SV-2023/0047
Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 17. September 2023 betr. Konzeptentwicklung 'Haus für Industriekultur' und 'Schriftgießerei Gerstenberg'
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SV-2023/0047
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Vorlage-Nr. SV-2023/0047 Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 17. September 2023 betr. Konzeptentwicklung "Haus für Industriekultur" und "Schriftgießerei Gerstenberg" Pützerstraße 6 64287 Darmstadt www.uffbasse-darmstadt.de Darmstadt, 17.09.2023 Antrag Konzeptentwicklung „Haus für Industriekultur“ und „Schriftgießerei Gerstenberg“ Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, Der Magistrat wird gebeten, 1) Gespräche mit dem Direktor des Hessischen Landesmuseums Darmstadt (HLMD), Hr. Dr. Martin Faass aufzunehmen und darauf hinzuwirken, dass a.) die zu Ende Dezember 2023 an Hr. Gerstenberg ausgesprochene Räumungsaufforderung der Schriftgießerei im „Haus für Industriekultur (HIK)“ zurückgenommen wird. b.) ein schriftlicher Mietvertrag mit angemessener Kündigungsfrist (um im Falle einer Kündigung durch das HLMD angemessene Zeit für das Suchen von Ersatzräumen und die Räumung der Maschinen haben zu können) aufgesetzt wird c.) oder zumindest die Frist für die Räumung angemessen verlängert wird, bis eine Lösung für die Schriftgießerei gefunden werden kann. 2) In einem weiteren Schritt wird der Magistrat gebeten, auf das Land Hessen einzuwirken, das Haus für Industriekultur in eigene Zuständigkeit zu nehmen und aus der Verwaltung des HLMD zu entlassen. Mit der Übernahme durch das Land Hessen würden sich weitere Nutzungsmöglichkeiten ergeben. 3) Da sowohl das Land, das HLMD als auch die Stadt selbst nicht über die notwendigen finanziellen Ressourcen für die Sanierung des denkmalgeschützten „Haus für Industriekultur“ verfügen, sollte ebenfalls über die Möglichkeit nachgedacht werden, dass „Haus für Industriekultur“ für einen symbolischen Preis an einen privaten Investor zu verkaufen mit der Auflage, einen Teil der Räumlichkeiten, z.B. das Erdgeschoss und eine weitere Etage für die Öffentlichkeit und ein Museum einzuplanen. 4) Unabhängig von der Inhaberstruktur möge die Stadt Darmstadt ein Nutzungskonzept des Hauses für Industriekultur entwickeln, dass der Bedeutung des Gebäudes und der Stadtplanerischen Entwicklung des PaMo (Pallaswiesen-Morneweg) Viertels gerecht wird. 5) Für die Schriftgießerei Gerstenberg und das denkmalgeschützte Gebäude generell als ehemalige „Möbelfabrik Ludwig Alter“ ist zu prüfen, wie diese in das touristische Vermarktungskonzept für das Welterbe Mathildenhöhe eingebunden werden kann. 2 Begründung: Seit einiger Zeit spitzt sich die Situation um das Haus für Industriekultur und die Schriftgießerei Gerstenberg zu. Das Hessische Landesmuseum hat der Schriftgießerei eine Aufforderung zur Räumung der Räumlichkeiten für Ende Dezember 2023 ausgesprochen. Die Begründung lautet, dass es keinen schriftlichen Mietvertrag gäbe, die Schriftgießerei nichts zahle und darüber hinaus auch gewerblich aktiv sei. Unabhängig davon, dass es einen mündlichen Mietvertrag gibt, ließe sich die Problematik des fehlenden Mietvertrags sicherlich schnell beheben, zumal die Schriftgießerei bereit ist, eine Miete und Nebenkosten zu zahlen. Ungeachtet des großen Drucks, der hier auf die Schriftgießerei aufgebaut wird, hat d as Hessische Landesmuseum bekundet, dass in den nächsten 15-20 Jahren keine finanziellen Mittel für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes zur Verfügung stehen. Das entstehende freigeräumte Areal auf der Etage im HIK, dass nach der von Herrn Dr. Faass geforderten Räumung der Schriftgießerei entsteht, soll auch keiner neuen Nutzung zugeführt werden, sondern würde leerstehen. Daraus folgend kann das Haus nur zeitnah saniert werden, wenn es unter einer anderen Verwaltung als der des HLMD stünde. Ansonsten ist es innerhalb der nächsten 15-20 Jahre dem Verfall überlassen. Dies ist für die Stadtplanung und vor allem für die Entwicklung des Pallaswiesen- Mornewegviertels (PaMo) eine Katastrophe. Das „Haus für Industriekultur“, das eigentlich ein denkmalgeschütztes Schmuckstück und eine große Bereicherung darstellt, kann nicht weitere 15-20 Jahre hinter einem Gerüst versteckt werden, nur weil die öffentliche Hand keine finanziellen Ressourcen zur Verfügung hat. Für die geplante städteplanerische Entwicklung und Aufwertung des Viertels wäre dies ein großer Rückschritt. In der professionellen Schriftgießerei im „Haus für Industriekultur“ werden Drucklettern in allen Sprachen für andere Institutionen weltweit angefertigt. Darmstadt ist die wichtigste oder sogar noch einzige Anlaufstelle, so dass andere Museumsdruckereien weltweit durch die „Räumung der Schriftgießerei aus dem HLMD“ in ihrer Existenz gefährdet sind. Hierzu gibt es eine Petition für den Erhalt der Schriftgießerei mit Unterschriften aus der ganzen Welt . Dieses wichtige Kulturgut gilt es zu erhalten. Hr. Gerstenberg ist 70 Jahre und möchte sich aus der aktiven Schriftgießerei zurückziehen bzw. seine Arbeitszeiten einschränken und eine Nachfolgerin einarbeiten. Dies zum Anlass zu nehmen, die ganze Schriftgießerei auf die Stra ße zu setzen und Darmstadt einer wichtigen Attraktion zu berauben, kann und sollte politisch nicht einfach stillschweigend akzeptiert werden. Es gilt, sowohl eine tragfähige Perspektive für die Schriftgießerei als auch für das „Haus für Industriekultur“ zu entwickeln. Wir danken für die wohlwollende Prüfung unseres Antrags. Vielen Dank. Kerstin Lau, Marc Arnold, Sebastian Schmidt, Carmen Stockert, Till Mootz
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Punkt 29.8: Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 17. September 2023 betr. Konzeptentwicklung "Haus für Industriekultur" und "Schriftgießerei Gerstenberg" (V-Nr. SV-2023/0047) Der Antrag wird bis zur nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zurückgestellt.
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Punkt 20.3: Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 17. September 2023 betr. Konzeptentwicklung "Haus für Industriekultur" und "Schriftgießerei Gerstenberg" (V-Nr. SV-2023/0047) Der Antrag wird in geschäftsordnungsgemäße Behandlung gegeben
Beratungsverlauf (2)
Orte (1)
- Pützerstraße 6
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2023/0047
- Typ
- Antrag
- Datum
- 18.09.2023
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00