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2023/0034

Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel

Magistratsvorlage 16.03.2023

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2023/0034

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219 Zeichen

Punkt 3: Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel 
 (V-Nr. 2023/0034) 
 
Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, 
der Vorlage zuzustimmen. 
  
Stimmenthaltung: Die Linke.

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12497 Zeichen

- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
19.05.2023 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
 
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Amt für Vielfalt und 
internationale 
Beziehungen 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
I 531 
IV 
 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2023/0034 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
232 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 111120 
Kostenstelle:  531-001-1000 Investitionsnummer:  / 
Kostenträger:  1111-21 Sachkonto: 7128000 / 6139000 
 
Betreff: Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel  
 
Vorlage vom: 17.05.2023  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Magistrat stimmt der Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel,  zu. 
 
 
 
Anlagen:  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 3 - 
 
Beschluss des Magistrats vom 31.05.2023 
 
Der Vorlage wird zugestimmt.

- 4 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom  17.05.2023 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt versteht sich als eine weltoffene Stadt, die sich sowohl auf 
nationaler als auch internationaler Ebene den gegenwärtigen globalen Herausforderungen 
stellt. In den letzten sechs Jahrzehnten baute Darmstadt, weit über den europäischen 
Rahmen hinaus, zahlreiche und vielfältige internationale Beziehungen auf, dabei immer im 
Bewusstsein für eine gemeinsame globale Verantwortung.  
  
In einem einzigartigen Verhältnis steht Deutschland zu Israel. Die s ist begründet durch die 
Verantwortung Deutschlands für die Shoa, dem systematischen Völkermord an etwa sechs 
Mio. Juden Europas in der Zeit des Nationalsozialismus. Seit der Aufnahme diplomatischer 
Beziehungen am 12. Mai 1965 haben sich die deutsch -israelischen Beziehungen sowohl auf 
offizieller Ebene als auch im zivilgesellschaftlichen Bereich kontinuierlich intensiviert und 
vertieft. 
Die einzigartigen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind ein Grundpfeiler der 
deutschen Außenpolitik. Deutschla nd steht ein für das Existenzrecht des Staates Israel. Es 
fördert als aktiver Partner in der EU die Friedensbemühungen im Nahen Osten und setzt sich 
innerhalb der Vereinten Nationen für einen fairen Umgang mit den Konfliktparteien ein.  
 
Die Wissenschaftsst adt Darmstadt verfolgt diese Ziele gleichermaßen. Sie legt seit jeher 
großen Wert auf eine lebendige Erinnerungskultur und die Beziehung zur jüdischen 
Gemeinde sowie zu ehemaligen jüdischen Mitbürger*innen und deren Nachkommen.  
Im Juni 2016 beschloss der M agistrat den Beitritt zur internationalen Kampagne „Mayors 
United Against Antisemitism“  des American Jewish Committee (AJC)  und bekräftigte damit 
seine Grundhaltung zu einer Null -Toleranz-Politik im Kampf gegen Antisemitismus und zur 
Gewährleistung der Sicherheit jüdischer Gemeinden.  
Als weiteren Schritt unterzeichnete Oberbürgermeister Jochen Partsch im März 2021 auf 
Initiative des Ramer Instituts, zugehörig zum Berliner Büro des AJC, eine gemeinsame 
Erklärung deutscher Bürgermeisterinnen und Bürgermeis ter gegen Antisemitismus. Darin 
verpflichten sich die Unterzeichnenden zur Sicherstellung eines friedlichen Zusammenlebens 
aller Einwohnerinnen und Einwohner, unabhängig von religiösen und politischen 
Einstellungen sowie kulturellen Hintergründen in ihren Städten. 
 
Eine besondere Beziehung verbindet die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit der israelischen 
Stadt Nahariya, mit der sie schon seit mindestens 50 Jahren freundschaftliche Kontakte 
pflegt. 
 
 
Über Nahariya:  
 
Die Stadt Nahariya liegt in der Region Westg aliläa, 30 Kilometer nördlich von Haifa, an der 
Mündung des Flusses Ga’aton ins Mittelmeer. Damit ist Nahariya die nördlichste Küstenstadt 
Israels. Aktuell leben dort circa 58.000 Menschen.  
 
Nahariya wurde 1934 als landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlu ng von circa 100 
jüdischen Emigrant*innen gegründet, die vor den Nationalsozialisten geflüchtet waren.  
Im Zuge des Israelischen Unabhängigkeitskriegs (1947 -48) wurden Nahariya und ganz 
Westgaliläa im UN -Teilungsplan den Arabern zugesprochen. Dennoch legte  die Stadt 
weiterhin großen Wert auf ihre deutschen Wurzeln: „Jüdisch oder arabisch, Nahariya bleibt 
deutsch!“

- 5 - 
 
Nach dem Krieg erlebte Nahariya einen Wandel zum Ferienort und Zentrum der 
Lebensmittelindustrie und damit ein rasches Wirtschafts - und Bevölkerungswachstum. 
Innerhalb von wenigen Jahren stieg die Einwohnerzahl von ca. 1.700 (1948) auf ca. 23.800 
(1972). In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich Nahariya immer mehr zu einem 
Einwanderungsziel. Insbesondere die verstärkte Einwanderung aus Äthio pien und der 
ehemaligen Sowjetunion ab 1991 prägten die Entwicklung.  
Die Stadt Nahariya zeichnet sich zudem durch ihren hohen kulturellen Wert aus und gilt als 
historische Hauptstadt Westgaliläas. Auf dem HaGa’aton Boulevard, einer beliebten Straße 
im Zentrum der Stadt, finden sich zahlreiche Geschäfte und Boutiquen, Cafés und 
Restaurants, u.a. das Kultlokal „Pinguin“ aus der Gründungszeit Nahariyas. Darüber hinaus 
beheimatet Nahariya eine Vielzahl an Museen, bspw. das Museum für Stadtgeschichte „Beit 
Liberman“ („Lieberman -Haus“). Im direkten Umland Nahariyas befinden sich außerdem die 
historische Hafen - und Kreuzritterstadt Akkon sowie die mittelalterlichen Burgruinen Kibbuz 
Yehi’am. 
 
Der aktuelle Bürgermeister Nahariyas, Ronen Marelly, gehört der sozialde mokratischen 
„Labor“-Partei „Awoda“ an.  
 
 
Der Weg zur Städtepartnerschaft:  
 
Sigi Keren, damaliger Vize -Bürgermeister Nahariyas , knüpfte nach seiner Pensionierung 
Kontakte zu alten Freunden nach Darmstadt und schloss neue Kontakte, u.a. zum 
Stadtjugendpfleger der Evangelischen Kirche. Die Städtefreundschaft mit Nahariya wuchs im 
Rahmen von regelmäßigen deutsch -israelischen Jugendb egegnungen. Die erste 
dokumentierte Jugendbegegnung veranstaltete die Evangelische Jugend im Jahr 1972.  
 
Im Jahr 1983 wandte sich der damalige Oberbürgermeister und ehemalige Präsident der 
deutsch-israelischen parlamentarischen Gesellschaft Günther Metzger  an Nahariya mit dem 
Angebot, die Kontakte zwischen beiden Städten auf eine breitere Basis zu stellen. Bis dahin 
gab es lediglich enge Beziehungen zwischen Privatpersonen und zu ehemaligen jüdischen 
Mitbürger*innen in Nahariya.  
 
Die Gesellschaft für Christ lich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. in Darmstadt organisierte im 
Jahr 1985 eine große Bildungsreise. Es folgten weitere Studienreisen mit verschiedenen 
Bildungsträgern, auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Bielefeld, die mit Nahariya seit 
1980 verschwistert ist. 
 
Der erste offizielle Kontakt zwischen Darmstadt und Nahariya erfolgte 1991, als eine 
Delegation der Partei Bündnis90/Die Grünen die befreundete Stadt in Israel besuchte. 
Sieben Jahre später nahm Bürgermeister Horst Knechtel an einer internationalen K onferenz 
„Partnerstädte und kommunale Organisationen“ in Jerusalem teil und besuchte im Anschluss 
Nahariya. 
Im Jahr 2005 begrüßte Darmstadt erstmals eine offizielle Delegation aus Nahariya anlässlich 
des Europawochenendes und 675 -jährigen Stadtjubiläums.  
 
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Städtepartnerschaft war der Besuch des aktuellen 
Bürgermeisters Ronen Marelly auf Einladung von Oberbürgermeister Jochen Partsch. Dieser 
Besuch fand in Begleitung seines persönlichen Referenten sowie Zecharia Hai,  Stadtrat und

- 6 - 
Geschäftsführer der Steel & Metal Works Ltd. im November 2021 statt. Anlass war die 
gemeinsame Teilnahme am Abschluss des Festjahres „100 Tage, 1700 Jahre! Jüdisches 
Leben in Darmstadt“ und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten.  
Im Rahmen des viertägigen Aufenthalts fanden intensive Gespräche sowohl mit 
Oberbürgermeister Jochen Partsch als auch mit Dezernent Michael Kolmer über die künftige 
Ausrichtung der Städtefreundschaft statt. Die Gäste zeigten sich zudem sehr beein druckt von 
ihren Besuchen des Darmstädter Unesco -Weltkulturerbes Mathildenhöhe und des Fraunhofer 
Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT).  
 
Im Oktober 2022 fand ein Gegenbesuch von Oberbürgermeister Jochen Partsch in Nahariya 
statt. Dabei konn ten beide Stadtoberhäupter ihren politischen wie persönlichen Kontakt 
festigen und sich über die Möglichkeiten und Vorzüge einer Städtepartnerschaft 
austauschen.  
 
Die Freundschaft zu Nahariya wird über die offiziellen politischen Kontakte hinaus auch 
durch bürgerschaftliche Aktivitäten begleitet und gestärkt.  
Zudem besteht insbesondere ein großes Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit 
seitens der Jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für Christlich -Jüdische 
Zusammenarbeit e.V. in Darmstadt. Sie sind seit jeher wichtige Kooperationspartner der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt und waren mehrfach am Besuchsprogramm im November 
2021 beteiligt, - u.a. mit einer Einladung zum Shabbat und bei der Besichtigung des 
Erinnerungsorts Liberale Synagoge. Die sehr gute Zusammenarbeit zeigt sich auch darin, 
dass beide Gruppen im Anschluss wiederholt ihre Unterstützung für die Gestaltung einer 
Städtepartnerschaft zusicherten. Sogar Mitglieder außerhalb Darmstadts mit Beziehungen 
nach Israel brachten ihre Bereitschaft,  sich einzubringen, gegenüber der Stadtverwaltung 
zum Ausdruck.  
Derzeit ist ein weiteres Projekt der Gesellschaft für Christlich -Jüdische Zusammenarbeit e.V. 
in Darmstadt für 2024 in Planung, die in besagtem Jahr ihr 70 -jähriges Bestehen feiert. Dies 
nimmt die Gesellschaft zum Anlass, um die Verständigung zwischen Christen und Juden 
weiter zu fördern, indem sie Familien aus Darmstadt und Nahariya miteinander ins Gespräch 
bringt. Konkret sind in diesem Kontext gegenseitige Besuche geplant, u.a. um den jewei ligen 
Alltag des Anderen für die Familien erlebbar zu machen.  
 
Ebenso hat die Zivilgesellschaft in Nahariya großes Interesse an einem engeren Austausch 
und wird intensiv in die Partnerschaft eingebunden. Ein Bürger, der sich speziell der Pflege 
der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Darmstadt und Nahariya widmet, begleitete 
die Delegation 2021 als Dolmetscher und Tourismusbeauftragter.  
 
Darüber hinaus bestehen viele Anknüpfungspunkte für eine fruchtbare Zusammenarbeit im 
wirtschaftlichen und wissensc haftlichen Bereich. Die Gespräche mit Stadtrat Kolmer sowie 
dem EAD im Rahmen der Delegationsreise von 2021 zeigten beispielweise, dass in den 
Gebieten grüne Stadtregierung, Mobilität und Abfallentsorgung großes Potenzial für 
gemeinsame Projekte besteht.  
Ebenso war der Termin der Delegation beim Fraunhofer Institut SIT äußerst 
vielversprechend. Bereits die Deutsch -Israelische Cyber -Konferenz im Juni 2021 bewies, dass 
beide Nationen bzw. Städte von einem Wissensaustausch profitieren können. Die Gespräche 
im Darmstädter Fraunhofer Institut SIT bestätigten und bestärkten diese Erkenntnis 
nochmals.

Es wird deutlich, dass eine stärkere Annäherung der beiden Städte in Form einer 
Städtepartnerschaft, vielversprechende Kooperationsmöglichkeiten birgt, auch aufgrun d der 
vielen inhaltlichen Gemeinsamkeiten der politischen Führungen.  
Nicht zuletzt würde eine offizielle Verschwisterung ein starkes und zeitlich günstiges Zeichen 
setzen - für ein weltoffenes Darmstadt sowie dessen vertrauensvolle, aktive Beziehung zu 
Israel und den unentwegten Einsatz im Kampf gegen Antisemitismus.  
 
Finanzielle Auswirkungen der Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel auf 
den jährlichen Haushaltsplan  
 
Die städtische finanzielle Förderung sieht für die ersten zwei Jahren der 
Partnerschaftsgründung höhere Kosten, bedingt durch intensivere Besuche zur 
Kontaktaufnahme zu Stadtverwaltung, Organisationen und Vereinen aus Nahariya und 
Darmstadt, vor. Für 2023 entstehen Kosten in Höhe von ca. 29.300 Euro  und für 2024 
Kosten in Höhe von ca. 33.500 Euro . In den Folgejahren wird von einer Angleichung der 
Kosten für die neue Partnerschaftsarbeit an die Kosten der anderen Städtepartnerschaften 
ausgegangen. Durchschni ttlich sollen 10.000 Euro pro Jahr für die Förderung dieser 
Städtepartnerschaft eingeplant werden.  
 
 
 
 
Darmstadt, den 17.05.2023 
531 
 
 
 
 
Dezernat I      Dezernat IV 
 
 
 
 
 
Jochen Partsch      André Schellenberg  
Oberbürgermeister      Stadtkämmerer

2023/0034

12433 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
19.05.2023 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
 
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Amt für Vielfalt und 
internationale 
Beziehungen 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2023/0034 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 111120 
Kostenstelle:  531-001-1000 Investitionsnummer:  / 
Kostenträger:  1111-21 Sachkonto: 7128000 / 6139000 
 
Betreff: Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel  
 
Vorlage vom: 17.05.2023  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Magistrat stimmt der Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel, zu. 
 
 
 
Anlagen:  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom  17.05.2023 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt versteht sich als eine weltoffene Stadt, die sich sowohl auf 
nationaler als auch internationaler Ebene den gegenwärtigen globalen Herausforderungen 
stellt. In den letzten sechs Jahrzehnten baute Darmstadt, weit über den europäischen 
Rahmen hinaus, zahlreiche und vielfältige internationale Beziehungen auf, dabei immer im 
Bewusstsein für eine gemeinsame globa le Verantwortung.  
  
In einem einzigartigen Verhältnis steht Deutschland zu Israel. Dies ist begründet durch die 
Verantwortung Deutschlands für die Shoa, dem systematischen Völkermord an etwa sechs 
Mio. Juden Europas in der Zeit des Nationalsozialismus. Sei t der Aufnahme diplomatischer 
Beziehungen am 12. Mai 1965 haben sich die deutsch -israelischen Beziehungen sowohl auf 
offizieller Ebene als auch im zivilgesellschaftlichen Bereich kontinuierlich intensiviert und 
vertieft. 
Die einzigartigen Beziehungen zwisc hen Deutschland und Israel sind ein Grundpfeiler der 
deutschen Außenpolitik. Deutschland steht ein für das Existenzrecht des Staates Israel. Es 
fördert als aktiver Partner in der EU die Friedensbemühungen im Nahen Osten und setzt sich 
innerhalb der Vereint en Nationen für einen fairen Umgang mit den Konfliktparteien ein.  
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt diese Ziele gleichermaßen. Sie legt seit jeher 
großen Wert auf eine lebendige Erinnerungskultur und die Beziehung zur jüdischen 
Gemeinde sowie zu e hemaligen jüdischen Mitbürger*innen und deren Nachkommen.  
Im Juni 2016 beschloss der Magistrat den Beitritt zur internationalen Kampagne „Mayors 
United Against Antisemitism“  des American Jewish Committee (AJC)  und bekräftigte damit 
seine Grundhaltung zu einer Null-Toleranz-Politik im Kampf gegen Antisemitismus und zur 
Gewährleistung der Sicherheit jüdischer Gemeinden.  
Als weiteren Schritt unterzeichnete Oberbürgermeister Jochen Partsch im März 2021 auf 
Initiative des Ramer Instituts, zugehörig zum Berliner Büro des AJC, eine gemeinsame 
Erklärung deutscher Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gegen Antisemitismus. Darin 
verpflichten sich die Unterzeichnenden zur Sicherstellung eines friedlichen Zusammenlebens 
aller Einwohnerinnen und Einwohner, unabhängig von  religiösen und politischen 
Einstellungen sowie kulturellen Hintergründen in ihren Städten.  
 
Eine besondere Beziehung verbindet die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit der israelischen 
Stadt Nahariya, mit der sie schon seit mindestens 50 Jahren freundschaftli che Kontakte 
pflegt. 
 
 
Über Nahariya:  
 
Die Stadt Nahariya liegt in der Region Westgaliläa, 30 Kilometer nördlich von Haifa, an der 
Mündung des Flusses Ga’aton ins Mittelmeer. Damit ist Nahariya die nördlichste Küstenstadt 
Israels. Aktuell leben dort circa 58.000 Menschen.  
 
Nahariya wurde 1934 als landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlung von circa 100 
jüdischen Emigrant*innen gegründet, die vor den Nationalsozialisten geflüchtet waren.  
Im Zuge des Israelischen Unabhängigkeitskriegs (1947 -48) wurden Nahar iya und ganz 
Westgaliläa im UN -Teilungsplan den Arabern zugesprochen. Dennoch legte die Stadt 
weiterhin großen Wert auf ihre deutschen Wurzeln: „Jüdisch oder arabisch, Nahariya bleibt 
deutsch!“

- 4 - 
Nach dem Krieg erlebte Nahariya einen Wandel zum Ferienort un d Zentrum der 
Lebensmittelindustrie und damit ein rasches Wirtschafts - und Bevölkerungswachstum. 
Innerhalb von wenigen Jahren stieg die Einwohnerzahl von ca. 1.700 (1948) auf ca. 23.800 
(1972). In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich Nahariya immer mehr zu einem 
Einwanderungsziel. Insbesondere die verstärkte Einwanderung aus Äthiopien und der 
ehemaligen Sowjetunion ab 1991 prägten die Entwicklung.  
Die Stadt Nahariya zeichnet sich zudem durch ihren hohen kulturellen Wert aus und gilt als 
historische Hauptstadt Westgaliläas. Auf dem HaGa’aton Boulevard, einer beliebten Straße 
im Zentrum der Stadt, finden sich zahlreiche Geschäfte und Boutiquen, Cafés und 
Restaurants, u.a. das Kultlokal „Pinguin“ aus der Gründungszeit Nahariyas. Darüber hinaus 
beheimatet Nahariya eine Vielzahl an Museen, bspw. das Museum für Stadtgeschichte „Beit 
Liberman“ („Lieberman -Haus“). Im direkten Umland Nahariyas befinden sich außerdem die 
historische Hafen - und Kreuzritterstadt Akkon sowie die mittelalterlichen Burgruinen Kibbuz  
Yehi’am. 
 
Der aktuelle Bürgermeister Nahariyas, Ronen Marelly, gehört der sozialdemokratischen 
„Labor“-Partei „Awoda“ an.  
 
 
Der Weg zur Städtepartnerschaft:  
 
Sigi Keren, damaliger Vize -Bürgermeister Nahariyas, knüpfte nach seiner Pensionierung 
Kontakte zu alten Freunden nach Darmstadt und schloss neue Kontakte, u.a. zum 
Stadtjugendpfleger der Evangelischen Kirche. Die Städtefreundschaft mi t Nahariya wuchs im 
Rahmen von regelmäßigen deutsch -israelischen Jugendbegegnungen. Die erste 
dokumentierte Jugendbegegnung veranstaltete die Evangelische Jugend im Jahr 1972.  
 
Im Jahr 1983 wandte sich der damalige Oberbürgermeister und ehemalige Präsident  der 
deutsch-israelischen parlamentarischen Gesellschaft Günther Metzger an Nahariya mit dem 
Angebot, die Kontakte zwischen beiden Städten auf eine breitere Basis zu stellen. Bis dahin 
gab es lediglich enge Beziehungen zwischen Privatpersonen und zu ehemal igen jüdischen 
Mitbürger*innen in Nahariya.  
 
Die Gesellschaft für Christlich -Jüdische Zusammenarbeit e.V. in Darmstadt organisierte im 
Jahr 1985 eine große Bildungsreise. Es folgten weitere Studienreisen mit verschiedenen 
Bildungsträgern, auch in Zusammena rbeit mit der Stadt Bielefeld, die mit Nahariya seit 
1980 verschwistert ist.  
 
Der erste offizielle Kontakt zwischen Darmstadt und Nahariya erfolgte 1991, als eine 
Delegation der Partei Bündnis90/Die Grünen die befreundete Stadt in Israel besuchte. 
Sieben Jahre später nahm Bürgermeister Horst Knechtel an einer internationalen Konferenz 
„Partnerstädte und kommunale Organisationen“ in Jerusalem teil und besuchte im Anschluss 
Nahariya. 
Im Jahr 2005 begrüßte Darmstadt erstmals eine offizielle Delegation aus Naha riya anlässlich 
des Europawochenendes und 675 -jährigen Stadtjubiläums.  
 
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Städtepartnerschaft war der Besuch des aktuellen 
Bürgermeisters Ronen Marelly auf Einladung von Oberbürgermeister Jochen Partsch. Dieser 
Besuch fand in Begleitung seines persönlichen Referenten sowie Zecharia Hai, Stadtrat und 
Geschäftsführer der Steel & Metal Works Ltd. im November 2021 statt. Anlass war die

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gemeinsame Teilnahme am Abschluss des Festjahres „100 Tage, 1700 Jahre! Jüdisches 
Leben in Darmstadt“ und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten.  
Im Rahmen des viertägigen Aufenthalts fanden intensive Gespräche sowohl mit 
Oberbürgermeister Jochen Partsch als auch mit Dezernent Michael Kolmer über die künftige 
Ausrichtung der Städtefreundschaft statt. Die Gäste zeigten sich zudem sehr beeindruckt von 
ihren Besuchen des Darmstädter Unesco -Weltkulturerbes Mathildenhöhe und des Fraunhofer 
Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT).  
 
Im Oktober 2022 fand ein Gegenb esuch von Oberbürgermeister  Jochen Partsch in Nahariya 
statt. Dabei konnten beide Stadtoberhäupter ihren politischen wie persönlichen Kontakt 
festigen und sich über die Möglichkeiten und Vorzüge einer Städtepartnerschaft 
austauschen.  
 
Die Freundschaft zu Nahariya wird über die offiziellen politischen Kontakte hinaus auch 
durch bürgerschaftliche Aktivitäten begleitet und gestärkt.  
Zudem besteht insbesondere ein großes Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit 
seitens der Jüdischen Gemeinde und der Ges ellschaft für Christlich -Jüdische 
Zusammenarbeit e.V. in Darmstadt. Sie sind seit jeher wichtige Kooperationspartner der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt und waren mehrfach am Besuchsprogramm im November 
2021 beteiligt, - u.a. mit einer Einladung zum Shabbat u nd bei der Besichtigung des 
Erinnerungsorts Liberale Synagoge. Die sehr gute Zusammenarbeit zeigt sich auch darin, 
dass beide Gruppen im Anschluss wiederholt ihre Unterstützung für die Gestaltung einer 
Städtepartnerschaft zusicherten. Sogar Mitglieder auße rhalb Darmstadts mit Beziehungen 
nach Israel brachten ihre Bereitschaft, sich einzubringen, gegenüber der Stadtverwaltung 
zum Ausdruck.  
Derzeit ist ein weiteres Projekt der Gesellschaft für Christlich -Jüdische Zusammenarbeit e.V. 
in Darmstadt für 2024 in Planung, die in besagtem Jahr ihr 70 -jähriges Bestehen feiert. Dies 
nimmt die Gesellschaft zum Anlass, um die Verständigung zwischen Christen und Juden 
weiter zu fördern, indem sie Familien aus Darmstadt und Nahariya miteinander ins Gespräch 
bringt. Konkre t sind in diesem Kontext gegenseitige Besuche geplant, u.a. um den jeweiligen 
Alltag des Anderen für die Familien erlebbar zu machen.  
 
Ebenso hat die Zivilgesellschaft in Nahariya großes Interesse an einem engeren Austausch 
und wird intensiv in die Partne rschaft eingebunden. Ein Bürger, der sich speziell der Pflege 
der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Darmstadt und Nahariya widmet, begleitete 
die Delegation 2021 als Dolmetscher und Tourismusbeauftragter.  
 
Darüber hinaus bestehen viele Anknüpfungspu nkte für eine fruchtbare Zusammenarbeit im 
wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich. Die Gespräche mit Stadtrat Kolmer sowie 
dem EAD im Rahmen der Delegationsreise von 2021 zeigten beispielweise, dass in den 
Gebieten grüne Stadtregierung, Mobilität und Abfallentsorgung großes Potenzial für 
gemeinsame Projekte besteht.  
Ebenso war der Termin der Delegation beim Fraunhofer Institut SIT äußerst 
vielversprechend. Bereits die Deutsch -Israelische Cyber -Konferenz im Juni 2021 bewies, dass 
beide Nationen bzw . Städte von einem Wissensaustausch profitieren können. Die Gespräche 
im Darmstädter Fraunhofer Institut SIT bestätigten und bestärkten diese Erkenntnis 
nochmals. 
 
Es wird deutlich, dass eine stärkere Annäherung der beiden Städte in Form einer 
Städtepartnerschaft, vielversprechende Kooperationsmöglichkeiten birgt, auch aufgrund der 
vielen inhaltlichen Gemeinsamkeiten der politischen Führungen.

- 6 - 
Nicht zuletzt würde eine offizielle Verschwisterung ein starkes und zeitlich günstiges Zeichen 
setzen - für ein weltoffenes Darmstadt sowie dessen vertrauensvolle, aktive Beziehung zu 
Israel und den unentwegten Einsatz im Kampf gegen Antisemitismus.  
 
Finanzielle Auswirkungen der Gründung einer Städtepartnerschaft mit Nahariya, Israel auf 
den jährlichen Haushaltsplan  
 
Die städtische finanzielle Förderung sieht für die ersten zwei Jahren der 
Partnerschaftsgründung höhere Kosten, bedingt durch intensivere Besuche zur 
Kontaktaufnahme zu Stadtverwaltung, Organisationen und Vereinen aus Nahariya und 
Darmstadt, vor. Für 2023 entstehen Kosten in Höhe von ca. 29.300  Euro und für 2024 
Kosten in Höhe von ca. 33.500  Euro. In den Folgejahren wird von einer Angleichung der 
Kosten für die neue Partnerschaftsarbeit an die Kosten der anderen Städtepartnerschaften 
ausgegangen. Durchschni ttlich sollen 10.000 Euro pro Jahr für die Förderung dieser 
Städtepartnerschaft eingeplant werden.  
 
 
 
 
Darmstadt, den 17.05.2023 
531 
 
 
 
 
Dezernat I      Dezernat IV 
 
 
 
 
 
Jochen Partsch      André Schellenberg  
Oberbürgermeister      Stadtkämmerer

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Details

Vorlagen-Nr.
2023/0034
Typ
Magistratsvorlage
Datum
16.03.2023
Erstellt
29.09.2026 00:00