V/0329/2007
1. Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0007/2007 vom 01.02.2007,
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Anlage 2
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Eing. 08 Fefgn Der Rat möge beschließen: 1. Die verheerenden Schäden, die der Sturm „Kyrill“ in der Natur und im Stadtbild Münsters verursacht hat, werden durch gemeinsame Anstrengungen der Stadt und ihrer Bürger in den beiden kommenden Jahren beseitigt. 2. Die im öffentlichen Raum entwurzelten oder anderweitig geschädigten Bäume werden durch Neupflanzung ersetzt. 3. Die Ersatzpflanzungen werden dazu genutzt, die Begrünung in der Stadt zu vermehren und zu verbessern, Hierfür erarbeitet die Verwaltung beispielhafte Konzepte, die neben stadtplanerischen und Aspekten der Grünordnung auch ökologischen Aspekten entsprechen. 4. Alle Maßnahmen werden gebündelt zu einem Beitrag für den europäischen Wettbewerb „Entente Florale", an dem die Stadt in diesem Jahr als Vertreter Deutschlands teilnimmt. 5. Für die Finanzierung der Maßnahmen im öffentlichen Raum und für die Förderung privater Aktionen stellt die Stadt in 2007 und 2008 insgesamt eine Million Euro zur Verfügung. Parallel dazu versucht sie, einen möglichst großen Anteil dieser Summe durch Zuschüsse anderer Körperschaften (Land, Bund, EU ...) zu refinanzieren. 6. Gleichzeitig werden die Münsteraner BürgerInnen und die heimische Wirtschaft aufgerufen, eigene Maßnahmen zu ergreifen. Die Stadt bietet dazu konzeptionelle und organisatorische (Sponsoring, Patenschaften ...), unter noch festzulegenden Bedingungen auch finanzielle, Hilfe an. Begründung: „Kyrill“ hat in.der Stadt Münster eine Spur der Verwüstung hinterlassen, Dächer wurden abgedeckt, Fenster eingedrückt, Stromleitungen zerrissen und Fahrzeuge beschädigt. Insgesamt wurden mehr als 10.000 Bäume im Stadtgebiet entwurzelt, umgebrochen oder so schwer geschädigt, dass sie gefällt werden mussten. Vor allem das grüne Stadtbild hat Schäden erlitten, die erst in Jahrzehnten wieder verschwunden sein werden. Der Tribut, der der Erwärmung der Erdatmosphäre zu zollen ist, ist damit auch in Münster schmerzlich spürbar geworden. Wir Grünen sehen darin eine unmissverständliche Aufforderung an unsere Gesellschaft, den Schutz der Erdatmosphäre als ökologische und SEHE. Ant rL | Amt fir Grönffächen um! Antrag 06,02. . repfen 32 “ Bündnis 90/Die Grünen/GAL Ratsfraktion Münster Bremer Str. 54 48155 Münster Fon: 0251/89958 10 Fax: 0251/89958 15 gruene.ratsfraktion@muenster.de www.gruene-muenster.de ökonomische Notwendigkeit zu erkennen und aus dieser Erkenntnis praktische Konsequenzen zu ziehen. Vor allem in der Verkehrspolitik gibt es auf lokaler Ebene erheblichen Handlungsbedarf: Die andauernde Förderung des Autoverkehrs wie des Flugverkehrs - in der Stadt wie in der Region - schadet nicht nur der Umwelt, d. h. vor allem dem Klima, sondern provoziert - wie Kyrill überdeutlich demonstriert hat — auch massive wirtschaftliche Schäden. Eine Änderung dieser Politik ist unbedingt erforderlich. Unabhängig von dieser Grundsatzaufgabe gilt es, die aktuellen Schäden in der Stadt schnellstmöglich zu beseitigen bzw. der Natur die Chancen zu geben, sich zu regenerieren. Die grüne Stadt zeichnete Münster bislang aus und gehörte zu den wichtigsten Faktoren der Lebensqualität. Die internationale Anerkennung durch die Verleihung des LivCom-Awards 2004 zeugt von der überragenden Bedeutung die Grün und Umwelt in Münster haben. Umso mehr ist Münster jetzt gefordert. In diesem Jahr steht die Teilnahme am internationalen Wettbewerb „Entente Florale“ an. Münster soll Deutschland als grüne und blühende Stadt auf europäischer Bühne repräsentieren. Dazu gehört, die Umwelt im städtischen Raum für Mensch, Tier und Pflanze nachhaltig zu schützen und zu entwickeln. Ob Münster diesen Forderungen gerecht werden kann, hängt entscheidend davon ab, wie die Stadt mit den katastrophalen Schäden des Sturms umgeht. Dabei geht es nicht nur um die Neubepflanzung öffentlicher Flächen, sondern auch um den Ersatz von Bäumen im privaten Bereich und um die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für die Aufgabe und ihre Bedeutung. Es ist deshalb eine konzertierte Aktion zwischen Stadt, Bürgerschaft und Wirtschaft nötig, die deutlich macht, dass „Grün in der Stadt“ eine lebenswichtige Qualität hat und die, gemäß der Forderung der „Entente Florale“, die Einwohner in die Grünentwicklung ihrer Stadt integriert und zu eigenen Aktivitäten anregt. gez. Wilhelm Breitenbach gez. Maria Klein-Schmeink gez. Ilse Schleef gez. Helga Bennink gez. Jutta Möllers gez. Claudia Scholz gez. Manfred Kehr gez. Jörn Möltgen gez. Dr. Rita Stein-Redent gez. Christof Hoffmann gez. Carsten Peters gez. Brigitte von Schoenebeck gez. Hery Klas gez. Tim Rohleder
Anlage 1
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Antrag der SPD-Fraktion Q ( “fe Nr.: A-R/0007/2007 an den Rat der Stadt Münster AUT LA SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster NEN Antrag 4 Münzstr. 15 01.02.2007 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 mail: spdfrak@muenster.de Internet: www.spd-muenster.de Schnelle Wiederaufforstung nach „Kyrill“ sichern Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Stadt Münster wird die durch den Sturm „Kyrill“ verursachten Baum- Wald- und Forstschäden im Stadtgebiet durch eine schnelle Wiederaufforstung beseitigen. Dazu wird durch die Verwaltung umgehend ein Konzept für die schnelle und qualifizierte Wiederaufforstung und Neuanpflanzung erarbeitet. Dieser Plan umfasst: 1. Die Aufstellung einer qualifizierten Wiederbewaldungsplanung. 2. Eine Prioritätenliste zur Wiederaufforstung bzw. Wiederbepflanzung. 3. Eine Darstellung über die Anzahl der für die Bepflanzung notwendigen Bäume, den Aufwand für das Freiräumen der Flächen usw., sowie den notwendigen Finanzbedarf. 4. Die Durchführung einer Spendenaktion, um die Finanzierung der Maßnahmen zu erleichtern. Begründung: Das Orkantief „Kyrill“ hat in Münster Menschen verletzt, erhebliche Schäden an Gebäuden verursacht, aber auch große Schäden im Baumbestand angerichtet. So sind allein in der Hohen Ward 10.000 Bäume betroffen. Der Waldfriedhof Lauheide, die Weseler Straße, der Park Sentmaring, die Promenade und der Schlosspark sind weitere Schadensschwerpunkte. Das Ziel der Stadt Münster muss es nun sein, ein umfassendes Konzept für die Bewältigung von Sturmschäden im städtischen Wald, an der Promenade sowie in den Grünzonen zu erstellen, um die betroffenen Flächen wieder aufzuforsten. Neben der Wiederherstellung des Stadtbildes ist die Wiederaufforstung auch als eine wichtige und nachhaltige Zukunftsinvestition für den Schutz von Umwelt und Klima zu betrachten. Aber auch die damit verbundenen Erträge aus dem Forstbetrieb werden den nachfolgenden Generationen zu Gute kommen. Für die Wiederaufforstung und Anpflanzung in Wald- und Grünzonen muss mit der notwendigen Bereitstellung von erheblichen Mitteln gerechnet werden — vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung keine leichte Aufgabe. Sponsoring, Spenden 1 oder Patenschaften können dazu beitragen, den finanziellen Aufwand der Stadt zu begrenzen. Die Stadt sollte zur Durchführung solcher Aktionen geeignete Maßnahmen ergreifen. Dabei kann auf positive Beispiele zurückgegriffen werden: In Baden- Württemberg konnte in der Vergangenheit, z.B. nach dem Orkan „Lothar“ erfolgreich die Hilfe von Unternehmen ein geworben werden. So wurden mit Hilfe einer großen Baumarktkette 20.000 neue Bäume gepflanzt. Dieser Ansatz könnte auch für Münster ein Erfolg versprechender Weg sein. Das Konzept zur Wiederaufforstung sollte schnell auf den Weg gebracht werden; auch um die notwendigen Pflanzen bald beschaffen zu können. Vor dem Hintergrund des großen Bedarfs ist zu erwarten, dass die Preise bald ansteigen werden. Realistisch erscheint es, mit den Aufforstungsarbeiten im Herbst 2007 zu beginnen. Holger Wigger Marianne Hopmann Karsten Rahn Wolfgang Heuer Ralf Hubert Udo Reiter Alexander Bercht Dr. Michael Jung Moritz von Schmeling Anika Bergner Marianne Koch Anne Schulze Wintzler Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Joachim Tonn Beanka Ganser Kurt Pölling Beate Vilhjalmsson Anne Hakenes
Beschlussvorlage
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V/0329/2007
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Betrifft
1. Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0007/2007, vom 01.02.2007;
"Schnelle Wiederaufforstung nach Kyrill sichern"
2. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, Nr. A-R/0003/2007, vom 06.02.2007;
"Eine Million für ein grünes Münster"
Beratungsfolge
13.06.2007 Hauptausschuss Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Der Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0007/2007, vom 01.02.2007 (Anlage 1) und der
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, Nr. A-R/0003/2007, vom 06.02.2007 (Anlage 2)
werden zur Vorberatung an den Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen verwiesen.
Begründung:
1. Vorbemerkung
Die Anträge beinhalten Vorschläge für den Umgang mit den Folgen des Orkans am 18.01.2007.
Zu einem Teil hat die Verwaltung diese Vor schläge im Rahmen der Schadensbewältigung schon
aufgegriffen. Es besteht Einigkeit darüber, dass die Wiederherstellung der geschädigten Flächen
eine vordringliche Aufgabe ist. Allerdings ist es nach Auffassung der Verwaltung wichtig, optimale
Voraussetzungen für die neu zu pflanzenden Bäume zu schaffen. Aus diesem Grund wurde die
Entscheidung getroffen, im Frühjahr noch keine
Neupflanzungen vorzunehmen, sondern erst zum
Herbst/Winter 2007. Das extrem trockene Frühjahr hat gezeigt, dass diese Entscheidung richtig
war.
2. Vorläufige Bilanz des Sturmes
Der Sturm „Kyrill“ hat in Münster große Schäden angerichtet und das Stadtbild nachhaltig verän-
dert. Eine erste Schadensbilanz weist etwa 1.000 umgestürzte oder gefällte Bäume in den Grünan-
lagen, ca. 300 Bäume an Straßen und ca. 200 Bäume in landschaftsartigen Pflanzungen auf.
Vorlagen-Nr.:
V/0329/2007
Auskunft erteilt:
Herr Staubach
Ruf:
492 67 18
E-Mail:
StaubacJ@stadt-muenster.de
Datum:
31.05.2007
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0329/2007
Im städtischen Forst sowie im Wald der Stadtwerke fielen dem Orkan etwa 35.000 Bäume zum
Opfer.
Unter Anwendung des allgemein üblichen Sachwertverfahrens kann die Höhe der Schäden bilan-
ziert werden. Danach sind in den Grünanlagen Schäden von rd. 4 Mio. € entstanden. Im Bereich
des Forstes kann eine Schätzung der Schadenshöhe bisher noch nicht vorgenommen werden.
Insgesamt sind sowohl im städtischen Forst als auc h im Wald der Stadtwerke bisher rd. 10.000
Festmeter Sturmholz auf einer Fläche von 53 ha angefallen.
Die Beseitigung der Sturmschäden ist in den städtischen Grünflächen bis Ende März abgeschlos-
sen worden. Die Schadensaufbereitung in den Forsten der Stadt Münster wird sich - trotz intensi-
ver Bemühungen und des Einsatzes externer Firmen - noch bis zum Herbst hinziehen. Mittlerweile
sind allerdings die Waldwege wieder freigegeben.
Im Rahmen der Schadensbeseitigung sind durch die Grünflächenunterhaltung Leistungen in einem
Wert von rd. 620.000 € erbracht worden. Hinzu kamen Fremdvergaben mit einem Auftragsvolumen
von rd. 125.000 €. Der Aufwand in den Forsten kann, wie oben schon dargestellt, zurzeit noch
nicht beziffert werden.
3. Weiteres Vorgehen
Nachdem die Beseitigung der Sturmschäden in der Stadt weitgehend abgeschlossen ist, gilt es,
die Wiederherstellung der geschädigten Bereiche zu planen und eine qualifizierte Neubepflanzung
im kommenden Herbst/Winter durchzuführen. Seit dem Frühjahr laufen die Vorbereitungen und
Abstimmungen für die Wiederherstellung der geschädigten Flächen. Da die Planungen noch nicht
abgeschlossen sind, kann die Höhe der Aufwendungen für die Wiederherstellung zurzeit noch
nicht beziffert werden.
Verschiedene Verbände und Vereine, aber auch Einzelbürger, haben schon sehr bald nach dem
Sturm ihre Bereitschaft erklärt, für die Wiederaufforstung zu spenden.
Das Amt für Grünflächen und Umweltschutz hat die Anregung der Bürger und der politischen Par-
teien aufgegriffen und ergänzend eine Spendenaktion für den Ersatz der umgestürzten Bäume
organisiert. Bisher hat es Spendenzusagen in Höhe von 21.000 € gegeben.
Die Verwaltung schlägt vor, beide Anträge zur Vorberatung an den Ausschuss für Umweltschutz
und Bauwesen zu verweisen.
I. V.
gez.
Thomas Paal
Stadtrat
Anlagen
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Bremer Straße 54
- Münzstraße 15
- Weseler Straße
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0329/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 27.04.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37