SV-2015/0001
Antrag des Ausländerbeirates vom 21. Januar 2015 betr. Stellungnahme der Stadtverordnetenversammlung gegen Rechtsextremismus, Islamfeindlichkeit, radikalreligiöse Haltungen und Antisemitismus
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SV-2015/0001
3972 Zeichen
Vorlage-Nr. SV-2015/0001
Antrag des Ausländerbeirates vom 21. Januar 2015 betr. Stellungnahme der
Stadtverordnetenversammlung gegen Rechtsextremismus, Islamfeindlichkeit,
radikalreligiöse Haltungen und Antisemitismus
Ausländerbeirat Postfach 11 10 61 Der Magistrat
64225 Darmstadt
Antrag auf Stellungnahme der Stadtverordnetenversammlung gegen Rechtsextremismus,
Islamfeindlichkeit, radikalreligiöse Haltungen und Antisemitismus
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Stadtverordnetenversammlung steht für eine tolerante und offene Stadtgesellschaft, die jegliche
Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung zurückweist.
Angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, in Europa und in
Deutschland stellt sich die Stadtverordnetenversammlung klar gegen Rechtsextremismus,
Islamfeindlichkeit, radikalreligiöse Haltungen und Antisemitismus. Die
Stadtverordnetenversammlung versteht Integration als einen wechselseitigen Prozess und setzt sich
für ein Miteinander ein, das von gegenseitigem Respekt und Empathie getragen ist.
Begründung
Die von der terroristischen Organisation „IS“ verübten Gräueltaten und die jüngsten
Terroranschläge in Europa wecken Ängste und schüren Ressentiments in der Stadtgesellschaft.
- Die Stimmen derer, die „auch der Islam gehört zu Deutschland“ sagen und Brücken
bauen wollen, werden immer leiser. Viele der hier lebenden Menschen bekennen sich
zum Islam oder kommen aus islamisch geprägten Ländern und Regionen. Viele von
ihnen fühlen sich abgelehnt oder stehen unter Rechtfertigungsdruck. Die
weltpolitischen Ereignisse – vor allem im Nahen Osten – werfen ihre Schatten auch
nach Europa und beeinflussen das soziale Leben in Deutschland und in Darmstadt.
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- Bereits das Erscheinen der „HOGESA“ (Hooligans gegen Salafisten) hat gezeigt, wie der
Rechtsextremismus den Islam für seine Zwecke missbraucht hat. Besorgniserregender
findet der Ausländerbeirat Darmstadt jedoch die Bildung der sog. „Patriotischen
- Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes - PEGIDA“. Die sich betont friedlich
gebenden Demonstranten gehen in vielen Städten Deutschlands auf die Straße, um
„gegen den Islam und für ein schärferes Asylrecht“ zu demonstrieren. Der Name der
Bewegung ist ihr Programm: der Islam wird pauschal als eine Gefahr für Europa
gesehen und abgelehnt.
- Beeinflusst von der medialen Präsenz der Ereignisse in Syrien und Irak sowie
charismatischen Predigern hierzulande hat sich mittlerweile eine salafistische Szene
auch im Rhein-Main-Gebiet etabliert. In Deutschland und in Europa hat sich unter
muslimischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die möglicherweise
Diskriminierung erlebt haben, ein Radikalisierungsprozess in Gang gesetzt, der noch
vor einigen Jahren nicht erwartet werden konnte.
- Im Sommer dieses Jahres wurden auf Anti-Israel-Kundgebungen von muslimischen
Gruppen in Darmstadt eindeutig antisemitische Parolen skandiert. Parolen wie „Juden
ins Gas“ sind in keiner Weise tolerierbar! Die Bekämpfung von Antisemitismus unter
muslimischen Jugendlichen und Erwachsenen muss als eine gesellschaftliche Aufgabe
betrachtet werden. Unter dem Deckmantel der Israelkritik dürfen keine Ressentiments
und Vorurteile gegen Juden geschürt werden.
Es ist wichtig, dass die politischen Vertreterinnen und Vertreter Darmstadts gegen all diese
gefährlichen und demokratiefeindlichen Entwicklungen Stellung beziehen und dadurch das
klare Zeichen in die Stadtgesellschaft senden, dass jede Form von Diskriminierung und
gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit weder heute noch in Zukunft in Darmstadt einen
Platz haben.
Darmstadt, den 21.01.2015
Ibrahim Akbulut (Vorsitzender) Eda Kurt (stellv. Vorsitzende)
Kadir Durmaz (stellv. Vorsitzender)
Imran Malik (stellv. Vorsitzender)
Burhan Parlak (stellv. Vorsitzender)
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2015/0001
- Typ
- Antrag
- Datum
- 21.01.2015
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00