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A-R/0066/2018

Mobilität im Alter stärken – selbstverständlich selbständig

Antrag an den Rat 01.10.2018

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a-r-0066-2018-Mobilität im Alter stärken - selbstverständlich selbständig

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a-r-0066-2018-Mobilität im Alter stärken - selbstverständlich selbständig

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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0066/2018  
 
 
 
 
 
28. September 2018 
Ratsantrag 
Mobilität im Alter stärken – selbstverständlich sel bständig 
Der Rat möge beschließen: 
1.  Die Verwaltung erarbeitet Maßnahmen zur Stärkung der Mobilität älterer 
Menschen in Münster. Hierzu sollen auch die Bedarfe von Seniorinnen und 
Senioren, mit besonderer Betrachtung der einzelnen Erfordernisse in den 
Außenbereichen Münsters und dem ländlichen Raum aufgezeigt und ein 
Handlungskonzept aufgelegt werden. Hierzu gilt es die einzelnen Verkehrsbereiche 
stärker noch auf die Belange von älteren und mobilitätsbeeinträchtigten Menschen 
auszurichten. 
2.  Bestandteile einer Mobilitätskette für ältere Mensc hen sind u.a.: 
2.1. der kontinuierliche altersgerechte Ausbau und die barrierefreie Gestaltung 
des ÖPNV in Münster und in den Umlandgemeinden; 
2.2. Prüfung von Entwicklung weiterer alternativer Verkehrsangebote wie 
„Nimm-mich-mit-Bänke“, Nachbarschaftsnetzwerke, Bürgerbusse, 
Kleinbusse wie „Stadthüpfer“ für Senioren inkl. ihrer Steuerung über eine 
App; 
2.3. Ausbau eines Fahrradverkehrs, der auch auf die Bedarfe von Seniorinnen 
und Senioren ausgerichtet ist; 
2.4. Stärkung der Nahmobilität für ältere und mobilitätsbeeinträchtigte 
Menschen und Schaffung von Verweilmöglichkeiten im Quartier;  
2.5. ein internetbasiertes, generationengerechtes Informationsportal, das 
alle etablierten Mobilitäts- und Serviceangebote vor Ort beinhaltet; 
2.6. ein Dialogmarketing mit dem Ziel, die Bekanntheit der Angebote zu verbessern 
(wie Mitnahmeverkehr, 60plusAbo der Stadtwerke etc.). Neben der 
Onlineplattform sind auch entsprechende Informationsflyer mit Hinweisen über 
bestehende Angebote und Ansprechpartner zu berücksichtigen; 
2.7. freiwillige Beratungs- und Trainingsangebote f ür mehr Fahrsicherheit sowohl 
für Auto- als auch Pedelec-Fahrer. 
3.  Passende Kooperationen und Netzwerke werden mit einbezogen.

Begründung : 
 
I. Immer mehr Frauen und Männer erreichen ein höher es Lebensalter als in früheren 
Generationen. Dabei bleiben sie gesünder und mobile r und haben den Wunsch, ein 
selbständiges Leben führen zu wollen. Für Münster s prechen die Prognosen von einer 
deutlichen Zunahme der Bevölkerung ab 60 Jahren: 60  -< 65 Jahre: + 5.063 Einwohner 
(+ 32,0 %); 65 -< 80 Jahre: + 5.073 Einwohner (+ 14 ,1 %); 80 J. und älter: + 3.413 
Einwohner (+ 21,8 %) bis zum Jahr 2025. Eigenständi ge Lebensführung im Alter zu 
ermöglichen muss somit ein dringendes Anliegen sein . Eigenständige Mobilität 
bedeutet Teilnahme am öffentlichen Leben, macht abe r auch Lebensqualität im Alter 
aus. Ohne Mobilität wird nicht nur Selbstversorgung  schwierig, sondern auch soziale 
Teilhabe. Viele Ruheständler sind darüber hinaus eh renamtlich aktiv und möchten 
auch aus diesem Grund gerne mobil bleiben. Damit si ch ältere Menschen mit 
zunehmenden Alter nicht zurückziehen müssen, bedarf  es Angebote, die den 
Mobilitätsverlust ausgleichen. 
II.  Der demographische Wandel bleibt nicht ohne Fo lgen für die Mobilitätsentwicklung. Die 
gesellschaftlichen Präferenzen nach Mobilität verändern sich. Daher müssen folgende 
Fragen geklärt werden: welche Infrastrukturen und welche Verkehrsmittel den 
Anforderungen auch von älteren Menschen am besten gerecht werden und wie können 
sich auch Ältere selbst den veränderten Anforderungen besser anpassen? Es sind 
Mobilitätsangebote gefragt, bei denen es sich um quantitative, strukturelle und qualitative 
Veränderungen handelt. Maßnahmen zur Mobilitätssicherung älterer Menschen müssen 
ebenfalls der Tatsache Rechnung tragen, dass die Zielgruppe in Bezug auf ihre 
Mobilitätsanforderungen und –wünsche in hohem Maße heterogen ist. 
III. Mit dem Alter und dem Eintritt von Unterstützungsbedarf geht häufig eine 
Einschränkung der Mobilität einher, wenn die Nutzung individueller Verkehrsmittel 
wie Auto und Fahrrad irgendwann nicht mehr möglich ist, auch wenn der Trend 
zum elektrisch unterstützten Fahrrad (Pedelec) dies heute etwas hinauszögern 
kann. Umso wichtiger ist es, dass ein unterstützendes Umfeld gute Möglichkeiten 
im Fußverkehr und ÖPNV bietet. 
 Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bedeute n die alltäglichen Wege 
allein im Quartier oft eine Herausforderung. Projekte mit Betroffenen in diesem 
Bereich zeigen, dass sie diese Wege dann bewusst planen müssen, unter Einbezug 
von entlastenden ‚Trittsteinen‘ wie Ruhepunkten und geeigneten 
Sitzgelegenheiten sowie auch öffentlich zugänglichen, möglichst barrierefreien 
Toiletten. Ein ungeeignetes Umfeld führt zur Meidung und leistet damit 
Vereinsamung, steigenden Ängsten und weiterem körperlichen Abbau Vorschub. 
Umgekehrt kann die ‚Reichweite‘ und Lebensqualität Mobilitätseingeschränkter 
mit relativ einfachen Mitteln gesteigert werden. 
 Wie bereits im Masterplan „altengerechte Quartiere , inklusiv“ dargestellt spielen 
gerade für Menschen, die nicht mehr längere Strecken an einem Stück per Fuß 
oder Fahrrad zurücklegen können sog. ‚Sitzrouten‘ eine gute Möglichkeit, die 
Strecken zu bewältigen. Das bedeutet, dass entlang von Hauptwegen in geeigneten 
Abständen adäquate Sitzgelegenheiten eingerichtet werden, idealerweise in 
ruhigere Nebenstraßen oder Wege durch Grünanlagen. Bänke im öffentlichen 
Raum können möglicherweise durch Sponsoring realisiert werden. ‚Besitzbare

Stadt‘-Konzepte beziehen flächenhaft ganze (Klein- )Städte in die Betrachtung ein. 
Dies erscheint daher auch für Quartiere denkbar. Ziel kann die Erfassung 
öffentlicher Sitzgelegenheiten für den KOMM-Stadtplan oder eine neue Datenbank 
sein 
IV.  Die Kombination verschiedener Verkehrsmittel ( Multimobilität) wird zukünftig an 
Bedeutung gewinnen. Daher sollen entsprechende Alternativen zum üblichen 
ÖPNV geprüft und entwickelt werden, die auf Münster zugeschnitten sein würden. 
 Münster ist großflächig verteilt. Insbesondere in Außenbereichen der Stadt haben 
besonders Seniorinnen und Senioren, die mobilitätsbeeinträchtig sind oft nur wenige 
Alternativoptionen zum eigenen Pkw. Mitnahmeverkehre besitzen daher ein hohes 
Nutzerpotential bei der älteren Generation. 
 Bereits in mehreren Kommunen und Gemeinden ist alt ernativer Verkehr vorhanden. Das 
Angebot von „Nimm-mich-mit Bänken“ in der Eifel kann über eine App gesteuert 
werden, über die eine Mitfahrgelegenheit verabredet werden kann. 
 
V.  Beispiele aus anderen Kommunen: 
Die Stadt Rheinbach setzt den Kleinbuss „Rheinbacher Stadthüpfer“ ein, der auf dem 
aktuellen Stand der Technik ist und nahezu alle Ausstattungsmerkmale bietet, die man von 
großen Fahrzeugen kennt, um den Bedürfnissen von Senioren und 
Mobilitätseingeschränkten gerecht zu werden: eine große Außenschwenktür, eine manuelle 
Klapprampe, eine geräumige niederflurige Mehrzweckfläche mit Klappsitzen und Halterung 
für Rollatoren. Weiterhin wurde das Fahrpersonal speziell auf den Umgang mit 
mobilitätsbeeinträchtigten Personen geschult. Betrieben werden die Kleinbuslinien durch die 
Regionalverkehr Köln GmbH (RVK). Durch die kompakte Größe der eingesetzten Kleinbusse 
können Wohngebiete bedient werden, die aufgrund der Straßenquerschnitte und 
Kurvenradien von normalen Linienbussen nicht angefahren werden können. Die 
Liniengestaltung in den relevanten Bereichen zeichnet sich zudem durch kurze 
Haltestellenabstände aus, wodurch die erforderlichen Wegestrecken für die Fahrgäste 
reduziert werden. 
Im Zuge der Neukonzeption des ÖPNV-Angebotes haben auch weitere Gemeinden wie 
Alfter oder Swisttal Stadthüpfer zur Verfügung gestellt. Der Landhüpfer ist an den 
Linienenden mit dem SPNV und an einer zentralen Haltestelle mit einer überörtlichen 
Regionalbuslinie verknüpft, sodass die in der Gemeinde bestehenden Bedienungsdefizite 
beseitigt wurden und bereits nach einem halben Betriebsjahr eine gute Fahrgastnachfrage 
verzeichnet werden konnte. Durch die Aufnahme weiterer Haltestellen zur Anbindung 
eines peripheren Einzelhandelsstandortes und eines neuen Wohngebietes konnte das 
Angebot auf den Swisttaler Kleinbuslinien seit Einführung sukzessive ausgebaut werden. 
VI.  Ältere Autofahrerinnen bzw. älterer Autofahrer verfügen über eine langjährige Fahrpraxis, 
die ihnen eine gewisse Routine im Straßenverkehr ermöglicht. Damit die Sicherheit im 
Verkehr möglichst lange besteht, können freiwillige Angebote, wie Mobilitätschecks und 
Schulungskonzepte für mehr Sicherheit im Verkehr, sowie weitere Beratungs- und 
Trainingsangebote beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Provinzial-Versicherung 
Polizeibehörden und Verkehrswachten entwickelt und durchgeführt werden.

VII.  Bei der Heterogenität der Altersgruppe ist es sinnvoll, alle vorhandenen Angebote 
sowohl online als auch auf herkömmlichem Wege zur Verfügung zu stellen. Das Portal 
http://portal.sehr-mobil.de/sehrmobil/  ist ein sehr gutes Beispiel für eine  
 internetbasierte Plattform, die alle Mobilitätsart en und Angebote anbietet und die 
interessierte Senioren sehr leicht erreichen und bedienen können. 
 Herkömmliche (auch telefonische) Informations- und  Buchungsmöglichkeiten sollen 
parallel berücksichtigt und z.B. als Informationsblatt präsentiert werden. 
 
 
gez. Stefan Weber  gez. Otto Reiners 
und Fraktion und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

10.10.2018 Rat
TOP 26.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0066/2018
Typ
Antrag an den Rat
Datum
01.10.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37