A-R/0032/2012
Druck auf Landes- und Bundesregierung verstärken - Kommunale Steuermöglichkeiten ausschöpfen!
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Originalantrag
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0032/2012 Seite 1 von 2 DIE LINKE. Ratsfraktion Achtermannstraße 19 48143 Münster Telefon 0251 / 9816051 19. Juni 2012 Antrag zur sofortigen Beschlussfassung Druck auf Landes- und Bundesregierung verstärken – Kommunale Steuermöglichkeiten ausschöpfen! Fast alle Städte und Gemeinden befinden sich in ein er Finanzkrise, aus der sie sich nicht aus eigener Kraft befreien und schon gar nicht hera us sparen können. Die Kommunen in NRW sind seit Jahrzehnten finanziell unzureichend a usgestattet. Die Folgen der sich immer weiter auftürmenden Schulden zeigen sich nich t nur in den kommunalen Bilanzen. Sie werden auch sichtbar in zerfallender öffentlich er Infrastruktur und in immer größeren Schwierigkeiten, ein Mindestangebot öffentlicher Di enstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. In vielen Städten wird seit Jahren der Mangel verwaltet. Gleichzeitig wachsen kommunale Aufgaben und Ausgabe n vor allem im Sozialbereich. Der Rat der Stadt Münster fordert von Bund und Land ein angemessenes Finanzierungskonzept für die Städte und Gemeinden ein. Der Rat der Stadt Münster fordert in einem ersten S chritt eine höhere Beteiligung des Bundes an den Kosten der Unterkunft für Langzeitarb eitslose. Die Berechnungsformel zur Errechnung des Bundesanteils an den Kosten der Unte rkunft im SGB II muss sich zukünftig an den tatsächlichen Sozialausgaben der K ommunen orientieren und darf nicht nur die Anzahl von Bedarfsgemeinschaften zur Grundlage nehmen. Der Rat der Stadt Münster stellt fest, dass das Kon nexitätsprinzip von Bund und Land fortwährend verletzt wird, wie die Beispiele Kinder bildungsgesetz oder die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie zeigen. Der Rat der St adt Münster fordert das Land NRW auf, umgehend alle Kürzungen, Mindereinnahmen und Mehrbe lastungen für die Stadt Münster zurück zu nehmen. Der Rat der Stadt Münster sowie d ie Kommunalen Spitzenverbände können sich mit einer weiteren Abschlagszahlung auf den ausstehenden Erstattungsbetrag nicht zufrieden geben. Die Kommunen sind der Ort, an dem politische Entsch eidungen für die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar sichtbar und spürbar werden. Doc h ohne ein schnelles Umsteuern von Bund und Land zugunsten der Kommunen wird der Entsc heidungsspielraum der meisten NRW-Stadt- und Gemeinderäte praktisch auf Null redu ziert. Für Kommunen gibt es nur noch wenige Möglichkeiten, wie z.B. mittels einer K ulturförderabgabe, mit denen sie ihre eigenen Steuermöglichkeiten ausschöpfen können. Die kommunalen Einnahmen sind durch die Senkung des Spitzensteuersatzes, der Kapitalertragssteuer sowie der Körperschaftssteuer in den letzten Jahren quasi eingebrochen. Daher schließt sich der Rat der Stadt Münster der Aussage von Herrn Kämmerer Alfons Reinkemeier in der Münsterschen Zeitung vom 13. Juni auf die Frage an, warum Münster nicht ohne neue Schulden auskommen kö nne: „Weil wir beispielsweise neue Aufgaben von Land und Bund bekommen, aber nich t das Geld dafür. Ein anderer Kostentreiber: Während wir bei den Ausgaben für Inv estitionen beispielsweise die Teuerungsraten einrechnen, ist dies bei den Zuschüssen nicht so. Dann bleibt oft ein Minus übrig. Auch die Gewerbesteuer und die Grundsteuer werden nicht, je nach Inflation, erhöht. Das beschert uns ein automatisches Minus von fünf Millionen Euro.“ Ebenso unterstützt der An den Oberbürgermeister Rat der Stadt Münster die Aussage von Herrn Oberbür germeister Markus Lewe in den Westfälischen Nachrichten vom 12. Juni von „fremdbestimmten Mehrausgaben“. Als Beispiele werden genannt: • „Auch die neuen gesetzlichen Vorgaben bei der Betr euung von Kindern unter drei Jahren sowie der gesellschaftliche Trend zu mehr Ga nztagesbetreuung zwecks Vereinbarung von Beruf und Familie gehen voll ins G eld. So weist die Stadtverwaltung darauf hin, das allein in der Zeit von 2009 bis 2011 die Zahl der Kinder in offenen Ganztagesgrundschulen von 2503 au f 3159 gestiegen sei. In der gleichen Zeit wuchs der Anteil der Kinder unter dre i Jahren, denen ein Betreuungsplatz angeboten werden kann, von 25 auf 3 1,4 Prozent. In beiden Fällen reichen Bundes- und Landesmittel sowie die Elternge bühren nicht aus, die Ausgaben zu stemmen. • 490 Stellen hat die münsterische Stadtverwaltung s eit 2001 im Bereich der sogenannten Kernverwaltung abgebaut. Zugleich aber wurden 334 Stellen neu geschaffen, um höhere Anforderungen im Bereich der Tagesbetreuung, im Bereich der pädagogischen Arbeit an den Schulen sowie im Be reich der Feuerwehr zu erfüllen.“ Hierdurch wird deutlich, dass keine Pote ntiale für Stellenstreichungen in Münster vorhanden sind. Als ein Beispiel ist hier z u nennen, dass der Bund eine gesetzliche Quote für die U3-Betreuung eingeführt h at, ohne für die Personalkosten aufzukommen. Damit Bundes- und Landesregierungen die Möglichkei t erhalten, die Kommunen besser finanziell auszustatten, ist es auch wichtig, dass die Steuereinnahmen auf diesen Ebenen verbessert werden. Daher spricht sich der Rat der S tadt Münster eindringlich für die Einführung einer Vermögensteuer aus und tritt öffen tlichkeitswirksam dem Bündnis „Vermögensteuer jetzt!“ ( http://www.vermoegensteuerjetzt.de ) bei. Der Rat der Stadt Münster fordert den Oberbürgermeister Lewe sowie die Verwal tung der Stadt Münster auf, sich entsprechend gegenüber der Landes- und Bundesregier ung für die Einführung einer Vermögensteuer einzusetzen. Für die Bürgerinnen und Bürger werden nur noch Eins chnitte spürbar. Damit ist nicht nur das Sozialgefüge der Kommunen, sondern auch die dem okratische Verfasstheit unseres Landes in Gefahr. Mit freundlichen Grüßen Iris Toulas Raimund Köhn Joachim Bruns DIE LINKE. Ratsfraktion Münster
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- Achtermannstraße 19
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0032/2012
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 19.06.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37