V/0665/2010
Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0061/2010 Gleiche Finanzierung von Girls- und Boysday
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Beschlussvorlage
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V/0665/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Frauenbüro Betrifft Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0061/2010 Gleiche Finanzierung von Girls- und Boys-Day Beratungsfolge 10.11.2010 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, die in dem Antrag der CDU-Fraktion vorgeschlagenen organisatorischen und finanziellen Verfahren zur Durchführung des Girls’ Day und zur Einführung eines Boys-Day (Umwandlung des bisherigen Jungentags) sowie die damit verbundenen Änderungen der fachlichen und personellen Konzeption zu prüfen und die dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen darzustellen. 2. Entsprechend dem Vorschlag der CDU-Fraktion, dieses Thema mit der Europäischen Charta zur Gleichstellung von Frau und Mann auf lokaler Ebene zu verbinden, werden auf dieser Grundlage Vorschläge in das Verfahren zur Aufstellung des dazu gehören- den Aktionsplans eingebracht. Dieser wird in einer gesonderten Vorlage vom Rat ent- schieden. Begründung: Zu 1. - Girls’ Day - Der Girls’ Day bietet Mädchen die Chance, mädchenuntypische Berufsfelder zu erkunden und kennen zu lernen. Hier steht die geschlechtsspezifische Berufsorientierung im Vordergrund. Es geht darum, die Chancen der Mädchen dort zu erweitern, wo sie bis heute noch zu wenig teilha- ben: In gut bezahlten Branchen, in leitenden Positionen und in den neuen IT- Berufen. Mädchen sollen sich über die ganze Bandbreite ihrer Berufsmöglichkeiten informieren können und jenseits traditioneller Rollenbilder ihre Berufsentscheidung treffen. Der Girls’ Day wird federführend vom Frauenbüro in Zusammenarbeit mit einem breit angelegten Aktionsbündnis verschiedener Träger und Einrichtungen organisiert. Am Girls’ Day 2010 nahmen ca. 1 300 Schülerinnen teil. Vorlagen-Nr.: V/0665/2010 Auskunft erteilt: Frau Arndts-Haupt Ruf: 492 17 00 E-Mail: ArndtsHM@stadt-muenster.de Datum: 31.08.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0665/2010 - Jungentag - Die Konzeption zum „Münsteraner Jungentag“ wurde mit dem AK Jungen und Männer Münster erarbeitet. Anders als beim „Girls’ Day“ (der eine individuelle Berufsorientierung zum Ziel hat) be- schäftigen sich die Jungen beim „Münsteraner J ungentag“ im Klassenverband thematisch mit der Alltags- und Lebensplanung von Jungen. Der Jungentag in Münster wird fachlich bewusst mit dem Schwerpunkt „Lebensplanung/Persönlichkeitsorientierung“ und nicht „Berufsorientierung“ verse- hen. Angesprochen werden die Jungen der 6. Klassen aller weiterführenden Schulen. Die Feder- führung für den Jungentag liegt beim Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. 2010 hat das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit der Durchführung beauftragt, die die Koordination von ca. 20 Trägern der Jugendhilfe und 20 weiterführenden Schulen beinhal- tet. Am Jungentag 2010 nahmen ca. 650 Schüler teil. - Finanzierung – Das Frauenbüro leistet seinen Beitrag zum Girls’ Day in Form von Stellenanteilen. Die für den Girls’ Day eingesetzten Finanzmittel in Höhe vo n insgesamt ca. 2.700 € werden jährlich neu ver- handelt und setzen sich aus Beiträgen der Mitglieder des Aktionsbündnisses und der Wirtschafts- förderung zusammen. Material wie Plakate und die bundesweite Internetplattform www.girlsday.de werden vom Kompetenzzentrum Technik – Diversity - Chancengleichheit in Bielefeld zurzeit noch kostenlos zur Verfügung gestellt. Für den Jungentag werden vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der AWO jährlich 10.000 € für die Organisation und Durchführung zur Verfügung gestellt. Zu 2. Zur Umsetzung der Europäischen Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene wird zurzeit der Entwurf eines Aktionsplans vorbereitet. Der Aktionsplan soll ein Verfahren beinhalten, das mögliche Ziele einer Zusammenführung des Girls’ Day mit und eine Neukonzipie- rung des Jungentag/ Boys Day auf Grundlage der fachlichen Einschätzungen bewertet. Wesentliche Fragestellungen dabei müssen sein: Sind die bisherigen Ziele des Girls’ Day weit erhin arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch relevant? Gibt es neue Erkenntnisse zum Beispiel hinsichtlich einer stärkeren Fokussierung auf MINT-Berufe? (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) Welche Zielgruppen erreicht das Konzept des Jungentags? Ist eine Ausweitung auf die Jahrgänge 5 bis 10 (Forderung von Elternvertretungen) und/ oder eine Erweiterung des Themenspektrums möglich und erfolgversprechend? Für welche Zielgruppen unter den Jungen ist ein spezifisches Berufsorientierungsangebot notwendig und sinnvoll? Für welche Zielgruppen unter den Mädchen sind auch die klassischen beruflichen Orientie- rungen in den Blick zu nehmen? Ist hier eine engere Kooperation mit dem Bereich „Über- gang Schule und Beruf“ im Amt für Schule und Weiterbildung erforderlich? Unter welchen fachlichen, organisatorischen und finanziellen Bedingungen können freie Träger Aufgaben im Bereich der Konzepte übernehmen? - 3 - V/0665/2010 Für das weitere Vorgehen sind folgende Überlegungen handlungsleitend: Das Frauenbüro der Stadt Münster erhielt seine Bezeichnung mit der Beschlussfassung zur Ein- richtung im Jahr 1986. Im Bereich der Stadtverwaltung wird das Frauenbüro regelmäßig auch mit dem Begriff Gleichstellungsstelle belegt (siehe Haushalt). Nach dem Landesgleichstellungsgesetz nimmt das Frauenbüro diese Aufgabe bezogen auf das Personal der Stadtverwaltung wahr. We- sentliche Elemente des Programms für Chancengleichheit (Frauenförderplan) waren und sind im- mer Maßnahmen, die sich besonders auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen beziehen. Die Bezeichnung wird meist synonym verwandt. Entsprechend der arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitischen Notwendigkeiten liegt der Schwer- punkt der vor allem nach außen orientierten Aufgaben überwiegend in der Wahrnehmung frauen- fördernder und frauenpolitisch relevanter Aufgaben. Im Rahmen der gesamtstädtischen Verantwortung für die Verwirklichung der Gleichberechtigung werden jedoch zunehmend Fragestellungen hinsichtli ch der veränderten Lebenswirklichkeiten von Männern und Jungen relevant. Um eine rein symbo lische Handlung zu vermeiden, kann eine Um- benennung des Frauenbüros in Gleichstellungsstelle oder die Entscheidung für ganz andere mög- liche Bezeichnungen erst am Ende eines konzeptionellen Prozesses stehen, in dem die damit ver- bundenen organisatorischen und personellen Rahmenbedingungen geklärt werden. gez. Lewe Anlagen: Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0061/210 Gleiche Finanzierung von Girls- und Boys-Day
CDU-Antrag Girls Day Boys Day Rat
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0061/2010 CD, 28. Juni 2010 Antrag Gleiche Finanzierung von Girls- und Boys-Day Der Rat der Stadt möge beschließen: 1: Im Rahmen der Gleichstellung von Mann und Frau werden auf lokaler Ebene zukünfti kommunalen Finanzmittel (Personal- und Sachkosten), die jeweils für den Girls- und Boys- Day zur Verfügung stehen, zusammengeführt und zu gleichen Teilen für den Girls- und Boys- Day eingesetzt. ; 2. Die Aufgabe zur Organisation und Durchführung des Boys-Days wird in den Bereich des Frauenbüros/Gleichstellungsbüros gegeben, Dementsprechend ist die fachliche Konzeption so auszurichten, dass die gemeinsame Erledigung durch das Frauenbüro/Gleichstellungsbüro durchgeführt werden kann. ’ 3. Bei der Durchführung des Girls- und Boys-Days werden freie Träger einbezogen. Zur Entlastung des Frauenbüros/Gleichstellungsbüros ist zu prüfen, ob die Durchführung auch ausschließlich durch freie Träger sichergestellt werden kann. 4 Das "Frauenbüro" wird in "Gleichstellungsbüro" umbenannt. Begründung: Die europäische Charta für die für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene wurde 2008 vom Rat der Gemeinden und Regionen Europas und seinen Partnern beschlossen, Möglichst viele Kommunen in Europa sollen sich zum Grundsatz der Gleichstellung bekennen und die in der Charta dargestellten Verpflichtungen innerhalb ihrer Möglichkeiten umsetzen, Zitat aus der Einleitung der Charta: „In der Welt von heute und morgen ist eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern auch der Schlüssel zu unserem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg - nicht nur auf europäischer oder nationaler Ebene, sondern auch in unseren Regionen, Städten und Gemeinden" Auf dem Weg der lokalen Umsetzung zur Gleichstellung von Männern und Frauen wird dieser Antrag eingebracht, Seit einigen Jahren wird aufgrund eines CDU-Antrages der Boys-Day in Münster durchgeführt. Er ist zwar konzeptionell anders angelegt als der Girls-Day, aber das Augenmerk auf Jungen zu richten, ist aus unserer Sicht notwendiger denn je. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Jungen immer stärker benachteiligt werden und sich daraus auch gesellschaftliche Probleme ergeben. Hier entgegen zu wirken, kann der Boys-Day eines von mehreren Mitteln sein. Die derzeitige unterschiedlichen Konzeptionen des Girls-Days und des Boys-Days sind kein Hindernis für die beantragte Veränderung. Insbesondere das Konzept für den Boys-Day soll weiterentwickelt werden, da gerade auch für die Jungen die Berufsorientierung immer wichtiger wird. Umgekehrt ist die Erweiterung des Konzeptes zu Durchführung des Girls-Days auf kommunaler Ebene in Richtung "Selbstfindung" auch ein Gewinn für die Mädchen. Vor dem Hintergrund des Genderaspektes ist eine gemeinsame Organisation des Girls- und Boys- Days durch das "Gleichstellungsbüro" in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien und freien Trägern ein gutes Signal. Die guten Erfahrungen der Stadt Münster bei der Aufgabenerledigung, bzw. Unterstützung durch freie Trager, also durch Anwendung des Subsidaritätsprinzips , sind auch hier eine gute Empfehlung für die Einbeziehung der freien Träger bei der Organisation des Girls- und Boys-Days. Eine weitere Umsetzung von Gender wäre auch nach außen die Umbenennung des "Frauenbüros" in "Gleichstellungsbüro". Damit würde deutlich, dass Genderpolitik viel weitergehend als "Frauenpolitik" ist. Nach unserer Einschätzung könnte damit auch eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz des Gendergedankens erreicht werden, gez, H.-Dieter Sellenriek Gilbert Aldejohann Frank Baumann Sybille Benning Georg Berding Dieter von den Berg Meik Bolte Heinz-Georg Buddenbäumer Olaf Dreßen Edgar Drüge Wolfhard Ediger Dr. Dietmar Erber Walter von Göwels Gilbert Hartmann Horst Kisnat Rolf Klein Bruno Kleine Borgmann Karl Kleine-Wilke Marliese Kosmider Franz-Pius Graf von Merveldt Andreas Nicklas Jürgen Ohm Robert Otte Karin Reismann Josef Rickfelder Stefan-Alexander Roth Florian Steinforth Barbara Stober Stefan Weber Helga Welker Simone Wendland CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraktionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 48143 Münster Telefon (0251) 4 1843-0 Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraktion@cdu-ms.de hitp/Amww.cdu-ms.de
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungOrte (1)
- Mauritzstraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0665/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.09.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37