SV-2018/0014
Antrag der Fraktion Die Linke. vom 6. März 2018 betr. Einstieg in den Nulltarif im öffentlichen Personennahverkehr
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Punkt 29.4: Antrag der Fraktion Die Linke. vom 6. März 2018 betr. Einstieg in den Nulltarif im öffentlichen Personennahverkehr (V-Nr. SV-2018/0014) Die Fraktionen Bü90/Die Grünen und CDU stellen folgenden Änderungsantrag: Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs 1. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt betrachtet den öffentlichen Personalverkehr als ein geeignetes Instrument, um den Straßenraum zu entlasten, den Verkehr zu verflüssigen und die Belastung der Darmstädter Innenstadt durch Abgase zu verringern und will die Attraktivität des ÖPNV7der ÖPNV-Angebote deutlichen steigern, um möglichst viele VerkehrsteilnehmerInnen zum Umstieg zu bewegen. 2. Der Magistrat wird gebeten, gemeinsam mit der Landes- und Bundesregierung darauf hinzuwirken, den Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur vor dem Hintergrund der verkehrsbedingten Schadstoffbelastungen insbesondere in Ballungsräumen durch ein Sonderinvestitionsprogramm verstärkt voranzutreiben. Bei der Finanzierung der Gesamtkosten des ÖPNV-Angebotes (Folge-/Betriebskosten) sind die Kommunen in Zukunft noch stärker auf Unterstützung des Landes und Bundes angewiesen. 3. Der Magistrat wird beauftragt zu prüfen, auf welchen Weise ein Pilotprojekt dazu beitragen kann die Akzeptanz der ÖPNV-Nutzung zu steigern und in welcher konkreten Form es durchgeführt werden könnte. 4. Die Kosten für ein mögliches Pilotprojekt sollen transparent dargestellt werden. Darüber hinaus soll für eine mögliche Finanzierung dieses Pilotprojektes überprüft werden, inwieweit Drittmittel von Bund und Land herangezogen werden können, bzw. weitere Finanzierungsvorschläge gemacht werden. Die Fraktion UFFBASSE beantragt, die Punkte 1und 2 des Änderungsantrages der Fraktionen Bü90/Die Grünen und CDU getrennt von den Punkten 3 und 4 abzustimmen. Den Punkten 1 und 2 des Änderungsantrages wird zugestimmt. Gegenstimmen: SPD, Die Linke. und UWIGA Stimmenthaltung: 1 Stimme aus UFFBASSE Enthaltung 1 UFFBASSE Den Punkten 3 und 4 des Änderungsantrages wird zugestimmt. Gegenstimmen: SPD, Die Linke., FDP, UWIGA, 4 Stimmen aus AfD und 2 Stimmen aus UFFBASSE Stimmenthaltung: 3 Stimmen aus UFFBASSE und 1 Stimme aus AfD Damit ist dem Änderungsantrag in Gänze zugestimmt und der Ursprungsantrag erledigt.
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Punkt 26.4: Antrag der Fraktion Die Linke. vom 6. März 2018 betr. Einstieg in den Nulltarif im öffentlichen Personennahverkehr (V-Nr. SV-2018/0014) Der Antrag wird bis zur nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zurückgestellt.
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Punkt 12: Antrag der Fraktion Die Linke. vom 6. März 2018 betr. Einstieg in den Nulltarif im öffentlichen Personennahverkehr (SV-Nr. 2018/0014) Die Fraktionen Bü90/Grüne und CDU stellen folgenden Änderungsantrag: „Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs 1. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt betrachtet den Öffentlichen Personennahverkehr als ein geeignetes Instrument, um den Straßenraum zu entlasten, den Verkehr zu verflüssigen und die Belastung der Darmstädter Innenstadt durch Abgase zu verringern und will die Attraktivität des ÖPNV/der ÖPNV-Angebote deutlich steigern, um möglichst viele Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zum Umstieg zu bewegen. 2. Der Magistrat wird gebeten, gemeinsam mit der Landes- und Bundesregierung darauf hinzuwirken, den Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur vor dem Hintergrund der verkehrsbedingten Schadstoffbelastungen insbesondere in Ballungsräumen durch ein Sonderinvestitionsprogramm verstärkt voranzutreiben. Bei der Finanzierung der Gesamtkosten des ÖPNV-Angebotes (Folge-/Betriebskosten) sind die Kommunen in Zukunft noch stärker auf Unterstützung des Landes und Bundes angewiesen. 3. Der Magistrat wird beauftragt zu prüfen, auf welche Weise ein Pilotprojekt dazu beitragen kann die Akzeptanz der ÖPNV-Nutzung zu steigern und in welcher konkreten Form es durchgeführt werden könnte. 4. Die Kosten für ein mögliches Pilotprojekt sollen transparent dargestellt werden. Darüber hinaus soll für eine mögliche Finanzierung dieses Pilotprojektes überprüft werden, inwieweit Drittmittel von Bund und Land herangezogen werden können, bzw. weitere Finanzierungsvorschläge gemacht werden. “ Stadtv. Hang (Fraktion UFFBASSE) bittet die Punkte 1 + 2 sowie 3 + 4 abzustimmen. Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, den Punkten 1 + 2 des Änderungsantrages zuzustimmen. Stimmenthaltungen: Fraktionen AfD und UWIGA Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, den Punkten 3 + 4 des Änderungsantrages zuzustimmen. Gegenstimme: Fraktion UFFBASSE Stimmenthaltungen: Fraktionen AfD und UWIGA Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, den Antrag der Fraktion Die Linke. abzulehnen. Gegen die Ablehnung: Fraktionen SPD und UWIGA
SV-2018/0014
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Vorlage-Nr. SV-2018/0014
Antrag der Fraktion Die Linke. vom 6. März 2018 betr. Einstieg in den Nulltarif im
öffentlichen Personennahverkehr
Landgraf-Philipps-Anlage 32
64283 Darmstadt
Telefon 06151 / 66 90 310
Telefax 06151 / 66 90 533
info@linksfraktion-darmstadt.de
www.linksfraktion-darmstadt.de
Darmstadt, 06.03.2018
Einstieg in den Nulltarif im Öffentlichen Personennahverkehr
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen
1. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt betrachtet den Nulltarif im Öffentlichen
Personennahverkehr als ein geeignetes Instrument, um die Belastung der Darmstädter
Innenstadt durch Abgase zu verringern und auf längere Sicht den
gesamtgesellschaftlichen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel voran zu bringen.
2. Die Landes- und Bundespolitik wird aufgefordert, die Einführung von Nulltarifen
finanziell zu fördern und durch ein Investitionsprogramm zum Ausbau der Infrastruktur
zu flankieren. Es sind gesetzliche Grundlagen für die Erhebung von Unternehmens - und
Nutzerabgaben durch die Kommunen zu schaffen.
3. Der Magistrat wird beauftragt, in Darmstadt ein Pilotprojekt durchzuführen, um die
Akzeptanz für den Nulltarif sowie dessen Wirksamkeit zur Verringerung der Schadstoffe
zu prüfen. Dazu soll die unentgeltliche Nutzung von Bussen und Bahnen im
Darmstädter Stadtgebiet an 10 Samstagen im Jahr 2018 ermöglicht werden. Dieses
Angebot wird intensiv beworben. Die Nulltarif-Samstage sind über mehrere Monate
außerhalb der Ferien zu verteilen.
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4. Die Finanzierung erfolgt aus laufenden Haushaltsmitteln bzw. im Rahmen des
Verlustausgleichs für die HEAG mobilo. Falls die Bundesregierung 2018 einen Fonds
für Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung bereit stellt, bemüht sich die Stadt um die
Einwerbung von Mitteln für das Nulltarif-Pilotprojekt.
Begründung:
Der Gesundheitsschutz und die Gesetzgebung erfordern die Reduzierung von Stickoxiden und
Feinstäuben in stark belasteten Innenstädten. Darmstadt gehört zu den am stärksten
belasteten Städten in Deutschland. Fahrverbote sind möglichst zu vermeiden, denn sie
entlassen die Verursacher der überhöhten Emissionen aus der Haftung und entwerten das
Eigentum derjenigen, die sich im Vertrauen auf die staatliche Abgaskontrolle und bestärkt
durch Steuervergünstigungen zum Kauf eines Dieselfahrzeuges entschieden haben.
Um die Klimaschutzziele zu erreichen und um uns auf das absehbare Ende der Verfügbarkeit
fossiler Energie vorzubereiten, ist eine Verkehrswende vom motorisierten Individualverkehr hin
zu anderen Verkehrsmitteln ohnehin notwendig. Eine wichtige Rolle spielt dabei der öffentliche
Personennahverkehr, der durch Ausbau und günstige Preise attraktiver gemacht werden muss.
Der Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr ist, kombiniert mit dem Ausbau der Infrastruktur und
einer Vernetzung mit anderen privaten, geteilten und öffentlichen Verkehrsmitteln, ein
wirksames Instrument, um mittel- oder langfristig den Besitz eines privaten Pkw überflüssig zu
machen.
Das beantragte Pilotprojekt soll in der Bevölkerung für die Idee des Nulltarifs werben, die
Auswirkung der Verkehrsverlagerung auf die Luftqualität messbar machen und wenigstens an
den ausgewählten Tagen den Menschen bessere Luft zum Atmen lassen. Am Samstag
erledigen viele Menschen ihre Einkäufe und nutzen andere Angebote in der Innenstadt. An
diesem Tag haben die meisten Bevölkerungsgruppen (nicht nur die Arbeitnehmer/innen)
Verkehrsbedarf, die Emissionen im Bereich der Innenstadt sind hoch und gleichzeitig halten
sich viele Menschen dort auf. Es ist am ehesten die Bereitschaft zum kurzentschlossenen und
vorübergehenden Umstieg auf Bus und Bahn zu erwarten.
Über den Finanzierungsmix eines dauerhaften Nulltarifs aus Steuermitteln,
Unternehmensabgaben und Nutzerbeiträgen wird die Diskussion noch zu führen sein. Für das
beantragte Pilotprojekt erscheint es sinnvoll und machbar, komplett auf Haushaltsmittel
zurückzugreifen. Grob geschätzt dürften der HEAG mobilo 5% der normalerweise zu
erwartenden Jahreseinnahmen aus Einzel- und Tagesfahrscheinen entgehen (10 Tage sind
2,7% eines Jahres, Samstags wird der ÖPNV jedoch überdurchschnittlich genutzt). Da
Zeitkarten, Jobtickets u.ä. den größeren Teil der Fahrgasteinnahmen ausmachen (ca. 75%-
80% in den meisten Städten), wäre mit einer Minderung der Erlöse im Stadtgebiet Darmstadt
von 1-2% zu rechnen.
Für die Fraktion die LINKE:
Karl-Heinz Böck, Martina Hübscher-Paul, Kris Hartmann, Uli Franke, Werner Krone
Beratungsverlauf (4)
Orte (1)
- Landgraf-Philipps-Anlage 32
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2018/0014
- Typ
- Antrag
- Datum
- 09.03.2018
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00