2020/0104
Modellregion Sport und Inklusion in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Kooperation mit dem Sportkreis Darmstadt-Dieburg
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1 Zielvereinbarung zwischen dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, vertreten durch Herrn Staatsminister Klose, dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, vertreten durch Herrn Staatsminister Beuth, dem Landkreis Darmstadt Dieburg und der Stadt Darmstadt, vertreten durch Frau Sozial- und Jugendde- zernentin Lück und Herrn Bürgermeister und Sportdezernent Reißer dem Sportkreis Darmstadt Dieburg, vertreten durch Herrn Vorstandsvorsitzen- den Dr. Ahnert Präambel Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die R echte von Menschen mit Behinde- rungen (UN-Behindertenrechtskonvention-BRK) ist sei t dem 26. März 2009 für Deutschland gültig. Die Hessische Landesregierung hat den Prozess zur Umsetzung der BRK von Beginn an nachhaltig unterstützt. Zur weiteren Umsetzung d er BRK hat die Hessische Landesregie- rung beschlossen, Modellregionen zur Inklusion im S port einzurichten, die konkrete Maß- nahmen zum Abbau noch bestehender Barrieren erprobe n und ergreifen sollen. In dem Be- wusstsein, dass die Städte und Gemeinden in Hessen gemeinsam mit den Sportkreisen be- stehende Problemlagen am besten erkennen und beseit igen können, werden Zielvereinba- rungen zwischen der Hessischen Landesregierung, vertreten durch das Hessische Ministeri- um für Soziales und Integration und das Hessische M inisterium des Inneren und für Sport sowie den kommunalen Gebietskörperschaften und den Sportkreisen geschlossen. Die Ziele und Inhalte der Vereinbarung orientieren sich am He ssischen Aktionsplan zur Umsetzung des Artikel 30 Absatz 5 der UN-Behindertenrechtskon vention sowie an den Handlungsleit- 2 sätzen „Inklusion im und durch Sport“ der Sportmini sterkonferenz 2015. Sie beziehen aus- drücklich regionale Vorgaben sowie Planungen mit ein. § 1 Verpflichtungen der Vereinbarungspartner Die Partner der Vereinbarung verpflichten sich zur kontinuierlichen Zusammenarbeit. Dazu gehören Zielsteuerungsdialoge nach § 5 sowie ein Ab schlussbericht nach § 6 dieser Verein- barung der Modellregionen gegenüber der Hessischen Landesregierung. Grundlage der zwi- schen den Vereinbarungspartnern einvernehmlich abzu stimmenden Inhalte und Ziele der Modellvorhaben ist die jeweilige schriftliche gemei nsame Konzeption der kommunalen Ge- bietskörperschaften und dem Sportkreis gegenüber den beiden Ministerien. § 2 Haushaltsmittel und Eckdaten Die Laufzeit der Modellvorhaben ist grundsätzlich a uf 2 Jahre angelegt. Nach Prüfung durch die bewilligenden Ministerien und Abstimmung aller Vereinbarungspartner, ist eine Verlänge- rung um ein Jahr auf Antrag der Zuwendungsempfänger möglich. Die Landeszuwendung hierfür wird jährlich bewilligt und nach Maßgabe de s Zuwendungsbescheides ausgezahlt. Die Höhe der Förderung wird für die Modellregionen einzeln und nach Maßgabe des Um- fangs der durchgeführten Maßnahmen bestimmt. § 3 Gemeinsame Ziele Die Partner der Vereinbarung stimmen überein, dass der Abbau von vorhandenen Barrieren, Berührungsängsten und Vorurteilen sowie die Stärkun g des gegenseitigen Verständnisses von Menschen mit und ohne Behinderung das zentrale Ziel des Modellvorhabens darstellt. Allen Menschen soll eine selbstbestimmte und gleich berechtigte Teilhabe am Sport sowie in den Strukturen des Sports ermöglicht werden. Die Partner der Vereinbarung stimmen über- ein, dass die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse des Modellvorhabens in nachhaltige Strukturen überführt werden. 3 § 4 Regionale Durchführung Der Landkreis Darmstadt-Dieburg, die Stadt Darmstadt und der Sportkreis Darmstadt- Dieburg führen das Modellvorhaben unter der Maßgabe folgender inhaltlicher und strukturel- ler Gegebenheiten durch: - Die Durchführung des Modellvorhabens erfolgt unte r enger Einbeziehung aller erfor- derlichen Akteure. Diese sind neben den allgemeinen Verbänden und Interessenver- tretungen von Menschen mit Behinderungen in den Modellregionen insbesondere der Landessportbund und die Behindertensportverbände. - Die Modellregionen führen öffentlichkeitswirksame M aßnahmen zur Begleitung des Modellvorhabens in eigener Verantwortung und in Ein vernehmen mit den beiden be- teiligten Ministerien durch. - Als weitere zentrale Ziele für die Projektlaufzei t werden verfolgt - Verbesserung der Sportinfrastruktur In Kooperation mit Menschen mit Behinderung und erf ahrenen Organisationen wer- den Kriterien für eine barrierefreie Sportstättenbeurteilung festgelegt. - Spezifische und inklusive Angebotsentwicklung In mindestens drei Pilotkommunen werden in Kooperat ion mit den örtlichen Akteuren Bestandsaufnahmen und Bedarfsermittlungen zu inklus iven und besonderen Sport- angeboten durchgeführt. Vorhandene Angebote werden besser bekanntgemacht und ausgebaut. Mit Vereinen und Organisationen werden m indestens jeweils zwei ziel- gruppengerechte Angebote (weiter)entwickelt. - Akteure mitnehmen Regionale Assistenzkräfte für den organisierten Spo rt werden in Kooperation mit Eh- renamtsagenturen und Freiwilligendiensten, ggf. unter Hinzuziehung von Fachkräften gewonnen und qualifiziert. Bis 2021 werden die Str ukturen für einen Assistenz- und Freiwilligenpool geschaffen, eine Pilotversion ausprobiert und anschließend dauerhaft eingerichtet. 4 - Instrumente für Information und Kommunikation Ein barrierefreier Online-Veranstaltungskalender fü r die Region wird in Kooperation mit dem Projekt „Digital für alle“ im Amt für Sozia les und Prävention der Wissen- schaftsstadt Darmstadt sowie mit „Nachbarämtern“ in Stadt und Landkreis bis 2021 erstellt. § 5 Zielsteuerungsdialoge Als Grundlage des regelhaften Austausches zwischen der Hessischen Landesregierung und den Modellregionen dienen Zielsteuerungsdialoge. Darin sollen kurz-, mittel- und langfristige Ziele und Maßnahmen abgestimmt und festlegt sowie überprüft und fortgeschrieben werden. Über die Häufigkeit und Frequenz verständigen sich die Partner der Vereinbarung zu Beginn des Modellvorhabens einvernehmlich. Des Weiteren we rden die erforderlichen Instrumente zur Abstimmung und Steuerung des Gesamtprozesses ge meinsam festgelegt. Der Lan- dessportbund Hessen und die Behindertensportverbänd e unterstützen die Partner in den Zielvereinbarungsdialogen mit ihrer Expertise. § 6 Bericht Die Modellregionen berichten gegenüber dem Land übe r die Ergebnisse des Modellvorha- bens in schriftlicher Form, spätestens zum Ende des Modellzeitraums. Die Erstellung von Zwischenberichten ist im Bedarfsfall möglich. § 7 Dauer der Zielvereinbarung Die Zielvereinbarung ist für den Zeitraum vom 01.Ap ril 2020 bis 01.April 2022 gültig. Eine Verlängerung um weitere 12 Monate ist möglich und w ird gemäß § 5 von Seiten der beteilig- ten Ministerien nach Austausch mit dem Vertragspartner beschlossen. 5 Wiesbaden, den Sozial - und Jugenddezernentin Rosemarie Lück Landkreis Darmstadt-Dieburg Bürgermeister und Sportdezernent Rafael Reißer Stadt Darmstadt Vorstandsvorsitzende r Dr. Sascha Ahnert Sportkreis Darmstadt-Dieburg Minister Kai Klose Hessischer Minister für Soziales und Integration Minister Peter Beuth Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
2020/0104
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
08.04.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Sportamt
OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0104
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 421010
Kostenstelle: 052-010-1200 Investitionsnummer:
Kostenträger: 4210-11 Sachkonto:
Betreff: Modellregion Sport und Inklusion in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg
in Kooperation mit dem Sportkreis Darmstadt -Dieburg
Vorlage vom: 02.04.2020
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat stimmt einer Beteiligung der Wissenschaftsstadt in der Modellregion in den
Themen zu Sport und Inklusion zu.
2. Zielvereinbarung mit den Projektpartnern, Konzeption, Finanzplanung und der zeitliche
Rahmenplan werden zustimmend zur Kenntnis genommen.
3. Die Federführung im Projekt für die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird dem Sportamt übe r-
tragen.
- 2 -
Anlagen: Zielvereinbarung Modellregionen Sport und Inklusion DA -DI final
Konzeptskizze Sport und Inklusion final
Finanzierungsplan Vorlage final quer
Zeit- und Projektplan Sport und Inklusion final quer
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 02.04.2020
2016 wurde der erste lokale Aktionsplan für Darmstadt „ Auf dem Weg zur inklusiven Stadt“ ver-
öffentlicht. Zu den verschieden Aufgabenfeldern gehört auch der Sport, Inklusionsprozesse
im Sinne der Umsetzung der UN -Behindertenrechtskonventionen in Darmstadt einzuleiten
bzw. umzusetzen. Unabhängig davon zählen in einigen, wenigen Darmstädter Vereinen aber
auch in Großveranstaltunge n (z. B. beim traditionellen Sport - und Spielfest) Integrationsakt i-
vitäten bzw. inklusive Sport - und Spielangebote vorzuhalten, zu den Zielsetzungen. Die he s-
sische Landesregierung wählte im Jahr 2017 im Rahmen ihrer Kampagne „Inklusion erleben“
das Darmstädter Sport- und Spielfest als den „Beitrag des Sports“ aus.
Mit dem Sieg nach einer Bewerbung im Rahmen eines Wettbewerbs des Deutschen Behinde r-
tensportsportbundes (DBS) mit der Bezeichnung „MIA“ ( Mehr Inklusion für Alle) wurden
2018 und 2019 weitere besondere Schwerpunkte im Kontext von Inklusion und Sport g e-
setzt.
Folgerichtig wurde die Wissenschaftsstadt Darmstadt - erneut durch die hessische Landesr e-
gierung - über das Sportdezernat angesprochen, ob sie sich gemeinsam mit dem Landkreis
Darmstadt-Dieburg und in Kooperation mit dem Sportkreis Darmstadt -Dieburg vorstellen
kann, als erste hessische Modellregion über einen Zeitraum von zwei Jahren (mit der Option
auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr) das Thema „Sport und Inklusion“ zu vertiefen
und in die Fläche zu tragen.
Gefördert wird das Projekt mit jährlich 50.000,00 € gemeinsam vom Hessischen Ministerium
des Innern und für Sport (HMdIS) und dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integr a-
tion (HMSI). Nach Vorgaben des Landes darf das HMdI S in diesem Zusammenhang nur g e-
meinnützige Organisationen fördern, umgekehrt das HMSI nur Behörden.
In Absprachen in den beiden Gebietskörperschaften und der regionalen Sportorganisation
wurden Konzept, Finanzplan und ein zeitlicher Ablauf entwickelt, die den von ministerieller
Seite vorgegebenen Zielvereinbarungen entsprechen. Mit den zuständigen Referaten und A b-
teilungen in den Ministerien konnte Einvernehmen hergestellt werden (Zielvereinbarungen,
Konzept, Finanzplan und Zeitplan befinden sich im Anhang ).
Zusätzliche Haushaltsmittel sind nicht erforderlich.
In gleichberechtigter Zusammenarbeit der drei o. g. Organisationen wird die Federführung im
Projekt durch das Sportamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt wahrgenommen.
Darmstadt, 02.04.2020
52-kl
Dezernat II Dezernat IV
i. V.
Rafael Reißer Jochen Partsch
Bürgermeister Oberbürgermeister
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SK DA DA-DI Was? Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt 1 Bewusstseinsbildung und Wertevermittlung Aufklärung über UN-BRK und die Relevanz für den Sport x x x Darstellung von Menschen mit und ohne Behinderung x x x Sensibilisierung von Sportvereinen x x x Konzeptionierung und Herstellung einer Wanderausstellung x Durchführung der Ausstellung x x 2 Verbesserung der Sportinfrastruktur Sportstättenkataster für die Modellregion x x x Festlegung von Kriterien der Beurteilung von Barrierefreiheit x x x Verifizierung und Überprüfung Barrierfreiheit der Sportstätten x Erprobung des Katasters in Stadteilrunden in DA x Entwicklung des Katasters für drei Modellkommunen im LK DA-DI x x Erhebung für Kataster in drei LK-Kommunen x Erweiterung des Katasters auf den gesamten LK DA-DI x Fachlicher Austausch mit Vertretern des LSBH x x x Erstellung einer detaillierter Zielkarte mit Meilensteinen x x x 3 Spezifische und inklusive Angebotsentwicklung: Bestandsaufnahme Sportstätten Pilotkommune 1 LK DA-DI x x Bestandsaufnahme Sportstätten Pilotkommune 2 LK DA-DI x x Bestandsaufnahme Sportstätten Pilotkommune 3 LK DA-DI x x Bedarfsermittlung Sportangebote Pilotkommune 1 LK DA-DI x x Bedarfsermittlung Sportangebote Pilotkommune 2 LK DA-DI x x Bedarfsermittlung Sportangebote Pilotkommune 3 LK DA-DI x x Vorhandene Angebote ausbauen Pilotkommune 1 LK DA-DI x x Vorhandene Angebote ausbauen Pilotkommune 2 LK DA-DI x x Wer? Modellregion "Sport und Inklusion" in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg (2020-2022) Projektzeitplan 2020 Vorhandene Angebote ausbauen Pilotkommune 3 LK DA-DI x x Entwicklung und Ausprobieren neuer Angebote in DA x x neue Angebote Pilotkommune 1 LK DA-DI x neue Angebote Pilotkommune 2 LK DA-DI x neue Angebote Pilotkommune 3 LK DA-DI x Evaluation der Angebotsentwicklung x x x 4 Beteiligung der Akteure Ermittlung Betroffener Pilotkommune 1 x Ermittlung Betroffener Pilotkommune 2 x Ermittlung Betroffener Pilotkommune 3 x Aufbau von Kommunikationsstrukturen x x x Vor-Ort-Qualifikationsmaßnahmen Pilotkommune 1 x Vor-Ort-Qualifikationsmaßnahmen Pilotkommune 2 x Vor-Ort-Qualifikationsmaßnahmen Pilotkommune 3 x Tandems-Qualifikation x x Qualifizierung regionaler Assistenzkräfte x x 5 Formate und Medien zur Information und Kommunikation Kommunikationsinstrumente für Gehörlose x Kommunikationsinstrumente in leichter Sprache x Kommunikationsinstrumente für Blinde x Wanderausstellung "Sport und Inklusion" x barrierefreier Online-Veranstaltungskalender x Entwicklung und Pflege von Verbreitungsmedien x x x Homepage x Flyer x x x Plakat x x x ggf. Aktualisierung/Ergänzung Veranstaltungen Veranstaltungsplanung 2020 x x x Kick-off-Veranstaltung x x x Festlegung Projektgruppe x x x Abstimmung Inhalte, Format, Verlauf x x x Vereinsforen Vorbereitung x Durchführung x Begleitung Prozess "Sportentwicklung"/Sport- und Spielfest ... x x Entwicklung von inklusiven (Klein)Formaten für Sport- und Spielfeste x x Entwicklung von Netzwerken x x x Netzwerktreffen x x x 6 Organisationsentwicklung bei den Vereinen Kooperationen anbahnen x x x vereinsinterne Kooperationen x vereinsübergreifende Kooperationen x vereinsexterne Kooperationen x x x Informationen über Angebotsstrukturentwicklung x Neugründungen Neugründungen Gruppen x x Neugründungen Abteilungen x Neugründungen Vereine x Schnupperangebote x x x Kursangebote x x 7 Sonstige Maßnahmen Teambesprechungen SK, LK DA-DI, DA x x x Besprechungen mit HMdIS und HSMI x x x Präsentation "Arbeit in der Modellregion" x x x Multiplikationsseminare oder -vorträge x x x Nov Dez Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mär Stand 16.03.2020 Modellregion "Sport und Inklusion" in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg (2020-2022) 2021 2022
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Konzept „Sport und Inklusion“ in einer Modellregion Stand: 17.03.2020 1 Projektkonzeption für die „Modellregion Sport und Inklusion“ in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und im Landkreis Darmstadt- Dieburg in Kooperation mit dem Sportkreis Darmstadt-Dieburg e. V. 1. Voraussetzungen und Rahmenbedingungen in Stadt u nd Landkreis Menschen mit Behinderungen primär als Bürgerinnen und Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg zu sehen, gehört zum Selbstverständnis von Stadt, Landkreis und Sportkreis. Allerdings gehört dies noch nicht überall und für jeden Menschen in der Region zum Alltag. Zugleich engagieren sich an vielen Stellen in unserer Region Menschen mit und ohne Behinderung aktiv, um ein barrierefreies und lebenswertes Miteinander für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen. Mit der Erstellung und Umsetzung des Aktionsplans durch ein 2016 begonnenes Beteiligungsverfahren hat sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg auf den Weg gemacht, die Vorgaben der UN-BRK auf lokaler Ebene anzugehen. In der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde der kommunale Aktionsplan bereits im Januar 2016 verabschiedet. Der Magistrat hat hier sowohl vorhandene Aktivitäten wie auch zukünftig zu erledigende Aufgaben definiert. Eine besondere Rolle spielt hierbei auch der Sport. Aktivitäten im Sportbereich haben das Potential, Barrieren zwischen den Menschen abzubauen und neue gemeinsame Erfahrungsräume zu öffnen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Sportkreis Darmstadt-Dieburg e.V. wollen dieses Potential im Projekt als Modellregion entwickeln und künftig gemeinsam nachhaltig nutzen und vertiefen. Der Sportkreis Darmstadt-Dieburg e.V., das Büro für Migration und Inklusion des Landkreises Darmstadt Dieburg sowie das Sportamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt als federführende Einheiten der Gebietskörperschaften arbeiten als Partner in der Modellregion zusammen. Bei der Umsetzung binden sie die Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderung, den Landessportbund sowie die Behindertensportverbände ein. 2. Zielsetzungen Mehr Inklusion für alle in der Region – so kann die allgemeine Zielsetzung überschrieben werden. Aufbauend auf vorangegangene Projekte in der Wissenschaftsstadt Darmstadt, in denen der Sportkreis Darmstadt-Dieburg e. V. teilweise beteiligt war, sowie auf die verschiedenen Aktivitäten in den Kommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg, sollen erfolgversprechende Formate miteinander verbunden, ausgebaut und vertieft werden. Inklusion im und durch Sport wird dabei auch als Sportentwicklungsprozess in der Region Darmstadt und Darmstadt-Dieburg verstanden. Er findet sowohl im gesamten Gebiet wie in den einzelnen Kommunen, den Stadt- und Ortsteilen, in Organisationen, vornehmlich den Sportvereinen, statt. Er richtet sich auch an bestimmte Zielgruppen, berücksichtigt deren Bedürfnisse und die infrastrukturelle Rahmenbedingungen und Ressourcen. Eine mit entscheidende Rolle soll auch die Kommunikation für und mit den Beteiligten im Prozess, sowohl nach innen wie nach außen sein. Konzept „Sport und Inklusion“ in einer Modellregion Stand: 17.03.2020 2 Bestandteil der Projektskizze ist ein Projektzeitplan (siehe Anlage). Im Bewusstsein der Verzahnung verschiedener Zielperspektiven (2.1 –2.6) erweitern die folgenden Einzelziele die in der Zielvereinbarung mit dem Land Hessen im § 4 genannten Vorhaben: 2.1 Bewusstseinsbildung und Wertevermittlung findet im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zum und im Projekt statt. 2.1.1 Durch auf die Thematik sowie auf bestimmte Zi elgruppen ausgerichtete und mit Ihnen gemeinsam geplante und durchgeführte Veranstaltungsformate (Beteiligung von kommunalen Behindertenbeauftragten, Club Behinderter und Ihrer Freunde, Selbsthilfegruppen, lokale Organisationen) und geeigneten medialen Maßnahmen (in Schrift und Sprache) soll ab 2020 Information und Aufklärung über die UN-Behindertenrechtskonvention und ihre Relevanz für den Sport in der Modellregion verbreitet werden. 2.1.2 Im Durchführungszeitraum werden mindestens zw ei öffentliche Veranstaltungen unter Beteiligung örtlicher Akteure umgesetzt. 2.1.3 Organisationen, im Besonderen die 426 Sportve reine im Sportkreis Darmstadt-Dieburg, sollen über Newsletter aber auch durch gezielte Ansprachen für Sportbedürfnisse und -möglichkeiten von Menschen mit Behinderung (MmB) sensibilisiert werden. 2.1.4 Geschichten mit und über Menschen im Sport mi t und ohne Behinderung sollen visuell, textlich und in Hörfassung in einer Wanderausstellung dargestellt werden (s. auch 5.) 2.2 Die Verbesserung der Sportinfrastruktur wird spezifisch angegangen. 2.2.1 Die kommunalen, vereinseigenen und sonstigen Sportstätten in den Kommunen der Modellregion werden in einem Sportstättenkataster unter besonderer Berücksichtigung der Barrierefreiheit erfasst. Die erfassten Daten werden regional-, kommunal-, themen- und zielgruppenspezifisch aufbereitet und ausgewertet. 2.2.2 Es werden bis 2022 ein Bericht und eine Sport anlagen-Karte, u. a. auch zur Barrierefreiheit von Sport-und Bewegungsstätten, in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg erstellt. 2.3 Spezifische und inklusive Angebote werden entwickelt. 2.3.1 Es finden Befragungen in Vereinen und von Akt euren in der Daseinsfürsorge von MmB und Vor-Ort-Veranstaltungen statt. 2.3.2 Mit Vereinen und Organisationen werden zielgr uppengerechte inklusive gesundheitsorientierte oder niederschwellige Trainings-, oder wettkampfungebundene und wettkampforientierte Angebote (weiter)entwickelt. 2.3.3 In der Modellregion nicht vorhandene inklusiv e Sportarten oder Sportarten für MmB sollen mit Unterstützung des lsbh und der Sportfachverbände ausprobiert und ggf. etabliert werden. Konzept „Sport und Inklusion“ in einer Modellregion Stand: 17.03.2020 3 2.4 Akteure in den Kommunen, den Organisationen und MmB werden beteiligt. 2.4.1 Interessierte und „betroffene“ Menschen solle n durch und mit Behindertenbeauftragte in den Kommunen, einschlägig bekannten Organisationen (z. B. Diakonie, Caritas, Paritätischer, Lebenshilfe, Sportverbände) ermittelt und für sie eine Kommunikationsstruktur aufgebaut werden 2.4.2 Es sollen in Verbindung mit den Angebotsentwi cklungen (vgl. 2.3.2) „Vor-Ort- Qualifikationsmaßnahmen“ durchgeführt werden. (z. B. Personalqualifikation für Vereinsführungskräfte, für Übungsleiter*innen, Fortbildungsangebot für Menschen mit und ohne Behinderung) „Inhouse-Schulungen kommen in diesem Zusammenhang ebenfalls in Frage. 2.4.3 Es soll eine Tandem-Qualifikation als „inklus ive Fortbildungsmaßnahme“ im Sportkreis Darmstadt-Dieburg mit Unterstützung des lsbh ausprobiert werden. 2.4.4 Das Thema „Sport und Demenz“ wird zusammen mi t Organisationen, die sich mit betroffenen Menschen und ihren Angehörigen beschäftigen, aufgegriffen bzw. weiter geführt. In Abstimmung mit der Bildungsakademie des lsbh soll in der Modellregion innerhalb des Förderzyklus eine MoMent-Qualifikation durchgeführt werden. In einzelnen, geeigneten Vereinen in der Modellregion werden Gruppen eingerichtet. (vgl. auch 2.3.3.) 2.5 Formate und Medien zur Information und Kommunikation werden erstellt und erprobt. 2.5.1 Zielgruppen- und bedarfsgerechte Kommunikatio nsinstrumente für und über den Sport werden bis 2022 in den Pilotkommunen geschaffen. (für Gehörlose, Blinde, in leichter Sprache), (Transparente (online)-Pläne, Beschilderungen) 2.5.2 Mindestens eine (Wander)-Ausstellung zum The ma „Sport und Inklusion“ wird für die Modellregion und in Zusammenarbeit mit MmB kreiert. Die Ausstellungen sollen in den Kommunen der Modellregion (z. B. in Rathäusern, Bankfilialen, Sportstätten, anderen öffentlichen Gebäuden) gezeigt werden. Sie sollen auf inklusive Sportmöglichkeiten sowie auf Sportmöglichkeiten für MmB hinweisen. Die Variante eines „Ausstellungskalenders“ könnte eine Ableitung und Erweiterung sein. 2.5.3 Über mediale Darstellungen und Verbreitung vo n Informationen über Möglichkeiten inklusiver Sportangebote werden die vorhandenen und neu entwickelten Angebote beworben. (s. auch 2.3.1 und 2.3.3) 2.5.4 Ein Regionales Netzwerk sowie bei Bedarf auch lokale Netzwerke „Inklusion“ oder „Inklusion und Sport“ sollen entwickelt bzw. verstetigt und erweitert werden. Auf durch das im Projekt „MIA“ (mehr Inklusion für alle) entstandene Netzwerke soll aufgebaut werden. 2.5.5 Es wird bis 2021 eine barrierefrei zugänglich e Karte zu Sport-und Bewegungsstätten in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg erstellt. (Vgl. 2.2.3) Konzept „Sport und Inklusion“ in einer Modellregion Stand: 17.03.2020 4 2.6 Organisationsentwicklung bei den Vereinen 2.6.1 Über Kooperationen sollen Verbesserungen des Informationsflusses und - austausches angebahnt oder weiterentwickelt werden, um auf Bedürfnisse konsequenter und konkreter zu reagieren. (sportvereinsintern, sportvereinsübergreifend, sowie mit Partnerinnen und Partnern außerhalb des Sports) 2.6.2 Bei Bedarf oder bei Behinderungen oder Ablehn ung soll bei Neugründungen von Gruppen, Abteilungen oder auch Vereinen durch den Sportkreis und die Kommunen Unterstützung angeboten werden. 2.6.3 Die Vereine sollen über niederschwellige Zugä nge (Schnupper-, Kursangebote) und damit einer Erweiterung ihres Angebotsprofils informiert und ggf. dazu angeleitet werden.
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0104
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 02.04.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00