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Bericht des Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung für das Jahr 2022 und das 1. Quartal 2023

Mitteilung Ausschuss 2181/2023 vom 28.08.2023

Stand: Am 14.09.2023 im Wirtschaftsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Dezernat, Dienststelle V/50/505 Vorlagen-Nummer 28.08.2023 2181/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 14.09.2023 Wirtschaftsausschuss 14.09.2023 Bericht des Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung für das Jahr 2022 und das 1. Quartal 2023 Die Verwaltung legt in der Anlage den Jahresbericht 2022, ergänzt um das 1. Quartal 2023, des Kölner Beratungsnetzwerks Arbeits- und Erwerblosenberatung vor. Die mittlerweile elf im Kölner Beratungsnetz zusammengefassten Beratungsstellen berichten über ihre Aktivitäten für erwerbslose und sozial benachteiligte Menschen im Stadtgebiet Köln. Der Jahresbericht enthält neben einer umfangreichen statistischen Auswertung der Bera- tungstätigkeit auch differenzierte Ausführungen zu dem Leistungsspektrum der einzelnen Trä- ger. Bis zum 31.12.2020 wurden vier Erwerbslosenberatungsstellen und sieben Arbeitslosenzen- tren durch das Land Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Zusätzlich erhielten in 2020 vier Erwerbslosenberatungsstellen und vier Ar- beitslosenzentren eine Förderung aus kommunalen Mitteln auf Basis der vom Rat der Stadt Köln 2009 beschlossenen Konzeption zur Arbeitslosenberatung in Köln. Vingster Treff und KALZ e.V. erhielten zusätzlich eine institutionelle Förderung für die Aufgaben der Betreuung des Beratungsnetzwerkes. Die ab 2021 eingestellte Förderung des Landes und der EU konnte für alle bestehenden An- gebote zunächst durch eine überplanmäßige Ausgabe kompensiert werden (Session 3244/2020). Mit Beschluss des Finanzausschusses vom 04.10.2021 nach Vorberatung im Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren am 30.09.2021 wurde das Förderpro- gramm ArBOr geschaffen. (Session 2876/2021). Das Förderprogramm verfolgte das Ziel der Zukunftssicherung eines niedrigschwelligen Beratungsangebotes in Köln und somit der inhalt- lichen Fortsetzung des Angebots der bisherigen Arbeitslosenzentren. Mit Beschluss vom 19.01.2023 (Session 3793/2022) ist mit dem neuen Förderprogramm „BO- REA - Beratung und Orientierung für erwerbs- und arbeitslose Menschen" ein wichtiger Bau- stein geschaffen worden, die Kölner Beratungsstruktur für arbeits- und erwerbslose Menschen zu erhalten und möglichst ohne Verluste in eine schlagkräftige neue gemeinsame Struktur nachhaltig zu überführen. Der Bericht zeichnet die Entwicklung des Beratungsnetzes nach, die aufgrund der beschriebe- nen Änderungen für Köln notwendig war. Das Jahr 2022 und das 1. Quartal 2023 sind dabei durch den Übergangszeitraum gekennzeichnet, der sich aus einer Kombination von kommu- naler Co-Finanzierung der Träger der Beratungsstelle Arbeit, des kommunalen Förderungs- 2 programms „ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“ sowie kommunalen Zu- wendungen an die Träger über den politischen Veränderungsnachweis zum Haushaltsplan 2022 der Stadt Köln ergab. Hinsichtlich der inhaltlichen Beratungsarbeit enthalten die Berichte der Träger vereinzelt Hin- weise auf die Zusammenarbeit der Beratungsstellen mit den relevanten Behörden und Leis- tungsträgern wie insbesondere Jobcenter und Ausländerbehörde. Die Verwaltung hat diese Hinweise aufgegriffen. Im Rahmen des im Förderprogramm BOREA vorgesehenen Austausch (sog. „runder Tisch“) werden diese Themen mit Vertreter*innen der Leistungsträger im Sinne eines Qualitätsdialoges fortentwickelt. Ziel ist es vor allem, eine Kommunikationsstruktur zu entwickeln, um die beschriebenen Hinweise unmittelbar an betroffene Behörden und Leis- tungsträger weiterzugeben und eine schnelle Lösung im Sinne der Bürger*innen zu finden. Gez. Dr. Rau
  • Jahresbericht 2022 und 1_Quartal 2023

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    Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 JAHRESBERICHT 2022 + 1. QUARTAL 2023 ZUR VORLAGE STADT KÖLN, AMT FÜR SOZIALES, ARBEIT UND SENIOREN in Kooperation mit Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 Inhalt Einleitung .................................................................................................................... 3 Beratungs- und Besucher:innenzahlen 2022 .............................................................. 4 Sachberichte der Beratungsstelle Arbeit .................................................................... 6 ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln e. V. .................................... 6 Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V. ..............................................................10 Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst .....................................................................13 Sachberichte der kommunal geförderten Erwerbslosenberatungsstellen ................. 16 Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. .......................16 Echo – Engagiert in Chorweiler /PariSozial Köln gGmbH * ....................................20 Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ......................................................................23 Sachberichte zur arbeitsbezogenen Beratung und Orientierung in den ArBOr- Beratungsstellen ....................................................................................................... 27 Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen (BFmF) e. V...........27 Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ......................................................................29 Kellerladen e. V. .....................................................................................................31 Lindweiler Treff e. V. ..............................................................................................34 Veedel e. V. Köln ...................................................................................................37 Bürgerzentrum Finkenberg ....................................................................................41 Impressum ................................................................................................................ 45 Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 3 Einleitung Der vorliegende Bericht sowie die Statistik zu Beratungen und Besucher:innen ist eine Ge- samtdokumentation des Kölner Beratungsnetzwerk von insgesamt zehn Trägern, die als Be- ratungsstelle Arbeit mit EU-Mitteln aus dem ESF und Landesmitteln NRW (Ministerium für Ar- beit, Gesundheit und Soziales NRW) oder als Erwerbslosenberatungsstelle und/oder Arbeits- losenzentrum kommunal gefördert durch Mittel der Stadt Köln - Förderprogramm ArBor - be- auftragt sind, ihre Arbeit für erwerbslose, einkommensschwache und von prekärer Beschäfti- gung betroffener Menschen im gesamten Stadtgebiet Köln durchzuführen. Hierzu finden sich im Verlauf einzelne Berichte der Träger, sowie ein Gesamtüber blick der Angebote, die 2022, trotz erschwerter Situation, insbesondere im ersten Halbjahr auf Grund der noch anhaltenden Pandemie, vorgehalten wurden. Das Berichtswesen bezieht sich auf das Jahr 2022 und das erste Quartal 2023. Zum 01.04.2023 tritt ein neues Förderprogramm der Stadt Köln – BOREA – in Kraft, das eine neue Förderung durch kommunale Mittel für die Erwerbslosenberatungsstellen und Arbeitslo- senzentren vorsieht. Förderstruktur 2022 und 1.Quartal 2023 Über das Land NRW für die ESF Förderphase 2021/2027 sind, zunächst bis Ende 2025, als „Beratungsstelle Arbeit“ in Projektgemeinschaft beauftragt: ABC Höhenhaus, Caritas Verband für die Stadt Köln Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. (KALZ e.V.) Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst Die Träger erhalten zur Landesförderung ergänzend eine kommunale Förderung seitens der Stadt Köln. Über den politischen Veränderungsnachweis zum Haushaltsplan der Stadt Köln wurden als Erwerbslosenberatungsstelle in 2022 und im 1. Quartal 2023 folgende Einrichtungen geför- dert: Begegnungs-und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. ECho – PariSozial Köln gGmbH Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. Das kommunale Förderprogramm „ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“ ver- folgt das Ziel der Zukunftssicherung eines niedrigschwelligen Beratungsangebotes in Köln und somit der inhaltlichen Fortsetzung des Angebots der bisherigen Arbeitslosenzentren. Über „ArBOr“ wurden folgende Beratungsstellen gefördert: Begegnungs-und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. Bürgerzentrum Finkenberg, PariSozial Köln gGmbH Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. Kellerladen e.V. Lindweiler Treff, Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH Veedel e.V. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 4 Für übergreifende Funktionen und Projektentwicklung sowie zur Koordination des Netzwerkes erfolgt über kommunale Mittel eine institutionelle Förderung des KALZ e.V. und des Vingster Treffs, Bürgerzentrum Vingst, in ihren Funktionen als rechts - und linksrheinische Beratungs- stellen. Die Träger der Beratungsstelle Arbeit, der Erwerbslosenberatungsstellen und der Arbeitslo- senzentren haben ein Alleinstellungsmerkmal in der Arbeit mit den Zielgruppen, insbesondere mit langzeitarbeitslosen Menschen. Sie verfügen über teilweise jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit und weisen einen hohen Bekanntheitsgrad unter den ratsuchenden Menschen auf. Sie sind oftmals erste Anlaufstelle im „Veedel“ für ihre Bedarfe, Nöte und Fragen sowie für Nutzung von unterschiedlichen Angeboten im Bereich Bildung, Freizeit und Aktivitäten. Qualitätsmanagement - Akkreditierungs-und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung Auf Grund des § 184 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch – Arbeitsförderung –, der durch Artikel 2 Nummer 18 des Gesetzes vom 20. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2854) geändert wor- den ist, verordnete das Bund esministerium für Arbeit und Soziales die gesetzliche Vorgabe der AZAV (Akkreditierungs -und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) für Träger , die Dienstleistungen am Arbeitsmarkt für die Agentur für Arbeit und /oder das Jobcenter durchfüh- ren. Beratungs- und Besucher:innenzahlen 2022 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Beratungen insgesamt 6829 5835 5977 5764 5203 5484 6005 6481 Besucher- :innen insge- samt 11.625 12.585 15.228 16.433 16.411 7.544 7.216 13.253 Die Beratungszahlen setzen sich zusammen aus den Angaben der Beratungsstellen Arbeit, der Erwerbslosenberatungsstellen und der Arbeitslosenzentren gemeinsam, die Besucher:in- nenzahlen sind Angaben der Arbeitslosenzentren. Schwerpunktthemen in den Beratungsstellen und Arbeitslosenzentren - spürbare Auswirkungen der in 2022 noch vorhandenen Pandemie: Einsamkeit, Isolation, fehlende Netzwerke. Probleme haben sich „aufgestaut“, z.B. bei Schulden, Versäumen von Fristen für Anträge oder Einreichen von Dokumenten etc. - Mit dem Angriffskrieg Russlan ds auf die Ukraine im Februar 2022 , Steigerung der Energiekosten, Lebenshaltungskosten und Inflation: Anstieg der Beratungsanfra- gen aufgrund höheren Beratungsbedarfs, ab Mitte des Jahres Wartezeiten für Ratsu- chende für einen Termin zur Beratung, zum Ende des Jahres kaum freie Termine zur Verfügung, ausreichender Beratungsbedarf konnte nicht gedeckt werden. Menschen sind verunsichert, psychische Belastungen steigen, Menschen geraten in existenzielle Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 5 Nöte, sorgen sich um ihre Existenz (Einkommen, Leistungen) um ihre Gesundheit und um ihre Zukunft - Ukrainische Flüchtlinge: eine neue Zielgruppe mit neuen Bedarfen, Erweiterung der Sprachkenntnisse um ukrainisch und russisch, Informationsveranstaltungen und neue Angebote für die Zielgruppe - Armut: zunehmende sichtbare Armut und Anstieg der Armutsgefährdung, insbeson- dere bei Familien mit Kindern, Alleinerziehenden, Älteren, Menschen mit internationa- ler Familiengeschichte, Menschen, die bisher mit einem geringen Einkommen oder ei- ner kleinen Rente über die Runden kamen, geraten in Armutsgefährdung. Existenzielle Nöte, Menschen haben weniger Geld zum Leben. - Wohnraum und Miete: steigender Bedarf an fin anzierbaren Wohnraum, steigende Mieten und Mietnebenkosten, Räumungsklagen, drohende Obdachlosigkeit führten zu erhöhten Na chfragen in der Beratung . Menschen leben zum Teil in unzumutbaren Wohnverhältnissen - Zugänge zu Behörden und Ämter: schlechte bzw. Nicht-Erreichbarkeit und Zugang zu Terminen in Präsenz, insbesondere ins Jobcenter und ins Ausländeramt. Viele Men- schen haben aufgrund fehlender digitaler Kompetenzen nicht die Möglichkeit, digital zu kommunizieren und benötigen Hilfe und Unterstützung. - Neue Regelungen zu Wohngeld/Kindergeldzuschlag: verstärkte Nachfrage zu In- formationen und Unterstützung bei der Antragstellung, sowie zum Ende des Jahres Nachfragen zu den neuen Änderungen ab 01.01.2023 zu Bürgergeld und Chancen Teilhabegesetz. Mit dem Angriffskrieg, den gestiegenen Lebenshaltungskosten, der Inflation und dem Klima- wandel steigen die Ängste und Sorgen der Menschen um Frieden und Stabilität. Gesell- schaft, Politik und Wirtschaft stehen vor enormen Herausforderungen. Die Beratungsstellen und Arbeitslosenzentren leisten ihren Beitrag für Zusammenhalt und sozialen Frieden in un- serer Gesellschaft und stellen sich neuen Aufgaben Menschen Perspektiven in schwierigen Zeiten aufzuzeigen. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 6 Sachberichte der Beratungsstelle Arbeit ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln e. V. Der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. führt erfolgreich gemeinsam mit dem Vings- ter Treff/Bürgerzentrum Vingst und dem Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ e.V.) die Arbeit im Förderprogramm ‚Beratungsstelle Arbeit‘ des Landes NRW fort. Der Schwer- punkt prekäre und arbeitsausbeuterische Beschäftigung konnte etabliert werden. Ab Januar 2022 erfolgte die Rückkehr der Beratungsstelle Arbeit, nach vorübergehen- der Auslagerung in andere Räumlichkeiten aufgrund eines Starkregen - Ereignisses Mitte 2021, wieder an die gewohnte Stätte in Höhenhaus. Das Jahr 2022 stellte die Berate r*innen weiter vor große Herausforderungen in der Arbeit. Die Folgen der Pandemie zeigten sich deutlich. Die weiterhin mangelnde Er- reichbarkeit der Ämter führte zu einem erhöhten Beratungsbedarf, da Ratsuchende ihre Anliegen nicht eigenständig klären konnten, zum Teil in existenzbedrohende Situ- ationen gerieten. Durch Intervention der Beratungsstelle konnten viele Problemstellungen gelöst wer- den. Spezifische Problemstellungen zeigten sich bei einzelnen Zielgruppen. Zunahme der Anfragen von geflüchteten Familien aus der Ukraine (überwiegend Frauen), Existenz- ängste bei Arbeitnehmer*innen mit geringeren Einkünften und bei Transferleistungs- beziehenden aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten (und Mietkosten), Energie- preis- Steigerungen, Angst vor (Energie) Armut sowie zunehmend psychische Belas- tung bei gesundheitlich beeinträchtigten Personen als Folge der Pandemie. Besucherstruktur Im Jahre 2022 (Basisdaten auch aus Dokumentation für die Stadt Köln) wurden insge- samt 801 Beratungen (persönlich face-to-face, telefonisch, per E -Mail, über Online - Beratungsportal) durchgeführt. In der Mehrzahl der Fälle (61%) handelt es sich um einen Erstkontakt der Kunden zur Einrichtung, in 24% der Fälle um einen Folgekontakt, 15% nutzten das Angebot der Kurzberatung (bis 15 Min.). Beratungsanfragen über E- Mail und Online-Zugang haben sich erhöht, was darauf hindeutet, dass die neuen Zu- gangswege, weiter genutzt werden von Zielgruppen, die bereits über digitale Kompe- tenzen verfügen. Die Beratung wurde wie im Jahr zuvor vielfach von Frauen in Anspruch genommen (60%), darunter insbesondere Alleinerziehende (12%) und Frauen nach der Familien- phase. 33% der Ratsuchenden haben die deutsche Staatsbürgerschaft, darunter befinden sich Personen aus 38 Ländern dieser Erde. 67% verfügen über e inen ausländischen Pass (aus insgesamt 33 Ländern) und stammen überwiegend aus dem arabischen, afrikanischen sowie ost-, bzw. südosteuropäischen Sprachraum. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 7 Der Anteil der Kunden mit Migrationshintergrund ist sehr hoch, darunter finden sich viele geflüchtete Menschen, die Sprachbarrieren überwinden müssen und Sprach- probleme (20%) aufweisen. Der Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass die Altersgruppe der 26 – 45jährigen ver- stärkt von Arbeitslosigkeit betroffen ist und weiterhin für viele Ältere (31% der R atsu- chenden sind älter als 45 Jahre) der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erschwert ist, trotz freier Stellen und Fachkräftemangel. Zur Gruppe der von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen zählen Erwerbstätige mit befristeten Arbeitsverträgen, Beschäftigte im Niedriglohnsektor, in prekären und / oder ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen (incl. Arbeitnehmerüberlassung). Langzeitarbeitslosigkeit (d.h. länger als ein Jahr arbeitslos) bleibt weiterhin her- ausragendes Merkmal in der Besucherstruktur. Die Dauer der Arbeitslosigkeit beträgt bei vielen Ratsuchenden deutlich mehr als ein Jahr. Einen allgemeinen Schulabschluss weisen 62% der Kunden auf (überwiegend HS - Abschluss, in geringerem Umfang FOR und Abitur). 38% sind ohne Schulabschluss. Eine abgeschlossene Berufs- bzw. Hochschulausbildung haben 29% der Besu- cher, 51% verfügen über keine abgeschlossene Ausbildung. Bei den übrigen Personen wurde der Berufsabschluss aus dem Ausland nicht anerkannt (17%) oder es erfolgte ein Ausbildungsabbruch. Die Hälfte der Besucher stammt aus dem Stadtbezirk Mülheim mit seinen neun Stadt- teilen, weitere Besucher kommen überwiegend aus den benachbarten Stadtbezirken Kalk (17%) und Porz (10%). Schwerpunkte der Arbeit Bei den Beratungsthemen im sozialrechtlichen Kontext handelt es sich vielfach um komplexe Sachverhalte, zum Teil aufgrund multikomplexer Problemlagen der Ratsu- chenden. Die Beratung zu Fragen des SGB II nimmt den höchsten Stellenwert mit 66% ein. In der Mehrzahl der Fälle ging es um folgende Themen: Bescheidprüfung, Anrechnung von Einkommen, Rückforderung / Aufrechnung, Existenzsicherung, akute Mittellosig- keit, Schulden, Kosten der Unterkunft und Umzug, Psychosoziale Situation, am Jah- resende verstärkt Fragen zum Bürgergeld, Energie- und Mietschulden – damit zusam- menhängend Anträge auf Gewährung von Darlehen, Abwenden von Räumungsklagen und Kontaktaufnahme zur Fachstelle Wohnen. In Einzelfällen wurde auf den Rechts- beratungspool der G.I.B Rückgriff genommen. Bei zugewanderten und geflüchteten Menschen (mit Anspruch auf SGB II und III) ging die Beratung einher mit ausländerrechtlichen Fragestellungen . Existenzbedro- hende Situationen entstanden bei Fristablauf der Aufenthaltserlaubnis. Dringend be- nötigte Aufenthaltsverlängerungen wurden aufgrund der Überlastung der Ausländer- behörde bei der Bearbeitung von Aufenthaltspapieren nicht ausgestellt mit gravieren- den Auswirkungen auf den Sozialleistungsbezug (Einstellung der Leistung) und auf Arbeitsverhältnisse (aufgrund fehlender Arbeitserlaubnis keine Weiterbeschäftigung, in Einzelfällen Kündigungen). Eine zunehmende Nachfrage an Unterstützung zeigte sich im SGB III. Kündigungen, Abbau von Personalkapazitäten (‚Verlierer‘ der Pandemie) in Firmen aufgrund mangelnder Auftragslage führten zu weiteren Arbeitsplatzverlusten. Selb st- ständige, die erfolglos versucht hatten, in der Pandemie ihre Eigenständigkeit aufrecht zu erhalten, Erspartes verbraucht hatten, informierten sich über ihre Rechtsansprüche. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 8 Die Hauptthemen: Fragen zur bevorstehenden Arbeitslosigkeit, zur Beantragung von SGB III-Leistungen (Voraussetzung und Anspruchsdauer), Sperrzeiten, Fördermög- lichkeiten des SGB III (u.a. Inanspruchnahme von Leistungen aus dem Vermittlungs- budget, Weiterbildung / Qualifizierung). Im arbeitsrechtlichen Kontext haben die Beratungen zum Themenkomplex ‚prekäre Beschäftigung und Arbeitsausbeutung‘ an Relevanz zugenommen und machen ei- nen Anteil von 8 % aus. Zur Klärung der Anliegen wird bei Bedarf auf den Rechtsbe- ratungspool der G.I.B Rückgriff genommen. Unzureichende Arbeitsbedingungen, Umgehung von Arbeitnehmerrechten zeigten sich in der Beratung speziell bei Einwan- derergruppen insbesondere im Bereich Produktion, Logistik, Gastronomie und Hotel- gewerbe. Fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, fehlerhafte Entgelt-abrechnun- gen, Nichtzahlung vo n Überstunden, Entlohnung unter Tarif, Vorenthalten von Ur- laubsansprüchen zählten zu den meistgenannten Themen in den Gesprächen. Die Prüfung der Rechtmäßigkeit einer Kündigung, Auflösungsverträge und Klärung der weiteren Vorgehensweise war ein weiterer Sc hwerpunkt in der Beratung. Die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes und der Existenzgrundlage (insbesondere bei zusätzli- cher Inanspruchnahme von Sozialleistungen) verringerte in einigen Fällen die Bereit- schaft, Arbeitnehmerrechte wahrzunehmen, insbesondere bei Verknüpfung von Ar- beitserlaubnis und Arbeitsplatz. Zur Stärkung und Sensibilisierung der Arbeitnehmer*innen wurde in Kooperation mit den IQ-Projekten (Netzwerk NRW) ‚ Faire Integration ‘ sowie ‚ Arbeit und Leben‘ (DGB/VHS NRW) Ende September ein Kölner I nfotag zeitgleich an allen drei BSA - Standorten zum Thema ‚Arbeitnehmer*innen - Rechte auf dem deutschen Arbeits- markt‘ für zugewanderte Menschen durchgeführt. Am Standort in Höhenhaus erfolgte die Veranstaltung in arabischer Sprache. Die Veranstaltung war mit 10 Teilnehmen- den ein voller Erfolg. Eine zweite Veranstaltung fand in Höhenhaus im November 2022 erneut in Kooperation mit dem Projekt ‚Faire Integration‘ für die Zielgruppe der Ukra- iner*innen unter Hinzuziehung einer Beraterin aus dem Projekt REACT SOE statt, die den Vortrag ins Russische übersetzte, zu der 12 Teilnehmende kamen. Für das Jahr 2023 sind aufgrund der großen Nachfrage weitere Veranstaltungen in Planung. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Projekt REACT SOE, ein an die Beratungs- stelle Arbeit angebundenes Projekt (Zielgruppe sind zugewanderte Menschen aus Südosteuropa, Mittel- und Osteuropa, Beraterinnen mit Sprachenvielfalt), steigerte den Bekanntheitsgrad der BSA bei den Zielgruppen aus SOE und ermöglichte einen ‚wei- chen‘ Übergang der Ratsuchenden in die Angebote der Beratungsstelle Arbeit. Workshops und weitere Angebote Im Jahr 2022 wurden insgesamt vier Workshops á drei Einheiten zum Thema „Das ABC der Online-Bewerbung“ angeboten. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Nicht-Muttersprachler, die eine erste Orientierung benötigen. Der Workshop besteht aus drei zusammenhängenden Modulen (u.a. Berufliche Orientierung mit dem Talent- Kompass NRW) und gibt Hilfestellung beim Erstellen einer Online-Bewerbungsmappe. Fortschreitende Digitalisierung als gesellschaftliches Thema (Wandel), die Zunahme an Online-Angeboten im Bildungsbereich (wie Sprachförderung und EDV) offenbaren jedoch auch die Zugangshürden der Besucherinnen und Besucher zum Thema. Viele Ratsuchende, die die Einrichtung auf suchen, bringen eine geringe Affinität mit und verfügen über wenig bis keine digitalen Kompetenzen. Mit ABC goes digital werden Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 9 niedrigschwellig angelegte Angebote (z.B. EDV -Kurse) zum Ausbau dieser Fähigkei- ten bereitgestellt. In Kooperation mit dem Proje kt ‚Digi-Bike‘ (ein Projekt im Leistungsbereich) fanden Module zur Stärkung der sozialen Medienkompetenz statt. Ein neuer Deutschkurs für Geflüchtete startete im Sommer 2022. Das zusätzliche Integrationssprachkurs–Angebot in Kooperation mit dem Katholische n Bildungs- werk wurde fortgeführt. Bei Ratsuchenden mit Migrationshintergrund (umfasst alle Gruppen: Geflüchtete Personen, EU-Bürger, Drittstaatenangehörige usw.), die in der Beratungsarbeit deut- lich überrepräsentiert sind, war der Einsatz von Sprachmittlern und Dolmetschern erforderlich. Eine Weiterleitung (Lotsenfunktion) erfolgt in Einzelfällen an den Fach- dienst für Integration und Migration (Migrationsberatung für Erwachsene -MBE und Jugendmigrationsdienst-JMD). Die gesundheitliche Situation, auch manifestierte Erkrankungen der Ratsuchenden sind immer wieder Thema in den Beratungen. Die Unterstützung bei gesundheitlichen Fragestellungen erfolgt in enger Kooperation mit dem Projekt ‚Go Fit‘, ein Angebot zur Gesundheitsförderung, das gezielte Gesundheitsber atung zu relevanten Ge- sundheitsfragen und Themen sowie Begleitung beinhaltet. Durch eine direkte Weiterleitung an die Schuldner- und Insolvenzberatung konnten Notsituationen wie Energiesperren, Wohnungsverlust, Pfändungen, Einziehung von Geldern abgewendet und Schuldenregulierungen auf den Weg gebracht werden. Zu- sätzlich findet seit Herbst eine offene Sprechstunde vom Projekt ‚Stromsparcheck‘ in der Einrichtung statt. Vernetzung und Kooperation Die Einrichtung verfügt über eine gewachsene Infrastruktur und ist in den unter- schiedlichen Netzwerken (regional und überregional) aktiv. Die Berater*innen der drei Verbundpartner in Köln treffen sich regelmäßig einmal im Quartal zu einem BSA - Erfahrungsaustausch, um aktuelle, sozialpolitische, sozial- und arbeits rechtliche Themen aus der Beratungspraxis aufzugreifen, Handlungsbe- darfe zu eruieren, gemeinsame Strategien sowie Aktionen und Veranstaltungen zu planen. Daraus entwickelte sich beispielsweise der Kölner Infotag. Auf Verbandsebene findet zusätzlich bei Bedarf ein Austauschtreffen statt. Die Beratungsstelle ist aktiv im Kölner Beratungsnetz, beteiligt sich an lokaler Gre- mienarbeit (Stadtteilkonferenzen, Runde Tische), pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den Institutionen im Stadtbezirk Mülheim und nimmt an den regelmäßigen Aus- tauschtreffen u.a. mit der Regionalagentur Region Köln teil. Das Austauschtreffen mit dem Jobcenter Köln wurde von der Behörde aufgrund einer Umstrukturierung ein- gestellt und soll in neuem Format fortgeführt werden. Es gibt eine enge K ooperation und Zusammenarbeit mit der Clearingstelle Migration (Anlaufstelle für Eingewanderte ohne Krankenversicherungsschutz), dem Netzwerk Chance +, in denen der Caritasverband u.a. als ein Maßnahmenträger involviert ist. Kooperationen bestehen zu arbe itsmarktrelevanten Akteuren, Institutionen, zu Leis- tungsträgern, sozialen Trägern und deren Fachdiensten, zu Einrichtungen der Kom- mune, die Einrichtung ist Mitglied in vielen Arbeitskreisen (u.a. Arbeitsmarktprojekte und AK BSA im DiCV) und Gremien, auch auf lokaler Ebene. Über die enge Zusammenarbeit mit den Caritas -Zentren in Köln -Mülheim und Köln - Kalk mit seinen vielfältigen Fachdiensten (u.a. Flüchtlingsberatung) ist ein aktueller Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 10 Informationsfluss über Veränderungen der Arbeit in den Stadtteilen /Stadtbezirken ge- währleistet und fließt in die Weiterentwicklung der Arbeit ein. Die Beratung von Kolleg*innen aus anderen Fachdiensten (sowohl Caritas -intern als auch-extern) zu spezifischen Fragestellungen nahm auch im Jahr 2022 einen breiten Raum ein. Qualitätssicherung / Fortbildung der Berater*innen Der fachlich hohe Standard der Berater*innen wird durch Fortbildungen, Workshops und Austauschtreffen gewährleistet. Durch die regelmäßige Teilnahme an den Kolle- gialen Fallberatungen zu arbeitsrechtlichen und s ozialrechtlichen Fragen sowie den Kollegialen Praxisaustauschtreffen der GIB für Berater*innen des landesweiten Netz- werkes gegen Arbeitsausbeutung konnte das Fachwissen immer auf den aktuellen Stand gebracht werden. Kollegiale Fallbesprechungen (verbandsintern) und regelmäßige Teilnahme an Super- visionen gehören zum Standard. Die Mitarbeitenden kennen unterschiedliche Doku- mentationsverfahren, das QM -System ist nach den Grundsätzen der DIN EN ISO 9001:2008 ausgestaltet. Öffentlichkeitsarbeit Das Angebot der Online-Beratung über das Online-Portal des Deutschen Caritasver- bandes wurde seit Beginn dieses Jahres stärker genutzt. Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgte über Flyer, Homepage und über Facebook auf der Caritas-Seite ‚Beruf und Arbeit‘. Auf Facebook werden regelmäßig Beiträge gepostet und Videos eingestellt: Beiträge zu Angeboten der Einrichtung, wichtige Informationen zu Kontaktaufnahme / Öffnungszeiten / persönlichen Beratungsmöglichkeiten, wich- tige Infos zu sozialpolitischen Themen. Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V. Das Kölner Arbeitslosenzentrum besteht seit 1983, seit 1985 in Trägerschaft des KALZ e.V., und wird unterstützt durch die Evangelische Kirche im Rheinland, dem Evangeli- schen Kirchenverband Köln und Region , der Diakoniespende und seiner Gemein- schaftsstiftung Diakonie, das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V, durch die Stadt Köln, das Jobcenter Köln, aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen, des Europäischen Sozialfond (ESF) und durch Spenden und Unterstützung der Kölner Bür- ger*innen als bestes Beispiel stadtbürgerlichen Engagements. KALZ e.V. ist seit 2009 Mitglied im Diakonischen Werk. Alle Einrichtungen des KALZ haben ein QM -System gemäß DIN EN ISO 9001:2008 implementiert und sind bis Dezember 2 024 nach der AZAV zertifiziert. Die Aufgabe des KALZ e.V. – die Lage von Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosig- keit betroffener oder bedrohter Mitbürger*innen zu verbessern – findet ihren Nieder- schlag im Wesentlichen in den folgenden Tätigkeitsfeldern und Projekten: Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 11  KALZ - „Beratungsstelle Arbeit“ Erwerbslosen- und Sozialberatung sowie Beratung bei prekärer und ausbeuterischer Beschäftigung:  LORE - LObby-REstaurant: Dienstleistungs - und Beschäftigungsprojekt für obdachlose Menschen  GULLIVER - Überlebensstation für obdachlose Menschen: Dienstleistungs- und Beschäftigungsprojekt für obdachlose Menschen Herr Bernd Mombauer ist geschäftsführend für die Projekte KALZ – GULLIVER – LORE verantwortlich. Frau Stella Brückner (Dipl. Soz.- Arb.) und Frau Anja Weidehaus (BA Soziale Arbeit) sind erfolgreich in der „Beratungsstelle Arbeit“ tätig. KALZ - Beratungsstelle Arbeit Das Projekt umfasst die Beratung von Erwerbslosigkeit und Armut bedrohten und be- troffenen Menschen sowie die Beratung zum Arbeitsrecht bei prekärer und ausbeute- rischer Beschäftigung. Die Beratungsstelle befindet sich im DGB -Haus (2. Etage), Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln. Sie ist hervorragend an den ÖPNV (Bahnhof West, KVB Linien 3, 4, 5) und an das Radwegenetz angebunden. Der Zugang ist barrierefrei. Fortbildungen der Beraterinnen in 2022: Unterkunftskosten im SGB II und XII; Sozialrechtliches Verfahrensrecht für die Sozial- beratung; SGB II Grundlagen; Kranke Arbeitnehmer*innen und die Sicherung des Le- bensunterhalts; ALG II Bescheide prüfen u nd verstehen; SGB XII Grundlagen; Die Aufnahme Geflüchteter aus der Ukraine; Basiswissen Sozialberatung; Online-Rechts- dienstleistungsgesetz und Datenschutzgrundverordnung im Kontext der Beratungs- stellen Arbeit NRW; Aktuelle Rechtsprechungen SGB II; Einglie derungsleistungen nach dem SGB II; Aufenthaltsrecht sowie Zugang zum Arbeitsmarkt und zu sozialen Leistungen für EU-Bürger*innen; Arbeitsrecht; Vertiefung Arbeitsrecht; Update Aufent- haltsrecht; Ausgewählte Fragestellungen des SGB III zum Bezug von ALG I; Steigende Energiepreise-wie kann man Stromsperren vermeiden; Bürgergeld; Digitales Existenz- minimum - Wie kommen Armutsbetroffene zu mehr digitaler Teilhabe?; Kollegiale Fall- beratungen zum Thema Arbeits-und Sozialrecht; Kollegialer Praxisaustausch zu dem Themen prekäre Arbeit und Zeitarbeit sowie die Teilnahme am Facharbeitskreis Armut und Grundsicherung u.a. zu den Themen Bürgergeld, Energiearmut und Mieter*innen- probleme. 1.273 Beratungen im KALZ 2022 Vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 wurden im KALZ 1273 Beratungen durchgeführt. Damit bewegt sich die Beratungsarbeit trotz den einschränkenden Bedingungen der Pandemie nur knapp unter dem Vorjahresniveau. Umso erstaunlicher ist dieses Er- gebnis vor dem Hintergrund längerer Beratungszeiten, pandemiebedingter, zun eh- mende Komplexität und durch einen erheblich erhöhten Arbeitszeitaufwand, hier vor allem bei der E-Mailberatung. Das ganze Jahr über hatte das KALZ für die ratsuchen- den Menschen geöffnet und führte Beratungen in telefonischer, elektronischer und per- sönlicher Weise durch. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 12 Inhaltlich erstreckten sich die Beratungen im Themenfeld Arbeitsausbeutung und pre- käre Beschäftigung. Es ging insbesondere um ungerechtfertigte Kündigungen und Auf- klärung der Ratsuchenden in ihren Rechten als Arbeitnehmer*innen. Die Bera tungen im Jahre 2022 betrafen auch die Einforderung von Arbeitslöhnen, vor allem wurden Mehrarbeit und Schichtzulagen geltend gemacht, zunächst eigenständig mit den Rat- suchenden zusammen und dann auch via Überleitung der Ratsuchenden in gerichtli- chen Kontext. Ebenso wurden die Belastungen der Arbeitnehmer*innen deutlich und fand sich in der erhöhten Anzahl der Krankheitstage wieder, wodurch die Beschäftigten in prekäre Verhältnisse mit dem Arbeitgeber*innen gerieten. Lohn im Rahmen des Ent- geltfortzahlungsanspruchs wurde nicht gezahlt und Kündigungen, die in der Regel nicht nachvollziehbar waren, mussten gerichtlich geklärt werden. Für die Ratsuchenden war es von großer Bedeutung hier eine erste Anlaufstelle zu haben, die ggfls. bei den ersten rechtlichen Schritten unterstützen und einen Übergang zu Rechtsanwält*innen schaffen konnte. Der inhaltliche enge Zusammenhang von Beschäftigungsverlust oder nicht auskömm- lichem Arbeitsentgelt und der Existenzsicherung verdeutlich die Komplexität der Bera- tung. Die großen Themenfelder sind insoweit nicht trennscharf zu separieren, sondern gehen in der Mehrzahl der Beratungen unabdingbar miteinander einher. In diesem Sinne wurden in den Beratungen im Themenfeld der Existenzsicherung schwerpunkt- mäßig Hilfen bei der Antrags tellung geleistet und die Bescheide von Sozialleistungs- trägern überprüft. Weiteres, häufiges Thema war die Anrechnung von Einkommen bei aufstockendem Sozialleistungsbezug, was abermals die Not des Niedriglohnsektors und der Stellen- und Stundenkürzungen verdeutlicht. Bedeutender Beratungsinhalt ist (sozial-)räumlich im Kölner Stadtgebiet weiterhin die Wohnungsnot oder der Unterhalt von zu teurem Wohnraum, der Existenznöte bei Sozialleistungsbezieher*innen als auch Arbeitnehmer*innen auslöst. In diesem Jahr wurde die Beratung durch die immer noch geschlossenen Job- center weiterhin erschwert. Kund*innen des Jobcenters war es nicht möglich , Unterlagen persönlich vor Ort abzugeben. Die Folgen waren u.a. Verzögerungen der Leistungsbewilligungen bzw. Auszahlungen der Leistungen bis hin zur akuten Mittellosigkeit. Dieser erhöhte Bedarf macht sich in der Beratungsstelle durchaus bemerkbar. Ebenso verhält es sich mit dem Kontaktieren von Arbeitge- ber*innen, die wegen Missständen durch prekär Beschäftigte aufgesucht werden müs- sen. Zu diesen bereits bestehenden bzw. sich verschärfenden Problemlagen im Kölner Stadtgebiet kommt die Energiekrise hinzu. Im letzten Halbjahr ist ein Anstieg an Be- ratungen zum Thema Heiz -, aber vor allem zu den erhöhten Strompreisen zu erken- nen. Jede ratsuchende Person betrifft diese Problematik, doch insbesondere Men- schen mit existenzsichernden Leistungen waren und sind durch die hohen Stromkos- ten sehr hart getroffen. Das Existenzminimum war teilweise so stark unterdeckt, dass Schulden bei dem eigenen Energieversorger entstanden. Ratsuchende erhielten im KALZ Unterstützung durch Antragstellung beim Leistungsträger und Übersicht an wei- teren Möglichkeiten. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 13 Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst Daten zur Kontaktaufnahme Während dem Zeitraum 01.01.2022 - 31.12.2022 hat die Beratungsstelle 934 Bera- tungen schwerpunktmäßig zum SGB II, III und XII sowie zu angrenzenden Rechts- kreisen, zum neuen Schwerpunkt prekäre Beschäftigung und Arbeitsausbeutung, als auch im Rahmen der beruflichen Orientierung und Anbindung an den Arbeitsmarkt durchgeführt. Die professionellen Beratungen sind in deutscher, englischer, franzö- sischer und spanischer Sprache erfolgt. Personenbezogene Daten Der Großteil der Ratsuchenden kam weiterhin aus dem Stadtbezirk Kalk (66%) 14% wohnten in Mülheim und 7% in Porz. Der restliche Anteil verteilte sich auf die übrigen Stadtteile bzw. außerhalb Kölns. Der Migrationshintergrund der Ratsuchenden war mit 79% weiterhin sehr hoch. Die Beratungsstelle wurde vermehrt von Frauen (57%) auf- gesucht. Die Anzahl der Alleinerziehenden betrug 19%. Diese sind, auch aufgrund von häuslicher Bindung durch Kindererziehung, einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Weiterhin war mit 41% ein Großteil der Ratsuchenden der Gruppe der Langzeitarbeits- losen (mehr als 1 Jahr Arbeitslosigkeit) zuzuordnen. Beratungsschwerpunkte Der Hauptschwerpunkt der Beratung lag wie in den Jahren zuvor weiterhin im SGB II. 16% der Beratungen betrafen die Existenzsicherung, was im Zusammenhang einge- schränkter Erwerbsmöglichkeiten im Nachgang der Pandemie aber auch dem schwie- rigen Zugang zu Behörden, in erster Linie dem Jobcenter, zu sehen ist. Auch Hilfen bzgl. Antragstellung und damit verbunden die Durchsetzung von Leistungsansprü- chen waren mit 19% ebenfalls sehr hoch. Prekärer Wohnraum, beengte Lebensverhältnisse, hohe Mietkosten, drohende Obdachlosigkeit, Mietschulden waren in der Vergangenheit immer schon wichtige Themen in der Beratung. 2022 kamen allerdings zahlreiche Anfragen zu den erhöhten Heiz- bzw. Stromkosten hinzu. 21% der Anfragen sind diesem Themenkomplex zu- zuordnen. Bescheidprüfungen (13%), Einkommensanrechnung (9%) sowie Rückforderun- gen (7%) waren ebenfalls Themen, die stark nachgefragt wurden. Die besondere Problematik der schweren Erreichbarkeit der Ausländerbehörde während der Pande- mie in Köln spiegelte sich in der hohen Zahl der Anfragen bei Zuwanderungsthemen (6%). Hier war vor allem der drohende Wegfall von Leistungsansprüchen sowie ein möglicher Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund eines fehlenden, bzw. nicht verlänger- ten Aufenthalts häufig Thema in den Beratungsgesprächen. Da auch 2022 der offene Zugang zu Behörden, Beratungsstellen, Wohnungsgesell- schaften etc. eingeschränkt war, kam der Lotsenfunktion der Beratungsstelle Arbeit eine wichtige Funktion zu. Durch den engen Kontakt der Beratungsstelle mit dem Job- center konnten vor allem bei akuten Problemlagen schnelle Lösungen gefunden wer- den (Mittellosigkeit, notwendiger Umzug aufgrund prekärer Wohnverhältnisse, Über- nahme von Miet - und Heizkosten). Durch den guten Kontakt mit der G.A.G. und der Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 14 Fachstelle Wohnen konnte die Beratungsstelle vor allem bei drohender Obdachlosig- keit und Mietschulden intervenieren und Lösungen (Wohnersatzraum, Zahlungsver- einbarungen) erarbeiten. Zielführen d war hier auch die Zusammenarbeit mit Schuld- nerberatungsstellen, durch die Ratenzahlungen bzw. Stundungen erreicht werden konnten. Bei komplizierteren Mietangelegenheiten war die Anbindung an den Mieter- schutzbund unter Zusicherung der Kostenübernahme durc h das Jobcenter zielfüh- rend. Das Thema Heiz - und Stromkosten nahm 2022 einen sehr hohen Stellenwert ein. Hier war die Zusammenarbeit mit der Verbraucherberatung im Quartier und dem Stromsparcheck wichtig. Durch Info-Veranstaltungen zu Stromabrechnungen sowie zum Thema „Energie Sparen“, konnten viele Betroffene erreicht werden. Zudem war die Rücksprache und Weiterleitung innerhalb dieser Angebote, die Prüfung bzw. Durchsetzung sozialrechtlicher Ansprüche und die Sicherstellung der Energieversor- gung zentral für die Betroffenen. Wichtig war die enge Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Angeboten des Trägers, wie der Migrationsberatungsstelle für erwachsene Zuwanderer:innen (MBE), mit den Kolleg:innen des KIM (Kommunales Integrationsmanagement) , einem neuen Beratungsangebot für migrantisierte Menschen unter 27 und Alleinerzie- hende im Vingster Treff, dem Projekt REACT SOE, welches sich an zugewanderte Menschen aus der EU richtet und auch die Kooperation mit der Integrationsagentur bzgl. Einsatz von Integrationslotsen und Anbindung an ehrenamtliches Engagement. Kurse und Angebote Langzeitarbeitslose Menschen machen nach wie vor einen Großteil der Ratsuchen- den der Beratungsstelle Arbeit aus. Für diese Gruppe gilt es, sie neben der Beratung, an bestehende und neue Gruppenangebote, Kurse und Veranstaltungen anzubinden. Neben dem Aspekt der sozialen Teilhabe – Armut – fehlender sozialer Netzwerke und sozialer Isolation, war Ziel der Beratung, die Ratsuchenden in entsprechende Ange- bote einzubinden. Viele Personen aus der Beratung nahmen so an diversen Angeboten des Vingster Treffs, wie „Grünes Vingst“, der Nähwerkstatt „Vingster Nähkästchen“, den Nähkursen, dem Frauencafé, an Bildungs- Informations- oder Freizeitangeboten und den vielfälti- gen Angeboten für Menschen ab 50 teil. Neben vielen bestehenden niedrigschwelligen (Sprach) -Angeboten, findet das Ange- bot „Miteinander im Veedel“ ganzjährig statt. Zahlreiche Neuzuwanderer:innen konn- ten durch die Beratungsstelle Arbeit an dieses Angebot angebunden wurden. Fehlende digitale Kompetenzen stellten die Menschen vo r vielfache Problemlagen. Durch die Anbindung an das Projekt „Step by Step“ (Förderung durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW) wurden Ratsuchende für den digitalen Alltag geschult, z.B. Online-Anträge selbständig zu stellen, Anfragen per Email zu klären etc. Fortbildungen zum SGB II für Fachkolleg:innen sind seit Jahren fester Bestand- teil der Angebote der Beratungsstelle Arbeit. Seit vielen Jahren gibt ein renommier- ter Sozialrechtsanwalt einen sehr guten Überb lick zur aktuellen Rechtsprechung im SGB II. Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit 2022 gab es unterschiedliche Anfragen, die zum einen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und zum anderen mit sozialrechtlichen Änderungen zu sehen waren. So Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 15 wurden drei Informationssendungen gestreamt, in denen die Beratungsstelle Arbeit wichtige Fragen zum Themengebiet SGB II beantwortete, die dann auf ukrainisch übersetzt wurden. Über den Kanal WDR 4 You wurden die Sendungen insgesamt ca. 7000 Mal aufgerufen. Im September folgte eine Sendung im ZDF zum neuen Wohngeldgesetz . In einem kleinen Beitrag gab die Beratungsstelle Arbeit eine Einschätzung zu den geplanten Änderungen und einen Überblick, was zukünftige Beziehende beachten sollten. Die Einbindung und der Austausch in vielen bereits bestehenden überregionalen, re- gionalen und sozialraumorientierten Arbeitskreisen und Netzwerken waren wei- terhin wichtig, um eine gute Beratungsarbeit zu gewährleisten. Neben dem AK Armes Köln, (der Vingster Treff koordiniert in Köln gemeinsam mit dem Kölner Arbeits- losenzentrum KALZ den Arbeitskreis), dem Stadtteiltreffen Vingst/Höhenberg, fand erstmalig ein neuer AK für die Beratungseinrichtungen in Kalk statt, an dem die Bera- tungsstelle Arbeit aktiv teilnahm. Durch die aktive Mitwirkung im Jobcenterbeirat, konnten spezifische Probleme aus der Beratung, die vermehrt bei ALG II Beziehenden auftraten, gezielt angesprochen werden. Wichtig waren auch die gute Kooperation und der Austausch mit den Team- und Standortleitungen, vor allem des Standorts Kalk, sowie dem Kundenreaktions- management des Jobcenters, welche bei schwierigen Fällen sehr hilfreich war. Vor allem in Zeiten der schwereren Erreichbarkeit des Jobcenters und der eingeschränkten persönlichen Beratungsmöglichkeiten war dieser Aust ausch umso wichtiger, um bei schwierigen und vor allem existenzsichernden Problemen über den kurzen Draht mit Behörden schnelle Lösungen herbeizuführen. So fanden auch zwei Austauschtermine mit der Geschäftsführung sowie Teamleitungen des Jobcenters Kalk s tatt, bei denen inhaltliche und strukturelle Probleme erörtert und Lösungen besprochen wurden. Der Vingster Treff ist zertifizierter Träger nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulas- sungsverordnung Arbeitsförderung) und hat ein Qualitätsmanagement-sicherungs- system, welches 2022 erfolgreich (re-)zertifiziert wurde. In der Beratungsstelle wer- den regelmäßig Kundenzufriedenheit (über Beratung, Angebote und Veranstaltun- gen), Beschwerdemanagement und die Zufriedenheit der Referenten:innen erho- ben, analysiert und ausgewertet. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 16 Sachberichte der kommunal geförderten Erwerbslosenberatungs- stellen Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. Das BFmF besteht seit 1996 und bietet a ls Migrant:innenselbstorganisation in Köln - Neuehrenfeld besonders für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte unterschiedliche Beratungs-, Unterstützungs-, Bildungs- und Weiterbildungsangebote an. Täglich be- suchen ca. 700 Menschen die Einrichtung. Die Angebote werden von Neuzuwander:in- nen, Geflüchteten, bereits seit vielen Jahren in Deutschland lebenden oder zum Teil eingebürgerten Menschen wahrgenommen. Die Erwerbslosenberatungsstelle, die in das gesamte Angebot der Einrichtung eingebettet ist, ermöglicht eine n niederschwel- ligen Zugang und die interne Weitervermittlung der Ratsuchenden in das breitgefä- cherte Repertoire der Einrichtung wie z. B. Familienberatung, Schuldner- und Verbrau- cherinsolvenzberatung, MBE, Case -Management, Integrationskursbereich oder Ar- beitslosenzentrum. Durch die Aufhebung der Corona Maßnahmen im Laufe des Jahres 2022 wurde das Angebot der EBS wie gewohnt in Präsenz wahrgenommen. Weiterhin bot die EBS Online-Beratungen an, die insbesondere von den Ratsuchenden außerhalb Kölns in Anspruch genommen wurden. Im Berichtsjahr 2022 fanden insgesamt 1.147 Beratungen statt. Es haben sich Rat- suchende mit unterschiedlichen Anliegen in der Erwerblosenberatungsstelle (EBS) be- raten lassen. Es handelte sich um 15% Erst - und 72% Folgeberatungen. Die Anz ahl der Kurzberatungen konnte aufgrund eines Programmierungsfehlers in der KALZ-Da- tenbank nicht korrekt dargestellt werden. 46% aller Beratungsfälle erfolgten in den Räumlichkeiten des BFmF, 47% der Bera- tungen erfolgten telefonisch und 7% ließen sich per E-Mail beraten. Die Geschlechter- verteilung bestand aus 61% weiblichen und 39% männlichen Ratsuchenden. Man kann sagen, dass fast alle Ratsuchende (99%) eine Migrationsgeschichte haben. Aufgrund des Programmfehlers in der KALZ Datenbank sind die Anteile der Staatsan- gehörigkeiten für das Jahr 2022 nicht differenziert abbildbar. Im ersten Quartal 2023 (01.01. – 31.03.2023) fanden 349 Beratungen statt. Davon waren 30% Erst- und 70% Folgeberatungen. 52% der Fälle waren persönliche Einzel- beratungen vor Ort und in 44% erfolgte die Beratung am Telefon. In nur 4% der Fälle erfolgte der Informationsaustausch per E-Mail. Der Geschlechteranteil der Ratsuchen- den war relativ ausgeglichen und bestand aus 52% Frauen und 48 % Männern. An Nationalitäten waren vertreten Syrien 24%, Türkei 22%, Iran 7%, Irak 6%, Bulgarien 6%, Afghanistan 4% und Albanien 2%. Die deutsche Staatsangehörigkeit durch Ein- bürgerung besaßen 13% und sonstige Nationalitäten 16%. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 17 Sowohl im Jahre 2022 wie auch in den ersten Monaten des Jahres 2023 kamen Ra t- suchende, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchtet sind, unter ihnen Zugewan- derte aus Drittstaaten (Nigeria, Ägypten, Aserbaidschan, Usbekistan, Marokko), die nicht die ukrainische Staatsangehörigkeit haben. Aufgrund der fehlerhaften Programmierung der KALZ-Datenbank muss leider auf die differenzierte Darstellung weiterer statistischer Kennwerte und die absoluten Zahlen der folgenden Beratungsthemen verzichtet werden. Inhaltlich fanden die Beratungen hauptsächlich zu folgende Themen statt: Berufliche Entwicklung Ein zentraler Schwerpunkt der EBS war die Hilfestellung beim Bewerbungsprozess um eine Arbeits-, Ausbildungs- oder Praktikumsstelle sowie in der Unterstützung auf einen Studienplatz oder einer entsprechenden Weiterbildung. Hierbei wurden Stellen im Internet gesucht, diese mit TN besprochen, der Betrieb kon- taktiert und die individuellen Bewerbungsunterlagen erstellt und später auf evtl. Eig- nungstests und Vorstellungsgespräche vorbereitet. In der Beratung zu Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten wurden passende Maßnahmen/Kurse gesucht, die Träger kontaktiert und die Fördermöglichkeiten mit dem Jobcenter/Agentur für Arbeit geklärt. Darüber hinaus war die berufliche Orientierung ein weiteres Anliegen der Ratsuchen- den. Hierbei wurden in der Beratung ihre Interessen, Stärken und Schwächen, die Be- rufe und die Voraussetzungen für die Berufe thematisiert. Oft sind es hierbei Jugend- liche oder Berufsrückkehrerinnen nach der Familienphase. Als Ergänzung verwies die EBS Ratsuchende an die hausinterne Beratung des Förderprogramms "Perspektiven im Erwerbsleben" (PiE) oder an die „Berufsberatung im Erwerbsleben“ der Ar- beitsagentur, wo sie intensive Unterstützung bei der Suche nach einem Einstieg in das Erwerbsleben bekommen. Hilfe bei sozial- und arbeitsrechtlichen Problemen In vielen Fällen beriet die EBS Ratsuchende bei der Antragstellung von Leistungen und Förderung von Weiterbildungen über das JC oder der AA, wie z.B. Einstiegsgeld, BAB, Kindergeld, AVGS oder Bildungsgutschein. Weitere Anliegen waren:  Rückforderung von Leistungen des Jobcenters  Mitteilung über Energie- und Mietkostensteigerung  Erklärung zur Anrechnung Einkommen, Hinzuverdienst  Begleitung im Prozess bei gesundheitlichen Problemen und Arbeitsunfähigkeit Auch bei Problemen am Arbeitsplatz (Kündigung, Mobbing oder keine Lohnfortzahlung bei Krankheit) unterstützte die EBS Ratsuchende. Mit den Ratsuchenden wurde der Antrag auf Beratungshilfe beim Amtsgericht gestellt oder Kündigungsklage beim Ar- beitsgericht eingereicht und die Ratsuchenden einem Fachanwalt verwiesen. Beratung zu migrationsspezifischen Fragen Die EBS unterstützte Ratsuchende im Anerkennungsverfahren der schulischen Ab- schlüsse aus dem Ausland und zu Fragen zur Arbeitserlaubnis, insbesondere bei Rat- suchenden ohne sichere m Aufenthalt. Dies war im letzten Jahr und auch im ersten Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 18 Quartal bei Geduldeten und Drittstaatler:innen aus der Ukraine ein dringendes Anlie- gen, weil sie über die Ausländerbehörde einen Aufenthalt in Deutschland erhalten, wenn sie sich um eine Ausbildungs - oder Arbeitsstelle kümmern. In diesem Zusam- menhang konnte die Anerkennung ihrer bisherigen Schul - und Berufsabschlüsse an- geleitet werden. Auch wurden Förderung der sprachlichen Qualifizierung in Integrati- ons- und in weiterführenden Deutschkursen oder Einzelcoaching für diese Ratsuchen- den mit den Leistungsträgern abgesprochen. Sonstige Fälle (teils Verweisberatung) Für viele Ratsuchende ist die Existenzgründung eine Alternative zur abhängigen Be- schäftigung. Viele haben keinen Abschluss oder sind es von der Heimat gewohnt selb- ständig zu arbeiten. Der Schwerpunkt der Unterstützung lag in der Aufklärung des Pro- zesses der Selbständigkeit und dem Verweis an die Kammern oder zu Fachberatungs- stellen. Ratsuchende mit psychosozialen Belastungen, z. B. aufgrund Trauma-Erfahrung, wur- den an entsprechende Stellen weitervermittelt. Ebenfalls wurde zu verschiedenen The- men und Anliegen beraten, wie z.B. Obdachlosigkeit und Schulden, die über interne und externe Verweisberatung geklärt wurden. Den Ratsuchenden wurden bei Bedarf für Behördengänge, Arztbesuche, Schulbesu- che oder beim Aufsuchen einer Beratungsstelle Dolmetscher:innen vermittelt, die über bestimmte Dolmetscherdienste (Integrationslots:innen, Brückenbauer:innen) in An- spruch genommen werden können. Weitere Aktivitäten und Angebote  Café Pusteblume Das Café Pusteblume, in Kooperation mit dem Arbeitslosenzentrum (ALZ), ist ein nie- derschwelliger und sozialer Treffpunkt für alle Interessierte, die hierdurch den direkten Zugang und den Kontakt zu den Beraterinnen erhalten sollten. Im Café fanden Veran- staltungen zu arbeitsmarktrelevanten Inhalten, wie Arbeitsrecht, Weiterbildung, Sozi- alrecht, etc. statt.  Informationsveranstaltungen „Firma OFli GmbH stellt sich vor“ Die Infoveranstaltung mit dem Arbeitgeber OFli GmbH, i nformierte Teilnehmer:innen über Ausbildung-, Umschulungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Unternehmen. Interessierte Teilnehmer:innen und der Arbeitgeber vereinbarten Termine für Vorstel- lungsgespräche oder für Probearbeiten.  Informationsveranstaltungen „Anerkennung von ausländischen Berufs- abschlüssen“ Im Rahmen der Beratung in der EBS ist die Frage der Anerkennung von verschiede- nen Berufsabschlüssen aus dem Ausland ein wichtiges Anliegen. Dazu lud die EBS den Referenten Herrn Rami Hassun von der IQ Aner kennungs- und Qualifizierungs- beratung in Köln zu einer Infoveranstaltung ein. Vernetzung, AKs, Öffentlichkeitsarbeit Die Beraterinnen der EBS stellten offensiv durch Besuche in den Deutschkursen und MiA-Kursen ihre Angebote mit Flyern vor. Des Weiteren wurden intern über die Ange- bote der EBS durch Aushänge informiert. Bei externen Veranstaltungen und Vernet- zungstreffen wurden die Flyer verteilt. Zudem wurden die Angebote der EBS auch über Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 19 digitale Kanäle wie Instagram, WhatsApp oder Facebook und auf der e igenen Home- page veröffentlicht. Im Laufe des Jahres 2022 nahmen die Beraterinnen an der überregionalen FAK Ar- mut & Grundsicherung des Paritätischen NRW zu verschieden Themen teil (Grunds- ätze im Sozialrecht, Energiearmut, Mietersorgen und Leistungsbezug, Bürgergeld). Über den hausinternen AK SGB ist der kollegialer Austausch aller Berater:innen der Institution und Fallbesprechungen weiterhin möglich. Im September fand der AK Berufsrückkehrende und (Allein -) Erziehende, der AA und des JC nach einer langen Pause wieder statt. Im AK wurden die Beratungsstellen über „Jobcenter digital“ und „Onlineterminierung“ informiert und das Angebot „Berufs- beratung im Erwerbsleben“ vorgestellt. Die EBS ist mit vielen arbeitsmarktrelevanten Akteuren, Institutionen und Einric htun- gen, wie z.B. Agentur für Arbeit, Jobcenter, Weiterbildungsträgern, IHK, HWK in Zu- sammenarbeit und in Kontakt. Ebenfalls ist die EBS Mitglied im AK Beratungsnetz Köln. An der Veranstaltung „Let´s meet! Unternehmen treffen Fachkräfte: Austauschen und Netzwerken“ von MA.i e.V. in Köln nahm eine Beraterin mit sechs Frauen ge- meinsam an der Veranstaltung teil. Die Teilnehmerinnen konnten sich über Anerken- nung ausländischer Bildungsabschlüsse, über Ausbildungs -/Arbeitsmöglichkeiten in der Kranken- und Kinderpflege informieren. Die EBS nahm am 25. Forum Migration der Otto-Benecke-Stiftung e.V. zum Thema „Arbeitsmarktintegration und Fachkräftesicherung – ohne Migrantinnen und Migranten geht nichts mehr“ in Köln teil, wo über Fachkräftemangel, Zuwanderungspolitik, flexib- lerer Anerkennungsverfahren, Arbeitsmarktintegration mit politischen Vertreter:innen und Expert:innen diskutiert wurde. Um sich über die Änderungen u.a. zum Thema Bürgergeld fortzubilden, nahm die EBS im ersten Quartal 2023 an folgenden Veranstaltungen teil:  Online-Veranstaltung "Aktuelles aus der Arbeitsmarktpolitik – Eingliederungs- prozess und Arbeitsförderung im neuen Bürgergeld", Paritätischer Gesamtver- band  digitale Fach- und Informationsveranstaltung „Überblick über die wesentlichen gesetzlichen Änderungen zum Wohngeld, Bürgergeld und zur Sozialhilfe“, Job- center Köln, Amt für Wohnungswesen und Amt für Soziales, Arbeit und Senio- ren der Stadt Köln Das Austauschtreffen des Jobcenters Köln mit Trägern der Beratungsstellen fand beim Jobcenter Köln st att. Thema des Austausches war bis dahin gemachten Erfah- rungen zum Bürgergeld, die Auswirkungen auf die Kunden des Jobcenters und die Darstellung der Arbeit des Jobcenters (digitale Zugänge). Auch fanden im ersten Quartal zwei Austauschtreffen des AK Beratungsnetz Köln statt, wo es um das neue Förderprogramm BOREA, um den anstehenden Sachbericht für 2022 und für das erste Quartal 2023 und um die künftige Darstellung der Arbeit ging. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 20 Echo – Engagiert in Chorweiler /PariSozial Köln gGmbH * Im Jahr 2022 konnte die Erwerbslosenberatung auf Grund einer erneuten Erkrankung der Mitarbeiterin nicht durchgängig stattfinden. Über 6 Monate (2. und 3.Jahresquartal) ruhte das Angebot. Erst zum Oktober 2022 wurde die Beratung wiederaufgenommen. Die gezielte Information und Unterstützung der diversen (in)-formellen Multiplikatoren, führte innerhalb einer kurzen Zeitspanne zu einem kontinuierlich wachsenden Anstieg der Beratungsanfragen, so dass zu Beginn 2023 der “alte Stand“ wieder erreicht ist. An dieser Stelle besonderen Dank an die KollegInnen der AG Beratung Chorweiler, die zur Sicherstellung der beraterischen Grundversorgung unbürokratisch und solida- risch zusätzliche Beratungsarbeit leisteten. Statistik: In o. g. reduzierten Beratungszeitraum wurden insgesamt 457 Kontakte erfasst, (2022: 315 Kontakte +2023: 142 Kontakte). Die darin enthaltenden 138 Kurzkontakte (90+48) verliefen zu ca. 50 % telefonisch, mit Schwerpunkt Weiterleitung an a ndere, spezialisierte Beratungsangebote oder Institutionen. Die Altersgruppe der 25- bis 44jährigen war mit 53% leicht überrepräsentiert, im U-25 Bereich wurden lediglich 2 Kontakte erfasst. 60% der Ratsuchenden waren weiblich, die Quote der Alleinerziehenden lag bei 19%. Einen Migrationshintergrund nannten 78% der Ratsuchenden. In Familienhaushalten mit 4 und mehr Personen leben 38%, mit 2 Personen 20% und mit 3 Personen 28% der Kontaktpersonen. Alleinstehend sind 13%. 58% der Befragten gaben an einen Schulabschluss zu haben; die Anerkennungsquote ausländischer Schulabschlüsse liegt bei lediglich 10,5 %. Keinen Schulabschluss nannten 42%, innerhalb dieser Gruppe sind ca. 20% (funktio- nale) Analphabeten. Einen beruflichen Abschluss haben 24% der Ratsuchenden. Über drei Jahre im SGB II Leistungsbezug befinden sich 68% der erfassten Kontakte. Die Sicherung des Lebensunterhaltes erfolgt bei 52% ausschließlich durch SGB II Leistungen; 32% zählen als “Aufstocker“; zur Sicherung des Lebensunterhaltes muss das h auptberufliche Erwerbseinkommen durch SGB II -Leistungen aufgestockt wer- den. Schwerpunkte der Beratung Mit über 80% lag der Schwerpunkt der Beratungsanfragen auf Probleme mit dem Job- Center bzw. SGB II. Seit geraumer Zeit werden verstärkt Probleme mit der Unterhalts- vorschuss-kasse wahrgenommen. Welche Auswirkungen haben die Entscheidungen der UVG-Kasse auf die Leistungsbewilligung durch das JobCenter? Hat das JobCen- ter eigene Prüfkriterien oder führen ablehnende UVG -Entscheidungen direkt zu einer ebengleichen Ablehnung durch das SGB II / JobCenter? Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 21 Leistungsbescheide überprüfen und erklären, Rückforderungen aus abschließenden Bescheiden überprüfen und ggfls. Aufrechnungsmodalitäten absprechen, Die Neure- gelungen zu 01.01.2023 BÜRGERGELD erläutern, warum müss en alle SGB II Emp- fänger noch einmal eine Vermögenserklärung abgeben? Nach wie vor Probleme beim Einreichen von analogen Unterlagen- hier Wartezeiten von bis zu 10 Tagen, bis diese in der E-Akte im Standort zur Verfügung stehen, Unterstützung bei der Beant ragung „vorrangiger Leistungen“ (Kindergeld & Kinderzuschlag, UVG, etc.) Existenzängste durch die fortschreitende Inflation, Schulden bei und durch erhöhte Energiekosten, DIGITALE KOMPETENZ - DIGITALE TEILHABE- SOZIALE TEILHABE Im digitalen Zeitalter stehen wir vor der Herausforderung einer neuen, einer digitalen Alphabetisierung. Laut einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Instituts für Demoskopie Al- lensbach sind bildungs- und leseferne Bevölkerungsgruppen mit zunehmender Digita- lisierung in besonderem Maße benachteiligt. „Zahlreiche Vorgänge, die bislang auch persönlich oder telefonisch erfolgen konnten, werden digitalisiert, z. B. Behördengänge, Terminvereinbarungen oder Einkäufe. Selbst einfache Alltagsaufgaben verlangen meist Lese - und Schreib kompetenzen. Diese fast ausschließliche Verlagerung in den digitalen Raum hat zur Folge, dass sich die Ungleichheit durch die unterschiedlichen Zugangschancen in der Bevölkerung ver- schärft. Man kann davon ausgehen, dass die Einschränkungen neben meist älte ren Menschen ohne Internetzugang besonders gravierend für Erwachsene sind, die nicht gut lesen und schreiben können.“ Wiederholte Verweise, verbunden mit der Aufforderung, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um persönliche Anliegen vorzutragen, können nicht einfach umgesetzt wer- den. Hierbei werden Kompetenzen abverlangt, die viele Ratsuchende schlicht und ein- fach überfordern. Bis zu 30 Seiten umfassende Anträge sind schon in analoger Form eine Herausforderung, die Verunsicherung und Ängste hervorruft. D as ändert sich nicht, wenn der Antrag digital gestellt werden kann. Da reicht auch der Besitz eines Smartphones nicht aus. Das digitale Medium ist ledig- lich als Eintrittskarte auf dem Weg zur digitalen Kompetenz zu sehen. Es stellt sich die Frage:  Wie weit will und kann die/der Einzelne sich auf diesen Weg begeben?  Reicht es nicht aus, wenn die Kinder oder Enkel diese Aufgabe übernehmen?  Welche Schritte und Angebote sind nötig, damit die Digitalisierung kein Elitepro- jekt bleibt, sondern zu einem echten Gesellschaftsprojekt wird? Die aktuelle Möglichkeit der Nutzung von Scanner-Terminals in den JobCenter -Stand- orten ist ein nicht zu unterschätzendes Grundangebot. Dieses niederschwellige Angebot ermöglicht es allen Leistungsempfänger*Innen, ihre Angelegenheit selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen und zu erledigen. Die er- folgreiche Erledigung wird durch die Ausgabe der Empfangsbestätigung bescheinigt. Langfristiger Konsens muss sein, dass besonders in komplexeren Situationen die per- sönliche Beratung nicht durch Online- und SB -Angebote werden kann. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 22 Rückblick Über 25 Jahre Armutsberatung in Chorweiler, davon 22 Jahre im Auftrag der PariSo- zial Köln gGmbH in der Erwerbslosenberatungsstelle ECho-engagiert in Chorweiler: Orientiert an den Bedarfen und den Ressourcen der BewohnerInnen des Quartiers bzw. des jeweiligen Sozialraumes, ganzheitlich, niederschwellig, generationsübergrei- fend. Stadtteilbezogen, gesamtstädtisch und - viele Jahre als Sprecherin des Paritäti- schen Arbeitskreises Armut NRW - landesweit, vernetzt mit KollegInnen in Behörden und Vereinen, konstruktiv und lösungsorientiert. Vom BSHG über Hartz 1-4 zu SGB II, SGB III und SGB XII als Grundlage, rechtskreis- übergreifend die Regelungen zu Kindergeld und -zuschlag, Unterhaltsvorschuss, Wohngeld, Migrationsrecht mit Aufenthaltsgesetz, Asylbewerberleistungsgesetz, Frei- zügigkeitsgesetz/ EU, Arbeitsrecht, Verfahrensrecht Grundwissen in Mietrecht mit Schwerpunkt Heiz - und Nebenkostenverordnungen, Krankenversicherungsschutz, Lobbyfunktion, Hilfe zur Selbsthilfe, Gesprächsführung nach Rogers, offene Angebote, Gruppenarbeit, Einzelberatung, Organisation von Workshops & Infoveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kleiderkammer, Akquise und Betreuung ehrenamtlicher Hel- fer*Innen, Corona getrotzt - wir lassen die Menschen nicht vor der Tür stehen, Weitere Aktivitäten In den genannten Zeiträumen nahm die Mitarbeiterin aktiv an den diversen Vernet- zungstreffen innerhalb des Sozialraums sowie des Kölner Beratungsnetzes teil. Der Schwerpunkt lag bei den Austauschtreffen der Chorweiler Beratungsstellen mit den Mitarbeiter Innen des JobCenters Köln-Chorweiler. In Kooperation mit dem DTVK e.V. und angelehnt an die Aktivitäten der Vorjahre fand im Dezember 2002 ein Lichter-Café/Advents Café mit ca.40 BesucherInnen statt. Auf Grund des Erdbebens in der Türkei wurde die im Februar 2023 geplante Karne- valsparty kurzfristig abgesagt und durch ein Solidaritätsfrühstück ersetzt. ECho- GUT DASS ES WEITERGEHT! Seit bereits 15 Jahren arbeiten EC ho und der DTVK (Deutsch-türkischer-Verein Köln e. V.) gemeinsam in den Räumlichkeiten in Seeberg-Nord. Zum 01.04. 2023 wurde die Trägerschaft von ECho -engagiert in Chorweiler von der PariSozial gGmbH an die ebenfalls paritätische Mitgliedsorganisation übertragen. Der DTVK e.V. ist im Sozialraum Chorweiler und Kölnweit seit Beginn der 80er Jahre als Anlaufstelle und Ansprechpartner für Migrationsarbeit aktiv und bekannt. Der Verein ist Träger einer Integrationsagentur, eines von Stadt und Land anerkannten Interkulturellen Zentrums u nd des Senior*innen Netzwe rks Seeberg. Als Weiterbil- dungseinrichtung führt er niederschwellige Bildungsangebote für Menschen aus dem Sozialraum durch. Dazu gehören  Integrationskurse mit abschließender Zertifizierung  Bildungsarbeit mit Erwachsenen, Smartph one Kurse in Deutsch und türkisch, Infoveranstaltungen zu Energiekosten & Haustürgeschäften (in Kooperation mit Verbraucherberatung im Quartier), gesund ernähren mit wenig Geld, etc Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 23  Elternarbeit an Schulen und in der Einrichtung, enge Kooperation mit den Schulsozialarbeiter*Innen und Lehrer*Innen  Angebote des interkulturellen Zentrum: Gesundheits-, Kreativangebote, …  K.I.M -kommunales Integrationsmanagement für Menschen mit internationaler Familiengeschichte Dieses interdisziplinäre Arbeitsfeld schafft eine Situation, die es den Berater*innen und Teilnehmenden ermöglicht einen schnellen, direkten Kontakt in die jeweiligen Bera- tungsangebote herzustellen. Damit ist die ganzheitliche Beratung der Menschen ge- währleistet und sichergestellt. Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. greift auf langjährige Erfahrungen in der Beratung und Unterstützung erwerbsloser und von Erwerbslosigkeit bedrohter Frauen zurück. Der Vereinsname wurde von den Vereinsgründerinnen 1984 bewusst gewählt und ist leider auch heute noch hochaktuell, denn durch ihre nicht entlohnte Arbeit im privaten und sozialen Bereich sind die wenigsten Frauen arbeitslos – häufig aber erwerbslos! Die Angebote der Erwerbslosenberatungsstelle richten sich an alle Frauen, unabhän- gig von sozialer oder kultureller Herkunft, Bildungshintergrund, Alter, Familienstand, sexueller Orientierung, Religionszugehörigkeit oder Lebenssituation. Zu den Zielgrup- pen gehören e rwerbslose und von Erwerbslosigkeit bedrohte Frauen, Alleinerzie- hende, Berufsrückkehrerinnen, Frauen mit Zuwanderungsgeschichte und geflüchtete Frauen. Ein zunehmend nachgefragter Schwerpunkt bildet die Beratung von Trans- gender und Queer orientierten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und ge- flüchteten Frauen aus der Ukraine. Als interkulturelle Anlaufstelle für erwerbslose Frauen in Köln Nippes ist der Verein vielen Ratsuchenden gut bekannt. Seit Jahren besteht ein interkulturelles, mehrspra- chiges Team. Bei Bedarf können Beratungen in folgenden Sprachen angeboten wer- den: Türkisch, Farsi, Arabisch, Kurdisch, Russisch, Ukrainisch, Aserbaidschanisch, Bulgarisch, Tigrinya, Aramäisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Da die Einrich- tungsräume barrierefrei sind, ist das Angebot auch für Frauen mit gesundheitlichen Belastungen/Einschränkungen und Schwerbehinderte zugänglich . Während der An- gebote besteht bei Bedarf im Notfall, die Möglichkeit der Kinderbetreuung. Durch die kommunale Finanzierung konnte ab 1.1.2022 eine hauptamtliche Stelle der Sozialberaterin/ Diplom-Sozialarbeiterin eingerichtet werden. Die Mitarbeiterin war an- teilig mit jeweils 30 Stunden/Woche als Beraterin in der Erwerbslosenberatungsstelle und mit 9 Std./Woche in der kommunalen Förderung des Beratungsangebotes „ArBOr“ tätig. Die Mitarbeiterin greift auf langjährige Beratungserfahrungen zurück, ihre Kennt- nisse werden durch regelmäßige Fortbildungen weiterentwickelt. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 24 Ausgangslage In der Beratungsarbeit wurden die psychosozialen Folgen de r Corona-Pandemie und der weiteren aktuellen Krisen auf die Situation der ratsuchenden Menschen deutlich sichtbar. Wir beobachteten eine generelle Erschöpfung der Ratsuchenden, häufig ver- bunden mit einer Verschlechterung der psychischen und mentalen Gesundheit. Insbe- sondere Alleinerziehende und Mütter mit mehreren Kindern beschrieben eine perma- nente Überforderung durch nicht gesicherte Kinderbetreuung, immer wieder kehrende Kitaschließungen und Schulausfall, häufige Infektionen und Erkrankungen der Kinder. Ein weiterer Faktor sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Bestehende Un- gleichheiten haben sich verstärkt, Armut und das Gefühl von Ausweglosigkeit sind ge- wachsen. Hinzu kommen die Auswirkungen der weltweit eskalierenden Krisen, Kriege und Katastrophen, die in vielen Herkunftsländern ratsuchender Migrantinnen/ Geflüch- teter vorherrschen. Viele verfolgten die Nachrichten mit großer Sorge, in Angst um Angehörige und die dort Verbliebenen. Bereits bestehende Belastungen und Traumata wurden verstärkt. Für Haushalte mit geringem Einkommen hat sich die Soziale Teilhabe weiterhin ver- ringert. Die digitale Kommunikation ist aufgrund fehlender Mittel und fehlender sprach- licher Voraussetzungen häufig eingeschränkt. Pandemiebedingt fehlte es nach wie vor an Ansprechpartner*innen in Behörden, Institutionen, bei Rechtsanwält*innen, Schu- len oder Kitas. Wir konnten eine Zunahme von familiären Konflikten und häuslicher Gewalt beobachten. Auch der Zugang zu medizinischer Versorgung ist für viele erschwert. Frauen mit Zu- wanderungsgeschichte und nicht ausreichenden Sprachkenntnissen sind besonders auf Unterstützung und Begleitung durch Sprachmittler*innen angewiesen. Austausch- möglichkeiten und Kontakte haben sich verringert und die Isolation hat in vielen Fällen zu einem sozialen Rückzug, zu Vereinsamung und Individualisierung geführt. Zahlen und Statistik Im Berichtszeitraum fanden in der Erwerbslosenberatungsstelle insgesamt 656 in der Datenbank dokumentierte Einzelberatungen in Präsenz statt - davon 471 in 2022 und 185 im ersten Quartal 2023. Darunter 402 Erstkontakte und 252 Folgekontakte. Zu- sätzlich kam es im Rahmen des Beratungsangebotes ArBOr zu 450 Kurz - bzw. Ver- weisberatungen, die größtenteils persönlich, aber auch per Telefon, seltener per Email stattfanden. (Siehe hierzu auch im Abschnitt „Beratungsangebot ArBOr“.) Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden im Folgenden die Zahlen aus dem gesam- ten Berichtszeitraum 1.1.2022 bis 31.3.2023 dargestellt. Frauen mit Migrations - bzw. Fluchtgeschichte bildeten mit 77% % die größte Ziel- gruppe, gefolgt von den Alleinerziehenden mit 25%. Da hier nur die offiziell als allein- erziehend geltenden Frauen abgebildet werden, liegt die tatsächliche Zahl der „allein für die Erziehung Zuständigen“ weitaus höher. Viele Ratsuchende lebten z um Zeit- punkt der Beratung bereits in Trennung, haben dies jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht publiziert. Auffallend ist der hohe Anteil an größeren Haushalten mit mehreren Kindern (31%). Die Ratsuchenden kamen aus dem gesamten Kölner Stadt- gebiet, v orwiegend jedoch aus den linksrheinischen, nördlichen Stadtteilen Nippes (36%) und Chorweiler (14%) sowie Innenstadt (18%), und Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 25 Ehrenfeld (10%). 3% kamen aus dem Kölner Umland. Es waren alle Altersgruppen vertreten, die größte Gruppe war zwischen 36 und 45 Jahre alt (34%), gefolgt von den 46 bis 55-Jährigen (27%), 14% waren zwischen 26 und 35 Jahre alt und 19% älter als 55 Jahre. Mit lediglich 7% war die Gruppe der unter 25-Jährigen vertreten. Auch die Herkunftssprachen waren heterogen - insgesamt waren 39 Sprachen vertre- ten. Neben der deutschen Sprache waren die häufigsten Sprachen: Türkisch, Ara- bisch, Ukrainisch, Farsi und Bulgarisch, sowie viele afrikanische Sprachen. Der Bildungshintergrund ist entscheidend für die Integration in den Arbeitsmarkt. In vielen Herkunftsländern ist Frauen der Besuch von Schule oder Ausbildung und die Aufnahme einer Beschäftigung versperrt. Dies drückt sich auch in folgender Statistik aus: 65% der Ratsuchenden verfügten nicht über eine Berufsausbildung, 55% hatten keinen Schulabschluss, bei 9% war der Berufsabschluss und bei 17% der Schulab- schluss in Deutschland nicht anerkannt. Beratungsthemen Die Gründe, die Einzelberatung aufzusuchen waren vielfältig. Die psychosoziale Situ- ation und der Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie standen aufgrund der bereits beschriebenen Problemlagen vielfach im Vordergrund. 64% der Ratsu- chenden benötigten psychosoziale Unterstützung. Bei 10% ging es um eine akute Kri- senintervention (z. B. Verweisberatung bei häuslicher Gewalt, Vermittlung einer Unter- bringung im Frauenhaus, Unterstützung bei Trennung, Scheidung- verbunden mit Auf- enthaltsproblemen, Fragen zur Existenzsicherung und Sorgerechtsfragen). Zusätzlich gab es häufig Beratungsbedarf bei Fragen zu Leistungen wie berufliche Reha, Eltern- geld, Krankengeld, Schwerbehinderung und zu medizinischer Versorgung. Die meisten Ratsuchenden waren seit vielen Jahren erwerbslos (länger als 3 Jahre) und bezogen langjährig Transferleistungen. Ihre Lebenssituation wurde geprägt von Armut, Langzeitarb eitslosigkeit und vielfachen psychosozialen Problemlagen. Und auch wenn eine Beschäftigung vorlag, waren die Einkommen häufig so gering, dass die Betreffenden auf aufstockende Leistungen nach SGBII angewiesen waren. Die meisten hatten Fragen zum Leistungsb ezug im SGBII (47%), insgesamt 14% zu weiteren Transferleistungen wie ALG, Kindergeld, UVG, Rente usw. 35% hatten Fra- gen zum Arbeitsmarkt, Bildung und Qualifizierung sowie zur Berufswegeplanung und/ oder Bewerbung. Andere (26%) suchten Hilfe bei der Verein barkeit von Familie und Beruf (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen) und nach Kontakten und Austausch- möglichkeiten in deutscher Sprache. In den vergangenen Jahren sind die Problemlagen zunehmend komplexer geworden, so dass viele Anfragen im Rahmen einer Kurzberatung nicht bearbeitet werden konn- ten. Sie erforderten intensivere und längere Einzelgespräche in Präsenz. Dies könnte eine Folge der Pandemie sein, war aber als Tendenz auch schon vorher zu beobach- ten. Diese Entwicklung drückt sich hier nicht unb edingt in einer höheren Anzahl von Beratungsfällen aus, sondern in einer individuell längeren Beratungszeit, die häufig bis zu 2 Stunden andauerte. Oft noch verlängert durch Übersetzungsbedarf und den Ein- satz von Sprachmittlerinnen. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 26 Neben den genannten psychosozialen Problemlagen waren die wichtigsten Be- ratungsthemen: Alles rund um das SGBII: Existenzsicherung, Bescheidprüfung, Widerspruch, Mehr- bedarfszuschläge, GEZ, Köln Pass, Berufswegeplanung; Aus- und Weiterbildung, Kosten für Unterkunft, Anrechnung von Nebeneinkommen Fragen zum SGB XII u.a. Wohnungsproblematik, Kindergeld, UVG, AsylbLG, Kon- takt mit Jugendamt und Lösung für fehlende Kinderbetreuung Fragen zur Erwerbsminderungsrente Fragen zu SGB III (ALG, Berufsrückkehrerinnen); SGBIX: besondere Leistungen für Menschen mit Behinderungen (Schwerbehinder- tenrecht, Eingliederungshilfen, Rehabilitation und Teilhabe). Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ist seit vielen Jahren in regionalen, überregiona- len, sozialraum- und zielgruppenorientierten Arbeitskreisen und Netzwerken aktiv, z.B. „Kölner Beratungsnetz“, „Bilderstöckchenkonferenz“ und „Stadtbezirkskonferenz Nip- pes“, „LILA in Köln“ -Bündnis autonomer Frauenprojekte, „AKF -Arbeitskreis Kölner Frauenorganisationen“, „AK Be rufsrückkehr“ c/o BCA Jobcenter/ Agentur für Arbeit, „AK- vernetzte Beratung der Lernenden Region“, div. Facharbeitskreise des Paritäti- schen Wohlfahrtsverbandes u.v.m. Darüber hinaus gibt es eine gewachsene Zusammenarbeit mit verschiedenen Anlauf- stellen, Regel- und Fachdiensten (siehe auch im Abschnitt „ArBOr“). Durch die Einla- dung von Referent*innen vor Ort im „Infocafe“, konnten zudem unbürokratisch erste Kontakte geknüpft und die Ratsuchenden gut angebunden werden. Der Verein hat seit 2013 ein Qualitätsm anagementsystem nach AZAV eingeführt, das 2022 erfolgreich rezertifiziert wurde. Kundinnenzufriedenheit und Beschwerdemanangement werden regelmäßig erhoben und ausgewertet. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 27 Sachberichte zur arbeitsbezogenen Beratung und Orientierung in den ArBOr-Beratungsstellen Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen (BFmF) e. V. Die „Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“ (ArBOr) ist in die große Institution BFmF e.V. mit seinem breiten Bildungs - und Beratungsangebot installiert und bietet seit 2011 eine niederschwellige Anlaufstelle für alle Frauen und Männer mit oder ohne Migrationsgeschichte an. Überwiegend Menschen mit Zuwanderungsgeschichte nut- zen das ArBOr Angebot als Treffpunkt und Begegnu ngsstätte, Aufenthaltsraum und Arbeitsraum. Das BFmF e.V. bietet seinen Besucher:innen eine große Sprachenvielfalt und auf ihre Bedarfe angepasste Angebote. Das Bistro und die Kleiderkammer sind in dieser Hinsicht wichtige niederschwellige und offene Anlau fstellen, die mit ihrem kul- tursensiblen Ansatz eine einladende Atmosphäre schaffen, in der sich die Besucher:in- nen angenommen und aufgehoben fühlen. Handlungsgrundlage im ArBOr ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Dazu gehört die Möglichkeit sich über verbrauc herrechtliche oder ar- beitsmarktrelevante Entwicklungen mithilfe des täglich aktualisierten Aushangs zu in- formieren sowie Stellenanzeigen zu sichten. Damit möchte die Arbeitsbezogene Bera- tung und Orientierung im BFmF e.V. einen Beitrag zur Vorbeugung gegen soziale Aus- grenzung und Isolierung leisten. Im Jahr 2022 wurden die Angebote der ArBOr von mehr als 3.700 Besucher:innen in Anspruch genommen. Der Anteil der Frauen belief sich auf 65% und der der männ- lichen ratsuchenden Besucher auf 35%. Die Institution ArBOr erfährt seit Anfang März 2022 einen erhöhten Ansturm an Geflüchteten aus der Ukraine. Ab März wurde die 2G-Regelung gelockert, so dass die Besucherzahl sich stark erhöhte. Das Angebot der ArBOr befindet sich im Nebengebäude der Einrichtung im Erdge- schoss und ist barrierefrei erreichbar. Das ALZ verfügt über eine komplette PC -Ar- beitsstation mit Drucker, allen notwendigen Büromaterialien sowie kostenlosem Inter- netanschluss. Diese Station wurde von Besucher*innen gerne genutzt für individuelle Stellenrecherchen, Ausdrucken, Aktualisieren oder Korrigieren von Bewerbungsunter- lagen und Checken von E-Mails. Zum Angebot des ArBOr gehört zusätzlich das Bistro „Pusteblume“ und die Kleider- kammer „Die Klamotte“. Im Bistro „Pusteblume“, der wichtigsten Anlaufstell e, gab es täglich heiße und kalte Get ränke sowie Kuchen und Gebäck. Bei schönem Wetter wurde auch die Terrasse, die weitere Sitzmöglichkeiten bietet, genutzt. In der Kleider- kammer werden gespendete Kleidung, Schuhe und Haushaltswaren an Bedürftige ab- gegeben; insbesondere konnten ukrainische Geflüchtete versorgt werden. Die Besu- cher:innen konnten zudem Lebensmittelspenden des Großmarktes Köln in haushalts- üblichen Mengen mitnehmen. Im ALZ wurden vermehrt folgende Anfragen behandelt:  Verweisberatung zu internen und externen Fachberatungsstellen Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 28  Vermittlung von Terminen zur Erwerbslosenberatung  Nachweis von Bewerbungsbemühungen für das Jobcenter  Scannen und Kopieren von Originalunterlagen  Formulare und Anträge ausfüllen (z.B. Köln-Pass, BuT etc.)  Übersetzungshilfe  Unterstützung bei dringenden und kurzzeitig erforderlichen Lebensläufen Durch die aktuellen politischen Veränderungen (Ukraine -Krieg, Energiekrise) kam es zu einer erhöhten Nachfrage nach Energiethemen. Insbesondere wurde das Angebot des Stromspar-Checks, der bereits ein Regelangebot der ArBOr ist, ab der 2. Jahres- hälfte auf die neue Zielgruppe der ukrainischen Geflüchteten angepasst und zwei Mal in Ukrainisch und Russisch durchgeführt. Insgesamt wurden vier Infoveranstaltungen zum Thema „Strom sparen“ angeboten. Bei allen Sitzungen wurden den Besucher:in- nen Kaffee und Kuchen angeboten, um ihnen eine Willkommensatmosphäre zu bieten. Die Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung ist mit internen Beratungsstellen wie der Erwerbslosenberatung, der MBE, der F amilienberatung und der Schuldner - und Verbraucherinsolvenzberatung intern vernetzt. Durch kurze Wege kann schnell die passende und fachlich kompetente Unterstützung gefunden werden. Dank dieser Ko- operationen konnten z.B. mehrere barrierefreie Veranstaltungen im Bistro (u.a. ein re- gelmäßiger sonntäglicher Vätertreff, ein interreligiöses Seminar, da eine Teilnehmerin im Rollstuhl saß) durchgeführt werden. Als eine Möglichkeit zur Begegnung und zur Vermittlung aktueller oder relevanter In- formationen wurden da s 3-mal durchgeführte Arbeitslosenfrühstück und das Winter- café genutzt, wobei Themen wie „AGH -Maßnahme“ und „Rund um Arbeit“ behandelt wurden. Auch Fragen zu sozialpflichtiger Beschäftigung und der Abgabe von Versi- cherungen wurden beantwortet. Darüber hina us wurde das Bistro auch für regelmä- ßige Treffen mit Beschäftigten zum fachlichen Austausch genutzt. Ebenfalls fanden in Kooperation mit der EBS Veranstaltungen zu verschiedenen Themen im Bistro „Pus- teblume“ statt. Das ArBOr-Team war auch an der Organisation und Durchführung des Familienfestes des BFmF (07.05.2022) mit einem Getränkestand beteiligt. An dem Fest nahmen ca. 1000 Personen teil. Darunter auch 80% der Ratsuchenden. An zwei sonnigen Tagen wurden neben dem täglichen Angebot von saisonabhängiger Kleidung erneut Hofaktionen durchgeführt, wobei Kleidung und Haushaltswaren an bedürftige Familien vermittelt werden konnten. Die Leiterin des ArBOr Institution ist Mitglied des Facharbeitskreises Arbeit und Quali- fizierung vom Paritätischen Gesamtverband. 2022 fanden die Treffen zweimal digital und einmal in Präsenz statt. Die Angebote der ArBOr im BFmF e.V. hatte im 1. Quartal 2023 ca. 900 Besucher:in- nen. Das Regelangebot zum Stromspar-Check in Zusammenarbeit mit der Caritas so- wie das Arbeitslosenfrühstüc k, wo Ratsuchende sich informell austauschen und in Kontakt kommen, fand auch im 1. Quartal 2023 unter reger Teilnahme statt. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 29 Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. (Kurz)-Beratung, Orientierung und Gruppenangebote Neben dem Angebot der tiefergehenden Einzelberatung in der Erwerbslosenbera- tungsstelle konnten im Rahmen des Programms ArBOr im Folgenden dargestellte Kurz-und Verweisberatungen sowie Gruppenangebote durchgeführt werden. Auch diese Angebote richteten sich an alle Frauen, unabhängig von sozialer oder kultureller Herkunft, Bildungshintergrund, Alter, Familienstand, sexueller Orientierung, Religions- zugehörigkeit oder Lebenssituation. Bei Bedarf konnten die Beratungen in vielen Her- kunftssprachen erwerbloser Menschen mit Zuwanderungsgeschichte durch Sprach- mittlerinnen übersetzt werden. Im vorangegangenen Abschnitt „Erwerbslosenberatungsstelle“ wurden Ausgangslage, Zielgruppen, Bedarfe und Beratungsthemen bereits beschrieben, so dass wir diese Punkte nicht noch einmal aufführen sondern an dieser Stelle darauf verweisen. Die Erreichbarkeit des Beratungsangebotes war zu den geforderten Öffnungszeiten stets gegeben: Montag-Donnerstag: 8-17 Uhr und Freitag 8 -14 Uhr. Die Einrich- tungsräume sind gendersensibel und kindersicher gestaltet. Sie sind zudem barriere- frei, so dass das Angebot auch für Frauen mit gesundheitlichen Belastungen/Ein- schränkungen und Schwerbehinderte zugänglich ist. Durch die kommunale Finanzierung konnte für den Verein ab 1.1.2022 eine hauptamt- liche Stelle der Sozialberaterin/ Diplom -Sozialarbeiterin eingerichtet werden. Die Mit- arbeiterin war anteilig mit jeweils 30 Stunden/Woche als Beraterin in der Erwerbslo- senberatungsstelle und mit 9 Std./Woche in der kommunalen Förderung des Bera- tungsangebotes „ArBOr“ tätig. Dort war sie zuständig für die Kurz -und Verweisungs- beratungen, die Durchführung und Koordination der offenen Angebote sowie u.a. für Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkarbeit. Zusätzlich waren Honorarkräfte, Übungslei- terinnen und Ehrenamtliche im Einsatz. Die Beratungen haben als Kurz- (bis ca. 15 Minuten) und Verweisberatungen (z.B. zu Sprachförderung, Frauen-und Familienberatung, MBE, Rechtsanwält*innen, Anerken- nungsberatung, Schuldnerberatung, Verbraucherschutz, Frauenhaus, Wohnungsbau- gesellschaften, Behörden, Weit erbildungsträger, „Little Bird“ ) v.a. persönlich in Prä- senz aber auch bei Bedarf telefonisch oder per Email stattgefunden. Die Gruppenan- gebote konnten unter Berücksichtigung der jeweils geforderten Hygiene schutzbedin- gungen schrittweise wieder in alter Form durchgeführt werden, zunächst in Kleingrup- pen (max. 6 -8TN) bis hin zur vollen Gruppenstärke im 1. Quartal 2023 (12TN und mehr). Zahlen und Statistik Kurz- bzw. Verweisberatungen: Hier kam es zu 450 Kurz- bzw. Verweisberatun- gen, (die größtenteils persönlich, aber auch per Telefon, seltener per Email stattfan- den. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 30 Gruppenangebote: Insgesamt 1.253 Teilnehmerinnen (TN) folgende Angebote be- sucht.: Infocafe´ (insgesamt 156 TN): Im seit vielen Jahren regelmäßig stattfindenden Info- Café werden Fragen aus der Beratung aufgegriffen und in Form von Infoveranstaltun- gen mit Hilfe eingeladener Referent*innen bearbeitet. Schwerpunkte der ab April 2022 wieder in Präsenz stattgefundenen 13 Info -Veranstaltungen waren: Fragen zur Ener- giekosten (Stromsparcheck), Frauengesundheit und Verhütung (Pro Familia), Ver- braucherberatung im Quartier (Achtung bei Verträgen: Handy, Strom), Gewaltpräven- tion (Notruf), gesunde Ernährung (Gesundheitsamt), Gesundheitsprävention durch Bewegung, Schuldnerberatung, Familienberatung, Fr agen zum Bürgergeld, Ehren- amt, Suchtprävention-Drogen, Stressbewältigung, Frauen-Selbstverteidigung. Bewerbungswerkstatt (102 TN): In der wöchentlich stattfindenden Bewerbungswerk- statt fanden die Besucherinnen (in Ein zelterminen) konkrete Unterstützung bei der Stellensuche, der Erstellung der Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung zu Vor- stellungsgesprächen. Bewerbungstraining und Berufsorientierung (77 TN): Das Bewerbungstraining und die Berufsorientierung als Grupp enangebot fand ab dem 1. Quartal 2023 mit insge- samt 11 Terminen mit durchschnittlich 7 TN statt. EDV-Training für Anfängerinnen ohne Vorkenntnisse: (28 Termine, 112TN) “Ich entdecke meine Stadt“ (15 Termine, 255 TN): Ausflüge und Exkursionen, kos- tenlose Museumsbesuche, entspannte Plätze und Lernspaziergänge in Parks, beson- dere Orte etc. Konversationstraining für Bewerbung in Beruf und Ausbildung (51 Termine- 350 TN): Ein sehr frequentiertes Angebot für erwerbslose Migrantinnen, das regelmäßig pro Woche zunächst in Kleingruppen (8TN) und im weiteren Verlauf mit durchschnitt- lich 10-12 TN stattfand. Feste und Veranstaltungen (insgesamt 201 TN): Nach längerer Pause war es end- lich wieder möglich, gemeinsam kleinere Feste, Infoveranstaltungen und Aktivitäten durchzuführen. Die Angebote wurden gerne angenommen: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen (15 TN), Interkulturelles Jahresabschlussfest (55TN), Internationa- ler Frauentag (64TN), Karneval - Weiberfastnacht (12 TN), Interkulturelles Frühlings- fest (45 TN). - Nicht mitgezählt sind evtl. Nutzerinnen des digitalen Lernraums, der interessierten Nutzerinnen des Arbeitslosenzentrums zur Verfügung steht. Der im Rahmen der Corona-Pandemie eingeführte digitale Lernraum mit Infomaterialien auf der Website des Vereins, wurde für interessierte Besucherinnen weitergeführt. Zusätzlich standen den Besucherinnen weitere offene Angebote des Vereins zur Ver- fügung z.B.: - Resilienztraining (18 Termine mit je 4 UStd./Woche, = 162TN ) zur persönlichen Stärkung, gesponsert durch die DOHLE STIFTUNG Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 31 - eine Lernwerkstatt für Alleinerziehende - „Digitales Empowerment“- Einführung in die Nutzung von iPads und Verleih von Endgeräten (10 Termine, = 60TN) - das ehrenamtlich geführte „Sprachcafe für Geflüchtete“ mit Austauchmöglichkeit, Angeboten wie Alphabetisierungskurs, Kreativangebote, Mitnehmbazar mit gut er- haltener Kleidung, Spielzeug und Kosmetikartikeln aus Spenden u.a. (wöchentl. ca. 30TN) - Information, Beratung und Begleitung im Rahmen des städtischen Förderpro- gramms: Im Veedel gegen Corona (bis Mai 2022). - Perspektiven im Erwerbsleben: Fachberatung für die Anerkennung im Ausland er- worbener beruflicher Qualifikationen, Coaching für berufliche Veränderung. Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ist se it vielen Jahren in regionalen, überregionalen, sozialraum- und zielgruppenorientierten Arbeitskreisen und Netzwer- ken aktiv. Diese wurden bereits im Abschnitt „Erwerbslosenberatungsstelle“ beschrie- ben. Darüber hinaus gibt es eine gewachsene Zusammenarbeit mit verschiedenen Anlaufstellen, Regel- und Fachdiensten (siehe auch oben im Text). Durch die Einla- dung von Referent*innen vor Ort im „Infocafe“, können unbürokratisch erste Kontakte geknüpft und die Ratsuchenden gut angebunden werden. Kellerladen e. V. Im Zeitraum 01.01.2022 – 31.03.2023 kam es zu 801 Kontakten. 137 Kontakte führ- ten zu Beratungen und längerfristiger Begleitung (z.B. Verhinderung einer Woh- nungsräumung). Hinter den Kontakten stehen 72 Personen (39 Frauen, 33 Männer), die immer wieder Beratungs- und Begleitungsbedarf haben. Nicht dabei sind unzäh- lige Kurzkontakte, die lediglich zur Information dienen und dem Einzelnen helfen, Dinge evtl. schneller zu erledigen. Da wir uns hier in einem Siedlungsgebiet in unmittelbarer Nähe zu den Menschen befinden, fanden fast alle Kontakte direkt im persönlichen Gespräch statt (98%), die telefonischen und E-Mail-Kontakte betrugen 2%. Wie in den Jahren zuvor, blieb es nicht bei einem einmaligen Kontakt, sondern es gab Folgekontakte (17%). Oft hilft eine Information im Rahmen eines Kurzkontaktes über Hilfen, zuständige Ämter oder sonstiges, damit Ratsuchende alleine weiter ihre Interessen verfolgen können. Aber ein Kurzkontakt besteht häufig vor einem Bera- tungsgespräch oder hinterher. Hier gab es 74% Kurzkontakte. Bei den Haushaltsgrößen ergibt sich folgendes Bild: Single-Haushalte 44%; 2-Per- sonen-Haushalte 11%, d.h. Paare oder Einelternfamilien mit 1 Kind; 3- und 4-Perso- nen-Haushalte, d.h. Familien mit Kindern 40%. Nationalitäten: deutsch 62%; in geringen Prozentzahlen (5% bzw. 2 oder 3% ) fin- den sich folgende Nationalitäten: Irak, Tunesien, Syrien, Italien, Rumänien, Nigeria, Polen und Ukraine. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 32 Bei der Altersstruktur fällt auf, dass der Anteil der unter 25jährigen nur mit 7 % ver- treten ist, obwohl viele Familien beraten werden. Der „Kellerladen“ verfügt über ein Jugendbüro, das den Bereich U25 abdeckt. Jugendliche/junge Erwachsene werden vom Jobcenter dorthin zugewiesen oder gehen freiwillig dort hin. 17% der Ratsuchenden waren 26-35 Jahre alt; 21% 36-45 Jahre; 19% 46-55 Jahre und 36% über 55 Jahre. Dauer der Arbeitslosigkeit: Von den 72 Personen, die im o.g. Zeitraum zur Beratung kamen, waren 42 von Arbeitslosigkeit bedroht, arbeitslos bzw. langzeitarbeitslos. Viel- fach kamen geringverdienende Personen zu uns, die durch Wohngeld und Kinderzu- schlag oder durch auf stockende Leistung des Jobcenters ihren Lebensunterhalt si- chern mussten. Wie bei der Alters struktur zu sehen ist, gibt es einen hohen Prozent- satz bei den über 55jährigen. Hier entsteht Beratungsbedarf durch den Übergang vom aktiven Berufsleben in die Rente. Bei nicht existenzsichernder Rente werden Anträge gem. SGB XII gestellt. Im Bereich Schulabschluss/Ausbildung ergibt sich folgendes Bild: ohne Berufsaus- bildung 70%; mit Berufsausbildung 23 %; mit Fach -/Hochschulausbildung 6%; 43% hatten einen Hauptschulabschluss und 21% einen nicht anerkannten Schulabschluss; 13% hatten die Mittlere Reife als Abschluss, 7% Abitur und 16% gar keinen Abschluss. Das Einzugsgebiet war hauptsächlich Nippes (hier: Bilderstöckchen) mit 92%; die an- deren Ratsuchenden kamen aus Mülheim, Lindenthal, Ehrenfeld, Chorweiler oder au- ßerhalb Kölns. In der Erfassung der Zahlen der Statistik wird unterschieden zwischen primären und ergänzenden Leistungen: Primär lebten 44 % der Ratsuchenden von A LG II/Sozialgeld bzw. Grundsiche- rung. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielten 33% der Besucher. 13% lebten von Rente. (Die fehlenden Prozentpunkte verteilen sich auf Lebensunterhalt aus selbstständiger Arbeit, Krankengeld, Grundsicherung). Ergänzend erhielten Personen z.B. auch ALG II, Kindergeld, Rente, etc. Schwerpunkte der Beratungen und der Arbeit Bei 74% war u.a. Mittellosigkeit/ Existenzsicherung Anlass für eine Beratung. Dies liegt sicher d aran, da ss es seit 13 Jahren in Bilderstöckchen eine Lebensmittelausgabe gibt, die vom Kellerladen ver antwortlich geführt wird. In 45% der Fälle war auch die psychosoziale Situation (familiäre Probleme, Probleme mit Nachbarn, Folgen der Pan- demie, etc.) Thema. Infos zu verschiedenen sozialen Leistungen der Sozialgesetzbü- cher gab es in ca. 19 % der Fälle, aber auch zum Ausländerrecht, Bundeskindergeld- gesetz, Wohngeldgesetz, etc. Ebenso gab es das Angebot bei diversen Antragstellun- gen behilflich zu sein (ALG II, KölnPass, KiZ, Befreiung von der Rundfunkgebühr). Die Mittellosigkeit ergab sich häufig aus den gewohnten Gründen (Schulden beim Energieversorger im Rahmen der Jahresabrechnung oder unvorhergesehene Ausga- ben wie Ersatz für Kühlschrank, Waschmaschine, Staubsauger, Bett, Kleidung, etc.), aber auch aus dem zu niedrigen Regelsatz für Kinder. Neben den Interventionen bei Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 33 dem Energieversorger, Vermittlung von Hausrat, wurde auf die regelmäßige Teil- nahme an der Lebensmittelausgabe verwiesen, um mit dem dort eingesparten Geld Notwendiges kaufen zu können. Die psychosoziale Belastung durch Arbeits - und Mittellosigkeit wurde durch die Pan- demie verschärft. Unsere Dienstleistungslädchen (Fahrradwerkstatt, Kinderfrisier- stube) konnten geöffnet bleiben, weil dort nur einzelne Personen bedient wurden bzw. konnten auf der direkt angrenzenden Wiese die Kunden der Fahrradwerkstatt Kontakt mit dem dortigen Mitarbeiter aufnehmen. Unser Vereinstreff mit Cafébetrieb dient als niedrigschwelliges Angebot zur sozialen Beratung bzw. Austausch von Menschen in der gleichen Lebenslage. Da wir über eine Außengastronomie verfügen, wurde dieses Angebot rege genutzt (die soziale Bera- tung fand auch entweder einzeln im Büro der draußen auf der Wiese statt). Nach und nach fand Berat ung auch w ieder in Innenräumen nach Testung und evtl. mit Mund - Nasen-Schutz statt. Unser Sommerfest konnte nicht durchgeführt werden. Wir haben aber zur Entlastung von Familien eine Kinderferienwoche angeboten. In Kleingruppen wurden Ausflüge o- der Bastel- und Kreativangebote organisiert. Auch im vorgenannten Zeitraum hatte n die Jobcenter so gut wie keine Präsenzbera- tung, so dass telefonische Anfragen, E -Mails an die jeweiligen Teams, Ausdrucken von Anträgen, Anträge ausfüllen und stellen etc. über das Kellerladen-Büro liefen. Die Menschen haben ein Smartphone, keine eigene E-Mail-Adresse, keinen Drucker. Zö- gernde Bewilligungen und Auszahlungen von Leistungen wurden zu einem existenz- bedrohenden Szenario. Der Kellerladen nimmt regelmäßig an der „Bilderstöckchen -Konferenz“ teil und hat eine Kooperation mit den verschiedenen Familienzentren vor Ort. Eine gute Verbin- dung existiert zum Caritasverband f.d. Stadt Köln, besonders zur Schuldnerberatung und zum Migrationsdienst. Alle diese Treffen fanden als Videokonferenzen, aber auch öfter in Präsenz, statt. Die Hilfsgütertransporte in ein Roma-Lager in der Ostslowakei konnten wieder stattfin- den. Durch den Krieg in der Ukraine wurden dem Kellerladen unaufgefordert Spenden angewiesen mit der Bitte, Medikamente, Nahrungsmittel, Bekleidung etc. zu beschaf- fen und an die slowakisch/ukrainische Grenze zu bringen. Zwölf Hilfsgütertransporte wurden durchgeführt mit Hilfe von Besuchern und ehr enamtlich Mitarbeitenden des Kellerladens. Feste konnten selbstverständlich nicht durchgeführt werden. Dabei sind sie ein wichti- ger Bestandteil unserer Öffentlichkeitsarbeit und es ergibt sich immer ein finanzielle r Überschuss, der unsere Arbeit unterstützt. Seit Sommer 2012 ist der Kellerladen e.V. als Träger gem. AZAV zertifiziert (als Maß- nahme wurde das Jugendbüro zertifiziert). Im Jahr 2022 wurde die Re -Zertifizierung erfolgreich absolviert. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 34 Lindweiler Treff e. V. Beratungsstelle des Diakonischen Werks Köln und Region Der Lindweiler Treff und dessen Arbeitslosenzentrum liegen in geographisch günstig gelegener Position im Stadtteil Lindweiler, da sie auf dem zentralen Platz verortet und gut erreichbar sind. Dieser ist im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes frisch saniert und wird über verschiedene gemeinsame Aktivitäten als Zentrum von Lindwei- ler neu belebt. Regulär nehmen jede Woche bis zu 240 Besucherinnen und Besucher die Ange- bote/Aktivitäten des Lindweiler Treffs wahr. Hinzu kommen jene, die Veranstaltungen oder das Secondhandcafé besuchen bzw. an verschiedenen Einzelproj ekten teilneh- men oder Gruppen, die die Räumlichkeiten selbständig und/oder selbstorganisiert nut- zen. Insgesamt besuchten im Jahr 2022 und im ersten Quartal 2023 ca. 3000 Men- schen den Lindweiler Treff. Regionale Problemlage und Folgen der anhaltenden Krisen Der Lindweiler Treff hat langjährige Erfahrung in der Begleitung von Menschen ohne Erwerbstätigkeit und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen. Um den Ratsuchen- den in ihrer sozialen Problemlage partnerschaftliche Unterstützung anzubieten, hat es sich bewährt, Angebote grundsätzlich niedrigschwellig und sozialräumlich auszurich- ten. Demnach sind die Angebote des Arbeitslosenzentrums für alle Ratsuchenden of- fen und zeitnah verfügbar. Der Zugang in die Angebote erfordert keine Antragstellung und Kosten. Diese geringen Anforderungen an die Inanspruchnahme der Angebote erleichtert Rat- suchenden den Zugang zu Hilfen und Unterstützungsangeboten. Die Herausforderungen sind aufgrund der besonderen Lage nach wie vor enorm hoch und wurden durch die verschiedenen anhaltenden Krisen aus 2020 bis 2022 teilweise verstärkt. Im gesamten Kölner Beratungsnetz waren 2021 bereits steigende Beratungs- und Be- darfslagen durch die Folgen der Pandemie zu beobachten. Durch den Krieg in der Ukraine und den hohen Flüchtlingsstrom au ch nach Köln, die gestiegenen Energie- kosten und die Engpässe in der Versorgungslage nahm die Zahl der Beratungssu- chenden in 2022 noch einmal zu. Der demographische Wandel führt zu einer Überalterung - hinzu kommt der Aus- und Wegzug der Kindergeneration. Gleichzeitig gibt es einen Generationswechsel. Freiwerdende Wohnungen werden vor allem durch Familien im SGB II -Bezug und Personen mit Migrationshintergrund neu bezogen. Der Anteil dieser beiden Bewohnergruppen in Lindweiler wächst überdurch- schnittlich. Ende des Jahres 2018 waren 23,2% Bewohner Lindweilers im SGB II Bezug, was weit über dem Durchsch nitt der Stadt Köln liegt (12,8 %). Die Quote der Bedarfsgemein- schaften nach dem 2. Sozialgesetzbuch lag bei 17,5% (Stadt Köln 10,9%). Fast die Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 35 Hälfte der Einwoh nerInnen besitzen einen Migrationshintergrund oder sind ausländi- scher Herkunft (46,2%/Stadt Köln 39,1%).1 Akteure im Lindweiler Treff Hauptamtliche Mitarbeiter Im Lindweiler Treff sind in der Regel zwei qualifizierte Fachkräfte tätig, eine Diplom - Sozialwissenschaftlerin (mit dreißig Stunden) und eine Sozialarbeiterin (mit 30 Stun- den). Darüber hinaus arbeiten drei Schüler -Coaches auf Minijob-Basis sowie weitere projektbezogen tätige Honorarkräfte. Ehrenamtliche Mitarbeiter Ferner sind ca. 40 langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lind- weiler Treff tätig. Auch hier ist die Überalterung spürbar. Die Akquise neuer ehrenamt- licher Helfer gestaltet sich gut. Die ehrenamtliche Tätigkeit bietet vor allem Langzeit- arbeitslosen eine sinnvolle Beschäftigung. 2022 konnten die Fachkräfte des Lindweiler Treffs trotz vieler pandemiebedingter Einschränkungen neue Ehrenamtliche akquirie- ren. Angebote und Projekte des Arbeitslosenzentrums Für die Angebote/Aktivitäten stehen ein multifunktionaler Gr uppenraum für 25 Perso- nen und ein Beratungsraum für vertrauliche Gespräche zur Verfügung. Hinzu kommen ein Büroraum und die Räumlichkeiten des Secondhandcafé Schatztruhe. Café Schatztruhe Schräg gegenüber des Lindweiler Treffs befindet sich das Secondhand Café Schatztruhe. Hier geben Menschen aus den umliegenden Stadtteilen und Gemeinden ihre gut erhaltene Kleidung ab. Menschen, die nicht viel Geld besitzen, wird so die Möglichkeit eröffnet, günstig Kleidung und Haushaltswaren gegen eine Spende zu er- werben und sich bei einer Tasse Kaffee über Neuigkeiten auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und Gemeinsames zu planen. Auch Haushaltswaren, Bücher und Spielsa- chen werden hier angeboten. Sortiert und verkauft wird die Ware von 12 ehrenamtli- chen Frauen aus dem Sta dtteil, die größtenteils Arbeitslosengeld II beziehen. Durch ihre Tätigkeit erhält ihre Woche Struktur, sie erfahren Aufwertung, werden selbstsicher und können für andere Menschen etwas bewirken. Das Café ist an fünf Tagen in der Woche am Vormittag geöffnet. Gerade für Menschen, die sich in der Erwerbslosigkeit befinden, bietet das Café die Möglichkeit einer Strukturierung ihres Alltages – hier wer- den sie nicht über das „Fehlen von etwas“ definiert, sondern über ihr Engagement „für Etwas“. Sie erwerben durch ihre Mitarbeit zudem Schlüsselqualifikationen und soziale Kompetenzen, die ihnen bei einer Rückkehr in das Berufsleben hilfreich sind. Regel- mäßige Teamsitzungen und kleine Fortbildungen von rund zwei Stunden unterstützen die Ehrenamtlichen bei ihrer Tätigkeit. Eine besondere Aktion war im Dezember ein Dankeschön-Ausflug mit den Ehrenamt- lichen ins Rautenstrauch-Joest-Museum mit einer Führung durch die Ausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ und einem anschließenden Essen. 1 Stadt Köln-Amt für Stadtentwicklung und Statistik: Kölner Stadtteilinformati- onen, Zahlen 2018. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 36 Stadtteilfrühstück Jeden Morgen findet in der Zeit von 09.30 bis 11.30 Uhr ein Stadtteilfrühstück für Bewohner/innen aus Lindweiler statt, welches vor allem von erwerbslosen Menschen in Anspruch genommen wird. Hier bestehen die Möglichkeit des gemeinsamen Aus- tausches und der Zugang zum Beratungsangebot für Rat- und Hilfesuchende. Orga- nisiert und zubereitet wird dieses von erwerbslosen Menschen aus dem Stadtteil. Lebensmittelschrank Der Lebensmittelschrank ist eine nichtöffentliche Lebensmittelausgabe. Menschen aus dem Stadttei l können im Notfall während der regulären Öffnungszeiten die Ein- richtung besuchen und einmal im Monat Lebensmittel erhalten. Die Lebensmittel wer- den durch finanzielle Spenden käuflich erworben. Das Angebot bezüglich einer Schuldnerberatung wird ausgesprochen, ist aber für den Ratsuchenden nicht verpflich- tend. Schuldnerberatung Die monatlich stattfindende Außensprechstunde der Schuldnerberatung des Diako- nischen Werks wurde auch im Jahr 2021 weitergeführt. Die Ratsuchenden erhalten die Möglichkeit, inne rhalb der bereits bekannten institutionellen Strukturen nieder- schwelligen und kostenlosen Zugang zu Hilfe und Beratung in Bezug auf ihre finanzi- elle Situation zu erhalten. Auf diesem Wege ist bei Bedarf ein nahtloser Übergang aus dem Angebot des Arbeitslosenzentrums möglich. Nähtreff Einmal in der Woche findet vormittags der Nähtreff statt. Unter Anleitung einer ehren- amtlichen Mitarbeiterin, können Frauen aus dem Stadtteil gemeinsam Taschen, Kis- sen, Topflappen etc. zum Eigenbedarf oder auch zum Verkauf au f dem Weihnachts- markt nähen. Der Nähtreff trägt dazu bei, dass vor allem Frauen aus ihrer situations- bedingten Isolation heraustreten und einer eigenständigen Arbeit -die Herstellung ei- gener Erzeugnisse- nachgehen. Hier erfahren sie Wertschätzung, dass zum Selbst- wertgefühl beiträgt und die Teilnehmerinnen aus ihren Depressionen herausholt. Internationales Frauencafé Seit 2021 wird ein wöchentlich stattfindendes Internationales Frauencafé angeboten. Geleitet wird dieses von einer ehrenamtlich tätigen Lehreri n, die jede Woche ein Thema vorbereitet, das aus dem Kreis der Teilnehmerinnen heraus gewünscht wird. Bei den Themen handelt es sich beispielsweise um Frauenrechte, Eindämmung der Gewalt gegen Frauen, Bildungsmöglichkeinen für Mütter, Wiedereinstiegsmöglichkei- ten in niedrigschwellige Berufe. Ein besonderes Ziel des Internationalen Frauencafés ist es, ein Netzwerk zu bieten und einen Rahmen zu schaffen, in dem den Frauen die Möglichkeit gegeben wird, in einem geschützten Rahmen über ihre Probleme und Sor- gen zu sprechen. Computerclub Der Computerkurs ist ein Angebot das alle zwei Wochen vormittags stattfindet und sich an Menschen richtet, die Interesse daran haben, ihre Computerkenntnisse aufzufri- schen oder neue Computerkenntnisse zu erlernen. Durchgeführt w ird dieser Compu- terkurs von einem arbeitslosen, ehrenamtlichen Mitarbeiter. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 37 Foodsharing Jeden Montag findet das seit 2021 vom Lindweiler Treff in Zusammenarbeit mit einer Ehrenamtlichen initiierte Foodsharing statt. Dieses Angebot wird vor allem von Anwoh- nern mit geringem Einkommen stark genutzt. Qualifizierungsangebote In Qualifizierungsangeboten, wie laufenden Computer- und Internetkursen, haben die Ratsuchenden die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren und eigenständig Be- werbungsunterlagen zu erstellen. Suchtberatung In die Suchtberatung kann sowohl niedrigschwellig weitervermittelt als auch eine Sprechstunde vor Ort organisiert werden. Mittagstisch Seit März 2022 wird ein frisch zubereitetes Mittagessen für Geringverdiener und Er- werbslose angeboten. Dieses Angebot wird von Langzeitarbeitslosen gestaltet und von einer Fachkraft begleitet. Während des Angebotes werden Beratungsbedarfe fest- gestellt und die weitere Beratungsstruktur übertragen. Gleichzeitig kommen die Besu- cher des Angebotes ins Gespräch und vernetzen sich. Das Angebot bietet den Gestal- tern eine Strukturierung ihres Tages und sie erleben eine Wertschätzung, die zum po- sitiven Selbstbild führt. Kölner Beratungsnetz Der Lindweiler Treff ist als Arbeitslosenzentrum Mitglied des Kölner Beratungsnetzes. Dies ermöglicht eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit den anderen Er- werbslosenberatungsstellen und Arbeitslosenzentren in Köln. In der täglichen Arbeit werden je nach Bedarf und individueller Situation Ratsuchende an die anderen Träger vermittelt, um eine bestmögliche Unterstützungsleistung zu garantieren. Das Bera- tungsnetzwerk trifft sich vier - bis sechsmal im Jahr, um sich untereinander fachlich auszutauschen, kollegial zu beraten, die Interessen der Ratsuchenden in der Öffent- lichkeit zu vertreten sowie gemeinsame Aktivitäten zu planen und durchzuführen. Das Ziel des gemeinsamen Beratungsnetzwerkes ist, dieses für Kölns Bürgerinnen und Bürger zu erhalten. Veedel e. V. Köln Mitglied im Ziel der Arbeit ist die Stabilisierung und Aktivierung von Langzeitarbeitslosen und von Langzeitar- beitslosigkeit bedrohten Personen. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 38 Durch niedrigschwellige Angebote, Begegnungs- und Betätigungsmöglichkeiten so- wie durch die Beratung und Unterstützung von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten werden wichtige Veränderungen in den Lebensumständen der Betroffe- nen erzielt. Zielgruppen sind vor allem die Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Be- drohten in Ostheim und den angrenzenden Stadtteilen. Für die Besucher des ALZ werden verschiedene Begegnungs-, Betätigungs-, Bildungs- und Freizeitmöglichkei- ten geschaffen. Für die Angebote wird je nach Umfang Öffentlichkeitsarbeit betrieben durch  Anschläge und Handzettel in den Siedlungen und Stadtteilen,  Auslagen von Infoblättern bei Institutionen sowie öffentlichen und sozialen Einrichtungen des Stadtgebietes, Offene Angebote im „Café im Veedel“:  Frühstückscafé Mo, Mi, Fr. 9:00h – 12:00h  Kreativangebote Nähkurs, Di, 16-18:00h  „Mittagstisch mit Axel“ Mi, 12:00h – 14:00h  „Warme Stube“ Klönen und Aufwärmen in der Energiekrise seit Dezember 2022, Vormals „Frühstückscafé“ bis Mai 2023  Café für Geflüchtete (Kochen von und für Ukrainer*innen) Di, 17:00h bis 22:00h (März bis Oktober 2022)  Saisonale Feste:  Frühlingsfest  Adventfest  Nikolausfest  Ostheimer Weihnachtsmarkt  Bewohnertreffpunkt  Info-Börse für den Stadtteil  Vermietung für private Feiern Kooperationen und Verweisberatung: (Ratsuchende werden von dort an uns verwiesen und umgekehrt)  Erwerbslosenberatungsstelle des Vingster Treffs  GAG  Fachstelle Wohnen / ASD  Lebensmittelausgabe  Caritas und Ev. Kirchengemeinde  Offene Kinder- und Jugendeinrichtung „OT Ostheim“  Jugendhilfeschwerpunktträger LOGO gGmbh  Wir für Pänz e.V. / Krabbelgruppe „Kleine Pänz“ Ostheim  Schulen und Kindertageseinrichtungen im Sozialraum  alle Teileinrichtungen des Veedel e.V. (Jugendeinrichtung, Campus Arbeit, Sozialraumkoordination, WIN-Ostheim) Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 39 Besucher*innenzahlen. Insgesamt nahmen 2.153 Besucher*innen in 2022 die Angebote des Arbeitslosen- zentrums (ALZ) wahr. 285 Besucher*innen nahmen an Veranstaltungen mit freizeitbe- zogenem Charakter teil, 314 Personen nutzten Informations - und Bildungsveranstal- tungen, im Bereich Begegnung und Selbsthilfe gab es 520 Teilnehmern*innen (Cafe), zum Thema Betätigung/Ehrenamt trafen sich 84 Teilnehmern*innen. Zusätzlich nutz- ten 140 Teilnehmer*innen die vom ALZ angebotene Impfaktion. Besucher*innenzahlen im ersten Quartal 2023  48 Besucher*innen von Freizeitveranstaltungen  112 Besucher*innen von Informations- und Bildungsveranstaltungen  51 Besucher*innen im Bereich Selbsthilfe  19 Besucher*innen aus dem Bereich Ehrenamt Im Winterquartal werden die Angebote i.d.R. weniger frequentiert. Die Beratung und die Informationsveranstaltungen konzentrierten sich auf den Bereich Energieberatung und Wohngeld. Beides wird über die neue Förderung ab Mai ausgebaut. Die Erreichbarkeit des ALZ war auch in den Schließungszeiten Mo -Fr. von 8.00 -16.00 telefonisch über unsere Zentrale, ab Sommer wieder in Präsenz jederzeit möglich. Zudem wurde ein e mobile Notrufnummer veröffentlicht. Über diese Nummern konnte telefonisch mit den zuständigen Mitarbeiter*innen Kontakt aufgenommen werden. Sozialberatung Bis zum Frühjahr/Sommer 2022 wirkte sich die Corona -Pandemie weiterhin auf den Beratungsalltag aus. Die auf der Homepage des Veedel e. V. sowie durch Aushänge im Stadtteil beworbene Ausweitung des Beratungsangebots auf telefonische Beratung wurde weiterhin von den Ratsuchenden genutzt. Digitale Angebote konnten aufgrund von fehlenden digitalen, sprachlichen oder schriftlichen Kompetenzen des Klientels nur begrenzt in Anspruch genommen werden. Zunächst wurden Beratungen nach Terminvereinbarung unter Einhaltung der jeweils aktuell geltenden Coronaschutzverordnungen angeboten. Nach der Sommerpause fand die Beratung meist wieder in Präsenz statt. Durch den eingeschränkten öffentlichen Zugang zu Behörden, hatte die Vermittlung und Unterstützung der Ratsuchenden insbesondere über digitale Zugangswege eine herausragende Bedeutung im Beratungsgeschehen 2022. Auffallend war, dass die Beratungsfälle eine hohe Komplexität besaßen und viel Beratungszeit vereinnahmten. Einfache und damit schnell zu bearbeitende Anliegen kamen in der Beratungspraxis in diesem Jahr kaum vor. Aufgrund des zeitlichen Mehraufwandes der Beratungsfälle und personeller Verände- rungen fanden im diesem Jahr (2022) 87 Beratungen (i.d.R. mit mehreren Terminen) statt. Terminvereinbarungen waren mit 1- 2-wöchigem Vorlauf möglich. In 2023 waren es von Januar bis April 26 Beratungsfälle. Im Jahr 2022 gab es insgesamt 87 Beratungskontakte, die überwiegende Mehrheit fand persönlich statt. 98% der Menschen kamen aus unserem Stadtbezirk, ca. 2% kamen aus anderen Stadtteilen. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 40 31% der Ratsuchenden haben die deutsche Staatsangehörigkeit, der Anteil der Men- schen mit Migrationshintergrund liegt bei 69%. 72% (Vorjahr 66%) der Ratsuchenden bestreiten ihren Lebensunterhalt primär durch ALG II. Zur Berufsausbildung liegen le- diglich von 26 Befragten Angaben vor. 97% der zu Beratenden sind über 25 Jahre alt, Die Anzahl an Personen bzw. Haushalten mit mehreren Einkunftsarten, auch weiteren Transferleistungen, ist weiterhin recht hoch. Der Anteil Alleinerziehender beträgt 15%, der von Haushalten mit vier oder mehr Familienangehörigen ist gleichbleibend hoch bei 42%. Die Verteilung der relevanten Rec htsgebiete in der Beratung - 45% davon bezogen sich auf das SGB II - ist gleichgeblieben, mit einem Anteil von 10 % gab es eine Zu- nahme bei Beratungen im Bereich Ausländerrecht (Aufenthaltstitel/Einbürgerung). Die Widerspruchsbearbeitung konzentrierte sich auf fehlerhaftes oder massiv verspätet angerechnetes Einkommen durch das Jobcenter. Die psychosoziale Situation war in 23 Beratungen Schwerpunktthema. Eine herausrage nde Bedeutung hatte 2022 mit 37% der Fälle die Beratun g in akuten Notsituationen (u. a. drohender Wohnungsver- lust, Mittellosigkeit) und hoher psychosozialer Belastung. Mit nur 2% weiterhin rück- läufig kamen Ratsuchende zum Thema Bildungs- und Teilhabepaket in die Beratung. Der Anteil von funktionalen Analphabe ten, die Lese - und Schreibhilfe benötigen, ist gleich hoch geblieben. Zusätzlich zu den oben beschriebenen dokumentierten Beratungsfällen gab es  143 telefonische Beratungen  43 Beratungen per Mail  geschätzte 120 „Flur-Kurzberatungen“ vor und nach Veranstaltungen Für 2023 fanden statt:  32 telefonische Beratungen  8 Beratungen per Mail  Ca. 20 Kurzberatungen Ausblick auf das Jahr 2023  Sammelveranstaltungen Anfang des Jahres fanden an drei Standorten zu den Themen Bürgergeld, Wohn- geld, sowie zu den Folgen von Energiekrise und Inflation Veranstaltungen statt  Seit Januar 2023 Energieberatung Verstärkung der Beratung zu den Folgen der Energie- und Inflationskrise durch zu- sätzlichen Mitarbeiter  Mai 2023, zusätzliche Beratung Vollzeitkraft für Energieberatung im Auftrag der Stadt und in Kooperation mit dem Bürgerzentrum Vingst Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 41 Bürgerzentrum Finkenberg Berichtszeitraum: 01.05.2022 – 31.03.2023 Im Mai 2022 erhielt das Bürgerzentrum Finkenberg im Rahmen des Förderprogramms ArBOr – Kommunale Förderung der Arbeitslosenzentren die Bewilligung für das Bera- tungs- und Begleitungsangebot arbeitsloser oder von Arbeitslosigkeit bedrohter Men- schen in Porz Finkenberg. Im Rahmen der Förderung wurde im August 2022 eine nie- derschwellige kostenlose Beratungsstelle aufgebaut. Der Schwerpunkt der Arbeit war die individuelle Beratung und Unterstützung zu Fragen und Problemen, die im Zusam- menhang mit Erwerbslosigkeit aufgetreten sind. Die Angebote der Beratungsstelle umfassten im Einzelnen: - Information und Beratung rund ums SGB II, SGB III - Hilfe in besonderen Problemlagen der Arbeitslosigkeit - Bescheide erklären und prüfen, Antragsunterstützung - Vermittlung weitergehender Hilfen - Computer- und Internetnutzung für Stellenrecherche und Bewerbungen - Workshops Menschen in Armut, ohne Arbeit oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen brau- chen Unterstützung. Besonders wichtig war deshalb die Aufklärung über Ansprüche, Rechte und Pflichten sowie Gespräche über persönliche und berufliche Perspektiven. Durch die gute Vernetzung mit den lokalen Akteuren konnte im Jahr 2022 die Beratung jeden Tag in Porz Finkenberg angeboten werden. Um möglichst viele Betroffene zu erreichen und zu begleiten, fand die Beratung im Bürgerzentrum Finkenberg, im Job- Werk Porz und im Begegnungszentrum Porz statt. Es standen drei Beratungsräume sowie nach Bedarf ein Veranstaltungsraum zur Ver- fügung. Im ersten Quartal 2023 fand die Beratung ausschließlich im Bürgerzentrum Finkenberg an zwei Tagen in der Woche statt. Der Aufbau eines vertrauensvollen Settings ist für den Erfolg der fachlichen Beratungs- arbeit Voraussetzung. Es wurden insgesamt 89 Betroffene beraten und unterstützt. Die Länge und Intensität der Gespräche bl ieben hoch: gefragt war eine Vielfalt von Inhalten. Es ging sehr oft um sozialrechtliche Fragen, wie Formulare und Bescheide erklären. Fragen richteten sich auf die berufliche Entwicklung, Arbeitssuche, Arbeits- aufnahme, Arbeitsverlust, auf arbeitsrechtliche Probleme, auf Krankenkasse und an- dere Sozialversicherungen, auf aufstockende Sozialleistungen. Speziell bei den Mig- rant*innen mit begrenzten sprachlichen Ressourcen und geringen Kenntnissen deut- scher gesellschaftlicher Regeln registrierte die Beratung vielfältige Bedarfe. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 42 Einige Beratungen zogen sich über mehrere Termine, da immer neue Probleme zu- tage traten. So konnten mit den Ratsuchenden auch Ordnung in alle Unterlagen ge- bracht werden und dann an Fachstellen (z.B. Schuldnerberatung oder Verbraucherzentale) verwiesen werden. Bei Mietschu lden/Kündigung der Wohnung hat sich die Zusammenarbeit mit BerMico Porz (Beratung und Mietcoaching SKM) als sehr hilfreich herausgestellt. Verfestigte Erwerbslosigkeit und multiple Problemlagen kennzeichn eten die Bera- tungsbedarfe der Bewohner *innen in Finkenberg. Digital abgehängte Menschen, die keinen Zugang zur Logik der Digitalisierung haben , machten einen Großteil der Hilfe- suchenden aus. Es ist für sie schwierig bis unmöglich ohne Unterstützung an wichtige Informationen zu kommen. Es besteht kaum Kontakt zur „Arbeitswelt“, daher gibt es auch wenig bis gar keine Erfahrung über Erwartungen des Arbeitsmarktes. Die Über- schuldungsproblematik überschattet die Lebensgestaltung. Finanzielle Grundbildung ist kaum vorhanden. Die Existenzsicherung steht im Vordergrund. Daher wurde in der Beratung darauf geachtet, nachhaltige Lösungen mit den Klient*innen zu entwickeln. Kleine Schritte wurden vereinbart und viel Aufklärungsarbeit geleistet, um ein Funda- ment für weiterführende Beratungsarbeit aufzubauen. Im Rahmen des Beratungsangebots wurde auch auf Bedarfe der Zielgruppe reagiert und unterstützende Angebote zum Thema Digitalisierung entwickelt und umgesetzt. Für einen sicheren Umgang mit Computern, dem Internet und den gängigen Anwen- dungen wurde der Workshop „Fit für den Job mit MS Office“ angeboten. Das Zusam- menstellen der Bewerbungsunterlagen und die Suche nach geeigneten Jobangeboten und Ausbildungsplätzen waren sehr zeitaufwendig, wirkten sich jedoch motivationsför- dernd aus und hatte einen guten Effekt auf die berufliche Orientierung. Mit dem Work- shop „Bewerbungstraining für Frauen“ bekamen Frauen unter Anleitung einer erfahre- nen Beraterin wertvolle Tipps rund um die Bewerbung und k onnten mit anderen Frauen Erfahrungen austauschen. Jeden Dienstag stand kostenlos PC mit Internetzu- gang und Drucker zur Verfügung, der zur Stellenrecherche und zum Erstellen von Be- werbungsunterlagen genutzt werden konnte. Kooperations- und Netzwerkarbeit Neben der fachlichen Beratungsarbeit ist eine gezielte Vernetzungs- und Öffentlich- keitsarbeit wichtig. Deshalb wurde der Fokus verstärkt daraufgelegt, das neue Bera- tungsangebot in Porz-Finkenberg bekannt zu machen. Vernetzung und Kooperation  Durchführung von Kooperationsgesprächen und Arbeitsfeldvorstellungen  fachlicher Austausch mit Institutionen, die mit den Belangen der Betroffenen in Berührung kommen  Fachgespräch mit dem Jobcenter Porz  Teilnahme an Arbeitskreisen Öffentlichkeitsarbeit Um bei den Betroffenen für die Nutzung des Beratungsangebots zu werben, erfolg- ten folgende Schritte:  Erstellung eines Flyers Sowohl Betroffene als auch Multiplikator*innen wurden über das Beratungsan- gebot im Quartier informiert. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 43  Mediale Präsenz Zur Bekanntmachung der Beratungsstelle wurden Zeitungsartikel verfasst, die das Beratungsangebot vorstellten. Die Webseite www.parisozial-koeln.de in- formierte über die aktuellen Angebote der Beratungsstelle.  Netzwerkverteiler Das Bürgerzentrum Finkenberg informiert über den Netzwerkverteiler zu Bera- tungsangebot. Fazit Trotz des knappen Projektzeitraums konnte das Konzept des Förderprogramms Ar- beitsbezogene Beratung und Orientierung realisiert werden. Es ist gelungen, eine niedrigschwellige Beratungsstelle rund um das Thema Arbeitslosigkeit und Arbeit in Finkenberg aufzubauen. Die Resonanz auf das neue langfristige Beratungsangebot ist sowohl bei den Klient*innen als auch bei den Kooperationspartner*innen groß. Ausblick Im Jahr 2023 steht die Etablierung der Beratungsstelle als langfristiges Angebot im Vordergrund. Bestehende Kooperationen sollen gefestigt und ausgeweitet werden, um die Synergien und die Nachhaltigkeit zwischen den Angeboten im Sinne der Betroffe- nen zu erhöhen. Die Komplexität alltäglicher Problemlagen erfordert die Entwicklung von kleinschritti- gen Lösungsstrategien in der Beratung. Außerdem ist es sehr wichtig den Zugang zu (digitalen) Informationen bereitzustellen und die Zusammenhänge /Nutzung zu erklä- ren (z.B. die JobCenter-App). Die Lotsenfunktion eröffnete den Betroffenen den Weg zu weiterführenden Beratungs- und Hilfsangeboten. Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 Angebote des Beratungsnetz Köln 2022 + 1. Quartal 2023 44 Anerkennungsberatung zu schu- lischen und berufl. Abschlüssen PIE (Erarbeitung von Perspekti- ven im Erwerbsleben) KIM (Casemangement für junge Zugewanderte) REACT – Unterstützung von Menschen aus Südost-Europa Offene Familienberatung Beratung für Geflüchtete Infoveranstaltungen/ Digi- tale Angebote Informationen zum ALG II Energie Sparen Hohe Energiekosten Rechte auf dem deutschen Ar- beitsmarkt (Deutsch, Arabisch, Ukrainisch) Inforeihe zum SGB II auf WDRforYou für Ukrainer:innen Step by step – Stärkung digitaler Kompetenzen Email – Erste Schritte Online Beratung ABC goes digital Fortbildungen für Multipli- kator:innen Aktuelles zum SGB II Workshops für Lehrkräfte in In- tegrations & Berufssprachkursen Kurse Bewerbungstraining & Bewer- bungstrainingsmodule ABC der Online-Bewerbung Alphabetisierungskurse Integrationssprachkurse Sozialpädagogische Begleitung bei Deutschkursen Berufsbezogener Konversati- onskurs Kurse zur Stärkung der Kom- munikation und Orientierung im Veedel Nachholen externer Schulab- schlüsse nach Kl.9 +10 MiA Kurse für Männer und Frauen Kurse Beruf & Karriere Kurse zu Themen der Gesund- heit, Bildung, Fremdsprachen Resilienztraining Digitales Empowerment Förderangebote für Kinder und Jugendliche Einzelcoaching für Jugendliche ins Berufsleben Nachhilfeangebote Übermittagsbetreuung PC Gruppen Hausaufgabenbetreuung Eltern-Kind-Gruppen Kreativangebote Offene Angebote/Treffen Interkulturelles Frühstück Offener Treff für Zugewanderte Frauencafé /Erwerbslosencafé PC-Nutzung zur Stellensuche Formularhilfe Sprachcafé für Geflüchtete Grünes Vingst Gesundheitscoaching Spielnachmittag für Mütter und Väter mit Kindern im Alter von 5- 7 Jahren Walking Gruppe Meditation Väter-Club/ Väter-Treff Freitagsfrühstück für Menschen mit und ohne Arbeit Nähtreff/Nähwerkstatt Interkulturelle Kochgruppen Café Schatztruhe (Treffpunkt im Stadtteil) Secondhand-Café Vereinstreff im Waggon Nachtcafé (Interkulturelle) Seniorentreffs – Gedächtnistraining und Spiele- nachmittag Infocafé mit Referentinnen u.a. zu Frauengesundheit & Verhü- tung, Selbstverteidigung, Notruf Ausflüge und Exkursionen in Köln und Umgebung Dienstleistungen Begleitprojekt ins Jobcenter Catering Fahrradreparatur Kinderfriseur Raumvermietung Seniorenkalender Holzwerkstatt Reparatur von Möbeln, Kunstgewerbe Schreinerei - Anfertigung von Kleinmöbeln, Reparaturen etc.) Wöchentliche Lebensmittelaus- gabe Verleih - E-Bike Lastenrad Bistro Sprachmittler:innen Klamottenausgabe (Second Hand) Krabbelgruppe Kinderbetreuung /auch U3 AGH und Beschäftigung nach (§16i und §16e SGB II) Veranstaltungen Weltkindertag Familienfest Hennaabend Nachbarschaftsfest Internationaler Frauentag Beratungsangebote Beratung zum SGBII, III, XII KDU- Kosten der Unterkunft Sozialberatung in arabischer, per- sischer (farsi), türkischer, eng- li- scher, eritreischer (tigrinya), spa- nischer, bulgarischer, russischer und französischer Sprache Beratung zu Arbeitsrecht und pre- kärer Beschäftigung / Unter-stüt- zung bei Arbeitsausbeutung Wege in Arbeit- Berufswege-pla- nung, Einzelcoaching auch für Arbeitssuchende mit gesundheitli- chen Einschränkungen Psychosoziale Beratung bei Stress und Angst Nahtlosigkeit – Übergang Krank- heit - ALGI Rechtsberatung, Schwerpunkt Zu- wanderungsgesetz Migrationsberatung Orientierungs- + Antragsberatung Teilhabe- und Bildungspaket Schuldnerberatung Verbraucherberatung im Quartier Energieberatung Beratung bei fehlender Kinderbe- treuung und Vereinbarkeit Familie und Beruf Vereinfachte Antragstellung, Kurz- arbeit, Soloselbstständige Beratung zur Existenzgründung Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023 45 Impressum Sachberichte Die Sachberichte liegen in der in der Verantwortung der jeweiligen Trä- ger: (in alphabetischer Reihenfolge) ArbeitslosenBürgerCentrum (ABC) Höhenhaus/Caritasverband für die Stadt Köln e. V., Begegnungs - und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V., Bürgerzentrum Finkenberg – Parisozial gGmbH Köln , eCHO – Engagiert in Chorweiler/PariSozial gGmbH Köln, Frauen gegen Erwerbslosigkeit e. V. , Kellerladen e. V., Kölner Arbeitslo senzentrum (KALZ) e.V., Lindweiler Treff - Diakonie Köln, Veedel e. V., Vingster Treff - Bürgerzentrum Vingst Layout Beate Mages, Fabian Goreth, Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst Koordination und Kontakt für das Kölner Beratungsnetz Beate Mages, Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst, Heßhofstr. 43, 51107 Köln, Tel.: 0221 – 870 50 90 Bernd Mombauer, Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V., Hans - Böckler-Platz 1 1, 50672 Köln, Tel.: 0221 – 546 10 72 Stand: 11.05.2023

Beratungsverlauf

  1. 14.09.2023

    Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren

    TOP 12.6, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
  2. 14.09.2023 zuletzt

    Wirtschaftsausschuss

    TOP 15.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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