RAT/166/2025
Anfrage der Ratsfrau Lehmann: Klagen über Arbeitsklima beim Ballett am Rhein
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anfrage
4109 Zeichen
RAT/166/2025
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 15.05.2025
An den
Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Persönliche Anfrage des Ratsmitglieds Sigrid Lehmann zur Sitzung des
Rates am 28.05.2025
Betrifft:
Anfrage der Ratsfrau Lehmann: Klagen über Arbeitsklima beim Ballett am Rhein
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 28. Mai 2025 stelle ich folgende Anfrage:
Tänzer:innen des Hamburger Balletts erheben in einem offenen Brief schwere
Vorwürfe gegen ihren Direktor. Die Zusammenarbeit sei geprägt von „schlechter
Kommunikation, fehlender Transparenz“ und sogar von einer „oft abschätzigen
Haltung“ seitens des Direktors. Einige dieser Tänzer:innen fühlen sich von
diesem allein gelassen und trauten sich laut eigenen Angaben aus Angst vor
Konsequenzen bislang nicht, offen über die Probleme zu sprechen. Mehrere
Tänzer:innen kündigten aus diesen Gründen vorzeitig ihre Verträge. 36
Tänzer:innen haben sich zudem mit einem offenen Brief an den Hamburger
Kultursenator gewandt, wo die Rede von einem „toxischen Arbeitsklima“ und
„traumatischen Erfahrungen“ ist. Diese hätten sich „negativ auf ihr
Selbstvertrauen, ihre Motivation und ihr allgemeines Wohlbefinden“ ausgewirkt.1
Daraufhin solidarisierten sich auch 17 jetzige und ehemalige Tänzer:innen des
Düsseldorfer Balletts am Rhein und bekräftigten die Vorwürfe gegen den
Direktor des Hamburger Balletts, der vier Jahre bis 2024 in gleicher Funktion
auch in Düsseldorf tätig war. Auch bei ihnen hätte eine „Atmosphäre der Angst
und Unsicherheit“ bestanden. Das Arbeitsklima sei so belastend gewesen, dass
auch beim Ballett am Rhein langjährige Tänzer:innen vor dem Ende ihrer
Verträge gekündigt hätten, was als ungewöhnlicher Vorgang in der Ballettszene
gilt. Laut einer Tänzerin sei man bei Kritik vom besagten Direktor schlecht
behandelt und nicht mehr besetzt worden. Die Hamburger Kulturbehörde habe
von den Vorwürfen vorher keine Kenntnisse gehabt und von mehreren Seiten
nur Empfehlungen für den Direktor erhalten.2
1 https://rp-online.de/kultur/ballett-krise-weitet-sich-aus-taenzer-der-rheinoper-bestaetigen-vorwuerfe-
gegen-volpi_aid-127312091
2 https://www.ndr.de/kultur/buehne/aktuell/Vorwuerfe-gegen-Volpi-Krise-beim-Hamburg-Ballett-weitet-
Seite 2
Die Deutsche Oper am Rhein bezieht sich in ihren Leitlinien
(https://www.operamrhein.de/ueber-uns/leitbild/) auf den Code of Conduct
(Wertebasierter Verhaltenskodex) des Deutschen Bühnenvereins. Darin steht
u.a.: “Wir dulden keine Benachteiligungen aufgrund von nationaler oder
ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, politischer
Überzeugung, Behinderung, Alter, Familienstand, sexueller Identität oder
Orientierung sowie sozialer Herkunft.” Dem wurde offenbar nicht gefolgt.
Es stellt sich die Frage, warum sich 17 Ballettt-Tänzer:innen jahrelang nicht
trauten, Probleme mit ihrem ehemaligen Direktor und den Vorwurf der toxischen
Arbeitskultur bei offiziellen Anlaufstellen innerhalb der Deutschen Oper am Rhein
anzusprechen. Es braucht nach meiner Überzeugung dringend eine ernsthafte
Aufarbeitung dieser Vorwürfe, um mögliche Betroffene zu unterstützen und
Tänzer:innen in Zukunft vor einer toxischen Arbeitskultur zu schützen.
Ich frage an:
1. Welche Kenntnisse hatten die verantwortlichen Anlaufstellen der
Deutschen Oper am Rhein und des Balletts am Rhein von den
Vorwürfen gegen ihren ehemaligen Direktor?
2. Welche Schritte ergreifen die Stadtverwaltung und die
Verantwortlichen, um die Vorwürfe gegen den ehemaligen
Ballett-Direktor aufzuarbeiten?
3. Mit welchen neuen oder verbesserten Maßnahmen und Strukturen
wollen die Stadtverwaltung und die Verantwortlichen in Zukunft
den Wertebasierten Verhaltenskodex des Deutschen
Bühnenvereins umsetzen?
Mit freundlichen Grüßen
Sigrid Lehmann
f.d.R. Sönke Voigt
sich-aus,hamburgballett144.html
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- RAT/166/2025
- Typ
- Anfrage Die Linke
- Datum
- 16.05.2025
- Erstellt
- 15.05.2025 12:11