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1600/2017

Luftbelastung am Clevischen Ring (Anfrage AN/0426/2017)

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 12.06.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 07.07.2017, TOP 1.1.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

4660 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/57/574 
 
Vorlagen-Nummer  12.06.2017 
 1600/2017 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Umwelt und Grün 07.07.2017 
 
Luftbelastung am Clevischen Ring (Anfrage AN/0426/2017) 
In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Grün am 16.03.2017 bittet die FDP-Fraktion um Be-
antwortung der folgenden Anfrage: 
 
Die Verwaltung wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten: 
 
1. Inwieweit sind zeit- und ortsaufgelöste Analysen der Luftqualität bei LANUV, Bezirksregierung 
und Stadtverwaltung erstellt und weitergegeben worden, um nach Ursachen für die übermäßi-
ge Luftbelastung (Staub, Stickoxide) in Köln-Mülheim zu suchen – neben dem Verkehr auf 
dem Clevischen Ring? 
 
2. Inwieweit sind in den Gewerbegebieten nordöstlich und südwestlich der Messstelle am Clevi-
schen Ring Groß- und/oder Kleinfeuerungsanlagen zu finden, wie alt sind die entsprechenden 
Genehmigungen und welche Erkenntnisse haben Stadtverwaltung, Bezirksregierung und LA-
NUV über die realen Emissionen an Staub und Stickoxiden?  
 
3. Nordöstlich direkt gegenüber der Messstelle des Landes liegt ein offenes Parkhaus. In Park-
häusern werden Motoren oft in ungünstigen Betriebszuständen genutzt. Inwieweit hat die 
Verwaltung Kenntnisse über die Stickstoff- und Staubemissionen in Parkhäusern im Allgemei-
nen und über das Parkhaus und seine Entlüftung am Clevischen Ring im Besonderen?  
 
4. Es gibt Zeiträume mit ganz besonders hohen Belastungswerten. Inwieweit werden bei LANUV, 
Bezirksregierung oder Stadtverwaltung analysiert, woher solche Spitzenbelastungen kommen 
(„root cause analysis“). Inwieweit hat die Verwaltung z. B. Kenntnisse, die die ungewöhnlich 
hohen Belastungen am Do/Fr 19./20.1 (NO+NO2) und Montag 23.1.2017 (Staub) erklären 
könnten? 
 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Zu Frage 1: 
 
Aus der ersten Fortschreibung des Luftreinhalteplans Köln liegt eine Ursachenanalyse der Über-
schreitungssituation, u.a. an dem Messpunkt am Clevischen Ring, vor. Anhand der prozentual be-
rechneten Beiträge der Verursachergruppen kommt diese Analyse zu dem Ergebnis, dass der lokale 
Straßenverkehr den höchsten Anteil (48%) des Gesamtwertes für die Stickstoffdioxidbelastung aus-
macht. Ein weiterer großer Anteil ist mit 43% auf die regionale Hintergrundbelastung zurück zu füh-
ren. Auf Haushalte und Kleingewerbe entfällt lediglich ein Anteil von insgesamt 3%. 
Für PM10 kommt die Verursacheranalyse zu einem hohen Anteil des regionalen Hintergrundes 
(76%), und dem lokalen Straßenverkehr (15%) als Verursachergruppe mit dem zweithöchsten Anteil. 
Der Anteil für Haushalte und Kleingewerbe liegt bei 3,5%.

2 
 
 
Zu Frage 2: 
 
In dem Emissionskataster des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW werden 
für das Jahr 2012 Angaben aus der Emissionserklärung eines metallverarbeitenden Betriebes im 
Gewerbegebiet an der Schanzenstraße veröffentlicht. Laut Emissionserklärung werden 2.800 kg/a 
Stickoxide, 547 kg/a Gesamtstaub und 191 kg/a PM10 emittiert. 
In dem Gewerbegebiet an der Deutz-Mülheimer-Straße sind die folgenden Betriebsangaben von ge-
nehmigungspflichtigen Betrieben veröffentlicht: 1.213 kg/a Stickoxide, 313 kg/a Gesamtstaub und 283 
kg/a PM10. 
Angaben zu Kleinfeuerungsanlagen liegen der Verwaltung nicht vor. Diese liegen in der Zuständigkeit 
der Bezirksschornsteinfeger. 
 
Zu Frage 3: 
 
Es handelt sich um ein Parkhaus eines privaten Eigentümers. Erkenntnisse zur Lüftungstechnik des 
Parkhauses liegen der Verwaltung nicht vor. Da es sich um eine offene Bauweise handelt, ist davon 
auszugehen, dass auf eine mechanische Lüftung verzichtet wurde. Aus anderen vergleichbaren Un-
tersuchungen lässt sich eine Zusatzbelastung im einstelligen Bereich ableiten. Im Vergleich zu Fahr-
zeugemissionen auf dem Clevischen Ring ist der Beitrag des Parkhauses vernachlässigbar. 
 
 
Zu Frage 4: 
 
Die meteorologischen Bedingungen haben einen großen Einfluss auf die Luftschadstoffbelastung. 
Der Deutsche Wetterdienst beschreibt den Januar als einen kalten und trockenen Monat mit vielen 
Tagen unter Hochdruckeinfluss. Bei entsprechend geringen Windgeschwindigkeiten findet kein Luft-
austausch statt, und der ausbleibende Niederschlag sorgt für hohe Luftschadstoffwerte. Ein Vergleich 
sämtlicher Messwerte auf Kölner Stadtgebiet aus dem Monat Januar 2016 mit den Werten aus Janu-
ar 2017 bestätigt diese Aussage. Im Januar 2017 lag an sämtlichen Messstationen – auch an den 
Hintergrundstationen – ein ca. 10 µg/m³ höherer Wert sowohl für die Stickoxide als auch für PM10 
vor, als im Vorjahr. 
 
 
 
 
gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

07.07.2017 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.1.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1600/2017
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
12.06.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27