Mandari Insight

V/0531/2021

Jahresabschluss 2020 der Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH (MCC HaMü)

Vorlagen 13.08.2021

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Nächste Beratung: Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft, Sitzung am 28.09.2021, TOP 11.15

Anlage A

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Anlagen zur Vorlage 0531

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Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage A

915 Zeichen

Anlage A zur V/0531/2021 
Kurzüberblick 
 
Jahresabschluss der Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH zum 31.12.2020 
inkl. der Ermächtigung des Vertreters in der Gesellschafterversammlung. 
 
 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
 
Zustimmung des Gesellschafters Stadt Münster zum Jahresabschluss der Messe und Congress 
Centrum Halle Münsterland GmbH zum 31.12.2020 
 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 1501 Anteile an Unternehmen 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja x Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja x Nein   
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja x Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
 vollständig 
freiwillig 
HGB; GO NRW; Satzung der Gesellschaft 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
 
Keine

Anlagen zur Vorlage 0531

26174 Zeichen

Anlage1 zur Vorlage V/0531/2021

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Messe und Congress Centrum
Halle Münsterland GmbH
Münster

Gewinn- und Verlustrechnung für
die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

_

Umsatzerlöse

n

erbrachten Leistungen
Bruttoergebnis vom Umsatz
Vertriebskosten

Allgemeine Verwaltungskosten
Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Zinsen und ähnliche Aufwendungen

eoanonnw

- davon aus Aufzinsung: EUR 110,75

(Vorjahr: TEUR 0,1)
10. Ergebnis nach Steuern
11. Sonstige Steuern
12. Jahresfehlbetrag/-überschuss
13. Gewinnvortrag
14. Entnahmen aus der Kapitalrücklage
15. Bilanzverlust/-gewinn

Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse

2020 2019

EUR TEUR
3.727.738,93 9.876,8
5.679.123,72 8.893,5
-1.951.384,79 983,3
99.906,24 229,3
534.772,24 627,2
1.764.614,51 89,1
27.134,95 46,7
865,38 1,7
681,75 0,2
-848.400,08 170,7
527.32 1,8
-848.927,40 168,9
288.895,29 0,0

120.000,00 120.0
-440.032,11 288,9

Anlage 2 zur Vorlage V/0531/2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020
Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH
Grundlagen des Unternehmens

Die Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH führt im Interesse der Stadt Münster und der
Gemeinden des Münsterlandes Veranstaltungen aller Art im eigenen und fremden Namen durch. Sie ist
eine Betreibergeselischaft und betreibt das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland.

Unter Veranstaltungen aller Art werden verschieden Formate wie Tagungen, Kongresse, Messen, Märkte,
kulturelle, gesellschaftliche, sportliche, unterhaltende, landwirtschaftliche und öffentliche
Veranstaltungen, Feste, Märkte, Shows u. Ä. verstanden. Diese diversen Formate werden regelmäßig
durchgeführt. Insgesamt finden in gewöhnlichen Jahren jährlich durchschnittlich 200 Veranstaltungen statt.
Das Unternehmen darf sich wirtschaftlich, entsprechend 88 107, 109 GO NRW betätigen.

Die Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH wurde im Jahr 1926 gegründet und hat derzeit
vier Gesellschafter. Zum Stichtag 31.12.2020 waren 41 Mitarbeitende, eine duale Studentin und sieben
Auszubildende im Unternehmen beschäftigt.

Das Unternehmen verfolgt seit Beginn 2018 die strategische Ausrichtung: Wachstum, Attraktivität und
Ressource. Diese drei strategischen Stoßrichtungen sind interdependent und gleichrangig zueinander.

Das Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen in den Veranstaltungsformaten Messen und Kongresse.
Diese Veranstaltungsarten generieren in der Regel einen hohen positiven Deckungsbeitrag und fördern,
aufgrund der Dauer und der implizierten Übernachtungen, die Wirtschaft in und um Münster durch die
wirtschaftlichen Sekundäreffekte, von denen vor allem das Gastgewerbe und der Handel profitieren. Zur
weiteren Entwicklung und quantitativen wie qualitativem Wachstum bei den fokussierten Formaten wird
in der Organisation der Bereich Kundengewinnung personell erweitert.

Wachstum fordert Attraktivität und Attraktivität fördert Wachstum. Das Messe und Congress Centrum
Halle Münsterland entwickelt stetig neue Tools, um hohe Attraktivität bei Kunden und Gästen zu erreichen.
Deshalb ist bei allen Leistungen ein hoher Qualitätsanspruch Grundlage. Umfassende Beratung, Kompetenz
und Know-How, Ausstattung und Ambiente sind Voraussetzung für die persönliche Kundenorientierung und
den Service. Das Vertrauen ihrer Kunden ist der Zukunftsfaktor: Kundenbindung.

Neben der Attraktivität und dem Wachstum ist die Weiterentwicklung der Ressourcen der dritte
wesentliche Faktor der strategischen Ausrichtung. Der Fokus richtet sich auf drei zukunftssichernde und -
gestaltende Ressourcen: Personal/Mitarbeitende, Gebäude und Infrastruktur/EDV. Zu ersterem gehören
Personalentwicklung, Arbeitgeberattraktivität, Führungskräfteentwicklung sowie Werte- und
Kulturmanagement. Mit den Ressourcen Gebäude und infrastruktur/EDV gilt es, die Weiterentwicklung und
die Funktionalität der Liegenschaft sicherzustellen. Neue Strukturen und Prozesse wurden hierfür
aufgesetzt und stetig durch Infrastrukturmanagement und den Ausbau der Digitalisierung weiterentwickelt.

Entwicklung der Branche und der Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH

Seit einem Jahr wird die Gesamtwirtschaft durch die Krise — ausgelöst durch die COVID19-Pandemie —
bestimmt. Teile der Wirtschaft sind durch den Lockdown komplett oder zum großen Teil zum Erliegen
gekommen; darunter der Handel, Hotellerie, Gastronomie und die gesamte Veranstaltungsbranche.

Die Veranstaltungsbranche insgesamt erlebt aufgrund der Pandemie eine noch nie da gewesene
einschneidende Zäsur. Bedingt durch.die langen Zeiten der Lockdowns, der damit verbundenen Schließung
der Gastronomie sowie das Verbot zur Durchführung von bestimmten Veranstaltungen/
Veranstaltungsformaten leidet ein riesiger Wirtschaftszweig, der unter anderem aus
Veranstaltungslocations, Messebetreibern, Konzert- und Kongressveranstaltern, Caterern, Künstlern, der
Veranstaltungstechnikbranche, Soloselbstständigen und zahlreichen Dienstleistern - z. B. Ordnungs- und
Sicherheitsdienst, Auf- und Abbauhelfer uvm. — besteht. Von diesen Auswirkungen ist die Messe und
Congress Centrum Halle Münsterland GmbH auch direkt betroffen. Von den ursprünglich im Jahr 2020
geplanten Veranstaltungen konnten lediglich .die bis zum 10. März vorgesehenen Veranstaltungen,
entsprechend der ursprünglichen Planung, realisiert werden. In den folgenden Monaten wurden
Veranstaltungen - sofern eine Veranstaltungsdurchführung vom Gesetzgeber erlaubt wurde — vor allem
durch Abstands- und Hygienemaßnahmen geprägt. Dies hat dazu geführt, dass die Durchführung vieler
Veranstaltungen in ihrer eigentlichen Form nicht möglich war, sodass viele Veranstalter sich dazu
entschieden haben, ihre Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben.

Der Wandel der Veranstaltungsbranche

Vor der Corona-Krise hat das jährlich durchgeführte Meeting- und EventBarometer noch für 2019/2020
eine weiterhin steigende Tendenz fast aller Kennziffern ausgewiesen. Die Zahl der Teilnehmer in
Deutschland hatte sich um 2 % auf 423 Mio. erhöht. Die Zahl der Veranstaltungen waren in dem
Untersuchungszeitraum gleichbleibend bei 2,89 Mio. mit einer Dauer von durchschnittlich 1,4 Tagen. Den
größten Anteil an der Gesamtzahl der Veranstaltungen hatten zum Ende 2019 mit 57,7 % Kongresse,
Tagungen und Seminare. Von diesen Tagungen und Kongressen werden 29,9 % in Veranstaltungszentren
durchgeführt. Dem oben genannten Trend der größeren Teilnehmerzahl pro Veranstaltung entsprechend
ist hinzuzufügen, dass 34,4 % der Tagungen, Kongresse und Seminare in einer Größenklasse über 100
Teilnehmer durchgeführt wurden. Diese durchgängig positive Entwicklung ist abrupt gestoppt.

Hybride Veranstaltungen rücken seit mehreren Jahren immer mehr in den Fokus. Der Anteil an hybriden
Events ist im Jahr 2019 bereits auf 13,7 % gestiegen. Im Jahr 2019 haben 14,1 % der Veranstalter rein
virtuelle Veranstaltungen durchgeführt. Bei der Befragung haben Veranstalter und Anbieter von Locations
Trends nach ihrer Wichtigkeit bewertet (vgl. Abb. 1, Management-Info, Mai 2020, Europäisches Institut der
Tagungswirtschaft).

Die Entwicklung von digitalen und hybriden Formaten ist in der Pandemie exponentiell beschleunigt
worden.

Während vor der Pandemie vor allem die kleineren Formate durch webbasierte Veranstaltungen
substituiert wurden und die Wissensvermittlung — besonders bei Kongressen — bereits bei fast 30 % der

Veranstaltungen hybrid erfolgte, ist die Rasanz mit der die Digitalisierung in der Brache greift, nicht zu
stoppen.

Abb. 1: Trends nach der zukünftigen Wichtigkeit für die Veranstaltungsbranche

Nachhaltige 42%
Veranstaltungsausrichtung 42%

Individualisierung = 45%

Erfolgsmessung
von Veranstaltungen

Hybride und räumlich 36%
verteilte Veranstaltungen 29%

Neue Formate/
Meeting Design

26%

Kl-Anwendungen
= 22%

w Veranstalter
Virtuelle 24% .
Veranstaltungen 23% m Anbieter

Basis: EITW, Anbieter- & Veranstalterbefragung 2020: Bitte bewerten Sie die folgenden Trends nach ihrer
ıukünftigen Wichtigkeit für die Veranstaltungsbranche.

Management.-Info] Maı 2020

Quelle: Management.Info, Mai 2020 Meeting- und EventBarometer; 5. 41 EITW 2020

Der Veranstaltungsmarkt wird sich fundamental wandeln. Auf den qualitativen Wandel ist das Messe und
Congress Centrum Halle Münsterland bereits vorbereitet. Die Forderung des German Convention Bureau,
Matthias Schultze, Managing Director des GCB: „Neben der nötigen technischen Infrastruktur kommt es
künftig noch stärker auf die optimale Gestaltung der Teilnehmererlebnisse an. Vor-Ort- und virtuelle
Teilnehmer*innen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse — das muss bei der inhaltlich-strategischen
Konzeption einer Veranstaltung bedacht werden.“ wird vom Messe und Congress Centrum Halle
Münsterland durch die Ausbildung von Mitarbeitenden zu „Digital Event Strategists“ zur Erweiterung der
Beratungskompetenz für die Kunden und deren Veranstaltungen zukunftsweisend gesichert.

Gamification, Instawalk und Innovation’Boot Camp sind Schlagworte, die die Formate und Methoden der
Zukunft prägen werden. Diesen großen Trends muss sich eine Veranstaltungsstätte stellen und vor allem
technisch und räumlich aufrüsten.

Der Trend „New Work“ mobiles Arbeiten/Home Office hat durch die Pandemie eine umfassende
Beschleunigung erfahren. Wissenschaftlich wird das virtuelle Arbeiten als weniger kreativ-produktiv
bewertet. Der Austausch live und face to face fördert die Kreativität. Für die neue Methodik und Didaktik,
die Raumanforderungen, die Möglichkeiten von Veranstaltungen im Business- und Marketing-Mix von
Unternehmen steht „Future Meeting Space“, ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Institutes mit den
Branchenverbänden German Convention Bureau und Europäischer Verband der Veranstaltungscentren e.
V. Diese erforschten Anforderungen muss eine Veranstaltungsstätte der Zukunft erfüllen.

Ein sich deutlich verstärkender Trend ist der Wunsch nach Sicherheit. Zur Sicherheit zählen Gesundheit und
Schutz vor Gefahren. Dieses Grundbedürfnis hat die Pandemie tiefgreifend in Frage gestellt und ein hohes
Maß an Verunsicherung, Angst und Isolation verursacht. Letztere widerspricht dem Grundbedürfnis von
Menschen, soziale Beziehungen zu leben und nach Live-Kommunikation. Veranstalter und
Teilnehmer/Besucher benötigen Vertrauen in die Sicherheit, um Veranstaltungen zu besuchen und
durchzuführen.

Welche Hürde zu überwinden ist, um Vertrauen und Sicherheitsgefühl zu geben, beweist die
RESTART- Studie aus Leipzig: Die länderübergreifende Studie von RESTART 19, der Universitätsmedizin Halle
(Saale) hat als Forschungsprojekt zum Ziel, das Risiko eines Ausbruchs von COVID19 bei Hallen-
Großveranstaltungen zu simulieren und dabei Rahmenbedingungen zu erforschen, unter denen solche
Veranstaltungen ohne Gefährdung durchgeführt werden können.

RESTART 19 - Aufbau der Studie

Die Studie baute sich aus 3 Szenarien auf. In Szenario 1 wird eine Veranstaltung mit 1.500 Besuchern und einem
Veranstaltungsabiauf wie vor Beginn der Pandemie simuliert.

In Szenario 2 werden ebenfalls 1.500 Besucher in die QUARTERBACK Immobilien ARENA eingelassen, allerdings nach
einem optimierten Hygienekonzept und deutlichen größeren Abständen zwischen den Teilnehmern
(Schachbrettaufbau).

In Szenario 3 wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,5 m eingehalten, um das Zuschauerverhalten möglichst
realitätsnah abzubilden.

Auch die An- und Abreise mit der Straßenbahn wird simuliert.

Alle Probanden haben eine FFP2-Maske getragen, alle Probanden sind 2 Tage vor der Studie auf Corona getestet
worden. Voraussetzung für die Teilnahme war ein negativer Test. Alle Probanden waren mit Trackern ausgestattet, die
die Kontakte gemessen haben. Ebenso waren alle Risikogruppen bei dem Projekt ausgeschlossen und zusätzlich hat
jeder Proband sein eigenes Desinfektionsmittel erhalten.

Interessant ist die Frage an die Probanden, wie sicher sie sich gefühlt hätten:
50 % haben sich in Szenario 1, trotz der Maßnahmen, wie negativer Corona-Test eher unsicher gefühlt.

Das Sicherheitsgefühl entstand bei den Probanden nur, wenn zusätzlich Abstand gehalten und eine FFP2 Maske
getragen wurde.

Quelle: Forschungsprojekt Restart 19 https://themen.miz.org/news/universitaetsmedizin-halle-saale-veroeffentlicht-
ergebnisse-aus-dem-forschungsprojekt-restart-19-n19662 '

Auch die Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH sieht sich elementar mit den Folgen der
Pandemie konfrontiert.

Darstellung der Lage
Geschäftsverlauf und Ertragslage

Bereits das Ende des ersten Quartals 2020 wurde durch die Corona-Pandemie geprägt. Bis zum 10. März
konnten noch 68 Veranstaltungen im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland durchgeführt
werden, die den wesentlichen Teil zu den Umsatzerlösen dieses Quartals von 2.349 T€ beigetragen haben.
Im ersten Quartal wurden 63 % der Umsatzerlöse des Jahres 2020 erwirtschaftet, was verdeutlicht, wie sehr
die Pandemie die folgenden Quartale in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit beeinflusst hat.

Bedingt durch die langen Zeiten der Lockdowns im Frühjahr und ab November sowie der darüber hinaus
geltenden Vorgaben in Bezug auf die notwendigen Abstände zwischen den Besuchern, maximalen
Besucherzahlen sowie notwendigen Hygienemaßnahmen, konnten viele der nach dem 10. März geplanten
Veranstaltungen nicht oder nur in einer reduzierten und mit vielen Einschränkungen versehenen Form
stattfinden. Diese notwendigen Maßnahmen haben auch dazu geführt, dass viele Veranstalter ihre
Veranstaltung für 2020 storniert oder in die Folgejahre verschoben haben.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 3.728 T€ Umsatzerlöse mit der Durchführung von 132 Veranstaltungen
generiert. Die Planung für das Jahr 2020 sah einen Umsatzerlös von 7.450 T€ vor - demnach konnten nur
50 % der Planerlöse erzielt werden.

Den Umsatzerlösen stehen insgesamt Herstellungskosten in Höhe von 5.679 T€ gegenüber. Eine nähere
Betrachtung der Aufteilung der Herstellkosten auf die einzelnen Veranstaltungsformate wie Tagungen und
Kongresse oder Messen hat aufgrund der zusätzlich coronabedingten Maßnahmen wenig Aussagekraft.

Die Kostenpositionen weichen aufgrund der Pandemie auch entsprechend deutlich von den Planungen ab.
Beispielsweise wurde ursprünglich mit einem Personalaufwand von 5.260 T€ geplant - tatsächlich stellte
sich jedoch nur ein Personalaufwand von 3.694 TE ein. Dieser fällt u. a. aufgrund ausgefallener
Personalbedarfe für die Veranstaltungsdurchführung, als auch aufgrund der Ausnutzung von Kurzarbeit
geringer aus. Im prozentualen Verhältnis zu den Umsatzerlösen mit 99 % jedoch deutlich höher als die
geplanten 70%. \

Besonders hervorzuheben ist bei der Betrachtung der Ertragslage, dass die sonstigen betrieblichen Erträge
mit 1.765 T€ deutlich über den Werten der Vorjahre liegen. Die Ursache hierfür ist in der Ausnutzung der
von der Bundesregierung bereitgestellten Hilfen (Soforthilfe, Novemberhilfe und Dezemberhilfe sowie die
Erstattung der Sozialversicherung im Rahmen der Kurzarbeit zu finden. Eine Inanspruchnahme der
Überbrückungshilfen I - Ill war aufgrund der Einordnung als öffentliches Unternehmen nicht möglich.

Insgesamt weist das Jahresergebnis der Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH einen
Fehlbetrag von -849 T€ aus.

Finanzlage

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von -849 T£ führt zu einer Verschlechterung der Finanzlage bzw. zur Senkung
der Liquidität. Die in den vergangenen Jahren sehr stabile Finanzlage des Messe und Congress Centrums
Halle Münsterland erweist sich für das Pandemie-Jahr 2020 als großer Vorteil. Aufgrund des in den
vergangenen Jahren konsequent aufgebauten Liquiditätssockels in Verbindung mit den in Anspruch
genommenen Hilfen sowie der notwendigen Betrauung durch den Hauptgesellschafter der Stadt Münster
konnte das Jahr 2020 trotz massiver wirtschaftlicher Einschränkungen mit einer leichten Reduktion der
Liquidität abgeschlossen werden. -

Der Bilanzverlust beträgt im Jahr 2020 insgesamt 440 T€. Zum Stichtag 31.12.2020 betrug die Liquidität I
3.337 T€ und die Liquidität III 5.124 T€. Die Zuführung durch die Stadt Münster beträgt seit dem 01.01.2016
jährlich 350 T€.

Auf Basis des Verwaltermodells mit der Stadt Münster konnten im Jahr 2020 die wesentlich notwendigen
Investitionen sowie die Gebäudeinstandhaltung, Wartung und Sanierungsmaßnahmen aus diesem Budget
realisiert werden. Im Zuge des Verwaltervertrages übernimmt die Messe und Congress Centrum Halle
Münsterland GmbH die Aufgaben als Verwalter der Immobilie. Mit dem Amt für Immobilienmanagement
besteht ein Vertrag für technische Dienst- und Ingenieurleistungen.

Vermögenslage

Das Jahr 2020 ist das vierte Jahr, in dem das Verwaltermodell umgesetzt wird. Die Vermögenslage wird
durch die grundsätzlich geringere Zuführung der Stadt beeinflusst. Die Investitionen und Antagenunter-
haltungsmaßnahmen werden zum großen Teil durch die Stadt Münster getragen. Aufgrund der schwierigen
wirtschaftlichen Situation wurde im Jahr 2020 auf größere Instandsetzungs- und Investitionsmaßnahmen
verzichtet und nur die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen und kleine Investitionen getätigt.
Beispielsweise sind hier folgende Maßnahmen zu nennen: Umfassende Malerarbeiten, Prüfung und
Wartung der gesamten Lüftungs-, Heizungs- und Kälteanlagen sowie die Modernisierung der
Netzwerkinfrastruktur als auch die digitale Ausstattung der Mitarbeitenden. Insgesamt beläuft sich das
Anlagevermögen zum Stichtag auf 2.580 T€ und ist somit um 484 T€ abgeschmolzen.

Prognose, Chancen und Risiken
Zukünftige Entwicklung

Die wirtschaftliche Zukunft der gesamten Branche und des Messe und Congress Centrums Halle
Münsterland wird im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängen: Der erste Faktor ist, wie schnell es gelingt,
wieder wirtschaftliche Veranstaltungen (Vollauslastung) mit kompatiblen Hygiene- und Infektions-
schutzmaßnahmen durchzuführen? Hierfür ist die Durchimpfung der Gesellschaft wesentlich. Dabei darf
der Blick nicht nur auf Deutschland geworfen werden, denn der zweite Faktor ist, dass internationale
Veranstaltungen (Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik, Teddybär Total) nur stattfinden können,
wenn das Risiko für alle Teilnehmer gering und internationale Mobilität möglich ist.

Alle Prognosen sagen aus, dass der Geschäftsreiseverkehr ab 2025 wieder sein normales Niveau erreicht
haben wird. Im Jahr 2025 werden turnusmäßig wieder die großen internationalen Veranstaltungen — vor
allem Messen — ohne Einschränkungen in Deutschland und im Messe und Congress Centrum Halle
Münsterland stattfinden.

Wenn alle Strategien greifen, wird im Messe und Congress Centrum der Wissenstransfer eine bedeutend
größere Rolle einnehmen. Hybride Kongresse und Tagungen bilden ein neues Geschäftsfeld. Messen im
B2B-Bereich werden mehr nachgefragt werden, um zum Online-Geschäft durch Live-Erlebnisse
Kundenbindung zu erreichen. Die Gesellschaft wird die Kundengewinnung personell verstärken und den
Anteil dieser Veranstaltungsformate systematisch ausbauen. Zudem wird sich das Unternehmen als
Wirtschaftsförderer darauf fokussieren, diese Formate für die Stadt Münster zu gewinnen, um Hotellerie,
Restaurants und dem Handel nach der Krise eine positive Entwicklung zu ermöglichen. Ein weiterer Faktor
für die positive Entwicklung wird sein, wie schnell Besucher wieder in große Versammlungsstätten
zurückkehren und sich in großen Menschengruppen wohlfühlen. Hier gilt es, Vertrauen in die
Hygienestandards wie Lüftung, Desinfektion etc. aufzubauen.

Planung 2021-2022 (in T€)

[ | Plan 2021 ] Plan 2022 |
| Sesamterlöse 3.275 8.000 |
Gesamtaufwand (ohne Afa und Zinsen) 5.865 7.867 |
Jahresfehlbetrag -3.135 -427 |
Liquiditätssockel 2.970 3.593 |

Aufgrund der bestehenden Dynamik von Entscheidungen und Maßnahmenfestlegungen sowie der
differenzierten notwendigen Betrachtung unterschiedlicher Veranstaltungsarten und -formate ist die oben
aufgeführte Planung aus den aus derzeitiger Sicht realistischen Prämissen entstanden.

Insgesamt kann das Messe und Congress Centrum aufgrund der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung
auf einen soliden Liquiditätssockel zurückgreifen, der zum Ende des Jahres 2022 noch 3.593 T€ betragen
wird. Bei der oben aufgeführten Liquiditätsplanung wird von der Fortführung der Betrauung durch die Stadt
Münster, Fortsetzung des Verwaltermodells und der Auszahlung der beantragten November- und
Dezemberhilfen, für die noch kein finaler Bescheid vorliegt, ausgegangen.

Risiken

Das Europäische Institut für TagungsWirtschaft EITW aktualisierte die Szenarien zu den Auswirkungen der
Corona-Krise auf den Veranstaltungsmarkt in Deutschland. Das EITW prognostiziert derzeit noch
2 Szenarien: In Szenario 1 wird eine Erholung ab dem Frühjahr 2021 mit 40 % der Veranstaltungen und 30 %
der Teilnehmer prognostiziert. Szenario 2 geht von einer sehr langsamen Erholung aus, die Wachstum erst
ab Herbst 2021 zeigt. Letzteres Szenario ist realistisch und Grundlage der Planungen des Messe und
Congress Centrums Halle Münsterland.

Kurzfristig ist die Verunsicherung der Veranstalter durch die Perspektivlosigkeit das größte Risiko. Dieses
führt zu Veranstaltungsabsagen und -verschiebungen. Ein Restart des Veranstaltungsgeschäftes ist nur
möglich, wenn Veranstaltungen vollumfänglich - mit reduzierten Hygieneauflagen - durchgeführt werden
dürfen. Die Impfungen müssen greifen und neue Mutationen dürfen nicht zu einer erneuten Welle führen.
Die Fokussierung von Unternehmen und Veranstaltern auf rein digitale Formate oder Geschäftsaufgaben
können zu einer Verringerung der Veranstaltungszahl führen. In allen Planungen fließt eine quantitative
Verringerung der Anzahl an Veranstaltungen der nächsten 3 — 4 Jahre ein, einhergehend mit einer zurzeit
reduzierten oder stagnierenden, aber auf Dauer wachsenden, Zahl an Teilnehmern/Besuchern. Die
Erreichbarkeit ist immer noch das erste Kriterium für die Wahl eines Veranstaltungsortes. Damit ist
Sicherung der Erreichbarkeit (Deutsche Bahn, Flughafen, ÖPNV), Anlieferung- und Parkmöglichkeiten für
große Messen und begleitende Ausstellungen bei Kongressen sowie die Möglichkeit des räumlichen
Wachstums durch potentielle Expansionsflächen existentiell und entscheidend für die Entwicklung des
Messe und Congress Centrums Halle Münsterland. Eine zu geringe finanzielle Ausstattung der Messe und
Congress Centrum Halle Münsterland GmbH kann zu Attraktivitätsverlust führen und die Spielbereitschaft
gefährden. Die Fortsetzung der Betrauung und des Verwaltermodells sind elementare und unabdingbare
Voraussetzungen für eine positive Entwicklung.

Offen bleibt auch, ob beim Restart des Veranstaltungsgeschäftes die Dienstleistungsunternehmen,
beginnend mit dem Verleih von Service- und Thekenkräften über die Bestuhlung, Reinigung, Rigging,
Techniksupport, Messebau, Agenturen/PCO etc. noch am Markt sein werden oder dieser Mangel an
Supportunternehmen ein gravierender limitierender Faktor wird. |

Chancen

Um wettbewerbsfähig zu sein und auch einen Wettbewerbsvorteil zu haben, müssen alle Voraussetzungen
geschaffen sein.

Die technische Ausstattung für eine umfassende Digitalisierung von Veranstaltungen ist nicht nur für
hybride Veranstaltungen zwingend notwendig.

Eine weitere Verbesserung der Wettbewerbsposition erwarten die Gesellschaft durch die Sanierung des
Weißen Saals und seiner Funktionalitätserweiterung, diesen als Future Meeting Room (entsprechend der
Empfehlungen des Fraunhofer Institutes) zu nutzen; dies ist ein weiteres Segment, sich für die Zukunft
postcorona aufzustellen. Mit dem Future Meeting Room in Kombination mit den bereits sanierten Räumen
des Panorama-Congresses ünd des Blauen Saales wird das Raumportfolio des Messe und Congress

Centrums Halle Münsterland erweitert. Innovative Technik, die in den letzten Jahren realisiert wurde, wird
die weitere aktuell notwendige technische Aufrüstung erleichtert. "

Die Digitalisierungsstrategie im Rahmen des. strategischen Ressourcenmanagements wird durch die
Pandemie erheblich beschleunigt. Das Messe und Congress Centrum hat seit 2018 bereits deutliche
Investitionen in die Digitalisierung getätigt. Erst dadurch war es möglich, den Betrieb auch durch mobile
Arbeitsplätze aufrecht zu erhalten. Durch weitere Qualifikationen der Mitarbeiter ist das Unternehmen auf
die Umsetzung hybrider Veranstaltungsformate optimal vorbereitet. Nachhaltigkeit in allen Bereichen zu
implementieren, sowie das Angebot, green meetings und events umzusetzen, ist ein Muss für die Zukunft.
Das Messe und Congress Centrum ist selbst zertifiziert und hat Nachhaltigkeitsberaterinnen, die das Thema
Nachhaltigkeit für die Veranstalter umsetzen können. Der Zusammenschluss in der Kongressinitiative
Münster ist ein weiterer Vorteilsfaktor im Destination-Managements bzw. Wettbewerb.

Münster, 31. März 2021

Dr. Ursula Paschke

Beschlussvorlage

3861 Zeichen

V/0531/2021
V/0531/2021
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Jahresabschluss 2020 der Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH (MCC HaMü)
Beratungsfolge
28.09.2021 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Die Stadt Münster ermächtigt ihren Vertreter in der Gesellschafterversammlung der MCC HaMü
folgende Entscheidungen zu treffen:
1. Der von der Geschäftsführung aufgestellte Jahresabschluss der MCC HaMü für das
Geschäftsjahr 2020, abschließend
in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 8.105.824,95 €
sowie einem in der GuV
ausgewiesenem Jahresfehlbetrag von 848.927,40 €
wird festgestellt.
2. Aus der Kapitalrücklage wird ein Betrag von 120.000,00 € entnommen.
3. Der Bilanzverlust in Höhe von 440.032,11 € wird auf die neue Rechnung vorgetragen.
4. Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2020 Entlastung
erteilt.
5. Zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 wird die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
CURACON GmbH, Münster, bestellt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Keine
Amt für Finanzen und
Beteiligungen
09.09.2021
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Dr. Köhrmann
T elefon:492-2007
Koehrmann@stadt-
muenster.de

- 2 -
V/0531/2021
Begründung:
Die Stadt Münster ist mit 92,09 % am Stammkapital der MCC HaMü beteiligt. Nach § 12 Abs. 1 des
Gesellschaftsvertrages entscheidet die Gesellschafterversammlung u.a. über die Feststellung des
Jahresabschlusses, die Verwendung des Ergebnisses, die Entlastung der Mitglieder des
Aufsichtsrates und der Geschäftsführung sowie die Auswahl des Abschlussprüfers.
Das Geschäftsjahr 2020 der MCC HaMü war durch die Corona-Pandemie geprägt. Die Umsatzerlöse
sanken im Vergleich zum Vorjahr um 6.149 T€ auf 3.728 T€. Die sonstigen betrieblichen Erträge
i. H. v. 1.765 T€ liegen aufgrund der Corona-Hilfen deutlich über dem Wert des Vorjahres. Insgesamt
ergibt sich ein Jahresfehlbetrag i. H. v. 849 T€, sodass das Jahresergebnis um 1.018 T€ schlechter
als das des Vorjahres ausfällt.
Der Bilanzverlust von 440 T€, der sich aus dem o.a. Jahresfehlbetrag, dem Gewinnvortrag i. H. v.
289 T€ und einer Entnahme aus der Kapitalrücklage in Höhe von 120 T€ zusammensetzt, soll auf
neue Rechnung vorgetragen werden. Die Entnahme aus der Kapitalrücklage betrifft die Rücklage für
Investitionszuschüsse, die jedes Jahr – unabhängig vom Jahresergebnis der GuV – zur Deckung der
abschreibungsbedingten Aufwendungen auf das von der Stadt Münster bezuschusste
Sachanlagevermögen der MCC HaMü im Verhältnis 1:1 aufgelöst wird.
Ausführliche Informationen zum Geschäftsjahr 2020 sind der Bilanz, der Gewinn- und
Verlustrechnung sowie dem Lagebericht der MCC HaMü zu entnehmen (vgl. Anlage). Die Beratungs-
und Prüfungsgesellschaft BPG mbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Münster, hat den
Jahresabschluss geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat
der MCC HaMü hat in seiner Sitzung am 25.06.2021 über die o. g. Beschlusspunkte beraten und der
Gesellschafterversammlung der MCC HaMü die Beschlussfassung empfohlen.
Einschätzung des Beteiligungsmanagements zum Jahresabschluss
Nach Prüfung des Jahresabschlusses durch die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft BPG mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Münster, haben sich aus Sicht des Beteiligungsmanagements keine
Einwendungen gegen diesen oder zusätzliche Hinweise hierzu ergeben. Unter Berücksichtigung des
vorgelegten und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen
Jahresabschlussberichtes erscheint der Jahresabschluss als plausibel und vermittelt ein hinreichend
nachvollziehbares Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MCC HaMü zum Bilanzstichtag.
In Vertretung
gez.
Christine Zeller
Stadtkämmerin
Anlagen:
 Bilanz zum 31.12.2020
 Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2020
 Lagebericht der Geschäftsführung

Beratungsverlauf (1)

28.09.2021 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft
TOP 11.15 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0531/2021
Typ
Vorlagen
Datum
13.08.2021
Erstellt
30.06.2021 14:21