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SV-2013/0007

Antrag der Fraktion Die Linke. vom 24. Januar 2013 betr. Verbindungsstraße 'Beyerweg' zwischen Römerstraße und Blütenallee umbenennen

Antrag 24.01.2013

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SV-2013/0007

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SV-2013/0007

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Darmstadt, den 09/11/2013 
 
Antrag 
 
 
Der Magistrat möge beschließen: 
 
Die Verbindungsstraße „Beyerweg“ zwischen Römerstraße und Blütenallee in Darmstadt-
Arheilgen so bald als möglich umzubenennen. 
 
Der Beyerweg in Darmstadt – Arheilgen, eine Verbindungsstraße zwischen der Römerstraße und der 
Blütenallee, ist benannt nach Adolf Beyer. Der Katalog „Straßenbenennung in Darmstadt – 
Straßenverzeichnis der Stadt Darmstadt mit Erläuterungen zur Namensgebung“ weist dies mit dem 
Textzusatz „benannt nach Prof. Adolf Beyer (1869-1953), Darmstädter Maler“ aus. Der 
Verbindungsweg wurde am 12.12.1973 nach Adolf Beyer als „Beyerweg“ benannt. 
Das Lexikon „Von Adelung bis Zwangsarbeit – Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in 
Darmstadt“ (siehe http://www.dfg-vk-darmstadt.de/index_lexikon_auflage2.htm
) weiß in seiner zweiten 
Auflage folgendes von Adolf Beyer zu berichten: 
„Beyer fühlte sich schon in den 20er Jahren der faschistischen Bewegung, sprich den 
Nationalsozialisten, verbunden....1931 malte er in der Zeit des Verbotes der NSDAP ein 
großformatiges Ölgemälde, das Adolf Hitler in kämpferisch-heroischer Pose darstellte. Er gab seinem 
Werk den Titel: "Der Führer in der Kampfzeit". Im Zuge der faschistischen Machtergreifung wurde 
dieses von der Hessischen Landesregierung erworben und erhielt im Staatsministerium einen 
"Ehrenplatz". 
Beyer war bekennendes Mitglied der NSDAP. Eine Stadtverordnetenliste führte den in der Annastraße 
61 wohnhaften Adolf Beyer als Ratsherrenmitglied seit 1933 auf. Von Anfang an hatte er seinen Sitz 
im faschistisch gleichgeschalteten Darmstädter Rathaus. Als 1934 die "Deutsche 
Frühjahrsausstellung" und 1935 die "Darmstädter Kunstschau deutscher Meister" stattfand (siehe 
Entartete Kunst, dort zum Absatz springen), war Adolf Beyer derjenige, der als Verantwortlicher dem 
völkisch-nationalen Kunstverständnis des NS-Regimes eine breite Öffentlichkeit verschaffte. Der 
faschistische Oberbürgermeister Wamboldt in Darmstadt würdigte Beyer im Rahmen des ihm 1934 
verliehenen Kulturpreises der Stadt Darmstadt als jemanden, der sich "... nach der 
nationalsozialistischen Machtergreifung...rückhaltlos zur Erfüllung der kunst- und kulturpolitischen 
Aufgaben der Stadt zur Verfügung gestellt hat". Im Rahmen von Eröffnungsreden verschiedener 
Kunstausstellungen, u.a. auch auf der Mathildenhöhe, brachte er sein Verhältnis zur NS-Diktatur 
immer wieder zum Ausdruck. Er sprach davon, daß er eine Kunstschau bieten will, die dem "Wunsch 
des Führers" entspräche und in der zum Ausdruck kommen sollte, "... daß kein anderes Volk der Welt 
uns künstlerisch überlegen ist." In einem polemischen Vorwort im Ausstellungskatalog der "Deutschen 
Frühjahrsausstellung", die von März bis September 1934 auf der Mathildenhöhe stattfand, ließ sich 
Adolf Beyer über den "... in der ganzen Kunstgeschichte beispiellosen Niedergang" aus. - Die 
"Herrschaft des Minderwertigen" hätte den Deutschen eingeredet, "es gäbe keine deutsche Kunst 
mehr". Auch benannte er die Schuldigen dieser Entwicklung: "... fremdrassiges  
 
Händlertum, gänzlich verbildete Literaten und Kunstschwätzer." Als "Zeichen des Verfalls, trauriges 
Treiben und Schreckenskammern" bezeichnete er u.a. die Nationalgalerie in Berlin, die mit der 
Anschaffung von "gehobenen Vertretern einer rohen Unkunst", wie Van Gogh, Renoir, Manet etc. 
diesen Raum verschaffe und gleichzeitig die finanziellen Mittel zur Förderung völkisch-nationaler

2 
Kunst unsinnig verschlingen würde. Den von den Nationalsozialisten 1939 gestifteten Kulturpreis der 
Stadt Darmstadt erhielt er 1943 verliehen....So wird wenigstens einem Mann gedacht, der sich 
während der NS-Diktatur in besonderem Maße in den Dienst der faschistischen Machthaber gestellt 
hatte.“ 
 
Weitere Begründung mündlich. 
 
Als mögliche neue Namensgeber der Verbindungsstraße zwischen Römerstraße und Blütenallee in 
Arheilgen, möchten wir den Arheilger Künstler, Grafiker und Zeichner, Helmut Lortz, 
Geboren wurde Helmut Lortz zwar 1920 in Schneppenhausen, er wuchs aber in Arheilgen auf und 
blieb dem Darmstädter Ortsteil sein Leben lang verbunden. Als Graphiker, Zeichner, Dozent an der 
Werkkunstschule Darmstadt und von 1959 bis 1986 als Professor für experimentelle Grafik an der 
Hochschule für Bildende Künste Berlin, der heutigen Universität der Künste, Berlin, erlangte er einen 
hohen nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad. 
Helmut Lortz gehörte beinahe von Anbeginn (seit 1948) der nach den Jahren der 
nationalsozialistischen Kulturbarbarei erstandenen Neuen Darmstädter Sezession an. Er gestaltete 
über Jahrzehnte deren Kataloge, Plakate und Publikationen. Neben dem international bekannten 
Zeichen der „internationalen Funkausstellung Berlin“ gestaltete er das allen Darmstädterinnen und 
Darmstädtern bekannte liebevolle Logo des Darmstädter Heinerfestes. 
Oder den Arheilger Widerstandskämpfer Philipp Benz vorschlagen. 
Geboren wurde Philipp Benz 1912 in Darmstadt-Arheilgen, er verstarb am 13.11.2011 Darmstadt-
Arheilgen. Nach einer Maurerlehre bildete er sich zum Hochbauingenieur fort. Schon mit 14 Jahren 
trat er der Sozialistischen Arbeiter Jugend (SAJ) bei und engagierte sich auch bei den Naturfreunden. 
Er wurde 1931 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband (KJVD), der Roten Hilfe und der KPD, 
übernahm Funktionen innerhalb dieser Organisationen und engagierte sich politisch gegen den 
aufkommenden Nationalsozialismus. Wegen dieser Tätigkeiten wurde er Anfang September 1933 
verhaftet und in das KZ Osthofen
 eingeliefert. Nach seiner Entlassung wurde er arbeitslos. Ende März 
1934 erneut verhaftet, wurde er vom Oberlandesgericht Darmstadt wegen Vorbereitung zum 
Hochverrat angeklagt, aber mangels Beweisen freigesprochen. Um den ständigen Vorladungen durch 
die Gestapo zu entgehen, verließ er nach seiner Freilassung Darmstadt. 1945 kehrte er nach 
Arheilgen zurück und engagierte sich beim Wiederaufbau der KPD, für die er auch in die 
Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde. Dort wurde er Mitglied des Bauausschusses und 
Sportausschusses, dessen Vorsitz er übernahm. 1948 wirkte er bei der Zusammenführung der 
Arheilger Sportvereine zur "Sportgemeinschaft Arheilgen" mit. Für seine gesellschaftlichen Aktivitäten 
wurde er 1973 mit der silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt geehrt und 1977 zum 
Ehrenvorsitzenden der "Sportgemeinschaft Arheilgen" ernannt. Er gehörte 1949 zu den Gründern der 
gemeinnützigen Baugenossenschaft Arheilgen. 
Im Jahr 1972 gehörte er zu den Gründern der Lagergemeinschaft Osthofen und stand seitdem als 
Zeitzeuge Schulklassen und anderen Gruppen bei Führungen zur Verfügung. Als einer der letzten 
noch lebenden ehemaligen Häftlinge des KZ Osthofen
 unterstützte er den Förderverein Projekt 
Osthofen e.V. und die Landeszentrale für politische Bildung. Auch beteiligte er sich in den 1980er 
Jahren aktiv in der Friedensbewegung und war auch an der Entwicklung der Stadtführungen 
"Widerstand und Verfolgung in Darmstadt 1933-1945" beteiligt. Er wirkte im Projekt der 
Evangelischen. Erwachsenenbildung "Zwangsarbeit in Südhessen" mit, publizierte in der "Zeitung für 
Darmstadt" Artikel zur Geschichte der Arbeiterbewegung und in Leserbriefen, Zeitungsartikeln und 
offenen Briefen erinnerte er an die Schicksale politisch Verfolgter im NS – Regime (siehe 
http://www.dfg-vk-darmstadt.de/index_lexikon_auflage2.htm
). 
 
 
Martina Hübscher-Paul Karl-Heinz Böck 
Dr. Natalie Krieger  Fraktionsvorsitzender 
Stadtverordnete

Beratungsverlauf (1)

TOP 19.4

Orte (5)

  • Römerstraße
  • Blütenallee
  • Beyerweg
  • Landgraf-Philipps-Anlage 32
  • Annastraße 61

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Details

Vorlagen-Nr.
SV-2013/0007
Typ
Antrag
Datum
24.01.2013
Erstellt
29.09.2026 00:00