AN/0404/2020
Regionale Erzeugung und Verteilung landwirtschaftlich erzeugter Nahrungsmittel
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Gem. Antrag nach § 3 (Grüne)
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CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln Ratsgruppe GUT An den Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses Herrn Jörg van Geffen An den Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt und Grün Herrn Rafael Struwe An Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 12.03.2020 AN/0404/2020 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Wirtschaftsausschuss 24.03.2020 Ausschuss für Umwelt und Grün 30.04.2020 Regionale Erzeugung und Verteilung landwirtschaftlich erzeugter Nahrungsmittel Sehr geehrter Herr Vorsitzender, wir bitten Sie, folgenden Antrag zur Beschlussfassung in die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses und des Ausschusses für Umwelt und Grün aufzuneh- men: Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt, eine externe Untersuchung zur „regionalen Erzeugung, Ver- arbeitung und Vertrieb landwirtschaftlich erzeugter Nahrungsmittel und Konsumentenpoten- tiale für Bio-Frischeprodukte in der Region Köln-Bonn“ im Rahmen der Aktivitäten zur „Er- nährungsstrategie für Köln und Umgebung“ mit folgenden Maßgaben durchzuführen. 1. Es soll zunächst ermittelt werden, welche Bedingungen für regional und für biologisch er- zeugte landwirtschaftliche Produkte existieren: Ermittlung und Darstellung der regionalen Erzeugung von Lebensmitteln sowie der damit verbundenen Anbaustrukturen (konventionell und bio-erzeugte Produkte ein- schließlich Getreide, Zucker, Fisch und Fleisch, Betriebsgrößen, Anbauflächen) Ermittlung und Darstellung der Absatzmengen in Köln, der Region Köln-Bonn und darüber hinaus, sowie Distributionswege und Märkte Ermittlung der Produktionsverflechtungen und Lieferbeziehungen zwischen landwirt- schaftlichen Betrieben, Verarbeitung und lokaler wie regionaler Vermarktung - 2 - 2. Die Untersuchung soll darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen für ein konsis- tentes Maßnahmenprogramm zur Förderung der Erzeugung und Vermarktung regionaler und im Öko-Landbau erzeugter Nahrungsmittel mit folgenden Maßgaben erarbeiten: Zukunftsperspektiven für die Erzeugung und Vermarktung regionaler und nach Bio- Kriterien landwirtschaftlich erzeugter Nahrungsmittel Hemmnisse und Entwicklungsfaktoren der regionalen Verarbeitung und Vermarktung Trendentwicklungen von Anbietern und Nachfragern auf dem lokalen Öko-Markt Relevante Fachkräfteentwicklung in der Region Im Haushaltsplan 2020/2021 sind für das Haushaltsjahr 2020 für diese Untersuchung Mittel in Höhe von 100.000 Euro aus der Kulturförderabgabe bereitgestellt. Die Verwaltung wird mit einer kurzfristigen Ausschreibung zur Beauftragung eines geeigne- ten Instituts beauftragt. Begründung: Folgende Annahmen und Entwicklungen in Köln und der Region sind untersuchungsleitende Ausgangspunkte: Der Öko -Landbau besitzt als besonders nachhaltige Form der Landbewirtschaftung eine zunehmende gesellschaftliche Wertschätzung. Mehr Verbraucher/innen wünschen Produkte aus regionaler Erzeugung. Die Marktpotenziale für Bio-Lebensmittel aus der Reg ion sind ggf. größer als die ak- tuell verfügbaren Mengen. Zur Ausweitung des Öko -Landbaus wird in Zukunft eine Förderung notwendig sein, um den Agrarbetrieben eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. die Landwirtschaft sieht sich infolge der wachsenden Stadt Konflikten bei der Fl ä- chennutzung ausgesetzt. Die Untersuchung ist ein Bestandteil für den Aufbau einer kommunalen Ernährungspolitik. Diese soll durch die Umsetzung einer Ernährungsstrategie, die vom Ernährungsrat Köln und Umgebung initiiert wurde, vorangetrieben werden. Mit dieser Strategie befassen sich aktuell Verwaltung und Ratsgremien. Von der Untersuchung werden zu folgenden Handlungsfeldern konkrete Empfehlungen er- wartet: Maßnahmen zur Erhaltung und zum Ausbau lebensmittelerzeugender Landwirtschaft Förderung der regionalen Vermarktung und Verarbeitung von Lebensmitteln Förderung zunehmend nachhaltiger Lebensmittelproduktion und zur Unterstützung konventioneller Erzeuger, die regional vermarkten und/oder auf biologische Wirtschaftsweise umstellen möchten. Die Untersuchung soll die aktuelle Vielfalt und Situation der gewerblichen Landwirtschaft in der Region erfassen und darstellen und damit eine Basis für die Weiterentwicklung der Dis- tributionsbeziehungen zwischen Lebensmittelerzeugern, -händlern und –verbrauchern legen. Für Politik und Verwaltung stellt sich die Frage, durch welche kommunalen Maßnahmen die regionale Vermarktung und Verarbeitung regional erzeugter Lebensmittel sinnvoll gefördert werden können. - 3 - Zudem soll die Studie Anbau und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln gesondert betrachten – aus Erzeuger-, Händler- und Verbraucherperspektive. Die genaue Kenntnis der Entwick- lung der letzten Jahre kann Aufschluss über Marktpotenziale, Chancen und Schwierigkeiten geben. Somit werden wichtige Erkenntnisse gewonnen, die für eine realistische und belast- bare Einschätzung möglicher künftiger Entwicklungsmöglichkeiten und sinnvoller Förder- maßnahmen unabdingbar sind. Relevant ist, dass es ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist, die Transportwege zwischen Erzeuger und Verbraucher möglichst kurz zu halten, vor allem für Obst und Gemüse, Getrei- de, Milch und Fleisch. Der Fokus liegt auf der regionalen Perspektive, um weite Transporte signifikant zu vermindern und ein produktives Zusammenwirken von Land und Stadt in der Region zu fördern. Mit freundlichen Grüßen gez. Niklas Kienitz gez. Lino Hammer CDU-Fraktionsgeschäftsführer GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer gez. Ulrich Breite gez. Thor Zimmermann FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ratsgruppe GUT
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0404/2020
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (Grüne)
- Datum
- 12.03.2020
- Erstellt
- 12.03.2020 11:40