1341/2021
Konzept: Obst-Arboretum Köln
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/67/671 Vorlagen-Nummer 1341/2021 Freigabedatum 19.04.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Konzept: Obst-Arboretum Köln Beschlussorgan Ausschuss Klima, Umwelt und Grün Bezirksvertretung 5 (Nippes) Gremium Datum Beschlussvorschlag: Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beschließt das Konzept Obst-Arboretum Köln. Die Bezirksvertretung Nippes beschließt die konkrete Umsetzung des Obst-Arboretums Teilbereich Bergheimer Dreieck und begrüßt die haushaltsneutrale Umsetzung im Bereich Bergheimer Dreieck durch Spenden bzw. Kompensationsmaßnahmen. Entsprechende Vorlagen zur Annahme einer Spende werden der Bezirksvertretung vorgelegt. Alternative: Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün lehnt das Konzept Obst-Arboretum Köln ab. Die Bezirksvertretung Nippes lehnt die konkrete Umsetzung des Obst-Arboretums Teilbereich Berg- heimer Dreieck ab. Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 04.06.2021 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 17.06.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Obstwiesen sind ein bedeutendes Element der Kulturlandschaft und von großer Bedeutung für die Biodiversität. Köln verfügt derzeit stadtweit über 163 erfasste Streuobstbestände (Stand Dezember 2019). Davon befinden sich 103 Flächen in städtischem Besitz. Mit Ausnahme des Streuobstbestandes auf Gut Leidenhausen (Kataster-Nr. 705.01) wurde nach ak- tuellem Kenntnisstand keine der vorhandenen Obstwiesenflächen ursprünglich nach Kriterien ange- legt, die auf einen gezielten Erhalt gefährdeter Kulturobstsorten abzielen. Der Verlust an historischen Kulturobstsorten war in den letzten sechs Jahrzehnten jedoch beispiellos. Ein Großteil der noch vorhandenen Sorten droht kurz- bis mittelfristig in Deutschland auszusterben, wenn keine geeigneten Maßnahmen zu ihrer Identifizierung, Sicherung und Vermehrung unternom- men werden. Um diese Sorten zumindest ex-situ zu erhalten, bieten sich sogenannte Erhaltungskul- turen an. Der vorliegende Konzeptentwurf skizziert die Möglichkeit, eine solche Erhaltungskultur auf kommunalen Flächen in Köln zu realisieren. Der vorliegende Konzeptentwurf beschreibt, wie in Köln eine für die Region Niederrheinische Bucht bedeutende Erhaltungskultur gefährdeter Kulturobstsorten aufgebaut werden kann. Neben dem be- stehenden Erhaltungszentrum auf Gut Leidenhausen, das es weiter zu stärken und auszubauen gilt, wird darüber hinaus eine zweite (linksrheinische) Fläche vorgeschlagen, um den Platzbedarf zu ge- währleisten und die vielfältigen klimatischen und geomorphologischen Verhältnisse im Kölner Stadt- gebiet adäquat abzudecken. Es wird der Vorschlag gemacht, eine solche zweite Erhaltungskultur im Bereich des Bergheimer Dreiecks aufzubauen. Der Konzeptentwurf präsentiert eine mögliche Ausge- staltung dieser Neufläche und diskutiert darüber hinaus grundlegende Erwägungen hinsichtlich des Aufbaus einer Sortenerhaltungskultur. Die Anlage einer Obstwiese ist Bestandteil des „ISEK-Äußerer Grüngürtel Köln Nord „Grüne Brü- ckenschläge“. Finanzierung: Die Umsetzung der Obstwiese erfolgt in Abhängigkeit der eingehenden Spenden beziehungsweise durch gezielte Kompensationsmaßnahmen. Dadurch hat die Umsetzung des Konzeptes keine haus- haltsmäßigen Auswirklungen Auswirkungen auf den Klimaschutz: Die Anpflanzung von seltenen und alten Obstsorten und die Anlage einer Obstwiese haben positive Auswirkungen auf das Klima und dienen der Erhöhung der Biodiversität.
Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung
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Hinweise zum Ausfüllen der Anlage Anlage „Öffentlichkeitsbeteiligung“ VARIANTE 1 Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesentliche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung VARIANTE 2 ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesentliche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist gesetzlich vorgeschrieben. ☐ Folgende Form des Verfahrens ist vorgeschrieben: ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Ein spezielles Verfahren ist nicht vorgeschrieben. Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: ☐ Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen. VARIANTE 3 x Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen, weil: Grund Begründung ☐ Dringlichkeitsentscheidung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. x Der Gestaltungsspielraum ist nicht ausreichend. ☐ Eine Verfahrensverlängerung erzeugt schwerwiegende Nachteile. ☐ Sonstiges Sollte der Platz zur Skizzierung der Ausgestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung oder zur Begründung, weshalb keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen wird, nicht ausreichen, fügen Sie bitte ein zusätzliches Blatt bei.
Anlage 2 Konzeptentwurf - Obst-Arboretum Koeln
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Obst-Arboretum Köln (OAK) Aufbau und Management einer dezentralen Obstsorten-Erhaltungskultur auf kommunalen Flächen in Köln Der Verlust an historischen Kulturobstsorten war in den letzten sechs Jahrzehnten beispiellos. Ein Großteil der noch vorhandenen Sorten droht kurz - bis mittelfristig in Deutschland auszusterben, wenn keine geeigneten Maßnahmen zu ihrer Identifizierung, Sicherung und Vermehrung unternommen werden. Um diese Sorten zumindest ex-situ zu erhalten, bieten sich sogenannte Erhaltungskulturen an. Der vorliegende Konzeptentwurf skizziert die Möglichkeit, eine solche Erhaltungskultur auf kommunalen Flächen in Köln zu realisieren. Konzeptentwurf: Volker Unterladstetter NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln April 2020 1 Synopsis Der vorliegende Konzeptentwurf beschreibt, wie in Köln eine für die Region Niederrheinische Bucht bedeutende Erhaltungs kultur gefährdeter Kulturobstsorten aufgebaut werden kann. Neben dem bestehenden Erhaltungszentrum auf Gut Leidenhausen, das es weiter zu stärken und auszubauen gilt, wird darüber hinaus eine zweite (linksrheinische) Fläche benötigt, um den Platzbedarf zu gewährleisten und die vielfältigen klimatischen und geomorphologischen Verhältnisse im Kölner Stadtgebiet adäquat abzudecken. Es wird der Vorschlag gemacht, eine solche zweite Erhaltungskultur im Bereich des Bergheimer Dreiecks aufzubauen. Der Konzeptentwu rf präsentiert eine mögliche Ausgestaltung dieser Neufläche und diskutiert darüber hinaus grundlegende Erwägungen hinsichtlich des Aufbaus einer Sortenerhaltungskultur. Grundsätzliche Überlegungen Köln verfügt derzeit stadtweit über 163 erfasste Streuob stbestände (Stand Dezember 2019). Davon befinden sich 103 Flächen in städtischem Besitz, der Rest ist Privateigentum. Mit Ausnahme des Streuobstbestandes auf Gut Leidenhausen (Kataster-Nr. 705.01) wurde nach aktuellem Kenntnisstand keine der Flächen ursprünglich nach Kriterien angelegt, die auf einen gezielten Erhalt gefä hrdeter Kulturobstsorten abzielen. Damit existiert in Köln mit dem Obstmuseum Leidenhausen derzeit nur ein erfasster Streuobstbestand, der (zumindest partiell) als Erhaltungssammlung konzipiert worden ist . Allerdings gibt es mehrere Faktoren, die sich ungünstig auf den Leidenhauser Obstbaumbestand auswirken: — Ungünstige Bodenverhältnisse auf der Fläche — Geringe Flächenverfügbarkeit für eine Erweiterung des Sortenbestandes — Der überwiegende Teil des Sortenbestands besteht aus Allerweltssorten, die den Platz für gefährdete Sorten „blockieren“ Insgesamt macht ein Um- bzw. Ausbau des vorhandenen Obstsortenspektrums auf Gut Leidenhausen durchaus Sinn. Gerade mit Bezug zum neu eingerichteten Umweltbildungszentrum sowie im Lichte weiterführender Pläne zur Etablierung eines Obstbau -Kompetenzzentrums ergeben sich hier interessante Perspektiven . Aufgrund der oben genannten Faktoren kann der Ausbau des Streuobstbestandes auf Gut Leidenhausen allein jedoch nicht zu einer umfassenden Obstsorten- 2 Erhaltungskultur in Köln führen. Daher wäre es wünschenswert , eine zweite Fläche an einem linksrheinischen Standort zu schaffen und somit ein gesamtstädtisches Arboretumskonzept anzustreben. Mit der Auswahl ei nes linksrheinischen Standortes (wie der im folgenden vorgeschlagenen Fläche im Bergheimer Dreieck) würden die unterschiedlichen klimatischen und geomorphologischen Verhältnisse beider Rheinseiten ausgenutzt und es ergäben sich differenzierte Standortbedingungen, die zu einem Gelingen des langfristig angelegten Projekts Obstsortenerhalt in Köln beitragen könnten. Eine dezentrale Obstsortenerhaltung auf Kölner Stadtgebiet mit zwei räumlich getrennten Standorten hätte einige wichtige Vorteile: — Ausnutzung unte rschiedlicher Bodenverhältnisse und stadtklimatischer Räume auf verschiedenen Flächen — Minimierung von Baum-/ Sortenverlust durch Aufpflanzung an unterschiedlichen Standorten (auch zum Beispiel Vermeidung eines potenziellen Totalschadens bei Krankheits -/ Schädlingsepidemien wie etwa durch Feuerbrand) — Sicherung der Sorten als Hochstämme bei genügend Raum/ Flächen führt zu langfristigem Erhalt durch Langlebigkeit der Bäume — Thematische Erhaltungspflanzungen an verschiedenen Standorten möglich (etwa mit Schwerpunkt auf regionalen bzw. überregional seltenen Sorten) — Innovatives Konzept gerade mit Bezug auf die stadtweite Verteilung der Flächen und durch das besondere Engagement der Stadt Köln Demgegenüber bestehen einige Nachteile einer stadtweit verteilten Erhaltungskultur, die jedoch nicht als wesentlich angesehen werden: — Keine Besichtigung/ Bearbeitung des Gesamtbestands ohne Ortswechsel möglich — Edelreiserbeschaffung/ -abgabe etwas zeitaufwendiger, da verschiedene Standorte angefahren werden müssen — Kein zentraler Sortengarten zur Außenwi rkung vorhanden (jedoch könnte der Standort in Leidenhausen zum Zentrum der Erhaltungskultur ausgebaut und entsprechend mit Informationsangeboten versehen werden) Insgesamt überwiegen die Vorteile einer dezentralen Erhaltungskultur damit in unseren Augen deutlich. 3 Vorarbeiten Die Idee eines Obstsortenkompetenzzentrums auf Gut Leidenhausen wird schon seit längerem verfolgt. Der Grundstein des sog. Obstmuseums Leidenhausen wurde bereits 1988 mit der Anlage der Streuobstwiese gelegt. Seitdem ist der Obstbaumbestand auf über 135 Bäume angewachsen. Als nächster Schritt wurde durch die Schutzgemeinschaft Deutsch er Wald (SdW) e.V. ein Entwicklungskonzept „Zielentwicklung Sortengarten Leidenhausen“ bei der Pomologin Carina Pfeffer in Auftrag gegeben. Es liegt in Entwurfsform vor und soll in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Der Entwurf sieht einen Umbau des be stehenden Obstgehölzbestandes vor mit dem Ziel, einen gesunden Baumbestand aus vorwiegend regionaltypischen, erhaltenswerten Obstsorten aufzubauen. Unter anderem soll dazu der Bestand an Birnensorten standortbedingt verkleinert werden, eine Erweiterungsfläche hinzukommen und eine Sektion aus Sorten auf Niederstamm bzw. Buschbäumen angelegt werden. Abbildung 1 illustriert die geplante zukünftige Flächenaufteilung. Durch d ie Etablierung der Kölner Obstwiesenkommission 2018 konnte ein weiterer wichtiger Grundstein dafür gelegt werden, das Thema Streuobst in Köln auszubauen und weiterzuentwickeln. Das Gremium vernetzt die Arbeit der Kölner Stadtverwaltung, der Naturschutzverbände, lokaler Vereine, der Baumpflege - und Obstsortenexperten, der Naturschutzstation Leverkusen -Köln und Abbildung 1: Skizze des geplanten Sortengartens auf Gut Leidenhausen. Illustration: C. Pfeffer 4 weiterer relevanter Akteure rund um das Thema Streuobstwiesenerhalt. Aus dieser Zusammenarbeit sind seit 2018 wichtige Meilensteine hervorgegangen: — Auf der Basis einer politischen Beschlusslage im Ausschuss für Umwelt und Grün konnten das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen und die Naturschutzstation Leverkusen-Köln eine Fördervereinbarung abschließen, in deren Rahmen die Station die Pflege von 28 städtischen Streuobstbeständen übernimmt — Um das vorhandene Sorteninventar der Kulturobstsorten auf Kölner Streuobstwiesen zu erfassen, hat das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen die Pomologin Carina Pfeffer mit einer pomologischen Kartierung ausgewählter Streuobstbestände beauftragt — Das neu geschaffene Umweltbildungszentrum auf Gut Leidenhausen erarbeitet ein Konzept für ein Obstbau-Kompetenzzentrum, um das Thema Streuobst in den nächsten Jahren vertieft zu bearbeiten Bereits in den Vorjahren hat das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen damit begonnen, alle Streuobstbestände stadtweit zu erfassen und zu katalogisieren. Aus dieser Arbeit ist 2019 das Kölner Obstwiesen-Kataster (KOK) hervorgegangen, in dem alle bekannten Flächen über eine GI S- Referenzierung räumlich verortet werden. Dabei werden eine Reihe von flächenspezifischen Daten über eine Datenbank verwaltet und mit den Geodaten verknüpft. In die Arbeit am KOK sind neben städtischen Daten auch ehrenamtliche Kartierungsergebnisse sowie eine Erfassung der Kölner Streuobstwiesen durch die Naturschutzstation (2018 im Rahmen einer landesweiten Erfassung der Streuobstbestände) eingeflossen. Das KOK wird weiterhin am Amt für Landschaftspflege und Grünflächen betreut und fortgeführt. Punktgenaue Geodaten we rden zudem im Rahmen von Obstbaumkartierungen durch die Naturschutzstation erhoben und verarbeitet. So konnten bisher mehr als 1.700 Obstbäume im gesamten Stadtgebiet erfasst und geographisch lokalisiert werden. Die Arbeit an diesem Obstbaumkataster soll in den kommenden Jahren fortgeführt und mit weiteren verfügbaren Daten (zum Beispiel aus den pomologischen Kartierungen) verschnitten werden. Werden das KOK und das Obstbaumkataster miteinander kombiniert, entsteht für jeden Obstbaum ein eindeutiger Identifikator (unique identifier), mit dem sich der genaue Standort des Baumes zuordnen lässt. Diese Identifikatoren könnten damit problemlos im Rahmen einer dezentralen Obstsorten -Erhaltung als Akzessionsnummern fungieren. 5 Beispiel Identifikator Der Streuobstbestand am Kasselberger Weg (K-Merkenich) trägt die Kataster -Nummer 601.05. Der Nummernblock setzt sich zusammen aus einer Ziffer für den Kölner Stadtbezirk (6 = Chorweiler) und zwei weitere n Ziffern für den jeweiligen Stadtteil (01 = Merkenich). Hinter dem Punkt werden die Streuobstbestände des Stadtteils durchgezählt. Die Obstwiese am Kasselberger Weg ist damit der fünfte erfasste Streuobstbestand in Chorweiler - Merkenich. Links ist ein Screenshot aus dem Obstbaumkataster abgebildet. Jeder Obstbaum wird mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Der Baum Nr. 25 ist ein Jungbaum der Apfelsorte Blauer Kölner. S ein vollständiger Identifikator lautet dementsprechend: 601.05/25 Flächenauswahl Im Prinzip können Standorte aus vier Kategorien für den Aufbau des vorgeschlagenen Obst - Arboretums genutzt werden: — Der vorhandene Streuobstbestand auf Gut Leidenhausen als „Erhaltungszentrum“ — Vorhandene Streuobstbestände der Stadt Köln — Neue Flächen aus Kompensationsmaßnahmen — Neue Flächen aus Ersatzgeldern (Landschaftsplan konsultieren) und sonstigen Maßnahmen (etwa in Kölner Stadtparks im Rahmen der Essbaren Stadt) Die gegenwärtigen Schwächen des Standortes auf Gut Leidenhausen wurden bereits oben dargelegt. Dennoch lässt sich der Standort weiter ausbauen, wenn man die Standortansprüche der zu erhaltenden Sorten berücksichtigt. Die vorhandene Infrastruktur sowie die dort tätigen Vereine und Einrichtungen (SdW, Umweltbildungszentrum, NABU, Imkerverein etc.) machen Leidenhausen zu einem günstigen Standort für ein Kölner Streuobst-Erhaltungszentrum. Die vorhandenen Streuobstbestände teilen sich ihrerseits in zwei Gruppen: Altflächen ohne Kompensationshintergrund sowie Flächen aus ehemaligen Kompensationsmaßnahmen. Während erstere meistens über einen mehr oder weniger vollständigen Baumbestand verfügen, weisen viele Kompensationsflächen noch Grünlandbereiche ohne Baumbestand auf. Gegenwärtig besteht auf Abbildung 2: Ausschnitt aus dem Obstbaumkataster, Streuobstbestand Kasselberger Weg. 6 folgenden Flächen besonders viel Platz für Erweiterungspflanzungen: Am Weißen Mönch Nord (907.02) und Süd ( 907.01), Am Moosberg ( 212.01), Rheinaue Worringen Süd ( 601.02), Nüssenberger Busch West (406.01) und Ost (606.02). Denkbar wäre, neben Gut Leidenhause n zwei oder mehr dieser bestehenden Flächen als Sortenerhaltungskulturen auszubauen. Diese Flächen würden zusammen genommen jedoch weiterhin nicht genügend Raum für eine überregional bedeutsame Sortensammlung bieten. Aus diesem Grund sollten unbedingt Neuflächen gefunden werden, die von Anfang an dem Sortenerhalt dienen können. Neuflächen werden beinahe jährlich von Eingriffsverursachern im Rahmen der Eingriffs -/ Ausgleichsregelung nach BNatSchG angelegt. Im Normalfall wird jedoch kein Sortenerhaltungskonzept verfolgt, sondern es werden mehr oder weniger wahllos Sorten gepflanzt, die in den allgemeinen Vorgaben für Ausgleichsmaßnahmen gelistet bzw. die in den Baumschulen zum entsprechenden Zeitpunkt vorrätig sind (teilweise mit scheinbar regionalem Bezug, z. B. bei den Apfelsorten Rheinischer Krummstiel, Rheinischer Bohnapfel oder Rheinische Schafsnase, wobei letztere Sorte in der Vergangenheit meist nicht sortenecht vermehrt wurde). Diese Praxis hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Neupflanzungen auf Kölner Gebiet eine insgesamt äußerst geringe Diversität an unterschiedlichen Obstsorten aufweisen. Zudem gelangen häufig immer dieselben Allerweltssorten zur Anpflanzung (bei Apfelsorten etwa Kaiser Wilhelm bzw. Peter Broich, Jakob Lebel oder Rote Sternrenette , bei Pflaumensorten zum Beispiel Hausz wetsche oder Bühler Frühzwetsche). Dadurch geht laufend Platz für gefährdete Sorten verloren. Unabhängig vom Aufbau einer Erhaltungskultur sollten die zuständigen Ämter hier mit gezielten Vorgaben dafür sorgen, dass zukünftig in allen Kompensationsmaßnahmen Sorten abseits des Standardsortiments zur Anpflanzung gelangen. Neue Streuobstbestände sollen in den kommenden Jahren u.a. im Bergheimer Dreieck (im Rahmen des Integrierten städtischen Entwicklungskonzepts Nördlicher Grüngürtel) sowie im Bereich Langel (rrh.) Frongasse (im Rahmen des PEPLs N17 Langeler Auwald) entstehen. Werden diese Flächen frühzeitig als Teil einer Kölner Obstsorten-Erhaltungskultur eingeplant, könnte dort eine planmäßige Pflanzung mit erhaltenswerten Kulturobstsorten erfolgen. Bei einem Pflanzabstand von ca. 10 Metern können auf 1 Hektar Fläche maximal 100 Hochstämme gepflanzt werden (durch den meist notwendigen Außena bstand zu den Nachbarflächen sind es de facto eher 80). Bei besonders wuchskräftigen Arten und Sorten (z.B. manche Mostbirnen und viele Süßkirschen) ist zudem ein etwas größerer Pflanzabstand ratsam. Daraus ergibt sich bei einem anvisierten Sortenbestand von mehr als 100 Sorten (und mehr als einem Baum pro Sorte, siehe unten) ein benötigtes Flächenvolumen von mehreren Hektar. Der Streuobstbestand auf Gut Leidenhausen umfasst derzeit eine Fläche von etwa 1,1 ha, allerdings (derzeit) ohne viel Pl atz für weite re Neupflanzungen. 7 Vor diesem Hintergrund soll für das Bergheimer Dreieck ein erster Entwurf vorgestellt werden. Ziel ist es, den Standort als Außenstelle einer Kölner Erhaltungskultur zu etablieren. Damit würde neben Gut Leidenhausen eine weitere Fläche existieren, die explizit einen Teil de s regionalen Obstsortenspektrums durch Aufpflanzung in Hochstammkultur dauerhaft erhalten kann. Die Fläche ist – wie oben bereits beschrieben – eine in Planung befindliche Streuobstpflanzung im Bergheimer Dreieck (Teil des nördlichen linksrheinischen Äußeren Grüngürtels). Der Standort wurde bisher ackerbaulich genutzt und ist derzeit (Stand 2019) mit einem Klee-Grasgemisch eingesät. Der Boden besteht vorwiegend aus stark sandigem Lehm (Parabraunerde) und besitzt eine relativ hohe Bodengüte (Wertzahlen der Bodenschätzung 60 bis 75; Geologischer Dienst NRW 2020). Die Fläche grenzt nach Südosten an einen Forst, nördlich und westlich schließen sich Ackerfluren an, so dass eine ausreichende Durchlüftung für die Obstkultur gegeben ist. Die Gesamtfläche beträgt etwa 1,7 Hektar. Abbildung 3 veranschaulicht, wie die Fläche als Sortenerhaltungspflanzung für gefährdete regionale Kulturobstsorten konzipiert werden könnte. Den Schwerpunkt des skizzierten Sortenbestandes bilden Apfel- und Birnensorten. Dies entspricht der relativen Menge an regionaltypischen Sorten dieser beiden Obstarten, die es zu erhalten gilt. Der überwiegende Anteil an Sorten so llte mit jeweils zwei Exemplaren gepflanzt werden, um einem Komplettausfall vorzubeugen. Die vorgeschlagene Pflanzung ist thematisch geordnet, um Besuchergruppen die Unterschiede bzw. die Themenvielfalt im Bereich Obstsorten aufzuzeigen. Sorten bestimmter Regionen sind teilweise räumlich zusammengefasst worden , ebenso Sorten bestimmter Züchter sowie teilweise Formengruppen („Schafsnasen und verwandte Apfelsorten“) . Arten bzw. Sortengruppen mit besonders hoher Wuchskraft sollten möglichst am Nordrand der Erh altungskultur gepflanzt werden, um eine Beschattung kleinerer Baumkronen zu verhindern. Aus diesem Grund sind die Kirschen sowie die meisten großkronigen Birnensorten dort platziert worden. Aus dem umgekehrten Grund finden die Pflaumensorten am südöstlichen Rand der Fläche ihren Platz. Durch den Bestand könnte ein Weg geführt werden, an dessen Rand Infoschilder auf die aufgepflanzten Sorten hinweisen und einen Bezug zum Erhaltungszentrum Leidenhausen herstellen. Ein bestehender Weg, der parallel zum Waldrand durch den südöstlich angrenzenden Wald verläuft, könnte das Ende des Infopfades darstellen. Zur Abgrenzung der Fläche nach Südwesten könnte eine zweireihige Hecke aus Wildgehölzen angelegt werden, um mögliche Einflüsse der landwirtschaftlichen Nutzung auf der Nachbarfläche zu minimieren. Aus Rücksicht auf die Gesundheit der Obstbäume sollte dabei aber auf eine Pflanzung von Wildgehölzen verzichtet werden, die als Überträger von Obstbaumkrankheiten bekannt sind (zum Beispiel Weißdorn als möglicher Überträger von Feuerbrand). 8 Abbildung 3: Möglicher Aufbau einer Obstsortenerhaltungspflanzung im Bergheimer Dreieck. Die schwarze Linie skizziert einen möglichen Besucherpfad durch die Fläche. Er könnte am Südostrand in den parallel zum Waldrand verlaufenden Fußweg einmünden. Anvisierter Pflanzabstand zwischen den Bäumen ca. 10 Meter (Durchmesser eines Kreises = 10m). 9 Sortenauswahl Im Fokus des Obstsortenerhalts stehen Sorten, die vor Beginn der modernen Sortenzüchtung, also etwa bis zum Jahr 1950, entstanden sind. Häufig handelt es sich um zufällig entstandene Sorten, bei denen die Eltern nicht bekannt sind. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommen dann auch allmählich erste planmäßig gezüchtete Sorten hinzu. Im Rheinland haben zum Beispiel die Privatzüchter Diedrich Uhlhorn Jr. (1843 – 1915) aus Grevenbroich und Oberpfarrer Conrad Henzen (1801 – 1888) aus Elsen viele neue Sorten gezüchtet (von denen jedoch im Falle Henzens die meisten wohl wieder verloren gegangen sind). Fast allen diesen „alten“ Sorten ist eine geringe Anfälligkeit für Schädlinge und ein robustes Wachstum zu eigen, so dass sie meist problemlos im extensiven Streuobstanbau verwendet werden können (Ausnahmen bestätigen die Regel). Gegenwärtig verfolgt die Naturschutzstation bei der Nachpflanzung von Obstsorten zwei Erhaltungsziele: Einerseits werden bevorzugt lokale bzw. regionale Sorten aus dem Rheinland und angrenzenden Kulturräumen nachgepflanzt. Andererseits werden einst überregional verbreitete Sorten gepflanzt, die heute eher selten in Streuobstbeständen vorkommen. Tabelle 1 listet die in den Jahren 2018 bis 2020 nachgepflanzten Sorten auf. Sie müssen in den kommenden Jahren mit Ertragsbeginn auf ihre Echtheit geprüft werden. Sortenname Obstart Verbreitung Erhaltung Köln Ananas-Renette Apfel R/Ü * Bäumchensapfel Apfel R G Bergischer Herrenapfel Apfel R G Berner Rosenapfel Apfel Ü G Biesterfelder Renette Apfel Ü G Blauer Kölner Apfel R * Coulons Renette Apfel Ü K Eifeler Rambur Apfel R K Feys Gelbe Hauszwetsche Pflaume R K Finkenwerder Prinzenapfel Apfel Ü G Förster Sauer Apfel R K Freudenberger Nützerling Apfel L K Gelber Bellefleur Apfel Ü K Gelber Edelapfel Apfel Ü K Gellerts Butterbirne Birne Ü K Goldrenette aus Blenheim Apfel Ü G Grahams Jubiläumsapfel Apfel Ü K Grevenbroicher Knorpelkirsche Süßkirsche R K Harberts Renette Apfel Ü G Henzens Parmäne Apfel L K Kämersheider Bergamotte Birne L K Königlicher Kurzstiel Apfel Ü G Konstantinopler Apfelquitte Quitte Ü K Korbiniansapfel Apfel Ü G Krügers Dickstiel Apfel Ü G Landsberger Renette Apfel Ü G Lotemer Suure Sauerkirsche R K Luxemburger Renette Apfel R K 10 Luxemburger Triumph Apfel R G Marange Pflaume R G Martini Apfel Ü K Mirakosa Pflaume R K Prinz Albrecht von Preußen Apfel Ü K Purpurroter Cousinot Apfel Ü G Puspasbirne Birne R G Rheinbirne Birne R K Rheinische Kaiserkirsche Süßkirsche R K Rheinisches Seidenhemdchen Apfel R * Rote Ananas-Renette Apfel R G Roter Trierer Weinapfel Apfel Ü K Roter Winterkalvill Apfel Ü K Schicks Rheinischer Landapfel Apfel R G Schöner aus Burscheid Apfel L * Schweizer Hose Birne Ü K Seestermüher Zitronenapfel Apfel Ü K Tulpenapfel Apfel R G Uhlhorns Wunderkirsche Süßkirsche L G Wachendorfer Renette Apfel R G Weißer Winterglockenapfel Apfel Ü K Zuccalmaglio-Renette Apfel R/Ü K Tabelle 1: Durch die Station nachgepflanzte Obstbäume auf Kölner Streuobstwiesen (sowohl städtische als auch andere Eigentümer) zwischen 2018 und 2020. Verbreitung: L – Lokalsorte, R – Regionalsorte (größtenteils aus dem Rheinland oder angrenzenden Kulturräumen), Ü – Überregional verbreitete Sorte. Erhaltung: 0 – Sorte in Köln nicht vorhanden, K – Kritisch, Sorte in Köln an einem Standort vorhanden, G – Gefährdet, Sorte in Köln an zwei Standorten vorhanden, * - Ungefährdet, Sorte in Köln an drei oder mehr Standorten vorhanden (die Bewertung umfasst nur die bisher nachgepflanzten Bäume – bestehende Bäume an anderen Standorten sind noch nicht mit berücksichtigt). Kategorisierung des Kölner Obstbestands In Anlehnung an die Praxis der Roten Listen sollte für den Kölner Streuobstbe stand ein Bewertungssystem definiert werden, anhand dessen eine Einordnung der Häufigkeit bestimmter Kulturobstsorten möglich wird. Hierbei könnte etwa zwischen den folgenden Kategorien unterschieden werden: Erhaltungskategorie 0 – Sorte in Köln nicht (mehr) vorhanden/ bekannt K – Kritisch, Sorte an einem Standort vorhanden G – Gefährdet, Sorte an zwei Standorten vorhanden * – Ungefährdet, Sorte an drei oder mehr Standorten vorhanden Sinnvoll wird eine solche Kategorisierung erst dann, wenn möglic hst umfangreiche Daten auch zur Obstsortenvielfalt auf bestehenden Kölner Obstwiesen vorliegen. Die pomologische Kartierarbeit der kommenden Jahre durch die Pomologin C. Pfeffer könnte hier dazu beitragen, einen kölnweiten Überblick über die vorhandenen Ob stsorten zu erhalten. Auf dieser Basis könnte dann eine Beurteilung der jeweiligen Häufigkeit der Sorten im Kölner Stadtgebiet erfolgen. Sobald diese Informationen zusammengetragen worden sind, wird es auf der Basis auch möglich sein, 11 Empfehlungen für die gezielte Nachpflanzung bestimmter , im Stadtgebiet seltener Sorten auszusprechen. Auch eine über Köln hinausgreifende Bewertung der (ehemaligen) Verbreitung der Sorten kann im Rahmen der Auswahl von zu erhaltenden Sorten sinnvoll sein. Sie könnte zum Beispi el folgendermaßen aufgebaut sein: Verbreitungskategorie L – Lokal verbreitete Sorte (Bsp. Kämersheider Bergamotte) R – Regional verbreitete Sorte (Bsp. Rheinisches Seidenhemdchen) Ü – Überregional verbreitete Sorte (Bsp. Erntepflaume) D – Deutschlandweit verbreitete Sorte (Bsp. Rheinischer Bohnapfel) Fokus der Erhaltungssammlung Von besonderer Wichtigkeit für die Planung einer Erhaltungskultur ist die Frage, ob eine bestimme Sorte eine spezifisch regionale Verbreitung hatte. War das Vorkommen ei nst auf ein geographisch begrenztes Gebiet beschränkt, ergibt sich daraus eine besonder e Erhaltungsverantwortung für die jeweilige Region. Aus den pomologischen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte lässt sich ableiten, dass dabei zwischen rein lokal verbreiteten Sorten und echten regionaltypischen Sorten unterschieden werden kann. Besonders im Bereich Wirtschaftsobst kann davon ausgegangen werden, dass viele Sorten nur in einem sehr begrenzten lokalen Radius vermehrt und weitergegeben wurden. Das LVR -Sortenhandbuch (LVR 2017) hat für das Rheinland die Verbreitung zahlreicher regionaltypischer Sorten dargestellt. Aufgrund des Vorkommens von Altbäumen bzw. aufgrund schriftlicher Quellen über Pflanzungen, Handel oder Rodungen kann für die jeweiligen Kreise un d kreisfreien Städte die Verantwortung gegenüber dem Erhalt einzelner Sorten abgeleitet werden. Für das Obst-Arboretum Köln könnte ein Fokus auf den Bereich Niederrheinische Bucht und angrenzende Kreise (westliches Bergisches Land, nördliche Eifel) angestr ebt werden. Eine Bestimmung der „Zielsorten“ aus d iesem Bereich könnte zum Beispiel auf Grundlage der im LVR -Sortenhandbuch dargelegten Verbreitungsdaten erfolgen. Tabelle 2 zeigt, für welche Sorten eine beson dere Erhaltungsverantwortung im Bereich Niederrheinische Bucht besteht. 12 Sortenname Obstart Vorkommen in Bonn/ Rhein- Erft Vorkommen in Düsseldorf/ Krefeld/ Rhein- Kreis Neuss Vorkommen in Köln/ Leverkusen Vorkommen im Rheinisch- Bergischen Kreis Vorkommen im Rhein- Sieg-Kreis Aegidienberger Seidenhemdchen Apfel ● Ananas-Renette Apfel ● ● ○ + ● ● Bäumchensapfel Apfel ● + ● Bergische Schafsnase Apfel ● Bergischer Herrenapfel Apfel + ● Blauer Kölner Apfel ● ● ○ + „Bratschapfel“ Apfel ● ● Bresüthe Apfel ● Creo Apfel ○ Degeers Renette Apfel ● + Doppelter Härtling Apfel ● Doppelter Neuhäuser Apfel ● ● ● Doyenné de Merode (Doppelte Philippsbirne) Birne ● ● Dressprümmche Pflaume ● Dycker Schmalzbirne Birne ● Eifeler Rambur Apfel ○ ● ● + ● ● Feys Gelbe Hauszwetsche Pflaume ● ○ ○ + ○ Feys Rekord Apfel ○ Förster Sauer Apfel + ● Geisepitter Kirsche ○ ● Gelbe Schafsnase Apfel ● ● Goldschwänzchen Birne ○ ○ Grä(h)ling Birne ● ● ● Grevenbroicher Knorpelkirsche Kirsche ○ Grünapfel Apfel ● ● ● Henzens Parmäne Apfel ○ + Hufenbirne Birne ● Juffernbirne Birne ● ● ● Kämersheider Bergamotte Birne + ● Linksbirne Birne ● Lotemer Suure Kirsche ● + Luxemburger Renette Apfel ● + ● ● Luxemburger Triumph Apfel ● + ● ● Marange (Erntepflaume) Pflaume ● + ● Martinsbirne Birne ● ● ● Mautapfel Apfel ● ● Mirakosa Pflaume + ● Moseleisenapfel Apfel ● ● Namedyer Gold Apfel ● Neuh(a)euser Apfel ● ● Neukirchener Butterbirne Birne ● ● ● „Neukirchener Streifling“ Apfel ● ● ● ● Nimmermür Apfel ● ● ● Ölligsbirne Birne ● Peter Broich (syn. Kaiser Wilhelm) Apfel ● ● ● + ● ● Regenbirne Birne ● ● Rheinbirne Birne ● ● + ● Rheinische Braune Leberkirsche Kirsche ● ● Rheinische Kaiserkirsche Kirsche + ● Rheinische Schafsnase Apfel ● Rheinisches Seidenhemdchen Apfel ○ + ● ● Rheinische Speckbirne Birne ○ ○ ○ ○ ○ Rheinlands Ruhm Apfel ○ Röttgesbirne Birne ● 13 Schicks Rheinischer Landapfel Apfel + ● ● Schöner aus Burscheid Apfel ○ + ○ Schöner aus Elmpt Apfel ○ ● ● Schöpgesbirne Birne ● Spätbronge Kirsche ● Sponheimer Flurapfel Apfel ● ● Tragedy Pflaume ○ Tulpenapfel Apfel ● ● + ● ● Uhlhorns Augustkalvill Apfel ● ○ Uhlhorns Wunderkirsche Kirsche ● + Wachendorfer Renette Apfel + ○ Zigeunerin Apfel ● ● ● ○ Zitronenbirne Birne ● Tabelle 2: Vorkommen lokaler und regionaler Obstsorten in der Niederrheinischen Bucht und teils angrenzender Gebiete (Angaben nach LVR-Sortenhandbuch). Jungbäume für Köln ergänzt nach Daten der Naturschutzstation. ● – Altbaum vorhanden; ○ – früheres Vorkommen laut historische Belege; + – Jungbäume vorhanden Kooperationspartner Neben den Kooperationspartnern Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen , Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Umweltbildungszentrum Leidenhausen, der Obstexpertin C. Pfeffer und der Naturschutzstation haben weitere Akteure die Bereitschaft signalisiert, den Aufbau des Obst-Arboretum Köln zu unterstützen. Zu nennen sind hier vor allem die Landwirtschaftskammer NRW mit dem Obstreisermuttergarten Rheinland ORG GmbH in M eckenheim, sowie der Landschaftsverband Rheinland. Über das Erhalternetzwerk des Pomologenvereins und das Netzwerk der Biologischen Stationen im Rheinland kann bei Bedarf auf weitere Unterstützung zurückgegriffen werden. Literaturangaben Geologischer Dienst NRW (2020): IS BK 50 Bodenkarte von NRW 1 : 50.000 – WMS. https://www.gd.nrw.de/pr_od_ibk50.htm LVR-Netzwerk Kulturlandschaft und Biologische Stationen Rheinland (Hrsg.) (2017): Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Auflage, Köln.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1341/2021
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 08.06.2021
- Erstellt
- 09.04.2021 12:36