2012/0267
Bericht des Kulturdezernenten zum Antrag 'Freiräume schaffen' vom 29.12.2011
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2012/0267
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 08.08.2012 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Kulturamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2012/0267 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: Kostenstelle: Investitionsnummer: Kostenträger: Sachkonto: Betreff: Bericht des Kulturdezernenten zum Antrag "Freiräume schaffen" vom 29.12.2011 Vorlage vom: 06.08.2012 Beschlussvorschlag: Der Magistrat nimmt den Bericht zur Kenntnis. Der Bericht ist an die Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnisnahme weiterzuleiten. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein - 2 - Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.08.2012: Die Kulturverwaltung hat den Antrag „Freiräume schaffen“ fachlich geprüft und kommt zu folgendem Ergebnis: (1) Kultur braucht die Zivilgesellschaft, braucht die Kraft der Individuen. Sie lebt von der Vielfalt der Kulturen. Kunst und Kultur brauchen Räume für Experimentelles, bei denen sich Unbekanntes, Unvorhersehbares und Unbequemes entfalten kann. Unter dieser Maxime arbeitet die Kulturförderung der Stadt Darmstadt. Sie ist Grundlage der kulturellen Praxis vor allem in den Bereichen Freie Kulturinitiativen, Freie Szene und Freie Theater und spiegelt sich auch in den städtischen Kulturförderungsrichtlinien wider. (2) Die Stadtverordnetenversammlung fordert den Magistrat deshalb auf zu prüfen, welche Räume sich in Darmstadt dafür eignen und sie zugleich als Freiräume Kulturschaffenden unbeaufsichtigt zur Verfügung zu stellen. „Freiräume“ können ungenutzte oder „vergessene“ Orte sein, die durch das Engagement der Darmstädterinnen und Darmstädter (wieder-)belebt werden können. Das Angebot an solchen „Freiräumen“ für selbstorganisierte Events wie Ausstellungen, Installationen, Performances, Konzerte oder Parties ist wichtiger Bestandteil einer aktiven Kulturförderung. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern kann so das kreative Potential in den „Freiräumen“ der Stadt sichtbar gemacht werden. Die Praxis zeigt, dass in der Regel Freie Kulturschaffende/Kreative auf die Kulturverwaltung zu gehen und um Unterstützung bei der Realisierung ihrer Ideen bitten. Dabei ist festzustellen, dass in den meisten Fällen die für kreative Ansätze in der freien Kulturarbeit, für kulturelle Projekte oder Veranstaltungen geeigneten konkreten Orte von Akteuren bereits gefunden wurden und deren Finanzierung das eigentliche Thema ist. Es findet dazu eine ausführliche Information und darüber hinaus auch eine Beratung durch die Mitarbeiter/innen des Kulturamtes/des Eigenbetriebs Kulturinstitute zu den Fördermöglichkeiten statt. Insbesondere sind es auch Studierende, die mit zeitgemäßen Projektideen auf das Kulturamt zukommen. Wird dagegen ein Ort für kulturelle Aktivitäten gesucht, unterstützt das Kulturamt, in dem es beim Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung oder beispielsweise bei der Bauverein AG nachfragt, ob geeignete leerstehende Immobilien zur Verfügung stehen und vermittelt gegebenenfalls vorhandene Räumlichkeiten. Bei der Bespielung öffentlicher Plätze werden Kontakte zu den Ämtern, die die Genehmigungen erteilen, und zu anderen Netzwerken hergestellt. Nachstehende Beispiele sollen verdeutlichen, dass solche Projekte Bestandteil der Freien Kulturszene in Darmstadt sind: Ein Beispiel für ein spannendes und erfolgreiches Projekt war der auf zwei Jahre angelegte Projektraum „Holden“ des Künstlers Lukas Einsele und der Kuratorin Jessica Beebone, in dem ein vielschichtiges freies Kunstprojekt im Bürgerparkviertel, Bad Nauheimer Straße, realisiert wurde. Zielsetzung war die Einbindung der Bewohner und ihrer Lebensräume in das Projekt. Es fanden Ausstellungen, Workshops, Installationen und Performances in einem leerstehenden Ladengeschäft und auf Plätzen des Bürgerparkviertels statt. Ein weiteres Beispiel ist das „Earl Street Projekt“ in einer leerstehenden Hinterhofimmobilie in der Pallaswiesenstraße, das von jungen Kreativen initiiert und realisiert wurde. Das ehemalige Stallgebäude wurde in Eigeninitiative renoviert und wird als Ausstellungsraum für noch unbekannte bildnerisch Kreative zur Verfügung gestellt. Auch hier gab es vom Kulturamt und dem Amt für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung sowie vom Stadtplanungsamt fachliche Beratungen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Projekts. Aktuell gibt es noch weitere Projekte, die diesem Themenkreis zugeordnet werden können: • Architektursommer Darmstadt 2012 Projekt „Cage 100“: Zusammenarbeit von Hochschule Darmstadt/Centralstation/IMD und beispielhaft für große Vielfalt und kulturelle Nutzung von bisher - 4 - nicht kulturell genutzten Orten wie den Hauptbahnhof und seine unmittelbare Umgebung (Plätze, Parkgelände und Kiosk) • Kreativ-Stammtisch: initiiert von Hessen Design, kreatives Netzwerk aller kulturellen/kreativen Sparten, um Möglichkeiten des kreativen Zusammenarbeitens und gegenseitigen Unterstützens auszuloten • Monatlich findet im Design Haus außerdem ein Beratungstag für die Kultur- und Kreativwirtschaft statt. Veranstalter ist das Kompetenzzentrum Kultur&Kreativwirtschaft des Bundes in Hessen. Dieses Angebot wird auch von freien Kulturschaffenden sehr gut angenommen • Love, peace & architecture, vielschichtiges kulturelles Projekt und Netzwerk, das auf dem ehemaligen Kasernengelände realisiert werden soll, initiiert von der Centralstation und Kooperationspartnern (in Planung) • Projekt „Dantons Tod“ der freien Theaterinitiative „Die Theatermacher“ in Zusammenarbeit mit Darmstädter Schulen auf Straßen und Plätzen in Darmstadt anlässlich der Georg Büchner- Gedenkjahre im Juli 2012 • Als kulturelle Netzwerke haben sich weitere Gruppierungen von Kulturschaffenden zusammen gefunden mit regelmäßigen Terminen: „Kulturschaffende Frauenzimmer“, eine Initiative kulturell tätiger Frauen, sowie der Literaturstammtisch der Literaturveranstalter in Darmstadt, dem Literarische Vereine, Kulturhäuser, Buchhandlungen etc. angehören. Zusammenfassend kommt die Fachverwaltung zu der Einschätzung, dass die Entwicklung sehr positiv verläuft. Die Eigeninitiative der Kulturschaffenden Experimentelles, Unbekanntes, Unvorhersehbares und Unbequemes in Projekten zu entfalten ist ausdrücklich gewünscht und sollte nicht eingeschränkt werden. Es geht vor allem darum Unterstützung zu leisten, wenn diese zur Realisierung von Projektideen benötigt wird. Eine andere Handhabung wird nicht für sinnvoll gehalten. Darmstadt, 06.08.2012 41-Lo Dezernent I Jochen Partsch Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (4)
Orte (2)
- Bad Nauheimer Straße
- Pallaswiesenstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0267
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 06.08.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00