AN/0711/2026
Änderungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu TOP 9.2.5 -Voralge 0398-2026
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Änderungsantrag (Grüne BV2)
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Bündnis 9 0 /Die Grünen BV Rodenkirchen Industriestr. 1 61 - Haus 1 – 5 0999 Köln R.109 gruene -bv2@stadt -koeln.de 0 22 1 22192309 Frau Bezirksbürgermeisterin Dr. Sabine Müller Herrn Oberbürgermeister Torsten Burmester Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: AN/0711/2026 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 27.04.2026 Änderungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu TOP 9.2.5 -Voralge 0398-2026 Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, Mit Bedauern und Unverständnis nimmt die Fraktion der Grünen die Vorlage zur ÖPNV - Anbindung der Parkstadt Süd (PS) zur Kenntnis mit der die Empfehlung einhergeht, das Freihalten der südlichen Trasse nicht weiter zu prüfen. Die Fraktion der Grünen beantragt, im Rahmen der der ÖPNV Anbindung der PS, die Südtrasse weiter zu berücksichtigen. Die geforderte Freihaltung für eine Stadtbahntrasse entlang der Achse Bischofsweg - Markstraße (Variante 3) wird von der Verwaltung zugunsten einer möglichen Führung durch die PS selbst verworfen. Die Verwaltung führt dabei an, eine südliche Trasse habe nur eine geringe randliche Er- schließung. Es müsse eine teilweise Neuplanung vorgenommen werden und es sei mit dem Verlust von Wohnraum zu rechnen. Besser sei es eine Mobilitätstrasse durch die PS, von der ursprünglich vorgesehenen End- haltestelle Großmarkthalle bis zur Bonner Str. Mit Verlaub, dass ist knapp an der Grenze zum groben Unfug und das möchten wir im Fol- genden zumindest kurz erläutern. Es gibt eine Vielzahl von städtebaulichen, insbesondere aber verkehrliche Gründe, an der südlichen Trasse festzuhalten, bzw. diese zumindest freizuhalten. Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bezirksvertretung Köln-Rodenkirchen Nur anreißen möchten wir zunächst die städtebaulichen Aspekte. Mit der PS soll ein Quartier entstehen, dass als zukunftsorientiertes urbanes und barriere- freies entwickelt wird. Es soll weitgehend PKW-frei sein und dessen Innenerschließung zu- künftig durch einen autonomen Bus-Shuttle-Service mit Anbindung an die etwaige S-Bahn- haltestelle Bonner Wall und die Stadtbahn angestrebt wird. In ein solches Konzept passt keine Stadtbahnlinie. Schafft sie doch neue Barrieren, stellt ein trennendes Element inner- halb des Areals dar und verhindert vor allem eine Platzgestaltung südli ch des denkmalge- schützten Ensembles Großmarkthalle / Versteigerungshalle. Eine Fortführung der Stadt- bahn Richtung Bonner Str. ist auf der von der Verwaltung vorgesehenen Route technisch nicht möglich. Erforderlich wäre eine nicht unerhebliche Anpassung der Blockbebauung bzw. der Entfall eines Gebäudeblocks in Richtung Hochbunker. Eine quantitative Aussage wieviel Wohnraum durch eine südl. Trasse möglicherweise ver- loren ginge, fehlt. Es reicht scheinbar das Zauberwort Wohnraum. Ebenso fehlt eine Aussage, dass und wieviel Wohnraum verloren ginge, wenn die Stadtbahn tatsächlich über einen verlängerten Mobilitätsboulevard (24m Breite) weiter durch die PS nach Osten verlängert würde. Die Führung der Stadtbahn auf dem in der Vorlage vorgesehenen Kurvenradien ist jeden- falls so nicht möglich. Das Freihalten der Trasse auf der südlichen Achse, ist aber vor allem aus verkehrlicher Sicht wichtig. Ein Ende der Stadtbahn auf Höhe des Großmarktes würde eine dauerhafte fehlende Ver- knüpfung an das Stadtbahnnetz der Lini en 5 und 16/ 17 bedeuten. Die Netzwirkung, die maßgeblichen für einen leistungsstarken ÖPNV ist, wäre dauerhaft ausgeschlossen. Eine Anbindung der östlichen PS (Bildungscampus, der dortigen Schulen) und natürlich von Bayenthal über die Schönhauser Str., wäre ebenfalls ausgeschlossen. Eine südliche Führung würde zu einer verbesserten Anbindung von Raderberg führen. Eine zukünftige Stadtbahn auf der Achse Marktstr. - Bischofweg würde eine Tangentialver- bindung bis Lindenthal (Linie 1) und weiter nach Norden ermöglichen. Die zunächst freigehaltene Trasse könnte auch für eine etwaige Schnell- oder Expressbus- verbindung (siehe Vorlage 0335/2026) genutzt werden, der bereits heute eine hohe Auslas- tung nachgewiesen wird. Auch der Vorwurf der randlichen Erschließung, ist nicht nachvollziehbar. In Betracht zu zie- hen ist doch immer der Gesamtstreckenverlauf und nicht bloß ein Teilstück. Sonst müsste jedes Stadtbahnprojekt am Grüngürtel für beendet erklärt werden. Es ist wichtig, auch zukünftig Handlungsoptionen zur Verfügung zu haben. Es wird immer wieder der Vorwurf erhoben, die Stadt hat keinen wirksamen ÖPNV. Aber wie soll er sich den effektiv entwickeln, wenn für eine wirksame Entwicklung keine Flächen freigehalten werden? Als wir 2021 eine Machbarkeitsstudie einer Stadtbahnverbindung von Lindenthal bis in die PS über die besagte Achse und gleichzeitig das Ende der Machbarkeitsstudie für einen Tunnel von der Luxemburger Str. bis in die Parkstadt Süd gefordert haben, weil nicht finan- zierbar, wurde hier an der Prüfung des Tunnels festgehalten, weil eine Anbindung der PS ja so wichtig sei. Wenn wir heute einen oberirdischen Ausbau fordern heißt es aus denselben Kreisen nicht förderfähig. Uns scheint, viele Kölner lieben es, sich über den schlechten ÖPNV aufzuregen, nur ändern, wollen Sie es auch nicht, dann hätte man ja in Zukunft nichts mehr zu meckern. Wir können nur eindringlich darauf einwirken, den zukünftigen Kölnern nicht alle Hand- lungsoptionen zu nehmen, sondern ihnen einen Handlungsspielraum für einen gedeihlichen Ausbau des ÖPNV zu belassen. gez. Oliver Ismail Susanne Bercher-Hiss
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0711/2026
- Typ
- Änderungsantrag BV2 (Grüne)
- Datum
- 27.04.2026
- Erstellt
- 27.04.2026 17:11