A-R/0008/2021
Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Mobilita¨t in lebenswerten Sta¨dten“
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a-r-0008-2021-Grüne-SPD-Volt-Landeswettbewerb Mobil.NRW - Mobilität in lebenswerten Städten
7367 Zeichen
Antrag an den Rat A-/0008/2021
Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung
Landeswettbewerb
„Mobil.NRW – Mobilität in lebenswerten Städten“
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Verwaltung stellt den Förderantrag zum Lan deswettbewerb
„Mobil.NRW – Mobilität in lebenswerten Städten“ für das Projekt „Neue
Mobilität im Nebenzentrum Handorf zur Entlastung de r Innenstadt“ beim
Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, das Projekt „N eue Mobilität im
Nebenzentrum Handorf zur Entlastung der Innenstadt“ zusammen mit der
Stadt Telgte anzumelden. Hierzu nimmt sie Kontakt mit der Stadt Telgte auf.
Begründung:
Der Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung begründet sich in der Antragsfrist zur
Abgabe einer umfangreichen Projektskizze in der ers ten Stufe des zweistufigen
Wettbewerbsverfahrens für das Modellvorhaben bis zu m 16.4.2021 beim Ministerium
für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Daher ist Eile geboten.
1 Die Stadt soll wieder zu einem lebenswerten und a ttraktiven Aufenthalts- und
Erlebnisraum werden, der für alle erreichbar bleibt . Dazu wollen wir einen
Paradigmenwechsel einleiten, der eine deutliche Red uzierung des
motorisierten Individualverkehrs zum Ziel hat. Glei chzeitig werden wir den
umweltverträglichen und platzeffizienteren Verkehr durch Bus, Bahn, Fahrrad
und Fußgänger*innen fördern. Wir setzen uns für ein e weitgehend autofreie
Altstadt ein. Wir schaffen die Voraussetzungen, die Pendlerströme in Münster
z.B. von Handorf zum HBF und zur Innenstadt, aber a uch bei den
Quellverkehren zum Umstieg auf nachhaltige, sichere und klimaschonende
Verkehrsmittel, als auch den Fußverkehr zu bewegen.
Die Klimakrise verlangt eine Mobilitätswende und ei n Umdenken. Die große
Zahl an Autos in der Stadt, v.a. durch die motorisi erten Pendlerströme und
immer mehr parkende Autos in den Stadtvierteln beei nträchtigen die
Lebensqualität. Wir wollen Schritt für Schritt umst euern und haben dabei die
2. Februar 2021
Alternativen im Blick. Hierbei soll nicht nur der M odal-Split gefördert werden,
sondern es soll auch versucht werden, Verkehre erst gar nicht entstehen zu
lassen.
Über preisgünstige Angebote und eine Beschleunigung des öffentlichen
Personennahverkehrs (ÖPNV) im Stadtgebiet sowie mit einer massiven
Förderung des Radverkehrs bieten wir vielfältige Al ternativen für den Pkw-
Verkehr und schaffen so eine echte Verkehrswende.
Notwendig für den Klimaschutz und eine flächenschon ende
Verkehrsentwicklung ist die Stärkung des ÖPNV und d es SPNV sowie die
bessere Vernetzung der umweltfreundlichen Verkehrst räger.
Berufspendler*innen und dem Freizeitverkehr müssen attraktive, zügige und
verlässliche Alternativen zum Umstieg vorfinden. Fü r das Münsterland ist
insbesondere der Umstieg der PKW-Pendler*innen auf den Umweltverbund die
entscheidende Voraussetzung um die selbstgesteckten Klimaziele zu
erreichen.
Der Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Mobilität in lebenswerten Städten“
bietet für diese städtischen Vorhaben mit seiner Förderung eine große
Chance. Der landesweite Wettbewerb hat das Ziel, Städte bei der Umsetzung
von innovativen und zukunftsweisenden Konzepten zur Verbesserung des
urbanen Mobilitätssystems zu unterstützen. Im Modellvorhaben sollen Wege
aufgezeigt werden, wie die Mobilität in Innenstädten, Nebenzentren und
Wohnquartieren verbessert werden kann. Es sollen bessere Angebote
geschaffen werden, bei denen Menschen gemäß den eigenen Vorstellungen
mobil sind – individuell und flexibel. Dabei sollen in einem ersten Schritt echte
Alternativen zur motorisierten Individualmobilität entwickelt werden, um im
nächsten Schritt die Voraussetzungen für eine Reduktion des spezifischen
Flächenbedarfs dieses Verkehrs zu schaffen. Es sind intelligente ganzheitliche
Konzepte erforderlich, um den unterschiedlichen Mobilitätsinteressen zu
entsprechen.
Die Vielfalt, Qualität, Verlässlichkeit und Flexibilität von Mobilitätsangeboten
soll steigen. Hierzu können bspw. die Nahmobilität gestärkt und das ÖPNV-
System mit bedarfsgesteuerten Verkehren oder anderen Bedienformen
verbessert und/oder durch Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln bzw.
Mobilitätsangeboten (z.B. Carsharing, Bikesharing, Mikromobilität etc.)
verknüpft werden. Ergänzend können neue Ansätze für die Citylogistik
einbezogen werden. Zudem soll der motorisierte Individualverkehr
angemessen einbezogen werden.
Im Zuwendungszweck des Landeswettbewerbs wird deutlich, wie gut sich
dieses Förderprogramm eignet, das Nebenzentrum Handorf beispielhaft für
alle anderen Nebenzentren zu entwickeln; eine gute Übertragbarkeit für
andere urbane Zentren ist in vielen Punkten möglich.
Unter anderem sollen
Mobilitätslösungen jenseits des motorisierten Individualverkehrs, die an
den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert sind, entwickelt
werden
Eine bessere Erreichbarkeit der Innenstädte, Nebenzentren oder
Wohnquartiere durch den ÖPNV/die Nahmobilität,
Eine Vergrößerung der Vielfalt von Mobilitätsangeboten,
Reduktion der Emissionen von Luftschadstoffen, Klimagasen und Lärm,
sukzessive Reduktion des spezifischen Fläschenverbrauchs des
Verkehrs
Darüber hinaus sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
Vernetzung mit der Region / Stadt-Umland-Verkehre,
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie ggf. weiterer Akteure an
Planung und Umsetzung,
Möglichkeit der Fortführung des Modellvorhabens über den
Finanzierungszeitraum hinaus
2. Es sollen insbesondere Projekte im urbanen Raum gefördert werden, der
Fokus liegt auf Innenstädten. Auch Projekte in Nebe nzentren und
Wohnquartieren sind denkbar, wenn sie entweder zu e iner relevanten
Reduktion des Flächenverbrauchs für den Verkehr bei tragen oder von
vornherein reduzierte Flächen für den motorisierten Individualverkehr
bereitstellen (Neuentwicklung). Daher ist das Koope rationsprojekt der
Städte Münster und Telgte hervorragend geeignet, da hier bereits vor
Jahrzehnten ein erhöhter Verkehrsbedarf festgestellt wurde. Auch wenn
dies nicht im direkten Gebiet der Münsteraner Innen stadt liegt, wird die
urbane Mobilität im Münsteraner Stadtzentrum maßgeb lich von der
Stadt-Umland-Pendel-Beziehungen beeinflusst. Eine r eine
Umgestaltung des Stadtzentrums, ohne Schaffung der Erreichbarkeit der
Stadt mit alternativen Verkehrsmitteln, wird daher absehbar nicht zu
einer nachhaltigen Verkehrswende führen. Die im Rahmen der aktuellen
Debatte um die Mobilitätswende häufig nahegelegte U nterscheidung
zwischen dem urbanen Raum, in dem es einfacher mögl ich ist,
individuellen Pkw-Verkehr zu ersetzen und dem ländlichen Raum, in dem
dies auf Grund der suburbanen Siedlungsstruktur weniger leicht möglich
ist, bedarf ambitionierten Modelprojekten, um Lösun gsansetze zu
evaluieren. Im Landes Wettbewerb „ Mobil.NRW – Mobilität in
lebenswerten Städten“ sehen wir eine hervorragende Möglichkeit
diese Fragen zu klären.
gez. gez. gez.
Christoph Kattentidt Mathias Kersting Tim Pasch
Sylvia Rietenberg und Fraktion Helene Goldbeck
und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: verwiesen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- A-R/0008/2021
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 02.02.2021
- Erstellt
- 02.02.2021 14:01