0697/2025
Jahresbericht 2024 zum Hitzeaktionsplan Köln
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Anlage 1 - Jahresbericht Hitzeaktionsplan Köln 2024 _barrierefrei
79331 Zeichen
Hitzeaktionsplan Köln
Hitzeschutz
für Jung und Alt
Jahresbericht 2024
Autor*innen
Stadt Köln
Umwelt- und Verbraucherschutzamt, Stadt Köln
Bianka Schiefer, Yvonne Wieczorrek, Katja Gumbiowski
Stadt Köln
Gesundheitsamt, Stadt Köln
Dr. Barbara Grüne, Claudia Goeke
Mitwirkende
Marita Hey
Silvia Birkenstock
Mit freundlicher Unterstützung von
GeoHealth Centre, IHPH, Universitätsklinikum Bonn
Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Köln
LZG.NRW Landeszentrum Gesundheit NRW
Institut für Öffentliches Gesundheitswesen der Uniklinik Köln
Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Stadt Köln
Amt für Kinder, Jugend und Familie, Stadt Köln
Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz
Gesundheitsamt
Seniorenvertretung Köln
LIGA Wohlfahrt Köln – Diakonisches Werk Köln und Region
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
KlimaDocs
3
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ............................................................................................................................... 4
Jahresbilanz 2024 – der nächste Temperaturrekord! ............................................................. 4
Kinder als vulnerable Gruppe bei Hitze ....................................................................................... 6
2. Arbeitsstruktur ..................................................................................................................... 7
3. Maßnahmenübersicht .......................................................................................................... 9
4. Bericht aus dem Jahr 2024 ................................................................................................. 23
4.1 Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ..................................... 23
4.1.1 KlimaAnpassungsManagement (KAM) ....................................................................... 23
4.1.2 Integriertes Klimaanpassungskonzept IKA-Köln ..................................................... 24
4.1.3 Städtedialog zur Hitzeanpassung ................................................................................ 25
4.2 Nutzung eines Hitzewarnsystems ......................................................................................... 26
4.2.1 Stadtweite Verbreitung der Hitzewarnung des DWD ............................................. 26
4.3 Information und Kommunikation ........................................................................................... 27
4.3.1 Das Kölner Hitze-Portal und die interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“ ............. 27
4.3.2 Klimabildung vor Ort ...................................................................................................... 27
4.3.3 Sonnencremespender für Kölner Freibäder ............................................................. 30
4.4 Besondere Beachtung von Risikogruppen ......................................................................... 31
4.4.1 Das Hitzetelefon .............................................................................................................. 31
4.4.2 Hitzespaziergänge zur Erstellung von lokalen Hitzespickzetteln ........................ 33
4.5 Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme ......................................................... 35
4.5.1 Vor Ort-Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege ..................... 35
4.5.2 Befragung zum Hitzeschutz in Kindertagesstätten ................................................ 36
4.6 Forschungsprojekte ................................................................................................................. 39
4.6.1 „Hitzeheldinnen“ – Ein Masterprojekt der Katholischen Hochschule NRW ...... 39
4.7 Veranstaltungen und Fachvorträge ....................................................................................... 41
5. Ausblick auf das Jahr 2025 ................................................................................................. 44
Abkürzungsverzeichnis ........................................................................................................... 45
4
1. Einleitung
Köln verfolgt eine klimawandelgerechte Hitzeaktionsplanung mit dem Ziel, die Bevölkerung
vor den gesundheitlichen Folgen extremer und langanhaltender Hitze zu schützen. Durch
gezielte Maßnahmen soll die Widerstandsfähigkeit gegenüber hitzebedingten Gesundheits-
risiken gestärkt werden.
Ein zentraler Meilenstein war der Abschluss des Förderprojektes „Hitzeaktionsplan für
Menschen im Alter“ (Projektlaufzeit: 01/2019 – 06/2022), in dessen Rahmen erste Multi-
plikator*innen, Maßnahmen und Handlungsfelder identifiziert wurden. Auf Beschluss des
Rats der Stadt Köln vom 08.12.2022 (Vorlage 2388/2022) wurde die Hitzeaktionsplanung
verstetigt und 2023 dauerhaft in das Verwaltungshandeln integriert. Seither erfolgt eine
schrittweise Erweiterung mit dem langfristigen Ziel, den Schutz vor Hitze auf die gesamte
Bevölkerung auszudehnen.
Köln gehört zu den Vorreitern in Deutschland bei der Entwicklung und Umsetzung eines
kommunalen Hitzeaktionsplans. Die gewonnenen Erkenntnisse werden fortlaufend doku-
mentiert und mit anderen interessierten Kommunen bundesweit geteilt. Der Jahresbericht
2023 „Vom Forschungsprojekt in die Verstetigung“ ist auf dem Kölner Hitzeportal zu finden:
www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/klima-umwelt-tiere/klima/hitzeportal-koeln/
projektendbericht-hitzeaktionsplan-koeln
Im Jahr 2024 wurde die Zielgruppe der (Klein-)Kinder in den Fokus gesetzt. Es wurden
relevante Multiplikator*innen identifiziert und in den Arbeitskreis „Runder Tisch Hitze-
aktionsplanung“ eingebunden. Gemeinsam sind gezielte Maßnahmen entwickelt worden,
um diese besonders schutzbedürftige Gruppe besser zu erreichen und die Kölner Hitze-
aktionsplanung um eine weitere zentrale Zielgruppe zu erweitern.
Die Umsetzung der Maßnahmen ist ein fortlaufender Prozess, der im Jahr 2025 weiter-
geführt wird. Der vorliegende Jahresbericht gibt einen Überblick über den aktuellen Stand
der Kölner Hitzeaktionsplanung sowie die im Jahr 2024 realisierten Maßnahmen. Zudem
enthält er einen kurzen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten im Jahr 2025.
Jahresbilanz 2024 – der nächste Temperaturrekord!
Im dritten Jahr in Folge wurde in Nordrhein-Westfalen ein Temperaturrekord verzeichnet.
Während die Jahre 2022 und 2023 jeweils eine Durchschnittstemperatur von 11,2 °C
erreichten, legte 2024 mit 11,3 °C noch einmal leicht zu. Die Sonnenscheindauer lag mit
1.500 Stunden im Mittelfeld der bisherigen Aufzeichnungen. Auch in Köln war das Jahr
2024 von außergewöhnlicher Wärme geprägt: 66 Sommertage (Tag, an dem das Maximum
der Lufttemperatur ≥ 25 °C beträgt), 15 Heiße Tage (Tag, an dem das Maximum der
5
Lufttemperatur ≥ 30 °C beträgt) und 25 Tropennächte (eine Nacht in der das Minimum der
Lufttemperatur ≥ 20 °C beträgt) wurden registriert. Die Statistik zeigt, dass die Temperaturen
im Durchschnitt weiter steigen – ein Trend, der sich in den kommenden Jahren voraussicht-
lich noch deutlicher fortsetzen wird.
Ein eindrückliches Bild dieser Veränderung liefert die Visualisierung in Form der sogenannten
Warming Stripes für Köln von 1881 bis 2024, die der Klimawissenschaftler Ed Hawkins
entwickelte. Die Farbstreifen veranschaulichen die mittlere Jahrestemperatur einer Region –
von kühlen Jahren in Blau bis hin zu besonders warmen Jahren in Rot. Das kälteste Jahr in
Köln war 1888 mit einer Durchschnittstemperatur von 8,8 °C, während 2022 mit 12,6 °C als
bislang wärmstes Jahr in die Statistik einging. Das Jahr 2024 landet auf Platz 4, mit 12,4 °C
im Schnitt.
1,2
Warming Stripes Köln 1881 – 2024
1890 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020
Temperatur
9
10
11
12
Warming Stripes Koeln 1881−2024
Datengrundlage: Deutscher Wetterdienst (DWD)
1 Jahresbilanz 2024 – der nächste Temperaturrekord! | LANUV Klima
2 Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Glossar – K – Klimatologische Kenntage
6
Kinder als vulnerable Gruppe bei Hitze
Kinder gehören zu den besonders schutzbedürftigen Gruppen bei hohen Temperaturen. Ihre
Fähigkeit, die eigene Körpertemperatur zu regulieren, ist noch nicht vollständig ausgereift.
Im Vergleich zu Erwachsenen schwitzen sie weniger und haben eine höhere Stoffwechsel-
rate, wodurch ihr Körper schneller überhitzen kann. Gleichzeitig ist die Hautoberfläche von
Kindern im Verhältnis zum Körpergewicht größer, sodass sie mehr Zeit benötigen, um sich
an hohe Temperaturen anzupassen. Besonders Babys und Kleinkinder sind daher einem
erhöhten Risiko für Dehydration, Sonnenstich oder Hitzeschäden ausgesetzt.
Neben der physiologischen Anfälligkeit spielt auch das fehlende Risikobewusstsein eine
Rolle. Kinder können die Gefahr extremer Hitze nicht einschätzen und sind auf die Fürsorge
von Eltern oder Betreuungspersonen angewiesen. Dies macht präventive Maßnahmen
besonders wichtig.
Auch die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung stellt eine gesundheitliche
Gefahr dar. Die Haut von Kindern ist dünner und empfindlicher als die von Erwachsenen,
wodurch Sonnenbrand schneller auftreten kann. Rund 80 Prozent der lebenslangen
UV-Belastung erhält die Haut vor dem 18. Lebensjahr. Wiederholte Sonnenbrände in der
Kindheit erhöhen das Risiko für Hautkrebs im späteren Leben erheblich. Zudem können
UV-Strahlen zu akuten Beschwerden wie Bindehautentzündungen am Auge führen und
langfristig Augenerkrankungen wie Grauen Star begünstigen.
Je jünger ein Kind ist, desto empfindlicher reagiert sein Körper auf Hitze und UV-Strahlung.
Daher sind gezielte Schutzmaßnahmen essenziell, um hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu
minimieren.
3,4
3 BMUV (2023): Ratgeber für Kitas, Grundschulen und Eltern gegen Hitze, UV-Strahlung, Luftschadstoffe
und Allergene. https:/ /www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaanpassung/ratgeber_
verhalten_hitze_kitas_bf.pdf
4 BzgA (o.J.) Tipps für Eltern von Babys und Kleinkindern. Hitze und Hitzeschutz.
https:/ /www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/babys-und-kinder/
7
2. Arbeitsstruktur
Der „Runde Tisch Hitzeaktionsplanung“ wurde im Frühjahr 2023 gegründet, um die
Koordination bestehender Maßnahmen zur Hitzeprävention sicherzustellen, Stakeholder
einzubinden, neue Maßnahmen gemeinsam zu entwickeln und Aufgaben zielgerichtet zu
verteilen. Ziel ist es, die initiierten gemeinsamen Aktivitäten nachhaltig fortzuführen.
Die Organisation und Koordination dieses Arbeitskreises obliegt dem Umwelt- und
Verbraucherschutzamt der Stadt Köln.
Im Jahr 2024 fanden drei Arbeitstreffen des „Runden Tisches Hitzeaktionsplanung“ statt.
Zu den Teilnehmenden gehörten Vertreter*innen der Stadtverwaltung (Amt für Soziales,
Arbeit und Senioren, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Gesundheitsamt, Umwelt- und
Verbraucherschutzamt, Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz), des
Gesundheitswesens (GeoHealth Centre, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des
Universitätsklinikums Bonn, Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Köln, Institut für
Öffentliches Gesundheitswesen der Uniklinik Köln, KlimaDocs, Landeszentrum Gesundheit
NRW) sowie der Zielgruppen (Seniorenvertretung Köln-Ehrenfeld, LIGA Wohlfahrt Köln –
Diakonisches Werk Köln und Region).
Der erste „Runde Tisch Hitzeaktionsplanung“ wurde im Januar durchgeführt. Schwerpunkte
des Treffens waren die Identifikation und Analyse der neuen vulnerablen Zielgruppe der
(Klein-)Kinder und ihrer Eltern sowie die Entwicklung zielgerichteter Maßnahmen für den
Sommer 2024.
Die Ausarbeitung der Maßnahmen wurde im April beim zweiten „Runden Tisch Hitzeaktions-
planung“ zielgerichtet fortgeführt. Ergänzend präsentierten die Teilnehmenden den aktuellen
Sachstand ihrer laufenden Aktivitäten.
8
Abbildung 1: Der Arbeitskreis „Runder Tisch Hitzeaktionsplanung“ und seine Mitglieder*innen
Der dritte „Runde Tisch Hitzeaktionsplanung“ im Herbst diente der Evaluation der in 2024
umgesetzten Maßnahmen und einer Reflexion der bisherigen Arbeitsstruktur. Hierbei wurde
besonderer Wert auf die Meinungen und Erfahrungen aller Teilnehmenden gelegt, um die
Organisation und Gestaltung der zukünftigen Treffen gezielt zu verbessern.
Zusammenfassend können folgende Ergebnisse der Evaluation genannt werden:
Der „Runde Tisch Hitzeaktionsplanung“ wird von den Teilnehmenden als eine wertvolle und
gut organisierte Arbeitsplattform für den interdisziplinären Austausch und die Förderung von
Synergien wahrgenommen. Besonders geschätzt werden die vertrauensvolle Atmosphäre,
die zielgerichteten Diskussionen und der direkte Austausch in Präsenz, der die Vernetzung
erleichtert und effiziente Lösungsansätze ermöglicht. Das Format trägt zur Sensibilisierung
verschiedener Ämter beziehungsweise Institutionen bei und wird insgesamt als sehr gewinn-
bringend bewertet. Besonders die enge Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Umwelt
und Gesundheit hat sich bewährt und bietet eine stabile Grundlage für die kontinuierliche
Weiterentwicklung der Hitzeaktionsplanung.
Aus der Umfrage ging zudem klar hervor, dass die drei festgelegten Arbeitstreffen pro Jahr als
angemessen empfunden werden und eine hohe Zufriedenheit mit den erzielten Ergebnissen
besteht. Die Teilnehmenden sehen Verbesserungspotenzial bei der Umsetzung von Maß-
nahmen. Ihrer Meinung nach könnte ein aktiveres Engagement aller Mitglieder hierbei unter-
stützend wirken. Jedoch wird die Umsetzung oft durch begrenzte Ressourcen und die damit
verbundene Schwierigkeit, die Teilnehmenden zu mobilisieren, erschwert.
Zur Weiterentwicklung des „Runden Tisches“ wurde von den Teilnehmenden vorgeschlagen,
regelmäßig über den Fortschritt der Maßnahmen zu informieren, themenspezifische Treffen
anzubieten und Best-Practice-Beispiele aus anderen Städten oder Ländern vorzustellen. Auch
die Einbindung weiterer fachkundiger Institutionen wurde angeregt. Die Vorschläge werden
aufgenommen und berücksichtigt.
9
3. Maßnahmenübersicht
Im Rahmen des Förderprojekts „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“
wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog, in Anlehnung an die acht Kernelemente der
WHO erarbeitet (siehe Endbericht, Seiten 170 bis 217). Die darin enthaltenen Maßnahmen
werden kontinuierlich umgesetzt und fortgeschrieben.
Die vorliegende Tabelle bietet eine Übersicht über den aktuellen Umsetzungsstand der
Maßnahmen im Jahr 2024. Neue Maßnahmen, die im Jahr 2024 hinzugekommen sind,
sind mit einem Stern (*) gekennzeichnet. Der Umsetzungsstatus wird durch folgende Farb-
codierung dargestellt: „erfolgreich etabliert“ (grün), „in Vorbereitung“ (gelb) und „ausstehend/
offen“ (weiß). Ergänzende Informationen sind in der Rubrik „Bemerkung“ zusammengefasst.
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Legende:
erfolgreich etabliert in Vorbereitung/in Bearbeitung ausstehend/offen
Kernelement I:
Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 1.1 KlimaAnpassungsManagement
(KAM)
Mit dem Ratsbeschluss vom 15.06.2023
(2352/2022 „Bestandsaufnahme und
Strategie zur Integrierten Klimafolgen-
anpassung“) wurde die Koordinationsstelle
„KlimaAnpassungsManagement (KAM)“ beim
Umwelt- und Verbraucherschutzamt einge-
richtet. Sie stellt das effiziente Z usammenspiel
der unterschiedlichen Aufgabenbereiche
und -schwerpunkte, die interne und externe
Kommunikation, die Fortschreibung von
bereits laufenden sowie die Identifikation
von weiteren Klimaanpassungs- und Sofort-
maßnahmen sicher. Auch die kontinuierliche
Weiterentwicklung der Hitzeaktionsplanung
ist Teil des KlimaAnpassungsManagementes.
Durch die Bündelung der Aufgaben ergeben
sich für die Kölner Hitzeaktionsplanung
unter anderem Synergieeffekte mit der
Fördermittelakquise oder mit aktuellen
Stadtklimauntersuchungen.
KE 1.2 Trisektorale Vernetzung
Das Ziel der trisektoralen Vernetzung besteht
in der Förderung der Zusammenarbeit und
des Informationsaustauschs zwischen
den Kölner Akteur*innen. Dies wird durch
regelmäßige lokale Netzwerktreffen sowie
durch einen Rundbrief gewährleistet, der
alle interessierten Akteur*innen über den
aktuellen Sachstand des Kölner Hitzeaktions-
plans informiert.
11
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 1.3 Interkommunale Vernetzung Der im Rahmen des Projektes „Hitzeaktions-
plan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“
initiierte bundesweite Städtedialog findet
jährlich statt. Der Städtedialog 2024 wurde
im Rahmen des Projekts Plan°C gemeinsam
von den Städten Düsseldorf und Karlsruhe
durchgeführt.
Im Jahr 2024 hat das LZG.NRW die Arbeits-
gruppe „AG Kommunale Arbeitshilfen“
ins Leben gerufen, zur Entwicklung und
Verbreitung von Arbeitshilfen zum gesund-
heitsbezogenen Hitzeschutz für Kommunen
in Nordrhein-Westfalen.
Das Umwelt- und Verbraucherschutzamt
sowie das Gesundheitsamt der Stadt Köln
sind Mitglieder dieser Arbeitsgruppe, sodass
die in Köln gewonnenen Erkenntnisse
einbezogen werden können.
Darüber hinaus findet fortlaufend eine
bundesweite Vernetzung statt und der
Kölner Hitzeaktionsplan wurde durch diverse
Vorträge im Laufe des Jahres einem breiten
(Fach-)Publikum auf Landes- und Bundes-
ebene vorgestellt.
KE 1.4 Runder Tisch Hitzeaktionsplanung Der Runde Tisch Hitzeaktionsplanung hat
das Ziel, die beteiligten Akteur*innen zu
vernetzen und eine gemeinsame Arbeits-
plattform zu etablieren. Im Jahr 2024 kam
das Gremium insgesamt drei Mal zusammen:
Zwei Treffen fanden im Frühjahr zur
Vorbereitung auf den Sommer statt, während
das dritte Treffen im Herbst der Evaluierung
der umgesetzten Maßnahmen sowie der
Weiterentwicklung des Gremiums diente.
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Kernelement II: Nutzung eines Hitzewarnsystems
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 2.1 Verbreitung des DWD-Newsletters
„Hitzewarnung“ und „UV-Warnung“
Der Newsletterservice des Deutschen
Wetterdienstes (DWD) zur Information über
amtliche Hitze- und UV-Warnungen wird über
verschiedene Kanäle wie beispielsweise auf
dem Kölner Hitzeportal, im Hitzeknigge oder
auf Bürgerveranstaltungen beworben, erklärt
und zum Download zur Verfügung gestellt.
KE 2.2 Verbreitung der App Luftwarnung
(UBA) für erhöhte bodennahe
Ozonwerte
Die App „Luftqualität“ des UBA wird über
verschiedene Kanäle wie beispielsweise auf
dem Kölner Hitzeportal oder auf Bürger-
veranstaltungen angeworben und zum
Download zur Verfügung gestellt.
KE 2.3 Stadtweite Verbreitung der
Hitzewarnung des DWD
Die Hitzewarnung des DWD wird als Hitze-
information an die Kölner Bevölkerung
über den Warnverteiler sowie das Modulare
Warnsystem (MoWaS) der Feuerwehr,
welches regionale und überregionale
Medienstationen bedient, im Auftrag des
Umwelt- und Verbraucherschutzamtes
weitergegeben. Die NINA und KATWARN App
werden automatisch vom DWD angestoßen.
Außerdem erscheint die Hitzewarnung des
DWD automatisiert auf dem Internetportal
der Stadt Köln und verweist auf das Kölner
Hitzeportal zur weiteren Information.
13
Kernelement III: Information und Kommunikation
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 3.1 Interaktive Erfrischungskarte Auf dem Hitzeportal steht die interaktive
Karte „Kühle Orte in Köln“ zur Verfügung.
Hier haben Bürger*innen die Möglichkeit,
ihre Empfehlungen für schattigen Plätze
und Abkühlungsmöglichkeiten in eine
digitale Karte einzutragen und sie allen
Einwohner*innen Kölns zugänglich zu
machen.
KE 3.2 Erstellung und Verbreitung von
Informationsmaterialien für die
Gesamtbevölkerung
Zur kompakten Information wurden
11 Hitzetipps erarbeitet. Die „11 Hitzetipps“
liegen gedruckt als Poster vor und werden
an Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und
weitere interessierte Einrichtungen zum
Aushang verteilt. Außerdem werden während
des Sommers Roll-Ups stadtweit in Bezirks-
ämtern aufgestellt. Ein weiteres Informations-
medium ist eine Wanderausstellung zum
Thema Hitze und Gesundheit. Diese wird im
Stadthaus Deutz jährlich gezeigt und steht
allen Interessierten zur Verfügung.
KE 3.3 Lebensmittel Trinkwasser
Die Sensibilisierung älterer Menschen für
ein hitzeangepasstes Trinkverhalten ist ein
zentraler Bestandteil der Maßnahmen zur
Gesundheitsprävention in dieser Zielgruppe.
Im Rahmen von Veranstaltungen werden
daher bedruckte Trinkflaschen verteilt, die als
visuelle Erinnerung zur regelmäßigen Flüssig-
keitsaufnahme dienen und so zur Förderung
einer ausreichenden Hydratation beitragen.
KE 3.4 Stadtweite
Sensibilisierungs-Kampagne
Eine umfassende Informationskampagne
in unterschiedlichen Medienformaten wird
durchgeführt: Das Kölner Hitzeportal v ereint
sämtliche Informationen und fungiert als
zentrale Plattform. Ergänzend werden
im Sommer digitale Informationsplakate
eingesetzt.
14
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 3.5 Hitzeeinsatzplan Im Rahmen des Projektes wurde ein erster
Entwurf eines Hitzeeinsatzplans erstellt.
Dieser dient dazu, die wesentlichen
Akteur*innen mit ihren Aufgaben in der Hitze-
aktionsplanung zu beschreiben. Grundlage
ist zudem die verbindliche Umsetzung vom
Maßnahmen in den einzelnen Dienststellen.
Weitere Absprachen erfolgen im Rahmen des
Runden Tisches Hitzeaktionsplanung.
KE 3.6 Pressearbeit und
Veröffentlichungen
Verschiedene Aktionen werden durch
Pressemitteilungen begleitet.
KE 3.7 Projektsong „Drinke“
mit Imagefilm
Der Projektsong „Drinke“ von der kölschen
Band Klabes ist auf dem Kölner Hitzeportal
und bei YouTube abrufbar:
www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/klima-
umwelt-tiere/klima/hitzeportal-koeln/hitze-
wasser-trinken
Die Band steht weiterhin für Sensi-
bilisierungsprojekte vor Ort zur Verfügung
(zum Beispiel Auftritte bei Stadtteilfesten).
KE 3.8 Kühlung öffentlicher Plätze
mit Wasser
Nach der Pilotierung im Jahr 2022 im Rhein-
garten (Weltjugendtagsweg) wurde die
RheinEnergie AG beauftragt, an drei Stand-
orten in der Innenstadt bei entsprechenden
Wetterlagen Aktionen durchzuführen. Da im
Jahr 2024 in Köln keine längeren Hitzewellen
auftraten, konnte die Aktion in diesem Zeit-
raum nicht umgesetzt werden.
KE 3.9 Erwachsenenbildung vor Ort Mit dem Ziel der niedrigschwelligen Ver-
mittlung von Informationen zur Klimabildung
und Stärkung der dies bezüglichen Gesund-
heitskompetenzen wurden Informations-
stände auf Wochenmärkten in verschiedenen
Kölner Stadtteilen einge richtet. Dies ermög-
licht ein leicht zugängliches Informations-
angebot zu Hitzegefahren, verbunden mit
persönlichem Kontakt zu den Bürger*innen.
*KE 3.10 UV-Schutz Im Juli wurden in drei Kölner Freibädern
kostenlose Sonnencremespender aufgestellt.
Diese wurden nach der UEFA EURO 2024
vom BfS an die Stadt Köln übergeben und im
Sinne der Nachhaltigkeit an die KölnBäder
GmbH weitergegeben. Sie stehen nun in den
Bädern Lentpark, Stadionbad und Agrippa-
bad zur Verfügung.
15
Kernelement IV: Reduzierung von Hitze in Innenräumen
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 4.1 Förderung von außenliegenden
Sonnenschutzeinrichtungen an
Wohngebäuden
Anfang Oktober 2023 ist das Förder pr ogramm
der Stadt Köln „Klimafreundliches Wohnen“
(„Gebäudesanierung – klimafreundliches
Wohnen“ , „Photovoltaik – klima-freundliches
Wohnen“ und „Photovoltaik – klimafreund-
liches Arbeiten“) in Kraft getreten. Es dient
dazu Eigentümer*innen von Wohngebäuden
und weiteren Investor*innen einen erhöhten
Anreiz für die kostenaufwendige Nachrüstung
der Bestandsgebäude mit außenliegendem
Sonnenschutz zu liefern. Der Fördertopf war
bereits im August 2024 ausgeschöpft und es
wurden keine weiteren Anträge angenommen.
KE 4.2 Informationskampagne zur Kühlung
von Innenräumen
Die Maßnahme wurde in 2024 noch nicht
initiiert.
Kernelement V: Besondere Beachtung von Risikogruppen
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 5.1 T elefonische Beratungsmöglich-
keiten während der Hitzeperiode
Für alle Kölner Bürger*innen mit besonderem
Focus auf alleinlebende Menschen im Alter
wurde 2023 das Hitzetelefon eingerichtet
und in 2024 weiterentwickelt. Es bietet
kostenfreie Beratung zu den gesundheit-
lichen Auswirkungen von Hitze sowie zu
potenziellen Schutzmaßnahmen und auf
Wunsch die Weitergabe von Informationen zu
Hitzewarnungen des DWD für die Stadt Köln
(www.stadt-koeln.de/service/produkt/hitze-
telefon-hitzeregister-des-gesundheitsamtes).
KE 5.2 Vulnerabilitätsanalyse
Im Projekt wurde die Hitzebelastungen
älterer Menschen in Köln untersucht und
räumlich differenziert bewertet.
Die V ulnerabilitätsanalyse diente der Fest -
legung der Stadtteile und Sozialräume für
die Be fragung der dort lebenden Menschen
im Alter zur Hitzeanpassung und gesund-
heitlichen Aspekten. Die Maßnahme ist
abgeschlossen.
16
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 5.3 Zielgruppen-
gerechte
Informations-
materialien
Menschen
im Alter
Die Informationsbroschüre „Hitzeknigge“
wurde fortlaufend über verschiedene lokale
Multiplikator*innen, auf Veranstaltungen sowie
persönlich an interessierte Bürger*innen ver-
teilt. Zusätzliche Produkte zur Sensibilisierung
älterer Menschen für Hitze, wie Fächer und
Trinkflaschen, wurden ebenfalls verbreitet.
(Klein-) Kinder Für die Zielgruppe der (Klein-)Kinder und
Eltern wurde die Broschüre „Klimaschutz
ist Kinderschutz“ in Kooperation mit dem
„KlimaDocs e.V. “ zum Thema Hitze und
Gesundheit erweitert und verteilt.
Zur Sensibilisierung der Kinder vor schäd-
licher UV-Strahlung wurden UV-Armbänder
und Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50
auf Veranstaltungen verteilt.
Straßen-
obdachlose
Menschen
Über Streetworker*innen und in den Kontakt-
und Beratungsstellen werden jährlich im
Stadtgebiet Sonnenschutzmittel (Sonnen-
cremes, Kopfbedeckung) und Wasser-
flaschen kostenlos an obdachlose Menschen
ausgegeben. Je nach örtlichen Gegeben-
heiten werden auf vorhandenen nutzbaren
Außenflächen der Beratungsstellen Pavillons
aufgestellt, um überschattete zusätzliche
Aufenthaltsorte zu schaffen.
KE 5.4 Manual zum Selbst-Check Ein manuell ausfüllbarer Selbst-Check
soll die Zielgruppe ab 65 Jahren für Hitze-
perioden und individuelle Risikofaktoren
sensibilisieren. Er soll das Bewusstsein für
die Zugehörigkeit zur Risikogruppe während
Hitzeperioden stärken. Ein erster Entwurf
wurde im Rahmen des Förderprojektes
erstellt und umfasst sowohl Risikofaktoren
als auch Präventionsmaßnahmen. Die Fort-
schreibung steht noch aus.
17
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 5.5 Unterstützende Dienste bei Hitze
anbieten und Integration von Hitze
in die vorsorgenden Hausbesuche
Die Versorgung selbstständig lebender
älterer Menschen soll in Hitzebelastungs-
situationen gestärkt und gesichert werden.
Es bestehen verschiedene mögliche Ansätze.
Eine Herausforderung besteht darin,
geeignete Organisationen zu identifizieren,
die diese Aufgabe übernehmen könnten.
KE 5.6 Auswertung Wegebeziehungen /
Erreichbarkeiten
Im Rahmen des Förderprojekts wurde eine
detaillierte Analyse von hitzebelasteten
Gebieten und vulnerablen Bevölkerungs-
gruppen durchgeführt, um die Entfernung
von der Wohnadresse älterer Menschen
zur nächsten Grünfläche zu ermitteln. Die
Ergebnisse können zur zielgerichteten
Entwicklung von Maßnahmen im Bereich
grüner Infrastruktur genutzt werden. Die
Maßnahme ist abgeschlossen.
KE 5.7 Hitzespaziergänge zur Erstellung
von lokalen Hitzespickzetteln
Im Jahr 2024 wurden zwei analoge Hitze-
Stadtteilkarten, der „Hitzespickzettel“ für das
Agnesviertel und das Severinsviertel, fertigge-
stellt und zum Beispiel auf Stadtteilfesten und
über die Seniorenvertretung lokal verbreitet.
Weitere Hitzespaziergänge wurden durchge-
führt, sodass weitere Hitzespickzettel erstellt
werden. Dabei haben ältere Menschen
gemeinsam mit anderen Teilnehmenden ihre
nähere Umgebung erkundet, um schattige
Sitzgelegenheiten, Orte zum Trinken und zur
Toilettennutzung zu identifizieren.
18
Kernelement VI: Vorbereitung Gesundheits- und Sozialsysteme
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 6.1 Zusammenstellen von Ausbildungs-
unterlagen für medizinisches
Personal und Apothekenpersonal
Für die Durchführung von Schulungen in
Einrichtungen der stationären Altenpflege
wurden zielgruppengerechte Präsentationen
und Schulungsunterlagen erarbeitet.
Die Schulungsunterlagen werden fortlaufend
aktualisiert und können als Grundlage für
weitere Ausbildungsunterlagen genutzt
werden.
KE 6.2 Einbezug des Themas Hitze in
F or schung und Lehre
An der medizinischen Fakultät der Universität
zu Köln wird seit 2023 durch das Institut
für Allgemeinmedizin das Thema Hitze und
Gesundheit gelehrt. Entsprechende Inhalte
werden insbesondere im 6., 7. und 8. Semester
in verschiedenen Lehrformaten unterrichtet
und schriftlich in Prüfungen abgefragt. Auch
im Studiengang Angewandte Hebammen-
wissenschaft wurde eine Vorlesung zum
Thema Klimawandel und Gesundheit gehalten.
Seit Januar 2024 wird im Projekt AdaptHeat
(Förderung durch den Innovationsfonds des
Gemeinsamen Bundesauschusses) unter-
sucht, welche Auswirkungen Medikamente
bei chronischen Erkrankungen auf das hitze-
bedingte Gesundheitsrisiko haben. Es soll
eine Liste der relevanten Medikamente und
Empfehlungen zur Medikamentenanpassung
erarbeitet werden. In dem dreijährigen
Projekt werden Materialien für das Fach-
personal und für Patient*innen entwickelt.
19
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 6.3 Durchführen von
Schulungen zur
Sensibilisierung von
Multiplikator*innen
Ein-
richtungen
der
stationären
Altenpflege
In Einrichtungen der stationären Altenpflege
wurden in 2023 und 2024 insgesamt 20
Schulungen des Personals durchgeführt.
Ein zentraler Aspekt ist die Erstellung von
einrichtungsbezogenen Hitzeschutzplänen.
Ärzteschaft Im September 2024 wurde der Hitzeaktions-
plan Köln der Ärzteschaft der Kammer Nord-
rhein im Rahmen eines Kammersymposiums
„Der ältere Mensch“ – Patientensicherheit für
ältere und hochaltrige Menschen vorgestellt.
Die Mitarbeiter*innen des Instituts für
Allgemeinmedizin der Universität zu Köln
bringen sich deutschlandweit in Fort-
bildungsformate für Ärzt*innen zu diesem
Thema ein, zum Beispiel in Zusammenarbeit
mit dem Institut für hausärztliche Fortbildung
oder auch durch ein Angebot der Ärztlichen
Akademie für medizinische Fort- und Weiter-
bildung in Nordrhein.
KE 6.4 Verstärkte Berücksichtigung
sommerlicher Hitzeereignisse
im Qualitätsmanagement der
Pflegeeinrichtungen
In Kooperation mit Vertretern aus dem
Gesundheits- und Pflegesektor hat das LZG.
NRW Arbeitshilfen für den Hitzeschutz in
Einrichtungen entwickelt. Diese Arbeits-
hilfen für den einrichtungsbezogenen
Hitzeschutz sind modular aufgebaut und
umfassen eine Checkliste für den Schnell-
einstieg, grundlegende Dokumente sowie
detaillierte Handlungsinformationen mit direkt
verwendbaren Materialien.
Einrichtungsbezogener Hitzeschutz – LZG.NRW
(www.lzg.nrw.de/ges_foerd/klima_gesundheit/
hsp/index.html)
KE 6.5 Etablierung von
Hitzesprechstunden bei Ärzt*innen
Die Etablierung von Hitzesprechstunden in
Arztpraxen erfordert die weitere Entwicklung
von Konzepten und Absprachen mit neuen
Akteur*innen. Die Durchführung ist an hohe
personelle Ressourcen gebunden und wurde
in 2024 zurück gestellt.
KE 6.6 Information zu „Möglichkeiten zum
Hitzeschutz durch Arztpraxen“
In 2024 wurde das Dokument „Möglichkeiten
zum Hitzeschutz für Arztpraxen“ durch das
Institut für Allgemeinmedizin der Universität
zu Köln zusammen mit weiteren hitze-
bezogenen Informationsmaterialien über die
KV Nordrhein an alle KV-Praxen der Region
versendet.
20
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 6.7 Befragung zum Hitzeschutz in
Kindertagesstätten
Im Jahr 2024 hat das Gesundheitsamt
die Online-Befragung zur Hitzebelastung
in Kitas auf Einrichtungen in freier Träger-
schaft ausgeweitet, um eine umfassende
Erhebung des Bedarfs an hitzeangepassten
Maß nahmen in allen Kölner Kindertages-
stätten zu ermöglichen. Ergänzend wurden
qualitative Interviews mit Einrichtungs-
leitungen und Beschäftigten in ausgewählten
Stadtteilen und Sozialräumen durchgeführt.
Die Aus wertung erfolgte im Rahmen einer
Masterarbeit am Geographischen Institut der
Universität Bonn.
*KE 6.8 Informationsmaterial für Schulen In 2024 wurde für das Lehrpersonal
an Schulen die Informationsbroschüre
„Gesundheitsrisiko durch Hitze und
UV-Strahlung“ sowie ein Poster zur
Sensibilisierung und zum Aushang in Schulen
entwickelt. Die Materialien wurden vom Amt
für Schulentwicklung per Mail an alle Kölner
Schulen verschickt. Auf Anfrage konnten
die Materialien auch in gedruckter Fassung
bestellt werden.
21
Kernelement VII: Langfristige Stadtplanung und Bauwesen
Die im Kernelement VII aufgeführten Maßnahmen sind nicht länger Bestandteil des
Hitzeaktionsplans, da sie bereits im Integrierten Klimaanpassungskonzept (IKA-Köln)
verankert sind. Innerhalb des IKA-Köln werden der Umsetzungsstand und die Fortschritte
dieser Maßnahmen dokumentiert und fortgeschrieben. Aus diesem Grund erfolgt künftig
keine Fortschreibung dieser Maßnahmen im Hitzeaktionsplan, und sie werden auch nicht
mehr im Jahresbericht zum Hitzeaktionsplan aufgeführt.
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 7.1 Integration des Themas Hitzeschutz
in die Bauleitplanung
Das Ziel ist vordefinierte „Bausteine“ als
verbindliche, einheitliche Vorgaben für
Bebauungsplan-Verfahren als Checkliste
einzuführen: Hier werden die Themen-
bereiche Entsiegelung, Begrünung,
Bewässerung, Verschattung, Verbesserung
des Innenraumklimas beziehungsweise der
Aufenthaltsqualität und Wasser zur Kühlung
bearbeitet. Der Leitfaden zur Fassaden-
begrünung ist fertiggestellt, die Arbeit an
einem Leitfaden für die Dachbegrünungen
wurde aufgenommen.
KE 7.2 Ausbildungsunterlagen
für Architekt*innen und
Stadtplaner*innen
Die Sensibilisierung und Information von
Architektur- und Stadtplanungs-
studierenden für klimaangepasstes
Planen und Bauen erfordert weitere
Entwicklung und Abs timmung mit relevanten
Multiplikator*innen.
KE 7.3 Satzung zur Begrünung und
Bepflanzung von Vorgärten zur
Hitzeminderung
Eine Freiraumsatzung zielt darauf ab, die
Versiegelung und Verschotterung von
Flächen zu reduzieren und so eine nach-
haltige Innenentwicklung zu fördern. Zudem
bietet sie eine Option für den klimawandel-
gerechten Umbau von Bestandsgebäuden.
Es ist jedoch erforderlich, die rechtliche
Zulässigkeit zu prüfen.
Kernelement VIII: Monitoring und Evaluation der Maßnahmen
Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen
KE 8.1 Evaluation der durchgeführten
Maßnahmen des Hitzeaktionsplans
Eine regelmäßige Berichterstattung
erfolgt anhand eines Jahresberichtes.
Der erste Jahresbericht für 2023 ist
im Frühjahr 2024 erscheinen. Eine
Evaluation der durchgeführten Maß-
nahmen in 2024 wurde beim „Runden
Tisch Hitzeaktionsplanung“ im Herbst
durchgeführt.
23
4. Bericht aus dem Jahr 2024
4.1 Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre
Zusammenarbeit
4.1.1 KlimaAnpassungsManagement (KAM)
Das Klimaanpassungsmanagement umfasst neben der Hitzeaktionsplanung eine Vielzahl
von Aufgaben. Ein zentraler Bereich ist die Koordination und Vereinheitlichung von
Anpassungsmaßnahmen. Dabei werden Maßnahmen entwickelt, unterstützt und in die
Umsetzung gebracht. Ein wesentlicher Schritt in diesem Zusammenhang ist die Erarbeitung
eines Integrierten Klimaanpassungskonzepts, das als strategische Grundlage für zukünftige
Anpassungsmaßnahmen dient.
Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Fördermittelakquise, die sowohl die Beob-
achtung der Förderlandschaft als auch die Beratung und Unterstützung bei der Beantragung
von Fördermitteln umfasst. Die Fördermöglichkeiten wurden bisher nicht in dem Maße
genutzt, wie es potenziell möglich wäre. Dies ist in erster Linie auf die meist komplex e und
zeitauf wendige Antragstellung zurückzuführen. Hier sollen die Fachämter unterstützt werden.
Im Bereich der Stadtklimagutachten wurde eine neue Klimaprojektion durch den Deutschen
Wetterdienst (DWD) erstellt, auf deren Grundlage die Planungshinweiskarte Klima – Hitze
entwickelt wurde. Diese bietet eine wertvolle Orientierung für zukünftige Planungen und
enthält konkrete Empfehlungen zur Minderung klimatischer Belastungen.
Aufgaben KlimaAnpassungsManagement (KAM)
KAM Manager*in
• Koordination von
Anpassungs-
maßnahmen
• Vereinheitlichung
der Maßnahme-
entwicklung
• Unterstützung der
Umsetzung
Fördermittelakquise
• Beobachtung der
Förderlandschaft
• Beratung und
Beantragung von
Fördermitteln
Hitzeaktionsplanung
• Verstetigung des
Hitzeaktionsplans
• Vernetzung/Runder
Tisch HAP
Stadtklimagutachten
• Durchführung von
Klimasimulationen
• Entwicklung
und Bewertung
stadtklimatischer
Minderungsmaß-
nahmen
24
4.1.2 Integriertes Klimaanpassungskonzept IKA-Köln
Um Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung zu verankern, hat der Rat
der Stadt Köln am 15. Juni 2023 die Verwaltung beauftragt, die Vielzahl der Maßnahmen in
einer integrierten Strategie zusammenzuführen.
Entsprechend den Anforderungen des Klimaanpassungsgesetzes des Bundes (KAnG)
vom 16. November 2023 soll das Konzept eine systematische Grundlage schaffen, um die
Aktivitäten zur Klimaanpassung in Köln auf ein zur integrierten Zielerreichung erforderliches
Niveau zu heben. Gleichzeitig soll die Toleranz und Widerstandsfähigkeit gegenüber
Klimaveränderungen und deren Folgen sowie die Vorsorge und das Reaktionsvermögen der
Stadt sowie der Bürger*innen weiter ausgebaut werden.
Um eine spätere erfolgreiche Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts zu gewährleisten,
werden alle relevanten Fachämter der Stadt Köln von Beginn an in die Konzepterstellung
einbezogen. Daher hat am 20.11.2024 der Auftaktworkshop zum Integrierten Klima-
anpassungskonzept IKA-Köln stattgefunden, um die Ziele sowie die beabsichtigten Inhalte
und Bestandteile des Konzeptes vorzustellen. Zudem wurden die Ergebnisse der Analyse
zur Betroffenheit der Stadt Köln vorgestellt.
Die Konzepterstellung wird federführend vom KlimaAnpassungsManagement erarbeitet
und von einer ämter- und ressortübergreifenden Steuerungsgruppe begleitet.
Die Akteur*innen der Steuerungsgruppe sind Dienststellen, die schon Anpassungs-
maßnahmen umsetzen, beziehungsweise über konzeptionelle Planungen verfügen. Die
Fertigstellung des Konzepts ist für Ende 2025 beziehungsweise Anfang 2026 vorgesehen.
Die Hitzeaktionsplanung wird in das Integrierte Klimaanpassungskonzept IKA-Köln
eingebunden. Das IKA-Köln bildet die Dachstrategie, in die weitere ergänzende und
konkretisierte Projekte auf der strategischen Ebene integriert werden.
25
4.1.3 Städtedialog zur Hitzeanpassung
Der im Rahmen des Projekts „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“
initiierte Städtedialog findet jährlich statt und beschäftigt sich mit der Entwicklung von
Hitzeaktionsplänen und der Umsetzung von Maßnahmen. Der Städtedialog dient dem
kontinuierlichen Austausch von Kommunen mit dem Ziel, voneinander zu lernen und eine
bundesweite Vernetzung zu fördern. Die virtuelle Durchführung ermöglicht einen breiten
deutschlandweiten, fachlichen Austausch. Erfahrungen aus anderen Kommunen können
als „Lessons Learned“ in die eigene Arbeit integriert und als Impulse für neue Maßnahmen
genutzt werden.
Die erste Veranstaltung des Städtedialogs in 2020 wurde vom Umwelt- und Verbraucher-
schutzamt der Stadt Köln sowie dem Universitätsklinikum Bonn organisiert. Fünf Städte
nahmen teil. Der Dialog fokussierte sich auf die Entwicklung kommunaler Hitzeaktions-
pläne und die Vorstellung aktueller Klimaanpassungsprojekte. Ziel war es, gemeinsame
Maßnahmen zur Anpassung an extreme Hitze zu entwickeln und den Austausch zu fördern.
Der zweite Städtedialog 2021 in Köln umfasste 19 Städte, darunter Dresden und
Erfurt, die für ihr interkommunales Projekt „Heat Resilient City II“ mit dem Deutschen
Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurden. Der Dialog thematisierte die Sensibilisierung
der Bevölkerung, Fachpersonal, Vernetzung und Finanzierung von Hitzevorsorge-
maßnahmen und intensivierte den fachlichen Austausch zwischen den Kommunen.
2022 organisierten Dresden und Erfurt den dritten Städtedialog mit rund 100 Teilnehmenden
aus verschiedenen Ämtern, um den Austausch über bewährte Hitzeanpassungsansätze zu
fördern.
Der vierte Städtedialog 2023, unter Leitung von Düsseldorf und Karlsruhe wurde im Rahmen
des Projekts Plan°C ausgerichtet und zog 30 Kommunen an. Schwerpunkte der Veranstaltung
waren die Analyse des Aufwands und der Wirksamkeit von Hitzevorsorgemaßnahmen sowie
die Frage des Monitorings und der Evaluation von durchgeführten Projekten.
2024 fand der fünfte Städtedialog ebenfalls unter der Leitung von Düsseldorf und Karlsruhe
statt und wurde durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) unterstützt. Ziel war der
Austausch über den Stand der Hitzeaktionsplanung in 57 Kommunen und die Weiter-
entwicklung und Optimierung bestehender Maßnahmen.
26
4.2 Nutzung eines Hitzewarnsystems
4.2.1 Stadtweite Verbreitung der Hitzewarnung des DWD
Die Feuerwehr der Stadt Köln verfügt über eine Vielzahl von Warnmöglichkeiten, die je
nach Schadensereignis zum Einsatz kommen. Für das Thema Hitze wurden der Warn-
verteiler sowie das Modulare Warnsystem (MoWaS) als geeignete Instrumente iden tifiziert.
Diese Verteiler werden bereits im Rahmen der Amtshilfe genutzt, beispielsweise bei
Warnungen im Zusammenhang mit Bombenentschärfungen. Über den Warnverteiler
werden ver schiedene E mpfänger*innen, wie die Leitstelle der KVB, Radio Köln, regionale
Medien ans talten, das Bürgertelefon und das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über
eine bestehende Gefahrenlage informiert. Das MoWaS ermöglicht es, satellitengestützte
Warnungen an Empfänger*innen wie Warn-Apps (zum Beispiel NINA) sowie an regionale
und überregionale Medienstationen zu verschicken.
Zur Warnung der Bevölkerung vor starker und extremer Hitze wurde ein Standardtext
erstellt, der im Sommer 2024 bei anstehenden Hitzeperioden getestet wurde:
Hitzeinfo an Kölner*innen im Auftrag des Umweltamtes
Achtung Hitze vom 12.08. – 13.08.2024! Vermeiden Sie längere Aufenthalte und
Aktivitäten im Freien, insbesondere in der Mittagshitze. Schützen Sie sich vor direkter
Sonneneinstrahlung und tragen im Freien eine K opfbedeckung sowie Sonnencreme mit
ausreichendem Lichtschutzfaktor. Trinken Sie viel Wasser und achten Sie auf leichte Kost.
Weitere Informationen und Maßnahmen zur Abkühlung finden Sie unter
www.stadt-koeln.de/hitzeportal. Eine weitere Meldung erfolgt nicht.
Im Zuge der Novellierung des DWD-Gesetzes wurde eine Funktion zur Hitzewarnung in
den NINA- und KATWARN-App integriert, die die Hitzewarnungen des DWD automatisch
weitergibt. Auch auf der Startseite der Stadt Köln erscheint weiterhin automatisiert die
Hitzewarnung des DWD.
27
4.3 Information und Kommunikation
4.3.1 Das Kölner Hitze-Portal und die interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“
Das Kölner Hitzeportal bietet aktuelle Informationen sowie praxisnahe Empfehlungen zum
richtigen Verhalten bei hohen Lufttemperaturen. Die Plattform stellt eine umfassende
Übersicht über alle hitzerelevanten Themen bereit und wird kontinuierlich aktualisiert
(www.stadt-koeln.de/hitzeportal).
Ein zentrales Element des Portals ist die interaktive
Karte „Kühle Orte in Köln“ . Diese ermöglicht es
Bürger*innen, schattige Plätze und Abkühlungs-
möglichkeiten digital zu erfassen und für die
gesamte Stadtgemeinschaft zugänglich zu machen.
Im Jahr 2024 wurde die Karte um die Kölner Wasser-
und Matschspielplätze erweitert.
Diese Ergänzung berücksichtigt insbesondere
die Bedürfnisse von Kindern als vulnerable
Bevölkerungsgruppe. Wasser- und Matschspielplätze
bieten nicht nur eine Möglichkeit zur Abkühlung
an heißen Tagen, sondern ermöglichen es Kindern
auch, länger und sicher im Freien zu spielen. D arüber
hinaus fördert das Spielen mit Wasser, Sand und
Matsch die sensorische W ahrnehmung, indem es den
Tastsinn stimuliert und verschiedene Texturen sowie
Temperaturen erfahrbar macht.
Abbildung 2: Wasser- und Matschspielplätze
in Köln
4.3.2 Klimabildung vor Ort
Aufgrund der positiven Resonanz im Vorjahr wurden im Jahr 2024 erneut Informations-
stände zum Thema „Hitze und Gesundheit“ auf Kölner Wochenmärkten sowie im Rahmen
verschiedener Aktionstage eingerichtet. Ziel war es, ein niedrigschwelliges und gut
zugängliches Informationsangebot zu Hitzegefahren bereitzustellen und den persönlichen
Austausch mit Bürger*innen in unterschiedlichen Kölner Stadtteilen mit variierenden
sozialen Strukturen zu fördern.
Zur Ausweitung der Reichweite wurden drei Werkstudierende im Zeitraum vom 15. April bis
zum 31. August 2024 eingestellt. Dadurch war es möglich, sämtliche Kölner Stadtbezirke
abzudecken und insgesamt 26 Wochenmärkte sowie 10 Veranstaltungen zu besuchen.
Besonders hohe Besucherzahlen wurden in den Sommermonaten Juli und August
verzeichnet. Aufgrund der moderaten Wetterverhältnisse in den Monaten April und Mai
waren in diesem Zeitraum nur wenige Einsätze notwendig.
28
Abbildung 4: Informationsstände zu Hitze, UV-Schutz und Gesundheit auf Kölner Wochenmärkten
Die Aktion wurde von den Bürger*innen durchweg positiv aufgenommen. Viele zeigten sich
überrascht über das kostenfreie Informationsangebot der Stadt Köln. Das Glücksrad erwies
sich als effektiver Blickfang und zog zahlreiche Besucher*innen an. Die Reichweite der
Informationsstände variierte in Abhängigkeit von der Größe der Wochenmärkte sowie den
jeweiligen Wetterbedingungen. Während Wochenmärkte eine größere Anzahl an Menschen
erreichten, boten Aktionstage oft die Möglichkeit für intensivere Beratungsgespräche.
Insgesamt konnten in allen Stadtbezirken über 1.500 persönliche Beratungen auf Wochen-
märkten durchgeführt werden (siehe Karte Seite 29).
Besondere Nachfrage bestand nach UV-Armbändern und Sonnencreme, insbesondere
bei Eltern mit Kindern. Ältere Menschen interessierten sich verstärkt für die Informations-
broschüre „Hitzeknigge“ sowie die Postkarten mit Informationen zum Hitzetelefon.
Abbildung 3: Auswertung Anzahl der besuchten Wochenmärkte und Veranstaltungen pro Monat in Köln
29
Informierte Besucher*innen auf Kölner Wochenmärkten
im Sommer 2024
30
4.3.3 Sonnencremespender für Kölner Freibäder
Im Juli 2024 wurden in drei Kölner Freibädern erstmals Sonnencremespender aufgestellt,
die den Badegästen kostenlosen Sonnenschutz anboten. Diese Spender wurden vom
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bereitgestellt und nach den letzten Spielen der
UEFA EURO 2024 im Kölner RheinEnergieSTADION an die Stadt Köln übergeben. Im Sinne
der Nachhaltigkeit setzte die Stadt Köln die Weiterverwendung fort, indem sie die Spender
an die KölnBäder GmbH übertrug. Seitdem stehen sie in den Freibädern Lentpark, Stadion-
bad und Agrippabad zur Verfügung.
Die Bereitstellung der Sonnencremespender verfolgt zwei wesentliche Ziele:
Gesundheitsschutz und Prävention. Ein effektiver Schutz der Haut vor ultravioletter
(UV-)Strahlung ist insbesondere beim Aufenthalt im Freien, wie in Freibädern, essenziell.
Übermäßige UV -Exposition kann zu gesundheitlichen Schäden führen, im schlimmsten
Fall zu Hautkrebs. Die in den Spendern bereitgestellte Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor
(LSF) 50 unterstützt die Badegäste, sich vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen.
Diese Maßnahme ist besonders während der Sommerferien sinnvoll, wenn Freibäder,
insbesondere von Kindern, stark frequentiert sind und die Sonneneinstrahlung hoch ist.
Judith Jussenhofen, Pressesprecherin der KölnBäder GmbH, betonte in einer Presse-
mitteilung im Juli die Freude darüber, den Badegästen diesen zusätzlichen Service anbieten
zu können. Dank der Unterstützung durch die Stadt Köln könne nun gewährleistet werden,
dass die Gäste umfassend vor der Sonne geschützt sind. Die Sonnencremespender wurden
von den Besucher*innen sehr gut angenommen.
Zusätzlich wurde ein weiterer Sonnencremespender in der Magistrale des S tadthauses
Deutz aufgestellt. Dort steht er den Besucher*innen während der Sommermonate
kostenlos zur Verfügung und ergänzt die Ausstellung zu den Themen Hitze, Gesundheit und
Klimaanpassung.
Abbildung 5: Die Sonnencremespender des BfS im Freibad Lentpark (links) und im Stadthaus Deutz (rechts)
stehen Besucher*innen kostenlos zur Verfügung.
31
4.4 Besondere Beachtung von Risikogruppen
4.4.1 Das Hitzetelefon
Das Gesundheitsamt hat auch 2024 ein Hitze t elefon für alle Kölner*innen angeboten. Die
spezielle Zielgruppe der Bürger*innen ab einem Alter von 75 Jahren mit privater Anschrift
in Köln wur den schriftlich eingeladen, sich für das H itzetelefon r egistrieren zu lassen.
Zudem erfolgte eine Be werbung über die Homepage, eine Presse mitt eilung, die Verteilung
von Postkarten und einen Radiobeitrag. Für das Hitzetelefon wurden unter anderem auf
Informationsveranstaltungen, Wochenmärkten und über Seniorenvertretungen geworben.
Nach einer Registrierung per Onlineformular oder Anruf wurden die Personen für die
eigentliche Ber atung von Mitarbeiter*innen des Gesundheits am tes unter ärztlicher Leitung
zurückgerufen.
Die Anrufe zur Registrierung für das Hitzetelefon wurden vom Bürgertelefon der Stadt Köln
entgegengenommen. Dadurch war eine umfassende Erreichbarkeit Montag bis Freitag von
7 bis 18 Uhr gewährleistet.
Insgesamt meldeten sich circa 3.700 Personen für das Hitzetelefon an. Das durchschnittliche
Alter der Anrufenden lag bei 83 Jahren. Die Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen hat das
Hitzetelefon am häufigsten in Anspruch genommen bei einer Altersspanne von 47 bis
104 Jahren. Mit einem Anteil von 63 Prozent waren weibliche Ratsuchende häufiger vertreten.
Hitzetelefon
Kostenlose Beratung und Information bei
Sommerhitze – melden Sie sich an!
0221 221-34347
T elefonische Beratung bei Sommerhitze
1. Melden Sie sich beim Bürgertelefon
an – am besten jetzt schon.
2. Das Gesundheitsamt ruft Sie zurück
und führt eine Erstberatung durch.
3. Bei offiziellen Hitzewarnungen für
Köln werden Sie telefonisch informiert
(zwei Anrufversuche).
Das Gesundheitsamt informiert Sie in
diesem kostenfreien Angebot über
allgemeine und individuelle Maßnahmen
zum gesundheitsförderlichen Verhalten
bei Hitze.
Stadt Köln – Gesundheitsamt
Klima und Prävention
Neumarkt 15 – 21, 50667 Köln
Anmeldung Hitzetelefon
T elefonisch beim Bürgertelefon:
T: 0221 221-34347
Montag bis Freitag: 7 bis 18 Uhr
Per Mail:
KlimaUndPraevention@stadt-koeln.de
Per Onlineformular:
www.stadt-koeln.de/hitzetelefon
Abbildung 6: Vorder- und Rückseite der Postkarte zum Kölner Hitzetelefon
32
Abbildung 7: Auswertung Beratungsinhalte Hitzetelefon
Die Beratung umfasste Tipps zur Verhaltensprävention bei Hitze vor dem Hin tergrund
der Lebens- und Wohnsituation der Ratsuchenden sowie des individuellen
Gesundheitszustandes.
Mit Personen, die Informationen über Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes
(DWD) erhalten wollten, wurde besprochen, wie diese bezogen werden können. Zudem
wurde eine Information per E-Mail angeboten sowie ein erneuter Anruf, wenn diese
Zugangswege nicht umsetzbar waren. Im Jahr 2024 wurden an 4 Tagen Hitzewarnungen
durch den DWD ausgegeben. An diesen Tagen wurden circa 1.200 Personen per E-Mail
beziehungsweise telefonisch kontaktiert. Die Resonanz der Bürger*innen auf das Angebot
Hitzetelefon war sehr positiv. Ältere Per sonen fühlten sich gut informiert und seitens der
Stadt Köln wahrgenommen.
„1a Aktion! Danke an alle Mitarbeiter und
Kolleginnen. Wir alten Leute fühlen uns oft abge-
hängt und dass man an uns denkt, ist wunderbar. “
„
Da fühlt man
sich so richtig
zur Stadt
gehörig. “
„Sie geben mir
das Gefühl, nicht
alleine gelassen zu
werden. “
„ Ich bedanke mich. Das ist schon sinnvoll, wenn
man sich vorbereiten kann. Ich versuche das
alles zu beherzigen, was Sie mir gesagt haben. “
33
4.4.2 Hitzespaziergänge zur Erstellung von lokalen Hitzespickzetteln
Der „Hitzespickzettel“ ist eine praktische und niederschwellige Maßnahme zur Unter-
stützung der Bevölkerung während heißer Tage. Insbesondere ältere Menschen legen
großen Wert auf analoge Informationsmaterialien. Daher werden kompakte Faltkarten,
die sogenannten „Hitzespickzettel“ , für verschiedene Kölner Stadtviertel erstellt.
Im Jahr 2024 wurden die ersten Ausgaben für die Stadtteile Köln-Agnesviertel und Köln-
Severinsviertel fertiggestellt. Die Taschenkarte dient als Orientierungshilfe innerhalb des
jeweiligen Stadtviertels und weist auf kühle Rückzugsorte sowie lokale Erfrischungspunkte hin.
Sie enthält:
• Stadtpläne mit schattigen Alleen, Sitzmöglichkeiten, Trinkwasser- und Toilettenstandorten
sowie weiteren lokalen Besonderheiten,
• Informationen zum Thema Hitze und Gesundheit, darunter die elf wichtigsten Hitzetipps,
• eine Übersicht relevanter lokaler Notrufnummern, darunter Apotheken und weitere
wichtige Anlaufstellen,
• Hinweise auf zusätzliche Angebote wie das Hitzetelefon und den Hitzeknigge.
Die Erstellung des Hitzespickzettels basiert auf einer systematischen Kartierung kühler
Orte innerhalb der jeweiligen Stadtviertel. Für die Kartierung der zwei Stadtviertel wurde
eine Kooperation zwischen älteren Menschen und Studierenden aufgebaut, die in kleinen
Gruppen „Hitzespaziergänge“ durchgeführt und kühlende Orte identifiziert haben.
Im Agnesviertel erfolgte dies durch die Initiative der Seniorenvertretung Köln- Innenstadt
in Kooperation mit dem SeniorenNetzwerk Neustadt-Nord sowie mit Studierenden der
Katholischen Hochschule NRW. Für den „Hitzespickzettel Köln-Severinsviertel“ war
auch die Seniorenvertretung Köln-Innenstadt, das SeniorenNetzwerk Neustadt-Süd und
Studierende der Technischen Hochschule Köln, Fakultät für Angewandte Sozialwissen-
schaften, unterwegs. Die Auswertung der kartierten Standorte und die Erstellung der
Faltkarte fanden im Rahmen des Kölner Hitzeaktionsplans statt.
Die Verteilung der Hitzespickzettel erfolgt über Veranstaltungen im jeweiligen Stadt-
viertel sowie durch lokale Multiplikator*innen. Die Resonanz der Bevölkerung ist durchweg
positiv. Allerdings stellt die Organisation der Kartierung eine erhebliche Herausforderung
dar, da diese von engagierten Einzelpersonen selbst initiiert und umgesetzt werden muss.
Dies führt zu erheblichen Qualitätsunterschieden in den Ergebnissen. Das Umwelt- und
Verbraucherschutzamt prüft abschließend auf Plausibilität und eine einheitliche Darstellung.
34
Die Produktionskosten für einen Hitzespickzettel sind finanziell vertretbar. Eine flächen-
deckende Ausweitung auf alle Stadtviertel stellt jedoch vor allem eine personelle Heraus-
forderung dar. Sowohl die Auswertung und Erstellung der Karten als auch die Organisation
und Durchführung der Spaziergänge erfordern einen erheblichen Zeitaufwand. Eine nach-
haltige Umsetzung ist daher nur mit einer gut koordinierten und personell unterstützten
Struktur möglich, um die
Qualität der Kartierungs-
ergebnisse langfristig zu
gewährleisten.
Das Interesse an einer
Erweiterung der Hitze-
spickzettel auf weitere
Stadtteile ist dennoch
groß. In den Stadtvierteln
Ehrenfeld, Eigelstein-/
Kunibertsviertel, Porz
und Deutz fanden bereits
zusätzliche Hitzes-
paziergänge zur Identifi-
kation kühler Orte statt.
Abbildung 8: Der Hitzespickzettel Köln-Agnesviertel und Köln-Severinsviertel
Cellitinnen-Severinsklösterchen
Krankenhaus der Augustinerinnen
Jakobstraße 27 – 31, 50678 Köln
T: 0221 3308-0
www.severinskloesterchen.de/
st-agnes-koeln
1
Kartäuserkirche –
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäusergasse 7, 50678 Köln
T: 0221 17043655
www.kartaeuserkirche-koeln.de
2
St. Severin – Kath. Kirche
Im Ferkulum 29, 50678 Köln
T: 0221 9318420
www.sankt-severin.de
3
City-T oilette Severinswall
Severinswall 13, 50678
5
Johanneshaus Haus des Johannes-
bundes e.V.
Annostraße 11, 50678 Köln
T: 0221 93122110
www.johannesbund.de/
informationen-übersicht
6
Bürgerhaus Stollwerck
Dreikönigenstraße 23, 50678 Köln
T: 0221 9911080
www.buergerhausstollwerck.de
7
TH Köln –Campus Südstadt
Ubierring 48, 50678 Köln
8
Vringstreff e.V.
Im Ferkulum 42, 50678 Köln
Öffnungszeiten:
Mo./Mi./Do. 9 – 17 Uhr,
Di. 9 – 14:30 Uhr, Fr. 9 – 12 Uhr
T: 0221 2785655
www.vringstreff.de
4
Standorte
Dreikönigenstr.
Severinswall
Severinswall
Alteburger Str. An d. Bottmühle
Trajanstr.
Maternusstr.
Elsaßstr.
Lothringer Str.
Kartäuserwall
Kartäusergasse
Brunostr.
Brunostr.
Im Ferkulum
Silvanstr.
Corneliusstr.
Severinstr.
Achterstr.
Severinstr.
Metzer Str.
Mainzer Str.
Biberstr.
Biberstr.
Buschgasse
Zugasse
Im Zollhafen
Zwirnerstr.
Karl-Korn-Str.
Jean-Jülich-Weg
Annostr.
Annostr.
Seyengasse
Landsbergstr.
Josephstr.
Im Dau
Mechtildisstr.
Rosenstr.
Rosenstr.
Im Sionstal
Quentelstr.
Jakobstr.
Bayenstr.
Bayenstr.
Ubierring
Ubierring
Ubierring
Sachsenring
Karolingerring
Bürgerhaus
Stollwerck
TH Köln
Campus
Südstad
St. Severin
Bayenturm
Ulrepforte
Kranhäuser
Rhein
Rheinau-
hafen
Trude-Herr-
Park
Park am
Ubierring
Von-Stein-
Park
Chlodwigplatz
Harry-Blum-
Platz
Karl-Berbuer-
Platz
Landsbergstr.
Krankenhaus
Severins-
klösterchen
Kartäuser-
kirche
SEVERINSVIERTEL
Ulrichgasse
Kart
äuserhof
Achterstr.
An St. Katharinen
Isabellenstr.
Tel-Aviv-Str.
Kartäuserwall
Dreikönigenstr.
U
U
Jüli
Jüli
U
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ude-H
de
B b
B
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tr.
1
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6
8
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3
1
3
erck
k
7
h
M
B
U
U
2
tä
4
5
Legende
Sitzmöglichkeiten
im Schatten
Schattige Allee
(Kostenlose)
Trinkmöglichkeit
Apotheke
(Kostenlose)
Toilette
(Kostenlose)
barrierefreie Toilette
Brunnen
Kühler Ort
H
H
H
A
4
100 m
N
Köln Severinsviertel
Kirche St. Agnes
Neusser Platz 18, 50670 Köln
T: 0221 7880750
Familienbildungsstätte
St. Agnes
T: 0221 7753460
www.gemeinden.erzbistum-koeln.de/
st-agnes-koeln
1
Thomaskirche
Neusser Wall 61, 50668 Köln
T: 0221 733573
www.thomaschristuskirche-koeln.de
2
Lentpark – Hallenbad
Lentstraße 30, 50668 Köln
Öffnungszeiten:
Mo.: geschlossen
Di.: 16 bis 22 Uhr
Mi. bis Fr.: 6:30 bis 22 Uhr
Sa. bis So.: 9 bis 21 Uhr
T: 0221 27918010
www.koelnbaeder.de
3
Alte Feuerwache Köln,
Kulturzentrum
Melchiorstraße 3, 50670 Köln
T: 0221 97315510
Bürgerzentrum Feuerwache
T: 0221 9731550
www.altefeuerwachekoeln.de
5
KAB Deutschlands e. V.
Bernhard-Letterahaus-
Straße 26, 50670 Köln
6
Katholische Hochschule
Nordrhein-Westfalen
Wörthstraße 10, 50668 Köln
4
Standorte
Krefelder Wall
Ewaldistr.
Melchiorstr.
Melchiorstr.Balthasarstr.
Balthasarstr.
Lupusstr.
Balthasarstr.
Kasparstr.
Aquinostr.
Krefelder Str.
Krefelder Str.
Maybachstr.
Sudermanstr.
Lübecker
Str.
Krefelder Wall
Wevelinghovener Str.
Bernhard-
Letterhaus-Str.
Innere Kanalstr.
Amsterdamer
Str.
Hansaring
Neusser Str.
Neusser Str.
Neusser Str.
Weißenburgstr.
Belfortstr.
Sedanstr.
Clever Str.
Clever Str.
Mevissenstr.
Worringer Str.
Oppenheimstr.
Elsa-Brändström-
Str.
Wörthstr.
Wörthstr.
Neusser Wall
Stormstr.
Neusser Wall
Blumenthalstr. Blumenthalstr.
Hülchrather Str.
Lentstr.
Lentstr.
Niehler Str.
Niehler Str.
Nikolaus-Groß-Str.
Prälat-Otto-Müller-
Platz
Suderman-
platz
Ebertplatz
Neusser
Platz
Reichensperger-
platz
Bastei
Thomas-
kirche
Pfarrzentrum
St. Agnes
Arbeits-
gericht
St. Agnes
St. Gertrud
Theodor-
Heuss-Park
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Lis-Böhle-
Park
Lohsepark
Kleingarten-
siedlung Rosengarten
Eis- und
Schwimmstadion
Ringturm
Theodor-Heuss-Ring
Theodor-Heuss-Ring
Schillingstr.
RiehlerStr.
Sedanstr.
Konrad-Adenauer-Ufer
AnderMünze
Riehler Str.
Fontanestr.
Ober-
landesgericht
Ober-
landesgericht
InnereKanalstr.
AGNESVIERTEL
Wickrath
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Merlostr.
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Sitzmöglichkeiten
im Schatten
Legende
Schattige Allee
(Kostenlose)
Trinkmöglichkeit
Apotheke
(Kostenlose)
Toilette
(Kostenlose)
barrierefreie Toilette
Schwimmbad
Kühler Ort
g
100 m
N
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3
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Köln Agnesviertel
35
4.5 Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme
4.5.1 Vor Ort-Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege
Das Schulungsangebot durch Ärztinnen
des Gesundheitsamtes zu medizinischen
und p flegerischen Besonderheiten in der
Ver sor gung der Bewohner*innen von
stationären Altenpflegeeinrichtungen
während der Hitzeperioden wurde in 2024
fortgesetzt. Die Schulungen dienten der
Sensibilisierung und dem Wissensaufbau
der Beschäftigten als Multiplikator*innen
sowie der konkreten Planung und Umsetzung
von Maßnahmen in den Einrichtungen.
Zu den Themenschwerpunkten gehörten die Wahrnehmung von und der Umgang mit Hitze als
Gesundheitsrisiko, auch im Hinblick auf den Schutz der Mitarbeitenden. Ein zentraler A spekt
war die Erstellung und Fortführung von einrichtungsbezogenen Hitzeschutzplänen unter
Verweis auf die modularen Arbeitshilfen des Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG.NRW).
Insgesamt konnten mit den Schulungen 20 Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet erreicht
werden.
Abbildung 9: Schulung in einer Pflegeeinrichtung
Abbildung 10: Anzahl der in 2023/2024 durchgeführten Schulungen in stationären Pflegeeinrichtungen
pro Stadtbezirk (n=20).
36
4.5.2 Befragung zum Hitzeschutz in Kindertagesstätten
Die Hitzeaktionsplanung 2024 widmete sich verstärkt (Klein-)Kindern, da diese besonders
hitzeempfindlich sind. Aufgrund ihrer nicht ausgereiften Temperaturregulierung, ihres
geringen Bewusstseins für Verhaltensanpassungen und ihres hohen Bewegungsdrangs sind
sie auf die Unterstützung Erwachsener angewiesen – insbesondere bei der Flüssigkeits-
zufuhr. Gleichzeitig verbringen sie einen Großteil des Tages in Kindertagesstätten.
Die in 2023 begonnene Online-Befragung von Einrichtungsleitungen zur Hitzebelastung
in städtischen Kindertagesstätten wurde in 2024 mit dem Ziel einer Vollerhebung auf die
Kindertagesstätten in freier Trägerschaft ausgeweitet. Sie wurde um qualitative Interviews
mit Einrichtungsleitungen und Beschäftigten in ausgewählten Stadtteilen und Sozia lräumen
ergänzt und im Rahmen einer Masterarbeit von einer Studentin des Geographischen
Institutes der Universität Bonn ausgewertet.
Die Resonanz auf die Online-Befragung war sehr hoch. In die Auswertung aufgenommen
wurden alle vollständig ausgefüllten Fragebögen (64,4 Prozent Kitas in städtischer Träger-
schaft und 47,5 Prozent Kitas in freier Trägerschaft). Gefragt wurde nach dem Ausmaß der
empfundenen Hitzebelastung für Mitarbeitende und Kinder der jeweiligen Einrichtung,
dargestellt auf Seite 37 nach Stadtteilen und Trägerschaft. Zudem wurde untersucht, welche
Herausforderungen sich daraus ergeben, welche Bewältigungsstrategien bereits genutzt
werden und welcher Handlungsbedarf gesehen wird, um die Auswirkungen extremer
Temperaturen zu minimieren.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Hitzebelastungen in den Einrichtungen ein erhebliches
Problem darstellen. Die Forschungsarbeit hebt die zentrale Bedeutung des Hitzeschutzes
für die Gesundheit von Kindern und Mitarbeitenden hervor. Nahezu alle Einrichtungen
sprechen sich für bauliche Maßnahmen zur Verschattung aus, wobei natürliche
Anpassungsstrategien wie Dach- oder Fassadenbegrünung, schattenspendende Bäume
und die Begrünung von Außenflächen gegenüber technischen Lösungen wie Klimaanlagen
bevorzugt werden.
Im kommenden Jahr sollen nun basierend auf den Ergebnissen der Arbeit gemeinsam
mit den Trägern geeignete Maßnahmen abgeleitet und zudem Schulungsangebote für
Mit arbeitende umgesetzt werden. Zur Vermittlung gesundheitsbezogener Inhalte und
Kompetenzen mit Hitze sollen den Einrichtungen Materialien zur Verfügung gestellt werden.
Seit 2024 werden Temperaturmessungen in allen Gruppenräumen der 212 städtisch
betriebenen Kindertageseinrichtungen durchgeführt. Dabei kommen einfache Thermo meter
ohne Datenspeicher zum Einsatz, deren Werte von den Erziehenden manuell mit Uhrzeit
dokumentiert und fotografisch festgehalten werden. Ab einer Raumtemperatur von über
35°C gilt laut Arbeitsstättenverordnung, ein Raum als ungeeignet für die Arbeit (Arbeits-
stättenregel ASR A3.5 Raumtemperatur vom Juni 2010). Die Messungen sollen in den
kommenden Jahren fortgesetzt und auf Küchen sowie das Leitungsbüro erweitert werden.
Maßstab 1 : 200 000
Gefühlte Hitzebelastung befragter Kitas
Gar nicht belastet
Wenig belastet
Mittelmäßig belastet
belastet
Deutlich belastet
belastet
Sehr belastet
Stadtteilgrenzen
Interviewstandorte
Keine Daten
Städtische Einrichtungen
Freie Einrichtungen
Karte 2 – Hitzebelastung der Mitarbeitenden
Karte 4 – Hitzebelastung der Mitarbeitenden Karte 5 – Hitzebelastung der Kinder
Karte 3 – Hitzebelastung der Kinder
Datenquelle: Eigene Darstellung, 2024 mit Daten vom Projekt „Hitzeschutz in Kölner
Kindertagesstätten“ (Stand 2024); Kartengrundlage: Offene Daten Köln
Stadtbezirke Köln (Stand 2024) https://www.offenedaten-koeln.de/dataset/stadtbezirke-köln,
Stadtteile Köln (Stand 2024) https://www.offenedaten-koeln.de/dataset/stadtteile-köln,
(letzter Aufruf 10.12.2024)
Untersuchungsgebiete
37
Abbildung 11: Auswertung der Befragung zur gefühlten Hitzebelastung der Kindertagesstätten in Köln in
städtischer und freier Trägerschaft
Maßstab 1 : 200 000
Gefühlte Hitzebelastung befragter Kitas
Gar nicht belastet
Wenig belastet
Mittelmäßig belastet
belastet
Deutlich belastet
belastet
Sehr belastet
Stadtteilgrenzen
Interviewstandorte
Keine Daten
Städtische Einrichtungen
Freie Einrichtungen
Karte 2 – Hitzebelastung der Mitarbeitenden
Karte 4 – Hitzebelastung der Mitarbeitenden Karte 5 – Hitzebelastung der Kinder
Karte 3 – Hitzebelastung der Kinder
Datenquelle: Eigene Darstellung, 2024 mit Daten vom Projekt „Hitzeschutz in Kölner
Kindertagesstätten“ (Stand 2024); Kartengrundlage: Offene Daten Köln
Stadtbezirke Köln (Stand 2024) https://www.offenedaten-koeln.de/dataset/stadtbezirke-köln,
Stadtteile Köln (Stand 2024) https://www.offenedaten-koeln.de/dataset/stadtteile-köln,
(letzter Aufruf 10.12.2024)
Untersuchungsgebiete
Städtische Einrichtungen
Freie Einrichtungen
38
4.5.3 Informationsmaterial für Schulen
Im Jahr 2024 wurde für das Lehrper sonal an Schulen die Informationsbroschüre
„Gesundheitsrisiko durch Hitze und UV-Strahlung“ sowie ein Poster zur Sensibilisierung und
zum Aushang in Schulen entwickelt. Die Materialien vermitteln grundlegende In formationen
zur Bedeutung der Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie zum
UV-Schutz und UV-Index. Dabei wer den die Auswirkungen von Hitze und UV-S trahlung auf
den menschlichen Körper detailliert erläutert. Darüber hinaus enthalt en die Informations-
materialien spezifische Handlungsempfehlungen für Schulen, darunter Maßnahmen zur
Vorbereitung auf Hitzeperioden sowie konkrete Schritte, die während einer Hitz ewarnung
und in Abhängigkeit vom UV-Index umgesetzt werden sollten.
Die Verteilung erfolgte zunächst in digitaler Form über das Amt für Schulentwicklung per
E-Mail an alle Kölner Schulen. Auf Anfrage wurden zudem Druckexemplare postalisch
versandt. Die Un terlagen können auf dem Hitzeportal der Stadt Köln heruntergeladen werden.
Gesundheitsrisiko durch
Hitze und UV-Strahlung
Informationen für Schulen
Welche Maßnahmen sollten in Schulen
während einer Hitzewarnung und abhängig
vom UV-Index ergriffen werden?
Trinkmenge erhöhen
Um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, werden die
Schüler*innen und Lehrkräfte motiviert, aus reichend zu
trinken. Es werden Möglichkeiten geschaffen, während
des Unterrichts zu trinken, T rinkpausen werden ein-
gelegt, besonders im Sportunterricht (vor, während und
nach dem Sport) und es wird eine Auffüllmöglichkeit für
T rinkflaschen bereitgestellt. Zu bevorzugen sind kalte,
aber nicht eiskalte Getränke, am besten Mineralwasser
oder Fruchtsaftschorlen (3:1; 3 T eile Wasser: 1 T eil Saft).
Schulessen
Anpassung des Speiseplans bei hohen T emperaturen.
Bevorzugung von leicht verdaulichen Speisen mit
hohem Wasser- und Mineralstoffgehalt (besonders
Gemüse, Obst oder mageres Fleisch und Fisch).
Lüftungskonzept erstellen
Das Gebäude in den frühen Morgenstunden und
nachts (wenn dies gefahrlos möglich ist) durch Öffnen
aller Fenster durchlüften. Tagsüber die Fenster ver-
schatten und bis auf kurzes Lüften zur Absenkung der
CO2-Konzentration überwiegend geschlossen halten.
Kühle Räume nutzen
Vor allem während des Nachmittags auf Unterrichts-
räume ausweichen, die weniger hitzebelastet sind.
Für Pausen im Freien/auf dem Schulhof sollten
ausreichend Schattenplätze zur Verfügung stehen.
Konsequenter Sonnenschutz
Schutz vor Sonnenbränden durch Sonnenbrille,
Sonnencreme mit ausreichendem Schutzfaktor
und geeignete leichte (langärmlige) Kleidung,
Kopf bedeckung tragen – auch beim Schulsport.
Risikopersonen im Bewusstsein haben
Besonders auf Schüler*innen und Mitarbeiter*innen
mit Vorerkrankungen, Dauermedikation sowie auf
Schwangere achten.
Sport bei Hitze
Körperliche Betätigungen, insbesondere im Bereich
des Schulsports, sollten der Hitze angepasst werden
und wenn möglich an verschatteten, kühlen Orten
stattfinden.
Bei Hitzewarnungen müssen gegebenenfalls geplante
Sportveranstaltungen hinterfragt, beziehungsweis
verlegt werden. Vorsicht ist bei Ausdauer- und Mann-
schaftssportarten geboten. Die Sportschüler*innen
sollten beim T raining nicht an ihr Limit gehen.
Es sollte eine atmungsaktive und luftige Kleidung
getragen werden, bei Sport im Freien zusätzlich
Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und
eine Kopfbedeckung. Zusätzliche (T rink-)Pausen im
Schatten sind wichtig, ebenso eine Ruhephase nach
der Anstrengung.
Lehrer*innen sollten die Schüler*innen gut
beo bachten und die Belastung bei Schwäche,
Übelkeit oder Schwindel abbrechen. Bei Überhitzung
kann ein nasses Handtuch helfen.
Maßnahmen in Abhängigkeit vom
UV-Index anpassen.
Kontakt
Stadt Köln – Gesundheitsamt
Neumarkt 15 – 21, 50667 Köln
klimaundpraevention@stadt-koeln.de
Stadt Köln – Umwelt- und Verbraucherschutzamt
Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln
57-hitzeaktionsplan@stadt-koeln.de
Abbildung 12: Informationsmaterial für Schulen
39
4.6 Forschungsprojekte
4.6.1 „Hitzeheldinnen“ – Ein Masterprojekt der Katholischen Hochschule NRW
Ein 18-monatiges Forschungsprojekt
Studierende der katho NRW: Alissa Bosch, Julia Ernst, Judith Henneken,
Konstantina Saliou, Marie Terhalle und Lara Zimmermann
Begleitungsdozierende: Prof. Dr. Panreck und Prof. Dr. Schönig.
In Unterstützung der Stadt Köln als Bildungspartner
Hitzeheld*innen: Informationen zum Hitzeschutz für Kölner Familien
mit Kindern von 0 bis 3 Jahren
Kleinkinder stellen eine besonders hitzevulnerable Zielgruppe dar.
Gleichzeitig ist Nippes ein stark von Hitzebelastungen betroffener Stadtbezirk. Mit dieser
Problematik haben sich sechs Masterstudierende der Katholischen Hochschule NRW
(katho NRW), Standort Köln, im Rahmen eines 18-monatigen Forschungsprojektes
beschäftigt. Von zentraler Relevanz ist dabei die Frage, inwiefern ein zielgruppengerechter
Zugang zu Informationen zum Hitzeschutz von Kleinkindern für Familien im Stadtbezirk
Nippes gelingen kann.
Für die Erarbeitung des Zugangskonzeptes untersuchten die Studierenden als
„Hitzeheld*innen“ , welches Wissen bei den Familien bereits zum Thema Hitzeschutz bei
Klein kindern v orhanden ist und wie dieses im Alltag umgesetzt wird. Dazu wurden die
qualitativen Erhebungsmethoden der aktivierenden Befragung und der teilnehmenden
Beobachtung kombiniert. Die Erhebungen fanden in sechs Durchgängen auf fünf
verschiedenen Spielplätzen in Nippes statt, wobei die Wochentage und Uhrzeiten variierten.
Bei den Erhebungen wurde zudem ein Informationsstand mit Give-Aways und Informations-
materialien aufgestellt.
40
Für einen gelingenden Zugang zur Zielgruppe sind vor allem das Setting, das Wetter sowie
die Mobilität und Flexibilität der Hitzeheld*innen von großer Bedeutung. Insbesondere
die niedrigschw ellige Gestaltung des Standes und die Give-Aways zogen die Zielgruppe
erfolgreich an. Durch die offene Gestaltung des Informationsstandes konnten die Familien
selbst entscheiden, welche Inhalte sie in welchem Umfang aufnehmen möchten. Zudem
wurde deutlich, dass eine Präsentation der Hitzeschutzinformationen in Bewegung besonders
gut aufgenommen wird. Jede der Begegnungen wurde abschließend durch ein Geschenk
oder Angebot beendet, wodurch die Informationsaufnahme positiv abgerundet wurde. Die
Ergebnisse wurden beim Runden Tisch Hitzeaktionsplanung am 22.01.2025 vorgestellt.
Abbildung 13: Informationsstand der Hitzeheld*innen im Rahmen eines Masterprojektes der katho NRW
41
4.7 Veranstaltungen und Fachvorträge
Im Verlauf des Jahres 2024 wurden zahlreiche Vorträge und Interviews zum Kölner Hitze-
aktionsplan einer breiten (fach-)öffentlichen Zielgruppe präsentiert. Darüber hinaus nahm
das Team an einer Vielzahl von lokalen sowie überregionalen Fachveranstaltungen teil.
Auf lokaler Ebene werden die Maßnahmen des Hitzeaktionsplans regelmäßig in verschiedenen
Arbeitskreisen in den Kölner Stadtbezirken vorgestellt. Zudem stoßen die Ergebnisse der
Kölner Hitzeaktionsplanung auch auf Landes- und Bundesebene auf großes Interesse.
So wurde beispielsweise an Vernetzungstreffen zur kommunalen Hitzeaktionsplanung in
Nordrhein-Westfalen sowie an Veranstaltungen zur Erstellung kommunaler Arbeitshilfen
teilgenommen, die regelmäßig vom LZG.NRW organisiert werden.
Weitere Fachvorträge, die vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt sowie
dem Gesundheitsamt auf Fachveranstaltungen gehalten wurden, sind im
Folgenden aufgeführt:
• Stadtteilkonferenz Porz-Mitte/Urbach, Vortag Maßnahmen Hitzeaktionsplan
(28. Februar 2024)
• BZgA Austausch mit Gesundheitsämtern zur „Umsetzung des Hitzeaktionsplans in der
Großstadt“ , digitaler Vortrag (11. April 2024)
• Bezirksarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik in Porz,
Vortrag „Spitze bei Hitze – Hitzeaktionsplanung in Köln“ (18.April 2024)
• Fachtag „Hitze + Ältere“ – Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit
Baden-Württemberg, digitaler Vortrag (05. Juni 2024)
• Austauschtreffen Kommunale Klimagesundheitsförderung (KliKom) Berlin,
Vortrag Hitzeaktionsplanung in Köln (20.Juni 2024)
• Konferenz mit Kölner Sozialraumkoordinator*innen, Vortag Maßnahmen H itzeaktionsplan
(15. August 2024)
• Wohncafé Ehrenfeld, Vortrag „Spitze bei Hitze – Hitzeaktionsplanung in Köln“
(28. August 2024)
• Un:box cologne – Kickoff Veranstaltung, Vortag Maßnahmen Hitzeaktionsplan
(06. September 2024)
• Gesundheitswoche für Mitarbeitende der Akademie Köln, digitaler Vortrag
(18. September 2024)
• Extremwetterkongress und Klimamanagementtagung in Hamburg, Workshop zum Kölner
Hitzeaktionsplan (25 – 27. September 2024)
• „Der ältere Mensch – Patientensicherheit für ältere und hochaltrige Menschen“
Online-Kammersymposium der Ärztekammer Nordrhein, digitaler Vortrag
(27. September 2024)
• Auftaktworkshop zum Integrierten Klimaanpassungskonzept, Köln (20. November 2024)
42
Neben Fachveranstaltungen wurden im Jahr 2024 auch Stadt- und Straßenfeste sowie
einige Großveranstaltungen besucht, bei denen zahlreiche Informationsmaterialien an
interessierte Bürger*innen verteilt wurden. Öffentliche Veranstaltungen bieten eine hervor-
ragende Gelegenheit, Hitzeschutz direkt und unmittelbar mit den Bürger*innen
zu kommunizieren.
Neben lokalen Festen, die insbesondere auf die vulnerable Gruppe der älteren Menschen
ausgerichtet waren, wie dem Aktionstag „Nippes Bewegt“ und den Seniorensommer-
festen, erfolgte im Jahr 2024 ebenfalls die Teilnahme an Veranstaltungen, die gezielt die
vulnerable Gruppe der Kinder ansprechen. Hierzu zählten unter anderem der Klima Tag im
Kölner Zoo im April sowie der Weltkindertag im September. Zur bundesweiten Woche der
Klima wandelanpassung wurde ein Infostand auf dem Wochenmarkt vor der Agneskirche
aufgestellt und es wurde ein Hitzespaziergang in Kooperation mit der Seniorenvertretung
Innenstadt durchgeführt, um die neue Faltkarte den „Hitzespickzettel Köln-Agnesviertel“
vorzustellen.
Abbildung 14: Un:box cologne – Kickoff Veranstaltung (6. September 2024)
43
Veranstaltungen in 2024
• Kölner Gesundheitsgespräche „Klimakrise Hitzestress“ ,
VHS Forum Köln (09. April 2024)
• Klimatag im Kölner-Zoo (21. April 2024)
• „Nippes Bewegt“ mit einem Auftritt der Band Klabes (29. Mai 2024)
• STRASSENLAND-Festival in Köln (02. Juni 2024)
• Hitzeaktionstag am Tanzbrunnen, Köln (05. Juni 2024)
• NRW-Tag im Rheinauhafen Köln (17./18. August 2024)
• Informationsstand zur bundesweiten Woche der Klimawandelanpassung
(19. September 2024)
• Weltkindertag am Rheinauhafen (22. September 2024)
Abbildung 17: Weltkindertag
(22. September 2024)
Abbildung 15: Kölner Gesundheits-
gespräche „Klimakrise Hitzestress“ ,
VHS Forum Köln (09. April 2024)
Abbildung 16: NRW-Tag im Rheinauhafen Köln (17./18. August 2024)
44
5. Ausblick auf das Jahr 2025
Der Kölner Hitzeaktionsplan ist dynamisch ausgerichtet und erfordert eine kontinuierliche
Aktualisierung und Fortschreibung. Für das Jahr 2025 ist geplant, bewährte Maßnahmen
weiterzuführen, um ihre langfristige Wirksamkeit zu festigen und eine Evaluierung zu
ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dabei weiterhin auf besonders vulnerablen Gruppen,
insbesondere älteren Menschen, (Klein-)Kindern und deren Erziehungsberechtigten
sowie entsprechenden Multiplikatoren. Um die Erreichbarkeit zielgruppengerecht zu
ermöglichen, sind wieder Veranstaltungen mit Informationsständen geplant, darunter zur
Woche der Klimaanpassung, dem Klimatag im Zoo, „Nippes bewegt“ und zu den Kölner
Gesundheitsgesprächen.
Zur Vorbereitung auf das kommende Jahr wurden die 11 Hitzetipps überarbeitet und in
neuer Auflage sowohl als Poster als auch im Postkartenformat gedruckt. Zudem wird
die beliebte Informationsbroschüre „Hitzeknigge“ überarbeitet und im Sommer 2025 als
aktualisierte Fassung zur Verfügung stehen. Im Jahr 2024 wurden über 6.000 Exemplare
der Broschüre auf verschiedenen Veranstaltungen und über Multiplikator*innen wie Pflege-
einrichtungen, verschiedene Netzwerke, Vereine und Arztpraxen verteilt, sowie direkt an
interessierte Bürger*innen durch das Umwelt- und Verbraucherschutzamt versendet.
Der Runde Tisch Hitzeaktionsplanung wird weiterhin regelmäßig stattfinden, bestehend aus
zwei Vorbereitungstreffen im Frühjahr und einem Evaluationstreffen im Herbst.
45
Abkürzungsverzeichnis
Abbkürzung Begriff
Abb. Abbildung
BfS Bundesamt für Strahlenschutz
DWD Deutscher Wetterdienst
e. V. eingetragener Verein
HAP-Köln Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln
IHPH Institut für Hygiene & Public Health (des Universitätsklinikums Bonn)
KAM Klimaanpassungsmanagement
KE Kernelement
km² Quadratkilometer
KV Kassenärztlichen Vereinigung
LZG. NRW Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
m Meter
NRW Nordrhein-Westfalen
SVK Seniorenvertretung Köln
UBA Umweltbundesamt
UVA Umwelt- und Verbraucherschutzamt Köln
UV Ultraviolettstrahlung
WHO Weltgesundheitsorganisation
ZKA Zentrum KlimaAnpassung
°C Grad Celsius
Kontakt
Stadt Köln
Umwelt- und Verbraucherschutzamt
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
57-hitzeaktionsplan@stadt-koeln.de
Die Oberbürgermeisterin
Umwelt- und Verbraucherschutzamt
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gestaltung
Zentrale Dienste der Stadt Köln
Bildnachweis
Titel: horstgerlach/iStock.com; Seite 42: © Christian van‘t Hoen; Seite 43: © Constantin Ehrchen
13-St/096-25/57/03.2025
Mitteilung Ausschuss
991 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VIII/57/574 Vorlagen-Nummer 31.03.2025 0697/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 13.05.2025 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 15.05.2025 Jahresbericht 2024 zum Hitzeaktionsplan Köln Der Rat der Stadt Köln hat am 08.12.2022 die Fortführung der Hitzeaktionsplanung be- schlossen (Vorlage 2388/2022). Der „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ (Laufzeit: 01.2019 bis 06.2022) ist daraufhin im Jahr 2023 aus der Projektphase in die Verstetigung übergegangen. Sie ist in das Verwaltungshandeln integriert und auf wei- tere vulnerable Gruppen ausgeweitet worden. Die Verwaltung wurde beauftragt, jährlich über die Umsetzung der Maßnahmen zu berich- ten. Die Ergebnisse der Hitzeaktionsplanung aus dem Jahr 2024 sind in dem beigefügten Jahresbericht dokumentiert. Dieser wird hiermit zur Kenntnisnahme vorgelegt. Gez. Wolfgramm Anlagen: Anlage 1 Jahresbericht Hitzeaktionsplan Köln 2024
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0697/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 31.03.2025
- Erstellt
- 06.03.2025 14:14