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V/0329/2007

1. Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0007/2007 vom 01.02.2007,

Vorlagen 27.04.2007

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 13.06.2007, TOP 2.5

Anlage 2

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Anlage 1

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Beschlussvorlage

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Anlage 2

4581 Zeichen

Eing. 08 Fefgn

Der Rat möge beschließen:

1. Die verheerenden Schäden, die der Sturm „Kyrill“ in der Natur und
im Stadtbild Münsters verursacht hat, werden durch gemeinsame
Anstrengungen der Stadt und ihrer Bürger in den beiden
kommenden Jahren beseitigt.

2. Die im öffentlichen Raum entwurzelten oder anderweitig
geschädigten Bäume werden durch Neupflanzung ersetzt.

3. Die Ersatzpflanzungen werden dazu genutzt, die Begrünung in
der Stadt zu vermehren und zu verbessern, Hierfür erarbeitet die
Verwaltung beispielhafte Konzepte, die neben stadtplanerischen
und Aspekten der Grünordnung auch ökologischen Aspekten
entsprechen.

4. Alle Maßnahmen werden gebündelt zu einem Beitrag für den
europäischen Wettbewerb „Entente Florale", an dem die Stadt in
diesem Jahr als Vertreter Deutschlands teilnimmt.

5. Für die Finanzierung der Maßnahmen im öffentlichen Raum und
für die Förderung privater Aktionen stellt die Stadt in 2007 und
2008 insgesamt eine Million Euro zur Verfügung. Parallel dazu
versucht sie, einen möglichst großen Anteil dieser Summe durch
Zuschüsse anderer Körperschaften (Land, Bund, EU ...) zu
refinanzieren.

6. Gleichzeitig werden die Münsteraner BürgerInnen und die
heimische Wirtschaft aufgerufen, eigene Maßnahmen zu ergreifen.
Die Stadt bietet dazu konzeptionelle und organisatorische
(Sponsoring, Patenschaften ...), unter noch festzulegenden
Bedingungen auch finanzielle, Hilfe an.

Begründung:

„Kyrill“ hat in.der Stadt Münster eine Spur der Verwüstung hinterlassen,
Dächer wurden abgedeckt, Fenster eingedrückt, Stromleitungen zerrissen
und Fahrzeuge beschädigt. Insgesamt wurden mehr als 10.000 Bäume im
Stadtgebiet entwurzelt, umgebrochen oder so schwer geschädigt, dass
sie gefällt werden mussten. Vor allem das grüne Stadtbild hat Schäden
erlitten, die erst in Jahrzehnten wieder verschwunden sein werden. Der
Tribut, der der Erwärmung der Erdatmosphäre zu zollen ist, ist damit auch
in Münster schmerzlich spürbar geworden.

Wir Grünen sehen darin eine unmissverständliche Aufforderung an
unsere Gesellschaft, den Schutz der Erdatmosphäre als ökologische und

SEHE.
Ant rL | Amt fir Grönffächen um!
Antrag 06,02. . repfen 32

“ Bündnis 90/Die Grünen/GAL

Ratsfraktion Münster

Bremer Str. 54
48155 Münster

Fon: 0251/89958 10

Fax: 0251/89958 15
gruene.ratsfraktion@muenster.de
www.gruene-muenster.de

ökonomische Notwendigkeit zu erkennen und aus dieser Erkenntnis
praktische Konsequenzen zu ziehen. Vor allem in der Verkehrspolitik gibt
es auf lokaler Ebene erheblichen Handlungsbedarf: Die andauernde
Förderung des Autoverkehrs wie des Flugverkehrs - in der Stadt wie in
der Region - schadet nicht nur der Umwelt, d. h. vor allem dem Klima,
sondern provoziert - wie Kyrill überdeutlich demonstriert hat — auch
massive wirtschaftliche Schäden. Eine Änderung dieser Politik ist
unbedingt erforderlich.

Unabhängig von dieser Grundsatzaufgabe gilt es, die aktuellen Schäden
in der Stadt schnellstmöglich zu beseitigen bzw. der Natur die Chancen
zu geben, sich zu regenerieren. Die grüne Stadt zeichnete Münster
bislang aus und gehörte zu den wichtigsten Faktoren der Lebensqualität.
Die internationale Anerkennung durch die Verleihung des LivCom-Awards
2004 zeugt von der überragenden Bedeutung die Grün und Umwelt in
Münster haben.

Umso mehr ist Münster jetzt gefordert.

In diesem Jahr steht die Teilnahme am internationalen Wettbewerb
„Entente Florale“ an. Münster soll Deutschland als grüne und blühende
Stadt auf europäischer Bühne repräsentieren. Dazu gehört, die Umwelt im
städtischen Raum für Mensch, Tier und Pflanze nachhaltig zu schützen
und zu entwickeln. Ob Münster diesen Forderungen gerecht werden kann,
hängt entscheidend davon ab, wie die Stadt mit den katastrophalen
Schäden des Sturms umgeht. Dabei geht es nicht nur um die
Neubepflanzung öffentlicher Flächen, sondern auch um den Ersatz von
Bäumen im privaten Bereich und um die Schaffung eines öffentlichen
Bewusstseins für die Aufgabe und ihre Bedeutung. Es ist deshalb eine
konzertierte Aktion zwischen Stadt, Bürgerschaft und Wirtschaft nötig, die
deutlich macht, dass „Grün in der Stadt“ eine lebenswichtige Qualität hat
und die, gemäß der Forderung der „Entente Florale“, die Einwohner in die
Grünentwicklung ihrer Stadt integriert und zu eigenen Aktivitäten anregt.

gez. Wilhelm Breitenbach gez. Maria Klein-Schmeink gez. Ilse Schleef

gez. Helga Bennink gez. Jutta Möllers gez. Claudia Scholz

gez. Manfred Kehr gez. Jörn Möltgen gez. Dr. Rita Stein-Redent
gez. Christof Hoffmann gez. Carsten Peters gez. Brigitte von Schoenebeck

gez. Hery Klas gez. Tim Rohleder

Anlage 1

3345 Zeichen

Antrag der SPD-Fraktion Q ( “fe Nr.: A-R/0007/2007
an den Rat der Stadt Münster AUT LA
SPD-Fraktion

im Rat der Stadt Münster

NEN

Antrag
4
Münzstr. 15
01.02.2007 48143 Münster

Telefon: 0251/ 45 314
Fax: 0251/ 511 750

mail: spdfrak@muenster.de
Internet: www.spd-muenster.de

Schnelle Wiederaufforstung nach „Kyrill“ sichern
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:

Die Stadt Münster wird die durch den Sturm „Kyrill“ verursachten Baum- Wald- und
Forstschäden im Stadtgebiet durch eine schnelle Wiederaufforstung beseitigen. Dazu
wird durch die Verwaltung umgehend ein Konzept für die schnelle und qualifizierte
Wiederaufforstung und Neuanpflanzung erarbeitet. Dieser Plan umfasst:

1. Die Aufstellung einer qualifizierten Wiederbewaldungsplanung.
2. Eine Prioritätenliste zur Wiederaufforstung bzw. Wiederbepflanzung.

3. Eine Darstellung über die Anzahl der für die Bepflanzung notwendigen Bäume,
den Aufwand für das Freiräumen der Flächen usw., sowie den notwendigen
Finanzbedarf.

4. Die Durchführung einer Spendenaktion, um die Finanzierung der Maßnahmen zu
erleichtern.

Begründung:

Das Orkantief „Kyrill“ hat in Münster Menschen verletzt, erhebliche Schäden an
Gebäuden verursacht, aber auch große Schäden im Baumbestand angerichtet. So sind
allein in der Hohen Ward 10.000 Bäume betroffen. Der Waldfriedhof Lauheide, die
Weseler Straße, der Park Sentmaring, die Promenade und der Schlosspark sind
weitere Schadensschwerpunkte.

Das Ziel der Stadt Münster muss es nun sein, ein umfassendes Konzept für die
Bewältigung von Sturmschäden im städtischen Wald, an der Promenade sowie in den
Grünzonen zu erstellen, um die betroffenen Flächen wieder aufzuforsten. Neben der
Wiederherstellung des Stadtbildes ist die Wiederaufforstung auch als eine wichtige und
nachhaltige Zukunftsinvestition für den Schutz von Umwelt und Klima zu betrachten.
Aber auch die damit verbundenen Erträge aus dem Forstbetrieb werden den
nachfolgenden Generationen zu Gute kommen.

Für die Wiederaufforstung und Anpflanzung in Wald- und Grünzonen muss mit der
notwendigen Bereitstellung von erheblichen Mitteln gerechnet werden — vor dem
Hintergrund der Haushaltskonsolidierung keine leichte Aufgabe. Sponsoring, Spenden

1

oder Patenschaften können dazu beitragen, den finanziellen Aufwand der Stadt zu
begrenzen. Die Stadt sollte zur Durchführung solcher Aktionen geeignete Maßnahmen
ergreifen. Dabei kann auf positive Beispiele zurückgegriffen werden: In Baden-
Württemberg konnte in der Vergangenheit, z.B. nach dem Orkan „Lothar“ erfolgreich die
Hilfe von Unternehmen ein geworben werden. So wurden mit Hilfe einer großen
Baumarktkette 20.000 neue Bäume gepflanzt. Dieser Ansatz könnte auch für Münster
ein Erfolg versprechender Weg sein.

Das Konzept zur Wiederaufforstung sollte schnell auf den Weg gebracht werden; auch
um die notwendigen Pflanzen bald beschaffen zu können. Vor dem Hintergrund des
großen Bedarfs ist zu erwarten, dass die Preise bald ansteigen werden. Realistisch
erscheint es, mit den Aufforstungsarbeiten im Herbst 2007 zu beginnen.

Holger Wigger Marianne Hopmann Karsten Rahn
Wolfgang Heuer Ralf Hubert Udo Reiter

Alexander Bercht Dr. Michael Jung Moritz von Schmeling
Anika Bergner Marianne Koch Anne Schulze Wintzler
Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Joachim Tonn

Beanka Ganser Kurt Pölling Beate Vilhjalmsson

Anne Hakenes

Beschlussvorlage

4258 Zeichen

V/0329/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
1. Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0007/2007, vom 01.02.2007;  
"Schnelle Wiederaufforstung nach Kyrill sichern" 
2. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, Nr. A-R/0003/2007, vom 06.02.2007; 
"Eine Million für ein grünes Münster" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
13.06.2007 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Der Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0007/2007, vom 01.02.2007 (Anlage 1)  und der 
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, Nr. A-R/0003/2007, vom 06.02.2007 (Anlage 2) 
werden zur Vorberatung an den Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen verwiesen.  
 
 
 
Begründung: 
 
1. Vorbemerkung 
 
Die Anträge beinhalten Vorschläge für den Umgang mit den Folgen des Orkans am 18.01.2007. 
Zu einem Teil hat die Verwaltung diese Vor schläge im Rahmen der Schadensbewältigung schon 
aufgegriffen. Es besteht Einigkeit darüber, dass die Wiederherstellung der geschädigten Flächen 
eine vordringliche Aufgabe ist. Allerdings ist es nach Auffassung der Verwaltung wichtig, optimale 
Voraussetzungen für die neu zu pflanzenden Bäume zu schaffen. Aus diesem Grund wurde die 
Entscheidung getroffen, im Frühjahr noch keine
 Neupflanzungen vorzunehmen, sondern erst zum 
Herbst/Winter 2007. Das extrem trockene Frühjahr  hat gezeigt, dass diese Entscheidung richtig 
war. 
 
 
2. Vorläufige Bilanz des Sturmes 
    
Der Sturm „Kyrill“ hat in Münster große Schäden angerichtet und das Stadtbild nachhaltig verän-
dert. Eine erste Schadensbilanz weist etwa 1.000 umgestürzte oder gefällte Bäume in den Grünan-
lagen, ca. 300 Bäume an Straßen und ca. 200 Bäume in landschaftsartigen Pflanzungen auf.  
Vorlagen-Nr.: 
V/0329/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Staubach 
Ruf: 
492 67 18 
E-Mail: 
StaubacJ@stadt-muenster.de  
Datum: 
31.05.2007 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0329/2007 
Im städtischen Forst sowie im Wald der Stadtwerke fielen dem Orkan etwa 35.000 Bäume zum 
Opfer.  
 
Unter Anwendung des allgemein üblichen Sachwertverfahrens kann die Höhe der Schäden bilan-
ziert werden. Danach sind in den Grünanlagen Schäden von rd. 4 Mio. € entstanden. Im Bereich 
des Forstes kann eine Schätzung der Schadenshöhe bisher noch nicht vorgenommen werden. 
Insgesamt sind sowohl im städtischen Forst als auc h im Wald der Stadtwerke bisher rd. 10.000 
Festmeter Sturmholz auf einer Fläche von 53 ha angefallen.  
 
Die Beseitigung der Sturmschäden ist in den städtischen Grünflächen bis Ende März abgeschlos-
sen worden. Die Schadensaufbereitung in den Forsten der Stadt Münster wird sich - trotz intensi-
ver Bemühungen und des Einsatzes externer Firmen - noch bis zum Herbst hinziehen. Mittlerweile 
sind allerdings die Waldwege wieder freigegeben.  
 
Im Rahmen der Schadensbeseitigung sind durch die Grünflächenunterhaltung Leistungen in einem 
Wert von rd. 620.000 € erbracht worden. Hinzu kamen Fremdvergaben mit einem Auftragsvolumen 
von rd. 125.000 €. Der Aufwand in den Forsten kann, wie oben schon dargestellt, zurzeit noch 
nicht beziffert werden. 
 
 
3. Weiteres Vorgehen 
 
Nachdem die Beseitigung der Sturmschäden in der Stadt weitgehend abgeschlossen ist, gilt es, 
die Wiederherstellung der geschädigten Bereiche zu planen und eine qualifizierte Neubepflanzung 
im kommenden Herbst/Winter durchzuführen. Seit dem Frühjahr laufen die Vorbereitungen und 
Abstimmungen für die Wiederherstellung der geschädigten Flächen. Da die Planungen noch nicht 
abgeschlossen sind, kann die Höhe der Aufwendungen für die Wiederherstellung zurzeit noch 
nicht beziffert werden. 
 
Verschiedene Verbände und Vereine, aber auch Einzelbürger, haben schon sehr bald nach dem 
Sturm ihre Bereitschaft erklärt, für die Wiederaufforstung zu spenden.   
Das Amt für Grünflächen und Umweltschutz hat die Anregung der Bürger und der politischen Par-
teien aufgegriffen und ergänzend eine Spendenaktion für den Ersatz der umgestürzten Bäume 
organisiert. Bisher hat es Spendenzusagen in Höhe von 21.000 € gegeben.  
 
Die Verwaltung schlägt vor, beide Anträge zur Vorberatung an den Ausschuss für Umweltschutz 
und Bauwesen zu verweisen. 
 
I. V. 
 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
 
Anlagen

Beratungsverlauf (1)

13.06.2007 Hauptausschuss
TOP 2.5 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Bremer Straße 54
  • Münzstraße 15
  • Weseler Straße
  • Promenade

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0329/2007
Typ
Vorlagen
Datum
27.04.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37