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A-R/0004/2026

Verbessertes zentrales Baustellenmanagement in Münster - Koordination stärken, Belastungen reduzieren

Antrag an den Rat 29.01.2026

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 11.02.2026, TOP 22.5

A-R-0004-2026

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A-R-0004-2026

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Ratsantrag 
Verbessertes zentrales Baustellenmanagement in Münster – 
Koordination stärken, Belastungen reduzieren 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
1. Einrichtung eines verbindlichen, zentral gesteuerten Baustellenmanagements 
Die Verwaltung wird beauftragt, ein verbindliches, organisatorisch klar verortetes 
zentrales Baustellenmanagement einzurichten, das alle innerstädtischen und äußeren 
Bau- und Infrastrukturmaßnahmen übergreifend koordiniert. Dieses übernimmt 
insbesondere folgende Aufgaben: 
 frühzeitige und verbindliche Abstimmung aller städtischen Ämter, der Stadtnetze 
Münster GmbH sowie weiterer kommunaler Akteure, 
 verpflichtende Einbindung externer Vorhabenträger (z. B. 
Telekommunikationsunternehmen, Straßen.NRW, Deutsche Bahn, 
Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie weiterer Infrastrukturträger), 
 zentrale Prüfung, ob bestehende Infrastrukturen (z. B. Glasfaser-, Leitungs- oder 
Versorgungsnetze) mitgenutzt werden können, um Doppel- und 
Parallelbaustellen zu vermeiden, 
 Erstellung eines jährlich fortzuschreibenden Gesamtbaustellenplans für Münster 
mit klaren Verantwortlichkeiten, Entscheidungspfaden und zeitlicher 
Priorisierung. 
2. Vermeidung kumulativer Belastungen – verbindliche Koordinierungsregeln 
Die Verwaltung entwickelt bis Mitte 2026 verbindliche Regeln zur Vermeidung 
mehrfacher oder sich überlagernder Baustellen in denselben Straßenabschnitten oder 
Quartieren. Hierzu zählen insbesondere: 
 zeitliche Bündelung technischer Maßnahmen (z. B. Tiefbau, Leitungs- und 
Glasfaserausbau), soweit fachlich möglich, 
 Einführung klarer, überprüfbarer Kriterien für maximale Baufeldlängen, Bauzeiten 
und parallele Eingriffe, 
 verpflichtende Prüfung, ob ein erneuter Aufbruch derselben Straße oder 
Nebenanlage sachlich zwingend erforderlich ist, 
 systematische Auswirkungsanalysen auf Verkehrsflüsse, Rettungsdienste, ÖPNV, 
Gewerbe, Anwohnende sowie auf ökologische Effekte (z. B. CO₂-Emissionen 
durch zusätzliche Bauarbeiten). 
3. Gleichwertige Berücksichtigung aller Stadtteile – Belastungsschwerpunkte 
erkennen 
Antrag an den Rat Nr. A-R/0004/2026

Der Rat stellt fest, dass sich Baustellenbelastungen in den vergangenen Jahren vielfach 
kumuliert haben und für Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbe und 
Verkehrsteilnehmende zu erheblichen Einschränkungen geführt haben. 
Die Verwaltung wird beauftragt, 
 Belastungsschwerpunkte frühzeitig stadtweit zu identifizieren, 
 Maßnahmen künftig nur noch in eng abgestimmten Zeitfenstern zu genehmigen, 
 ein Monitoring der Baustellenbelastung nach Stadtbezirken und Quartieren 
einzuführen. 
Das Monitoring ist jährlich dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität vorzulegen. 
4. Koordination statt Parallelstrukturen – Umgang mit überbauenden Maßnahmen 
Die Verwaltung wird beauftragt, verbindliche Leitlinien für den Umgang mit parallelen 
Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere im Bereich Telekommunikation und Glasfaser, 
zu entwickeln. Ziel ist es, 
 unnötige Mehrfachaufbrüche von Straßen und Gehwegen zu vermeiden, 
 bei bestehenden leistungsfähigen Netzen eine koordinierte Nutzung (z. B. Open-
Access-Modelle) ausdrücklich zu priorisieren, 
 durch strenge Wiederherstellungs-, Dokumentations- und 
Folgekostenregelungen sicherzustellen, dass zusätzliche Belastungen für 
städtisches Eigentum, Umwelt und Bürgerschaft minimiert werden. 
5. Lessons Learned – Bericht zur Baustellenkoordination 
Die Verwaltung erstellt bis spätestens Oktober 2026 einen Bericht 
„Baustellenkoordination Münster – Lehren aus der Vergangenheit, Maßnahmen für 
die Zukunft“, der insbesondere umfasst: 
 Analyse typischer Problemkonstellationen (z. B. doppelte Tiefbauarbeiten, 
zeitlich entkoppelte Maßnahmen, paralleler Infrastrukturausbau), 
 Darstellung struktureller Defizite im bisherigen Koordinierungs- und 
Genehmigungsverfahren, 
 Entwicklung verbindlicher Standards, Prozesse und Zuständigkeiten für ein 
professionelles, nachhaltiges Baustellenmanagement. 
Der Bericht ist anschließend jährlich fortzuschreiben. 
6. Transparenz für Bürgerinnen und Bürger – digitales Baustellen-Dashboard 
Das zentrale Baustellenmanagement entwickelt ein öffentlich zugängliches, digitales 
Baustellen-Dashboard mit: 
 Übersicht aller geplanten und laufenden Maßnahmen nach Stadtbezirken, 
 Angaben zu Dauer, Art und Umfang der Maßnahmen,

 Benennung der jeweils verantwortlichen Akteure, 
 Hinweisen zu Verkehrsführungen, Umleitungen und alternativen Routen. 
Begründung 
Die aktuellen Erfahrungen zeigen deutliche strukturelle Defizite im 
Baustellenmanagement der Stadt Münster: 
 Maßnahmen werden häufig isoliert betrachtet, ohne ihre kumulative Wirkung auf 
Quartiere und Stadtteile ausreichend zu berücksichtigen. 
 Doppel- und Parallelbaustellen – etwa durch mehrfachen Leitungs- oder 
Glasfaserausbau in derselben Straße – führen zu unnötigem Lärm, Staub, 
Verkehrseinschränkungen und Akzeptanzverlust in der Bürgerschaft. 
 Wiederholte Aufbrüche beschädigen Straßen, Wege und Nebenanlagen 
dauerhaft und verursachen langfristig höhere Kosten für die Stadt. 
 Unkoordinierte Parallelstrukturen sind wirtschaftlich ineffizient, ökologisch 
nachteilig und untergraben das Vertrauen in die Steuerungsfähigkeit von Politik 
und Verwaltung. 
 Transparente Kriterien, verbindliche Koordination und systematische „Lessons 
Learned“ fehlen bislang. 
Ein verbindliches, zentrales Baustellenmanagement ist daher zwingend erforderlich, um 
Belastungen zu reduzieren, Ressourcen zu schonen, kommunales Eigentum zu 
schützen und Akzeptanz für notwendige Infrastrukturmaßnahmen zu sichern. 
Nur durch klare Koordination, Transparenz und Priorisierung kann Münster eine 
leistungsfähige, nachhaltige und bürgerfreundliche Stadtentwicklung gewährleisten – in 
der Innenstadt wie in allen Stadtteilen. 
  
Münster, 19. Januar 2026 
gez. 
Stefan Weber 
Mathias Kersting 
Carmen Greefrath 
Angela Stähler  
Marcus Bielefeld 
Olaf Bloch 
Andreas Bracht 
 
 
Meik Bruns 
Dr. Dietmar Erber 
Walter von Göwels 
Alf Rüdiger Kaßenbrock 
Stefan Leschniok 
Babette Lichtenstein van Lengerich 
Jutta Malik 
 
 
Martin Peitzmeier 
Dr. Britta Riederer Freifrau 
von Paar 
Carolin Schwarz 
Jolanta Vogelberg 
Thomas Werth 
Peter Wolfgarten

Beratungsverlauf (1)

11.02.2026 Rat
TOP 22.5 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0004/2026
Typ
Antrag an den Rat
Datum
29.01.2026
Erstellt
29.01.2026 10:18