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Datenstand: 12.09.2026 — die Daten dieser Kommune konnten seit 36 Tagen nicht aktualisiert werden, weil das Ratsinformationssystem derzeit nicht erreichbar ist. Inhalte können veraltet sein.

Sichere Kreuzungen und Querungen durch vorgezogene Seitenräume (Gehwegna-sen/“freie Ecken“ und „freie Strecken“) – Prioritäre Umsetzung als zentrales Instrument der Erhöhung der Verkehrssicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmende

Gem. Antrag nach § 3 (Rat) AN/0598/2026 vom 16.04.2026

Stand: Am 28.04.2026 im Mobilitätsausschuss geändert beschlossen.

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    Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat Fraktion Die Linke. im Rat der Stadt Köln Volt Fraktion im Rat der Stadt Köln An den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses Herrn Lino Hammer Herr Oberbürgermeister Torsten Burmester Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters: AN/0598/2026 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Mobilitätsausschuss 28.04.2026 Sichere Kreuzungen und Querungen durch vorgezogene Seitenräume (Gehwegna- sen/„freie Ecken“ und „freie Strecken„) – Prioritäre Umsetzung als zentrales Instrument der Erhöhung der Verkehrssicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmende Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Ausschusses am 28.04.2026 auf- zunehmen: Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt: 1. auf Grundlage von Fußverkehrs-Checks, eingegangenen Beschwerdelagen (z. B. durch die Feuerwehr, AWB, Bürger*innen) oder im Rahmen der Schulwegsicherung identifizierte Querungsstellen kurzfristig durch nicht-bauliche Gehwegnasen (vorgezo- gene Seitenräume mittels Markierungen, Piktogrammen und Pollern sowie als Statio- nen für innerstädtische Mikromobilität, z.B. mittels Radabstellbügeln und Aufstellflä- chen für Leihfahrräder und E-Scooter) zu sichern. 2. eine gesamtstädtische Handreichung zum Konzept der „Freien Ecken“ und „Freien Strecken“1 zu entwickeln, die als verbindliche Planungsgrundlage für geeignete Kreu- zungen, Einmündungen und Querungsstellen im gesamten Stadtgebiet dient. Diese Handreichung ist allen städtischen Planungsstellen, externen Planungsbüros sowie 1 „Freie Strecken“ sollen gut einsehbare und sichere Querungen ermöglichen, an Stellen, an denen kein Fußgän- gerüberweg möglich ist. - 2 - den ausführenden Bauunternehmen zur Verfügung zu stellen und bei Neu- und Um- baumaßnahmen im Straßenraum zugrunde zu legen. 3. bei Neu- und Umbaumaßnahmen von Straßen und Knotenpunkten grundsätzlich baulich vorgezogene Gehwegnasen mit Bordsteinabsenkungen und taktilen Elemen- ten vorzusehen, sofern dem keine zwingenden verkehrlichen oder technischen Gründe entgegenstehen. Das Konzept der „Freien Ecken“ ist hierbei als Standardlösung für geeignete Kreu- zungen und Einmündungen anzuwenden. 4. die Umsetzung im Bestand zu priorisieren. Oberste Priorität haben: a) Querungsstellen aus Fußverkehrs-Checks, b) Standorte mit eingegangenen Beschwerdelagen (z. B. Feuerwehr, AWB, Bür- ger*innen), c) Maßnahmen der Schulwegsicherung. 5. dem Mobilitätsausschuss die Handreichung vorzulegen. 6. ihren entsprechenden Ermessensspielraum bei der Anordnung von „Freien Ecken“ auszureizen und zu prüfen, inwiefern das Konzept der Freien Ecken in bestehende Regelwerke und Standardplanungen der Stadt Köln integriert werden kann. Begründung: Die Sicherheit von zu Fuß Gehenden ist ein zentrales Ziel der städtischen Verkehrspolitik, das in hoher Priorität zu verfolgen ist. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie mobilitätseinge- schränkte Personen. Ein erheblicher Teil der Unfälle mit Ki ndern ereignet sich beim Überqueren der Fahrbahn; häufige Ursache sind eingeschränkte Sichtbeziehungen, insbesondere durch parkende Fahr- zeuge im Kreuzungs- und Einmündungsbereich. Freie Ecken als wirksames Instrument der Verkehrssicherheit Mit dem Konzept der Freien Ecken verfügt die Stadt Köln über ein erprobtes und wirkungsvolles Instru- ment zur Verbesserung der Sichtverhältnisse an Kreuzungen. Durch gezielte Markierungen, das Frei- halten von Eckbereichen sowie ergänzende Elemente wie Fahrradbügel oder Pol ler wird verhindert, dass Fahrzeuge die gesetzlich ohnehin freizuhaltenden Sichtdreiecke zuparken. Dadurch werden die Sichtbeziehungen zwischen zu Fuß Gehenden, Radfahrenden und dem motorisierten Verkehr deutlich verbessert. Die Freien Ecken setzen die bes tehenden Regelungen der Straßenverkehrsordnung konsequent und dauerhaft um und sorgen für klar erkennbare, übersichtliche Kreuzungsbereiche. Sie verkürzen Que- rungsdistanzen, reduzieren Konflikte beim Abbiegen und erhöhen insgesamt die Verkehrssicherheit – ohne aufwendige bauliche Eingriffe und mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand. Sie sind deshalb ein zentrales Element der Erhöhung der Verkehrssicherheit für zu Fuß Gehende und sollen mit hoher Priorität stadtweit in großer Zahl umgesetzt werden . Erfolgreiche Umsetzung in Köln – Beispiel Nippes Die Stadt Köln hat bereits an mehreren Standorten Freie Ecken erfolgreich umgesetzt. Besonders her- vorzuheben sind die Erfahrungen im Stadtbezirk Nippes, wo an verschiedenen Kreuzungen und Ein- mündungen Freie Ecken eingerichtet wurden. Dort zeigen sich die Vorteile dieses Ansatzes besonders deutlich: bessere Übersichtlichkeit, reduzierte Gefahrensituationen und eine spürbare Verbesserung der Sicherheit für zu Fuß Gehende und Radfahrende. - 3 - Die positiven Rückmeldungen und die gute Akzeptanz vor Ort belegen, dass Freie Ecken ein praktikab- les und wirksames Mittel sind, um schnell und sichtbar die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Diese Erfah- rungen sprechen dafür, das Konzept nun systematisch und prior isiert im gesamten Stadtgebiet auszu- rollen. Bedeutung für die Schulwegsicherung Im Umfeld von Schulen ist die Sicherung von Sichtbeziehungen von besonderer Bedeutung. Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, da sie Verkehrssituationen anders wah rnehmen und einschät- zen als Erwachsene. Parkende Fahrzeuge an Kreuzungen und Einmündungen versperren häufig den Blick auf querende Kinder oder herannahende Fahrzeuge und erhöhen damit das Unfallrisiko erheblich. Freie Ecken und bauliche Gehwegnasen sind da her ein zentraler Baustein der Schulwegsicherung. Sie schaffen klare Sichtachsen, verkürzen die Querungswege und sorgen für übersichtliche und besser wahrnehmbare Querungsstellen. Gesamtstädtischer Ansatz In Kombination mit den Ergebnissen von Fußverkehr s-Checks, der vorhandenen Beschwerdelagen o- der der Schulwegesicherung ermöglichen Freie Ecken sowie Freie Strecken eine zielgerichtete, schnelle und kosteneffiziente Verbesserung der Verkehrssicherheit. Eine stadtweite Umsetzung in ho- her Priorität trägt de m Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmenden Rechnung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Verkehrsunfällen im öffentlichen Raum. Quellen: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/Publikatio- nen/Downloads-Verkehrsunfaelle/unfaelle-kinder-5462405217004- 1_2021449.pdf?__blob=publicationFile 20 "Freie Ecken" für Köln - Stadt Köln https://www.stadt-koeln.de/artikel/73929/index.html Mit freundlichen Grüßen gez. gez. gez. Christiane Martin GRÜNE- Fraktionsvorsitzende Dr. Günter Bell Linke- Fraktionsgeschäftsführer Lucas Sickmöller Volt- Fraktionsgeschäftsführer

Beratungsverlauf

  1. 28.04.2026

    Mobilitätsausschuss

    TOP 1.5, Antrag / Anfrage. Ergebnis: geändert beschlossen

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