Änderungen und Sicherheitsbe- stimmungen) erforderlich, die mit 150-500 € zu veranschlagen wäre. Frage 5: Strategie Umweltbildung ist immer notwendiger. Inwieweit sieht die Stadt in der Digitalisierung die Zukunft der Umweltbildung im Außenbereich und welche Vorschläge kann die Verwaltung dem Rat und seinen zuständigen Ausschüssen machen, um das über die nächsten 8 Jahre in Köln in allen Stadtbezirken zu implementieren? Antwort der Verwaltung: Da die Umweltbildung von der direkten Anschauung lebt, ist eine ansprechende, Aufmerksamkeit erregende Beschilderung auch weiterhin notwendig, um Interesse zu wecken. Schließlich möchte 3 man mit den Maßnahmen insbesondere auch Menschen erreichen, die momentan noch keine Affinität zu Umweltthemen haben. Ein rein digitales Angebot ist daher für diese Zielgruppe nur im Rahmen von betreuten Veranstaltungen sinnvoll. Begleitende digitale Informationen oder Aktionen können jedoch das Angebot sinnvoll ergänzen. In Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen würde die Realisierung von digitalen Lehrpfaden zu einem jeweils zum Ort passenden Thema Sinn ergeben und sollte im Rahmen der personellen Res- sourcen auch für jeden Stadtbezirk anvisiert werden. Erste Projekte sind bereits in der Ideenfindung und sollen in 2020/21 durch das Umwelt- und Ver- braucherschutzamt realisiert werden. Eine Entscheidung über die Ausdehnung eines solchen Ange- bots auf alle Stadtbezirke sollte nach einem entsprechenden Monitoring der realen Nutzungsintensität erfolgen. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3352/2019
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 07.10.2019
- Erstellt
- 24.09.2019 11:10