Mandari Insight

1499/2018

Beratung für Männer in Problemlagen

Beschlussvorlage Ausschuss 01.06.2018

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Männerarbeit - Konzept SKM

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Beschlussvorlage Ausschuss

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Männerarbeit - Konzept SKM

14665 Zeichen

1 
 
 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
 
Echte Männer 
reden 
 
Beratungsangebote für Männer Im SKM Köln

2 
 
 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
 
 
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis: 
1. Präambel         Seite 4 
 
2. Zielgruppen         Seite 4 
 
3. Beratungsangebote       Seite 4 
3.1. Männerberatung       Seite 4 
3.2. Männer in Krisen       Seite 5 
3.3. Gewaltberatung       Seite 5 
3.4. Väterberatung       Seite 6 
 
4. Rahmenbedingungen       Seite 7 
 
5. Präventive Angebote       Seite 7

3 
 
 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
 
 
 
 
 
 
1. Präambel 
Der Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Köln (SKM Köln) ist ein Fachverband der Caritas 
und in Köln Träger von insgesamt 63 ambulanten und stationären Diensten und Einrichtungen 
auf den Gebieten der  Jugend-, Gesundheits -, Sozial - und Familienhilfe. Zu seinen 
satzungsgemäßen Aufgaben gehören zu allererst Hilfen für sozial benachteiligte Menschen, 
für soziale Randgruppen und behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen. Der SKM 
folgt dem seit 2002  formulierten Grundsatz "Der Mensch am Rand ist unsere Mitte. “ Zudem 
setzt sich der SKM Köln aktiv für soziale Gerechtigkeit und soziales und demokratisches 
Zusammenleben ein. Die Angebote des SKM orientieren sich an den Bedarfslagen der 
Menschen und entsprechen anerkannten fachlichen Standards. 
Auf Grundlage dieses Leitgedankens hat der SKM ein geschlechtersensible s 
Beratungsangebot entwickelt, das im Folgenden vorgestellt wird:  Warum ist Jungen und 
Männerarbeit wichtig? 
Männer wenden sich mit Ihren Schwierigkeiten nur selten an andere und wenden sich weniger 
an Beratungs- und Hilfeeinrichtungen. Dabei ist bekannt, dass Jungen und Männer infolge von 
ungelösten Problemen häufiger von Alkohol - und Drogensu cht, Spielsucht, psychiatrische 
Störungen, Obdachlosigkeit oder Straffälligkeit betroffen sind als Frauen. Erschwerend kommt 
hinzu, dass Beratungseinrichtungen in ihrer personellen Besetzung weiblich dominiert sind 
und die Ansprache ist mehr auf Frauen aus gerichtet. Männer finden sich in dieser Struktur 
nicht wieder und das Angebot ist nicht für bildungsferne Männer konzeptioniert. Und genau 
darauf hat der SKM reagiert und ein ganzheitliches und männerspezifisches Angebot 
eingerichtet. Männer in Krisensituationen können von Mann zu Mann ihre männerspezifischen 
Probleme besprechen und Klarheit über ihre individuelle Situation erlangen. 
Frauen und Männer haben unterschiedliche Herangehensweisen bei der 
Beziehungsgestaltung und bei der Bewältigung von Problemen und Krisen. Diese 
männerspezifischen Krisen und Problemlagen müssen daher auch im Kontext sozialer Arbeit 
und von Beratungsangeboten Berücksichtigung finden. Dies bedeutet, dass Männer befähigt 
werden sollen, insbesondere in Krisensituationen ihre nicht erkannten Ressourcen zu nutzen 
und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.  
Der Beratungsansatz geht davon aus, dass die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen 
Männlichkeit und die Entwicklung einer individuellen Haltung zum eigenen Mann -Sein ein 
wichtiger Grundstein für eine erfolgreiche Lebensführung ist.  
Die Anforderungen an Männer in der heutigen Zeit sind vielfältig u nd komplex. Die 
verschiedenen Rollenanforderungen sind für viele eine Überforderung. So sollen Männer 
emotional offen und verständnisvoll sein und gleichzeitig eben stark und „männlich“. Sie sollen 
die Familie ernähren, versorgen und beschützen. Sie sollen  beruflich erfolgreich und

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 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
gleichzeitig aktiv am Familienleben teilnehmen und als liebevoller und fürsorglicher Vater ihren 
Erziehungsteil leisten.  
Männer haben Lösungen keine Probleme. Während Frauen weniger Hemmungen haben, sich 
mit anderen über ihre Sorgen und Nöte auszutauschen und bereit sind, professionelle 
Hilfeeinrichtungen aufzusuchen, so tun sich Männer oft schwer, sich Probleme einzugestehen 
und sich Hilfe zu suchen. In Beratungsstellen sind Männer somit deutlich seltener anzutreffen. 
Eigenständig suchen sie kaum Unterstützung auf. Männer unter sich teilen ihre persönlichen 
Probleme selten mit und es herrscht weiterhin die Devise vor: Wer mit seinen P roblemen als 
Mann nicht alleine zu Recht kommt, sei ein Versager und kein richtiger Mann. Eine Ansicht, 
die besonders unter Männern selbst weiterhin sehr verbreitet ist.  
Die Folgen dieser Haltung sind oft dramatisch und führen dazu, dass Männer in ihrem 
Verhalten sich selbst oder anderen gegenüber zerstörerisch handeln. Dieses Verhalten ist 
nicht nur für die Männer selbst eine Belastung, sondern auch für ihre Familien, Freunde und 
Kollegen.  
Durch ein geschlechtsspezifisches Beratungsangebot haben Männer d ie Chance in ihren 
geschlechtstypischen Männerproblemen Unterstützung zu erfahren. 
 
2.  Zielgruppen 
Das Angebot richtet sich an Jungen und Männer in besonderen sozialen Lebenslagen, 
unabhängig der sozialen Herkunft. Jeder kann mit seinen individuellen Motivationsgründen ein 
Beratungstermin wahrnehmen. 
Allerdings kann ein Beratungskontext auch über eine Vermittlung von Behörden, Einrichtungen 
oder anderen Menschen des sozialen Umfeldes des Mannes zustande kommen. Auch ist die 
Kontaktaufnahme über eine Zuweisung (Zwangskontext) möglich, die dem Mann über eine 
justizielle Auflage auferlegt wurde. 
Dieser Zugang stellt keinen Widerspruch zu dem Freiwilligkeitsprinzip dar, wenn auch die 
vermittelten und zugewiesenen Männer selbst etwas an ihrer Lebenssituation positiv ändern 
wollen und dennoch aus eigener Eigenmotivation heraus  den Beratungsprozess antr eten 
möchten. 
 
3. Beratungsangebote/Inhalte 
 
3.1 Männerberatung 
Die Männerberatung richtet sich an Männer, die Unterstützung für ihre Probleme suchen oder 
sich in einer Krise befinden. In der Beratung haben Sie die Möglichkeit mit dem Männerberater 
diese Themen zu besprechen. 
Schwerpunkte sind: 
 Probleme in Beziehung und Partnerschaft 
 Probleme im familiären Umfeld 
 Berufliche Schwierigkeiten 
 Depressionen und Burn – Out 
 Krankheit 
 Lebenskrise 
 Gesundheitsfürsorge

5 
 
 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
 Sexualität 
 Eigene Opfererfahrung 
Die Gründe, um Beratung in Anspruch zu nehmen, sind somit oft vielfältig und selten auf eine 
Ursache zurückzuführen, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Fa ktoren. Oftmals 
stecken die Männer bereits in einer Krise oder sind kurz davor. Krisen sind in der Arbeit mit 
Männern von besonderer Bedeutung. 
 
3.2 Männer in der Krise: 
Männer haben ein ganz eigenes Krisenverhalten. Dieses speist sich  aus ihrer Sozialisation 
und den gesellschaftlichen Stereotypen. 
 Männer haben keine Probleme, sie haben evtl. vorübergehende Schwierigkeiten, die 
sie wegorganisieren 
 Als Mann glauben sie, Probleme alleine lösen zu müssen 
 Ein Problem zu haben bedeutet im mä nnlichen Sinne, etwas nicht hinzubekommen, 
„nicht Herr der Lage zu sein“ 
 Sie halten es nicht aus, mit einem Problem, einer ungeklärten Situation zu leben, sie 
verdecken, verschieben es 
 Aus dem Problem/den Problemen entsteht die Krise 
 Nach dem Krisenmodell von Caplan geht es um Emotionen, die in der Wahrnehmung 
von Männern Zeichen für Schwäche sind 
 Aus dieser Abwertung heraus fällt es ihnen schwer Unterstützung von außen 
anzunehmen 
 Dies kann dazu führen, dass Männer versuchen, sich durch destruktives Verhalten wie 
z.B. Flucht in den Suchtmittelkonsum, in die Arbeit oder durch Gewalt gegen Andere 
oder gegen sich selbst eine Krise zu entziehen 
 
3.3 Gewaltberatung 
Folgende Daten und Fakten veranschaulichen, warum die Beratung der Verursacher von 
Gewalt ein zentraler Baustein des Beratungsangebotes ist. Einen besonderen Schwerpunkt 
legt der SKM Köln auf die Beratung von Männern, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden 
sind. 20 Prozent der Opfer von häuslicher Gewal t sind Schätzungen zufolge Männer. 
Belastbare bundesweite Zahlen  fehlen. Das Landes kriminalamt Berlin ermittelt e 2013 bei 
insgesamt rund 14.300 Fällen von häuslicher Gewalt sogar 23,8 Prozent weibliche 
Verdächtige. Doch die meisten  Hilfsangebote kümmern s ich ausschließlich um weibliche 
Opfer.  
Bundesweit gibt es 6 spezifische  Beratungsstellen für Männer, die sich gezielt dieser 
Opfergruppe zuwenden – hierzu zählt auch der SKM Köln . In keiner der bestehenden 
Beratungsstellen in Köln widmet „Mann“ sich der Thematik der Opfer von Gewalt im häuslichen 
Kontext, die auch durch Frauen verursacht wird. Dabei geht es nicht immer um physische 
Gewalt, sondern auch um psychische Gewalt.  
Gewalt im häuslichen Umfeld wird natürlich auch durch Männer verübt, Op fer sind die 
Partnerinnen oder Kinder. Die hier beschriebenen Täter haben ebenfalls die Möglichkeit, das 
Beratungsangebot in Anspruch nehmen, ausgenommen sind Täter von sexualisierter Gewalt.

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 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
Die Anwendung von Gewalt ist in den meisten Fällen erlerntes Verhalten. In der Beratung wird 
den Männern ihre Verantwortung aufgezeigt, die sie für ihr gewalttätiges Handeln tragen und 
werden damit konfrontiert. So erleben sie ihr Handeln als bewusste Entscheidung und können 
sich folglich auch gegen die Gewalt entscheiden. Streit, der in Gewalttätigkeit endet, verdeckt 
oft andere Gefühlslagen, die für Männer so bedrohlich wirken, dass sie diese nicht spüren 
wollen. Im Rahmen der Beratung werden die Männer für Gefühle wie Ohnmacht, Angst und 
Traurigkeit sensibilisiert, die sie durch ihre Gewalt unterdrücken. Im Rahmen der 
Beratungsbeziehung lernt der Mann diese Gefühle zu durch leben. Männer sehen in 
Auseinandersetzungen oft ihr Gegenüber als verantwortlich für das eigene Handeln. 
 
Ziel der Beratung ist somit die volle Verantwortungsübernahme für die begangene Tat – für 
die eigenen Handlungen. Nur so lernen Männer, für wieviel Leid, Angst, und Verletzung sie 
verantwortlich sind. Diese,  für die meisten Männer erschreckende und beschämende 
Erkenntnis ist die wichtigste Grundlage sich zukünftig gegen Gewalt zu entscheiden und aus 
dem Gewaltkreislauf auszusteigen. 
 
3.4 Väterberatung 
Väter wollen heutzutage verstärkt am Familienleben teilnehmen und bewusst als Vater ihren 
Teil der Erziehungsverantwortung übernehmen. Männer spüren zusehends, wie viel 
Lebenszufriedenheit und Freude mit aktiver Vaterschaft und Familienleben verbunden sind 
und setzen sich aktiv mit ihrer Vaterrolle auseinander und id entifizieren sich mit dieser.  
Familienpolitische Maßnahmen, wie die Elternzeit haben diese Entwicklung unterstützt. 
Gleichzeitig verwischen die klassische Geschlechts - und Rollenmuster, wodurch sich Väter 
mit neuen Anforderungen und Erwartungen auseinandersetzen müssen. 
In der Väterberatung werden in individuellen Beratungsprozessen gemeinsam mit den 
Männern diese Aspekte eingehend besprochen. Sie werden befähigt, eine eigene und 
verantwortungsvolle Haltung zur ihrer Vaterschaft zu finden. 
Da Väterberatung bereits bei vielen Trägern als Angebot verortet ist, wird der Väterberatung 
ehr im Kontext der Multiplikatoren Arbeit in den SKM eigenen Familienzentrenten verortet sein. 
Väterberatung hat in der Männerberatung nur eine untergeordnete Rolle, da dieses Them a 
aufgrund der personellen Kapazität nicht ausreichend wahrgenommen werden kann und in 
Köln diesbezüglich schon ein flächendeckendes Angebot vorhanden ist.

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 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
 
4. Rahmenbedingungen 
 
Wir arbeiten nach den europäischen Richtlinien der Täterarbeit (eurit) 
Grundhaltung für die Arbeit mit gewalttätigen Menschen 
 Gewalttätiges Verhalten ist veränderbar 
 Täter können und wollen ihr gewalttätiges Verhalten verändern, wenn ihnen eine 
angemessene, sachdienliche und kompetente Unterstützung zuteil wird. 
 Täterarbeit verurteilt die Gewalttat, jedoch nicht den Menschen. 
 Täter sind für ihr gewalttätiges Verhalten verantwortlich. Die 
Verantwortungsübernahme für das e igene Gewalthandeln ist die Vor aussetzung für 
das Gelingen der Beratung/Therapie 
 Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sein gewalttätiges Verhalten zu überwinden und zu 
wachsen. Professionelle Täterarbeit bietet dazu die notwenige kompetente 
Unterstützung und Hilfe. 
 Ein erfolgreiches Arbeiten unterscheidet Aggression und Gewalthandeln. Aggression 
ist sowohl die notwendige Fähigkeit zur Grenzsetzung als auch notweniges Mittel der 
Selbstfürsorge im Gegensatz zum Gewalthandeln als einem Akt der 
Grenzüberschreitung. 
 Da Gewalt die Auseinandersetzung mit negativ bewerteten Gefühlen vermeidet und in 
den meisten Fällen der Abwehr von Hilflosigkeit und Ohnmacht dient, ist die Arbeit mit 
und an den Emotionen ein wesentlicher Bestandteil von Täterarbeit. 
 
Die Gesprächsverläufe werden dokumentiert. Die statistischen Daten werden in der 
Auswertung anonymisiert, so dass keine Zuordn ung zu den beratenden Männern mehr 
möglich ist. Alle Angaben von Seiten der Männer beruhen sich auf freiwilliger Basis. 
Das Angebot der  Männer-, Krisen- und Gewaltberatung beim SKM Köln richtet sich, 
unabhängig von Konfession und Weltanschauung an Männer, die sich in einer schwierigen 
Lebenslage befinden und professionelle Hilfe benötigen.  
Das Beratungsangebot wird von einem speziell ausgebildeten Männerberater durchgeführt. 
Anonyme Beratung ist möglich. 
 
5. Präventive Aufgaben 
 
Für die Weiterbildung und die Sensibilisierung für das Thema Männer und Gewaltberatung 
stehen folgende Themen zu Verfügung und können zu Schulungszwecken angefragt werden. 
 Wie gehen Männer mit Gewalt um? 
 Warum geschlechtsspezifische Beratung? 
 Jungen in Kitas 
 Gewalt ist kein Konflikt 
 Gewalt und Aggression 
 Gewalt und hegemoniale Männlichkeit

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 Männerberatung 
 Gewalt-und Krisenintervention des SKM Köln 
 Konzept 
 Sozialisation der Männer 
 Inhalte und Methoden der Männer- und Gewaltberatung 
 
Ausgebildete Männer- und Gewaltberater stehen nicht in allen Organisationen zur Verfügung. 
Daher werden auf Nachfrage auch Mulitplikatorenschulungen oder Coachings für 
Organisationen angeboten. Insbesondere im Bereich der Kitas setzt sich der SKM für eine 
Sensibilisierung der Erziehrinnen und Erzieher im Umgang mit Jungs ein. Auch kann ein 
Angebot zur Väterarbeit und/oder Männergruppen in Bezug auf die Erziehungsarbeit erstellt 
werden und die Fachkollegen beraten werden.  
Zur Beratung, Coaching und alle Männer relevanten Themen wenden Sie sich bitte an 
Klaus Schmitz 
E-Mail: klaus.schmitz@skm.koeln.de 
Tel.: 0221/2074-229

Beschlussvorlage Ausschuss

8844 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/50 
 
Vorlagen-Nummer 
 1499/2018 
Freigabedatum 01.06.2018 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Beratung für Männer in Problemlagen 
hier: Einmalige Förderung der Männerberatung des Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) 
Köln e.V. im Haushaltsjahr 2018 
Beschlussorgan 
Finanzausschuss 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Ausschuss für Soziales und Senioren beauftragt die Verwaltung, die im Haushaltsplan 2018 im 
Teilergebnisplan 0504, Freiwillige Sozialleistungen und Diversity, in Zeile 15, Transferaufwendungen 
veranschlagten Mittel zur einmaligen Bezuschussung von Maßnahmen zur Beratung von Männern in 
Problemlagen in Höhe von 60.000 €  an den Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Köln e.V. zu 
bewilligen und auszuzahlen. 
 
Der Finanzausschuss beschließt die Freigabe der Mittel in Höhe von 60.000 €. 
 
Ausschuss Soziales und Senioren 14.06.2018 
Finanzausschuss 02.07.2018

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen         € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme  60.000 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
 
Begründung: 
Zum Haushalt 2018 stellte der Rat im Teilergebnisplan 0504, Soziale Hilfen, in Zeile 15 Transferauf-
wendungen, einmalig 60.000 € zur Bezuschussung der Beratung für Männer in Problemlagen zur 
Verfügung. Der Finanzausschuss hat sich vorbehalten, über die Mittelfreigabe nach Vorberatung 
durch den Fachausschuss zu entscheiden. 
Der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Köln e.V. bietet Beratung als Gewalt- und Kriseninter-
vention speziell für Männer entsprechend dem als Anlage beigefügten Konzept an und beantragt hier-
für eine städtische Bezuschussung in Höhe von 60.000 €. 
Die beantragte Förderung soll zur anteiligen Finanzierung der in 2018 durch die Männerberatung des 
SKM Köln entstehenden Personal- und Sachkosten verwendet werden. 
Der SKM Köln ist seit vielen Jahren in unterschiedlichen Feldern sozialer Arbe it und Beratungsse t-
tings aktiv. In den Beratungsdiensten aber auch z.B. in den Familienzentren des SKM Köln zeigt sich 
zunehmend der Bedarf für ein spezifisches Angebot zur Beratung von Männern in Konflikt - und Kri-
sensituationen. Sich verändernde, gesellsc haftliche Rollenbilder und gleichzeitig steigende, an diese 
Rollen geknüpfte Anforderungen, erzeugen enormen Druck, der bei vielen Männern zu Konflikten und 
Krisen führt. Gleichzeitig existieren bundesweit kaum Angebote spezifisch für Männer, in denen sie 
die Belastungen besprechen und Klarheit über ihre individuelle Situation gewinnen können.  
Aus diesem beobachteten Bedarf heraus entstanden über die Jahre in der Familienhilfe, Jugendhilfe, 
Suchthilfe oder der Straffälligenhilfe des SKM Köln Angebote, die sich sowohl mit den Themen männ-
licher Gewaltausübung und -erfahrung, als auch mit entsprechenden präventiven Ansätzen wie Ju n-
gen- und Vätergruppen auseinandersetzten. Gleichzeitig steht das Thema immer auch im Fokus der 
Beratung, wenn männliche Klienten entsprechende Erfahrungen gemacht haben. 
Deshalb entschied sich der SKM Köln, die männerspezifische Beratung weiter auszubauen. Der SKM 
Köln verfügt an vielen Stellen über beraterisch und auch therapeutisch geschultes Personal. Ein Mi t-

3 
arbeiter wurde zusätzli ch in einer zweijährigen, berufsbegleitenden Ausbildung zum zertifizierten 
Männerberater ausgebildet. 
Seit Beginn des Jahres 2017 bietet der SKM Köln neben den schon vorhandenen Ansätzen eine sp e-
zifische Männerberatung an mit den Schwerpunkten 
 Beratung von Männern in (existenziellen) Krisensituationen 
 Täterberatung (Männer, die Gewalt ausüben) 
 Opferberatung (Männer als Opfer häuslicher Gewalt) 
 Prävention (Jungen-, Männer, Vätergruppen) und Multiplikatorenarbeit. 
 
Bereits nach kurzer Zeit wurde aufgrund des hohen Bedarfs das Angebot sukzessive auf heute eine 
volle Stelle ausgeweitet.  
Vor allem die Beratung von Männern, die Opfer häuslicher und sexualisierter Gewalt bzw. Gewalt im 
öffentlichen Raum sind, stellt ein Spezifikum des SKM Köln dar. Obwohl belastba re, bundesweite 
Zahlen fehlen und von einer großen Dunkelziffer auszugehen ist, schätzt man, dass 20 Prozent der 
Opfer von häuslicher Gewalt Männer sind. Das Landeskriminalamt Berlin ermittelte 2013 bei insg e-
samt rund 14.300 Fällen von häuslicher Gewalt so gar 23,8 Prozent weibliche Verdächtige. Hinzu 
kommen Männer, die Opfer von Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen wurden. Somit liegt 
die Zahl männlicher Opfer häuslicher Gewalt vermutlich sogar über 20%. Doch die meisten Hilfsa n-
gebote kümmern sich a usschließlich um weibliche Opfer. Hier setzt der SKM Köln für betroffene Kö l-
ner Männer etwas dagegen. 
Seit Beginn dieses Angebotes wurden 39  Personen beraten und betreut, davon allein 27 in den er s-
ten vier Monaten des Jahres 2018. 
Bezüglich der Schwerpunkte der Beratung zeigt sich in etwa eine Drittelung: 
 1/3 Krisenberatung 
 1/3 Täterberatung 
 1/3 Opferberatung 
 
Stand April 2018 werden im SKM Köln 15 Personen beraten. Damit sind, neben den Präventionsa n-
geboten und der Vernetzungs- und Multiplikatorenarbeit die Beratungskapazitäten aktuell ausgelastet. 
Vor allem die Vernetzung ist im Moment noch in hohem Umfang notwendig, um das Angebot in der 
Bevölkerung bekannt zu machen. Eine Ausweitung der Beratungskapazitäten vor allem für männliche 
Opfer ist aber notwendig und geplant.  
Mit den Klienten finden in der Regel wöchentliche Termine statt, bei denen die in der Beratung übl i-
chen 50 Minuten oft nicht ausreichen, weil es sich um Kriseninterventionen handelt, die nicht nach 
festgelegten Zeiten gestoppt werden können. 
Die Beratungsprozesse sind mittel - bis langfristig angelegt und umfassen in der Regel drei und mehr 
Monate. Aufgrund der besonderen Thematik der Täter -, Opfer- und Krisenberatung, die mit tiefgre i-
fenden Veränderungen des Lebens der Betroffenen und prozes sualen Entwicklungen verbunden 
sind, sind Kurzberatungen nur in wenigen Ausnahmefällen indiziert. Bei Beratungsprozessen von 3 
und mehr Monaten sind die Kapazitäten für Neuaufnahmen bei aktuell 15 Beratungsplätzen begrenzt. 
Außerdem zeigt sich zunehmend ei n Bedarf an Begleitung der Klienten z.B. zur Unterstützung bei 
Anwälten und bei Gericht. Dies ist notwendig, weil das Öffentlich -Machen des Opfer -Seins für viele 
Männer hoch schambelastet und entsprechend hoch tabuisiert ist. Sie benötigen hier den Support  
einer Vertrauensperson, um diese Termine wahrnehmen zu können. Ein Männerberater, der um die 
häusliche Situation weiß, stellt genau diese Vertrauensperson dar und kann in vielen Fällen auch 
nicht einfach durch eine andere Begleitung ersetzt werden. 
Darüber hinaus ist es notwendig, ein öffentliches Bewusstsein für diese Seite häuslicher Gewalt zu 
schaffen, die für viele noch unbekannt und auf den ersten Blick vielleicht unverständlich ist. In A r-
beitskreisen sowie in Multiplikatoren - und öffentlichen V eranstaltungen muss dieses Thema immer 
wieder aufgegriffen und die Hilfe bekannt gemacht werden. Das gelingt offensichtlich sehr gut. 25%

4 
der Männer, die die Beratung im SKM Köln aufsuchen, wurden durch Kriminalpolizei oder Justiz ve r-
mittelt, 4% kamen inte rn aus dem SKM, aber 71% sind Selbstmelder. Es ist also gelungen, das A n-
gebot so nach außen hin bekannt zu machen, dass es rege angefragt wird. 
Mit präventiver Ausrichtung finden an verschiedenen, sozialräumlichen Standorten des SKM Köln 
Jungen-, Väter- und Männergruppen statt, die zum Ziel haben, für Gewalt (verbal und körperlich) zu 
sensibilisieren und alternative Verhaltensmuster zu stärken. Hier geht es auch um die Auseinande r-
setzung mit der eigenen Rolle und einer stabilen, männlichen Identität als protektivem Faktor. 
Die hohe Nachfrage nach einem männerspezifischen Beratungsangebot zeigt sich auch darin, dass 
vom SKM Köln mittlerweile eine Warteliste geführt werden muss, auf der aktuell 12 Personen stehen. 
Das zeigt, dass zum Thema Männerberatung in Kö ln ein enormer Bedarf besteht. In akuten Situati o-
nen, z.B. im Fall drohender Suizidalität, erhalten natürlich auch diese Männer eine kurzfristige Krise n-
intervention. 
Die Finanzierung des Angebotes erfolgte bisher durch Eigenmittel des SKM Köln.  
 
Anlage:  
Konzept  Männerberatung

Beratungsverlauf (2)

14.06.2018 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 5.1 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
02.07.2018 Finanzausschuss
TOP 13.13 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1499/2018
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
01.06.2018
Erstellt
04.05.2018 13:35