2018/0149
Pflegestützpunkt Darmstadt - Jahresbericht 2017
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Punkt 19: Pflegestützpunkt Darmstadt - Jahresbericht 2017 (V-Nr. 2018/0149) Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
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Punkt 28: Pflegestützpunkt Darmstadt - Jahresbericht 2017 - Kenntnisnahme - (V-Nr. 2018/0149) Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
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- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang
Magistratsgeschäftsstelle
:
22.05.2018
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Soziales
und Prävention OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
V 50
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2018/0149
Magistratsbeschluss -Nr.
199
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 050-003-1012 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3152-10 Sachkonto: 7999999
Betreff: Pflegestützpunkt Darmstadt - Jahresbericht 2017
Vorlage vom: 09.05.2018
Beschlussvorschlag :
Der vorliegende Bericht wird zur Kenntnis genommen.
Anlage: Jahresbericht Pflegestützpunkt 2017
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 30.05.2018
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.05.2018:
Der Pflegestützpunkt Darmstadt wurde am 19. November 2010 eröffnet und wird von den
Kranken- und Pflegekassen, aktuell vertreten durch die Linde BKK , und die
Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam getragen .
Die Aufgabenerfüllung im Pflegestützpunkt erfolgt gemeinschaftlich, kooperativ und
arbeitsteilig. Beide Träger bringen jeweils ihre originären Aufgabenschwerpunkte Car e- und
Case- Management ein und verantworten diese selbstständig.
Im Pflegestützpunkt werden Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen, Pflegenden, Menschen
mit Behinderung sowie von Pflegebedürftigkeit bedrohten Bürgerinnen und Bürgern der
Wissenschaftsstadt Darmstadt umfassende Informationen und Hilfen run d um das Thema
Pflege angeboten, z.B.:
die qualifizierte, wohnortnahe, umfassende sowie unabhängige und
wettbewerbsneutrale Information, Auskunft und Beratung nach den gesetzlichen
Grundlagen
die Förderung bzw. zentrale Koordination der für die wohnortnahe Versorgung und
Betreuung in Betracht kommenden pflegerischen und sozialen Hilfs - und
Unterstützungsangebote
Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Netzwerkes zur Koordination und Kooperation
aller beteiligten Stellen und Fachkräfte
Stärkung der interkulturellen Kompetenz
Veranlassung oder Durchführung von Besuchen in der Häuslichkeit der Pflege -
bedürftigen bzw. von Pflegebedürftigkeit bedrohten Personen
Die Beratungskontakte sind in den letzten fünf Ja hren kontinuierlich gestiegen und betragen
im Jahr 2017 nunmehr 2.491 Beratungen.
Die Netzwerkarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Mitarbeit in interdisziplinären Arbeitskreisen ist
der zweite große Aufg abenbereich. Hier ist u. a. die Kooperation mit der seit dem Jahr 2000
bestehenden Fachkonferenz Altenhilfe zu nennen. Es erfolgt ein reger und stetiger Austausch
mit den Institutionen und Dienstleistenden im Bereich der Pflege und darüber hinaus.
Der Pflegestützpunkt Darmstadt hat sich als wichtiger Baustein im lokalen Altenhilfe - und
Gesundheitssystem etabliert.
Darmstadt, 09.05.2018
ks
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
Anlage
anlage 4
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Punkt 5: Pflegestützpunkt Darmstadt - Jahresbericht 2017 (V-Nr. 2018/0149) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
anlage 1
17041 Zeichen
Jahresbericht Pflegestützpunkt Darmstadt,
Berichtszeitraum 01. Januar - 31. Dezember 2017
2
Liebe Leserinnen und Leser des Jahresberichtes 2017,
mit der Errichtung des Pflegestützpunktes in der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde eine
Beratungseinrichtung geschaffen, die nach nunmehr siebenjähriger Beratungsarbeit im loka-
len Altenhilfe- und Gesundheitssystem etabliert ist, das zeigt auch die Jahresstatistik 2017.
Gemeinsame Träger des Pflegestützpunktes Darmstadt sind die Kranken- und Pflegekas-
sen, vertreten durch die einrichtungsbeauftragte Kasse BKK Linde und die Wissenschafts-
stadt Darmstadt
Mit dem vorliegenden Jahresbericht stellen wir Ihnen die Zahlen und Entwicklungen des
Pflegestützpunktes Darmstadt im vergangenen Jahr 2017 vor.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die die Arbeit des Pflegestützpunktes begleiten und
unterstützen.
Christina Bach, Dipl. Pflegewirtin
Petra Wendling, Dipl. Sozialarbeiterin
Darmstadt, im April 2018
3
Inhalt Seite
1 2017 in Zahlen .................................. ................................................... ................. 4
1.1 Beratungskontakte und Themen ................................................................... ...... 4
1.2 Art der Kontakte ............................................................................... .................... 5
1.3 Zugang zum Pflegestützpunkt .................................................................... ......... 6
1.4 Jahresvergleich ................................................................................ .................... 7
1.5 Altersgruppen .................................................................................. ..................... 7
2 Fortbildungen ................................. ................................................... ................... 8
3 Care Management ............................... ................................................... ............ 10
4 Öffentlichkeitsarbeit ......................................................................... .................. 10
5 Ausblick ...................................... ................................................... ..................... 11
4
1 2017 in Zahlen
Die Dokumentation der Daten geschieht seit August 2011 mit der Dokumentationssoftware
„Syncase“, die in allen hessischen Pflegestützpunkten eingesetzt wird.
Die Erhebung und Auswertung der Daten für den Berichtszeitraum erfolgte 2017 im Rahmen
der vorgegebenen Statistik des Dokumentationssystems.
1.1 Beratungskontakte und Themen
Im Zeitraum 01.01.2017 bis 31.12.2017 fanden insgesamt 2491 Beratungskontakte statt.
Die Beratungsthemen wurden zu den Leistungen Information und Auskunft, Beratung und
komplexe Beratung/Case Management erhoben und geben Hinweis auf die inhaltlichen
Schwerpunkte in der Arbeit. In vielen Beratungsgesprächen wurden mehrere Themenberei-
che angesprochen (z.B. SGB XI, SGB XII, Demenz) 1,
deshalb können sich Mehrfacherhebungen in einem Beratungskontakt ergeben.
Syncase, Jahresstatistik 2017
1 SGBXI, Sozialgesetzbuch XI, Sozialleistungen der Pflegekassen
SGB XII, Sozialgesetzbuch XII, Sozialleistungen des Sozialhilfeträgers
SGB V, Sozialgesetzbuch V, Leistungsrecht der Krankenkassen
1112
949
467 438
243
164 198
Beratungsthemen 2017
5
Angeführt wird die Liste der nachgefragten Themen von Fragen zum Leistungsrecht der
Pflegekassen. Dies beinhaltet Information und Beratung zu den einzelnen Leistungen der
Pflegeversicherung, Fragen im Zusammenhang mit MDK 2-Begutachtungen oder Fragen zum
Leistungsrecht.
Die Organisation pflegerischer Versorgung im Privathaushalt und ergänzende Hilfen
rund um das Alltagsmanagement waren in 949 Fällen Beratungsschwerpunkte.
467 Beratungen hatten Verfahrensangelegenheiten und Organisatorisches zum Thema.
Hierunter werden Hilfen bei Widersprüchen und Hilfen bei Antragstellungen und Formalitäten
erfasst.
Die Beratung zu stationären und teilstationären Hilfen war in 438 Beratungen ein Thema.
Dies entspricht der Prämisse der Pflegestützpunkte „ambulant vor stationär“. Unter der Kate-
gorie Fragen zur (teil-) stationären Versorgung wird erfasst: Kurzzeitpflege, Platzsuche und
Stationäre Pflege sowie Fragen zur Tagespflege.
Unter der Rubrik „Sonstiges“ sind unter anderem folgenden Themen subsummiert:
- Rechtliche Vorsorge & rechtliche Betreuung (Betreu ung, Vollmachten)
- Selbsthilfegruppen, Besuchsdienste (Alltagsbegleit ung)
- Sozialleistungen nach § SGB IX, Leistungen der me dizinischen Rehabilitation
- Leistungen im Rahmen SGB IX (Fahrdienste, Fahrtkos ten, Fragen zum Schwerbe-
hindertenausweis)
1.2 Art der Kontakte
Als Erstkontakte gelten anonyme, häufig einmalige Beratungskontakte oder
Erstgespräche, dem weitere Beratungen (Folgekontakte) folgen können.
Syncase, Jahresstatistik 2017
Die Kontaktaufnahme zum Pflegestützpunkt erfolgte, wie auch in den Vorjahren überwiegend
telefonisch. Der größte Teil der Erstberatungen entfiel auf ratsuchende Angehörige, zumeist
Kinder, (Ehe-) Partner/-in und Verwandte von Pflegebedürftigen bzw. Personen im Vorfeld
der Pflege. Im zweiten Schritt erfolgt dann meist die Kontaktaufnahme zu den Pflegebedürf-
tigen selbst, bei Bedarf in Form eines aufsuchenden Beratungsgespräches. Vermittlungen
2 MDK , Medizinischer Dienst der Krankenkassen
1632
859
Erstberatung Folgeberatung
Art der Kontakte 2017
6
und Zuweisungen erfolgten im Berichtszeitraum vermehrt durch interne und externe Koope-
rationspartner/-innen, Leistungsanbieter/-innen und Kostenträger wie z.B., Sozialhilfeträger,
Pflegekassen, gesetzliche Betreuer/-innen, Krankenhaussozialdienste, Pflegedienste und
Beratungsstellen.
1.3 Zugang zum Pflegestützpunkt
Syncase, Jahresstatistik 2017
2017 fanden insgesamt 2491 Kontakte statt. In 1674 Fällen handelte es sich um telefonische
Information und Beratung. Es gab 330 persönliche Vorsprachen im Pflegestützpunkt, 48 zu-
gehende Beratungen wurden in der Häuslichkeit der Ratsuchenden durchgeführt. In 439
Fällen erfolgte die Beratung auf schriftlichen Weg per Post, Mail oder Fax.
Die Zahl der Kontakte durch E-Mail, (370) hat sich im Vergleich zum Vorjahr (157) nahezu
verdoppelt.
1674
330
370
69 48
Telefonisch
Persönlich
E-Mail
per Post/ per Fax
Hausbesuch
7
1.4 Jahresvergleich
Syncase, Jahresstatistik 2017
In den letzten drei Jahren ist die Zahl der Beratungskontakte auf einem hohen Niveau
stabil geblieben, ein leichter Anstieg ist auszumachen.
In 2015 zählten wir 2429 Beratungen, 2016 waren es 2450 Beratungskontakte und in 2017
2491 Kontakte.
1.5 Altersgruppen
Syncase Jahresstatistik 2017
Die Altersgruppe der über 80-Jährigen ist in der Beratung mit 53 % am stärksten vertreten.
3% 8%
36%
53%
Altersgruppen 2017
bis 19. Lebensjahr
zwischen 20- 59
zwischen 60- 79
über 80
2189
2429 2450
2491
2000
2050
2100
2150
2200
2250
2300
2350
2400
2450
2500
2550
2014 2015 2016 2017
Anzahl Kontakte
Jahresvergleich 2014 - 2017
8
36 % der Ratsuchenden sind zwischen 60 und 79 Jahre alt, 8% der Ratsuchenden zwischen
20-59 Jahre. Anfragen von Eltern pflegebedürftiger Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren
lagen, wie auch im Vorjahr bei 3%.
2 Fortbildungen
Zunehmend werden die Beratungssituationen komplexer. Multiple Problemlagen und Geset-
zesänderungen erfordern hohe Professionalität und fachliche Weiterentwicklung. 2017 war
geprägt durch die Reform des Pflegestärkungsgesetzes II (PSG II), viele Fortbildungen und
Fachveranstaltungen hierzu wurden besucht.
9
Veranstaltung Veranstalter, Ort Wa nn
Fortbildung
PSGII, Neues
Begutachtungssystem
Medizinischer Dienst der
Kassen, MDK
Niedernhausen
25.01.-
28.01.2017
Fachtag
„Offen für Neues“,
Menschen mit Demenz im
Blick
Forum Demenz,
Wiesbaden
26.04.2017
Fortbildung
PSG II/NBA Neues
Begutachtungsassessment
in der Praxis
MDK Hessen,
Frankfurt/Main
09.05.2017
Fachveranstaltung
Regionaldialog „Pflege
stärken“
Saalbau Gallus,
Frankfurt/M
11.05.2017
Fortbildung
NBA- Begutachtung von
Kindern
MDK Hessen
Fulda
13.06.2017
Fachtagung
Hauptstadtkongress-
Medizin und Gesundheit
Deutscher
Pflegekongress, Berlin
20.06.-
22.06.2017
Fortbildungsveranstaltung:
Stressmanagement,
Stress-Situationen besser
nutzen und die eigene
Produktivität steigern
Hess.
Verwaltungsschulverband,
Verwaltungsseminar
Darmstadt
14.06.2017
Fortbildung
Pflegestärkungsgesetze II
und III, Auswirkungen auf
die Sozialhilfe
Kommunales
Bildungswwerk e. V.
Berlin
(Inhouse-Seminar)
15.,16.08.2017
Jahrestreffen der
hessischen
Pflegestützpunkte
Steuerungsausschuss der
hessischen
Pflegestützpunkte,
Friedberg
04.10.2017
Fachtag
„Entlassmanagement in
der Pflege“
DBfK Deutscher
Berufsverband für
Pflegeberufe, Frankfurt
13.10.2017
10
3 Care Management
Im Rahmen des Care Managements fand Netzwerkarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Mitarbeit
in interdisziplinären Arbeitskreisen statt.
Die Netzwerkarbeit mit Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen und der Altenhilfe
wurde konsequent auf- und ausgebaut. Gute und tragfähige Formen der Kommunikation und
Zusammenarbeit sind etabliert, interne und externe Arbeits- und Kooperationsstrukturen ha-
ben sich verstetigt.
4 Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit als Querschnittsaufgabe im Pflegestützpunkt dient in erster Linie
dazu, das Angebot bei den Bürgerinnen und Bürgern, relevanten Einrichtungen und Multipli-
katoren bekannt zu machen.
Im Berichtszeitraum fanden Vorträge, Vorstellungen und Präsentationen in unterschiedlichen
Zusammenhängen statt. Daneben wirkte der Pflegestützpunkt Darmstadt als Kooperations-
partner bei verschiedenen Veranstaltungen mit Fachvorträgen zum Thema Pflege und Pfle-
Demenzforum
Gremien und
Arbeitsgruppen
Fachkonferenz
Altenhilfe
Kranken und
Pflegekassen
Palliativ Netz
Darmstadt
PaNDa
Ambulante Dienste
Ärzte,
Apotheken
Beratungsstellen
Pflegestütz-
punkte Region
Rhein-Main
Jugendamt
Teilstationäre und
stationäre Pflege-
einrichtungen
Krankenhäuser,
Reha-
einrichtungen
Geronto-
psychiatrisches
Forum
Pflegestützpunkt
Darmstadt
Sozialhilfeträger
Sozialdienste der
Krankenhäuser
11
gestärkungsgesetz II (PSG II), mit und hat auch 2017 wieder mit einem Stand an den
Darmstädter Seniorentagen teilgenommen.
Informationen und Broschüren rund um das Thema Pflege wurden laufend aktualisiert. Ins-
besondere Veränderungen im Leistungsrecht durch das PSG II machten Recherche und
Suche von Informationen notwendig. Die Infos werden neutral gelistet und für die Beratung
genutzt. So werden Zugang und Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger zu den Angeboten
und Leistungen sichergestellt. Organisationsaufgaben und Datenpflege sind Tätigkeiten, die
für die Öffentlichkeitsarbeit unentbehrlich sind.
Die Veröffentlichung von Presseberichten und die Verbreitung des Infoflyers in fünf Sprachen
trugen dazu bei, den Pflegestützpunkt Darmstadt auf breiter Basis vorzustellen und zugäng-
lich zu machen. Die Präsenz auf der Homepage der Wissenschaftsstadt Darmstadt ermög-
licht die elektronische Kontaktaufnahme von Ratsuchenden mittels E- Mail.
5 Ausblick
Die umfassende Pflegereform und ihre Umsetzung in 2017 haben weitreichende Auswirkun-
gen für alle Bereiche der Pflege und Versorgung.
Nach Angaben des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung hatte der MDS (Medi-
zinischer Dienst des Spitzenverbandes) mit rund 200.000 zusätzlichen Personen gerechnet,
die mit der neuen Begutachtung neu anerkannt werden. Im Vergleich zu 2016 seien rund
300.000 Versicherte neu anerkannt werden. Seit 01.01.2017 erhielten 820.652 neue Pflege-
bedürftige nach Begutachtung mit dem neuen Verfahren einen Pflegegrad.
Mit dem Pflegegrad I soll ein früherer und besserer Zugang zu den Leistungen geschaffen
werden. Pflegebedürftige aller Pflegegrade, die zu Hause versorgt werden, haben Anspruch
auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125,00 € zur Finanzierung von Unterstützung im
Alltag. Der Betrag wird als Zuschuss, zweckgebunden nur für die gesetzlich normierten Un-
terstützungsangebote gezahlt.
Die Angebote müssen zertifiziert sein bzw. derzeit in Hessen eine Kassenanerkennung ha-
ben. Aktuell wird auf der Landesebene in Hessen an der Verordnung über die Anerkennung
von Angeboten im Alltag gearbeitet. Danach soll es möglich sein, dass gewerbliche Haus-
haltsdienste und Einzelpersonen ein Anerkennungsverfahren durchlaufen und eine Zulas-
sung erhalten.
12
Derzeit gibt es für diese Angebote noch zu wenige dienstleistende Unternehmen; bedarfsge-
rechte Angebote müssen geschaffen und weiterentwickelt werden. Diese Erfahrung bestätigt
sich in den Anfragen und Bedarfen, die im Pflegestützpunkt ankommen.
Im Verlaufe des letzten Jahres stieg wie zu erwarten im Pflegestützpunkt der Beratungsbe-
darf an. Viele Fragen ergeben sich aus den umfangreichen Änderungen, die die Pflegere-
form mit sich brachte.
Es gibt nach wie vor Informations- und Beratungsbedarf zu den gesetzlichen Neuerungen
wie den Voraussetzungen von Pflegebedürftigkeit und insbesondere für den Pflegegrad I.
Gestiegen ist der Erklärungs- und Interpretationsbedarf bei Bescheiden und Schreiben der
Pflegekassen. Durch die Vielfältigkeit der Leistungen und deren Kombinationsmöglichkeiten
entsteht für Ratsuchende Unübersichtlichkeit, die dazu führt, dass Versicherte bzw. pflegen-
de Angehörige aufgrund fehlender Kenntnis die Leistungen nicht in Anspruch nehmen.
„Die Beratung durch Pflegeeinrichtungen, Pflegekassen, Beratungsstellen und Pflegestütz-
punkte hat sich an einer erweiterten Sichtweise von Pflege, Betreuung und Entlastung zu
orientieren. Beratung sollte als Bestandteil pflegerischen Handelns verstanden werden“ 3 ist
ein Fazit aus Sicht des MDS nach einem Jahr Pflegereform.
Auf dem Expertentag Pflege stellt der Sozialverband VDK fest, dass die Gesetze und damit
die Verbesserung von Leistungen nach einem Jahr Pflegereform noch nicht bei den Men-
schen angekommen sind. Die Betroffenen kennen diese Neuerungen häufig nicht, der Bera-
tungsbedarf aus Sicht der Betroffenen sei höher denn je.4
Diese Feststellungen spiegeln sich in den Erfahrungen der Beratungszahlen des Pflege-
stützpunktes wider.
Sie sprechen für die Notwendigkeit von Hilfs- und Beratungsangeboten und für einen Ausbau
bzw. konzeptionelle und personelle Weiterentwicklung von Pflegestützpunkten.
Seit einiger Zeit wird die Erweiterung der Pflegestützpunkte in Hessen thematisiert. Anträge
zum Ausbau wurden bereits von mehreren Pflegestützpunkten gestellt.
Über diesen Weg könnte perspektivisch auch der Pflegestützpunkt Darmstadt den Umfang
seiner Pflege- und Sozialberatung ausbauen.
Anlagen
3 https://www.mds-ev.de/uploads/media/downloads/PICK_2018-01-15_Expertentag_Pflege_Do.pdf
4 uploads/media/downloads/ANACKER_2018_1_15_Expertentag_Pflege_Do.pdf
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14
Apothekenumschau
01.September 2017
2018/0149
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Magistratsvorlage
Eingang Magistratsg e-
schäftsstelle:
22.05.2018
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Soziales
und Prävention OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2018/0149
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 050-003-1012 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3152-10 Sachkonto: 7999999
Betreff: Pflegestützpunkt Darmstadt - Jahresbericht 2017
Vorlage vom: 09.05.2018
Beschlussvorschlag :
Der vorliegende Bericht wird zur Kenntnis genommen.
Anlage: Jahresbericht Pflegestützpunkt 2017
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
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Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.05.2018:
Der Pflegestützpunkt Darmstadt wurde am 19. November 2010 eröffnet und wird von den
Kranken- und Pflegekassen, aktuell vertreten durch die Linde BKK, und die Wissenschaft s-
stadt Darmstadt gemeinsam getragen .
Die Aufgabenerfüllung im Pflegestützpunkt erfolgt gemeinschaftlich, kooperativ und arbeit s-
teilig. Beide Träger bringen jeweils ihre originären Aufgabenschwerpunkte Care - und Case-
Management ein und verantworten diese selbstständig.
Im Pflegestützpunkt werden Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen, Pflegenden, Menschen
mit Behinderung sowie von Pflegebedürftigkeit bedrohten Bürgerinnen und Bürgern der Wi s-
senschaftsstadt Darmstadt umfas sende Informationen und Hilfen run d um das Thema Pflege
angeboten, z.B.:
die qualifizierte, wohnortnahe, umfassende sowie unabhängige und wettbewerbsneu t-
rale Information, Auskunft und Beratung nach den gesetzlichen Grundlagen
die Förderung bzw. zentrale Koordination der für die wohnortnahe Versorgung und
Betreuung in Betracht kommenden pflegerischen und sozialen Hilfs - und Unterstüt-
zungsangebote
Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Netzwerkes zur Koordination und Kooperation
aller beteiligten Stellen un d Fachkräfte
Stärkung der interkulturellen Kompetenz
Veranlassung oder Durchführung von Besuchen in der Häuslichkeit der Pflege -
bedürftigen bzw. von Pflegebedürftigkeit bedrohten Personen
Die Beratungskontakte sind in den letzten fünf Jahren kontinuierl ich gestiegen und betragen
im Jahr 2017 nunmehr 2.491 Beratungen.
Die Netzwerkarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Mitarbeit in interdisziplinären Arbeitskreisen ist
der zweite große Aufg abenbereich. Hier ist u. a. die Kooperation mit der seit dem Jahr 2000
bestehenden Fachkonferenz Altenhilfe zu nennen. Es erfolgt ein reger und stetiger Austausch
mit den Institutionen und Dienstleistenden im Bereich der Pflege und darüber hinaus.
Der Pflegestützpunkt Darmstadt hat sich als wichtiger Baustein im lokalen Alte nhilfe- und
Gesundheitssystem etabliert.
Darmstadt, 09.05.2018
ks
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
Anlage
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2018/0149
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.05.2018
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00