0106/2022
Planungen zur Verbesserung des Mikroklimas in der Kölner Innenstadt
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Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/57/574 AN/1641/2021 Vorlagen-Nummer 0106/2022 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 27.01.2022 Planungen zur Verbesserung des Mikroklimas in der Kölner Innenstadt Die Bezirksvertretung Innenstadt hat gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates in ihrer Sitzung vom 02.09.2021 (AN/1641/2021) die Verwaltung gebeten darzustellen, welche Maßnahmen in der Innen- stadt geplant sind, um das Mikroklima zu verbessern. Die Verwaltung antwortet wir folgt: Das Projekt Klimawandelgerechte Metropole Köln zur Anpassung an den Klimawandel hat gezeigt, dass sich die Stadt Köln auf länger anhaltende Hitzewellen und auf eine Zunahme von Extremwetter- ereignisse einstellen muss. In der Zukunft werden durch den fortschreitenden Klimawandel die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30 °C und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25 °C in Köln deutlich zunehmen. Auch in Köln wurden in den Sommern der vergangenen Jahre s chon Temperaturen über 40°C er- reicht. Dies gilt insbesondere für die dicht bebaute und hoch versiegelte Kernstadt. So zeigt die 5 -stufige Planungshinweiskarte Hitze für die Innenstadt die höchste (rote) Belastungsstufe. Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartierte bei langanhaltenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonders vulnerable Gruppen. Dabei sind besonders Kinder, Menschen im Alter oder mit Vorerkrankung, Ob- dachlose, Behinderte besonders gefährdet. Aus stadtklimatischer Sicht sind Maßnahme n wichtig, die die lokale Verdunstungskühlleistung und damit das lokale Mikroklima verbessern und bauliche gebäudebezogene Maßnahmen, die den Voll- zug zur Anpassung an den Klimawandel gewährleisten. Der Betrieb von Brunnen und Wasserspielen ist eine Möglic hkeit auch in der dicht bebauten Innen- stadt das Mikroklima zu verbessern. Auch eine dichtere Begrünung von Straßen, Plätzen, Hausfas- saden ist ein sinnvoller Baustein zu Abmilderung von Hitze und zum Rückhalt von Niederschlagswas- ser. Trinkbrunnen sind wichtige Ergänzungen, um bei Hitzeperioden einen niederschwelligen Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen. Zusätzlich sollte der Aufenthalt im Schatten ermöglicht werden (Sitzbänke unter Bäumen, bzw. Son- nensegeln). Gerade hitzesensible Personengruppen sind darauf angewiesen. Hier sollten die Gestal- tungsmaßnahmen und Angebote auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst sein. (z.B. Ältere Menschen benötigen an den Sitzbänken oft Armlehnen). Zudem wäre es sinnvoll den Abstand der Schattenplätze so (gering) zu wählen, dass mobil eingeschränkte Menschen diese nutzen können. Durch das Zusammenspiel von Grün, Wasser und Schatten könnte in der Kölner Innenstadt die An- passung an den Klimawandel vorangetrieben werden. Die einzelnen Ämter führen dabei die Maß- nahmen zur Klimaw andelanpassung eigenverantwortlich im Rahmen ihrer Aufgabenwahrnehmung aus. Im Rahmen der Klimawandelanpassung sind folgende Maßnahmen/Projekte zu nennen: 2 Förderprogramm „GRÜN hoch 3“ Das Förderprogramm bietet Bürger*innen die Möglichkeit sich Dach- und Fassadenbegrünung sowie Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen fördern zu lassen. Das Programm ist besonders in der stadtklimatisch sehr hoch belasteten Innenstadt wichtig zur Schaffung klimawandelgerechter Aufent- haltsräume. Wasserspiele Um für den nächsten heißen Sommer gewappnet zu sein ist eine Strategie zu entwickeln, wie die Menschen in der Stadt durch wasserspendende Elemente Kühlung erhalten können. Das Projekt „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ nimmt sich dem Thema Hitze und Gesundheit an und entwickelt u.a. Maßnahmen zur Verringerung der Hitzebelastungen. Wasser- spendende Kühlelemente im öffentlichen Raum spielen hierbei eine bedeutende Rolle. Ziel für den Sommer 2022 ist es, erste Pilotprojekte in der Innenstadt zu realisieren. Auf ausgesuchten Plätzen sollen perforierte Schläuche als Wasserelemente zur temporären Kühlung eingesetzt werden. Pilot-Projekt Umgestaltung der Kasemattenstr. in Deutz Im Rahmen des Forschungsprojektes i Resilience wurde unter Beteiligung der Bürger*innen, der zu- ständigen städtischen Ämter sowie der StEB Köln die klimawandelgerechte Neugestaltung der Ka- semattenstraße erarbeitet. Durch Entsiegelung und Anlegen von Versickerungsmulden werden Schä- den durch Starkregenereignisse reduziert. Zudem sol l durch eine entsprechende Bepflanzung eine qualitativ hochwertige schattenspendende und kühlende Grünfläche geschaffen werden, die zudem eine positive Auswirkung auf die Biodiversität hat. Es ist beabsichtigt, die Umsetzung des Projektes unter Inanspruchnahme von Fördermitteln des För- derprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zu realisieren. Masterplan Stadtgrün/städtebaulicher Masterplan Innenstadt Der Rat hat die Verwaltung be auftragt einen Masterplan Stadtgrün für das gesamte Stadtgebiet zu erarbeiten. Ziel ist es die wesentlichen Bestandteile des Grünsystem (Grüne Infrastruktur) zu sichern, die dauerhaft zu sichernden Bestandteile zu identifizieren und mögliche Konflikte mit anderen Nut- zungen und Festsetzungen (Flächennutzungsplan, Bebauungspläne) aufzuzeigen. Die erste Phase des Masterplans wird zunächst auf der gesamtstädtischen Ebene durchgeführt, die daran anschließende auf der Stadtbezirksebene. Vorausgeschickt wird eine Defizitanalyse für die einzelnen Stadtbezirke. Die angestrebte Überprüfung der Vorgaben des städtebaulichen Masterplans Innenstadt befasst sich zurzeit mit der Überarbeitung der Aussagen zum inneren Grüngürtel. Angestrebt wird eine Auswei- tung der Grünflächen, wo immer dies möglich ist. Innerer Grüngürtel Parkstadt Süd Im Rahmen des städtebaulichen Projektes Parkstadt Süd wird der bestehende Innere Grüngürtel im Süden bis an den Rhein geführt. Teil dieses Projektes ist auch der Abschnitte Eifelwall. Mit der Schaf- fung großer zusammenhängender Grünflächen entstehen nicht nur Erholungsflächen für die Men- schen der Innenstadt, sondern auch klimaaktive und ökologisch wertvolle Freiflächen. Stadtgrün naturnah Das Konzept Stadtgrün naturnah hat zum Ziel die ökologische Vielfalt der öffentlichen Grünflächen zu verbessern und zu erhöhen. In der Innenstadt konnten hierüber 10 ha artenreiche Wiesen angelegt und ein StadtnaturPark ausgewiesen werden. Straßenbaumkonzept 3 Eine systematische Überprüfung aller Straßenabschnitte in der Innenstadt hinsichtlich der Neupflan- zung von Straßenbäumen ist abgeschlossen. Das Ergebnis der Analyse wurde der Bezirksvertretung Innenstadt vorgelegt und wurde so am 22.04.2021 beschlossen. Insgesamt konnten 150 neue Baum- standorte im Stadtbezirk identifiziert werden. Brunnen Brunnen tragen wesentlich zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Insgesamt sind in der Innen- stadt/Deutz 44 Brunnenanlagen in Betrieb. Die Wiederbelebung des Brunnens auf dem Neumarkt ist in der Planung. Eine Umsetzun g ist für 2023 vorgesehen. Trinkwasserbrunnen Auf der Grundlage des Pilotprojektes mit der Rheinenergie hat der Rat im Rahmen der Haushaltsbe- ratungen insgesamt 324.000 € für weitere Trinkwasserbrunnen eingestellt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (3)
- Kasemattenstraße
- Eifelwall
- Neumarkt
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Details
- Aktenzeichen
- 0106/2022
- Typ
- Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
- Datum
- 13.01.2022
- Erstellt
- 10.01.2022 14:10