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2014/0193

Großer Woog, Maßnahmen zur Sicherung der Wasserqualität

Magistratsvorlage 12.05.2014

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2014/0193

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2014/0193

10862 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
07.08.2014 
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor  
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat II Dezernat IV 
Dezernat I 
an die Stadtverordnetenversammlung 
 
  OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
 
Amt: Sportamt 
-Eigenbetrieb Bäder- 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. Be- 
schlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
 
Vorlage-Nr. 2014/0193 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.:  424020 
Kostenstelle:  10500,10600 Investitionsnummer:  09106-0001 
Kostenträger:  EB Bäder Sachkonto:        
 
Betreff: Großer Woog, Maßnahmen zur Sicherung der Wasserqualität 
 
Vorlage vom: 12.05.2014 
 
Beschlussvorschlag : 
1.  Den vorgeschlagenen Maßnahmen „Errichtung einer Vorsperre mit Phosphor-
Eliminierungsanlage“ und „Entschlammung des Großen Woogs“ wird zugestimmt. 
2.  Die erforderlichen Mittel werden im MIP des Eigenbetriebes Bäder wie folgt eingestellt: 
a)  Vorsperre mit Phosphoranlage, Grobkostenschätzung insgesamt ca. 390.000 €, davon 
Planungsmittel 40.000 € (Nachtragshaushaltsplan 2014), Baukosten 350.000 € (Ver- 
pflichtungsermächtigung im Haushalt 2015 für das Jahr 2016) 
b)  Entschlammung, Grobkostenschätzung laut Angebotseinholung ca. 1.120.000 €, davon 
Planungskosten ca. 90.000 € (Nachtragshaushaltsplan 2014), Haushalt 2015 kassen- 
wirksam 100.000 € und als Verpflichtungsermächtigung 930.000 € (430.000 für 2016, 
500.000 € für 2017)

- 2 - 
3.  Deckungsmittel für die Ansätze im Nachtragshaushalt von 130.000 € stehen bei der Kos- 
tenstelle 066-160-1000 Gewässer, Inv.-Nr. 11066-4501 “WRRL Schwarzbachgebiet-Ried“ 
zur Verfügung. 
4.  Nach Magistratsbeschluss kann im Vorgriff auf den Nachtragshaushalt 2014 auf die Pla- 
nungskosten für die Vorsperre mit Phosphor-Elimierungsanlage in Höhe von 40.000 € so- 
wie die Planungsmittel für die Entschlammung in Höhe von 90.000 € zugegriffen werden. 
5.  Der Eigenbetrieb Bäder wird ermächtigt, nach Magistratsbeschluss weitere Planungs- 
schritte in Auftrag zu geben. 
6.  Die Planungen zur „Errichtung einer Vorsperre mit Phosphor-Eliminierungsanlage“ und 
zur „Entschlammung des Großen Woogs“ werden zusammen mit den Ergebnissen des Be- 
teiligungsverfahrens in weiteren Magistratsvorlagen zur Entscheidung vorgelegt. 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12. Mai 2014 
 
 
Um die Entwicklung des Großen Woogs zu einem polytrophen Gewässer dauerhaft zu verhin- 
dern und somit die Nutzung des Großen Woogs als Naturbadesee sicherzustellen, sind die 
vorgeschlagenen Maßnahmen „Vorsperre mit Phosphor-Anlage“ sowie „Entschlammung“ 
dringend erforderlich. 
 
In den zurückliegenden Jahren war die Algenentwicklung im Badegewässer Großer Woog häu- 
fig sehr kritisch und bedrohte die Aufrechterhaltung des Badebetriebes. Die Algenentwick- 
lung hängt im Großen Woog entscheidend von der Pflanzenverfügbarkeit von Phosphor ab 
(Minimumfaktor), die Stickstoffversorgung ist dagegen nicht entscheidend. Neben Maßnah- 
men zur Vermeidung von Phosphoreintragungen in den Darmbach sind weitergehende Maß- 
nahmen zur gezielten Phosphorelimination erforderlich, um den notwendigen Zielwert von 
maximal 40 µg/l o-PO 
4-P im Woogzulauf einhalten zu können. 
 
Für eine wirkungsvolle Phosphorreduktion im Großen Woog genügt es allerdings nicht, nur 
die Konzentration im Darmbach-Zulauf abzusenken. Parallel dazu ist es erforderlich, den mit 
Phosphaten angereicherten Sedimentschlamm möglichst umfassend zu entfernen, da von 
dem Schlamm bei absinkenden Phosphat-Konzentrationen im Woogswasser Rücklösungen 
ausgehen würden. Eine Entschlammung des Woogs wird seit vielen Jahren von den Badegäs- 
ten und dem Verein Woogsfreunde e.V. gefordert, um zum einen die Wasserqualität zu ver- 
bessern und zum anderen die heutigen Flachzonen wieder zu vertiefen. Die letzte Ent- 
schlammung des Großen Woogs fand Anfang der 1960er Jahre statt. 
 
Durch die vorgesehene Abkoppelung des Darmbaches und des Meiereibaches vom städti- 
schen Kanalnetz sowie der erforderlichen Reparatur des Hauptablassschiebers am Großen 
Woog bis 2017 besteht für den Eigenbetrieb Bäder die zeitliche Notwendigkeit, die erforder- 
lichen Maßnahmen zur Sicherung der Wasserqualität des Großen Woogs als Badesee voran 
zu bringen.  
 
Die im limnologischen Gutachten von Hoehn und Tworeck vorgeschlagenen Maßnahmen wur- 
den im Auftrag des Eigenbetriebs Bäder durch das Ingenieurbüro Dr. Plasa auf die Wirksam- 
keit untersucht und mit Handlungsempfehlungen versehen. In Zusammenarbeit mit dem 
Straßenverkehrs- und Tiefbauamt wurden die vorgeschlagenen Maßnahmen geprüft.  
 
Verworfen wurde dabei der Vorschlag zur Errichtung eines Bodenfilters 
: Die Maßnahme kann 
aus Platzgründen und aufgrund der Höhenverhältnisse im Einzugsbereich vom Breslauer 
Platz bis zum Einlauf Großer Woog nicht realisiert werden. 
 
Vorgeschlagene Einzelmaßnahmen zum Schutz des Großen Woogs vor zu hohem Phosphat- 
eintrag : 
 
Phosphatabsorption am Meiereibach 
Um eine weitere Erhöhung der Nährstofffracht durch Einleitung des Meiereibaches in den 
Großen Woog als Badesee auszuschließen, wird vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt eine 
bauliche Maßnahme als Stufe 1 am Judenteich geplant und umgesetzt. Der Grenzwert für 
Orthophosphat < 40 µg/l o-PO 
4-P ist dabei einzuhalten.  
Das Wasser des Meiereibachs fließt dann in Höhe des Botanischen Gartens wieder in den 
Darmbach. Die Maßnahme soll im Jahr 2016 umgesetzt werden. 
            . . .

- 4 - 
Errichtung einer Vorsperre mit Phosphor-Elimierungsanlage 
Die Maßnahme wurde vom Ingenieurbüro Dr. Plasa hinsichtlich ihrer Wirksamkeit untersucht 
und zur Umsetzung empfohlen. Diese Stufe 2 erfolgt als Maßnahme des Eigenbetriebs Bäder 
als Phosphat-Elimination in einer Vorsperre am Woog auf dem Gelände des Eigenbetriebs 
Bäder zwischen Froschweg und Darmbach. 
 
Da die Phosphat-Konzentration im Darmbach schwankt, soll das Wasser möglichst nur dann 
behandelt werden, wenn der Zielwert von 40 µg/l o-PO 
4-P überschritten wird, was z. B. bei 
Regenwetter und in bestimmten Jahreszeiten gegeben ist (Dosieranlage abhängig vom Volu- 
menstrom und Phosphatkonzentration). Optional soll als mögliche Erweiterungsstufe durch 
das beauftragte Fachplanungsbüro Dahlem, Darmstadt geprüft werden, wie die Vorsperre 
samt Eliminierungsanlage erweitert werden müsste, wenn die Maßnahme Stufe 1 am Meie- 
reibach sich als nicht ausreichend erweisen sollte.  
 
Das Ingenieurbüro Dahlem wurde mit der Grundlagenermittlung und Vorplanung beauftragt. 
Eine Grobkostenschätzung geht von reinen Baukosten in Höhen von ca. 350.000 € aus. Hinzu 
kommen für die weitere Betreuung des Projektes (Leistungsphasen 3 bis 9 HOAI) weitere 
Planungsmittel von ca. 40.000 €.  
 
Entschlammung des Großen Woogs 
Die Gutachten belegen, dass die Jahresmenge des Phosphoreintrages durch Rücklösung aus 
dem Sediment eine ähnliche Größenordnung hat, wie der Eintrag durch den Darmbach. Die 
geschätzten Kosten belaufen sich aufgrund eines Richtpreisangebotes einer Fachfirma auf 
rund 1.030.000 € brutto plus Planungskosten ca. 90.000 €. 
 
Umsetzung und Finanzierung von Vorsperre und Entschlammung des Großen Woogs 
Beide Maßnahmen sollen nach Rücksprache mit dem Straßenverkehrs- und Tiefbauamt bis 
März 2017 umgesetzt werden, da zu diesem Zeitpunkt die Reparatur des Hauptablassschie- 
bers als Voraussetzung für die Abkopplung des Darmbachs vom Kanalnetz erfolgen soll und 
hierzu der Woog im Herbst 2016 großflächig abgesenkt werden muss.  
 
Nach Vorlage eines Vorentwurfes der beiden Maßnahmen ist ein Beteiligungsverfahren mit 
Anliegern und Interessensverbänden vorgesehen. Die Einbeziehung der Oberen Naturschutz- 
behörde vor dem Vorentwurfsverfahren ist sicherzustellen. Die fachplanerische Begleitung 
durch ein geeignetes Fachbüro für alle Phasen der Projektabwicklung ist erforderlich. 
 
Die zu erstellenden Planungen der beiden Maßnahmen werden zusammen mit den Ergebnis- 
sen des Beteiligungsverfahrens in gesonderten Magistratsvorlagen zur Entscheidung vorge- 
legt. In dieser Magistratsvorlage werden auch die noch zu erarbeitenden Folgekosten darge- 
stellt. 
 
Die Maßnahmen sind planerisch voran zu bringen und die entsprechenden Mittel im Wirt- 
schaftsplan des Eigenbetriebes Bäder einzustellen: 
 
a) Vorsperre Großer Woog 
 40.000 € Nachtragshaushalt 2014 Planungskosten 
 350.000 € Haushalt 2015 VE für 2016 Baukosten 
 
  390.000 € Zwischensumme 
 
 
 
          . . .

- 5 - 
b) Entschlammung Großer Woog 
 90.000 € Nachtragshaushalt 2014 Planungskosten (Vor- und Entwurfsplanung, 
Gutachten) 
 100.000 € Haushalt 2015 Planungskosten (Genehmigun gs- und Ausfüh- 
rungsplanung, Ausschreibung) 
 430.000 € Haushalt 2015 VE für 2016 1. Baurate 
 500.000 € Haushalt 2015 VE für 2017 2. Baurate 
 
 1.120.000 € Zwischensumme 
 
 1.510.000 € Summe 
 
 
Da die Planungen noch im Jahr 2014 beginnen müssen, um eine Realisierung bis März 2017 
erreichen zu können, ist es erforderlich, bereits nach Magistratsbeschluss auf die im Nach- 
trag 2014 einzustellenden Planungsmittel zugreifen zu können. Deckungsmittel für die An- 
sätze im Nachtragshaushalt von 130.000 € stehen bei der Kostenstelle 066-160-1000 Ge- 
wässer, Inv.-Nr. 11066-4501 WRRL Schwarzbachgebiet-Ried zur Verfügung. 
 
Weitere begleitende Maßnahmen : 
 
Entwässerung der Bundesstraße 26 
 
Teile der Hanauer Straße (B 26) entwässern über ein Rückhaltebecken in den Darmbach. Das 
Straßenverkehrs- und Tiefbauamt steht im Kontakt mit Hessen mobil, um Möglichkeiten der 
Stoffrückhaltung im Becken zu verbessern. 
 
Stoffrückhalt im Einzugsgebiet des Darmbaches 
  
Um eine Reduzierung der organischen und mineralischen Einträge zu erreichen, hat das 
Straßenverkehrs- und Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt und Hessen 
Forst die an den Waldwegen südlich des Vivariums bereits vorhandenen Mulden im Frühjahr 
2014 erneuert und - soweit möglich - erweitert. Dadurch wird die Hauptfracht für organisches 
Material bei Starkregen (fließende Welle) im Einzugsbereich reduziert. 
Möglichkeiten zur Entnahme von Bachsediment im Bereich Botanischer Garten, TSG-Gelände 
und Einlauf Großer Woog sind weiter zu verfolgen. 
 
Reduzierung der Fischpopulation 
 
Die angestrebte Maßnahme ist in Abstimmung mit dem Anglerverein vor der Entschlammung 
abzustimmen. Die Genehmigung durch die Obere Fischereibehörde ist einzuholen. 
 
Darmstadt, 12. Mai 2014 
520 Ra                  NSt. 2974 
 
 
Dezernat I   Dezernat II   Dezernat IV 
 
 
 
 
Jochen Partsch  Rafael Reißer   André Schellenberg 
Oberbürgermeister  Bürgermeister   Stadtkämmerer

Beratungsverlauf (4)

TOP 61
TOP 42
TOP 17
TOP 359

Orte (4)

  • Froschweg
  • Breslauer Platz
  • Am Judenteich
  • Hanauer Straße

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Details

Vorlagen-Nr.
2014/0193
Typ
Magistratsvorlage
Datum
12.05.2014
Erstellt
29.09.2026 00:00