V/0349/2016
Bürgerumfrage 2016: Zentrale Ergebnisse zu den Fragenkomplexen "Ziele der Stadtentwicklung / Einflussfaktoren bis 2030", "Bewertung der Lebensbedingungen" und Einkaufsstandort Innenstadt / Auswirkungen des Online-Handels"
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Bürgerumfrage 2016 (Mehrthemenumfrage) V/0349/2016, Anlage 1
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Bürgerumfrage 2016 (Mehrthemenumfrage) V/0349/2016, Anlage 1
Folie 1: Bürgerumfrage 2016 - Untersuchungsdesign
•Schriftliche Umfrage mit Zufallsstichprobe:
Hauptwohnsitz, 18 Jahre und älter
•Versand: 5.250 Befragte; Nettostichprobe: 5.107 Befragte
•Befragungszeitraum: 12.01.2016 – 16.02.2016
•Rücklauf: 36,5 % (1.863 Bögen) mit guter Struktur (Geschlecht, Alter etc.)
•Aufbau Fragebogen:
– Stadtentwicklung in Münster: Ziele für die nächsten Jahre/Trends 2030
– Einkaufsstandort Innenstadt: Auswirkungen Online-Handel
– Parks und Grünanlagen: Nutzung und Bewertung
– Lebensbedingungen: Zufriedenheit mit Angeboten/Einrichtungen und
deren Wichtigkeit
– Digitale Stadt Münster: Zufriedenheit mit digitaler Infrastruktur,
städtisches Online-Angebot
•Vertrauensintervall: bei 50 % = +/- 2,3 %-Punkte, bei 5 % = +/- 1,0 %-P.
Bürgerumfrage 2016 (Mehrthemenumfrage) V/0349/2016, Anlage 1
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Anlage 2
zu V/0349/2016
Bürgerumfrage 2016: Hinweise zur Methodik und zur Übertragbarkeit der Ergebnisse
Für die Bürgerumfrage 2016 wurden 5.250 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster aus-
gewählt, um an der Befragung teilzunehmen. Die Ausw ahl erfolgte mittels eines mathemati-
schen Zufallsverfahrens, das auf der Grundlage des Einwohnermelderegisters des Amtes für
Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster durchgefü hrt wurde. In die Stichprobe wurden
alle Personen einbezogen, die zum Zeitpunkt der Bef ragung ihren Wohnsitz in Münster hat-
ten und mindestens 18 Jahre alt waren. Bei einem Ge samtbestand von ca. 256.600 Einwoh-
nerinnen und Einwohnern über 18 Jahre bedeutet dies , dass etwa jede/r 49. Bürgerin bzw.
Bürger über 18 Jahre in die Stichprobe einbezogen wurde.
An der Umfrage vom 12.01.-16.02.2016 haben sich ins gesamt 1.863 Bürgerinnen und Bür-
ger beteiligt. Das entspricht unter Berücksichtigun g der bekannten Adressausfälle einer
Rücklaufquote von 36,5 % (Frauen 36,3 %, Männer 36, 7 %). Mit diesem Wert wurden die
Rücklaufquoten der letzten Mehr-Themen-Bürgerumfrag en aus den Jahren 2010 (31,2 %),
2013 (33,8 %) und 2015 (35,3 %) noch leicht übertro ffen. Dies weist darauf hin, dass die
Themen der Umfrage bei den Befragten auf entsprechendes Interesse gestoßen sind.
Mit dem Rücklauf von über 1.860 Fragebögen ist eine gute quantitative Grundlage vorhan-
den, die differenzierte Auswertungen nach Geschlech t, Alter und weiteren Merkmalen er-
möglicht. Auch das Vertrauensintervall entspricht d en Anforderungen der empirischen Sozi-
alforschung. Bei dem Rücklauf von über 1.860 Frageb ögen liegt das Vertrauensintervall bei
einem Antwortanteil von 50 % bei +/- 2,3 %-Punkten, d. h. der „wahre“ Wert liegt zwischen
47,7 % und 52,3 %. Bei einem Antwortanteil 5 % lieg t das Vertrauensintervall bei +/- 1,0 %-
Punkten.
Der Rücklauf zeigt hinsichtlich wichtiger Strukturm erkmale (Geschlecht, Alter, Wohnorte
nach Stadtbezirken) eine sehr hohe Übereinstimmung mit der Struktur der Münsteraner Be-
völkerung 1. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Vera llgemeinerbarkeit der Ergebnis-
se.
Hinsichtlich der Geschlechterverteilung im Rücklauf wurden nahezu exakt die Geschlechter-
proportionen in der Bevölkerung über 18 Jahre (= Gr undgesamtheit) erreicht. Der Anteil der
Frauen über 18 Jahre in der Grundgesamtheit liegt b ei 52,9 %, der Anteil der Frauen im
Rücklauf beträgt ebenfalls 52,9 %. Dementsprechend stimmen auch die Anteile der Männer
47,1 % überein (vgl. Tabelle 12 im ergänzenden Tabellensatz).
Bezüglich der Altersgruppen macht Tabelle 12 deutli ch, dass sich die Unterschiede in der
Altersstruktur zwischen Stichprobe und Rücklauf in einem tolerierbaren Rahmen bewegen:
• Etwas schwächer vertreten im Rücklauf, als es ihre n Anteilen an der Münsteraner Bevöl-
kerung entspricht, sind die jüngeren Altersgruppen von 18 – 24 Jahren (- 3,6 %-Punkte)
und von 25 – 29 Jahren (- 2,7 %-Punkte) sowie die A ltersgruppe 75 Jahre und älter (- 3,5
%-Punkte).
• Etwas stärker im Rücklauf als in der Gesamtbevölke rung vertreten sind die Altersgruppen
45 – 49 Jahre (+ 2,3 %-Punkte), 50 – 54 Jahre (+ 2, 0 %-Punkte) und 70 – 74 Jahre (+ 1,9
%-Punkte).
1 Vgl. Tabellensatz zur Vorlage V/0349/2016 veröffen tlicht auf den Internetseiten des Amtes für Stadt-
entwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung unter „Bürgerumfrage 2016“:
www.stadt-muenster.de/stadtentwicklung/kommunale-umfragen.html
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• Die weiteren Altersgruppen im Rücklauf decken sich nahezu mit dem Anteil der jeweiligen
Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung.
• Das dargestellte Antwortverhalten bei den jüngeren und älteren Altersgruppen entspricht
dem Muster, das auch in den letzten Mehr-Themen-Umfragen zu beobachten war.
Im Hinblick auf den Wohnort der Befragten in Münste r zeigt sich bezogen auf die Stadtbezir-
ke eine sehr hohe Übereinstimmung. Der Stadtbezirk Mitte liegt nur 1,5 %-Punkte über der
Grundgesamtheit, die Außenstadtbezirken liegen nur 1,5 %-Punkte darunter. Unter den Au-
ßenstadtbezirken zeigt der Stadtbezirk Ost einen le icht überdurchschnittlichen Rücklauf (+
1,8 %-Punkte), die anderen Außenstadtbezirke weisen einen geringfügig unterdurchschnittli-
chen Rücklauf auf (maximal - 1,2 %-Punkte Stadtbezirk Nord).
Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren sind in der U mfrage stärker vertreten als in der
Grundgesamtheit. In 22 % der Haushalte, die geantwortet haben, lebten Kinder unter 18 Jah-
ren. Nach der Haushaltegenerierung 2014 lag dieser Anteil an der gesamten Bevölkerung
bei 16 % 2. Die Haushalte mit Kindern sind damit leicht überr epräsentiert, gleichzeitig liegt
hiermit aber auch für Fragen zur Kinder- und Famili enfreundlichkeit ein breiter Erfahrungs-
hintergrund vor.
Personen mit Migrationsvorgeschichte sind mit einem Anteil von 14 % in der Umfrage unter-
repräsentiert. Nach den Berechnungen zur Migrations vorgeschichte in Münster, die im Un-
terschied zur Umfrage auch die Kinder unter 18 Jahr en einbeziehen, betrug dieser Wert En-
de 2015 für Münster insgesamt rd. 23 %3. Als Konsequenz der unterdurchschnittlichen Betei-
ligung von Menschen mit Migrationsvorgeschichte an der Umfrage, die aus vielen schriftli-
chen Umfragen deutschlandweit bekannt ist, muss hin sichtlich dieses Merkmals auf statis-
tisch abgesicherte Aussagen verzichtet werden. In d en Auswertungstabellen werden die Er-
gebnisse entsprechend differenziert dokumentiert, so dass diese für eine fachliche Reflektion
zur Verfügung stehen.
Festzuhalten bleibt, dass hinsichtlich der Geschlec hterproportionen, der Altersgruppen und
der räumlichen Verteilung des Rücklaufs ein gutes A bbild der Gesamtbevölkerung vorliegt.
Die Überzeichnung der Familien mit Kindern unter 18 Jahren dürfte zu einer größeren Absi-
cherung der kinder- und familienbezogenen Befragung sergebnisse führen. Die Ergebnisse
für Menschen mit Migrationsvorgeschichte sind als T endenzaussagen einzuschätzen, die
einer entsprechenden fachlichen Prüfung bedürfen. I nsgesamt kann davon ausgegangen
werden, dass sich die Ergebnisse der Umfrage grunds ätzlich auf die Münsteraner Bevölke-
rung übertragen lassen.
2 Stadt Münster – Amt für Stadtentwicklung, Stadtpla nung, Verkehrsplanung (2015): Haushalte in
Münster 2014. Münster (SMS – Statistik für Münsters Stadtteile).
3 Stadt Münster – Amt für Stadtentwicklung, Stadtpla nung, Verkehrsplanung (2016): Migration in
Münster und den Stadtbezirken 2015. Münster (SMS – Statistik für Münsters Stadtteile).
Berichtsvorlage
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V/0349/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Bürgerumfrage 2016: Zentrale Ergebnisse zu den Fragenkomplexen "Ziele der Stadtentwicklung/ Einflussfaktoren bis 2030", "Bewertung der Lebensbedingungen" und "Einkaufsstandort Innenstadt/ Auswirkungen des Online-Handels" Beratungsfolge 31.05.2016 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 01.06.2016 Integrationsrat Bericht 14.06.2016 Betriebsausschuss Münster Marketing Bericht 14.06.2016 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 16.06.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Bericht 27.06.2016 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 29.06.2016 Rat Bericht Bericht: 1. Bürgerumfrage 2016 zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung Die Bürgerumfrage 2016 wurde vom 12.01. - 16.02.2016 als schriftliche Mehr-Themen-Umfrage zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung durchgeführt (Anlage 1, Folie 1): Stadtentwicklung in Münster: Ziele für die nächsten Jahre, Einflussfaktoren/Trends bis 2030 Einkaufsstandort Innenstadt: Auswirkungen Online-Handel Parks und Grünanlagen: Nutzung, Bewertung Lebensbedingungen: Zufriedenheit mit Angeboten/Einrichtungen und deren Wichtigkeit Digitale Stadt Münster: Zufriedenheit mit der digitalen Infrastruktur, Nutzung und We iterent- wicklung des städtischen Onlineangebotes Die Umfrage stieß auf gutes Interesse, wie die Rücklaufquote von 36,5 % (2015: 35,3 %) zeigt. Grundlage der Umfrage ist eine Zufallsstichprobe unter der Hauptwohnsitzbevölkerung über 18 Jahre. Der Rücklauf zeigt hinsichtlich wichtiger Strukturmerkmale (Geschlecht, Alter, Stadtbezirk) eine hohe Übereinstimmung mit der Struktur der Münsteraner Bevölkerung, so dass sich die E r- gebnisse der Umfrage grundsätzlich übertragen lassen dürften (vgl. Anlage 2). 2. Vorgehen zur Auswertung und Einbringung der Ergebnisse in die Gremien In den letzten Jahren sind die Ergebnisse der Bürgerumfragen jeweils geschlechterdifferenziert ausgewertet, mit Charts grafisch aufbereitet, den parlamentarischen Gremien mit Vorlagen zur Vorlagen-Nr.: V/0349/2016 Auskunft erteilt: Herr Prof. Dr. Hauff Ruf: 492-6135 E-Mail: HauffTho@stadt-muenster.de Datum: 10.05.2016 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0349/2016 Kenntnis gegeben und im Internetangebot des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ve r- kehrsplanung (Bereich „Stadtforschung“) dokumentiert worden. Dieses Vorgehen hat sich b e- währt und soll beibehalten werden. Um zu einer zeitnahen Veröffentlichung der Ergeb nisse zu kommen, wird vorgeschlagen, die Bürgerumfrage 2016 analog zur Mehrthemenumfrage 2015 wieder modular auszuwerten. Die vorliegende Vorlage dokumentiert zentrale Ergebnisse zu den „Zielen der Stadtentwick- lung/Einflussfaktoren bis 2030 “, zu den „Leben sbedingungen“ und zu den „Auswirkungen des Online-Handels auf den Einkaufsstandort Innenstadt“ in einer geschlechterdifferenzierten und grafischen Aufbereitung (vgl. Anlage 1) . Die Ergebnisse werden für laufende Prozesse genutzt wie z. B. zur Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes. Die Ergebnisse zu den „Parks und Grünanlagen“ sowie zur „digitalen Stadt Münster“ erfordern eine weitergehende fachliche Aufarbeitung und Reflektion mit den beteiligten Fachdienststellen. Daher sollen diese Frag enkomplexe mit einer weiteren Berichtsvorlage für eine der folgenden Beratungsketten dokumentiert werden. Zur Einordnung der Ergebnisse der Bürgerumfrage 2016 werden einerseits bisherige Bürgeru m- fragen der Stadt Münster herangezogen, so dass im Hinblick a uf die Ziele der Stadtentwicklung und die Einschätzungen zu den Lebensbedingungen Vergleichswerte vorliegen. Andererseits können die Ergebnisse erstmals auch im bundesweiten Städtevergleich abgebildet werden, da die Stadt Münster sich 2015 an der 4. Koordi nierten Bürgerumfrage 2015 zur Lebensqualität in deutschen Städten beteiligt hat (V/0419/2016). Darüber hinaus werden zur Einschätzung der Ergebnisse zum Online-Handel fachlich einschlägige Erhebungen herangezogen. 3. Zentrale Ergebnisse im Überblick (vgl. Anlage 1) 3.1 Stadtentwicklung: Ziele für die nächsten Jahre, Einflussfaktoren bis 2030 Im Rahmen der strategischen Stadtentwicklung und der strategischen Haushaltssteuerung ist die Identifikation von steuerungsrelevanten Zielen von großer Bedeutung. Die Um frage unterstützt dieses Anliegen mit den Ergebnissen zu der Frage „Welche Ziele soll Münster in den nächsten Jahren erreichen?“. Die Ergebnisse zu dieser Frage machen folgende Prioritäten der Befragten deutlich (vgl. Anlage 1, Folie 2): Unter den abgefra gten 18 Zielen dominiert eindeutig „ein ausreichendes und bezahlbares Wohnungsgebot bieten“ (71 % „soll unbedingt erreicht werden“). Es folgen mit Anteilen von 50 % und mehr in der Kategorie „soll unbedingt erreicht werden“: - 54 %: „Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien besonders berücksichtigen“ - 52 % „durch Kultur und Freizeitangebote attraktiv sein“ - 51 % „als Bildungs- und Wissenschaftsstandort attraktiv sein“ - 50 % „Stadt mit hohen Qualitäten im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sein“ Bei „attraktives Zentrum für das Münsterland sein“ halten sich die Antworten in den Kategorien „soll unbedingt erreicht werden“ und „ist wünschenswert“ mit je 44 % die Waage. Dies gilt auch für „sich für gleiche Chancen von Frauen und Männern besonders einsetzen“ mit je 41 % für „soll unbedingt erreicht werden“ und „ist wünschenswert“. Bei allen weiteren abgefragten Zielen liegt der Schwerpunkt der Antworten in der Kategorie „ist wünschenswert“ (Folie 2). 3 V/0349/2016 Eine geschlechterdifferenzierte Auswertung der Ergebnisse macht deutlich, dass die Reihenfolge der präferierten Ziele in vielen Punkten zwischen Frauen und Männern weitgehend überei n- stimmt, wenngleich Frauen häufig noch eine stärkere Präferenz artikulieren. Mit einem Unte r- schied von 10 % -Punkten und mehr in der Kate gorie „soll unbedingt erreicht werden“ trifft dies vor allem auf folgende Ziele zu (Folien 3-5): „ein ausreichendes und bezahlbares Wohnungsgebot bieten“: Frauen 77 % (Rang 1), Mä nner 63 % (Rang 1). „Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien besonder s berücksichtigen“: Frauen 59 % (Rang 2), Männer 49 % (Rang 3). „durch Kultur - und Freizeitangebote attraktiv sein“: 56 % Frauen (Rang 3), 46 % Männer (Rang 4). „Stadt mit hohen Qualitäten im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sein“: 55 % Frauen (Rang 4), 44 % Männer (Rang 5). Besonders ausgeprägte Unterschiede bei den geschlechterspezifischen Präferenzmustern we r- den vor allem bei folgenden Zielen deutlich (Folie 5): „sich für gleiche Chancen von Frauen und Männern besonders einsetzen“: 51 % Frauen (Rang 5), 31 % Männer (Rang 14). „attraktiver Standort für Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen sein“: 33 % Frauen (Rang 15), 43 % Männer (Rang 6). Mit geringeren Unterschieden bei den Rangplätzen zeigen sich die geschlechterspezifischen Prä- ferenzunterschiede auch bei den nachfolgenden Zielen: „sich für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensb e- reichen besonders einsetzen“: 45 % Frauen (Rang 8), 35 % Männer (Rang 11) „sich besonders für die Belange älterer Menschen einsetzen“: 39 % Frauen (Rang 11), 29 % Männer (Rang 16) Im Vergleich zu früheren Umfragen (2010, 2006) wird hinsichtlich der 2016 am stärksten präf e- rierten Ziele deutlich (Folien 6-7): Das „Wohnungsthema“ steht 2016 erstmals an der Spitze (Rang 1), was sicherlich die aktuelle Situation widerspiegelt, aber auch mit einer geänderten Formulierung zusammenhängen könnte (2010: „attraktiver Wohnstandort sein“; 2016: „ausreichendes und bezahlbares Wo h- nungsangebot bieten“). Kontinuierlich hohe Bedeutung beibehal ten hat das Thema „Kinder/Jugendliche/Familien“ (2016: Rang 2; 2010: Rang 2; 2006: Rang 1). Weiter an Bedeutung gewonnen hat „durch Kultur - und Freizeitangebote attraktiv sein“ ( 2016: Rang 3; 2010: Rang 6; 2006: Rang 8). „Als Bildungs- und Wissenschaftsstandort attraktiv sein“ hat seine Spitzenposition von 2010 verloren, ist aber mit einer geringfügig verringerten Zustimmung weiterhin unter den TOP 5 (2016: Rang 4; 2010: Rang 1; 2006: Rang 3). Das Thema „Umwelt-, Natur- und Klimaschutz“ hat zwar gegenüber 2 010 zwei Platzierungen verloren, ist aber von der Zustimmung her auf dem Niveau von 2010 geblieben (2016: Rang 5; 2010: Rang: 3; 2006: Rang 4). 4 V/0349/2016 Münster soll auch 2016 „attraktives Zentrum für das Münsterland sein “ (Rang 6), aber mit leicht abgeschwächter Bedeutung gegenüber 2010 (2010: Rang 4; 2006: Rang 4). Um die Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger auch bei längerfristigen Aspekten der Z u- kunftsgestaltung einbeziehen zu können, wurden in der Bürgerumfragen 2016 mit einer offenen Frage auch die wic htigsten Einflussfaktoren der Stadtentwicklung bis 2030 abgefragt : „Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Entwicklungen, Faktoren und Trends, die die Stadtentwic k- lung von Münster bis zum Jahr 2030 beeinflussen werden?“. Hierzu äußerten sich 1.201 Be fragte (= 64 % der Rückläufe), wobei über 2.900 Nennungen a b- gegeben wurden. Diese machen folgende Haupteinflussfaktoren für die Stadtentwicklung bis 2030 deutlich (Prozentwerte bezogen auf die Gesamtzahl der Nennungen) (Folie 8): Es dominiert ebenfalls da s Thema „Wohnen“ mit dem „Wohnungsangebot“ (8,6 %) und dem „bezahlbaren Wohnen“ (7,8 %). Es folgt die Thematik „Flüchtlinge“ mit den Themen „Flüchtlinge - unspezifisch“ (7,0 %), „I n- tegration“ (6,3 %) und „Anzahl“ (3,1 %). Ein w eiteres relevantes Thema ist die „wachsende Stadt“ mit „Bevölkerungswachstum“ (5,4 %), mit „(mehr) Verkehr“ (3,4 %) und mit „Studierende/Studierendenzuwachs“ (2,3 %). Als weitere „Hauptthemen“ werden genannt: - „Wirtschaftliche Entwicklung/Arbeitsplätze“ (5,2 %), - „Demografischer Wandel/mehr für Ältere“ (4,7 %), - „Natur-/Klima-/Umweltschutz“ (4,7 %), - „Universität/Wissenschaft“ (4,1 %), - „Digitalisierung/technischer Wandel“ (3,0 %), - „Schule/Bildung“ (2,2 %). Aus geschlechterdifferenzierter Sicht wird im Hinblick auf die Einflussfaktoren bis 2030 deutlich (Folie 9): Sowohl bei Frauen als auch bei Männern stehen „Wohnungsangebot“ und „bezahlbares Wo h- nen“ auf den Plätzen 1 und 2. Danach folgt bei den Frauen die „Flüchtlingsthematik“ mit „unspezifischen Nennungen“ und mit Fokus auf „Integrati on“ auf den Rängen 3 und 4, diese Themen liegen bei den Männern auf den Plätzen 5 und 6. Bei den Männern erhielten das „Bevölkerungswachstum“ und das Thema „wirtschaftliche En t- wicklung/Arbeitsplätze“ die drittmeisten Nennungen, diese Themen rangieren bei d en Frauen auf den Plätzen 7 und 8. 3.2 Lebensbedingungen: Zufriedenheit mit Angeboten und deren Wichtigkeit Im Zuge des Wettbewerbs der Städte und Regionen wie auch des demografischen Wandels g e- winnen die Lebensbedingungen gegenwärtig eine zunehmende Auf merksamkeit, da sie eine wichtige Grundlage für Zuzug und Einwohnerbindung sind. Münster ist seit langem für eine hohe Lebensqualität bekannt. Dies hat letztlich auch noch einmal die 4. Koordinierte Bürgerumfrage zur Lebensqualität in deutschen Städten (20 15) belegt, wo Münster im bundesweiten Vergleich viele Spitzenwerte erreichte. Die Bürgerumfrage 2016 thematisiert jedoch nicht nur die Zufriedenheit mit den Lebensbedi n- 5 V/0349/2016 gungen, sondern erhebt darüber hinaus auch die Einschätzungen zur Wichtigkeit. Mit den Ergeb- nissen zur Zufriedenheit (IST -Zustand) und zur Wichtigkeit (SOLL -Zustand) kann ein SOLL -IST- Vergleich vorgenommen werden. Hieraus lassen sich Hinweise auf mögliche „Zufriedenheitsl ü- cken“ ableiten. Um die Zufriedenheit mit der Lebensqualität angemes sen abbilden zu können, wurden in die Bürgerumfrage 2016 nicht nur städtische Angebote und Einrichtungen einbezogen, sondern auch allgemeine Lebensbedingungen (z.B. Sauberkeit der Luft). Ebenso finden Bereiche Berücksicht i- gung, in denen privaten oder weite ren öffentlichen Akteuren eine entscheidende Rolle zukommt, die Stadt Münster aber Gestaltungsmöglichkeiten zur Schaffung entsprechender Rahmenbedi n- gungen hat (z. B. Wohnungsangebot, Arbeitsplätze). 3.2.1 Zufriedenheit mit den Lebensbedingungen 2016 Die Zufriedenheit mit den abgefragten Bereichen der Lebensbedingungen in Münster lag Anfang 2016 mit drei Ausnahmen zwischen „zufrieden“ (Mittelwert 2,0) und „mehr oder weniger zufri e- den“ (Mittelwert 3,0) (Folie 10): Die höchste Zufriedenheit entfiel auf das „A ngebot an Ärzten/Krankenhäusern“ (1,9), g efolgt von Angeboten aus dem „Bildungs - und Kulturbereich“ (Museen 2,0, öffentliche Büchereien 2,1, weiterführende Schulen 2,2, Angebot Theater/Konzerte 2,2 etc.) und der „Innenstadt“ (Einkaufsmöglichkeiten 2,1, Gestaltung/Attraktivität 2,2). Unter den ersten drei Plätzen rangi e- ren auch „Gaststätten, Restaurants, Möglichkeiten zum Ausgehen“ mit 2,0. Aus stadtteilorientierter Perspektive ist zu bemerken, dass auch die „Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel im Stadtteil/Quartier“ mit 2,1 gute Bewertungen erhielten. Die „Verkehrssicherheit im Stadtteil“ lag bei einem Wert von 2,5. Unter den abgefragten Bereichen zeigte sich die geringste Zufriedenheit beim „Wohnungsa n- gebot“ (3,8), beim „Angebot an Schwimmbädern“ (3,1) u nd beim „Angebot an PKW - Parkplätzen in der Innenstadt“ (3,0). Hinsichtlich der Zufriedenheitsbewertungen von Frauen und Männern bestehen keine grundsät z- lichen Unterschiede (Folie 11). 3.2.2 Wichtigkeit der Lebensbedingungen 2016 Im Rahmen einer bürger - und zugleich auch nachfrageorientierten Stadtentwicklung müssen p a- rallel zur Zufriedenheit auch die Ansprüche an die Lebensbedingungen in Münster berücksichtigt werden. Die Einschätzungen zur Wichtigkeit der Angebote und Einrichtungen machen einen h o- hen An spruch an die Lebensbedingungen deutlich. Die Mittelwerte liegen zw ischen 1,3 („sehr wichtig - wichtig“) und 2,4 („wichtig - mehr oder weniger wichtig“) (Folie 12): Als besonders wichtig mit einem Mittelwert von 1,3 wurde das „Wohnungsangebot“ eingestuft, es folgen mit jeweils 1,4 das „Angebot an Ärzten/Krankenhäusern“, das „Arbeitsplatzangebot“ und die „Sauberkeit der Luft“. Mit einem Mittelwert von 1,5 schließen sich an: „Angebot weiter- führende Schulen“ und „Angebot Kindertageseinrichtungen/ -pflege“. Darauf folgen mit einem Mittelwert von 1,6 „ Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel im Quartier ", „Angebot an Kinder -/ Jugendeinrichtungen“, „Ausbau/Zustand des Radwegenetzes“ und „Verkehrssicherheit im Stadtteil“. Unter den abgefragten Bereichen entfiel die re lativ geringste Wichtigkeit mit 2,4 auf das „A n- gebot an PKW-Parkplätzen in der Innenstadt“; mit einem Mittelwert von 2,3 folgen das „Ang e- bot an Museen“ und „Beratungs-/Unterstützungsangebote für Männer“. 6 V/0349/2016 Eine geschlechterdifferenzierte Auswertung der Ein schätzungen zur Wichtigkeit der Lebensb e- dingungen macht deutlich, dass Frauen viele der abfragten Bereiche für noch wichtiger einschä t- zen als Männer (Folie 13). Mit einer Differenz von jeweils + 0,4-Punkten trifft dies insbesondere auf „Beratungs-/Unterstützungsangebote für Männer“ und „Beratungs -/Unterstützungsangebote für Frauen“ zu. Eine höhere Wichtigkeit von + 0,3-Punkten bei Frauen weisen „Hauswirtschaftl i- che/pflegerische Hilfe" und „Angebot an öffentlichen Büchereien“ auf. 3.2.3 Lebensbedingungen: Zufriedenheit und Wichtigkeit im Vergleich Ein Vergleich der Einschätzungen zur Zufriedenheit mit den Bewertungen zur Wichtigkeit macht deutlich, wo die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger weitgehend erfüllt werden und in we l- chen Bereichen „Zufriedenheitslücken“ artikuliert werden (Folien 14-15): Eine hohe Übereinstimmung zwischen Zufriedenheit und Wichtigkeit, d. h. eine Erfüllung der Erwartungen in der Bürgerschaft besteht im „Kultur- und Freizeitbereich“ sowie bei der „Innen- stadt“ (mit Ausnahme der Themen „Fahrradabstellmöglichkeiten“ und „PKW-Parkplätze“). So wird ein „Zufriedenheitsüberschuss“ insbesondere beim „Angebot an Museen“ deutlich. Die Zufriedenheit und die Erwartungen decken sich darüber hinaus auch in folgenden Bereichen: „Angebot an Gasts tätten/Restaurants/zum Ausgehen“, „Einkaufsmöglichkeiten Innenstadt“, „Angebot Theater/Konzerte“, „Gestaltung/Attraktivität der Innenstadt", „Angebot an öffentlichen Büchereien“ (Folie 14). Die größten „Zufriedenheitslücken“ zeigen sich beim „Wohnungsange bot“ (Differenz zwischen „Wichtigkeit“ und „Zufriedenheit“ - 2,5 Punkte). Es folgen das „Arbeitsplatzangebot“ ( - 1,4 Punkte), das „Angebot an Kinder -/Jugendeinrichtungen“ (- 1,3 Punkte) und das „Angebot an Kindertageseinrichtungen, -pflege“ (- 1,3 Punkte) (Folie 14). Dieses Ergebnis ist insofern b e- achtenswert, da diese Bereiche zu den als „besonders wichtig“ eingestuften Angeboten und Einrichtungen gehören. Insgesamt zeigt sich eine ausgeprägte Erwartungserfüllung vor allem bei Bereichen, die im Vergleich der abgefragten Angebote und Einrichtungen als eher weniger wichtig eingestuft wurden („Angebot an Museen“, „Angebot Theater/Konzerte“, „Angebot an Gaststä t- ten/Restaurants/zum Ausgehen“) (Folie 15). Bei den Lebensbedingungen mit besonders hoher Priorität ist eine Erwartungserfüllung in ers- ter Linie beim „Angebot an Ärzten/Krankenhäusern“ (Differenz zwischen „Wichtigkeit“ und „Zu- friedenheit“ - 0,5 Punkte) und „Einkauf Lebensmittel im Stadtteil/Quartier“ ( - 0,5 Punkte) zu verzeichnen (Folie 15). Das skizzierte Muster von „Zufriedenheitsüberschuss“ und „Zufriedenheitslücken“ gilt grundsät z- lich für Frauen und Männer (Folie 16). Wie unter 3.2.2 dargestellt, haben Frauen vielen Angeb o- ten und Einrichtungen tendenziell eine höhere Wichtigkeit zugeschrieben als Mä nner. Dies führt dann zu tendenziell etwas größeren „Zufriedenheitslücken“ bei Frauen . Die Werte von Frauen und Männern liegen hierbei maximal 0,3 Punkte auseinander. Insgesamt ist zu berücksichtigen, dass die Hintergründe für die Einschätzungen der Bürg erinnen und Bürger sehr vielschichtig sind und aufgrund der Vielzahl der abgefragten Bereiche nicht ve r- tiefend erhoben werden können. Gleichwohl bieten die Ergebnisse durchaus Ansatzpunkte, um die artikulierten „Zufriedenheitslücken“ weiter zu qualifizieren. 7 V/0349/2016 3.2.4 Lebensbedingungen: Vergleich der Zufriedenheitswerte von 2016 mit 2013/2009 Ein Vergleich der in den Bürgerumfragen 2016 und 2013 ermittelten Zufriedenheitswerte macht deutlich, dass eine Reihe von Werten gleich geblieben ist oder sich leicht um - 0,1 Punkte bzw. um - 0,2 Punkte verschlechtert hat (Folie 17). Ein Vergleich der Zufriedenheitswerte von 2016 und 2009 kann nicht für alle Bereiche aus dem Jahr 2016 stattfinden, da zwischenzeitlich einige Kategorien modifiziert wurden. Unter Berüc k- sichtigung dieser Einschränkungen wird deutlich, dass 2016 im Vergleich zu 2009 keine signifi- kanten Steigerungen bei der Zufriedenheit zu verzeichnen waren (Folie 18). Verschlechtert hat sich die Zufriedenheit vor allem mit dem „Wohnungsangebot“ ( - 1,1-Punkte), mit dem „Ausbau bzw. dem Zustand des Radwegenetzes“ (- 0,4-Punkte) und mit den „Hauswirtschaftlichen/ pflege- rischen Hilfen“ (- 0,3-Punkte). 3.3 Einkaufsstandort Innenstadt: Auswirkungen des Onlinehandels Bei der Fortschreibung des Einzelhandels - und Z entrenkonzepts spielt die zukünftige Entwick- lung der Inne nstadt, insbesondere auch vor dem Hintergrund des zunehmenden Onlinehandels, eine wichtige Rolle (V/0655/2014). Daher wurde diese Thematik als ein Schwerpunktthema in der Bürgerumfrage 2016 behandelt, nach dem bereits in der Bürgerumfrage 2015 die wohnungsnahe Grundversorgung mit den Einkaufsmöglichkeiten in den Stadtteilen ausführlich behandelt wurde (V/0587/2015). Bei der Bürgerumfrage 2016 wurde zunächst erhoben, welche Rolle die Innenstadt als E inkaufs- ort für die Münsteranerinnen und Münsteraner spielt (Folie 19). Von den Befragten, die sich an der Umfrage beteiligt haben, gaben 22 % an, „mehrmals wöchentlich“ in die Innenstadt zum Ei n- kaufen zu kommen; weitere 49 % kommen „mehrmals im Monat“. Ver mutlich wird dabei das Ein- kaufen häufig auch mit weiteren Aktivitäten in der Innenstadt verbunden. Wie die Auswertung nach Altersgruppen zeigt, entfallen dabei überdurchschnittlich hohe Werte in der Kategorie „mehrmals wöchentlich“ auf die Altersgruppen 60 Jahre und älter. Die Differenzierung nach Frauen und Männern macht deutlich, dass Frauen tendenziell etwas häufiger die Innenstadt zum Einkaufen besuchen, was insbesondere die Kategorie „mehrmals im Monat“ (Frauen 53 %, Männer 45 %) betrifft. Im Hinblic k auf die Kategorie „mehrmals wöchen t- lich“ liegen die Werte nahezu gleich auf (Frauen 23 %, Männer 21 %). In einem zweiten Schritt wurde die grundsätzliche Relevanz des Onlinehandels erfragt (Folie 20). Dabei gaben 4 % an, „mehrmals wöchentlich online ein zukaufen“, 26 % „mehrmals im Monat“. Die Auswertung der Ergebnisse nach Altersgruppen zeigt auf, dass insbesondere die Altersgru p- pen zwischen 18 und 39 Jahre überdurchschnittlich stark online einkaufen (18 - 29 Jahre: 38 % „mehrmals im Monat“, 30 - 39 Jahre: 45 % „mehrmals im Monat“). Tendenziell kaufen Männer dabei stärker online ein als Frauen, was sich vor allem in den Altersgruppen 40 - 49 Jahre und 50 - 59 Jahre zeigt. Folie 21 gibt Hinweise auf die Auswirkungen des Online-Handels auf den Besuch der Innenstadt als Einkaufsstandort. Insgesamt 22 % der Teilnehmenden haben angege ben, „Online einzukau- fen und die Innenstadt von Münster daher seltener zum Einkaufen aufzusuchen“. Demgegenüber führt bei 59 % der Online -Einkauf nicht dazu, dass die Innenstadt weniger zum Einkauf aufg e- sucht wird. 8 V/0349/2016 Eine Auswertung nach Altersgruppen verdeutlicht, dass der Anteil von 22 %, der online einkauft und deswegen die Innenstadt weniger aufsucht, in den Altersgruppen bis 49 Jahren noch deutlich höher liegt (18 - 29 Jahre: 29 %, 30 - 39 Jahre: 38 %, 40 - 49 Jahre: 34 %). Eine geschlechterdif- ferenzierte Betrachtung zeigt auf, dass der Anteil der Männer, der online einkauft und seltener die Innenstadt aufsucht, um 5 Punkte über dem der Frauen liegt. Die hier für Münster ermittelte Größenordnung von 22 % (insgesamt) für einen verringerten Ei n- kaufsbesuch in der Innenstadt erscheint angesichts der hinzugezogenen Vergleichswerte durc h- aus plausibel. So wurde in der Bürgerumfrage Hannover 2015 (postalische Repräsentativerh e- bung) eine ähnliche Frage gestellt. Hier antworteten 22 % „Ja, kaufe auch online und besuche die Innenstadt seltener als früher“. Weitere 8 % antworteten: „Ja, kaufe überwiegend online - In- nenstadtbesuch nur noch selten“. Darüber hinaus hat sich die Stadt Münste r an der Besucherbefragung „Vitale Innenstä dte 2014“ des Instituts für Handelsforschung/IFH (Köln) beteiligt. Hier wurde als Durchschnittswert unter den Besucherinnen und Besuchern in Münster am 25.09.2014 und 27.09.2014 ermittelt, dass 15,4 % verstärkt online einkaufen und daher die Innenstadt von Münster seltener zum Einkaufen aufsuchen. Da es sich hier um eine Befragung vor Ort aus dem Jahr 2014 handelt, dürfte der Wert von 15,4 % eher als unterer Rand des veränderten Besuchsverhaltens anzusehen sein. Abschließend wurde in diesem Fragenblock die Akzeptanz der Abholung von online bestellten Waren in der Innenstadt von Münster erhoben (Folie 22). Dabei zeigt sich, dass diese Möglic h- keit gegenwärtig nur von einem kleineren Teil der Befragten genutzt wird : 1 % nutzt dies „rege l- mäßig“, 13 % gaben an „Ja, gelegentlich“. Die „gelegentliche Abholung“ trifft überdurchschnittlich häufig auf jüngere Befragte zu (18 - 29 Jahre: 19 %, 30 - 39 Jahre: 21 %). Bei den Altersgruppen ab 50 Jahren spielt die Abholung in der Innenstadt aktuell eine unterdurchschnittliche Rolle (50 - 59 Jahre: 10 %, 60 - 69 Jahre: 6 %). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in der Altersgruppe 60 Jahre und älter der Anteil des Online-Einkaufs auch geringer ausgeprägt ist. Von Interesse ist da rüber hinaus, dass 35 % von allen Rückläufen antworteten: „Nein, Abholung aber künftig vorstellbar“ (Frauen 31 %, Männer 39 %). Mit 45 % entfiel der größte Teil der An t- worten auf die Kategorie „Nein, nutze ich nicht“, während nur 6 % angaben, das Angebot nicht zu kennen. Eine Einordnung der Ergebnisse anhand der bereits angeführten Erhebungen macht deutlich, dass sich der in Bürgerumfrage 2016 für Münster ermittelte Wert von 13 % für eine gelegentliche Abholung online bestellter Waren in der Innenstadt dur chaus in der Größenordnung der Bürg e- rumfrage „Hannover“ (2015) mit 10 % und auch im Rahmen der IFH Besucherbefragung (2014) in Münster mit 9,2 % bewegt. Der in Münster ermittelte Wert von 35 % für eine „zukünftig vo r- stellbare Abholung“ liegt deutlich über den vorliegenden Vergleichswerten (Bürgerumfrage Ha n- nover 16 %, IFH Besucherbefragung 12,2 %). Daher muss dieser Wert weiterqualifiziert werden. 4. Verwendung der Ergebnisse und Ausblick Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die weiter gestiegene Bedeutung de s „Wohnungsthemas“: wichtigstes Stadtentwicklungsziel, wichtigster Einflussfaktor bis 2030, geringste aktuelle Zufrie- denheit, höchste Wichtigkeit. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der 4. Koordinierten Umfr age zur Lebensqualität in Deutschland 2015, wo i n Münster das „Wohnungswesen“ als wichtigstes Thema in der Stadt artikuliert wurde (V/0419/2016). 9 V/0349/2016 Insgesamt wird mit den Ergebnissen der Bürgerumfrage 2016 eine wichtige Informationsquelle zu den Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger zu den Zielen de r Stadtentwicklung, zu den Lebensbedingungen in Münster sowie zu den Auswirkungen des Onlinehandels auf die Rolle der Innenstadt als Einkaufsstandort erschlossen. Die inhaltlichen Schlussfolgerungen aus den U m- frageergebnissen sollen im Rahmen der entsprechenden Fachplanungen diskutiert werden (z. B. Fortschreibung Einzelhandels - und Zentrenkonzept ) und fließen als Einschätzungen aus der Bürgerschaft in die Diskussionen zur Gestaltung der wachsenden Stadt Münster ein. Auch liefert die Umfrage ein differenzie rtes Meinungsbild für die strategische Haushaltssteuerung und zur Sicht der Bürgerinnen und Bürger auf die Einflussfaktoren der Stadtentwicklung bis 2030. Im Internetangebot des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung werden im Bereich „ Stadtentwicklung/Stadtforschung“ unter „Bürgerumfrage 201 6“ weitere tabellarische Aufbereitungen der Umfrageergebnisse nach soziodemografischen Strukturmerkmalen zum Download bereitgestellt. Die Auswertung der Bürgerumfrage 201 6 wird mit den Teilen „ Grünanlagen/Parks“ und „ Digitale Stadt Münster“ fortgesetzt. Die Ergebnisse sollen in einer weiteren Berichtsvorlage dokumentiert werden. Unterschrift I.V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlagen: Anlage 1: Foliensatz Anlage 2: Bürgerumfrage 2016: Hinweise zur Methodik und zur Übertragbarkeit der Ergebnisse
Beratungsverlauf (8)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0349/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.05.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37