A-R/0004/2026
Verbessertes zentrales Baustellenmanagement in Münster - Koordination stärken, Belastungen reduzieren
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A-R-0004-2026
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Ratsantrag Verbessertes zentrales Baustellenmanagement in Münster – Koordination stärken, Belastungen reduzieren Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. Einrichtung eines verbindlichen, zentral gesteuerten Baustellenmanagements Die Verwaltung wird beauftragt, ein verbindliches, organisatorisch klar verortetes zentrales Baustellenmanagement einzurichten, das alle innerstädtischen und äußeren Bau- und Infrastrukturmaßnahmen übergreifend koordiniert. Dieses übernimmt insbesondere folgende Aufgaben: frühzeitige und verbindliche Abstimmung aller städtischen Ämter, der Stadtnetze Münster GmbH sowie weiterer kommunaler Akteure, verpflichtende Einbindung externer Vorhabenträger (z. B. Telekommunikationsunternehmen, Straßen.NRW, Deutsche Bahn, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie weiterer Infrastrukturträger), zentrale Prüfung, ob bestehende Infrastrukturen (z. B. Glasfaser-, Leitungs- oder Versorgungsnetze) mitgenutzt werden können, um Doppel- und Parallelbaustellen zu vermeiden, Erstellung eines jährlich fortzuschreibenden Gesamtbaustellenplans für Münster mit klaren Verantwortlichkeiten, Entscheidungspfaden und zeitlicher Priorisierung. 2. Vermeidung kumulativer Belastungen – verbindliche Koordinierungsregeln Die Verwaltung entwickelt bis Mitte 2026 verbindliche Regeln zur Vermeidung mehrfacher oder sich überlagernder Baustellen in denselben Straßenabschnitten oder Quartieren. Hierzu zählen insbesondere: zeitliche Bündelung technischer Maßnahmen (z. B. Tiefbau, Leitungs- und Glasfaserausbau), soweit fachlich möglich, Einführung klarer, überprüfbarer Kriterien für maximale Baufeldlängen, Bauzeiten und parallele Eingriffe, verpflichtende Prüfung, ob ein erneuter Aufbruch derselben Straße oder Nebenanlage sachlich zwingend erforderlich ist, systematische Auswirkungsanalysen auf Verkehrsflüsse, Rettungsdienste, ÖPNV, Gewerbe, Anwohnende sowie auf ökologische Effekte (z. B. CO₂-Emissionen durch zusätzliche Bauarbeiten). 3. Gleichwertige Berücksichtigung aller Stadtteile – Belastungsschwerpunkte erkennen Antrag an den Rat Nr. A-R/0004/2026 Der Rat stellt fest, dass sich Baustellenbelastungen in den vergangenen Jahren vielfach kumuliert haben und für Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbe und Verkehrsteilnehmende zu erheblichen Einschränkungen geführt haben. Die Verwaltung wird beauftragt, Belastungsschwerpunkte frühzeitig stadtweit zu identifizieren, Maßnahmen künftig nur noch in eng abgestimmten Zeitfenstern zu genehmigen, ein Monitoring der Baustellenbelastung nach Stadtbezirken und Quartieren einzuführen. Das Monitoring ist jährlich dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität vorzulegen. 4. Koordination statt Parallelstrukturen – Umgang mit überbauenden Maßnahmen Die Verwaltung wird beauftragt, verbindliche Leitlinien für den Umgang mit parallelen Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere im Bereich Telekommunikation und Glasfaser, zu entwickeln. Ziel ist es, unnötige Mehrfachaufbrüche von Straßen und Gehwegen zu vermeiden, bei bestehenden leistungsfähigen Netzen eine koordinierte Nutzung (z. B. Open- Access-Modelle) ausdrücklich zu priorisieren, durch strenge Wiederherstellungs-, Dokumentations- und Folgekostenregelungen sicherzustellen, dass zusätzliche Belastungen für städtisches Eigentum, Umwelt und Bürgerschaft minimiert werden. 5. Lessons Learned – Bericht zur Baustellenkoordination Die Verwaltung erstellt bis spätestens Oktober 2026 einen Bericht „Baustellenkoordination Münster – Lehren aus der Vergangenheit, Maßnahmen für die Zukunft“, der insbesondere umfasst: Analyse typischer Problemkonstellationen (z. B. doppelte Tiefbauarbeiten, zeitlich entkoppelte Maßnahmen, paralleler Infrastrukturausbau), Darstellung struktureller Defizite im bisherigen Koordinierungs- und Genehmigungsverfahren, Entwicklung verbindlicher Standards, Prozesse und Zuständigkeiten für ein professionelles, nachhaltiges Baustellenmanagement. Der Bericht ist anschließend jährlich fortzuschreiben. 6. Transparenz für Bürgerinnen und Bürger – digitales Baustellen-Dashboard Das zentrale Baustellenmanagement entwickelt ein öffentlich zugängliches, digitales Baustellen-Dashboard mit: Übersicht aller geplanten und laufenden Maßnahmen nach Stadtbezirken, Angaben zu Dauer, Art und Umfang der Maßnahmen, Benennung der jeweils verantwortlichen Akteure, Hinweisen zu Verkehrsführungen, Umleitungen und alternativen Routen. Begründung Die aktuellen Erfahrungen zeigen deutliche strukturelle Defizite im Baustellenmanagement der Stadt Münster: Maßnahmen werden häufig isoliert betrachtet, ohne ihre kumulative Wirkung auf Quartiere und Stadtteile ausreichend zu berücksichtigen. Doppel- und Parallelbaustellen – etwa durch mehrfachen Leitungs- oder Glasfaserausbau in derselben Straße – führen zu unnötigem Lärm, Staub, Verkehrseinschränkungen und Akzeptanzverlust in der Bürgerschaft. Wiederholte Aufbrüche beschädigen Straßen, Wege und Nebenanlagen dauerhaft und verursachen langfristig höhere Kosten für die Stadt. Unkoordinierte Parallelstrukturen sind wirtschaftlich ineffizient, ökologisch nachteilig und untergraben das Vertrauen in die Steuerungsfähigkeit von Politik und Verwaltung. Transparente Kriterien, verbindliche Koordination und systematische „Lessons Learned“ fehlen bislang. Ein verbindliches, zentrales Baustellenmanagement ist daher zwingend erforderlich, um Belastungen zu reduzieren, Ressourcen zu schonen, kommunales Eigentum zu schützen und Akzeptanz für notwendige Infrastrukturmaßnahmen zu sichern. Nur durch klare Koordination, Transparenz und Priorisierung kann Münster eine leistungsfähige, nachhaltige und bürgerfreundliche Stadtentwicklung gewährleisten – in der Innenstadt wie in allen Stadtteilen. Münster, 19. Januar 2026 gez. Stefan Weber Mathias Kersting Carmen Greefrath Angela Stähler Marcus Bielefeld Olaf Bloch Andreas Bracht Meik Bruns Dr. Dietmar Erber Walter von Göwels Alf Rüdiger Kaßenbrock Stefan Leschniok Babette Lichtenstein van Lengerich Jutta Malik Martin Peitzmeier Dr. Britta Riederer Freifrau von Paar Carolin Schwarz Jolanta Vogelberg Thomas Werth Peter Wolfgarten
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0004/2026
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 29.01.2026
- Erstellt
- 29.01.2026 10:18