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2181/2023

Bericht des Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung für das Jahr 2022 und das 1. Quartal 2023

Mitteilung Ausschuss 28.08.2023

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Nächste Beratung: Wirtschaftsausschuss, Sitzung am 14.09.2023, TOP 15.1

Mitteilung Ausschuss

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Ansehen

Jahresbericht 2022 und 1_Quartal 2023

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Ansehen

Mitteilung Ausschuss

3692 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
V/50/505 
 
Vorlagen-Nummer 28.08.2023 
 2181/2023 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 14.09.2023 
Wirtschaftsausschuss 14.09.2023 
 
Bericht des Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung für das Jahr 2022 und das 1. 
Quartal 2023 
Die Verwaltung legt in der Anlage den Jahresbericht 2022, ergänzt um das 1. Quartal 2023, 
des Kölner Beratungsnetzwerks Arbeits- und Erwerblosenberatung vor. 
Die mittlerweile elf im Kölner Beratungsnetz zusammengefassten Beratungsstellen berichten 
über ihre Aktivitäten für erwerbslose und sozial benachteiligte Menschen im Stadtgebiet Köln. 
Der Jahresbericht enthält neben einer umfangreichen statistischen Auswertung der Bera-
tungstätigkeit auch differenzierte Ausführungen zu dem Leistungsspektrum der einzelnen Trä-
ger. 
 
Bis zum 31.12.2020 wurden vier Erwerbslosenberatungsstellen und sieben Arbeitslosenzen-
tren durch das Land Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds 
(ESF) gefördert. Zusätzlich erhielten in 2020 vier Erwerbslosenberatungsstellen und vier Ar-
beitslosenzentren eine Förderung aus kommunalen Mitteln auf Basis der vom Rat der Stadt 
Köln 2009 beschlossenen Konzeption zur Arbeitslosenberatung in Köln. Vingster Treff und 
KALZ e.V. erhielten zusätzlich eine institutionelle Förderung für die Aufgaben der Betreuung 
des Beratungsnetzwerkes. 
 
Die ab 2021 eingestellte Förderung des Landes und der EU konnte für alle bestehenden An-
gebote zunächst durch eine überplanmäßige Ausgabe kompensiert werden (Session 
3244/2020). Mit Beschluss des Finanzausschusses vom 04.10.2021 nach Vorberatung im 
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren am 30.09.2021 wurde das Förderpro-
gramm ArBOr geschaffen. (Session 2876/2021). Das Förderprogramm verfolgte das Ziel der 
Zukunftssicherung eines niedrigschwelligen Beratungsangebotes in Köln und somit der inhalt-
lichen Fortsetzung des Angebots der bisherigen Arbeitslosenzentren. 
 
Mit Beschluss vom 19.01.2023 (Session 3793/2022) ist mit dem neuen Förderprogramm „BO-
REA - Beratung und Orientierung für erwerbs- und arbeitslose Menschen" ein wichtiger Bau-
stein geschaffen worden, die Kölner Beratungsstruktur für arbeits- und erwerbslose Menschen 
zu erhalten und möglichst ohne Verluste in eine schlagkräftige neue gemeinsame Struktur 
nachhaltig zu überführen. 
 
Der Bericht zeichnet die Entwicklung des Beratungsnetzes nach, die aufgrund der beschriebe-
nen Änderungen für Köln notwendig war. Das Jahr 2022 und das 1. Quartal 2023 sind dabei 
durch den Übergangszeitraum gekennzeichnet, der sich aus einer Kombination von kommu-
naler Co-Finanzierung der Träger der Beratungsstelle Arbeit, des kommunalen Förderungs-

2 
 
programms „ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“ sowie kommunalen Zu-
wendungen an die Träger über den politischen Veränderungsnachweis zum Haushaltsplan 
2022 der Stadt Köln ergab. 
 
Hinsichtlich der inhaltlichen Beratungsarbeit enthalten die Berichte der Träger vereinzelt Hin-
weise auf die Zusammenarbeit der Beratungsstellen mit den relevanten Behörden und Leis-
tungsträgern wie insbesondere Jobcenter und Ausländerbehörde. Die Verwaltung hat diese 
Hinweise aufgegriffen. Im Rahmen des im Förderprogramm BOREA vorgesehenen Austausch 
(sog. „runder Tisch“) werden diese Themen mit Vertreter*innen der Leistungsträger im Sinne 
eines Qualitätsdialoges fortentwickelt. Ziel ist es vor allem, eine Kommunikationsstruktur zu 
entwickeln, um die beschriebenen Hinweise unmittelbar an betroffene Behörden und Leis-
tungsträger weiterzugeben und eine schnelle Lösung im Sinne der Bürger*innen zu finden.  
 
 
 
Gez. Dr. Rau

Jahresbericht 2022 und 1_Quartal 2023

123975 Zeichen

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 
               
JAHRESBERICHT 2022 + 1. QUARTAL 2023 
ZUR VORLAGE STADT KÖLN, AMT FÜR SOZIALES, ARBEIT  
UND SENIOREN 
 
in Kooperation mit

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
  
Inhalt 
Einleitung .................................................................................................................... 3 
Beratungs- und Besucher:innenzahlen 2022 .............................................................. 4 
Sachberichte der Beratungsstelle Arbeit .................................................................... 6 
ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln e. V. .................................... 6 
Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V. ..............................................................10 
Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst .....................................................................13 
Sachberichte der kommunal geförderten Erwerbslosenberatungsstellen ................. 16 
Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. .......................16 
Echo – Engagiert in Chorweiler /PariSozial Köln gGmbH * ....................................20 
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ......................................................................23 
Sachberichte zur arbeitsbezogenen Beratung und Orientierung in den ArBOr-
Beratungsstellen ....................................................................................................... 27 
Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen (BFmF) e. V...........27 
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ......................................................................29 
Kellerladen e. V. .....................................................................................................31 
Lindweiler Treff e. V. ..............................................................................................34 
Veedel e. V. Köln ...................................................................................................37 
Bürgerzentrum Finkenberg ....................................................................................41 
Impressum ................................................................................................................ 45

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 3 
 
Einleitung 
 
Der vorliegende Bericht sowie die Statistik zu Beratungen und Besucher:innen ist eine Ge-
samtdokumentation des Kölner Beratungsnetzwerk von insgesamt zehn Trägern, die als Be-
ratungsstelle Arbeit mit EU-Mitteln aus dem ESF und Landesmitteln NRW (Ministerium für Ar-
beit, Gesundheit und Soziales NRW) oder als Erwerbslosenberatungsstelle und/oder Arbeits-
losenzentrum kommunal gefördert durch Mittel der Stadt Köln - Förderprogramm ArBor - be-
auftragt sind, ihre Arbeit für erwerbslose, einkommensschwache und von prekärer Beschäfti-
gung betroffener Menschen im gesamten Stadtgebiet Köln durchzuführen.  
Hierzu finden sich im Verlauf einzelne Berichte der Träger, sowie ein Gesamtüber blick der 
Angebote, die 2022, trotz erschwerter Situation,  insbesondere im ersten Halbjahr auf Grund 
der noch anhaltenden Pandemie, vorgehalten wurden. 
 
Das Berichtswesen bezieht sich auf das Jahr 2022 und das erste Quartal 2023. 
Zum 01.04.2023 tritt ein neues Förderprogramm der Stadt Köln – BOREA – in Kraft, das eine 
neue Förderung durch kommunale Mittel für die Erwerbslosenberatungsstellen und Arbeitslo-
senzentren vorsieht. 
 
Förderstruktur 2022 und 1.Quartal 2023 
  
Über das Land NRW für die ESF Förderphase 2021/2027 sind, zunächst bis Ende 2025, als 
„Beratungsstelle Arbeit“ in Projektgemeinschaft beauftragt: 
 
ABC Höhenhaus, Caritas Verband für die Stadt Köln 
Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. (KALZ e.V.) 
Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst 
 
Die Träger erhalten zur Landesförderung ergänzend eine kommunale Förderung seitens der 
Stadt Köln. 
 
Über den politischen Veränderungsnachweis zum Haushaltsplan der Stadt Köln wurden als 
Erwerbslosenberatungsstelle in 2022 und im 1. Quartal 2023 folgende Einrichtungen geför-
dert: 
 
Begegnungs-und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. 
ECho – PariSozial Köln gGmbH  
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.  
 
Das kommunale Förderprogramm „ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“ ver-
folgt das Ziel der Zukunftssicherung eines niedrigschwelligen Beratungsangebotes in Köln und 
somit der inhaltlichen Fortsetzung des Angebots der bisherigen Arbeitslosenzentren.  Über 
„ArBOr“ wurden folgende Beratungsstellen gefördert: 
 
Begegnungs-und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. 
Bürgerzentrum Finkenberg, PariSozial Köln gGmbH  
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.  
Kellerladen e.V. 
Lindweiler Treff, Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH 
Veedel e.V.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 4 
 
Für übergreifende Funktionen und Projektentwicklung sowie zur Koordination des Netzwerkes 
erfolgt über kommunale Mittel eine institutionelle Förderung des KALZ e.V. und des Vingster 
Treffs, Bürgerzentrum Vingst, in ihren Funktionen als rechts - und linksrheinische Beratungs-
stellen.  
 
Die Träger der Beratungsstelle Arbeit, der Erwerbslosenberatungsstellen und der Arbeitslo-
senzentren haben ein Alleinstellungsmerkmal in der Arbeit mit den Zielgruppen, insbesondere 
mit langzeitarbeitslosen Menschen. Sie verfügen über teilweise jahrzehntelange Erfahrung in 
der Arbeit und weisen einen hohen Bekanntheitsgrad unter den ratsuchenden Menschen auf. 
Sie sind oftmals erste Anlaufstelle im „Veedel“ für ihre Bedarfe, Nöte und Fragen sowie für 
Nutzung von unterschiedlichen Angeboten im Bereich Bildung, Freizeit und Aktivitäten. 
 
Qualitätsmanagement - Akkreditierungs-und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung 
 
Auf Grund des § 184 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch – Arbeitsförderung –, der durch 
Artikel 2 Nummer 18 des Gesetzes vom 20. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2854) geändert wor-
den ist, verordnete das Bund esministerium für Arbeit und Soziales die gesetzliche Vorgabe 
der AZAV (Akkreditierungs -und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) für Träger , die 
Dienstleistungen am Arbeitsmarkt für die Agentur für Arbeit und /oder das Jobcenter durchfüh-
ren. 
 
Beratungs- und Besucher:innenzahlen 2022 
 
 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 
Beratungen 
insgesamt 
6829 5835 
 
5977 
 
5764 
 
5203 
 
5484 6005 6481 
Besucher- 
:innen insge-
samt 
11.625 12.585 15.228 16.433 16.411 7.544 7.216 
 
13.253 
 
Die Beratungszahlen setzen sich zusammen aus den Angaben der Beratungsstellen Arbeit, 
der Erwerbslosenberatungsstellen und der Arbeitslosenzentren gemeinsam, die Besucher:in-
nenzahlen sind Angaben der Arbeitslosenzentren. 
 
 
Schwerpunktthemen in den Beratungsstellen und Arbeitslosenzentren 
 
- spürbare Auswirkungen der in 2022 noch vorhandenen Pandemie: Einsamkeit, 
Isolation, fehlende Netzwerke. Probleme haben sich „aufgestaut“, z.B. bei Schulden, 
Versäumen von Fristen für Anträge oder Einreichen von Dokumenten etc. 
- Mit dem Angriffskrieg Russlan ds auf die Ukraine im Februar 2022 , Steigerung der 
Energiekosten, Lebenshaltungskosten und Inflation: Anstieg der Beratungsanfra-
gen aufgrund höheren Beratungsbedarfs, ab Mitte des Jahres Wartezeiten für Ratsu-
chende für einen Termin zur Beratung, zum Ende des Jahres kaum freie Termine zur 
Verfügung, ausreichender Beratungsbedarf konnte nicht gedeckt werden. Menschen 
sind verunsichert, psychische Belastungen steigen, Menschen geraten in existenzielle

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 5 
 
Nöte, sorgen sich um ihre Existenz (Einkommen, Leistungen) um ihre Gesundheit und 
um ihre Zukunft 
- Ukrainische Flüchtlinge: eine neue Zielgruppe mit neuen Bedarfen, Erweiterung der 
Sprachkenntnisse um ukrainisch und russisch, Informationsveranstaltungen und neue 
Angebote für die Zielgruppe 
- Armut: zunehmende sichtbare Armut und Anstieg der Armutsgefährdung, insbeson-
dere bei Familien mit Kindern, Alleinerziehenden, Älteren, Menschen mit internationa-
ler Familiengeschichte, Menschen, die bisher mit einem geringen Einkommen oder ei-
ner kleinen Rente über die Runden kamen, geraten in Armutsgefährdung. Existenzielle 
Nöte, Menschen haben weniger Geld zum Leben. 
- Wohnraum und Miete:  steigender Bedarf an fin anzierbaren Wohnraum, steigende 
Mieten und Mietnebenkosten, Räumungsklagen, drohende Obdachlosigkeit führten zu 
erhöhten Na chfragen in der Beratung . Menschen leben zum Teil in  unzumutbaren 
Wohnverhältnissen 
- Zugänge zu Behörden und Ämter: schlechte bzw. Nicht-Erreichbarkeit und Zugang 
zu Terminen in Präsenz, insbesondere ins Jobcenter und ins Ausländeramt. Viele Men-
schen haben aufgrund fehlender digitaler Kompetenzen nicht die Möglichkeit, digital zu 
kommunizieren und benötigen Hilfe und Unterstützung.  
- Neue Regelungen zu Wohngeld/Kindergeldzuschlag: verstärkte Nachfrage zu In-
formationen und Unterstützung bei der Antragstellung, sowie zum Ende des Jahres 
Nachfragen zu den neuen Änderungen ab 01.01.2023 zu Bürgergeld und Chancen 
Teilhabegesetz. 
 
Mit dem Angriffskrieg, den gestiegenen Lebenshaltungskosten, der Inflation und dem Klima-
wandel steigen die Ängste und Sorgen der Menschen um Frieden und Stabilität. Gesell-
schaft, Politik und Wirtschaft stehen vor enormen Herausforderungen. Die Beratungsstellen 
und Arbeitslosenzentren leisten ihren Beitrag für Zusammenhalt und sozialen Frieden in un-
serer Gesellschaft und stellen sich neuen Aufgaben Menschen Perspektiven in schwierigen 
Zeiten aufzuzeigen.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 6 
 
Sachberichte der Beratungsstelle Arbeit  
 
ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln e. V. 
 
Der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. führt erfolgreich gemeinsam mit dem Vings-
ter Treff/Bürgerzentrum Vingst und dem Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ e.V.) die 
Arbeit im Förderprogramm ‚Beratungsstelle Arbeit‘ des Landes NRW fort. Der Schwer-
punkt prekäre und arbeitsausbeuterische Beschäftigung konnte etabliert werden. 
Ab Januar 2022 erfolgte die Rückkehr der Beratungsstelle Arbeit, nach vorübergehen-
der Auslagerung in andere Räumlichkeiten aufgrund eines Starkregen - Ereignisses 
Mitte 2021, wieder an die gewohnte Stätte in Höhenhaus. 
Das Jahr 2022 stellte die Berate r*innen weiter vor große Herausforderungen in der 
Arbeit. Die Folgen der Pandemie zeigten sich deutlich. Die weiterhin mangelnde Er-
reichbarkeit der Ämter führte zu einem erhöhten Beratungsbedarf, da Ratsuchende 
ihre Anliegen nicht eigenständig klären konnten, zum Teil in existenzbedrohende Situ-
ationen gerieten.  
Durch Intervention der Beratungsstelle konnten viele Problemstellungen gelöst wer-
den.  
Spezifische Problemstellungen zeigten sich bei einzelnen Zielgruppen.  Zunahme der 
Anfragen von geflüchteten Familien aus der Ukraine (überwiegend Frauen), Existenz-
ängste bei Arbeitnehmer*innen mit geringeren Einkünften und bei Transferleistungs-
beziehenden aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten (und Mietkosten), Energie-
preis- Steigerungen, Angst vor (Energie) Armut sowie zunehmend psychische Belas-
tung bei gesundheitlich beeinträchtigten Personen als Folge der Pandemie. 
 
Besucherstruktur 
Im Jahre 2022 (Basisdaten auch aus Dokumentation für die Stadt Köln) wurden insge-
samt 801 Beratungen (persönlich face-to-face, telefonisch, per E -Mail, über Online -
Beratungsportal) durchgeführt. In der Mehrzahl der Fälle (61%) handelt es sich um 
einen Erstkontakt der Kunden zur Einrichtung, in 24% der Fälle um einen Folgekontakt, 
15% nutzten das Angebot der Kurzberatung (bis 15 Min.). Beratungsanfragen über E-
Mail und Online-Zugang haben sich erhöht, was darauf hindeutet, dass die neuen Zu-
gangswege, weiter genutzt werden von Zielgruppen, die bereits über digitale Kompe-
tenzen verfügen. 
Die Beratung wurde wie im Jahr zuvor vielfach von  Frauen in Anspruch genommen 
(60%), darunter insbesondere Alleinerziehende (12%) und Frauen nach der Familien-
phase.  
33% der Ratsuchenden haben die deutsche Staatsbürgerschaft, darunter befinden 
sich Personen aus 38 Ländern dieser Erde. 67% verfügen über e inen ausländischen 
Pass (aus insgesamt 33 Ländern) und stammen überwiegend aus dem arabischen, 
afrikanischen sowie ost-, bzw.  südosteuropäischen Sprachraum.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 7 
 
Der Anteil der Kunden mit Migrationshintergrund ist sehr hoch, darunter finden sich 
viele geflüchtete Menschen, die Sprachbarrieren überwinden müssen und Sprach-
probleme (20%) aufweisen. 
Der Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass die Altersgruppe der 26 – 45jährigen ver-
stärkt von Arbeitslosigkeit betroffen ist und weiterhin für viele Ältere (31% der R atsu-
chenden sind älter als 45 Jahre) der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erschwert ist,  
trotz freier Stellen und Fachkräftemangel. 
Zur Gruppe der von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen zählen Erwerbstätige mit 
befristeten Arbeitsverträgen, Beschäftigte im Niedriglohnsektor, in prekären und / oder 
ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen (incl. Arbeitnehmerüberlassung). 
Langzeitarbeitslosigkeit (d.h. länger als ein Jahr arbeitslos) bleibt weiterhin her-
ausragendes Merkmal in der Besucherstruktur. Die Dauer der Arbeitslosigkeit 
beträgt bei vielen Ratsuchenden deutlich mehr als ein Jahr. 
Einen allgemeinen Schulabschluss weisen 62% der Kunden auf (überwiegend HS -
Abschluss, in geringerem Umfang FOR und Abitur). 38% sind ohne Schulabschluss.  
Eine abgeschlossene Berufs- bzw. Hochschulausbildung haben 29% der Besu-
cher, 51% verfügen über keine abgeschlossene Ausbildung. Bei den übrigen Personen 
wurde der Berufsabschluss aus dem Ausland nicht anerkannt (17%) oder es erfolgte 
ein Ausbildungsabbruch.  
Die Hälfte der Besucher stammt aus dem Stadtbezirk Mülheim mit seinen neun Stadt-
teilen, weitere Besucher kommen überwiegend aus den benachbarten Stadtbezirken 
Kalk (17%) und Porz (10%). 
 
Schwerpunkte der Arbeit 
Bei den Beratungsthemen im sozialrechtlichen Kontext handelt es sich vielfach um 
komplexe Sachverhalte, zum Teil aufgrund multikomplexer Problemlagen der Ratsu-
chenden. 
Die Beratung zu Fragen des SGB II nimmt den höchsten Stellenwert mit 66% ein. In 
der Mehrzahl der Fälle ging es um folgende Themen: Bescheidprüfung, Anrechnung 
von Einkommen, Rückforderung / Aufrechnung, Existenzsicherung, akute Mittellosig-
keit, Schulden, Kosten der Unterkunft und Umzug, Psychosoziale Situation, am Jah-
resende verstärkt Fragen zum Bürgergeld, Energie- und Mietschulden – damit zusam-
menhängend Anträge auf Gewährung von Darlehen, Abwenden von Räumungsklagen 
und Kontaktaufnahme zur Fachstelle Wohnen. In Einzelfällen wurde auf den Rechts-
beratungspool der G.I.B Rückgriff genommen. 
Bei zugewanderten und geflüchteten Menschen (mit Anspruch auf SGB II und III) ging 
die Beratung einher mit ausländerrechtlichen Fragestellungen . Existenzbedro-
hende Situationen entstanden bei Fristablauf der Aufenthaltserlaubnis. Dringend be-
nötigte Aufenthaltsverlängerungen wurden aufgrund der Überlastung der Ausländer-
behörde bei der Bearbeitung von Aufenthaltspapieren nicht ausgestellt mit gravieren-
den Auswirkungen auf den Sozialleistungsbezug (Einstellung der Leistung) und auf 
Arbeitsverhältnisse (aufgrund fehlender Arbeitserlaubnis keine Weiterbeschäftigung, 
in Einzelfällen Kündigungen).  
Eine zunehmende Nachfrage an Unterstützung zeigte sich im SGB III.  
Kündigungen, Abbau von Personalkapazitäten (‚Verlierer‘ der Pandemie) in Firmen 
aufgrund mangelnder Auftragslage führten zu weiteren Arbeitsplatzverlusten. Selb st-
ständige, die erfolglos versucht hatten, in der Pandemie ihre Eigenständigkeit aufrecht 
zu erhalten, Erspartes verbraucht hatten, informierten sich über ihre Rechtsansprüche.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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Die Hauptthemen: Fragen zur bevorstehenden Arbeitslosigkeit, zur Beantragung von 
SGB III-Leistungen (Voraussetzung und Anspruchsdauer), Sperrzeiten, Fördermög-
lichkeiten des SGB III (u.a. Inanspruchnahme von Leistungen aus dem Vermittlungs-
budget, Weiterbildung / Qualifizierung).  
Im arbeitsrechtlichen Kontext haben die Beratungen zum Themenkomplex ‚prekäre 
Beschäftigung und Arbeitsausbeutung‘ an Relevanz zugenommen und machen ei-
nen Anteil von 8 % aus. Zur Klärung der Anliegen wird bei Bedarf auf den Rechtsbe-
ratungspool der G.I.B Rückgriff genommen. Unzureichende Arbeitsbedingungen, 
Umgehung von Arbeitnehmerrechten zeigten sich in der Beratung speziell bei Einwan-
derergruppen insbesondere im Bereich Produktion, Logistik, Gastronomie und Hotel-
gewerbe. Fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, fehlerhafte Entgelt-abrechnun-
gen, Nichtzahlung vo n Überstunden, Entlohnung unter Tarif, Vorenthalten von Ur-
laubsansprüchen zählten zu den meistgenannten Themen in den Gesprächen. Die 
Prüfung der Rechtmäßigkeit einer Kündigung, Auflösungsverträge und Klärung der 
weiteren Vorgehensweise war ein weiterer Sc hwerpunkt in der Beratung. Die Angst 
vor Verlust des Arbeitsplatzes und der Existenzgrundlage (insbesondere bei zusätzli-
cher Inanspruchnahme von Sozialleistungen) verringerte in einigen Fällen die Bereit-
schaft, Arbeitnehmerrechte wahrzunehmen, insbesondere  bei Verknüpfung von Ar-
beitserlaubnis und Arbeitsplatz. 
Zur Stärkung und Sensibilisierung der Arbeitnehmer*innen wurde in Kooperation mit 
den IQ-Projekten (Netzwerk NRW) ‚ Faire Integration ‘ sowie ‚ Arbeit und  Leben‘ 
(DGB/VHS NRW) Ende September ein Kölner I nfotag zeitgleich an allen drei BSA -
Standorten zum Thema ‚Arbeitnehmer*innen - Rechte auf dem deutschen Arbeits-
markt‘ für zugewanderte Menschen durchgeführt. Am Standort in Höhenhaus erfolgte 
die Veranstaltung in arabischer Sprache. Die Veranstaltung war mit 10 Teilnehmen-
den ein voller Erfolg. Eine zweite Veranstaltung fand in Höhenhaus im November 2022 
erneut in Kooperation mit dem Projekt ‚Faire Integration‘ für die Zielgruppe der Ukra-
iner*innen unter Hinzuziehung einer Beraterin aus dem Projekt REACT SOE statt, die 
den Vortrag ins Russische übersetzte, zu der 12 Teilnehmende kamen.  
Für das Jahr 2023 sind aufgrund der großen Nachfrage weitere Veranstaltungen in 
Planung. 
Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Projekt REACT SOE, ein an die Beratungs-
stelle Arbeit angebundenes Projekt (Zielgruppe sind zugewanderte  Menschen aus 
Südosteuropa, Mittel- und Osteuropa, Beraterinnen mit Sprachenvielfalt), steigerte den 
Bekanntheitsgrad der BSA bei den Zielgruppen aus SOE und ermöglichte einen ‚wei-
chen‘ Übergang der Ratsuchenden in die Angebote der Beratungsstelle Arbeit. 
 
Workshops und weitere Angebote 
Im Jahr 2022 wurden insgesamt vier Workshops á drei Einheiten zum  Thema „Das 
ABC der Online-Bewerbung“ angeboten. Das Angebot richtet sich in erster Linie an 
Nicht-Muttersprachler, die eine erste Orientierung benötigen. Der Workshop besteht 
aus drei zusammenhängenden Modulen (u.a. Berufliche Orientierung mit dem Talent-
Kompass NRW) und gibt Hilfestellung beim Erstellen einer Online-Bewerbungsmappe.  
Fortschreitende Digitalisierung als gesellschaftliches Thema (Wandel), die Zunahme 
an Online-Angeboten im Bildungsbereich (wie Sprachförderung und EDV) offenbaren 
jedoch auch die Zugangshürden der Besucherinnen und Besucher zum Thema. Viele 
Ratsuchende, die die Einrichtung auf suchen, bringen eine geringe Affinität mit und 
verfügen über wenig bis keine digitalen Kompetenzen. Mit ABC goes digital werden

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 9 
 
niedrigschwellig angelegte Angebote (z.B. EDV -Kurse) zum Ausbau dieser Fähigkei-
ten bereitgestellt.  
In Kooperation mit dem Proje kt ‚Digi-Bike‘ (ein Projekt im Leistungsbereich) fanden 
Module zur Stärkung der sozialen Medienkompetenz statt. 
Ein neuer Deutschkurs für Geflüchtete  startete im Sommer 2022. Das zusätzliche 
Integrationssprachkurs–Angebot in Kooperation mit dem Katholische n Bildungs-
werk wurde fortgeführt. 
Bei Ratsuchenden mit Migrationshintergrund  (umfasst alle Gruppen: Geflüchtete 
Personen, EU-Bürger, Drittstaatenangehörige usw.), die in der Beratungsarbeit deut-
lich überrepräsentiert sind, war der Einsatz von Sprachmittlern und Dolmetschern 
erforderlich. Eine Weiterleitung (Lotsenfunktion) erfolgt in Einzelfällen an den Fach-
dienst für Integration und Migration  (Migrationsberatung für Erwachsene -MBE 
und Jugendmigrationsdienst-JMD). 
Die gesundheitliche Situation, auch manifestierte Erkrankungen der Ratsuchenden 
sind immer wieder Thema in den Beratungen. Die Unterstützung bei gesundheitlichen 
Fragestellungen erfolgt in enger Kooperation mit dem Projekt ‚Go Fit‘, ein Angebot 
zur Gesundheitsförderung,  das gezielte Gesundheitsber atung zu relevanten Ge-
sundheitsfragen und Themen sowie Begleitung beinhaltet.  
Durch eine direkte Weiterleitung an die Schuldner- und Insolvenzberatung konnten 
Notsituationen wie Energiesperren, Wohnungsverlust, Pfändungen, Einziehung von 
Geldern abgewendet und Schuldenregulierungen auf den Weg gebracht werden. Zu-
sätzlich findet seit Herbst eine offene Sprechstunde vom Projekt ‚Stromsparcheck‘ in 
der Einrichtung statt. 
 
Vernetzung und Kooperation 
Die Einrichtung verfügt über eine gewachsene Infrastruktur  und ist in den unter-
schiedlichen Netzwerken (regional und überregional) aktiv.  
Die Berater*innen der drei Verbundpartner in Köln treffen sich regelmäßig einmal im 
Quartal zu einem BSA - Erfahrungsaustausch, um aktuelle, sozialpolitische, sozial- 
und arbeits rechtliche Themen aus der Beratungspraxis aufzugreifen, Handlungsbe-
darfe zu eruieren, gemeinsame Strategien sowie Aktionen und Veranstaltungen zu 
planen. Daraus entwickelte sich beispielsweise der Kölner Infotag.  
Auf Verbandsebene findet zusätzlich bei Bedarf ein Austauschtreffen statt.  
Die Beratungsstelle ist aktiv im Kölner Beratungsnetz, beteiligt sich an lokaler Gre-
mienarbeit (Stadtteilkonferenzen, Runde Tische), pflegt eine enge Zusammenarbeit 
mit den Institutionen im Stadtbezirk Mülheim und nimmt an den regelmäßigen Aus-
tauschtreffen u.a. mit der Regionalagentur Region Köln teil. Das Austauschtreffen 
mit dem Jobcenter Köln wurde von der Behörde aufgrund einer Umstrukturierung ein-
gestellt und soll in neuem Format fortgeführt werden. 
Es gibt eine enge K ooperation und Zusammenarbeit mit der Clearingstelle Migration 
(Anlaufstelle für Eingewanderte ohne Krankenversicherungsschutz), dem Netzwerk 
Chance +, in denen der Caritasverband u.a. als ein Maßnahmenträger involviert ist.  
Kooperationen bestehen zu arbe itsmarktrelevanten Akteuren, Institutionen, zu Leis-
tungsträgern, sozialen Trägern und deren Fachdiensten, zu Einrichtungen der Kom-
mune, die Einrichtung ist Mitglied in vielen Arbeitskreisen (u.a. Arbeitsmarktprojekte 
und AK BSA im DiCV) und Gremien, auch auf lokaler Ebene. 
Über die enge Zusammenarbeit mit den Caritas -Zentren in Köln -Mülheim und Köln -
Kalk mit seinen vielfältigen Fachdiensten (u.a. Flüchtlingsberatung) ist ein aktueller

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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Informationsfluss über Veränderungen der Arbeit in den Stadtteilen /Stadtbezirken ge-
währleistet und fließt in die Weiterentwicklung der Arbeit ein. 
Die Beratung von Kolleg*innen aus anderen Fachdiensten (sowohl Caritas -intern als 
auch-extern) zu spezifischen Fragestellungen nahm auch im Jahr 2022 einen breiten 
Raum ein.  
 
Qualitätssicherung / Fortbildung der Berater*innen 
Der fachlich hohe Standard der Berater*innen wird durch Fortbildungen, Workshops 
und Austauschtreffen gewährleistet. Durch die regelmäßige Teilnahme an den Kolle-
gialen Fallberatungen zu arbeitsrechtlichen und s ozialrechtlichen Fragen sowie den 
Kollegialen Praxisaustauschtreffen der GIB für Berater*innen des landesweiten Netz-
werkes gegen Arbeitsausbeutung konnte das Fachwissen immer auf den aktuellen 
Stand gebracht werden.  
Kollegiale Fallbesprechungen (verbandsintern) und regelmäßige Teilnahme an Super-
visionen gehören zum Standard. Die Mitarbeitenden kennen unterschiedliche Doku-
mentationsverfahren, das QM -System ist nach den Grundsätzen der DIN EN ISO 
9001:2008 ausgestaltet. 
 
Öffentlichkeitsarbeit 
Das Angebot der Online-Beratung über das Online-Portal des Deutschen Caritasver-
bandes wurde seit Beginn dieses Jahres stärker genutzt.  
Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgte über Flyer, Homepage und über Facebook auf der 
Caritas-Seite ‚Beruf und Arbeit‘. Auf Facebook werden  regelmäßig Beiträge gepostet 
und Videos eingestellt: Beiträge zu Angeboten der Einrichtung, wichtige Informationen 
zu Kontaktaufnahme / Öffnungszeiten / persönlichen Beratungsmöglichkeiten, wich-
tige Infos zu sozialpolitischen Themen.  
 
 
Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V.  
 
 
 
Das Kölner Arbeitslosenzentrum besteht seit 1983, seit 1985 in Trägerschaft des KALZ 
e.V., und wird unterstützt durch die Evangelische Kirche im Rheinland, dem Evangeli-
schen Kirchenverband Köln und Region , der Diakoniespende  und seiner Gemein-
schaftsstiftung Diakonie, das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V, durch 
die Stadt Köln, das Jobcenter Köln, aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen, des 
Europäischen Sozialfond (ESF) und durch Spenden und Unterstützung der Kölner Bür-
ger*innen als bestes Beispiel stadtbürgerlichen Engagements. KALZ e.V. ist seit 2009 
Mitglied im Diakonischen Werk. Alle Einrichtungen des KALZ haben ein QM -System 
gemäß DIN EN ISO 9001:2008 implementiert und sind bis Dezember 2 024 nach der 
AZAV zertifiziert. 
 
Die Aufgabe des KALZ e.V. – die Lage von Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosig-
keit betroffener oder bedrohter Mitbürger*innen zu verbessern – findet ihren Nieder-
schlag im Wesentlichen in den folgenden Tätigkeitsfeldern und Projekten:

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 KALZ - „Beratungsstelle Arbeit“  Erwerbslosen- und Sozialberatung sowie 
Beratung bei prekärer und ausbeuterischer Beschäftigung: 
 
 LORE - LObby-REstaurant: Dienstleistungs - und Beschäftigungsprojekt für 
obdachlose Menschen 
 
 GULLIVER - Überlebensstation für obdachlose Menschen: Dienstleistungs- und 
Beschäftigungsprojekt für obdachlose Menschen 
 
Herr Bernd Mombauer ist geschäftsführend für die Projekte KALZ – GULLIVER – 
LORE verantwortlich. 
Frau Stella Brückner (Dipl. Soz.- Arb.) und Frau Anja Weidehaus (BA Soziale Arbeit) 
sind erfolgreich in der „Beratungsstelle Arbeit“ tätig.  
 
KALZ - Beratungsstelle Arbeit 
Das Projekt umfasst die Beratung von Erwerbslosigkeit und Armut bedrohten und be-
troffenen Menschen sowie die Beratung zum Arbeitsrecht bei prekärer und ausbeute-
rischer Beschäftigung. Die Beratungsstelle befindet sich im DGB -Haus (2. Etage), 
Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln. Sie ist hervorragend an den ÖPNV (Bahnhof West, 
KVB Linien 3, 4, 5) und an das Radwegenetz angebunden. Der Zugang ist barrierefrei. 
 
Fortbildungen der Beraterinnen in 2022: 
Unterkunftskosten im SGB II und XII; Sozialrechtliches Verfahrensrecht für die Sozial-
beratung; SGB II Grundlagen; Kranke Arbeitnehmer*innen und die Sicherung des Le-
bensunterhalts; ALG II Bescheide prüfen u nd verstehen; SGB XII Grundlagen; Die 
Aufnahme Geflüchteter aus der Ukraine; Basiswissen Sozialberatung; Online-Rechts-
dienstleistungsgesetz und Datenschutzgrundverordnung im Kontext der Beratungs-
stellen Arbeit NRW; Aktuelle Rechtsprechungen SGB II; Einglie derungsleistungen 
nach dem SGB II; Aufenthaltsrecht sowie Zugang zum Arbeitsmarkt und zu sozialen 
Leistungen für EU-Bürger*innen; Arbeitsrecht; Vertiefung Arbeitsrecht; Update Aufent-
haltsrecht; Ausgewählte Fragestellungen des SGB III zum Bezug von ALG I; Steigende 
Energiepreise-wie kann man Stromsperren vermeiden; Bürgergeld; Digitales Existenz-
minimum - Wie kommen Armutsbetroffene zu mehr digitaler Teilhabe?; Kollegiale Fall-
beratungen zum Thema Arbeits-und Sozialrecht; Kollegialer Praxisaustausch zu dem 
Themen prekäre Arbeit und Zeitarbeit sowie die Teilnahme am Facharbeitskreis Armut 
und Grundsicherung u.a. zu den Themen Bürgergeld, Energiearmut und Mieter*innen-
probleme. 
 
1.273 Beratungen im KALZ 2022 
Vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 wurden im KALZ 1273 Beratungen durchgeführt. 
Damit bewegt sich die Beratungsarbeit trotz den einschränkenden Bedingungen der 
Pandemie nur knapp unter dem Vorjahresniveau. Umso erstaunlicher ist dieses Er-
gebnis vor dem Hintergrund längerer Beratungszeiten, pandemiebedingter, zun eh-
mende Komplexität und durch einen erheblich erhöhten Arbeitszeitaufwand, hier vor 
allem bei der E-Mailberatung. Das ganze Jahr über hatte das KALZ für die ratsuchen-
den Menschen geöffnet und führte Beratungen in telefonischer, elektronischer und per-
sönlicher Weise durch.

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Inhaltlich erstreckten sich die Beratungen im Themenfeld Arbeitsausbeutung und pre-
käre Beschäftigung. Es ging insbesondere um ungerechtfertigte Kündigungen und Auf-
klärung der Ratsuchenden in ihren Rechten als Arbeitnehmer*innen. Die Bera tungen 
im Jahre 2022 betrafen auch die Einforderung von Arbeitslöhnen, vor allem wurden 
Mehrarbeit und Schichtzulagen geltend gemacht, zunächst eigenständig mit den Rat-
suchenden zusammen und dann auch via Überleitung der Ratsuchenden in gerichtli-
chen Kontext. Ebenso wurden die Belastungen der Arbeitnehmer*innen deutlich und 
fand sich in der erhöhten Anzahl der Krankheitstage wieder, wodurch die Beschäftigten 
in prekäre Verhältnisse mit dem Arbeitgeber*innen gerieten. Lohn im Rahmen des Ent-
geltfortzahlungsanspruchs wurde nicht gezahlt und Kündigungen, die in der Regel 
nicht nachvollziehbar waren, mussten gerichtlich geklärt werden.  
Für die Ratsuchenden war es von großer Bedeutung hier eine erste Anlaufstelle zu 
haben, die ggfls. bei den ersten rechtlichen Schritten unterstützen und einen Übergang 
zu Rechtsanwält*innen schaffen konnte. 
 
Der inhaltliche enge Zusammenhang von Beschäftigungsverlust oder nicht auskömm-
lichem Arbeitsentgelt und der Existenzsicherung verdeutlich die Komplexität der Bera-
tung. Die großen Themenfelder sind insoweit nicht trennscharf zu separieren, sondern 
gehen in der Mehrzahl der Beratungen unabdingbar miteinander einher. In diesem 
Sinne wurden in den Beratungen im Themenfeld der Existenzsicherung schwerpunkt-
mäßig Hilfen bei der Antrags tellung geleistet und die Bescheide von Sozialleistungs-
trägern überprüft. Weiteres, häufiges Thema war die Anrechnung von Einkommen bei 
aufstockendem Sozialleistungsbezug, was abermals die Not des Niedriglohnsektors 
und der Stellen- und Stundenkürzungen verdeutlicht. Bedeutender Beratungsinhalt ist 
(sozial-)räumlich im Kölner Stadtgebiet weiterhin die Wohnungsnot oder der Unterhalt 
von zu teurem Wohnraum, der Existenznöte bei Sozialleistungsbezieher*innen als 
auch Arbeitnehmer*innen auslöst.  
 
In diesem Jahr wurde die Beratung durch die immer noch geschlossenen Job-
center weiterhin erschwert. Kund*innen des Jobcenters war es nicht möglich , 
Unterlagen persönlich vor Ort abzugeben. Die Folgen waren u.a. Verzögerungen 
der Leistungsbewilligungen bzw. Auszahlungen  der Leistungen bis hin zur 
akuten Mittellosigkeit. Dieser erhöhte Bedarf macht sich in der Beratungsstelle 
durchaus bemerkbar.  Ebenso verhält es sich mit dem Kontaktieren von Arbeitge-
ber*innen, die wegen Missständen durch prekär Beschäftigte aufgesucht werden müs-
sen.  
 
Zu diesen bereits bestehenden bzw. sich verschärfenden Problemlagen im Kölner 
Stadtgebiet kommt die Energiekrise hinzu. Im letzten Halbjahr ist ein Anstieg an Be-
ratungen zum Thema Heiz -, aber vor allem zu den erhöhten Strompreisen zu erken-
nen. Jede ratsuchende Person betrifft diese Problematik, doch insbesondere Men-
schen mit existenzsichernden Leistungen waren und sind durch die hohen Stromkos-
ten sehr hart getroffen. Das Existenzminimum war teilweise so stark unterdeckt, dass 
Schulden bei dem  eigenen Energieversorger entstanden. Ratsuchende erhielten im 
KALZ Unterstützung durch Antragstellung beim Leistungsträger und Übersicht an wei-
teren Möglichkeiten.

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Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst 
 
 
Daten zur Kontaktaufnahme 
 
Während dem Zeitraum 01.01.2022 - 31.12.2022 hat die Beratungsstelle 934 Bera-
tungen schwerpunktmäßig zum SGB II, III und XII sowie zu angrenzenden Rechts-
kreisen, zum neuen Schwerpunkt prekäre Beschäftigung und  Arbeitsausbeutung, als 
auch im  Rahmen der beruflichen Orientierung und Anbindung an den Arbeitsmarkt 
durchgeführt. Die professionellen Beratungen sind in deutscher, englischer, franzö-
sischer und spanischer Sprache erfolgt.  
 
Personenbezogene Daten 
 
Der Großteil der Ratsuchenden kam weiterhin aus dem Stadtbezirk Kalk (66%) 14%  
wohnten in Mülheim und 7% in Porz. Der restliche Anteil verteilte sich auf die übrigen 
Stadtteile bzw. außerhalb Kölns. Der Migrationshintergrund der Ratsuchenden war mit 
79% weiterhin sehr hoch. Die Beratungsstelle wurde vermehrt von Frauen (57%) auf-
gesucht. Die Anzahl der Alleinerziehenden betrug 19%. Diese sind, auch aufgrund von 
häuslicher Bindung durch Kindererziehung, einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. 
Weiterhin war mit 41% ein Großteil der Ratsuchenden der Gruppe der Langzeitarbeits-
losen (mehr als 1 Jahr Arbeitslosigkeit) zuzuordnen.  
 
Beratungsschwerpunkte 
 
Der Hauptschwerpunkt der Beratung lag wie in den Jahren zuvor weiterhin im SGB II. 
16% der Beratungen betrafen die Existenzsicherung, was im Zusammenhang einge-
schränkter Erwerbsmöglichkeiten im Nachgang der Pandemie aber auch dem schwie-
rigen Zugang zu Behörden, in erster Linie dem Jobcenter, zu sehen ist.  Auch Hilfen 
bzgl. Antragstellung und damit verbunden die Durchsetzung von Leistungsansprü-
chen waren mit 19% ebenfalls sehr hoch.  
Prekärer Wohnraum, beengte Lebensverhältnisse, hohe Mietkosten, drohende 
Obdachlosigkeit, Mietschulden waren in der Vergangenheit immer schon wichtige 
Themen in der Beratung. 2022 kamen allerdings zahlreiche Anfragen zu den erhöhten 
Heiz- bzw. Stromkosten hinzu. 21% der Anfragen sind diesem Themenkomplex zu-
zuordnen. 
Bescheidprüfungen (13%), Einkommensanrechnung (9%) sowie Rückforderun-
gen (7%) waren ebenfalls Themen, die stark nachgefragt wurden. Die besondere 
Problematik der schweren Erreichbarkeit der Ausländerbehörde während der Pande-
mie in Köln spiegelte sich in der hohen Zahl der Anfragen bei Zuwanderungsthemen 
(6%). Hier war vor allem der drohende Wegfall von Leistungsansprüchen sowie ein 
möglicher Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund eines fehlenden, bzw. nicht verlänger-
ten Aufenthalts häufig Thema in den Beratungsgesprächen. 
Da auch 2022 der offene Zugang zu Behörden, Beratungsstellen, Wohnungsgesell-
schaften etc. eingeschränkt war, kam der Lotsenfunktion der Beratungsstelle Arbeit 
eine wichtige Funktion zu. Durch den engen Kontakt der Beratungsstelle mit dem Job-
center konnten vor allem bei akuten Problemlagen schnelle Lösungen gefunden wer-
den (Mittellosigkeit, notwendiger Umzug aufgrund prekärer Wohnverhältnisse, Über-
nahme von Miet - und Heizkosten). Durch den guten Kontakt mit der G.A.G. und der

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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Fachstelle Wohnen konnte die Beratungsstelle vor allem bei drohender Obdachlosig-
keit und Mietschulden intervenieren und Lösungen (Wohnersatzraum, Zahlungsver-
einbarungen) erarbeiten. Zielführen d war hier auch die Zusammenarbeit mit Schuld-
nerberatungsstellen, durch die Ratenzahlungen bzw. Stundungen erreicht werden 
konnten. Bei komplizierteren Mietangelegenheiten war die Anbindung an den Mieter-
schutzbund unter Zusicherung der Kostenübernahme durc h das Jobcenter zielfüh-
rend. Das Thema Heiz - und Stromkosten nahm 2022 einen sehr hohen Stellenwert 
ein. Hier war die Zusammenarbeit mit der Verbraucherberatung im Quartier und 
dem Stromsparcheck wichtig.  Durch Info-Veranstaltungen zu Stromabrechnungen 
sowie zum Thema „Energie Sparen“, konnten viele Betroffene erreicht werden. Zudem 
war die Rücksprache und Weiterleitung innerhalb dieser Angebote, die Prüfung bzw. 
Durchsetzung sozialrechtlicher Ansprüche und die Sicherstellung der Energieversor-
gung zentral für die Betroffenen.  
 
Wichtig war die enge Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Angeboten des 
Trägers, wie der Migrationsberatungsstelle für erwachsene Zuwanderer:innen 
(MBE), mit den Kolleg:innen des KIM (Kommunales Integrationsmanagement) , 
einem neuen Beratungsangebot für migrantisierte Menschen unter 27 und Alleinerzie-
hende im Vingster Treff, dem Projekt REACT SOE, welches sich an zugewanderte 
Menschen aus der EU richtet und auch die Kooperation mit der Integrationsagentur 
bzgl. Einsatz von Integrationslotsen und Anbindung an ehrenamtliches Engagement.  
 
Kurse und Angebote 
 
Langzeitarbeitslose Menschen machen nach wie vor einen Großteil der Ratsuchen-
den der Beratungsstelle Arbeit aus. Für diese Gruppe gilt es, sie neben der Beratung, 
an bestehende und neue Gruppenangebote, Kurse und Veranstaltungen anzubinden. 
Neben dem Aspekt der sozialen Teilhabe – Armut – fehlender sozialer Netzwerke und 
sozialer Isolation, war Ziel der Beratung, die Ratsuchenden in entsprechende Ange-
bote einzubinden. 
Viele Personen aus der Beratung nahmen so an diversen Angeboten des Vingster 
Treffs, wie „Grünes Vingst“, der Nähwerkstatt „Vingster Nähkästchen“, den Nähkursen, 
dem Frauencafé, an Bildungs- Informations- oder Freizeitangeboten und den vielfälti-
gen Angeboten für Menschen ab 50 teil. 
Neben vielen bestehenden niedrigschwelligen (Sprach) -Angeboten, findet das Ange-
bot „Miteinander im Veedel“ ganzjährig statt. Zahlreiche Neuzuwanderer:innen konn-
ten durch die Beratungsstelle Arbeit an dieses Angebot angebunden wurden.  
Fehlende digitale Kompetenzen stellten die Menschen vo r vielfache Problemlagen. 
Durch die Anbindung an das Projekt „Step by Step“ (Förderung durch die Stiftung 
Wohlfahrtspflege NRW) wurden Ratsuchende für den digitalen Alltag geschult, z.B. 
Online-Anträge selbständig zu stellen, Anfragen per Email zu klären etc. 
Fortbildungen zum SGB II für Fachkolleg:innen sind seit Jahren fester Bestand-
teil der Angebote der Beratungsstelle Arbeit. Seit vielen Jahren gibt ein renommier-
ter Sozialrechtsanwalt einen sehr guten Überb lick zur aktuellen Rechtsprechung im 
SGB II.  
 
Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit 
 
2022 gab es unterschiedliche Anfragen, die zum einen im Zusammenhang mit dem 
Ukraine-Krieg und zum anderen mit sozialrechtlichen Änderungen zu sehen waren. So

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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wurden drei Informationssendungen gestreamt, in denen die Beratungsstelle Arbeit 
wichtige Fragen zum Themengebiet SGB II beantwortete, die dann auf ukrainisch 
übersetzt wurden. Über den Kanal WDR 4 You wurden die Sendungen insgesamt ca. 
7000 Mal aufgerufen.  
Im September folgte eine Sendung im ZDF zum neuen Wohngeldgesetz . In einem 
kleinen Beitrag gab die Beratungsstelle Arbeit eine Einschätzung zu den geplanten 
Änderungen und einen Überblick, was zukünftige Beziehende beachten sollten.  
Die Einbindung und der Austausch in vielen bereits bestehenden überregionalen, re-
gionalen und sozialraumorientierten Arbeitskreisen und Netzwerken waren wei-
terhin wichtig, um eine gute Beratungsarbeit zu gewährleisten. Neben dem AK Armes 
Köln, (der Vingster Treff koordiniert in Köln gemeinsam mit dem Kölner Arbeits-
losenzentrum KALZ den Arbeitskreis), dem Stadtteiltreffen Vingst/Höhenberg, fand 
erstmalig ein neuer AK für die Beratungseinrichtungen in Kalk statt, an dem die Bera-
tungsstelle Arbeit aktiv teilnahm.  
Durch die aktive Mitwirkung im Jobcenterbeirat, konnten spezifische Probleme aus 
der Beratung, die vermehrt bei ALG II Beziehenden auftraten, gezielt angesprochen 
werden. Wichtig waren auch die gute Kooperation und der Austausch mit den Team- 
und Standortleitungen, vor allem des Standorts Kalk, sowie dem Kundenreaktions-
management des Jobcenters, welche bei schwierigen Fällen sehr hilfreich war. Vor 
allem in Zeiten der schwereren Erreichbarkeit des Jobcenters und der eingeschränkten 
persönlichen Beratungsmöglichkeiten war dieser Aust ausch umso wichtiger, um bei 
schwierigen und vor allem existenzsichernden Problemen über den kurzen Draht mit 
Behörden schnelle Lösungen herbeizuführen. So fanden auch zwei Austauschtermine 
mit der Geschäftsführung sowie Teamleitungen des Jobcenters Kalk s tatt, bei denen 
inhaltliche und strukturelle Probleme erörtert und Lösungen besprochen wurden.  
 
Der Vingster Treff ist zertifizierter Träger nach AZAV  (Akkreditierungs- und Zulas-
sungsverordnung Arbeitsförderung) und hat ein Qualitätsmanagement-sicherungs-
system, welches 2022 erfolgreich (re-)zertifiziert wurde. In der Beratungsstelle wer-
den regelmäßig Kundenzufriedenheit (über Beratung, Angebote und Veranstaltun-
gen), Beschwerdemanagement und die Zufriedenheit der Referenten:innen erho-
ben, analysiert und ausgewertet.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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Sachberichte der kommunal geförderten Erwerbslosenberatungs-
stellen 
 
Begegnungs- und Fortbildungszentrum 
muslimischer Frauen e. V.      
 
Das BFmF besteht seit 1996 und bietet a ls Migrant:innenselbstorganisation in Köln -
Neuehrenfeld besonders für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte unterschiedliche 
Beratungs-, Unterstützungs-, Bildungs- und Weiterbildungsangebote an. Täglich be-
suchen ca. 700 Menschen die Einrichtung. Die Angebote werden von Neuzuwander:in-
nen, Geflüchteten, bereits seit vielen Jahren in Deutschland lebenden oder zum Teil 
eingebürgerten Menschen wahrgenommen. Die Erwerbslosenberatungsstelle, die in 
das gesamte Angebot der Einrichtung eingebettet ist, ermöglicht eine n niederschwel-
ligen Zugang und die interne Weitervermittlung der Ratsuchenden in das breitgefä-
cherte Repertoire der Einrichtung wie z. B. Familienberatung, Schuldner- und Verbrau-
cherinsolvenzberatung, MBE, Case -Management, Integrationskursbereich oder Ar-
beitslosenzentrum. 
Durch die Aufhebung der Corona Maßnahmen im Laufe des Jahres 2022 wurde das 
Angebot der EBS wie gewohnt in Präsenz wahrgenommen. Weiterhin bot die EBS 
Online-Beratungen an, die insbesondere von den Ratsuchenden außerhalb Kölns in 
Anspruch genommen wurden.  
 
Im Berichtsjahr 2022 fanden insgesamt 1.147 Beratungen statt. Es haben sich Rat-
suchende mit unterschiedlichen Anliegen in der Erwerblosenberatungsstelle (EBS) be-
raten lassen. Es handelte sich um 15% Erst - und 72% Folgeberatungen. Die Anz ahl 
der Kurzberatungen konnte aufgrund eines Programmierungsfehlers in der KALZ-Da-
tenbank nicht korrekt dargestellt werden.  
46% aller Beratungsfälle erfolgten in den Räumlichkeiten des BFmF, 47% der Bera-
tungen erfolgten telefonisch und 7% ließen sich per E-Mail beraten. Die Geschlechter-
verteilung bestand aus 61% weiblichen und 39% männlichen Ratsuchenden. 
Man kann sagen, dass fast alle Ratsuchende (99%) eine Migrationsgeschichte haben. 
Aufgrund des Programmfehlers in der KALZ Datenbank sind die Anteile der Staatsan-
gehörigkeiten für das Jahr 2022 nicht differenziert abbildbar. 
Im ersten Quartal 2023 (01.01. – 31.03.2023) fanden 349 Beratungen statt. Davon 
waren 30% Erst- und 70% Folgeberatungen. 52% der Fälle waren persönliche Einzel-
beratungen vor Ort und in 44% erfolgte die Beratung am Telefon. In nur 4% der Fälle 
erfolgte der Informationsaustausch per E-Mail. Der Geschlechteranteil der Ratsuchen-
den war relativ ausgeglichen und bestand aus 52% Frauen und 48 % Männern.  
An Nationalitäten waren vertreten Syrien 24%, Türkei 22%, Iran 7%, Irak 6%, Bulgarien 
6%, Afghanistan 4% und Albanien 2%. Die deutsche Staatsangehörigkeit durch Ein-
bürgerung besaßen 13% und sonstige Nationalitäten 16%.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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Sowohl im Jahre 2022 wie auch in den ersten Monaten des Jahres 2023 kamen Ra t-
suchende, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchtet sind, unter ihnen Zugewan-
derte aus Drittstaaten (Nigeria, Ägypten, Aserbaidschan, Usbekistan, Marokko), die 
nicht die ukrainische Staatsangehörigkeit haben. 
Aufgrund der fehlerhaften Programmierung der KALZ-Datenbank muss leider auf die 
differenzierte Darstellung weiterer statistischer Kennwerte und die absoluten Zahlen 
der folgenden Beratungsthemen verzichtet werden. 
 
Inhaltlich fanden die Beratungen hauptsächlich zu folgende Themen statt: 
 
Berufliche Entwicklung 
Ein zentraler Schwerpunkt der EBS war die Hilfestellung beim Bewerbungsprozess um 
eine Arbeits-, Ausbildungs- oder Praktikumsstelle sowie in der Unterstützung auf einen 
Studienplatz oder einer entsprechenden Weiterbildung. 
Hierbei wurden Stellen im Internet gesucht, diese mit TN besprochen, der Betrieb kon-
taktiert und die individuellen Bewerbungsunterlagen erstellt und später auf evtl. Eig-
nungstests und Vorstellungsgespräche vorbereitet. In der Beratung zu Weiterbildungs- 
und Qualifizierungsmöglichkeiten wurden passende Maßnahmen/Kurse gesucht, die 
Träger kontaktiert und die Fördermöglichkeiten mit dem Jobcenter/Agentur für Arbeit 
geklärt. 
Darüber hinaus war die berufliche Orientierung ein weiteres Anliegen der Ratsuchen-
den. Hierbei wurden in der Beratung ihre Interessen, Stärken und Schwächen, die Be-
rufe und die Voraussetzungen für die Berufe thematisiert. Oft sind es hierbei Jugend-
liche oder Berufsrückkehrerinnen nach der Familienphase. Als Ergänzung verwies die 
EBS Ratsuchende an die hausinterne Beratung des Förderprogramms "Perspektiven 
im Erwerbsleben" (PiE) oder an die „Berufsberatung im Erwerbsleben“ der Ar-
beitsagentur, wo sie intensive Unterstützung bei der Suche nach einem Einstieg in das 
Erwerbsleben bekommen. 
 
Hilfe bei sozial- und arbeitsrechtlichen Problemen  
In vielen Fällen beriet die EBS Ratsuchende bei der Antragstellung von Leistungen 
und Förderung von Weiterbildungen über das JC oder der AA, wie z.B. Einstiegsgeld, 
BAB, Kindergeld, AVGS oder Bildungsgutschein.  
Weitere Anliegen waren: 
 Rückforderung von Leistungen des Jobcenters 
 Mitteilung über Energie- und Mietkostensteigerung 
 Erklärung zur Anrechnung Einkommen, Hinzuverdienst 
 Begleitung im Prozess bei gesundheitlichen Problemen und Arbeitsunfähigkeit 
Auch bei Problemen am Arbeitsplatz (Kündigung, Mobbing oder keine Lohnfortzahlung 
bei Krankheit) unterstützte die EBS Ratsuchende. Mit den Ratsuchenden wurde der 
Antrag auf Beratungshilfe beim Amtsgericht gestellt oder Kündigungsklage beim Ar-
beitsgericht eingereicht und die Ratsuchenden einem Fachanwalt verwiesen.  
 
Beratung zu migrationsspezifischen Fragen  
Die EBS unterstützte Ratsuchende im Anerkennungsverfahren der schulischen Ab-
schlüsse aus dem Ausland und zu Fragen zur Arbeitserlaubnis, insbesondere bei Rat-
suchenden ohne sichere m Aufenthalt. Dies war im letzten Jahr und auch im ersten

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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Quartal bei Geduldeten und Drittstaatler:innen aus der Ukraine ein dringendes Anlie-
gen, weil sie über die Ausländerbehörde einen Aufenthalt in Deutschland erhalten, 
wenn sie sich um eine Ausbildungs - oder Arbeitsstelle kümmern. In diesem Zusam-
menhang konnte die Anerkennung ihrer bisherigen Schul - und Berufsabschlüsse an-
geleitet werden. Auch wurden Förderung der sprachlichen Qualifizierung in Integrati-
ons- und in weiterführenden Deutschkursen oder Einzelcoaching für diese Ratsuchen-
den mit den Leistungsträgern abgesprochen. 
 
Sonstige Fälle (teils Verweisberatung)  
Für viele Ratsuchende ist die Existenzgründung eine Alternative zur abhängigen Be-
schäftigung. Viele haben keinen Abschluss oder sind es von der Heimat gewohnt selb-
ständig zu arbeiten. Der Schwerpunkt der Unterstützung lag in der Aufklärung des Pro-
zesses der Selbständigkeit und dem Verweis an die Kammern oder zu Fachberatungs-
stellen.  
Ratsuchende mit psychosozialen Belastungen, z. B. aufgrund Trauma-Erfahrung, wur-
den an entsprechende Stellen weitervermittelt. Ebenfalls wurde zu verschiedenen The-
men und Anliegen beraten, wie z.B. Obdachlosigkeit und Schulden, die über interne 
und externe Verweisberatung geklärt wurden. 
Den Ratsuchenden wurden bei Bedarf für Behördengänge, Arztbesuche, Schulbesu-
che oder beim Aufsuchen einer Beratungsstelle Dolmetscher:innen vermittelt, die über 
bestimmte Dolmetscherdienste (Integrationslots:innen, Brückenbauer:innen) in An-
spruch genommen werden können. 
 
Weitere Aktivitäten und Angebote 
 Café Pusteblume 
Das Café Pusteblume, in Kooperation mit dem Arbeitslosenzentrum (ALZ), ist ein nie-
derschwelliger und sozialer Treffpunkt für alle Interessierte, die hierdurch den direkten 
Zugang und den Kontakt zu den Beraterinnen erhalten sollten. Im Café fanden Veran-
staltungen zu arbeitsmarktrelevanten Inhalten, wie Arbeitsrecht, Weiterbildung, Sozi-
alrecht, etc. statt. 
 Informationsveranstaltungen „Firma OFli GmbH stellt sich vor“ 
Die Infoveranstaltung mit dem Arbeitgeber OFli GmbH, i nformierte Teilnehmer:innen 
über Ausbildung-, Umschulungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Unternehmen. 
Interessierte Teilnehmer:innen und der Arbeitgeber vereinbarten Termine für Vorstel-
lungsgespräche oder für Probearbeiten. 
 Informationsveranstaltungen „Anerkennung von ausländischen Berufs-
abschlüssen“ 
Im Rahmen der Beratung in der EBS ist die Frage der Anerkennung von verschiede-
nen Berufsabschlüssen aus dem Ausland ein wichtiges Anliegen. Dazu lud die EBS 
den Referenten Herrn Rami Hassun von der IQ Aner kennungs- und Qualifizierungs-
beratung in Köln zu einer Infoveranstaltung ein. 
 
Vernetzung, AKs, Öffentlichkeitsarbeit 
Die Beraterinnen der EBS stellten offensiv durch Besuche in den Deutschkursen und 
MiA-Kursen ihre Angebote mit Flyern vor. Des Weiteren wurden intern über die Ange-
bote der EBS durch Aushänge informiert. Bei externen Veranstaltungen und Vernet-
zungstreffen wurden die Flyer verteilt. Zudem wurden die Angebote der EBS auch über

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digitale Kanäle wie Instagram, WhatsApp oder Facebook und auf der e igenen Home-
page veröffentlicht.  
Im Laufe des Jahres 2022 nahmen die Beraterinnen an der überregionalen FAK Ar-
mut & Grundsicherung des Paritätischen NRW zu verschieden Themen teil (Grunds-
ätze im Sozialrecht, Energiearmut, Mietersorgen und Leistungsbezug, Bürgergeld).  
Über den hausinternen AK SGB ist der kollegialer Austausch aller Berater:innen der 
Institution und Fallbesprechungen weiterhin möglich. 
Im September fand der AK Berufsrückkehrende und (Allein -) Erziehende, der AA 
und des JC nach einer langen Pause wieder statt. Im AK wurden die Beratungsstellen 
über „Jobcenter digital“ und „Onlineterminierung“ informiert und das Angebot „Berufs-
beratung im Erwerbsleben“ vorgestellt. 
Die EBS ist mit vielen arbeitsmarktrelevanten Akteuren, Institutionen und Einric htun-
gen, wie z.B. Agentur für Arbeit, Jobcenter, Weiterbildungsträgern, IHK, HWK in Zu-
sammenarbeit und in Kontakt. Ebenfalls ist die EBS Mitglied im AK Beratungsnetz 
Köln. 
An der Veranstaltung „Let´s meet! Unternehmen treffen Fachkräfte: Austauschen 
und Netzwerken“ von MA.i e.V. in Köln nahm eine Beraterin mit sechs Frauen ge-
meinsam an der Veranstaltung teil. Die Teilnehmerinnen konnten sich über Anerken-
nung ausländischer Bildungsabschlüsse, über Ausbildungs -/Arbeitsmöglichkeiten in 
der Kranken- und Kinderpflege informieren. 
Die EBS nahm am 25. Forum Migration der Otto-Benecke-Stiftung e.V. zum Thema 
„Arbeitsmarktintegration und Fachkräftesicherung – ohne Migrantinnen und Migranten 
geht nichts mehr“ in Köln teil, wo über Fachkräftemangel, Zuwanderungspolitik, flexib-
lerer Anerkennungsverfahren, Arbeitsmarktintegration mit politischen Vertreter:innen 
und Expert:innen diskutiert wurde. 
Um sich über die Änderungen u.a. zum Thema Bürgergeld fortzubilden, nahm die EBS 
im ersten Quartal 2023 an folgenden Veranstaltungen teil:  
 Online-Veranstaltung "Aktuelles aus der Arbeitsmarktpolitik – Eingliederungs-
prozess und Arbeitsförderung im neuen Bürgergeld", Paritätischer Gesamtver-
band 
 digitale Fach- und Informationsveranstaltung „Überblick über die wesentlichen 
gesetzlichen Änderungen zum Wohngeld, Bürgergeld und zur Sozialhilfe“, Job-
center Köln, Amt für Wohnungswesen und Amt für Soziales, Arbeit und Senio-
ren der Stadt Köln 
Das Austauschtreffen des Jobcenters Köln mit Trägern der Beratungsstellen fand 
beim Jobcenter Köln st att. Thema des Austausches war bis dahin gemachten Erfah-
rungen zum Bürgergeld, die Auswirkungen auf die Kunden des Jobcenters und die 
Darstellung der Arbeit des Jobcenters (digitale Zugänge).  
Auch fanden im ersten Quartal zwei Austauschtreffen des AK Beratungsnetz Köln 
statt, wo es um das neue Förderprogramm BOREA, um den anstehenden Sachbericht 
für 2022 und für das erste Quartal 2023 und um die künftige Darstellung der Arbeit 
ging.

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Echo – Engagiert in Chorweiler /PariSozial Köln gGmbH * 
 
Im Jahr 2022 konnte die Erwerbslosenberatung auf Grund einer erneuten Erkrankung 
der Mitarbeiterin nicht durchgängig stattfinden. Über 6 Monate (2. und 3.Jahresquartal) 
ruhte das Angebot. Erst zum Oktober 2022 wurde die Beratung wiederaufgenommen. 
Die gezielte Information und Unterstützung der diversen (in)-formellen Multiplikatoren, 
führte innerhalb einer kurzen Zeitspanne zu einem kontinuierlich wachsenden Anstieg 
der Beratungsanfragen, so dass zu Beginn 2023 der “alte Stand“ wieder erreicht ist. 
 
An dieser Stelle besonderen Dank an die KollegInnen der AG Beratung Chorweiler, 
die zur Sicherstellung der beraterischen Grundversorgung unbürokratisch und solida-
risch zusätzliche Beratungsarbeit leisteten. 
 
Statistik: 
In o. g. reduzierten Beratungszeitraum wurden insgesamt 457 Kontakte erfasst, 
(2022: 315 Kontakte +2023: 142 Kontakte). Die darin enthaltenden 138 Kurzkontakte 
(90+48) verliefen zu ca. 50 % telefonisch, mit Schwerpunkt Weiterleitung an a ndere, 
spezialisierte Beratungsangebote oder Institutionen. 
 
Die Altersgruppe der 25- bis 44jährigen war mit 53% leicht überrepräsentiert, im U-25 
Bereich wurden lediglich 2 Kontakte erfasst.  
60% der Ratsuchenden waren weiblich, die Quote der Alleinerziehenden lag bei 19%. 
Einen Migrationshintergrund nannten 78% der Ratsuchenden. 
In Familienhaushalten mit 4 und mehr Personen leben 38%, mit 2 Personen 20% und  
mit 3 Personen 28% der Kontaktpersonen. Alleinstehend sind 13%. 
58% der Befragten gaben an einen Schulabschluss zu haben; die Anerkennungsquote 
ausländischer Schulabschlüsse liegt bei lediglich 10,5 %. 
Keinen Schulabschluss nannten 42%, innerhalb dieser Gruppe sind ca. 20% (funktio-
nale) Analphabeten. Einen beruflichen Abschluss haben 24% der Ratsuchenden.  
 
Über drei Jahre im SGB II Leistungsbezug befinden sich 68% der erfassten Kontakte. 
Die Sicherung des Lebensunterhaltes erfolgt bei 52% ausschließlich durch SGB II 
Leistungen; 32% zählen als “Aufstocker“; zur Sicherung des Lebensunterhaltes muss 
das h auptberufliche Erwerbseinkommen durch SGB II -Leistungen aufgestockt wer-
den. 
 
Schwerpunkte der Beratung  
Mit über 80% lag der Schwerpunkt der Beratungsanfragen auf Probleme mit dem Job-
Center bzw. SGB II. Seit geraumer Zeit werden verstärkt Probleme mit der Unterhalts-
vorschuss-kasse wahrgenommen. Welche Auswirkungen haben die Entscheidungen 
der UVG-Kasse auf die Leistungsbewilligung durch das JobCenter? Hat das JobCen-
ter eigene Prüfkriterien oder führen ablehnende UVG -Entscheidungen direkt zu einer 
ebengleichen Ablehnung durch das SGB II / JobCenter?

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 21 
 
 
Leistungsbescheide überprüfen und erklären, Rückforderungen aus abschließenden 
Bescheiden überprüfen und ggfls. Aufrechnungsmodalitäten absprechen, Die Neure-
gelungen zu 01.01.2023 BÜRGERGELD erläutern, warum müss en alle SGB II Emp-
fänger noch einmal eine Vermögenserklärung abgeben? Nach wie vor Probleme beim 
Einreichen von analogen Unterlagen- hier Wartezeiten von bis zu 10 Tagen, bis diese 
in der E-Akte im Standort zur Verfügung stehen, Unterstützung bei der Beant ragung 
„vorrangiger Leistungen“ (Kindergeld & Kinderzuschlag, UVG, etc.) 
Existenzängste durch die fortschreitende Inflation, Schulden bei und durch erhöhte 
Energiekosten,  
 
DIGITALE KOMPETENZ - DIGITALE TEILHABE- SOZIALE TEILHABE 
Im digitalen Zeitalter stehen wir vor der Herausforderung einer neuen, einer digitalen 
Alphabetisierung. 
Laut einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Instituts für Demoskopie Al-
lensbach sind bildungs- und leseferne Bevölkerungsgruppen mit zunehmender Digita-
lisierung in besonderem Maße benachteiligt. 
„Zahlreiche Vorgänge, die bislang auch persönlich oder telefonisch erfolgen konnten, 
werden digitalisiert, z. B. Behördengänge, Terminvereinbarungen oder Einkäufe. 
Selbst einfache Alltagsaufgaben verlangen meist Lese - und Schreib kompetenzen. 
Diese fast ausschließliche Verlagerung in den digitalen Raum hat zur Folge, dass sich 
die Ungleichheit durch die unterschiedlichen Zugangschancen in der Bevölkerung ver-
schärft. Man kann davon ausgehen, dass die Einschränkungen neben meist älte ren 
Menschen ohne Internetzugang besonders gravierend für Erwachsene sind, die nicht 
gut lesen und schreiben können.“ 
 
Wiederholte Verweise, verbunden mit der Aufforderung, die digitalen Möglichkeiten zu 
nutzen, um persönliche Anliegen vorzutragen, können nicht einfach umgesetzt wer-
den. Hierbei werden Kompetenzen abverlangt, die viele Ratsuchende schlicht und ein-
fach überfordern. Bis zu 30 Seiten umfassende Anträge sind schon in analoger Form 
eine Herausforderung, die Verunsicherung und Ängste hervorruft. D as ändert sich 
nicht, wenn der Antrag digital gestellt werden kann. 
Da reicht auch der Besitz eines Smartphones nicht aus. Das digitale Medium ist ledig-
lich als Eintrittskarte auf dem Weg zur digitalen Kompetenz zu sehen. 
Es stellt sich die Frage:  
 Wie weit will und kann die/der Einzelne sich auf diesen Weg begeben?  
 Reicht es nicht aus, wenn die Kinder oder Enkel diese Aufgabe übernehmen? 
 Welche Schritte und Angebote sind nötig, damit die Digitalisierung kein Elitepro-
jekt bleibt, sondern zu einem echten Gesellschaftsprojekt wird? 
 
Die aktuelle Möglichkeit der Nutzung von Scanner-Terminals in den JobCenter -Stand-
orten ist ein nicht zu unterschätzendes Grundangebot.  
Dieses niederschwellige Angebot ermöglicht es allen Leistungsempfänger*Innen, ihre 
Angelegenheit selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen und zu erledigen. Die er-
folgreiche Erledigung wird durch die Ausgabe der Empfangsbestätigung bescheinigt. 
 
Langfristiger Konsens muss sein, dass besonders in komplexeren Situationen die per-
sönliche Beratung nicht durch Online- und SB -Angebote werden kann.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 22 
 
Rückblick 
Über 25 Jahre Armutsberatung in Chorweiler, davon 22 Jahre im Auftrag der PariSo-
zial Köln gGmbH in der Erwerbslosenberatungsstelle ECho-engagiert in Chorweiler:  
 
Orientiert an den Bedarfen und den  Ressourcen der BewohnerInnen des Quartiers 
bzw. des jeweiligen Sozialraumes, ganzheitlich, niederschwellig, generationsübergrei-
fend. Stadtteilbezogen, gesamtstädtisch und - viele Jahre als Sprecherin des Paritäti-
schen Arbeitskreises Armut NRW - landesweit, vernetzt mit KollegInnen in Behörden 
und Vereinen, konstruktiv und lösungsorientiert. 
Vom BSHG über Hartz 1-4 zu SGB II, SGB III und SGB XII als Grundlage, rechtskreis-
übergreifend die Regelungen zu Kindergeld und -zuschlag, Unterhaltsvorschuss, 
Wohngeld, Migrationsrecht mit Aufenthaltsgesetz, Asylbewerberleistungsgesetz, Frei-
zügigkeitsgesetz/ EU, Arbeitsrecht, Verfahrensrecht  
Grundwissen in Mietrecht mit Schwerpunkt Heiz - und Nebenkostenverordnungen, 
Krankenversicherungsschutz,  
Lobbyfunktion, Hilfe zur Selbsthilfe, Gesprächsführung nach Rogers, offene Angebote, 
Gruppenarbeit, Einzelberatung, Organisation von Workshops & Infoveranstaltungen, 
Öffentlichkeitsarbeit, Kleiderkammer, Akquise und Betreuung ehrenamtlicher Hel-
fer*Innen, Corona getrotzt - wir lassen die Menschen nicht vor der Tür stehen,  
 
Weitere Aktivitäten 
In den genannten Zeiträumen nahm die Mitarbeiterin aktiv an den diversen Vernet-
zungstreffen innerhalb des Sozialraums sowie des Kölner Beratungsnetzes teil.  
Der Schwerpunkt lag bei den  Austauschtreffen der Chorweiler Beratungsstellen mit 
den Mitarbeiter Innen des JobCenters Köln-Chorweiler. 
 
In Kooperation mit dem DTVK e.V. und angelehnt an die Aktivitäten der Vorjahre fand 
im Dezember 2002 ein Lichter-Café/Advents Café mit ca.40 BesucherInnen statt. Auf 
Grund des Erdbebens in der Türkei wurde die im Februar 2023 geplante Karne-
valsparty kurzfristig abgesagt und durch ein Solidaritätsfrühstück ersetzt.  
 
ECho- GUT DASS ES WEITERGEHT! 
Seit bereits 15 Jahren arbeiten EC ho und der DTVK (Deutsch-türkischer-Verein Köln 
e. V.) gemeinsam in den Räumlichkeiten in Seeberg-Nord. 
Zum 01.04. 2023 wurde die Trägerschaft von ECho -engagiert in Chorweiler  von der 
PariSozial gGmbH an die ebenfalls paritätische Mitgliedsorganisation übertragen.  
 
Der DTVK e.V. ist im Sozialraum Chorweiler und Kölnweit seit Beginn der 80er Jahre 
als Anlaufstelle und Ansprechpartner für Migrationsarbeit aktiv und bekannt.  
Der Verein ist Träger einer Integrationsagentur, eines von Stadt und Land anerkannten 
Interkulturellen Zentrums u nd des Senior*innen Netzwe rks Seeberg. Als Weiterbil-
dungseinrichtung führt er niederschwellige Bildungsangebote für Menschen aus dem 
Sozialraum durch. Dazu gehören 
 
 Integrationskurse mit abschließender Zertifizierung 
 Bildungsarbeit mit Erwachsenen, Smartph one Kurse in Deutsch und türkisch, 
Infoveranstaltungen zu Energiekosten & Haustürgeschäften (in Kooperation mit 
Verbraucherberatung im Quartier), gesund ernähren mit wenig Geld, etc

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 23 
 
  Elternarbeit an Schulen und in der Einrichtung, enge Kooperation mit den 
Schulsozialarbeiter*Innen und Lehrer*Innen  
 Angebote des interkulturellen Zentrum: Gesundheits-, Kreativangebote, … 
 K.I.M -kommunales Integrationsmanagement für Menschen mit internationaler 
Familiengeschichte  
 
Dieses interdisziplinäre Arbeitsfeld schafft eine Situation, die es den Berater*innen und 
Teilnehmenden ermöglicht einen schnellen, direkten Kontakt in die jeweiligen Bera-
tungsangebote herzustellen. Damit ist die ganzheitliche Beratung der Menschen ge-
währleistet und sichergestellt.  
 
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. 
                                                 
 
 
Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. greift auf langjährige Erfahrungen in 
der Beratung und Unterstützung erwerbsloser und von Erwerbslosigkeit bedrohter 
Frauen zurück. Der Vereinsname wurde von den Vereinsgründerinnen 1984 bewusst 
gewählt und ist leider auch heute noch hochaktuell, denn durch ihre nicht entlohnte 
Arbeit im privaten und sozialen Bereich sind die wenigsten Frauen arbeitslos – 
häufig aber erwerbslos!  
 
Die Angebote der Erwerbslosenberatungsstelle richten sich an alle Frauen, unabhän-
gig von sozialer oder kultureller Herkunft, Bildungshintergrund, Alter, Familienstand, 
sexueller Orientierung, Religionszugehörigkeit oder Lebenssituation. Zu den Zielgrup-
pen gehören e rwerbslose und von Erwerbslosigkeit bedrohte Frauen, Alleinerzie-
hende, Berufsrückkehrerinnen, Frauen mit Zuwanderungsgeschichte und geflüchtete 
Frauen. Ein zunehmend nachgefragter Schwerpunkt bildet die Beratung von Trans-
gender und Queer orientierten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und ge-
flüchteten Frauen aus der Ukraine. 
Als interkulturelle Anlaufstelle für erwerbslose Frauen in Köln Nippes ist der Verein 
vielen Ratsuchenden gut bekannt. Seit Jahren besteht ein interkulturelles, mehrspra-
chiges Team. Bei Bedarf können Beratungen in folgenden Sprachen angeboten wer-
den: Türkisch, Farsi, Arabisch, Kurdisch, Russisch, Ukrainisch, Aserbaidschanisch, 
Bulgarisch, Tigrinya, Aramäisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Da die Einrich-
tungsräume barrierefrei sind, ist das Angebot auch für Frauen mit gesundheitlichen 
Belastungen/Einschränkungen und Schwerbehinderte zugänglich . Während der An-
gebote besteht bei Bedarf im Notfall, die Möglichkeit der Kinderbetreuung. 
Durch die kommunale Finanzierung konnte ab 1.1.2022 eine hauptamtliche Stelle der 
Sozialberaterin/ Diplom-Sozialarbeiterin eingerichtet werden. Die Mitarbeiterin war an-
teilig mit jeweils 30 Stunden/Woche als Beraterin in der Erwerbslosenberatungsstelle 
und mit 9 Std./Woche in der kommunalen Förderung des Beratungsangebotes „ArBOr“ 
tätig. Die Mitarbeiterin greift auf langjährige Beratungserfahrungen zurück, ihre Kennt-
nisse werden durch regelmäßige Fortbildungen weiterentwickelt.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 24 
 
Ausgangslage  
In der Beratungsarbeit wurden die psychosozialen Folgen de r Corona-Pandemie und 
der weiteren aktuellen Krisen auf die Situation der ratsuchenden Menschen deutlich 
sichtbar. Wir beobachteten eine generelle Erschöpfung der Ratsuchenden, häufig ver-
bunden mit einer Verschlechterung der psychischen und mentalen Gesundheit. Insbe-
sondere Alleinerziehende und Mütter mit mehreren Kindern beschrieben eine perma-
nente Überforderung durch nicht gesicherte Kinderbetreuung, immer wieder kehrende 
Kitaschließungen und Schulausfall, häufige Infektionen und Erkrankungen der Kinder. 
Ein weiterer Faktor sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Bestehende Un-
gleichheiten haben sich verstärkt, Armut und das Gefühl von Ausweglosigkeit sind ge-
wachsen. Hinzu kommen die Auswirkungen der weltweit eskalierenden Krisen, Kriege 
und Katastrophen, die in vielen Herkunftsländern ratsuchender Migrantinnen/ Geflüch-
teter vorherrschen. Viele verfolgten die Nachrichten mit großer Sorge, in Angst um 
Angehörige und die dort Verbliebenen. Bereits bestehende Belastungen und Traumata 
wurden verstärkt. 
Für Haushalte mit geringem Einkommen hat sich die Soziale Teilhabe weiterhin ver-
ringert. Die digitale Kommunikation ist aufgrund fehlender Mittel und fehlender sprach-
licher Voraussetzungen häufig eingeschränkt. Pandemiebedingt fehlte es nach wie vor 
an Ansprechpartner*innen in Behörden, Institutionen, bei Rechtsanwält*innen, Schu-
len oder Kitas. Wir konnten eine Zunahme von familiären Konflikten und häuslicher 
Gewalt beobachten.  
Auch der Zugang zu medizinischer Versorgung ist für viele erschwert. Frauen mit Zu-
wanderungsgeschichte und nicht ausreichenden Sprachkenntnissen sind besonders 
auf Unterstützung und Begleitung durch Sprachmittler*innen angewiesen. Austausch-
möglichkeiten und Kontakte haben sich verringert und die Isolation hat in vielen Fällen 
zu einem sozialen Rückzug, zu Vereinsamung und Individualisierung geführt.  
Zahlen und Statistik 
Im Berichtszeitraum fanden in der Erwerbslosenberatungsstelle insgesamt 656 in der 
Datenbank dokumentierte Einzelberatungen in Präsenz statt - davon 471 in 2022 und 
185 im ersten Quartal 2023. Darunter 402 Erstkontakte und 252 Folgekontakte. Zu-
sätzlich kam es im Rahmen des Beratungsangebotes ArBOr zu 450 Kurz - bzw. Ver-
weisberatungen, die größtenteils persönlich, aber auch per Telefon, seltener per Email 
stattfanden. (Siehe hierzu auch im Abschnitt „Beratungsangebot ArBOr“.) 
Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden im Folgenden die Zahlen aus dem gesam-
ten Berichtszeitraum 1.1.2022 bis 31.3.2023 dargestellt.  
Frauen mit Migrations - bzw. Fluchtgeschichte bildeten mit 77% %  die größte Ziel-
gruppe, gefolgt von den Alleinerziehenden mit 25%. Da hier nur die offiziell als allein-
erziehend geltenden Frauen abgebildet werden, liegt die tatsächliche Zahl der „allein 
für die Erziehung Zuständigen“ weitaus höher. Viele Ratsuchende lebten z um Zeit-
punkt der Beratung bereits in Trennung, haben dies jedoch aus unterschiedlichen 
Gründen nicht publiziert. Auffallend ist der hohe Anteil an größeren Haushalten mit 
mehreren Kindern (31%). Die Ratsuchenden kamen aus dem gesamten Kölner Stadt-
gebiet, v orwiegend jedoch aus den linksrheinischen, nördlichen Stadtteilen Nippes 
(36%) und Chorweiler (14%) sowie Innenstadt (18%), und

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 25 
 
Ehrenfeld (10%). 3% kamen aus dem Kölner Umland. Es waren alle Altersgruppen 
vertreten, die größte Gruppe war zwischen 36 und 45 Jahre alt (34%), gefolgt von den 
46 bis 55-Jährigen (27%), 14% waren zwischen 26 und 35 Jahre alt und 19% älter als 
55 Jahre. Mit lediglich 7% war die Gruppe der unter 25-Jährigen vertreten. 
Auch die Herkunftssprachen waren heterogen - insgesamt waren 39 Sprachen vertre-
ten. Neben der deutschen Sprache waren die häufigsten Sprachen: Türkisch, Ara-
bisch, Ukrainisch, Farsi und Bulgarisch, sowie viele afrikanische Sprachen. 
Der Bildungshintergrund ist entscheidend für die Integration in den Arbeitsmarkt. In 
vielen Herkunftsländern ist Frauen der Besuch von Schule oder Ausbildung und die 
Aufnahme einer Beschäftigung versperrt. Dies drückt sich auch in folgender Statistik 
aus: 65% der Ratsuchenden verfügten nicht über eine Berufsausbildung, 55% hatten 
keinen Schulabschluss, bei 9% war der Berufsabschluss und bei 17% der Schulab-
schluss in Deutschland nicht anerkannt. 
Beratungsthemen 
Die Gründe, die Einzelberatung aufzusuchen waren vielfältig. Die psychosoziale Situ-
ation und der Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie standen aufgrund 
der bereits beschriebenen Problemlagen vielfach im Vordergrund. 64% der Ratsu-
chenden benötigten psychosoziale Unterstützung. Bei 10% ging es um eine akute Kri-
senintervention (z. B. Verweisberatung bei häuslicher Gewalt, Vermittlung einer Unter-
bringung im Frauenhaus, Unterstützung bei Trennung, Scheidung- verbunden mit Auf-
enthaltsproblemen, Fragen zur Existenzsicherung und Sorgerechtsfragen). Zusätzlich 
gab es häufig Beratungsbedarf bei Fragen zu Leistungen wie berufliche Reha, Eltern-
geld, Krankengeld, Schwerbehinderung und zu medizinischer Versorgung. 
Die meisten Ratsuchenden waren seit vielen Jahren erwerbslos (länger als 3 Jahre) 
und bezogen langjährig Transferleistungen. Ihre Lebenssituation wurde geprägt von 
Armut, Langzeitarb eitslosigkeit und vielfachen psychosozialen Problemlagen. Und 
auch wenn eine Beschäftigung vorlag, waren die Einkommen häufig so gering, dass 
die Betreffenden auf aufstockende Leistungen nach SGBII angewiesen waren. 
Die meisten hatten Fragen zum Leistungsb ezug im SGBII (47%), insgesamt 14% zu 
weiteren Transferleistungen wie ALG, Kindergeld, UVG, Rente usw. 35% hatten Fra-
gen zum Arbeitsmarkt, Bildung und Qualifizierung sowie zur Berufswegeplanung und/ 
oder Bewerbung. Andere (26%) suchten Hilfe bei der Verein barkeit von Familie und 
Beruf (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen) und nach Kontakten und Austausch-
möglichkeiten in deutscher Sprache.  
In den vergangenen Jahren sind die Problemlagen zunehmend komplexer geworden, 
so dass viele Anfragen im Rahmen einer Kurzberatung nicht bearbeitet werden konn-
ten. Sie erforderten intensivere und längere Einzelgespräche in Präsenz. Dies könnte 
eine Folge der Pandemie sein, war aber als Tendenz auch schon vorher zu beobach-
ten. Diese Entwicklung drückt sich hier nicht unb edingt in einer höheren Anzahl von 
Beratungsfällen aus, sondern in einer individuell längeren Beratungszeit, die häufig bis 
zu 2 Stunden andauerte. Oft noch verlängert durch Übersetzungsbedarf und den Ein-
satz von Sprachmittlerinnen.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 26 
 
Neben den genannten psychosozialen Problemlagen waren die wichtigsten Be-
ratungsthemen:  
Alles rund um das SGBII: Existenzsicherung, Bescheidprüfung, Widerspruch, Mehr-
bedarfszuschläge, GEZ, Köln Pass, Berufswegeplanung; Aus- und Weiterbildung, 
Kosten für Unterkunft, Anrechnung von Nebeneinkommen 
Fragen zum SGB XII u.a. Wohnungsproblematik, Kindergeld, UVG, AsylbLG, Kon-
takt mit Jugendamt und Lösung für fehlende Kinderbetreuung 
Fragen zur Erwerbsminderungsrente 
Fragen zu SGB III (ALG, Berufsrückkehrerinnen); 
SGBIX: besondere Leistungen für Menschen mit Behinderungen (Schwerbehinder-
tenrecht, Eingliederungshilfen, Rehabilitation und Teilhabe). 
Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit 
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ist seit vielen Jahren in regionalen, überregiona-
len, sozialraum- und zielgruppenorientierten Arbeitskreisen und Netzwerken aktiv, z.B.  
„Kölner Beratungsnetz“, „Bilderstöckchenkonferenz“ und „Stadtbezirkskonferenz Nip-
pes“, „LILA in Köln“ -Bündnis autonomer Frauenprojekte, „AKF -Arbeitskreis Kölner 
Frauenorganisationen“, „AK Be rufsrückkehr“ c/o BCA Jobcenter/ Agentur für Arbeit, 
„AK- vernetzte Beratung der Lernenden Region“, div. Facharbeitskreise des Paritäti-
schen Wohlfahrtsverbandes u.v.m. 
Darüber hinaus gibt es eine gewachsene Zusammenarbeit mit verschiedenen Anlauf-
stellen, Regel- und Fachdiensten (siehe auch im Abschnitt „ArBOr“). Durch die Einla-
dung von Referent*innen vor Ort im „Infocafe“, konnten zudem unbürokratisch erste 
Kontakte geknüpft und die Ratsuchenden gut angebunden werden. Der Verein hat seit 
2013 ein Qualitätsm anagementsystem nach AZAV eingeführt, das 2022 erfolgreich 
rezertifiziert wurde. Kundinnenzufriedenheit und Beschwerdemanangement werden 
regelmäßig erhoben und ausgewertet.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 27 
 
Sachberichte zur arbeitsbezogenen Beratung und Orientierung in 
den ArBOr-Beratungsstellen 
 
Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen (BFmF) e. 
V.  
 
Die „Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“ (ArBOr) ist in die große Institution 
BFmF e.V. mit seinem breiten Bildungs - und Beratungsangebot installiert und bietet 
seit 2011 eine niederschwellige Anlaufstelle für alle Frauen und Männer mit oder ohne 
Migrationsgeschichte an. Überwiegend Menschen mit Zuwanderungsgeschichte nut-
zen das ArBOr Angebot als Treffpunkt und Begegnu ngsstätte, Aufenthaltsraum und 
Arbeitsraum. Das BFmF e.V. bietet seinen Besucher:innen eine große Sprachenvielfalt 
und auf ihre Bedarfe angepasste Angebote. Das Bistro und die Kleiderkammer sind in 
dieser Hinsicht wichtige niederschwellige und offene Anlau fstellen, die mit ihrem kul-
tursensiblen Ansatz eine einladende Atmosphäre schaffen, in der sich die Besucher:in-
nen angenommen und aufgehoben fühlen. Handlungsgrundlage im ArBOr ist die „Hilfe 
zur Selbsthilfe“. Dazu gehört die Möglichkeit sich über verbrauc herrechtliche oder ar-
beitsmarktrelevante Entwicklungen mithilfe des täglich aktualisierten Aushangs zu in-
formieren sowie Stellenanzeigen zu sichten. Damit möchte die Arbeitsbezogene Bera-
tung und Orientierung im BFmF e.V. einen Beitrag zur Vorbeugung gegen soziale Aus-
grenzung und Isolierung leisten.  
Im Jahr 2022 wurden die Angebote der ArBOr von mehr als 3.700 Besucher:innen 
in Anspruch genommen. Der Anteil der Frauen belief sich auf 65% und der der männ-
lichen ratsuchenden Besucher auf 35%. Die Institution ArBOr erfährt seit Anfang März 
2022 einen erhöhten Ansturm an Geflüchteten aus der Ukraine. Ab März wurde die 
2G-Regelung gelockert, so dass die Besucherzahl sich stark erhöhte.  
Das Angebot der ArBOr befindet sich im Nebengebäude der Einrichtung im Erdge-
schoss und ist barrierefrei erreichbar. Das ALZ verfügt über eine komplette PC -Ar-
beitsstation mit Drucker, allen notwendigen Büromaterialien sowie kostenlosem Inter-
netanschluss. Diese Station wurde von Besucher*innen gerne genutzt für individuelle 
Stellenrecherchen, Ausdrucken, Aktualisieren oder Korrigieren von Bewerbungsunter-
lagen und Checken von E-Mails. 
Zum Angebot des ArBOr gehört zusätzlich das Bistro „Pusteblume“ und die Kleider-
kammer „Die Klamotte“. Im Bistro „Pusteblume“, der wichtigsten Anlaufstell e, gab es 
täglich heiße und kalte Get ränke sowie Kuchen und Gebäck. Bei schönem Wetter 
wurde auch die Terrasse, die weitere Sitzmöglichkeiten bietet, genutzt. In der Kleider-
kammer werden gespendete Kleidung, Schuhe und Haushaltswaren an Bedürftige ab-
gegeben; insbesondere konnten ukrainische Geflüchtete versorgt werden. Die Besu-
cher:innen konnten zudem Lebensmittelspenden des Großmarktes Köln in haushalts-
üblichen Mengen mitnehmen. 
Im ALZ wurden vermehrt folgende Anfragen behandelt: 
 Verweisberatung zu internen und externen Fachberatungsstellen

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 28 
 
 Vermittlung von Terminen zur Erwerbslosenberatung 
 Nachweis von Bewerbungsbemühungen für das Jobcenter 
 Scannen und Kopieren von Originalunterlagen 
 Formulare und Anträge ausfüllen (z.B. Köln-Pass, BuT etc.) 
 Übersetzungshilfe 
 Unterstützung bei dringenden und kurzzeitig erforderlichen Lebensläufen 
Durch die aktuellen politischen Veränderungen (Ukraine -Krieg, Energiekrise) kam es 
zu einer erhöhten Nachfrage nach Energiethemen. Insbesondere wurde das Angebot 
des Stromspar-Checks, der bereits ein Regelangebot der ArBOr ist, ab der 2. Jahres-
hälfte auf die neue Zielgruppe der ukrainischen Geflüchteten angepasst und zwei Mal 
in Ukrainisch und Russisch durchgeführt. Insgesamt wurden vier Infoveranstaltungen 
zum Thema „Strom sparen“ angeboten. Bei allen Sitzungen wurden den Besucher:in-
nen Kaffee und Kuchen angeboten, um ihnen eine Willkommensatmosphäre zu bieten. 
Die Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung ist mit internen Beratungsstellen wie 
der Erwerbslosenberatung, der MBE, der F amilienberatung und der Schuldner - und 
Verbraucherinsolvenzberatung intern vernetzt. Durch kurze Wege kann schnell die 
passende und fachlich kompetente Unterstützung gefunden werden. Dank dieser Ko-
operationen konnten z.B. mehrere barrierefreie Veranstaltungen im Bistro (u.a. ein re-
gelmäßiger sonntäglicher Vätertreff, ein interreligiöses Seminar, da eine Teilnehmerin 
im Rollstuhl saß) durchgeführt werden. 
Als eine Möglichkeit zur Begegnung und zur Vermittlung aktueller oder relevanter In-
formationen wurden da s 3-mal durchgeführte Arbeitslosenfrühstück und das Winter-
café genutzt, wobei Themen wie „AGH -Maßnahme“ und „Rund um Arbeit“ behandelt 
wurden. Auch Fragen zu sozialpflichtiger Beschäftigung und der Abgabe von Versi-
cherungen wurden beantwortet. Darüber hina us wurde das Bistro auch für regelmä-
ßige Treffen mit Beschäftigten zum fachlichen Austausch genutzt. Ebenfalls fanden in 
Kooperation mit der EBS Veranstaltungen zu verschiedenen Themen im Bistro „Pus-
teblume“ statt. 
Das ArBOr-Team war auch an der Organisation und Durchführung des Familienfestes 
des BFmF (07.05.2022) mit einem Getränkestand beteiligt. An dem Fest nahmen ca. 
1000 Personen teil. Darunter auch 80% der Ratsuchenden.  
An zwei sonnigen Tagen wurden neben dem täglichen Angebot von saisonabhängiger 
Kleidung erneut Hofaktionen durchgeführt, wobei Kleidung und Haushaltswaren an 
bedürftige Familien vermittelt werden konnten.  
Die Leiterin des ArBOr Institution ist Mitglied des Facharbeitskreises Arbeit und Quali-
fizierung vom Paritätischen Gesamtverband. 2022 fanden die Treffen zweimal digital 
und einmal in Präsenz statt.  
Die Angebote der ArBOr im BFmF e.V. hatte im 1. Quartal 2023 ca. 900 Besucher:in-
nen. Das Regelangebot zum Stromspar-Check in Zusammenarbeit mit der Caritas so-
wie das Arbeitslosenfrühstüc k, wo Ratsuchende sich informell austauschen und in 
Kontakt kommen, fand auch im 1. Quartal 2023 unter reger Teilnahme statt.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 29 
 
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. 
 
 
 
(Kurz)-Beratung, Orientierung und Gruppenangebote 
Neben dem Angebot der tiefergehenden Einzelberatung in der Erwerbslosenbera-
tungsstelle konnten im Rahmen des Programms ArBOr im Folgenden dargestellte 
Kurz-und Verweisberatungen sowie Gruppenangebote durchgeführt werden. Auch 
diese Angebote richteten sich an alle Frauen, unabhängig von sozialer oder kultureller 
Herkunft, Bildungshintergrund, Alter, Familienstand, sexueller Orientierung, Religions-
zugehörigkeit oder Lebenssituation. Bei Bedarf konnten die Beratungen in vielen Her-
kunftssprachen erwerbloser Menschen mit Zuwanderungsgeschichte durch Sprach-
mittlerinnen übersetzt werden. 
Im vorangegangenen Abschnitt „Erwerbslosenberatungsstelle“ wurden Ausgangslage, 
Zielgruppen, Bedarfe und Beratungsthemen bereits beschrieben, so dass wir diese 
Punkte nicht noch einmal aufführen sondern an dieser Stelle darauf verweisen.  
Die Erreichbarkeit des Beratungsangebotes war zu den geforderten Öffnungszeiten 
stets gegeben: Montag-Donnerstag: 8-17 Uhr und Freitag 8 -14 Uhr. Die Einrich-
tungsräume sind gendersensibel und kindersicher gestaltet. Sie sind zudem barriere-
frei, so dass das Angebot auch für Frauen mit gesundheitlichen Belastungen/Ein-
schränkungen und Schwerbehinderte zugänglich ist. 
Durch die kommunale Finanzierung konnte für den Verein ab 1.1.2022 eine hauptamt-
liche Stelle der Sozialberaterin/ Diplom -Sozialarbeiterin eingerichtet werden. Die Mit-
arbeiterin war anteilig mit jeweils 30 Stunden/Woche als Beraterin in der Erwerbslo-
senberatungsstelle und mit 9 Std./Woche in der kommunalen Förderung  des Bera-
tungsangebotes „ArBOr“ tätig. Dort war sie  zuständig für die Kurz -und Verweisungs-
beratungen, die Durchführung und Koordination der offenen Angebote sowie u.a. für 
Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkarbeit. Zusätzlich waren Honorarkräfte, Übungslei-
terinnen und Ehrenamtliche im Einsatz.  
Die Beratungen haben als Kurz- (bis ca. 15 Minuten) und Verweisberatungen (z.B. zu 
Sprachförderung, Frauen-und Familienberatung, MBE, Rechtsanwält*innen, Anerken-
nungsberatung, Schuldnerberatung, Verbraucherschutz, Frauenhaus, Wohnungsbau-
gesellschaften, Behörden, Weit erbildungsträger, „Little Bird“ ) v.a. persönlich in Prä-
senz aber auch bei Bedarf telefonisch oder per Email stattgefunden. Die Gruppenan-
gebote konnten unter Berücksichtigung der jeweils geforderten Hygiene schutzbedin-
gungen schrittweise wieder in alter Form durchgeführt werden, zunächst in Kleingrup-
pen (max. 6 -8TN) bis hin zur vollen Gruppenstärke im 1. Quartal 2023 (12TN und 
mehr). 
Zahlen und Statistik 
Kurz- bzw. Verweisberatungen: Hier kam es zu 450 Kurz- bzw. Verweisberatun-
gen, (die größtenteils persönlich, aber auch per Telefon, seltener per Email stattfan-
den.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
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Gruppenangebote: Insgesamt 1.253 Teilnehmerinnen (TN) folgende Angebote be-
sucht.: 
Infocafe´ (insgesamt 156 TN): Im seit vielen Jahren regelmäßig stattfindenden Info-
Café werden Fragen aus der Beratung aufgegriffen und in Form von Infoveranstaltun-
gen mit Hilfe eingeladener Referent*innen bearbeitet. Schwerpunkte der ab April 2022 
wieder in Präsenz stattgefundenen 13 Info -Veranstaltungen waren: Fragen zur Ener-
giekosten (Stromsparcheck), Frauengesundheit und Verhütung (Pro Familia), Ver-
braucherberatung im Quartier (Achtung bei Verträgen: Handy, Strom), Gewaltpräven-
tion (Notruf), gesunde Ernährung (Gesundheitsamt), Gesundheitsprävention durch 
Bewegung, Schuldnerberatung, Familienberatung, Fr agen zum Bürgergeld, Ehren-
amt, Suchtprävention-Drogen, Stressbewältigung, Frauen-Selbstverteidigung.  
Bewerbungswerkstatt (102 TN): In der wöchentlich stattfindenden Bewerbungswerk-
statt fanden die Besucherinnen (in Ein zelterminen) konkrete Unterstützung bei der 
Stellensuche, der Erstellung der Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung zu Vor-
stellungsgesprächen. 
Bewerbungstraining und Berufsorientierung (77 TN): Das Bewerbungstraining und 
die Berufsorientierung als Grupp enangebot fand ab dem 1. Quartal 2023 mit insge-
samt 11 Terminen mit durchschnittlich 7 TN statt. 
EDV-Training für Anfängerinnen ohne Vorkenntnisse: (28 Termine, 112TN)  
“Ich entdecke meine Stadt“ (15 Termine, 255 TN): Ausflüge und Exkursionen, kos-
tenlose Museumsbesuche, entspannte Plätze und Lernspaziergänge in Parks, beson-
dere Orte etc. 
Konversationstraining für Bewerbung in Beruf und Ausbildung (51 Termine- 350 
TN): Ein sehr frequentiertes Angebot für erwerbslose Migrantinnen, das regelmäßig 
pro Woche zunächst in Kleingruppen (8TN) und im weiteren Verlauf mit durchschnitt-
lich 10-12 TN stattfand.  
Feste und Veranstaltungen (insgesamt 201 TN): Nach längerer Pause war es end-
lich wieder möglich, gemeinsam kleinere Feste, Infoveranstaltungen und Aktivitäten 
durchzuführen. Die Angebote wurden gerne angenommen: Internationaler Tag gegen 
Gewalt an Frauen (15 TN), Interkulturelles Jahresabschlussfest (55TN), Internationa-
ler Frauentag (64TN), Karneval - Weiberfastnacht (12 TN), Interkulturelles Frühlings-
fest (45 TN). 
- Nicht mitgezählt sind evtl. Nutzerinnen des digitalen Lernraums, der interessierten 
Nutzerinnen des Arbeitslosenzentrums zur Verfügung steht. Der im Rahmen der 
Corona-Pandemie eingeführte digitale Lernraum mit Infomaterialien auf der Website 
des Vereins, wurde für interessierte Besucherinnen weitergeführt.  
Zusätzlich standen den Besucherinnen weitere offene Angebote des Vereins zur Ver-
fügung z.B.: 
- Resilienztraining (18 Termine mit je 4 UStd./Woche, = 162TN ) zur persönlichen 
Stärkung, gesponsert durch die DOHLE STIFTUNG

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 31 
 
- eine Lernwerkstatt für Alleinerziehende - „Digitales Empowerment“- Einführung in 
die Nutzung von iPads und Verleih von Endgeräten (10 Termine, = 60TN) 
- das ehrenamtlich geführte „Sprachcafe für Geflüchtete“  mit Austauchmöglichkeit, 
Angeboten wie Alphabetisierungskurs, Kreativangebote, Mitnehmbazar mit gut er-
haltener Kleidung, Spielzeug und Kosmetikartikeln aus Spenden u.a. (wöchentl. ca. 
30TN) 
- Information, Beratung und Begleitung im Rahmen des städtischen Förderpro-
gramms: Im Veedel gegen Corona (bis Mai 2022). 
- Perspektiven im Erwerbsleben: Fachberatung für die Anerkennung im Ausland er-
worbener beruflicher Qualifikationen, Coaching für berufliche Veränderung. 
Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit 
Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. ist se it vielen Jahren in regionalen, 
überregionalen, sozialraum- und zielgruppenorientierten Arbeitskreisen und Netzwer-
ken aktiv. Diese wurden bereits im Abschnitt „Erwerbslosenberatungsstelle“ beschrie-
ben. Darüber  hinaus gibt es eine gewachsene Zusammenarbeit mit verschiedenen 
Anlaufstellen, Regel- und Fachdiensten (siehe auch oben im Text). Durch die Einla-
dung von Referent*innen vor Ort im „Infocafe“, können unbürokratisch erste Kontakte 
geknüpft und die Ratsuchenden gut angebunden werden. 
 
 
Kellerladen e. V.    
 
 
Im Zeitraum 01.01.2022 – 31.03.2023 kam es zu 801 Kontakten. 137 Kontakte führ-
ten zu Beratungen und längerfristiger Begleitung (z.B. Verhinderung einer Woh-
nungsräumung). Hinter den Kontakten stehen 72 Personen (39 Frauen, 33 Männer), 
die immer wieder Beratungs- und Begleitungsbedarf haben. Nicht dabei sind unzäh-
lige Kurzkontakte, die lediglich zur Information dienen und dem Einzelnen helfen, 
Dinge evtl. schneller zu erledigen.  
Da wir uns hier in einem Siedlungsgebiet in unmittelbarer Nähe zu den Menschen 
befinden, fanden fast alle Kontakte direkt im persönlichen Gespräch statt (98%), die 
telefonischen und E-Mail-Kontakte betrugen 2%. 
Wie in den Jahren zuvor, blieb es nicht bei einem einmaligen Kontakt, sondern es 
gab Folgekontakte (17%). Oft hilft eine Information im Rahmen eines Kurzkontaktes 
über Hilfen, zuständige Ämter oder sonstiges, damit Ratsuchende alleine weiter ihre 
Interessen verfolgen können. Aber ein Kurzkontakt besteht häufig vor einem Bera-
tungsgespräch oder hinterher. Hier gab es 74% Kurzkontakte.  
 
Bei den Haushaltsgrößen ergibt sich folgendes Bild: Single-Haushalte 44%; 2-Per-
sonen-Haushalte 11%, d.h. Paare oder Einelternfamilien mit 1 Kind; 3- und 4-Perso-
nen-Haushalte, d.h. Familien mit Kindern 40%. 
Nationalitäten: deutsch 62%; in geringen Prozentzahlen (5% bzw. 2 oder 3% ) fin-
den sich folgende Nationalitäten: Irak, Tunesien, Syrien, Italien, Rumänien, Nigeria, 
Polen und Ukraine.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 32 
 
Bei der Altersstruktur fällt auf, dass der Anteil der unter 25jährigen nur mit 7 % ver-
treten ist, obwohl viele Familien beraten werden. Der „Kellerladen“ verfügt über ein 
Jugendbüro, das den Bereich U25 abdeckt. Jugendliche/junge Erwachsene werden 
vom Jobcenter dorthin zugewiesen oder gehen freiwillig dort hin. 
17% der Ratsuchenden waren 26-35 Jahre alt; 21% 36-45 Jahre; 19% 46-55 Jahre 
und 36% über 55 Jahre. 
 
Dauer der Arbeitslosigkeit: Von den 72 Personen, die im o.g. Zeitraum zur Beratung 
kamen, waren 42 von Arbeitslosigkeit bedroht, arbeitslos bzw. langzeitarbeitslos. Viel-
fach kamen geringverdienende Personen zu uns, die durch Wohngeld und Kinderzu-
schlag oder durch auf stockende Leistung des Jobcenters ihren Lebensunterhalt si-
chern mussten. Wie bei der Alters struktur zu sehen ist, gibt es einen hohen Prozent-
satz bei den über 55jährigen. Hier entsteht Beratungsbedarf durch den Übergang vom 
aktiven Berufsleben in die Rente. Bei nicht existenzsichernder Rente werden Anträge 
gem. SGB XII gestellt. 
 
Im Bereich Schulabschluss/Ausbildung ergibt sich folgendes Bild: ohne Berufsaus-
bildung 70%; mit Berufsausbildung 23 %; mit Fach -/Hochschulausbildung 6%; 43% 
hatten einen Hauptschulabschluss und 21% einen nicht anerkannten Schulabschluss; 
13% hatten die Mittlere Reife als Abschluss, 7% Abitur und 16% gar keinen Abschluss. 
 
Das Einzugsgebiet war hauptsächlich Nippes (hier: Bilderstöckchen) mit 92%; die an-
deren Ratsuchenden kamen aus Mülheim, Lindenthal, Ehrenfeld, Chorweiler oder au-
ßerhalb Kölns. 
 
In der Erfassung der Zahlen der Statistik wird unterschieden zwischen primären und 
ergänzenden Leistungen: 
Primär lebten 44 % der Ratsuchenden von A LG II/Sozialgeld bzw. Grundsiche-
rung. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielten 33% der Besucher. 13% lebten 
von Rente.  (Die fehlenden Prozentpunkte verteilen sich auf Lebensunterhalt aus 
selbstständiger Arbeit, Krankengeld, Grundsicherung). Ergänzend erhielten Personen 
z.B. auch ALG II, Kindergeld, Rente, etc. 
 
Schwerpunkte der Beratungen und der Arbeit 
Bei 74% war u.a. Mittellosigkeit/ Existenzsicherung Anlass für eine Beratung. Dies liegt 
sicher d aran, da ss es seit 13 Jahren in Bilderstöckchen eine Lebensmittelausgabe 
gibt, die vom Kellerladen ver antwortlich geführt wird. In 45% der Fälle  war auch die 
psychosoziale Situation (familiäre Probleme, Probleme mit Nachbarn, Folgen der Pan-
demie, etc.) Thema. Infos zu verschiedenen sozialen Leistungen der Sozialgesetzbü-
cher gab es in ca. 19 % der Fälle, aber auch zum Ausländerrecht, Bundeskindergeld-
gesetz, Wohngeldgesetz, etc. Ebenso gab es das Angebot bei diversen Antragstellun-
gen behilflich zu sein (ALG II, KölnPass, KiZ, Befreiung von der Rundfunkgebühr). 
 
Die Mittellosigkeit ergab sich häufig aus den gewohnten Gründen (Schulden beim 
Energieversorger im Rahmen der Jahresabrechnung oder unvorhergesehene Ausga-
ben wie Ersatz für Kühlschrank, Waschmaschine, Staubsauger, Bett, Kleidung, etc.), 
aber auch aus dem zu niedrigen Regelsatz für Kinder. Neben den Interventionen bei

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 33 
 
dem Energieversorger, Vermittlung von Hausrat, wurde auf die regelmäßige Teil-
nahme an der Lebensmittelausgabe verwiesen, um mit dem dort eingesparten Geld 
Notwendiges kaufen zu können. 
 
Die psychosoziale Belastung durch Arbeits - und Mittellosigkeit wurde durch die Pan-
demie verschärft. Unsere Dienstleistungslädchen (Fahrradwerkstatt, Kinderfrisier-
stube) konnten geöffnet bleiben, weil dort nur einzelne Personen bedient wurden bzw. 
konnten auf der direkt angrenzenden Wiese die Kunden der Fahrradwerkstatt Kontakt 
mit dem dortigen Mitarbeiter aufnehmen. 
Unser Vereinstreff mit Cafébetrieb dient als niedrigschwelliges Angebot zur sozialen 
Beratung bzw. Austausch von Menschen in der gleichen Lebenslage. Da wir über eine 
Außengastronomie verfügen, wurde dieses Angebot rege genutzt (die soziale Bera-
tung fand auch entweder einzeln im Büro der draußen auf der Wiese statt). Nach und 
nach fand Berat ung auch w ieder in Innenräumen nach Testung und evtl. mit Mund -
Nasen-Schutz statt. 
Unser Sommerfest konnte nicht durchgeführt werden. Wir haben aber zur Entlastung 
von Familien eine Kinderferienwoche angeboten. In Kleingruppen wurden Ausflüge o-
der Bastel- und Kreativangebote organisiert. 
 
Auch im vorgenannten Zeitraum hatte n die Jobcenter so gut wie  keine Präsenzbera-
tung, so dass telefonische Anfragen, E -Mails an die jeweiligen Teams, Ausdrucken 
von Anträgen, Anträge ausfüllen und stellen etc. über das Kellerladen-Büro liefen. Die 
Menschen haben ein Smartphone, keine eigene E-Mail-Adresse, keinen Drucker. Zö-
gernde Bewilligungen und Auszahlungen von Leistungen wurden zu einem existenz-
bedrohenden Szenario. 
 
Der Kellerladen nimmt regelmäßig an der „Bilderstöckchen -Konferenz“ teil und hat 
eine Kooperation mit den verschiedenen Familienzentren vor Ort. Eine gute Verbin-
dung existiert zum Caritasverband f.d. Stadt Köln, besonders zur Schuldnerberatung 
und zum Migrationsdienst. Alle diese Treffen fanden als Videokonferenzen, aber auch 
öfter in Präsenz, statt. 
 
Die Hilfsgütertransporte in ein Roma-Lager in der Ostslowakei konnten wieder stattfin-
den. Durch den Krieg in der Ukraine wurden dem Kellerladen unaufgefordert Spenden 
angewiesen mit der Bitte, Medikamente, Nahrungsmittel, Bekleidung etc. zu beschaf-
fen und an die slowakisch/ukrainische Grenze zu bringen. Zwölf Hilfsgütertransporte 
wurden durchgeführt mit Hilfe von Besuchern und ehr enamtlich Mitarbeitenden des 
Kellerladens.  
 
Feste konnten selbstverständlich nicht durchgeführt werden. Dabei sind sie ein wichti-
ger Bestandteil unserer Öffentlichkeitsarbeit und es ergibt sich immer ein finanzielle r 
Überschuss, der unsere Arbeit unterstützt. 
 
Seit Sommer 2012 ist der Kellerladen e.V. als Träger gem. AZAV zertifiziert (als Maß-
nahme wurde das Jugendbüro zertifiziert). Im Jahr 2022 wurde die Re -Zertifizierung 
erfolgreich absolviert.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 34 
 
 
 
 
Lindweiler Treff e. V.      
 
Beratungsstelle des Diakonischen Werks Köln und Region  
 
Der Lindweiler Treff und dessen Arbeitslosenzentrum liegen in geographisch günstig 
gelegener Position im Stadtteil Lindweiler, da sie auf dem zentralen Platz verortet und 
gut erreichbar sind. Dieser ist im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes frisch 
saniert und wird über verschiedene gemeinsame Aktivitäten als Zentrum von Lindwei-
ler neu belebt. 
Regulär nehmen jede Woche bis zu 240 Besucherinnen und Besucher die Ange-
bote/Aktivitäten des Lindweiler Treffs wahr. Hinzu kommen jene, die Veranstaltungen 
oder das Secondhandcafé besuchen bzw. an verschiedenen Einzelproj ekten teilneh-
men oder Gruppen, die die Räumlichkeiten selbständig und/oder selbstorganisiert nut-
zen. Insgesamt besuchten im Jahr 2022 und im ersten Quartal 2023 ca. 3000 Men-
schen den Lindweiler Treff.  
 
Regionale Problemlage und Folgen der anhaltenden Krisen 
Der Lindweiler Treff hat langjährige Erfahrung in der Begleitung von Menschen ohne 
Erwerbstätigkeit und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen. Um den Ratsuchen-
den in ihrer sozialen Problemlage partnerschaftliche Unterstützung anzubieten, hat es 
sich bewährt, Angebote grundsätzlich niedrigschwellig und sozialräumlich auszurich-
ten. Demnach sind die Angebote des Arbeitslosenzentrums für alle Ratsuchenden of-
fen und zeitnah verfügbar. Der Zugang in die Angebote erfordert keine Antragstellung 
und Kosten.  
Diese geringen Anforderungen an die Inanspruchnahme der Angebote erleichtert Rat-
suchenden den Zugang zu Hilfen und Unterstützungsangeboten.  
Die Herausforderungen sind aufgrund der besonderen Lage nach wie vor enorm hoch 
und wurden durch die verschiedenen anhaltenden Krisen aus 2020 bis 2022 teilweise 
verstärkt.  
Im gesamten Kölner Beratungsnetz waren 2021 bereits steigende Beratungs- und Be-
darfslagen durch die Folgen der Pandemie zu beobachten. Durch den Krieg in der 
Ukraine und den hohen Flüchtlingsstrom au ch nach Köln, die gestiegenen Energie-
kosten und die Engpässe in der Versorgungslage nahm die Zahl der Beratungssu-
chenden in 2022 noch einmal zu. 
Der demographische Wandel führt zu einer Überalterung - hinzu kommt der Aus- und 
Wegzug der Kindergeneration. 
Gleichzeitig gibt es einen Generationswechsel. Freiwerdende Wohnungen werden vor 
allem durch Familien im SGB II -Bezug und Personen mit Migrationshintergrund neu 
bezogen. Der Anteil dieser beiden Bewohnergruppen in Lindweiler wächst überdurch-
schnittlich.   
Ende des Jahres 2018 waren 23,2% Bewohner Lindweilers im SGB II Bezug, was weit 
über dem Durchsch nitt der Stadt Köln liegt (12,8 %). Die Quote der Bedarfsgemein-
schaften nach dem 2. Sozialgesetzbuch lag bei 17,5% (Stadt Köln 10,9%). Fast die

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 35 
 
Hälfte der Einwoh nerInnen besitzen einen Migrationshintergrund oder sind ausländi-
scher Herkunft (46,2%/Stadt Köln 39,1%).1  
 
Akteure im Lindweiler Treff  
Hauptamtliche Mitarbeiter  
Im Lindweiler Treff sind in der Regel zwei qualifizierte Fachkräfte tätig, eine Diplom -
Sozialwissenschaftlerin (mit dreißig Stunden) und eine Sozialarbeiterin (mit 30 Stun-
den). Darüber hinaus arbeiten drei Schüler -Coaches auf Minijob-Basis sowie weitere 
projektbezogen tätige Honorarkräfte.  
 
Ehrenamtliche Mitarbeiter  
Ferner sind ca. 40 langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lind-
weiler Treff tätig. Auch hier ist die Überalterung spürbar. Die Akquise neuer ehrenamt-
licher Helfer gestaltet sich gut. Die ehrenamtliche Tätigkeit bietet vor allem Langzeit-
arbeitslosen eine sinnvolle Beschäftigung. 2022 konnten die Fachkräfte des Lindweiler 
Treffs trotz vieler pandemiebedingter Einschränkungen neue Ehrenamtliche akquirie-
ren.  
 
Angebote und Projekte des Arbeitslosenzentrums  
Für die Angebote/Aktivitäten stehen ein multifunktionaler Gr uppenraum für 25 Perso-
nen und ein Beratungsraum für vertrauliche Gespräche zur Verfügung. Hinzu kommen 
ein Büroraum und die Räumlichkeiten des Secondhandcafé Schatztruhe. 
 
Café Schatztruhe  
Schräg gegenüber des Lindweiler Treffs befindet sich das Secondhand Café 
Schatztruhe. Hier geben Menschen aus den umliegenden Stadtteilen und Gemeinden 
ihre gut erhaltene Kleidung ab. Menschen, die nicht viel Geld besitzen, wird so die 
Möglichkeit eröffnet, günstig Kleidung und Haushaltswaren gegen eine Spende zu er-
werben und sich bei einer Tasse Kaffee über Neuigkeiten auszutauschen, Kontakte zu 
knüpfen und Gemeinsames zu planen. Auch Haushaltswaren, Bücher und Spielsa-
chen werden hier angeboten. Sortiert und verkauft wird die Ware von 12 ehrenamtli-
chen Frauen aus dem Sta dtteil, die größtenteils Arbeitslosengeld II beziehen. Durch 
ihre Tätigkeit erhält ihre Woche Struktur, sie erfahren Aufwertung, werden selbstsicher 
und können für andere Menschen etwas bewirken. Das Café ist an fünf Tagen in der 
Woche am Vormittag geöffnet. Gerade für Menschen, die sich in der Erwerbslosigkeit 
befinden, bietet das Café die Möglichkeit einer Strukturierung ihres Alltages – hier wer-
den sie nicht über das „Fehlen von etwas“ definiert, sondern über ihr Engagement „für 
Etwas“. Sie erwerben durch ihre Mitarbeit zudem Schlüsselqualifikationen und soziale 
Kompetenzen, die ihnen bei einer Rückkehr in das Berufsleben hilfreich sind. Regel-
mäßige Teamsitzungen und kleine Fortbildungen von rund zwei Stunden unterstützen 
die Ehrenamtlichen bei ihrer Tätigkeit.  
Eine besondere Aktion war im Dezember ein Dankeschön-Ausflug mit den Ehrenamt-
lichen ins Rautenstrauch-Joest-Museum mit einer Führung durch die Ausstellung 
„RESIST! Die Kunst des Widerstands“ und einem anschließenden Essen.  
 
                                                 
1 Stadt Köln-Amt für Stadtentwicklung und Statistik: Kölner Stadtteilinformati-
onen, Zahlen 2018.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 36 
 
Stadtteilfrühstück  
Jeden Morgen findet in der Zeit von 09.30 bis 11.30 Uhr ein Stadtteilfrühstück für 
Bewohner/innen aus Lindweiler statt, welches vor allem von erwerbslosen Menschen 
in Anspruch genommen wird. Hier bestehen die Möglichkeit des gemeinsamen Aus-
tausches und der Zugang zum Beratungsangebot für Rat- und Hilfesuchende. Orga-
nisiert und zubereitet wird dieses von erwerbslosen Menschen aus dem Stadtteil. 
 
Lebensmittelschrank  
Der Lebensmittelschrank ist eine nichtöffentliche Lebensmittelausgabe. Menschen 
aus dem Stadttei l können im Notfall während der regulären Öffnungszeiten die Ein-
richtung besuchen und einmal im Monat Lebensmittel erhalten. Die Lebensmittel wer-
den durch finanzielle Spenden käuflich erworben. Das Angebot bezüglich einer 
Schuldnerberatung wird ausgesprochen, ist aber für den Ratsuchenden nicht verpflich-
tend.     
 
Schuldnerberatung  
Die monatlich stattfindende Außensprechstunde der Schuldnerberatung des Diako-
nischen Werks wurde auch im Jahr 2021 weitergeführt. Die Ratsuchenden erhalten 
die Möglichkeit, inne rhalb der bereits bekannten institutionellen Strukturen nieder-
schwelligen und kostenlosen Zugang zu Hilfe und Beratung in Bezug auf ihre finanzi-
elle Situation zu erhalten. Auf diesem Wege ist bei Bedarf ein nahtloser Übergang aus 
dem Angebot des Arbeitslosenzentrums möglich. 
 
Nähtreff  
Einmal in der Woche findet vormittags der Nähtreff statt. Unter Anleitung einer ehren-
amtlichen Mitarbeiterin, können Frauen aus dem Stadtteil gemeinsam Taschen, Kis-
sen, Topflappen etc. zum Eigenbedarf oder auch zum Verkauf au f dem Weihnachts-
markt nähen. Der Nähtreff trägt dazu bei, dass vor allem Frauen aus ihrer situations-
bedingten Isolation heraustreten und einer eigenständigen Arbeit -die Herstellung ei-
gener Erzeugnisse- nachgehen. Hier erfahren sie Wertschätzung, dass zum Selbst-
wertgefühl beiträgt und die Teilnehmerinnen aus ihren Depressionen herausholt. 
 
Internationales Frauencafé 
Seit 2021 wird ein wöchentlich stattfindendes Internationales Frauencafé angeboten. 
Geleitet wird dieses von einer ehrenamtlich tätigen Lehreri n, die jede Woche ein 
Thema vorbereitet, das aus dem Kreis der Teilnehmerinnen heraus gewünscht wird. 
Bei den Themen handelt es sich beispielsweise um Frauenrechte, Eindämmung der 
Gewalt gegen Frauen, Bildungsmöglichkeinen für Mütter, Wiedereinstiegsmöglichkei-
ten in niedrigschwellige Berufe. Ein besonderes Ziel des Internationalen Frauencafés 
ist es, ein Netzwerk zu bieten und einen Rahmen zu schaffen, in dem den Frauen die 
Möglichkeit gegeben wird, in einem geschützten Rahmen über ihre Probleme und Sor-
gen zu sprechen.  
 
Computerclub 
Der Computerkurs ist ein Angebot das alle zwei Wochen vormittags stattfindet und sich 
an Menschen richtet, die Interesse daran haben, ihre Computerkenntnisse aufzufri-
schen oder neue Computerkenntnisse zu erlernen. Durchgeführt w ird dieser Compu-
terkurs von einem arbeitslosen, ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 37 
 
 
Foodsharing  
Jeden Montag findet das seit 2021 vom Lindweiler Treff in Zusammenarbeit mit einer 
Ehrenamtlichen initiierte Foodsharing statt. Dieses Angebot wird vor allem von Anwoh-
nern mit geringem Einkommen stark genutzt.  
 
Qualifizierungsangebote  
In Qualifizierungsangeboten, wie laufenden Computer- und Internetkursen, haben 
die Ratsuchenden die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren und eigenständig Be-
werbungsunterlagen zu erstellen. 
 
Suchtberatung  
In die Suchtberatung kann sowohl niedrigschwellig weitervermittelt als auch eine 
Sprechstunde vor Ort organisiert werden.  
 
Mittagstisch  
Seit März 2022 wird ein frisch zubereitetes Mittagessen für Geringverdiener und Er-
werbslose angeboten. Dieses Angebot wird von Langzeitarbeitslosen gestaltet und 
von einer Fachkraft begleitet. Während des Angebotes werden Beratungsbedarfe fest-
gestellt und die weitere Beratungsstruktur übertragen. Gleichzeitig kommen die Besu-
cher des Angebotes ins Gespräch und vernetzen sich. Das Angebot bietet den Gestal-
tern eine Strukturierung ihres Tages und sie erleben eine Wertschätzung, die zum po-
sitiven Selbstbild führt. 
 
Kölner Beratungsnetz  
Der Lindweiler Treff ist als Arbeitslosenzentrum Mitglied des Kölner Beratungsnetzes. 
Dies ermöglicht eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit den anderen Er-
werbslosenberatungsstellen und Arbeitslosenzentren in Köln. In der täglichen Arbeit 
werden je nach Bedarf und individueller Situation Ratsuchende an die anderen Träger 
vermittelt, um eine bestmögliche Unterstützungsleistung zu garantieren. Das Bera-
tungsnetzwerk trifft sich vier - bis sechsmal im Jahr, um sich untereinander fachlich 
auszutauschen, kollegial zu beraten, die Interessen der Ratsuchenden in der Öffent-
lichkeit zu vertreten sowie gemeinsame Aktivitäten zu planen und durchzuführen.  
Das Ziel des gemeinsamen Beratungsnetzwerkes ist, dieses für Kölns Bürgerinnen 
und Bürger zu erhalten.   
 
 
Veedel e. V. Köln  
Mitglied im 
 
 
Ziel der Arbeit  
ist die Stabilisierung und Aktivierung von Langzeitarbeitslosen und von Langzeitar-
beitslosigkeit bedrohten Personen.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 38 
 
Durch niedrigschwellige Angebote, Begegnungs- und Betätigungsmöglichkeiten so-
wie durch die Beratung und Unterstützung von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit 
Bedrohten werden wichtige Veränderungen in den Lebensumständen der Betroffe-
nen erzielt. Zielgruppen sind vor allem die Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Be-
drohten in Ostheim und den angrenzenden Stadtteilen. Für die Besucher des ALZ 
werden verschiedene Begegnungs-, Betätigungs-, Bildungs- und Freizeitmöglichkei-
ten geschaffen. Für die Angebote wird je nach Umfang Öffentlichkeitsarbeit betrieben 
durch 
 Anschläge und Handzettel in den Siedlungen und Stadtteilen, 
 Auslagen von Infoblättern bei Institutionen sowie öffentlichen und sozialen 
Einrichtungen des Stadtgebietes, 
 
Offene Angebote im „Café im Veedel“: 
 Frühstückscafé   Mo, Mi, Fr. 9:00h – 12:00h 
 Kreativangebote  Nähkurs, Di, 16-18:00h 
 „Mittagstisch mit Axel“  Mi, 12:00h – 14:00h 
 „Warme Stube“ 
Klönen und Aufwärmen in der Energiekrise seit Dezember 2022, Vormals 
„Frühstückscafé“ bis Mai 2023 
 Café für Geflüchtete (Kochen von und für Ukrainer*innen) 
Di, 17:00h bis 22:00h (März bis Oktober 2022) 
 Saisonale Feste: 
 Frühlingsfest 
 Adventfest 
 Nikolausfest 
 Ostheimer Weihnachtsmarkt 
 Bewohnertreffpunkt 
 Info-Börse für den Stadtteil 
 Vermietung für private Feiern  
 
Kooperationen und Verweisberatung:  
(Ratsuchende werden von dort an uns verwiesen und umgekehrt) 
 Erwerbslosenberatungsstelle des Vingster Treffs 
 GAG 
 Fachstelle Wohnen / ASD 
 Lebensmittelausgabe 
 Caritas und Ev. Kirchengemeinde 
 Offene Kinder- und Jugendeinrichtung „OT Ostheim“ 
 Jugendhilfeschwerpunktträger LOGO gGmbh 
 Wir für Pänz e.V. / Krabbelgruppe „Kleine Pänz“ Ostheim 
 Schulen und Kindertageseinrichtungen im Sozialraum 
 alle Teileinrichtungen des Veedel e.V. (Jugendeinrichtung, Campus Arbeit, 
Sozialraumkoordination, WIN-Ostheim)

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 39 
 
Besucher*innenzahlen. 
Insgesamt nahmen 2.153 Besucher*innen in 2022 die Angebote des Arbeitslosen-
zentrums (ALZ) wahr. 285 Besucher*innen nahmen an Veranstaltungen mit freizeitbe-
zogenem Charakter teil, 314 Personen nutzten Informations - und Bildungsveranstal-
tungen, im Bereich Begegnung und Selbsthilfe gab es 520 Teilnehmern*innen (Cafe), 
zum Thema Betätigung/Ehrenamt trafen sich 84 Teilnehmern*innen. Zusätzlich nutz-
ten 140 Teilnehmer*innen die vom ALZ angebotene Impfaktion. 
Besucher*innenzahlen im ersten Quartal 2023 
 48 Besucher*innen von Freizeitveranstaltungen 
 112 Besucher*innen von Informations- und Bildungsveranstaltungen 
 51 Besucher*innen im Bereich Selbsthilfe 
 19 Besucher*innen aus dem Bereich Ehrenamt 
Im Winterquartal werden die Angebote i.d.R. weniger frequentiert. Die Beratung und 
die Informationsveranstaltungen konzentrierten sich auf den Bereich Energieberatung 
und Wohngeld. Beides wird über die neue Förderung ab Mai ausgebaut. 
 
Die Erreichbarkeit  
des ALZ war auch in den Schließungszeiten Mo -Fr. von 8.00 -16.00 telefonisch über 
unsere Zentrale, ab Sommer wieder in Präsenz jederzeit möglich. Zudem wurde ein e 
mobile Notrufnummer veröffentlicht. Über diese Nummern konnte telefonisch mit den 
zuständigen Mitarbeiter*innen Kontakt aufgenommen werden.  
 
Sozialberatung 
Bis zum Frühjahr/Sommer 2022 wirkte sich die Corona -Pandemie weiterhin auf den 
Beratungsalltag aus. Die auf der Homepage des Veedel e. V. sowie durch Aushänge 
im Stadtteil beworbene Ausweitung des Beratungsangebots auf telefonische Beratung 
wurde weiterhin von den Ratsuchenden genutzt. Digitale Angebote konnten aufgrund 
von fehlenden digitalen, sprachlichen oder schriftlichen Kompetenzen des Klientels nur 
begrenzt in Anspruch genommen werden. 
 
Zunächst wurden Beratungen nach Terminvereinbarung unter Einhaltung der jeweils 
aktuell geltenden Coronaschutzverordnungen angeboten. Nach der Sommerpause 
fand die Beratung meist wieder in Präsenz statt.  
Durch den eingeschränkten öffentlichen Zugang zu Behörden, hatte die Vermittlung 
und Unterstützung der Ratsuchenden insbesondere über digitale Zugangswege eine 
herausragende Bedeutung im Beratungsgeschehen 2022. Auffallend war, dass die 
Beratungsfälle eine hohe Komplexität besaßen und viel Beratungszeit vereinnahmten. 
Einfache und damit schnell zu bearbeitende Anliegen kamen in der Beratungspraxis 
in diesem Jahr kaum vor.  
 
Aufgrund des zeitlichen Mehraufwandes der Beratungsfälle und personeller Verände-
rungen fanden im diesem Jahr (2022) 87 Beratungen (i.d.R. mit mehreren Terminen) 
statt. Terminvereinbarungen waren mit 1- 2-wöchigem Vorlauf möglich.  
In 2023 waren es von Januar bis April 26 Beratungsfälle. 
 
Im Jahr 2022 gab es insgesamt 87 Beratungskontakte, die überwiegende Mehrheit 
fand persönlich statt. 98% der Menschen kamen aus unserem Stadtbezirk, ca. 2% 
kamen aus anderen Stadtteilen.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 40 
 
31% der Ratsuchenden haben die deutsche Staatsangehörigkeit, der Anteil der Men-
schen mit Migrationshintergrund liegt bei 69%. 72% (Vorjahr 66%) der Ratsuchenden 
bestreiten ihren Lebensunterhalt primär durch ALG II. Zur Berufsausbildung liegen le-
diglich von 26 Befragten Angaben vor. 97% der zu Beratenden sind über 25 Jahre alt,  
Die Anzahl an Personen bzw. Haushalten mit mehreren Einkunftsarten, auch weiteren 
Transferleistungen, ist weiterhin recht hoch. Der Anteil Alleinerziehender beträgt 15%, 
der von Haushalten mit vier oder mehr Familienangehörigen ist gleichbleibend hoch 
bei 42%. 
Die Verteilung der relevanten Rec htsgebiete in der Beratung - 45% davon bezogen 
sich auf das SGB II - ist gleichgeblieben, mit einem Anteil von 10 % gab es eine Zu-
nahme bei Beratungen im Bereich Ausländerrecht (Aufenthaltstitel/Einbürgerung). Die 
Widerspruchsbearbeitung konzentrierte sich auf fehlerhaftes oder massiv verspätet 
angerechnetes Einkommen durch das Jobcenter. Die psychosoziale Situation war in 
23 Beratungen Schwerpunktthema. Eine herausrage nde Bedeutung hatte 2022 mit 
37% der Fälle die Beratun g in akuten Notsituationen (u. a. drohender Wohnungsver-
lust, Mittellosigkeit) und hoher psychosozialer Belastung.  Mit nur 2% weiterhin rück-
läufig kamen Ratsuchende zum Thema Bildungs- und Teilhabepaket in die Beratung. 
Der Anteil von funktionalen Analphabe ten, die Lese - und Schreibhilfe benötigen, ist 
gleich hoch geblieben. 
Zusätzlich zu den oben beschriebenen dokumentierten Beratungsfällen gab es 
 
 143 telefonische Beratungen 
 43 Beratungen per Mail 
 geschätzte 120 „Flur-Kurzberatungen“ vor und nach Veranstaltungen 
Für 2023 fanden statt: 
 32 telefonische Beratungen 
 8 Beratungen per Mail 
 Ca. 20 Kurzberatungen 
 
 
Ausblick auf das Jahr 2023 
 Sammelveranstaltungen  
Anfang des Jahres fanden an drei Standorten zu den Themen Bürgergeld, Wohn-
geld, sowie zu den Folgen von Energiekrise und Inflation Veranstaltungen statt 
 Seit Januar 2023 Energieberatung 
Verstärkung der Beratung zu den Folgen der Energie- und Inflationskrise durch zu-
sätzlichen Mitarbeiter 
 Mai 2023, zusätzliche Beratung 
Vollzeitkraft für Energieberatung im Auftrag der Stadt und in Kooperation mit dem 
Bürgerzentrum Vingst

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 41 
 
 
 
            
 
 
 
Bürgerzentrum Finkenberg  
Berichtszeitraum: 01.05.2022 – 31.03.2023 
 
Im Mai 2022 erhielt das Bürgerzentrum Finkenberg im Rahmen des Förderprogramms 
ArBOr – Kommunale Förderung der Arbeitslosenzentren die Bewilligung für das Bera-
tungs- und Begleitungsangebot arbeitsloser oder von Arbeitslosigkeit bedrohter Men-
schen in Porz Finkenberg. Im Rahmen der Förderung wurde im August 2022 eine nie-
derschwellige kostenlose Beratungsstelle aufgebaut. Der Schwerpunkt der Arbeit war 
die individuelle Beratung und Unterstützung zu Fragen und Problemen, die im Zusam-
menhang mit Erwerbslosigkeit aufgetreten sind. 
 
Die Angebote der Beratungsstelle umfassten im Einzelnen: 
- Information und Beratung rund ums SGB II, SGB III 
- Hilfe in besonderen Problemlagen der Arbeitslosigkeit  
- Bescheide erklären und prüfen, Antragsunterstützung 
- Vermittlung weitergehender Hilfen 
- Computer- und Internetnutzung für Stellenrecherche und Bewerbungen 
- Workshops 
Menschen in Armut, ohne Arbeit oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen brau-
chen Unterstützung. Besonders wichtig war deshalb die Aufklärung über Ansprüche, 
Rechte und Pflichten sowie Gespräche über persönliche und berufliche Perspektiven. 
Durch die gute Vernetzung mit den lokalen Akteuren konnte im Jahr 2022 die Beratung 
jeden Tag in Porz Finkenberg angeboten werden. Um möglichst viele Betroffene zu 
erreichen und zu begleiten, fand die Beratung im Bürgerzentrum Finkenberg, im Job-
Werk Porz und im Begegnungszentrum Porz statt.  
Es standen drei Beratungsräume sowie nach Bedarf ein Veranstaltungsraum zur Ver-
fügung. 
Im ersten Quartal 2023 fand die Beratung ausschließlich im Bürgerzentrum Finkenberg 
an zwei Tagen in der Woche statt. 
Der Aufbau eines vertrauensvollen Settings ist für den Erfolg der fachlichen Beratungs-
arbeit Voraussetzung. Es wurden insgesamt 89 Betroffene beraten und unterstützt.  
Die Länge und Intensität der Gespräche bl ieben hoch: gefragt war eine Vielfalt von 
Inhalten. Es ging sehr oft um sozialrechtliche Fragen, wie Formulare und Bescheide 
erklären. Fragen richteten sich auf die berufliche Entwicklung, Arbeitssuche, Arbeits-
aufnahme, Arbeitsverlust, auf arbeitsrechtliche Probleme, auf Krankenkasse und an-
dere Sozialversicherungen, auf aufstockende Sozialleistungen. Speziell bei den Mig-
rant*innen mit begrenzten sprachlichen Ressourcen und geringen Kenntnissen deut-
scher gesellschaftlicher Regeln registrierte die Beratung vielfältige Bedarfe.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 42 
 
Einige Beratungen zogen sich über mehrere Termine, da immer neue Probleme zu-
tage traten. So konnten mit den Ratsuchenden auch Ordnung in alle Unterlagen ge-
bracht werden und dann an Fachstellen (z.B. Schuldnerberatung oder  
Verbraucherzentale) verwiesen werden. Bei Mietschu lden/Kündigung der Wohnung 
hat sich die Zusammenarbeit mit BerMico Porz (Beratung und Mietcoaching SKM) als 
sehr hilfreich herausgestellt. 
Verfestigte Erwerbslosigkeit und multiple Problemlagen kennzeichn eten die Bera-
tungsbedarfe der Bewohner *innen in Finkenberg. Digital abgehängte Menschen, die 
keinen Zugang zur Logik der Digitalisierung haben , machten einen Großteil der Hilfe-
suchenden aus. Es ist für sie schwierig bis unmöglich ohne Unterstützung an wichtige 
Informationen zu kommen. Es besteht kaum Kontakt zur „Arbeitswelt“, daher  gibt es 
auch wenig bis gar keine Erfahrung über Erwartungen des Arbeitsmarktes. Die Über-
schuldungsproblematik überschattet die Lebensgestaltung. Finanzielle Grundbildung 
ist kaum vorhanden. Die Existenzsicherung steht im Vordergrund. Daher wurde in der 
Beratung darauf geachtet, nachhaltige Lösungen mit den Klient*innen zu entwickeln. 
Kleine Schritte wurden vereinbart und viel Aufklärungsarbeit geleistet, um ein Funda-
ment für weiterführende Beratungsarbeit aufzubauen. 
Im Rahmen des Beratungsangebots wurde auch auf Bedarfe der Zielgruppe reagiert 
und unterstützende Angebote zum Thema Digitalisierung entwickelt und umgesetzt.  
Für einen sicheren Umgang mit Computern, dem Internet und den gängigen Anwen-
dungen wurde der Workshop „Fit für den Job mit MS Office“ angeboten. Das Zusam-
menstellen der Bewerbungsunterlagen und die Suche nach geeigneten Jobangeboten 
und Ausbildungsplätzen waren sehr zeitaufwendig, wirkten sich jedoch motivationsför-
dernd aus und hatte einen guten Effekt auf die berufliche Orientierung. Mit dem Work-
shop „Bewerbungstraining für Frauen“ bekamen Frauen unter Anleitung einer erfahre-
nen Beraterin wertvolle Tipps rund um die Bewerbung und k onnten mit anderen  
Frauen Erfahrungen austauschen. Jeden Dienstag stand kostenlos PC mit Internetzu-
gang und Drucker zur Verfügung, der zur Stellenrecherche und zum Erstellen von Be-
werbungsunterlagen genutzt werden konnte. 
 
Kooperations- und Netzwerkarbeit 
Neben der fachlichen Beratungsarbeit ist eine gezielte Vernetzungs- und Öffentlich-
keitsarbeit wichtig. Deshalb wurde der Fokus verstärkt daraufgelegt, das neue Bera-
tungsangebot in Porz-Finkenberg bekannt zu machen. 
Vernetzung und Kooperation 
 Durchführung von Kooperationsgesprächen und Arbeitsfeldvorstellungen 
 fachlicher Austausch mit Institutionen, die mit den Belangen der Betroffenen in 
Berührung kommen 
 Fachgespräch mit dem Jobcenter Porz 
 Teilnahme an Arbeitskreisen  
Öffentlichkeitsarbeit  
Um bei den Betroffenen für die Nutzung des Beratungsangebots zu werben, erfolg-
ten folgende Schritte: 
 Erstellung eines Flyers 
Sowohl Betroffene als auch Multiplikator*innen wurden über das Beratungsan-
gebot im Quartier informiert.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 43 
 
 Mediale Präsenz 
Zur Bekanntmachung der Beratungsstelle wurden Zeitungsartikel verfasst, die 
das Beratungsangebot vorstellten. Die Webseite www.parisozial-koeln.de in-
formierte über die aktuellen Angebote der Beratungsstelle. 
 Netzwerkverteiler 
Das Bürgerzentrum Finkenberg informiert über den Netzwerkverteiler zu Bera-
tungsangebot. 
 
Fazit 
Trotz des knappen Projektzeitraums konnte das Konzept des Förderprogramms Ar-
beitsbezogene Beratung und Orientierung realisiert werden. Es ist gelungen, eine 
niedrigschwellige Beratungsstelle rund um das Thema Arbeitslosigkeit und Arbeit in 
Finkenberg aufzubauen. Die Resonanz auf das neue langfristige Beratungsangebot ist 
sowohl bei den Klient*innen als auch bei den Kooperationspartner*innen  groß. 
 
Ausblick 
Im Jahr 2023 steht die Etablierung der Beratungsstelle als langfristiges Angebot im 
Vordergrund. Bestehende Kooperationen sollen gefestigt und ausgeweitet werden, um 
die Synergien und die Nachhaltigkeit zwischen den Angeboten im Sinne der Betroffe-
nen zu erhöhen. 
Die Komplexität alltäglicher Problemlagen erfordert die Entwicklung von kleinschritti-
gen Lösungsstrategien in der Beratung. Außerdem ist es sehr wichtig den Zugang zu 
(digitalen) Informationen bereitzustellen und die Zusammenhänge /Nutzung zu erklä-
ren (z.B. die JobCenter-App). Die Lotsenfunktion eröffnete den Betroffenen den Weg 
zu weiterführenden Beratungs- und Hilfsangeboten.

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023        
Angebote des Beratungsnetz Köln 2022 + 1. Quartal 2023 
 44 
 
 
 
 
Anerkennungsberatung zu schu-
lischen und berufl. Abschlüssen 
PIE (Erarbeitung von Perspekti-
ven im Erwerbsleben) 
KIM (Casemangement für junge 
Zugewanderte) 
REACT – Unterstützung von 
Menschen aus Südost-Europa 
Offene Familienberatung 
Beratung für Geflüchtete 
 
Infoveranstaltungen/ Digi-
tale Angebote 
Informationen zum ALG II 
Energie Sparen 
Hohe Energiekosten 
Rechte auf dem deutschen Ar-
beitsmarkt (Deutsch, Arabisch, 
Ukrainisch)  
Inforeihe zum SGB II auf 
WDRforYou für Ukrainer:innen 
Step by step – Stärkung digitaler 
Kompetenzen 
Email – Erste Schritte 
Online Beratung  
ABC goes digital 
Fortbildungen für Multipli-
kator:innen 
Aktuelles zum SGB II 
Workshops für Lehrkräfte in In-
tegrations & Berufssprachkursen 
Kurse 
 
Bewerbungstraining & Bewer-
bungstrainingsmodule 
ABC der Online-Bewerbung 
Alphabetisierungskurse 
Integrationssprachkurse  
Sozialpädagogische Begleitung 
bei Deutschkursen 
Berufsbezogener Konversati-
onskurs 
Kurse zur Stärkung der Kom-
munikation und Orientierung im 
Veedel 
Nachholen externer Schulab-
schlüsse nach Kl.9 +10 
MiA Kurse für Männer und 
Frauen 
Kurse Beruf & Karriere  
Kurse zu Themen der Gesund-
heit, Bildung, Fremdsprachen 
Resilienztraining 
Digitales Empowerment 
Förderangebote für 
Kinder und Jugendliche 
Einzelcoaching für Jugendliche 
ins Berufsleben 
Nachhilfeangebote  
Übermittagsbetreuung 
PC Gruppen  
Hausaufgabenbetreuung 
Eltern-Kind-Gruppen 
Kreativangebote 
Offene Angebote/Treffen 
Interkulturelles Frühstück 
Offener Treff für Zugewanderte 
Frauencafé /Erwerbslosencafé 
PC-Nutzung zur Stellensuche 
Formularhilfe 
Sprachcafé für Geflüchtete  
Grünes Vingst 
Gesundheitscoaching 
Spielnachmittag für Mütter und 
Väter mit Kindern im Alter von 5-
7 Jahren 
Walking Gruppe 
Meditation 
Väter-Club/ Väter-Treff 
Freitagsfrühstück für Menschen 
mit und ohne Arbeit 
Nähtreff/Nähwerkstatt 
Interkulturelle Kochgruppen 
Café Schatztruhe (Treffpunkt im 
Stadtteil) 
Secondhand-Café 
Vereinstreff im Waggon 
Nachtcafé 
(Interkulturelle) Seniorentreffs – 
Gedächtnistraining und Spiele-
nachmittag 
Infocafé mit Referentinnen u.a. 
zu Frauengesundheit & Verhü-
tung, Selbstverteidigung, Notruf 
Ausflüge und Exkursionen in 
Köln und Umgebung 
 
 
Dienstleistungen 
 
Begleitprojekt ins Jobcenter 
Catering 
Fahrradreparatur  
Kinderfriseur 
Raumvermietung 
Seniorenkalender 
Holzwerkstatt Reparatur von 
Möbeln, Kunstgewerbe 
Schreinerei - Anfertigung von 
Kleinmöbeln, Reparaturen etc.)  
Wöchentliche Lebensmittelaus-
gabe 
Verleih - E-Bike Lastenrad 
Bistro 
Sprachmittler:innen 
Klamottenausgabe  
(Second Hand) 
Krabbelgruppe 
Kinderbetreuung /auch U3 
AGH und Beschäftigung nach 
(§16i und §16e SGB II) 
Veranstaltungen  
Weltkindertag 
Familienfest 
Hennaabend 
Nachbarschaftsfest 
Internationaler Frauentag 
Beratungsangebote 
Beratung zum SGBII, III, XII KDU- 
Kosten der Unterkunft 
Sozialberatung in arabischer, per-
sischer (farsi), türkischer, eng- li-
scher, eritreischer (tigrinya),  spa-
nischer, bulgarischer, russischer 
und französischer Sprache 
Beratung zu Arbeitsrecht und pre-
kärer Beschäftigung / Unter-stüt-
zung bei Arbeitsausbeutung 
Wege in Arbeit- Berufswege-pla-
nung, Einzelcoaching auch         für 
Arbeitssuchende mit gesundheitli-
chen Einschränkungen 
Psychosoziale Beratung bei Stress 
und Angst 
Nahtlosigkeit – Übergang Krank-
heit - ALGI 
Rechtsberatung, Schwerpunkt Zu-
wanderungsgesetz 
Migrationsberatung 
Orientierungs- + Antragsberatung 
Teilhabe- und Bildungspaket 
Schuldnerberatung 
Verbraucherberatung im Quartier 
Energieberatung  
Beratung bei fehlender Kinderbe-
treuung und Vereinbarkeit Familie 
und Beruf 
Vereinfachte Antragstellung, Kurz-
arbeit, Soloselbstständige 
Beratung zur Existenzgründung

Jahresbericht 2022 + 1. Quartal 2023   
 
 45 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Impressum 
 
Sachberichte Die Sachberichte liegen in der in der Verantwortung der jeweiligen Trä-
ger: (in alphabetischer Reihenfolge) 
ArbeitslosenBürgerCentrum (ABC) Höhenhaus/Caritasverband für die 
Stadt Köln e. V., Begegnungs - und Fortbildungszentrum muslimischer 
Frauen e. V., Bürgerzentrum Finkenberg – Parisozial gGmbH Köln ,  
eCHO – Engagiert in Chorweiler/PariSozial gGmbH Köln, Frauen gegen 
Erwerbslosigkeit e. V. , Kellerladen e. V., Kölner Arbeitslo senzentrum 
(KALZ) e.V., Lindweiler Treff - Diakonie Köln, Veedel e. V., Vingster Treff 
- Bürgerzentrum Vingst  
 
 
 
Layout 
 
Beate Mages, Fabian Goreth, Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst 
 
 
Koordination und 
Kontakt für das 
Kölner 
Beratungsnetz 
Beate Mages, Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst, Heßhofstr. 43,  
51107 Köln,  Tel.: 0221 – 870 50 90  
Bernd Mombauer, Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V., Hans -
Böckler-Platz 1 1, 50672 Köln, Tel.: 0221 – 546 10 72 
 
 
Stand: 11.05.2023

Beratungsverlauf (2)

14.09.2023 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.09.2023 Wirtschaftsausschuss
TOP 15.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2181/2023
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
28.08.2023
Erstellt
06.07.2023 14:13