2023/0188
Bildungszentrum Innenstadt - Konzeptentwicklung für einen modernen Bildungs- und Begegnungsort
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Punkt 8: Bildungszentrum Innenstadt - Konzeptentwicklung für einen modernen Bildungs- und Begegnungsort (V-Nr. 2023/0188) Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, der Vorlage zuzustimmen.
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Punkt 6: Bildungszentrum Innenstadt - Konzeptentwicklung für einen modernen Bildungs- und Begegnungsort (V-Nr. 2023/0188) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss für Bildung und Schule der Stadtverord - netenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
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Punkt 15: Bildungszentrum Innenstadt - Konzeptentwicklung für einen modernen Bildungs- und Begegnungsort (V-Nr. 2023/0188) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: Stadtv. Klett und 1 Stimme aus AfD
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Punkt 3: Bildungszentrum Innenstadt - Konzeptentwicklung für einen modernen Bildungs- und Begegnungsort (V-Nr. 2023/0188) Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Wissenschaft und Digitalisierung empfiehlt einstimmig der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
2023/0188
11925 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
21.06.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat IV
Amt: Dezernat V
OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0188
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 271080
Kostenstelle: 043-000-7001 Investitionsnummer:
Kostenträger: 2710-82 Sachkonto:
Betreff: Bildungszentrum Innenstadt - Konzeptentwicklung für einen modernen Bildungs - und
Begegnungsort
Vorlage vom: 24.05.2023
Beschlussvorschlag :
1. Volkshochschule, Stadtbibliothek und Bildungsmanagement werden damit beauftragt, ein
Konzept für ein neues, modernes Bildungszentrum für Erwachsenenbildung in der Innen-
stadt zu entwickeln. Das Konzept formuliert dabei sowohl räumliche und sächliche Bedarfe
als auch die inhaltliche Neuausrichtung des Lern - und Begegnungsortes der Wissenschaft s-
stadt Darmstadt . Aus Bürger*innensicht entsteht ein modernes Bildungsangebot aus einer
Hand, das gleichermaßen Lern -, Begegnungs-, Lese- und Experimentierraum ist.
2. Im Zuge der Konzeptentwicklung , ist ein Vorschlag für einen Namen des neuen Bildung s-
zentrums zu erarbeiten.
3. Zur Unterstützung der Erstellung des Konzeptes wird ein externes Beratungsinstitut mit der
Prozessbegleitung und Prozessmoderation angestrebt.
- 2 -
4. Die Finanzierung des Konzeptes und dessen Erprobung erfolgt über die Beantragung von
Fördermitteln.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 24.05.2023
Stadtbibliothek und Volkshochschule sind zentrale Akteure der Darmstädter Bildungslan d-
schaft mit einer langen Tradition und einem klaren gesetzlichen Auftrag gemäß hessischem
Weiterbildungsgesetz (HWBG) bzw. hessischem Bibliotheksgesetz (HessBiblG). Als städtische
Ämter sind sie relevante Akteure für Leseförderung für Menschen jeden Alters, die Bereitste l-
lung von vielfältigen Bildungsangeboten und das Schaffen von Teilhabemöglichkeiten an diesen
Angeboten – und somit ein relevanter Hebel kommunaler Bildungspolitik, insbesondere mit
Blick auf Erwachsene. Grundbildung und Sprachförderung, aber auch politische Bildung spi e-
len hier neben vielen anderen Themen eine besondere Rolle.
Damit die Angebote von Stadtbibliothek und Volkshochschule auch zukünftig neben de n
Stammnutzer*innen eine breite Bürgerschaft ansprechen, müssen sich die Einrichtungen in
der vielfältigen Darmstädter Bildungslandschaft positionieren, ihr Profil schärfen und neben
bewährten Angeboten, weitere zeitgemäße, attraktive Angebote entwickeln. Hierbei gilt es , die
den Institutionen zur Verfügung stehenden Gestaltungsspielräume geschickt zu nutzen. Die
gemeinsame Verortung der beiden Einrichtungen in der Innenstadt bietet dafür – bislang weit-
gehend ungenutzte – Potentiale für Synergieeffekte, die auch für weitere Vereinigungen und der
Vielfalt von ehrenamtlichem Engagement von Nutzen sein können.
Diese Synergien gilt es nun zu nutzen und dabei nicht auf der Ebene von Kooperationsproje k-
ten stehen zu bleiben, sondern auch mit Blick auf die anstehende Umsetzung des Entwick-
lungskonzepts Innenstadt ganz neu zu denken. Hierbei gilt es sowohl bestehende, erfolgreiche
Konzepte zu berücksichtigen, als auch, innovative und attraktive Lernformen, Lern- und Aus-
tauschgelegenheiten zu entwickeln. Entstehen soll dabei ein moderner, inspirierender Bil-
dungs- und Begegnungsort, der durch seine flexiblen Nutzungsmöglichkeiten Menschen mit
unterschiedlichen Bedürfnissen hinsichtlich Lernen, Entdecken, Experimentieren, Austauschen,
Lesen und Kreativ werden gleichermaßen anspricht. Das neue Bildungszentrum ist ein nied-
rigschwellig zugänglicher Ort, der durch eine hohe Aufenthaltsqualität zum Bleiben einlädt und
Spaß an Bildung fördert. Er wird somit zum sogenannten dritten Ort. Es werden sowohl die
Unterschiedlichkeit von Bildungszugängen (z. B. allein vs. in der Gruppe, mit einem Buch vs.
im Gespräch vs. beim Tun vs. im Kurs), als auch unterschiedliche Bildungserfahrungen und
Bildungsziele berücksichtigt. Bildung in der digitalen Welt, Wissensaustausch und Möglichke i-
ten zur Freizeitgestaltung sind hier ebenso zu finden, wie klassische Kursformate der Volks-
hochschule, die Medienausleihe, die Mediennutzung vor Ort und Bildungsberatung.
Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, braucht es räumliche, sachliche und konzeptione l-
le Voraussetzungen. Räumlich bedeutet dies ein (medien-)pädagogisches Raumkonzept, das
beispielsweise Besprechungsräume, Einzelarbeitsplätze, Medienflächen, Leseplätze, Veransta l-
tungsflächen, Aufenthaltsräume und gastronomische Flächen (Lesecafé o. ä.) beinhaltet. Sach-
lich braucht es neben bestehenden Medien auch weitere zeitgemäße (u. a. technische) Ausstat-
tung für beispielsweise einen Makerspace, eine Bibliothek der Dinge aber auch Aufenthaltsqu a-
lität und Wohlfühlatmosphäre. Konzeptionell gilt es die unterschiedlichen Bedürfnisse zu anti-
zipieren, ein modernes Bildungsverständnis zu entwickeln und bei allen Beteiligten zu etabli e-
ren sowie Synergien zu identifizieren. Letzteres bezieht sich nicht nur auf die beiden Einric h-
tungen Stadtbibliothek und Volkshochschule. Vielmehr gilt es zu prüfen, welche weiteren Ein-
richtungen und Akteure von einem solchen Ort profitieren und ihn bereichern können. Naheli e-
gend scheint beispielsweise eine Verknüpfung mit dem digitalen Stadtlabor, aber auch die I n-
tegration weiterer Einrichtungen ist im Zuge der Konzeptentwicklung unter der Berücksichti-
gung der zur Verfügung stehenden Fläche zu prüfen. Insbesondere ist auch zu prüfen, inwi e-
weit die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihrem Namen nach auch die Möglichkeit bietet, den
- 4 -
rund 30 ansässigen wissenschaftlichen Einrichtungen und Institutionen hierin ein „Schaufens-
ter der Wissenschaft“ flexibel und temporär zu nutzen.
Bereits entstandene Projektideen im Innenstadtentwicklungskonzept wie z. B. das „Mittendrin-
Haus“ können als Grundlage für das nun konkret zu erarbeitende Konzept dienen.
Darmstadt muss bei der Entwicklung seines Bildungszentrums seinen eigenen Weg finden und
dabei die spezifische Bildungslandschaft vor Ort berücksichtigen und dennoch das Rad nicht
gänzlich neu erfinden. In den letzten Jahren wurden an vielen Orten ganz unterschiedliche We-
ge gegangen, Bildungsorte neu zu denken und zu gestalten. Diese gilt es bei der Entwicklung
des Darmstädter Bildungszentrums zu beachten und zu analysieren, um Good-Practice-Anteile
in das eigene Konzept aufzunehmen. Entsprechende Ansätze können beispielsweise in Bochum
(Haus des Wissens https://www.bochum.de/Haus-des-Wissens), Helsinki (Oodi
https://www.oodihelsinki.fi/en/), Paderborn (Bibliothek des Jahres 2021
https://www.bibliothek.live/), Ulm (Stadtbibliothek https://stadtbibliothek.ulm.de/) oder Ha-
nau (Kulturforum https://www.kulturforum-hanau.de/) gefunden und nach gründlicher Prüfung
möglicherweise in Teilen adaptiert werden.
Gute Voraussetzungen für das Vorhaben bietet nicht nur die Verortung von Stadtbibliothek und
Volkshochschule in einem Haus, sondern auch eine zentrale Lage in der Innenstadt. Das Bi l-
dungszentrum profitiert von deren guter Erreichbarkeit und kann neben Wirtschaft, Handel und
Tourismus selbst als Frequenzbringer für die Innenstadt fungieren. Eine enge Abstimmung mit
der Steuerungsgruppe Innenstadtentwicklung wird dabei gewährleistet, damit die Stärkung der
Innenstadt aus vielerlei Interessenlagen gesichert ist. Neben dem Bildungs- und Begegnungs-
zentrum in der Innenstadt haben sowohl Stadtbibliothek als auch Volkshochschule Außenstel-
len bzw. Angebote an unterschiedlichen Orten. Dies gilt es bei der Konzeptentwicklung in g e-
eigneter Weise zu berücksichtigen.
Die Partizipation der Mitarbeitenden von Stadtbibliothek und Volkshochschule ist bei der Kon-
zeptentwicklung von besonderer Bedeutung. Zum einen bündeln sie Fachkompetenz und kö n-
nen in der multiprofessionellen Zusammenarbeit wichtige Impulse für zukünftige das Bildungs-
zentrum beisteuerten. Zum anderen werden die Beschäftigten in Zukunft das gemeinsam er-
stellte Konzept in die Praxis umsetzen und sind damit sehr wichtig für den Erfolg des Proje k-
tes.
Das neue Konzept soll sich auch in einem neuen Namen widerspiegeln. Dieser soll sichtbar
machen, dass es sich um einen neuen, über eine reine Addition der bestehenden Einheiten
hinausgehenden, attraktiven Bildungs- und Begegnungsort handelt. Über die reine Benennung
hinaus gilt es gleichermaßen eine Marke für das neue Bildungszentrum zu entwickeln. Diese
erhöht zum einen die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem neuen Konzept und dient zu-
dem der Kommunikation nach außen im Sinne einer Öffentlichkeitsarbeit unter einem Dach
sowie der Entwicklung eines neuen Images. Die Durchführung öffentlichkeitswirksamer Vera n-
staltungen dient dabei gleichermaßen der Etablierung der Marke als auch der Belebung des
Bildungsortes.
Die Finanzierung der Konzeptentwicklung soll zum maßgeblichen Teil durch Fördergelder e r-
folgen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit als eine von der GALERIA-Schließung betroffene
Kommune einen Änderungsantrag zum ZIZ-Förderprogramm zu stellen, dem Bundesprogramm
Zukunft Innenstädte und Zentren, im Rahmen dessen Darmstadt eine Zuwendung von Bu n-
desmitteln in Höhe von rund 2,9 Mio. Euro beschieden wurde. Der Fördermittelgeb er möchte
damit betroffenen Kommunen ermöglichen, auf die mit der Schließung verbundenen besond e-
ren Herausforderungen für die Innenstadt zu reagieren. Dabei können sowohl bereits bewilligte
- 5 -
Fördermittel umgeschichtet als auch zusätzliche Fördermittel beantragt werden. Vorausset-
zung für zusätzliche Fördermittel ist allerdings, dass die Kommune den Eigenanteil für die z u-
sätzlichen Fördermittel bereitstellt. Ein neues, in der Innenstadt verortetes, Bildungszentrum
könnte Gegenstand eines Änderungsantrags sein. Dabei müsste allerdings der vom Fördermit-
telgeber vorgegebene Zeithorizont beachtet werden, nach dem zusätzlich zu beantragende
Mittel in 2023 und 2024 verausgabt werden müssen.
Das Land Hessen fördert jedes Jahr öffentliche Bibliotheken mit Landesmittel in Höhe von 1,25
Mio. Euro über die hessische Fachstelle für öffentliche Bibliotheken.
Die hessische Fachstelle für öffentliche Bibliotheken leistet grundsätzliche fachliche Beratung
für förderungswürdiger Maßnahmen (Bau und Einrichtung, EDV, Bestandsergänzung) und zu-
dem Beratung bei der Projekterarbeitung und –durchführung.
Zur Anschubfinanzierung werden bei der VHS und der Stadtbibliothek jeweils 25.000 € für den
Haushalt 2024 eingeplant.
Ein solch komplexes Vorhaben kann nicht allein aus den bestehenden Institutionen bewältigt
werden. Zur Strukturierung des Prozesses, Moderation und Dokumentation von Veranstaltu n-
gen sowie dem Zusammenführen von Partizipationsergebnissen, braucht es eine professionelle
Unterstützung in der Prozessbegleitung. Zudem definieren die Institutionen feste Ansprechper-
sonen für den Prozess. Ausgehend von der Vorstellung der Vision bis hin zum fertigen Konzept
wird ein Zeitraum von zwei Jahren veranschlagt. Im Zuge der Konzeptentwicklung ist zu pr ü-
fen, ob und wie sich die inhaltliche Neukonzeption auch auf organisatorischer Ebene auswirkt.
Darmstadt, 24.05.2023
Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Jochen Partsch André Schellenberg Holger Klötzner
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadtrat
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
21.06.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat IV
Amt: Dezernat V
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I
IV
V 40 43 46
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0188
Magistratsbeschluss -Nr.
287
Internetfähig
Produkt-Nr.: 271080
Kostenstelle: 043-000-7001 Investitionsnummer:
Kostenträger: 2710-82 Sachkonto:
Betreff: Bildungszentrum Innenstadt - Konzeptentwicklung für einen modernen Bildungs- und
Begegnungsort
Vorlage vom: 24.05.2023
Beschlussvorschlag :
1. Volkshochschule, Stadtbibliothek und Bildungsmanagement werden damit beauftragt, ein
Konzept für ein neues, modernes Bildungszentrum für Erwachsenenbildung in der
Innenstadt zu entwickeln. Das Konzept formuliert dabei sowohl räumliche und sächliche
Bedarfe als auch die inhaltliche Neuausrichtung des Lern - und Begegnungsortes der
Wissenschaftsstadt Darmstadt . Aus Bürger*innensicht entsteht ein modernes
Bildungsangebot aus einer Ha nd, das gleichermaßen Lern -, Begegnungs-, Lese- und
Experimentierraum ist.
2. Im Zuge der Konzeptentwicklung , ist ein Vorschlag für einen Namen des neuen
Bildungszentrums zu erarbeiten.
- 3 -
3. Zur Unterstützung der Erstellung des Konzeptes wird ein externes Beratungsinstitut mit der
Prozessbegleitung und Prozessmoderation angestrebt.
4. Die Finanzierung des Konzeptes und dessen Erprobung erfolgt über die Beantragung von
Fördermitteln.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 28.06.2023
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 24.05.2023
Stadtbibliothek und Volkshochschule sind zentrale Akteure der Darmstädter
Bildungslandschaft mit einer langen Tradition und einem klaren gesetzlichen Auftrag gemäß
hessischem Weiterbildungsgesetz (HWBG) bzw. hessischem Bibliotheksgesetz (HessBiblG). Als
städtische Ämter sind sie relevante Akteure für Leseförderung für Menschen jeden Alters, die
Bereitstellung von vielfältigen Bildungsangeboten und das Schaffen von Teilhabemöglichkeiten
an diesen Angeboten – und somit ein relevanter Hebel kommunaler Bildungspolitik,
insbesondere mit Blick auf Erwachsene. Grundbildung und Sprachförderung, aber auch
politische Bildung spielen hier neben vielen anderen Themen eine besondere Rolle.
Damit die Angebote von Stadtbibliothek und Volkshochschule auch zukünftig neben den
Stammnutzer*innen eine breite Bürgerschaft ansprechen, müssen sich die Einrichtungen in der
vielfältigen Darmstädter Bildungslandschaft positionieren, ihr Profil schärfen und neben
bewährten Angeboten, weitere zeitgemäße, attraktive Angebote entwickeln. Hierbei gilt es, die
den Institutionen zur Verfügung stehenden Gestaltungsspielräume geschickt zu nutzen. Die
gemeinsame Verortung der beiden Einrichtungen in der Innenstadt bietet dafür – bislang
weitgehend ungenutzte – Potentiale für Synergieeffekte, die auch für weitere Vereinigungen und
der Vielfalt von ehrenamtlichem Engagement von Nutzen sein können.
Diese Synergien gilt es nun zu nutzen und dabei nicht auf der Ebene von
Kooperationsprojekten stehen zu bleiben, sondern auch mit Blick auf die anstehende
Umsetzung des Entwicklungskonzepts Innenstadt ganz neu zu denken. Hierbei gilt es sowohl
bestehende, erfolgreiche Konzepte zu berücksichtigen, als auch, innovative und attraktive
Lernformen, Lern- und Austauschgelegenheiten zu entwickeln. Entstehen soll dabei ein
moderner, inspirierender Bildungs- und Begegnungsort, der durch seine flexiblen
Nutzungsmöglichkeiten Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen hinsichtlich Lernen,
Entdecken, Experimentieren, Austauschen, Lesen und Kreativ werden gleichermaßen anspricht.
Das neue Bildungszentrum ist ein niedrigschwellig zugänglicher Ort, der durch eine hohe
Aufenthaltsqualität zum Bleiben einlädt und Spaß an Bildung fördert. Er wird somit zum
sogenannten dritten Ort. Es werden sowohl die Unterschiedlichkeit von Bildungszugängen (z.
B. allein vs. in der Gruppe, mit einem Buch vs. im Gespräch vs. beim Tun vs. im Kurs), als
auch unterschiedliche Bildungserfahrungen und Bildungsziele berücksichtigt. Bildung in der
digitalen Welt, Wissensaustausch und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind hier ebenso zu
finden, wie klassische Kursformate der Volkshochschule, die Medienausleihe, die
Mediennutzung vor Ort und Bildungsberatung.
Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, braucht es räumliche, sachliche und
konzeptionelle Voraussetzungen. Räumlich bedeutet dies ein (medien-)pädagogisches
Raumkonzept, das beispielsweise Besprechungsräume, Einzelarbeitsplätze, Med ienflächen,
Leseplätze, Veranstaltungsflächen, Aufenthaltsräume und gastronomische Flächen (Lesecafé o.
ä.) beinhaltet. Sachlich braucht es neben bestehenden Medien auch weitere zeitgemäße (u. a.
technische) Ausstattung für beispielsweise einen Makerspace, eine Bibliothek der Dinge aber
auch Aufenthaltsqualität und Wohlfühlatmosphäre. Konzeptionell gilt es die unterschiedlichen
Bedürfnisse zu antizipieren, ein modernes Bildungsverständnis zu entwickeln und bei allen
Beteiligten zu etablieren sowie Synergien zu identifizieren. Letzteres bezieht sich nicht nur auf
die beiden Einrichtungen Stadtbibliothek und Volkshochschule. Vielmehr gilt es zu prüfen,
welche weiteren Einrichtungen und Akteure von einem solchen Ort profitieren und ihn
bereichern können. Naheliegend scheint beispielsweise eine Verknüpfung mit dem digitalen
Stadtlabor, aber auch die Integration weiterer Einrichtungen ist im Zuge der
- 5 -
Konzeptentwicklung unter der Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Fläche zu prüfen.
Insbesondere ist auch zu prüfen, inwieweit die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihrem Namen
nach auch die Möglichkeit bietet, den rund 30 ansässigen wissenschaftlichen Einrichtungen
und Institutionen hierin ein „Schaufenster der Wissenschaft“ flexibel und temporär zu nutzen.
Bereits entstandene Projektideen im Innenstadtentwicklungskonzept wie z. B. das „Mittendrin -
Haus“ können als Grundlage für das nun konkret zu erarbeitende Konzept dienen.
Darmstadt muss bei der Entwicklung seines Bildungszentrums seinen eigenen Weg finden und
dabei die spezifische Bildungslandschaft vor Ort berücksichtigen und dennoch das Rad nicht
gänzlich neu erfinden. In den letzten Jahren wurden an vielen Orten ganz unterschiedliche
Wege gegangen, Bildungsorte neu zu denken und zu gestalten. Diese gilt es bei der
Entwicklung des Darmstädter Bildungszentrums zu beachten und zu analysieren, um Good -
Practice-Anteile in das eigene Konzept aufzunehmen. Entsprechende Ansätze können
beispielsweise in Bochum (Haus des Wissens https://www.bochum.de/Haus-des-Wissens),
Helsinki (Oodi https://www.oodihelsinki.fi/en/), Paderborn (Bibliothek des Jahres 2021
https://www.bibliothek.live/), Ulm (Stadtbibliothek https://stadtbibliothek.ulm.de/) oder
Hanau (Kulturforum https://www.kulturforum-hanau.de/) gefunden und nach gründlicher
Prüfung möglicherweise in Teilen adaptiert werden.
Gute Voraussetzungen für das Vorhaben bietet nicht nur die Verortung von Stadtbibliothek und
Volkshochschule in einem Haus, sondern auch eine zentrale Lage in der Innenstadt. Das
Bildungszentrum profitiert von deren guter Erreichbarkeit und kann neben Wirtschaft, Handel
und Tourismus selbst als Frequenzbringer für die Innenstadt fungieren. Eine enge Abstimmung
mit der Steuerungsgruppe Innenstadtentwicklung wird dabei gewährleistet, damit die Stärkung
der Innenstadt aus vielerlei Interessenlagen gesichert ist. Neben dem Bildungs- und
Begegnungszentrum in der Innenstadt haben sowohl Stadtbibliothek als auch Volkshochschule
Außenstellen bzw. Angebote an unterschiedlichen Orten. Dies gilt es bei der
Konzeptentwicklung in geeigneter Weise zu berücksichtigen.
Die Partizipation der Mitarbeitenden von Stadtbibliothek und Volkshochschule ist bei der
Konzeptentwicklung von besonderer Bedeutung. Zum einen bündeln sie Fachkompetenz und
können in der multiprofessionellen Zusammenarbeit wichtige Impulse für zukünftige das
Bildungszentrum beisteuerten. Zum anderen werden die Beschäftigten in Zukunft das
gemeinsam erstellte Konzept in die Praxis umsetzen und sind damit sehr wichtig für den Erfolg
des Projektes.
Das neue Konzept soll sich auch in einem neuen Namen widerspiegeln. Dieser soll sichtbar
machen, dass es sich um einen neuen, über eine reine Addition der bestehenden Einheiten
hinausgehenden, attraktiven Bildungs- und Begegnungsort handelt. Über die reine Benennung
hinaus gilt es gleichermaßen eine Marke für das neue Bildungszentrum zu entwickeln. Diese
erhöht zum einen die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem neuen Konzept und dient
zudem der Kommunikation nach außen im Sinne einer Öffentlichkeitsarbeit unter einem Dach
sowie der Entwicklung eines neuen Images. Die Durchführung öffentlichkeitswirksamer
Veranstaltungen dient dabei gleichermaßen der Etablierung der Marke als auch der Belebung
des Bildungsortes.
Die Finanzierung der Konzeptentwicklung soll zum maßgeblichen Teil durch Fördergelder
erfolgen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit als eine von der GALERIA-Schließung
betroffene Kommune einen Änderungsantrag zum ZIZ-Förderprogramm zu stellen, dem
Bundesprogramm Zukunft Innenstädte und Zentren, im Rahmen dessen Darmstadt eine
Zuwendung von Bundesmitteln in Höhe von rund 2,9 Mio. Euro beschieden wurde. Der
Fördermittelgeber möchte damit betroffenen Kommunen ermöglichen, auf die mit der
Schließung verbundenen besonderen Herausforderungen für die Innenstadt zu reagieren. Dabei
können sowohl bereits bewilligte Fördermittel umgeschichtet als auch zusätzliche Fördermittel
beantragt werden. Voraussetzung für zusätzliche Fördermittel ist allerdings, dass die
Kommune den Eigenanteil für die zusätzlichen Fördermittel bereitstellt. Ein neues, in der
Innenstadt verortetes, Bildungszentrum könnte Gegenstand eines Änderungsantrags sein.
Dabei müsste allerdings der vom Fördermittelgeber vorgegebene Zeithorizont beachtet werden,
nach dem zusätzlich zu beantragende Mittel in 2023 und 2024 verausgabt werden müssen.
Das Land Hessen fördert jedes Jahr öffentliche Bibliotheken mit Landesmittel in Höhe von 1,25
Mio. Euro über die hessische Fachstelle für öffentliche Bibliotheken.
Die hessische Fachstelle für öffentliche Bibliotheken leistet grundsätzliche fachliche Beratung
für förderungswürdiger Maßnahmen (Bau und Einrichtung, EDV, Bestandsergänzung) und
zudem Beratung bei der Projekterarbeitung und –durchführung.
Zur Anschubfinanzierung werden bei der VHS und der Stadtbibliothek jeweils 25.000 € für den
Haushalt 2024 eingeplant.
Ein solch komplexes Vorhaben kann nicht allein aus den bestehenden Institutionen bewältigt
werden. Zur Strukturierung des Prozesses, Moderation und Dokumentation von
Veranstaltungen sowie dem Zusammenführen von Partizipationsergebnissen, braucht es eine
professionelle Unterstützung in der Prozessbegleitung. Zudem definieren die Institutionen feste
Ansprechpersonen für den Prozess. Ausgehend von der Vorstellung der Vision bis hin zum
fertigen Konzept wird ein Zeitraum von zwei Jahren veranschlagt. Im Zuge der
Konzeptentwicklung ist zu prüfen, ob und wie sich die inhaltliche Neukonzeption auch auf
organisatorischer Ebene auswirkt.
Darmstadt, 24.05.2023
Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Jochen Partsch André Schellenberg Holger Klötzner
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadtrat
Beratungsverlauf (5)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2023/0188
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 24.05.2023
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00