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A-R/0007/2022

Weiterentwicklung des Münsteraner Nahverkehrssystems – ÖPNV als Stütze der Verkehrswende nachhaltig und zukunftsfähig aufstellen

Antrag an den Rat 02.02.2022

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a-r-0007-2022-Grüne,SPD,Volt-Weiterentwicklung_Münsteraner_Nahverkehrssystem_ÖPNV

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a-r-0007-2022-Grüne,SPD,Volt-Weiterentwicklung_Münsteraner_Nahverkehrssystem_ÖPNV

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0007/2022 
                    
 
 
 
 
 
     Münster, 01.02.2022 
 
 
Weiterentwicklung des Münsteraner Nahverkehrssystems –  
ÖPNV als Stütze der Verkehrswende nachhaltig und zukunftsfähig aufstellen 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
Eine wesentliche Voraussetzung der Verkehrswende in Münster ist die Weiterentwicklung des 
Münsteraner Nahverkehrssystems. Die 2020er Jahre müssen ein Jahrzehnt des Aufbruchs für 
den ÖPNV werden.  Die Verwaltung wird  deshalb beauftragt, in Zusammenarbeit mit den 
Stadtwerken Münster GmbH möglichst bis zum dritten Quartal 2022 ein Maßnahmenprogramm 
zur Weiterentwicklung des heutigen ÖPNV -Systems zu erarbeiten. Ziel ist  ein integrierter,  
hochleistungsfähiger und attraktiver  ÖPNV für Münster. Folgende Punkte sollen 
Berücksichtigung finden: 
 
1. Künftiger Bestandteil des Münsteraner ÖPNV soll  ein auf den Hauptachsen 
verkehrendes Metrobussystem sein. Die Verwaltung soll die Voraussetzungen für dessen 
sukzessive Einführung ab 2023  prüfen und konkrete Umsetzungsschritte benennen. 
Dabei sind in Absprache mit der Stadtwerke Münster GmbH einheitliche Standards für  
dieses System zu entwickeln und konzeptionelle  Überlegungen zur Busbevorrechtigung 
vorzulegen. 
  
2. Damit der gesamte Münsteraner ÖPNV an Attraktivität und Zuverlässigkeit gewinn t 
und damit zu einer echten Alternative zum MIV wird, soll das vorzulegende  Programm 
die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Busbeschleunigung, wie z.B. die verstetigte 
Einrichtung von weitestgehend durchgängigen Busspuren und anderen Maßnahmen wie 
der busfreundlichen Schaltung von Lichtsignalanlagen,  konkretisieren und vorbereiten.  
Ziel ist die Durchschnittsgeschwindigkeit des ÖPNV  signifikant zu erhöhen und die Zahl 
der Verspätungen spürbar zu reduzieren. 
  
3. Die Verwaltung und Stadtwerke Münster GmbH werden im Rahmen der Stärkung des 
ÖPNV-Systems dazu aufgefordert,  den Busverkehr durch die Integration anderer 
Mobilitätsträger sinnvoll zu ergänzen. In diesem Zusammenhang sollen Vorschläge zur 
Verknüpfung von ÖPNV, SPNV, Radverkehr, den verschiedenen Sh aring-Angeboten und 
ggf. On-Demand-Systemen erarbeitet werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf die 
Anbindung von Mobilitätsstationen gelegt werden.  
  
4. Die Stadtwerke Münster GmbH wird beauftragt, den Wechsel zwischen verschiedenen 
Verkehrsträgern durch die Weiterentwicklung der  münster:app zu erleichtern. Um den 
Wechsel zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern und Mobilitätsangeboten zu

vereinfachen, sollen Informationen zu den verfügbaren Angeboten zentral zur Verfügung 
gestellt werden. 
  
5. Stadt werke und Stadt Münster identifizieren gemeinsam mit den Kommunen des 
Münsterlandes und dem ZVM  Strecken, auf denen Taktverdichtungen und eine 
Ausweitung des Busverkehrs sinnvoll und kurzfristig umsetzbar  sind, um  attraktive 
Angebote für den Umstieg vom Pk w auf den Bus insbesondere für Pendler*innen zu 
realisieren. Dem Rat und seinen Gremien werden mehrere Streckenoptionen mit 
Finanzkalkulation vorgestellt.  
  
6. Es soll geprüft werden, inwieweit das Nahverkehrsangebot der Stadtwerke Münster 
GmbH tages- und jahreszeitliche Schwankungen im Modal Split  zukünftig noch stärker 
berücksichtigen kann. In diesem Zusammenhang soll auch berücksichtigt werden, welche 
Potenziale eine mögliche Entzerrung der Frühspitzen durch einen versetzten Schulbeginn 
hätte. Grundsätzlich sollen alle Stadtteile durch einen  hohen Takt an die Münsteraner 
Innenstadt angebunden werden. 
 
7. Die Zentralisierung der Linienführung im Nahverkehrsplan auf den Hauptbahnhof ist 
zu überdenken. Die Erreichbarkeit der Innenstadt soll zukünftig auch über eine Stärkung 
der Westachse,  des Bülts  sowie weiterer zentraler ÖPNV -Knotenpunkte gewährleistet 
sein. Die Verwaltung berücksichtigt diese Verkehrsknotenpunkte im Rahmen der  
Weiterentwicklung des ÖPNV-Systems. 
 
8. Zur Effizienzsteigerung des ÖPNV-Knotenpunkts Hauptbahnhof sollen erste Schritte  
für den  Bau eines attraktiven, zukunfts - und leistungsfähigen  Busbahnhofs und eine 
veränderten Verkehrsführung eingeleitet werden. 
  
  
Begründung:  
 
Münster ist die einzige Stadt ihrer Größenordnung, die  ihren Nahverkehr ausschließlich 
straßengebunden organisiert. Deshalb kommt dem ÖPNV für eine gelingende Verkehrswende 
eine besondere Rolle zu. Die bisherigen Debatten in der Stadtgesellschaft sowie 
die verschiedenen Daten zum Verkehrsgeschehen in Münster offenbaren jedoch, dass 
hinsichtlich der Organisation des ÖPNV in Münster noch größere Handlungsbedarfe bestehen. 
So weist zum Beispiel der Zwischenbericht zum Masterplan Mobilität 2035+ darauf hin, dass nur 
10,2 % der Wege mit dem ÖPNV zurückgelegt werden . Damit liegt Münster hinter dem 
durchschnittlichen Wert von 12 %, der im Rahmen der bundesweiten Haushaltsbefragung 
„Mobilität in Deutschland“ erhoben wurde. Dies hat unterschiedliche Gründe, liegt aber 
sicherlich auch an der  Angebotsstruktur des hiesigen  Busnetzes. Damit der ÖPNV zur echten 
Alternative zum MIV wird, sollen nicht nur einfache und günstige Tarifangebote eingeführt, 
sondern auch die verschiedenen infrastrukturellen und organisatorischen Instrumente an die 
Erfordernisse eines hochleistungsfähigen Nahverkehrssystems angepasst werden.  
  
Zu Beschlusspunkt 1: Das bisherige Nahverkehrssystem soll durch die Einführung eines auf den 
Hauptachsen verkehrenden Metrobussystems weiterentwickelt und optimiert werden. Ziel ist 
die Einführung eines neuen hierarchischen Netzes, dessen Rückgrat ein hochgetaktetes und 
zuverlässiges Angebot darstellt. Damit soll nicht nur der aktuell vorherrschenden Vermischung 
der Erschließungs- und Verbindungsfunktion der Stadtbusse begegnet, sondern in  erster Linie 
den Mobilitätsbedürfnissen der Münsteraner*innen Rechnung getragen werden. Der ÖPNV soll, 
insbesondere für die Menschen in den stetig wachsenden Außenstadtteilen, zu einer attraktiven 
Alternative zum MIV werden. Die Verwaltung soll in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken 
Münster GmbH die Voraussetzungen eines solchen Systems prüfen. Dies gilt in besondere Weise

für die Einführung eines Netzes an durchgängigen Schnellspuren, das auf bereits existierenden 
Busvorrangspuren aufbaut. 
  
Zu Beschlusspunkt 2: Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Münsteraner Stadtbusse nimmt seit 
Jahren drast isch ab. Während sich ein Bus im Jahr 2014 noch mit 20 km/h durch die Stadt 
bewegte, fuhr er zuletzt nur noch 16 km/h. Häufig stehen Busse im Stau. Durch die gezielte 
Umsetzung von Maßnahmen zur Busbeschleunigung soll nicht nur die 
Durchschnittsgeschwindigkeit der Stadtlinien, sondern auch deren Attraktivität für 
Nutzer*innen erhöht werden. In diesem Zusammenhang lokalisiert die Verwaltung gemeinsam 
mit den Stadtwerken Münster GmbH Punkte im Busnetz, an denen die Linien besondere zeitliche 
Verluste einfahre n. Im Rahmen der Flächenkonkurrenz zwischen verschiedenen 
Mobilitätsträgern soll dem ÖPNV zudem eine größere Priorität als bisher eingeräumt werden. 
  
Zu Beschlusspunkt 3:  Der Zwischenbericht des Masterplans Mobilität 2035+ weist darauf hin, 
dass die vorha ndenen Mobilitätsstationen  sowohl in funktionaler als auch gestalterischer 
Hinsicht nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen würden. Sie böten zu wenige 
Verknüpfungen innerhalb des Umweltverbunds, auch wenn bereits an allen Bahnhöfen bzw. 
SPNV-Haltepunkten im Stadtgebiet und an größeren Einfallsstraßen  P+R-Anlagen vorhanden 
seien. Die Bestandsanalyse macht deutlich, dass die Stadt Münster in diesem Bereich zügig in 
konkrete Umsetzungen eintreten muss.  
  
Zu Beschlusspunkt 4:  Die Weiterentwicklung der münster:app soll den Umstieg zwischen 
verschiedenen Verkehrsträgern erleichtern. Die technischen Schnittstellen sollen stetig evaluiert 
und ggf. ausgebaut werden, damit die Mobilitätsangebote der Stadtwerke auch in anderen 
Plattformen und Apps eingebun den werden können. Die Verwaltung soll zudem prüfen, 
inwieweit von den Mobilitätsdienstleistenden, die ihre Mobilitätsangebote für Münster in 
digitaler Form (beispielsweise durch eine eigene App etc.) anbieten, offene und standardisierte 
Schnittstellen eingefordert werden können, sodass diese Angebote auch in anderen Plattformen 
und Anwendungen eingebunden werden können und die Bürger*innen in Münster über eine 
Plattform/ App alle Mobilitätsangebote nutzen können. 
  
Zu Beschlusspunkt 5:  Für den Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV 
bedarf es attraktiver Angebote, insbesondere für Berufspendler*innen an den Werktagen. Diese 
sollen in enger Zusammenarbeit mit der Region Münsterland gestaltet werden. Um die 
Klimaschutzziele zu erreichen muss auf diese Weise ein Beitrag durch eine Reduzierung der Pkw-
Fahrten erzielt werden. 
  
Zu Beschlusspunkt 6: Mit diesem Prüfauftrag soll geklärt werden, ob noch mehr Fahrgäste durch 
eine effizientere Aufteilung der Busfahrten erreicht werden können. Durch den  diskutierten 
versetzten Schulbeginn könnten Frühspitzen entlastet und der Bus zeitlich versetzt von mehr 
Schüler*innen genutzt werden.  
 
Zu Beschlusspunkt 7:  Der Hauptbahnhof ist von fast allen Haltestellen im Stadtgebiet ohne 
Umstieg zu erreichen. Die Ze ntralisierung der Linienführung führt jedoch dazu, dass die 
Kapazitäten der Haltestelle „Hauptbahnhof“ nahezu ausgeschöpft sind. Zwecks Entlastung des 
genannten Verkehrsknotenpunkts soll das Nahverkehrsnetz durch weitere Knotenpunkte 
erweitert werden. Nebe n einer Stärkung der Westachse (Schlossplatz/Neutor) und dem Bült 
sollen die Verwaltung und Stadtwerke Münster GmbH weitere innenstadtnahe Knotenpunkte 
ausmachen. 
  
Zu Beschlusspunkt 8: Der Verkehrsknotenpunkt „Hauptbahnhof“ soll effizienter und 
nutzer*innenfreundlicher gestaltet werden. Neben den z.T. sehr weiten Wegen zwischen 
einzelnen Haltestellen ist der Busbahnhof vor allem durch seine Unübersichtlichkeit sowie die

Notwendigkeit zur Querung der Fahrbahn geprägt. Dies alles trägt zu langen Umsteigewegen 
und Umstiegszeiten bei. 
 
 
 
gez.    gez.    gez.    
Christoph Kattentidt  Marius Herwig   Tim Pasch 
Sylvia Rietenberg  Matthias Glomb  Martin Grewer 
Jule Heinz-Fischer  Lia Kirsch   und Ratsgruppe 
Andrea Blome   Ludger Steinmann   
Carsten Peters 
Albert Wenzel 
und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

09.02.2022 Rat
TOP 33.4 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Schlossplatz
  • Neutor

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Details

Aktenzeichen
A-R/0007/2022
Typ
Antrag an den Rat
Datum
02.02.2022
Erstellt
02.02.2022 09:21