Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII, hier: "Kurdish-European Society e.V.
Mitteilung Ausschuss 0411/2021 vom 26.02.2021
Stand: Am 13.04.2021 im Integrationsrat beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Anlage 4 BP Auszug TOP 2.1.2
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Geschäftsführung Jugendhilfeausschuss Frau Wolf Telefon: (0221) 221 24954 E-Mail: karin.wolf1@stadt-koeln.de Datum: 28.01.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 26.01.2021 öffentlich 2.1.2 Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII; hier: "Kurdish-European Society e.V." 3574/2020 Beschluss: Der Jugendhilfeausschuss – Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie – beschließt, den „Kurdish European Society e.V.“, vorübergehende Geschäftsanschrift: Ginster- pfad 21, 50737 Köln, begrenzt auf den Betrieb einer Kindertageseinrichtung, zu- nächst befristet für die Dauer von 2 Jahren als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 Abs. 1 SGB VIII anzuerkennen. Abstimmungsergebnis: • 15 Zustimmungen: Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen ( 3), SPD-Fraktion (2), CDU-Fraktion (2), FDP-Fraktion (1), Fraktion Die Linke. (1), AWO Kreisver- band Köln e.V. (1), BDKJ Erzdiözese Köln e.V. (1), Caritasverband Köln e.V. (1), Der Paritätische NRW Kreisgruppe Köln e.V. (1), SJD - Die Falken Kreis- verband Köln (1), Sportjugend Köln e.V. (1) • keine Gegenstimmen • keine Enthaltungen Einstimmig zugestimmt . -
Anlage 2 KES-KITA KONZEPT KOELN
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1 MEHRSPRACHIGE KINDERTAGESSTÄTTE IN KÖLN KONZEPTION „DERGȖSH“ Kurdish-European Society e.V. 2 INHALTSANGABE 1. Vorwort ................................ ................................................................ ........................... 3 2. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit ............................................................... 5 Unsere Ziele ................................ ................................................................ ................ 5 a. Die Eingewöhnung ................................................................................................ ..... 8 b. Tagesablauf ................................ ................................................................ ................ 9 c. Die morgendliche Begrüßung ................................................................ ................... 9 d. Die Lernumgebung ................................................................................................ .. 10 e. Die Pflegesituation und das Wickeln................................................................ ...... 11 f. Die Kinderversammlung ................................................................ .......................... 13 g. Geschichten vorlesen und erzählen ................................................................ ...... 15 h. Musik und Bewegung .............................................................................................. 17 i. Sport und Bewegung ................................................................................................ 18 j. Projektarbeit ................................ ................................................................ .............. 19 k. Spielen der Kinder ................................................................................................ ... 20 3. Rahmenbedingungen................................................................................................ .. 21 Räumlichkeiten ................................ ................................................................ ......... 21 a. Alter der Kinder und Gruppen ................................................................ ................ 21 b. Ernährung ................................ ................................................................ ................. 21 c. Personal ................................ ................................................................ .................... 23 d. Zusammenarbeit im Team ................................................................ ..................... 25 6. Zusammenarbeit mit den Eltern ................................................................ ................ 27 7. Herausforderung Flüchtlingskinder ................................................................ .......... 32 a. Die Eingewöhnung individuell gestalten ............................................................... 32 b. Flüchtlingskinder sinnvoll beschäftigen ................................................................ 34 c. Den Erwerb der deutschen Sprache fördern ................................ ........................ 36 d. Traumatisierten Kindern im Rahmen des Möglichen helfen .............................. 39 e. Mit den Eltern kooperieren ................................................................ ..................... 41 8. Träger ................................ ........................................................................................... 46 3 1. Vorwort Wir möchten eine mehrsprachige Kindertagesstätte betreiben, die offen und inklusiv ist und vor allem ein besonderes Augenmerk auf die Kinder mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund legt. Zum Thema Flüchtlingskinder wird unter Punkt 7. ausführlich Stellung genommen. Mehrsprachigkeit ist im modernen Europa, im Zeitalter der Globalisierung und wachsenden internationalen Zusammenarbeit unve rzichtbar. Bilinguale oder trilinguale Kindertagesstätten fördern Mehrsprachigkeit, in dem Kinder spielerisch und kindgerecht an eine Fremdsprache herangeführt werden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass das menschliche Gehirn auf Mehrsprachigkeit ausg elegt ist (vgl. Gogolin, 2008). Der frühe Erwerb mehrerer Sprachen gehört zum biologisch verankerten Verhaltensrepertoir jedes Menschen. Weder ist die Zahl der Sprachen, die jemand zu lernen vermag, biologisch festgelegt, noch gibt es einen Zeitpunkt, zu dem keine weitere Sprache mehr gelernt werden kann. Es hat sich gezeigt, dass die Altersspanne bis zum 6. Lebensjahr zu dem Zeitraum gehört, in dem längerfristig das Erlernen weiterer Sprachen in der Regel besonders gut gelingt. Mehrsprachige Kindertagesst ätten sind daher dann besonders erfolgreich, wenn sie diese frühen Jahre nutzen und den Kindern die Möglichkeit geben, ihre biologisch gegebenen Sprachlernfähigkeiten in der ihnen eigenen, d.h. kindgemäßen Weise zu entfalten. In einer mehrsprachigen Umgebung erlernen Kinder die zweite und dritte Sprache genauso mühelos und selbstverständlich wie die erste. Für sie ist es völlig normal und natürlich, mehrere Sprachen zu lernen. Sie bringen alle biologischen und kognitiven Voraussetzungen selbst mit. Sie müssen einfach nur die Gelegenheit für sprachlichen Input bekommen. Sprechen lernen ist DER Lernprozess im Vorschulalter. Gerade kleinen Kindern gelingt das Erlernen mehrerer Sprachen 4 besonders gut. Sie brauchen dafür keinen speziellen Sprachunterricht, da sie intuitiv und spielerisch lernen. Moderne Forschungsergebnisse belegen, dass Kinder die mit mehreren Sprachen aufwachsen, auch bessere allgemein kognitive Fähigkeiten haben über größere mentale Flexibilität verfügen in der Regel abstrakter denken können oft eine höhere soziale Sensibilität aufweisen Für mehrsprachige Kinder eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten auf ihrem zukünftigen Weg. Bilinguale/Triliguale Kindertagesstätten entsprechen den Zeichen der Zeit und reagieren auf bildungspolitische Zielsetzungen. Eine weitere Anforderung, insbesondere im Rahmen einer zukunftsorientierten Familienpolitik, ist es, genau die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Menschen brauchen, wenn sie sich für Kinder und für Familie entscheiden wollen. Dabei muss sich Familien politik an Lebensrealitäten, an Lebensentwürfen von Männern und Frauen und an den Bedürfnissen von Kindern orientieren. Die große Mehrheit der Menschen wünscht sich heute nämlich Familie und beruflichen Erfolg gleichermaßen. Einen Spezialfall bilden Flüchtlinge und Neuzugewanderte, auf die noch im Einzelnen eingegangen wird. 5 2. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit Unsere Ziele Unterstützung bei der Bildung von: • Kommunikationsfähigkeit • Kritikfähigkeit • Kreativität • Motorischen Fähigkeiten • Musischen Fertigkeiten • Wissen • Ersten Fremdsprachenkenntnissen Förderung der: • Individuellen Persönlichkeitsentwicklung • Selbstständigkeit • Selbstwahrnehmung • Sozialen Kompetenz Vermittlung von Normen und Werten wie: • Verantwortungsbewusstsein • Offenheit • Hilfsbereitschaft • Zuverlässigkeit • Respekt gegenüber allen Lebensformen Aufgrund der Überzeugung, dass kindliche Entwicklung ein sehr komplexer, ganzheitlicher und individueller Vorgang ist, ziehen wir für unsere pädagogische 6 Arbeit verschiedene pädagogis che Ansätze heran. So finden sich in unserem Konzept u.a. Elemente aus der Fröbel Pädagogik, der Montessori Pädagogik, dem Situationsorientierten Ansatz sowie der Kleinkindpädagogik Emmi Piklers. In Anlehnung an Friedrich Fröbel, den Erfinder des Kindergar tens und Begründer der Spielpädagogik, sehen wir das freie, selbsttätige Spiel als wirksamste Selbstbildungsmethode kleiner Kinder. Dementsprechend groß ist die Bedeutung, die wir der Pflege des freien Spiels als Bildungs- und Erziehungsmethode beimessen. Wie Maria Montessori glauben wir an die verborgenen schöpferischen Kräfte im Menschen und legen großen Wert auf die Beobachtung und die Signale der Kinder, um deren Eigenkräfte zu wecken und ihren Entwicklungsprozess optimal zu fördern. Wir geben den Kindern Raum und Zeit, um ihre Umwelt sinnlich begreifen und erfahren zu können. "Hilf mir, es selbst zu tun!" steht bei uns, wie in der Montessori Pädagogik, für unseren Erziehungsgrundsatz dem Kind zu helfen, selbständig zu werden. Entsprechend dem Situationsorientierten Ansatz, der davon ausgeht, dass Kinder emotional soziale Kompetenzen und andere personale Kompetenzen über soziale Beziehungen aufbauen, sehen wir uns vor allem als Vorbild und Bindungspartner und nicht als Lehrer. Da nachhaltige Bildung immer nur durch Selbstbildung geschieht, sehen wir unsere Aufgabe hauptsächlich darin, den Kindern Lebensfreude zu vermitteln. Nur durch Lebensfreude setzt sich ein Kind gerne mit seinen Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen auseinander und hat die Möglichkeit diese konstruktiv zu verarbeiten. Aufgrund der praktischen und wissenschaftlichen Arbeit Emmi Piklers vertreten wir die Ansicht, dass sich die Persönlichkeit des Kindes dann am besten entfalten kann, wenn es sich möglichst selbstständig entwickeln darf. Unsere Aufgabe sehen wir darin, dem Kind Geborgenheit in sicheren, stabilen Beziehungen zu vermitteln und seine Umgebung so zu gestalten, dass es seinem individuellen Entwicklungsstand 7 entsprechend selbstständig aktiv werden kann. I n der Arbeit – vor allem mit unter Dreijährigen – sind uns daher drei Aspekte besonders wichtig: Die achtsame Pflege, die in Kommunikation mit dem Kind geschieht, dessen Initiative einbindet und als Chance für den Aufbau einer emotionalen Bindung genutzt wird, Die selbständige Bewegungsentwicklung, die das Kind aus eigenem Antrieb und im eigenen Tempo, ohne die lenkenden und beschleunigenden Eingriffe des Erwachsenen vollzieht, Das freie Spiel, in dem das Kind in einer geschützten, altersgemäß ausgestatteten Umgebung ungestört se inen Interessen folgen und se ine Fähigkeiten entfalten kann. Wir arbeiten nach der Immersio nsmethode, d.h. die Kinder leben den Kindergartenalltag in mehreren Sprachen und erwerben eine und mehrere Sprachen im täglichen Umgang mit den mehrsprachigen Erzieherinnen. Es werden keine Sprachkurse abgehalten, in denen Sprachen explizit unterrichtet werden . Stattdessen findet der Tagesablauf ganz natürlich in mehreren Sprachen statt, indem jede Erzieherin ihre jeweiligen Aktivitäten in ihrer Muttersprache durchführt. Dabei folgen wir dem sogenannten "eine Person – eine Sprache“ (one person – one language) Prinzip. Das bedeutet, eine Person spricht je eine Sprache und dies möglichst konsequent und durchgängig. Zu und vor den Kindern spricht jede Erzieherin in ihrer Muttersprache, d.h. auch unter den Erwachsenen. Ist letzteres nicht immer möglich, zeigt sich, dass die Kinder keinerlei Probleme damit haben zu akzeptieren, dass mit ihnen eine andere Sprache gesprochen wird als mit den Erwachsenen. Ausschlaggebend für di ese Akzeptanz scheint vor allem eine eindeutige Sprachverteilung zu sein, auf die sich die Kinder "verlassen" können. Die Aneignung der Sprache (n) erfolgt intuitiv, unbewusst und ungesteuert. Entscheidend hierfür sind die sozialen Kontexte, in denen die Sp rache gesprochen wird. Die Kinder tauchen in die sprachliche Umgebung ein, wobei eine gezielte 8 Steuerung nicht notwendig ist, den Prozess aber unterstützen kann. Wir bieten Kindern eine soziale Umgebung, in der sie Sprachenkenntnisse erwerben können. a. Die Eingewöhnung Der Aufenthalt in der Kita beginnt mit der Eingewöhnung des Kindes nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell. Im Idealfall spricht die pädagogische Fachkraft die Familiensprache des Kindes, so dass die ersten Kontakte zum Kind in der fremden Kita – Umgebung in seiner vertrauten Sprache erfolgen können und damit von Anfang an eine positive Kommunikation zwischen der pädagogischen Fachkraft und dem Kind möglich ist Ist das nicht der Fall, erfragt die pädagogische Fachkraft wichtige Wörter bei d en Eltern Die pädagogische Fachkraft schenkt dem Kind ihre volle Aufmerksamkeit und begleitet es durch den Tag und die Räume Sie übernimmt zunächst im Beisein der Mutter oder des Vaters, die Pflege des Kindes Sie begleitet ihr Handeln während der gesamt en Zeit durch Mimik, Gestik und Sprache Sie beginnt während der Eingewöhnungszeit mit dem Führen des Sprachlerntagebuches. Sie kommt so mit der Bezugsperson des Kindes über alles Wissenswerte über das Kind, wie Vorlieben und Ängste, Ess - und Schlafgewohnheiten ins Gespräch. Auch die anderen Fachkräfte wenden sich während der Eingewöhnung vorsichtig dem neuen Kind zu und geben ihm so die Möglichkeit, sich mit ihnen und der eventuell neuen Sprache Deutsch anzufreunden Sie ermuntert die Bezugspersonen des Kindes mit ihm weiterhin in der Sprache zu kommunizieren, in der sie sich wohlfühlen 9 So stellt sie eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind und zur Bezugsperson des Kindes her. Durch die Wertschätzung ihrer Familiensprache/n und Familienkultur/en erleben di e Familien, dass sie „richtig“ sind, so wie sie sind. Für die erfolgreiche Erziehungspartnerschaft mit Eltern ist das eine grundlegende Voraussetzung. Die Eingewöhnung ist beendet, wenn sich das Kind beim Abschied von seiner vertrauten Bezugsperson, von se iner neuen Bezugsperson, der pädagogischen Fachkraft, trösten lässt. In der Regel sollte das nach zwei Wochen der Fall sein. b. Tagesablauf Kinder, insbesondere Kleinkinder, brauchen einen rhythmischen Tagesablauf, in dem sich Phasen der Aktivität mit P hasen der Ruhe abwechseln. Eine gewisse gleichbleibende Struktur des Tages gibt den Kindern Sicherheit. Der Tag ist gegliedert in Zeiten, in denen die Kinder sich frei beschäftigen und Zeiten, in denen sie durch die Erzieherin konkret angeregt werden, wie z.B. im Erzählkreis, im Singkreis, bei den handwerklichen Aktivitäten und bei der Sprachbildung. Auch der Wochenablauf wird durch bestimmte Höhepunkte an den einzelnen Wochentagen strukturiert, wie z. B. verschiedene angeleitete Aktivitäten: Basteln, Malen, Holzarbeiten Bewegungsspiele, Singkreis usw. und einmal in der Woche ein Ausflug, bei schönem Wetter eventuell auch öfter. c. Die morgendliche Begrüßung Alle Mitarbeiter*innen begrüßen alle Kinder und Eltern jederzeit freundlich Die pädagogische Fach kraft bemüht sich darum, die Begrüßungsworte in den Erstsprachen der Kinder zu lernen und verwendet diese ab und zu (Günaydin, Roj Bash, Hola, Sabah el-Chair) 10 Die pädagogische Fachkraft führt freundliche kurze Tür- und Angelgespräche mit den Eltern. Sprechen Fachkraft und Eltern unterschiedliche Sprachen beziehen wir andere Eltern oder Kolleg*innen mit ein. Der Beginn des Kita – Alltages ist für das Kind hörbar in Kommunikation eingebettet und dem Bemühen einander zu verstehen. Jedes Kind hat in der Garde robe einen mit seinem Namen und seinem Foto gekennzeichneten Platz Im Eingangsbereich befinden sich Begrüßungen in verschiedenen Sprachen d. Die Lernumgebung Wir legen großen Wert auf eine sprachanregende Lernumgebung. Dies spiegelt sich in unserer Einrichtung im Material und der Raumgestaltung, angeregt durch die Kriterien der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung, im ganzen Haus wider. Dabei behalten die pädagogischen Fachkräfte die Interessen und Vorlieben der Kinder im Blick. Sie tauschen Material und Spielzeug regelmäßig aus oder erneuern es, um wieder neue Sprachanlässe zu schaffen. Auch achten sie darauf, dass unterschiedliches Material in ausreichenden Mengen vorhanden ist und präsentieren es ansprechend. In den unterschiedlichen Spielecken f inden die Kinder vielfältige Kostüme zum Verkleiden und anderes Material wie Koffer, Taschen, Brillen, Kopfbedeckungen, Telefone, Fotoapparate, Puppen, Küchenutensilien, Arztkoffer, Fahrzeuge, Tiere, Bausteine Um im Alltag Sprachanlässe zu schaffen, befinden sich in den Räumen und an den Wänden u.a. auch Fotos der Kinder mit der jeweiligen Sprache des Kindes und welche Sprache es noch lernt Fotodokumentationen von Ausflügen, dem Besuch der Musikschule, Festen, u.a. 11 Projekt- und Themenordner, die für Kinder und Eltern zugänglich sind Das „Kind der Woche“ Sprachlerntagebücher Familienwände und der Satz „Meine Familie und Ich“ in den Sprachen der Kinder Die Bedeutung der Namen der Kinder Die Sprachen der Kinder werden im Raum sichtbar Bilder von Bauwerken, Mens chen mit verschiedenen Berufen, Tieren, Naturereignissen Geburtstagskalender, Wochenpläne, Tischdienstlisten Tischsprüche in verschiedenen Sprachen Kalender, Globen Außerdem gibt es in den Gruppen Tischspiele mit Bildern zum Benennen Bücher in denen sich die Kinder und ihre Familien wiederfinden können Sachbücher zu verschiedenen Themen Materialien zum Sortieren, Vergleichen und Zählen Musikinstrumente U.a. e. Die Pflegesituation und das Wickeln Die pädagogische Fachkraft kündigt dem Kind, das gewickelt w erden soll, ihre Absicht vorher an Beim Wickeln wendet sich die pädagogische Fachkraft dem Kind zu, sie schenkt ihm ihre volle Aufmerksamkeit, in diesem Moment des Wickelns signalisiert sie dem Kind: „Du bist wichtig, ich bin jetzt nur für dich da.“ Beim Wickeln und Pflegen spricht die pädagogische Fachkraft, wenn möglich, die Muttersprache des Kindes Die pädagogische Fachkraft verbalisiert ihr Tun, alle Handlungen wie Windeln wechseln, Eincremen, Anziehen begleitet sie sprachlich 12 Auf Äußerungen des Kindes geht sie ein, sie vervollständigt einzeln gesprochene Wörter zu Sätzen. Durch positives Feedback korrigiert sie falsch ausgesprochene Wörter des Kindes Mobile über dem Wickeltisch laden zu Gesprächen ein Durch Sing- und Fingerspiele in verschiedenen Sprach en als Ritual beim Wickeln, erhöht sie die Aufmerksamkeit des Kindes 13 f. Die Kinderversammlung Mehrmals in der Woche gibt es in den Gruppen Kinderversammlungen, um den Tag gemeinsam zu beginnen, zu sehen wer alles da ist und wer fehlt und um Dinge zu besprechen, die alle Kinder betreffen Manchmal werden die Morgenversammlungen mit nur wenigen Kindern gemacht, damit sich auch zurückhaltende oder jüngere Kinder zu Wort kommen Die Versammlungen finden an einem dafür vorgesehenen Ort statt. Jedes Kind hat seinen Platz. Die Erzieher*innen sprechen überwiegend deutsch, Kinder können jedoch in ihrer Muttersprache sprechen, ihre Beiträge werden übersetzt. Die pädagogischen Fachkräfte bereiten anhand von Beobachtungen oder eigenen Überlegungen die Versammlungen vor und lassen gleichzeitig viel Raum für die Anliegen der Kinder, z.B. Beschwerden. Jede Gruppe macht die Morgenversammlung auf ihre eigene Art und Weise. Im Folgenden zählen wir einige Elemente der Morgenversammlung auf: Es gibt feste Rituale, wie das Zählen der anwesenden Kinder. Die Erzieher*innen ermuntern die Kinder in den Sprachen zu zählen, die sie können oder kennen. Eltern fragen wir nach den Zahlworten in ihnen geläufigen Sprachen. Diese werden in das Gruppenrepertoire aufgenommen Verse, Begrüß ungs- und Geburtstagslieder werden auf Deutsch und in den Erstsprachen der Kinder und/oder der Erzieher*innen gesungen. Es wird den Kindern Raum und Zeit zum Erzählen gegeben. Die Gruppe bespricht die Aktivitäten des Tages, dabei werden die Kinder miteinbezogen. Die Kinder werden ermuntert ihre Wünsche und Ideen zur Gestaltung des Tages einzubringen, diese werden zur Diskussion gestellt und Entscheidungen getroffen Die pädagogischen Fachkräfte setzen unterschiedliche Abstimmungsmethoden ein. So lernen die Kinder demokratische Beschlüsse zu fassen und zu akzeptieren. 14 Die pädagogischen Fachkräfte achten darauf, dass die Vorschläge der Minderheit auch beachtet werden Themen, die einzelne Kinder oder die Gruppe betreffen werden besprochen, z.B. Hauen, verschwundenes oder kaputtes Spielzeug. Die Morgenversammlungen bieten auch Raum für Beschwerden der Kinder. Diesewerden angehört und Lösungen dafür diskutiert. Damit alle Kinder in ihrem eigenen Tempo erzählen können erhalten sie einen Erzählstab oder einen Erzählstein. Erst wenn sie fertig erzählt haben und den Stein auf den dafür vorgesehenen Platz zurückgelegt haben, ist das nächste Kind an der Reihe Die jüngeren Kinder lernen im engen Kontakt zu den älteren Kindern in der Gruppe täglich neue Wörter 15 g. Geschichten vorlesen und erzählen Wir sind uns dessen bewusst, dass sich Bücherlesen und Geschichten erzählen unter anderem auf die Sprachentwicklung positiv auswirkt. Deswegen widmen wir einen festen Bestandteil des Tages dem Vorlesen und Geschichten erzählen. Im Alltag gibt es regelmäßig Vorlesezeit In jeder Gruppe gibt es gemütliche Leseecken mit zahlreichen Büchern für ältere und jüngere Kinder. Für jedes Kind gibt es Bücher in erreichbarer Höhe, die es immer nehmen kann. Die Bücher werden gut sichtbar im Gruppenraum präsentiert Jedes Kind findet mehrere Bücher in seiner Erstsprache im Regal. Jedes Jahr kaufen wir Bücher in den Sprachen der neuen Kinder der Gruppe Bilderbücher sollen in einem guten Zustand sein und werden deswegen regelmäßig repariert. Je nach Interesse der Kinder tauschen wir die Bücher regelmäßig aus Die Inhalte der Bilderbücher knüpfen an dem Verständnis und den Alltagserfahrungen der Kinder an und spiegeln die verschiedenen Lebenssituationen von Kindern wider. Bei der Auswahl der B ücher achten wir außerdem darauf, dass Abbildungen nicht stereotyp oder diskriminierend sind Je nach Alter der Kinder werden Bilderbücher betrachtet oder Geschichten vorgelesen Das Vorlesen und Bilderbuch betrachten ist immer interaktiv und warmherzig Das Betrachten und das Vorlesen geschieht entweder in der deutschen oder in der gemeinsamen Muttersprache von Kind und pädagogischer Fachkraft Spricht keine pädagogische Fachkraft in der Kita die Sprache eines Kindes, werden Familienangehörige zum Vorlesen in die Kita eingeladen 16 Beim Vorlesen kann die pädagogische Fachkraft Wörter in den Erstsprachen der Kinder erfragen, Vergleiche anstellen und auf ähnlich klingende Wörter hinweisen Eltern und Kinder können Bücher ausleihen, damit zu Hause vorgelesen werden kann Um die Kinder zum Geschichten erzählen anzuregen, wird in einigen Gruppen mit einem Märchen - oder Geschichtenkoffer gearbeitet. Der Koffer ist mit verschiedenen Gegenständen gefüllt (ein goldener Schlüssel, eine Krone, ein Feuerwehrauto, ein Hammer usw .). Ein Kind darf den Koffer öffnen, sich zwei bis drei Gegenstände herausnehmen und dazu eine Geschichte erzählen. Für Kinder unter drei Jahre kann ein Stoffbeutel zum Geschichten erzählen anregen. Im Beutel befinden sich die Protagonisten aus einem Bilderbuch, zum Beispiel eine kleine Puppe, ein kleiner Hund, ein Haus. Die Gegenstände machen das Bilderbuch im wahrsten Sinne begreifbar. Zusammen mit der pädagogischen Fachkraft holt das Kind den Inhalt aus dem Beutel und erzählt dazu die Bilderbuchgeschichte nach oder eine erfundene Geschichte. Dies kann auf Deutsch oder einer anderen Sprache geschehen. Ein besonderes Format sind die „STERNSTUNDEN“. Jedes Kind sucht sich einmal im Jahr eine*n Erzieher*in aus und entscheidet sich für ein e Tätigkeit, die es ca. eine Stunde lang zusammen mit ihr*ihm machen möchte. Die Aktivitäten sind sehr vielfältig, genauso vielfältig wie die Kinder. Kuchen backen oder eine Rakete basteln, auf den Bauernhof gehen oder Eis essen, 1000 Sandkuchen backen ode r eine Stunde Trampolin springen. Dabei entstehen Gespräche zwischen Kind und pädagogischer Fachkraft, die im Trubel des Alltags in dieser Intensität kaum möglich sind. Die meisten Kinder genießen diese Zeit ungestörter Aufmerksamkeit. Mit Fotos und Origin alaussagen der Kinder werden die Sternstunden dokumentiert. Geheimnisse des Kindes bleiben jedoch geheim! 17 h. Musik und Bewegung Die Kinder reagieren sehr freudig auf Musik, sie sind begeistert davon, selbst Laute und Geräusche zu erzeugen Musik – und Bewegungsspiele sind ein regelmäßiger Bestandteil des Kitaalltags . In vielen Situationen des Alltags regt die pädagogische Fachkraft die Kinder zum Singen, Tanzen und Mitklatschen an In der Gruppe lernen die Kinder Lieder in ihren Erstsprachen und in andere n Sprachen Als Tradition üben wir mit den Kindern zu Festen Lieder in verschiedenen Sprachen, Singspiele oder Theaterstücke ein und singen und führen sie den Eltern vor Die pädagogische Fachkraft selbst begleitet ihr Handeln mit Liedern oder erzählt singend, was die Kinder tun sollen. Zum Beispiel kann die Aufforderung zum Hände waschen, zum Essen oder zum Aufräumen singend erfolgen. Dies kann in verschiedenen Sprachen geschehen Die pädagogische Fachkraft sorgt dafür, dass sich im Gruppenraum unterschiedliche Musikinstrumente wie Rasseln, Trommeln, Klanghölzer, Xylophone, befinden, auch mit Alltagsgegenständen können Kinder Musik erzeugen Wir stellen mit den Kindern eigene Musikinstrumente her (Rasseln, Trommeln usw.) Im Gruppenraum befinden sich CD – Player mit CDs verschiedener Musikrichtungen und Sprachen. Auch an klassische Musik führen wir die Kinder heran und halten sie an, bewusst Musik zu hören Die Kinder werden ermuntert Musik von zuhause mitzubringen Wir vermeiden es, die Kinder mit im Hintergrund laufendem CD – Player mit Musik zu berieseln Wir benutzen akustische Signale, zum Beispiel einen Gong, eine Klangschale, um wiederkehrende Rituale einzuleiten oder auch um Aktivitäten zu stoppen Für die älteren Kinder organisieren wir in Absprache mit den E ltern Unterrichtsstunden an der Musikschule in Kreuzberg 18 i. Sport und Bewegung Wir sorgen für einen bewegungsfreudigen Kita-Alltag. Bewegung und Ruhe wechs eln sich ab, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kinder Wir gehen täglich mit den Kindern i n den Garten oder auf einen Spielplatz Die älteren Kinder gehen einmal in der Woche in die Turnhalle zum Sport, die jüngeren Kinder turnen im Aktionsraum in der Kita Abwechselnd gehen die Kinder freitags zum Schwimmen Bewegungen und sportliche Aktivitäten werden sprachlich begleitet Je nach Sprachstand der Kinder werden während der sportlichen Aktivitäten bewusst Präpositionen und Adjektive benutzt (oben, unten, schnell, langsam) j. Projektarbeit Um den Kindern ganzheitliches Lernen zu ermöglichen ist es sinnvoll, über einen längeren Zeitraum Projekte durchzuführen, damit die Kinder genügend Zeit haben, um sich in ein Thema mit allen 5 Sinnen und den „100 Sprachen der Kinder“ zu vertiefen. Das Thema des Projektes richtet sich nach den Interessen der Ki nder, die durch Beobachtungen und Erfragungen der pädagogischen Fachkräfte deutlich werden. Das Projekt beinhaltet Themen, die die Lebenswelt der Kinder widerspiegeln und ihren Erfahrungshorizont erweitern Die verschiedenen Bildungsbereiche und die vier Ziele der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung fließen in das Projektthema ein Jede kürzere oder längere Beschäftigung einzelner, mehrerer Kinder oder der ganzen Gruppe ist ein Projekt. Im Kita – Jahr führen wir ca. drei größere oder kleinere solcher Projekte durch Die Eltern können auch eigene Ideen aus ihrem Erfahrungsbereich in das Projekt einbringen und selbst aktiv werden, auch damit sie mit ihren Kindern über das Thema reden können Passend zum Projektthema präsentieren wir Bücher in verschiedenen Sprachen sichtbar im Gruppenraum Das Projekt dokumentieren wir fortlaufend mit Bildern und Fotos. Wir beziehen Wörter in den Familiensprachen der Kinder mit ein. Wir singen und lernen mit den Kindern Lieder, Fingerspiele und Reime in verschiedenen Sprachen, die inhaltlich zum Thema passen Während der Beschäftigung mit einem Thema lernen die Kinder spezifische Wörter, sogenannte Schlüsselwörter. Sie können für die Eltern sichtbar dokumentiert werden. Den Verlauf des Projektes werten wir am Ende gemeinsam mit den Kindern aus 20 k. Spielen der Kinder Der Tagesablauf in der Kita ist durch die Mahlzeiten und den geplanten Angeboten sehr strukturiert. Wir achten jedoch darauf, dass die Kinder ausreichend Zeit zum selbstbestimmten Spiel haben. Die Kinder suchen sich ihre Spielpartner und ihre Spiele selbständig aus. Wir begleiten die Kinder manchmal bei ihren Spielen und erweitern durch Hinweise oder durch spezifische Wörter, die das Spiel betreffen, ihren Wortschatz Kinder sind oft sehr versunken im Spiel mit Wasser, Sand und Farben. Es ist für die pädagogische Fachkraft eine gute Gelegenheit durch Mitspielen den Wortschatz der Kinder zu erweitern Tisch – und Gesellschaftsspiele bieten eine gute Gelegenheit mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Besonders aufmerksam sind die Kinder beim Spielen, wenn das Spiel etwas mit ihnen zu tun hat. Das können Fotos vom letzten Spaziergang oder auch Memorykarten mit Bildern der Kinder oder ihnen vertrauten Gegenständen sein Die vielfältigen Materialien in den zahlreichen Spielecken und die ansprechende Raumgestaltung regen im Kitaalltag zu vielfältigen Rollenspielen an, die die pädagogische Fachkraft mit sprachlichen und thematischen Inputs bereichern kann. Wir beobachten die Kinder manchmal während der Spiele, um etwas über ihre Interessen, Lebensthemen und ihre sozialen Kompetenzen zu erfahren Wir greifen in Spiele ein, wenn Kinder sich ausgrenzend und herabwürdigend verhalten. Wir erklären sachlich, dass es nicht ok ist, Kinder aufgrund unveränderlicher Merkmale auszuschließen (Du bist ein Junge, du kannst nicht die Mutter spielen) und bieten vielfältigere Rollenmuster an (Doch, es kann auch zwei Mütter geben). 21 Wir beobachten die Kinder beim Spielen, dokumentieren ihre Vorlieben und Fähigkeiten, um ihnen entsprechende Angebote machen zu können 3. Rahmenbedingungen Räumlichkeiten Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten orientiert sich stadtweit. a. Alter der Kinder und Gruppen Wir betreuen Kinder im Alter von 0 bis sechs Jahren in folgenden Gruppen: Gruppentyp 1: 20 Kinder im Alter von 2-6 Jahren Gruppentyp 2: 20 Kinder im Alter von 0-3 Jahren Gruppentyp 3: 20 Kinder im Alter von drei Jahren und älter Die Verteilung der Betreuungskräfte richtet sich nach der jeweiligen Gruppenstärke. Generell gilt ein Betreuungsschlüssel von 3 Mitarbeiter/innen für maximal 10 Kinder in Gruppen typ 2. Für Gruppentyp 1 sind 3 bis 4 Mitarbeiter/innen für maximal 20 Kinder vorgesehen. b. Ernährung Unsere allgemeinen Regeln für die Lebensmittelauswahl sind - reichlich pflanzliche Lebensmittel - mäßig tierische Lebensmittel - sparsam mit fettreichen Lebensmitteln Sämtliche Mahlzeiten werden frisch zubereitet, mit Zutaten aus kontrolliertem Anbau. Außerdem gewährleistet die Zubereitung des Essens mit Gemüse und 22 Obst der jeweiligen Saison, die wünschenswerte Qualität der zubereiteten Produkte. Das Süßen mit Zucker wird vermieden. Genutzt werden die natürliche Süße von Obst und Honig. Die Ernährung im ersten Lebensjahr ist salzlos, später salzarm. Grundsätzlich gilt, dass den Kindern das Essen Spaß machen soll. In unserer großen Küche werden die Kinder a b 2 Jahren regelmäßig in die Essenszubereitung einbezogen und zu Festlichkeiten wird gemeinsam gebacken. Ein gesundes Kind darf essen, muss aber nicht. Sollte es einem Kind trotzdem einmal nicht schmecken, wird es die Möglichkeit haben seinen Hunger anderweitig zu stillen. Für die Kleinsten steht selbstverständlich hochwertige Babynahrung zur Verfügung. Zu gegebener Zeit, in Abstimmung mit den Eltern wird für die Kleinsten das „normale" Essen püriert oder stark zerkleinert, so dass ein Stückweiser Übergang von Babykost zu fester Nahrung erfolgt. Gerne verwenden wir auch die von den Eltern gewünschten und den Babys bekannten Produkte oder geben die abgepumpte Muttermilch. Die Kinder sind an den verschiedenen Tagen zum Tischdienst eingeteilt. Ihren Einsatz entnehmen sie ausgehängten Plänen mit den Wochentagen und den Fotos der Kinder. Dieser gibt Anlass für Gespräche. Um ihre Wichtigkeit hervorzuheben, tragen die Kinder in manchen Gruppen beim Tischdienst kleine Schürzen Die Kinder decken den Tisch, benenn en Teller, Tassen, Gabel, Löffel, lernen Oberbegriffe wie Besteck, Geschirr usw. Das Essen beginnt mit Tischsprüchen und/oder mit „Guten Appetit“ in den Sprachen der anwesenden pädagogischen Fachkräfte und/oder in den Sprachen der Kinder der jeweiligen Gruppe 23 Die Kinder essen in kleinen Gruppen an einem Tisch zusammen mit einer pädagogischen Fachkraft, die pädagogische Fachkraft spricht überwiegend Deutsch, sie kann aber die Sprache der Kinder sprechen, wenn sie diese beherrscht Die Kinder sprechen untereinander die Sprache, die sie sprechen möchten Die pädagogische Fachkraft wendet sich während der gesamten Essensituation den Kindern am Tisch zu, sie stellt offene Fragen und animiert die Kinder zum Erzählen Auch durch interessante Tischdekorationen le nkt sie die Aufmerksamkeit der Kinder auf ein Gespräch c. Personal In unserer Kindertageseinrichtung arbeitet engagiertes, gut ausgebildetes und kompetentes Personal, das sich regelmäßig durch Fortbildung weiterqualifiziert. Wir arbeiten vertrauensvoll und partnerschaftlich zum Wohl der Kinde r und ihrer Familien zusammen. Unser Verhältnis zueinander ist geprägt von Gleichwertigkeit und gegenseitigem Vertrauen. Wir nutz en Konflikte und Kritik als Chance, unsere Arbeit zu verbessern. Im Einzelnen besteht unser Team aus: Leiter/in Staatlich anerkannte Erzieher/in Staatlich anerkannter Heilpädagoge/in Staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger/in Ergänzungskräften (Ki nderpfleger/innen, Heilerziehungshelfer/innen, Praktikanten) 24 Hauswirtschafter/innen Köche/ Köchinnen Die Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter/innen durch Fortbildungen ist in unserer Einrichtung unverzichtbarer Teil des Qualitätsstandards. 25 d. Zusammenarbeit im Team Wir sind uns bewusst, dass die Qualität unserer Zusammenarbeit und Kommunikation im Team die Atmosphäre in unserer Einrichtung maßgeblich beeinflusst und den sozialen Umgang der Kinder untereinander prägt. Entsprechend wichtig ist uns die ständige Erweiterung unserer kommunikativen Kompetenzen. Der Kindergartenalltag stellt hohe Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit von Erzieherinnen. Die unterschiedlichen Ebenen (Kinder, Eltern, Kolleginnen), auf denen die Erzieherinnen oft gleichzeitig kommunizieren, erfordern eine große Präsenz und Achtsamkeit im Umgang mit Kommunikation. Besonders in der Bring - und Abholzeit fließen oft viele Informationen mit wesentlichen Inhalten an unterschiedliche Empfänger. Um diese Flut an Informationen – auch unter Zeitdruck – selektieren und verarbeiten zu können sowie angemessen und besonnen darauf reagieren zu können, ist eine fortwährende Pflege der Kommunikationskultur unerlässlich. Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation ist die innere Haltung , die wir unseren Gesprächspartnern gegenüber einnehmen, wie echtes Interesse, einfühlendes Verstehen und Wertschätzung. Auf der Basis dieser Grundhaltungen wenden wir Methoden der aktiven Gesprächsführung an wie aktives Zuhören, Fragetechniken, Ich-Botschaften und Feedback. Indem wir uns aufmerksam zuhören, uns vergewissern ob wir die Kollegin richtig verstanden haben und ihr mitteilen, dass wir ihr Erleben nachfühlen können, entsteht ein Raum, in dem sich jeder geachtet und respektiert fühlt. Offene, wert freie und verständliche Fragen regen zum Nachdenken an und fördern eine lösungsorientierte Kommunikation. Durch das Formulieren von Ich-Botschaften wird das eigene Erleben in den Mittelpunkt gestellt und die kollegiale Beziehung 26 nicht belastet. Gegenseitig es Geben und Nehmen von Feedback über die pädagogische Arbeit trägt wesentlich zur Verbesserung unserer Kommunikation und zur Vermeidung von Missverständnissen bei. Zur Teamentwicklung gehört für uns auch, dass jedes Teammitglied sich seinem Potenzial entsprechend einbringen und weiterentwickeln kann. In lebendiger Auseinandersetzung miteinander können persönliche und fachliche Unterschiede entdeckt und durch Weiterentwicklung eine gemeinsame Sicht - und Verhaltensbasis aufgebaut werden. All dies geschieht h auptsächlich in unseren wöchentlichen Teamsitzungen – einmal in den jeweiligen Gruppenteams und zusätzlich im Kreis aller Pädagoginnen. Sie dienen neben einer fortwährenden Pflege der Kommunikationskultur der Erarbeitung pädagogischer Themen, der kollegialen Beratung (z.B. zu Kinderbeobachtungen), der Organisation des Kindergartenalltags mit seinen vielfältigen Aufgabenbereichen und der Reflexion der gemeinsamen Arbeit. Um den Kindern und Eltern eine gleichbleibend gute Qualität unserer pädagogischen Arbeit bieten zu können, legen wir großen Wert darauf, unseren Wissensstand fortwährend zu aktualisieren und uns ständig weiterzubilden. Nur durch regelmäßige Fortbildungen können pädagogische Handlungskonzepte erweitert und pädagogische Professionalität gestärk t werden. 27 6. Zusammenarbeit mit den Eltern Der regelmäßige und intensive Dialog zwischen den Eltern und den pädagogischen Fachkräften ist die Grundvoraussetzung für eine effektive und harmonische Erziehungspartnerschaft. Im Mittelpunkt dieser Partnersc haft steht das einzelne Kind. Es ist unser Bestreben gemeinsam mit den Eltern, die individuelle geistige, seelische und körperliche Entwicklung des Kindes voran zu tragen. Unsere Einrichtung legt sehr viel Wert auf Transparenz und Kommunikation. Die Eltern erlangen einen intensiven Einblick in die pädagogische Arbeit und den Gruppenalltag. Diese Transparenz fördert die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern und zwischen Eltern und Erzieherinnen. Elternmitsprache ist erwünscht. Eltern können ihre persönlichen Fähigkeiten, ihre erworbenen Erfahrungen und Erkenntnisse zum Wohle der gesamten Gruppe einbringen. So haben sie die Möglichkeit, sich im Rahmen von Projekten gemäß ihren Erfahrungen und Kenntnissen einzubringen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist die Grundlage für eine positive Entwicklung der Kinder in der Kita. Eine besondere Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit den Eltern für die Sprachbildung der Kinder, wenn in der Familie eine andere Sprache gesprochen wird, als in der Kita. Für die Zusammenarbeit mit den Eltern in Bezug auf die Sprachbildung der Kinder ist uns folgendes wichtig: Die Eltern haben vor der Eingewöhnung ihres Kindes die Möglichkeit in der Kita zu hospitieren Die Eingewöhnung des Kindes (und der Eltern) übernim mt eine pädagogische Fachkraft, die möglichst die Sprache der Eltern spricht 28 Falls das nicht möglich ist, holt sie sich Unterstützung von anderen Eltern, Kolleg*innen oder vertrauten Personen der Eltern Während der Eingewöhnungsphase beginnt die pädagogisc he Fachkraft mit dem Führen des Sprachlernbuches, sie erkundigt sich nach der/den Familiensprache/n, welche Sprache oder Sprachen mit dem Kind gesprochen wird/werden Die pädagogische Fachkraft erläutert den Eltern unser Sprachkonzept Die pädagogische Fachkraft empfiehlt den Eltern mit ihrem Kind in der Sprache zu sprechen, mit der sie sich am wohlsten fühlen Die pädagogische Fachkraft erkundigt sich bei den Eltern nach Lieblingsliedern, Versen und Wörtern ihrer Kinder in der Erstsprache Die pädagogische Fac hkraft dokumentiert die Sprachentwicklung der Kinder und informiert die Eltern regelmäßig darüber Die pädagogische Fachkraft gibt den Eltern Hinweise, wie sie zu Hause die Sprachentwicklung ihrer Kinder unterstützen können Die pädagogische Fachkraft führt regelmäßig Elternabende durch. Für die Eltern wird übersetzt. Das Thema „Sprachbildung“ ist auf vielen Elternabenden Thema Die Eltern können sich in der Kita Bücher und Spiele ausleihen Die pädagogische Fachkraft macht die Eltern, wenn es nötig ist, rechtz eitig auf Sprachstörungen aufmerksam und unterstützt sie dabei, professionelle Hilfe zu finden Uns ist es wichtig, dass alle Eltern alle kitarelevanten Informationen erhalten. Wir übersetzen wichtige Aushänge in Türkisch oder beziehen Kolleg*innen und Eltern zum Übersetzen mit ein. Unabhängig von individuellen Anlässen, bieten wir Eltern folgende Grundstruktur an: 29 a. Aufnahmegespräch Die Leiterin informiert über die Gegebenheiten in der Einrichtung (Konzeption) und beantwortet Fragen Die Eltern berichten über ihr Kind, Entwicklungsstand, Besonderheiten u. a. b. Eingewöhnungsphase Sie gestaltet sich für Elternteil und Kind immer nach den Bedürfnissen des Kindes. Das heißt, Eltern sollten im gewissen Zeitrahmen in der Einrichtung bleiben, bis das Kind in der Lage ist, die neue Situation zu meistern. Eltern sollten hier auf die Erfahrungen der Erzieherinnen vertrauen. c. Entwicklungsgespräch Die Erzieherin führt mit den Eltern ein Gespräch, wobei ihre ersten Beobachtungen mit einfließen. d. Tür — Angel — Gespräche Individuelle Absprachen und Informatione n über das Kind können schnell koordiniert werden. Sie dienen auch zum Abstimmen von kurzfristigen Terminen e. Allgemeine Informationen Im Eingangsbereich hängt eine Infotafel. Sie dient z u aktuellen Informationen, als auch zur Gestaltung von Höhepunkten, zum Bsp. Gruppenelternabende. f. Themenabende Hier gibt es Raum für Eltern und Betre uerinnen, um Informations - und Bildungsinhalte auszutauschen. g. Mitwirkung und Gestaltung durch die Eltern Die Unterstützung und Mitwirkung der Eltern sind uns sehr wichtig. So können sie an gemeinsamen Eltern -Kind-Nachmittagen teilnehmen. Über die Unterstützung bei Festen freuen wir uns sehr. Bei wichtigen Entscheidungen werden die Eltern und die Elternsprecher mit einbezogen. 30 h. Gespräche mit der Leiterin Je nach Bedarf und Vereinbarung können die Eltern auch Gespräche mit der Leiterin wahrnehmen. i. Elternbefragungen Durch gezielte Elternbefragungen, erfahren wir mehr über die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern. Die Auswertung wird im Erzieherteam und im Kita - Ausschuss besprochen. Anschließend werden notwendige Maßnahmen eingeleitet. Diese Art der Befragung soll der Zufriedenheit aller Beteiligten dienen. In jeder Gruppe arbeiten drei pädagogische Fachkräft e (Teilzeit) mit unterschiedlichen Muttersprachen. Die Umgangssprache ist Deutsch, wenn die Kinder als Gruppe angesprochen werden. Sprechen eine pädagogische Fachkraft und ein Kind die gleiche Muttersprache, kann sie sich ihm auch in der gemeinsamen Sprache zuwenden. Wir ermöglichen allen Kindern die Erfahrung, dass es unterschiedliche Sprachen gibt und alle Sprachen gleichwertig sind Wir bringen jedes Jahr die Sprachen der Kinder der jeweiligen Gruppe in Erfahrung. Die Familiensprachen jedes einzelnen Kindes und seiner Familie werden wertgeschätzt und die Kinder und Eltern erleben, dass für uns alle Sprachen gleichberechtigt sind. Einsprachige Kinder können die Erfahrung machen, dass es viele verschiedene Sprachen gibt. Wir erweitern die Horizonte der Kinder, in dem wir ihnen neue Erfahrungen und Erlebnisse ermöglichen und darüber sprechen. Wir leiten Rollen – und Symbolspiele ein und stellen entsprechendes Material zur Verfügung . Wir beobachten die Kinder in ihrem Sprachverhalten und geben ihnen geziel te Unterstützung . Bei Projekten beziehen wir Wörter in den Familiensprachen der Kinder der jeweiligen Gruppe mit ein. 31 Wir fördern bewusst die Sprachen der Kinder in alltäglichen Situationen (Essen, Spielen, Bewegung, Spazieren gehen), indem wir immer wied er Wörter in den Familiensprachen erfragen und einbeziehen Beschriftungen im Gruppenraum sind in mehreren Sprachen vorhanden, um über Sprachen ins Gespräch zu kommen Wir begegnen allen Sprachen mit Wertschätzung und beziehen sie in den Alltag mit ein Wir geben den Kindern Zeit, wir lassen sie ausreden, wir hören ihnen aktiv zu, wir halten zu ihnen Blickkontakt Wir nehmen die Themen der Kinder ernst und sprechen mit ihnen über ihre Wünsche, Ängste, Gefühle und Erlebnisse Wir wenden uns den Kindern zu und schenken ihnen unsere Aufmerksamkeit, wann immer sie uns etwas erzählen möchten. In Worten oder mit Mimik und Gestik. Wir begleiten unsere und die Handlungen der Kinder mit Sprache Wir begleiten unsere Sprache durch Gestik und Mimik Wir berichtigen die Aussagen der Kinder durch korrektives Feedback Wir denken über unser eigenes Sprachverhalten nach Wir sprechen keinen Dialekt Wir sprechen vollständige, grammatikalisch richtige Sätze Wir bitten unsere Kolleginnen uns über unser Sprachverhalten ein Feedback zu geben 32 7. Herausforderung Flüchtlingskinder Zur Vorbereitung auf die Aufnahme eines Flüchtlin gskindes sammeln die Erzieher/innen so viele Informationen wie möglich über sein Herkunftsland, die Kultur, die Religion, die Lebensweise der Menschen, de n vorherrschenden Erziehungsstil usw. sammeln . Oft sind hier auch Fotos aus dem Heimatort des jeweiligen Kindes, zumindest aber aus der Umgebung bzw. dem Kulturraum zu finden. Die Bilder werden ausgedruckt, im Gruppenr aum aufgehängt oder zu einem Fotobuch zusammengestellt. Zum einen kann dies die Eingewöhnung des Flüchtlingskindes erleichtern, zum anderen werden die anderen Kinder über seine Heimat informiert. Außerdem können die ausgedruckten Fotos auf Karton aufgeklebt und zu Puzzles weiterverarbeitet werden. Ferner werden Bilderbücher, Spiele, Puppen (-kleider), Rollenspielutensilien und Dekorationsgegenstände aus dem Herkunftsland bzw. Kulturkreis besorgt werden, damit sich das Flüchtlingskind gleich etwas heimisch fühlt. a. Die Eingewöhnung individuell gestalten In einigen Fällen können Flüchtlingseltern die Eingewöhnung ihres Kindes nicht begleiten, da sie direkt nach dem Bringen zum Integrationskurs gehen müssen. In anderen Fällen verstehen sie nicht, weshalb sie während der ersten Tage im Gruppenraum und später in der Nähe bleiben sollen - in ihrem Herkunftsland werden Kinder am ersten Schultag in der Schule abgegeben, und da viele Flüchtlingseltern die Kindertagesstätte als eine Art "Vorschule" verstehen, erwarten sie, dass der erste Kita-Tag genauso abläuft wie der erste Schultag. Zumeist kann die Eingewöhnung aber so ähnlich wie bei deutschen Kindern erfolgen. Allerdings mag sie länger dauern, da Eltern und Kinder während der 33 Flucht und in den (Massen -) Unterkünften sehr enge Beziehungen ausgebildet haben und nun auf beiden Seiten starke Trennungsängste auftreten. Ein großer Unterschied gegenüber der Eingewöhnung deutscher Kinder ist, dass Flüchtlingskinder häufiger bei anderen Kindern Trost suchen oder sich von diesen z.B. auf die Toilette begleiten lassen. Hier zeigt sich, dass sie weniger erwachsenenorientiert sind, da sie in ihrem Herkunftsland überwiegend von älteren Geschwistern oder Nachbarskindern beaufsichtigt und betreut wurden. Solange das Flüchtlingsk ind kein oder kaum Deutsch spricht, muss die Verständigung mit ihm weitgehend über Mimik, Gestik und Pantomime erfolgen. Dabei kann das Kind auf ein großes Repertoire an nonverbalen Äußerungen zurückgreifen, mit denen es sich in den ersten beiden Lebensjah ren verständigt hat. Gelegentlich werden auch selbst hergestellte Bildkarten oder hilfreiche Werke wie das "Bildwörterbuch Deutsch" (2016) genutzt werden. Zur Vertrauensbildung trägt auch bei, wenn die Bezugserzieherin Interesse an der Erstsprache des Flüchtlingskindes zeigt und sich von ihm einige Worte oder vielleicht sogar ein Lied beibringen lässt. Außerdem kann sie sich von ihm Spiele aus seinem Herkunftsland zeigen lassen und dann mitspielen. Bei sehr schüchternen und verängstigten Kindern gelingt di e Kontaktaufnahme oftmals leichter über eine Handpuppe oder ein Stofftier. Die wichtigste Rolle bei der Eingewöhnung eines Flüchtlingskindes spielen aber die anderen Kinder. Sie gehen unvoreingenommen auf es zu, beziehen es in ihre Spiele und Aktivitäten e in und helfen ihm spontan bei Problemen. Da auch sie fortwährend neue Wörter und Redewendungen lernen, können sie sich in seine Lage hineinversetzen und ihm beim Spracherwerb helfen. So werden Flüchtlingskinder zumeist schnell in die Gruppe integriert. Sie können nun wieder "normale" Kinder in einer "normalen" Lebenswelt sein. Hierzu 34 schreibt Abdel Fattah (2016): "Mit dem ersten Kita-Tag betreten Kinder, die durch belastende oder traumatisierende Fluchterfahrungen geprägt sind, eine heile Kinderwelt, die so ganz anders ist als das Leben zwischen zerbombten Häusern, in tristen Flüchtlingslagern, kalten Zelten und Massenunterkünften. Kinder erfahren mit der Aufnahme in der Kindertagesbetreuung ein Leben, das im völligen Gegensatz zu der von Fluchterfahrungen geprägten Zeit der vorangegangenen Monate steht" (S. 65 f.). b. Flüchtlingskinder sinnvoll beschäftigen In der Freispielzeit - egal ob in den Innenräumen oder auf dem Außengelände - werden Flüchtlingskinder von den anderen Kindern "automatisch" in ihre Aktivitäten eingebunden oder können sich alleine mit den Spielgeräten und - materialien befassen. Zum Kita -Alltag gehören aber auch viele kommunikative (Bildungs-) Angebote wie Morgen - bzw. Stuhlkreise, Bilderbuchbetrachtungen, naturwissenschaftliche Experimen te usw. An ihnen können Flüchtlingskinder zunächst mangels Deutschkenntnissen nicht teilhaben. Während dieser Zeit werden ihnen alternative Beschäftigungen ermöglicht werden, mit Puzzles (z.B. auf der Grundlage von Fotos aus ihrem Herkunftsland), mit Bilde rn zum Ausmalen, Mandalas, Bastelmaterialien usw. Ferner können aus dem Internet Kinderlieder, Märchen und Geschichten in der Heimatsprache des Kindes bzw. über das Satellitenfernsehen entsprechende Kinderfilme abgespeichert und von den Flüchtlingskindern angehört bzw. angesehen werden, wenn mit den anderen Kindern sprachbetonte Aktivitäten durchgeführt werden. Ansonsten gibt es viele Bildungsangebote, an denen sich auch Kinder mit sehr geringen Deutschkenntnissen beteiligen können (siehe z.B. Erkert et al. 2016; Grabbet 2016). Dazu gehören manche Kreisspiele, Rhythmik, Musizieren mit Musikinstrumenten, Malen, Basteln, Werken usw. 35 Ferner besorgen Erzieher/innen Musik-CDs, Hörbücher oder Märchenbücher in den Sprachen der von ihnen betreuten Flüchtlingskinder. Inzwischen gibt es auch viele mehrsprachige Bilder - und Vorlesebücher, die sich gut unter Einbindung von Eltern mit Migrationshintergrund nutzen lassen: Diese lesen den Text in ihrer Erstsprache vor und die Fachkräfte auf Deutsch. Dabei können laut Hofbau er (2016) auch Literacy-Erfahrungen gemacht werden: "Eine Erzieherin aus Südtirol erzählt, dass sie für ihre Gruppe, in der vergleichsweise viele arabisch - sprechende Kinder sind, nun zum ersten Mal ein arabisches Bilderbuch ausgeliehen und eine Mutter gebe ten hat, daraus vorzulesen. Bevor die Vorlesestunde beginnt, möchte die Erzieherin das Buch schon einmal mit den Kindern anschauen und besprechen. Doch hat sie unerwartet große Probleme damit, aus den Bildern die Geschichte zu konstruieren. Warum, wird klar, als die Mutter zum Vorlesen kommt und das Buch von hinten beginnt..." (S. 89). Musik-CDs, Märchen- und Bilderbücher in der Erstsprache des Flüchtlingskindes können an seine Eltern ausgeliehen werden, die auf der Flucht dergleichen nicht mitnehmen und of t auch in der Zeit nach ihrer Ankunft in Deutschland nicht besorgen konnten. In einigen Kindertageseinrichtungen können Flüchtlingskinder Spiele und Spielsachen mitnehmen, wenn es in der (Massen -) Unterkunft keine gibt. Können deutschsprachige Medien ausge liehen werden, wäre dies auch ein Beitrag zur Sprachförderung. Manche Flüchtlingskinder kommen aber aus so abgelegenen Regionen dieser Erde, dass weder im Handel noch im Internet Bilderbücher oder Musik -CDs aus diesem Sprachraum zu finden sin d. Hier werden die Eltern gebeten, in der Kita Geschichten, Märchen, Lieder, Reime oder Gedichte in der Erstsprache aufzunehmen. Das Kind kann die Aufnahmen anhören, wenn es z.B. an sprachbetonten Bildungsangeboten nicht teilnehmen kann oder Heimweh hat. Zudem können si e von anderen Kindern aus demselben Sprachraum oder mit 36 allen Kindern der Gruppe im Rahmen der interkulturellen Erziehung genutzt werden. c. Den Erwerb der deutschen Sprache fördern Inzwischen plädieren fast alle Fachleute für eine alltagsintegrierte Sprachförderung. Sie umfasst Elemente wie die bewusste Nutzung kommunikativer Situationen im Kita-Alltag, das handlungsbegleitende Sprechen, das Motivieren des Kindes (mehr) zu sprechen (z.B. durch aktives Zuhören, Nachfragen, die Nutzung einer Handpuppe), das korrektive Feedback, das Nutzen von Fingerspielen, Reimen und Liedern sowie die dialogische Bilderbuchbetrachtung. Ein Flüchtlingskind profitiert in seiner Sprachentwicklung besonders viel von Kindern, die nur etwas besser Deutsch sprechen. Laut dem ko -konstruktiven Ansatz von Lew Wygotski (Textor 2000) liegt dies daran, dass Letztere beim Flüchtlingskind die "Zone der nächsten Entwicklung" ansprechen: Sie sind ihm nur einen Entwicklungsschritt voraus, und diesen kann es leichter tun, als wenn eine Fachkraft ihm gegenüber längere Sätze mit vielen ihm unbekannten Wörtern und relativ komplexen grammatikalischen Strukturen verwendet. Hier wird erneut die Bedeutung der Kindergruppe deutlich: Wie weiter oben schon angedeutet, sind die anderen Kinder die besten "Sprachlehrer". Wenn sich in der Kindertageseinrichtung erste Freundschaften zwischen einheimischen Kindern und Flüchtlingskindern ergeben haben, können auch die Eltern Ersterer motiviert werden, am Nachmittag oder am Wochenende das jeweilige Flüchtlingskind zu sich nach Hause einzuladen. Vielleicht ergeben sich daraus sogar Kontakte zu dessen Eltern, die deren Integration in die deuts che Gesellschaft erleichtern. 37 Flüchtlingskinder bringen ein ganzes "Päckchen" von Vorbelastungen mit in die Kindertageseinrichtung (vgl. Textor 2016b): Sie haben in ihrem Herkunftsland und auf der Flucht häufig Schreckliches erlebt. Ihre Eltern konnten ihnen oft nicht beistehen, weil sie von diesen Situationen selbst betroffen waren oder ihnen ohnmächtig und hilflos gegenüber standen. Die ersten Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland waren recht chaotisch und für die Kinder verwirrend. Die Flüchtlingsfamilien durchliefen Erstaufnahmelager und Massenunterkünfte. Ein Jahr oder sogar mehrere Jahre später haben sie noch keine eigene Wohnung, sondern müssen immer noch mit anderen Flüchtlingen zusammenleben. Selbst wenn die Familie inzwischen ein Apartment gefunden oder zugewiesen bekommen hat, ist es meistens zu klein. Die Kinder schlafen entweder bei den Eltern oder zu mehreren in ei nem anderen Raum, haben also keine Privatsphäre und keine Rückzugsmöglichkeiten. Die Flüchtlingskinder leiden unter ihrer "Sprachlosigkeit" - je jünger sie sind, umso weniger können sie verstehen, wieso sie sich auf einmal nicht mehr mit den weitaus meisten Kindern und Erwachsenen verständigen können. Die Flüchtlingskinder leben in Armut, insbesondere wenn ihre Eltern noch keine Arbeit gefunden haben und von Sozialleistungen abhängig sind. Sie besitzen nur wenig Kleidung, kaum Spielsachen und wenige Bilderb ücher. So schämen sie sich, wenn sie Spielkameraden aus der Kindertageseinrichtung nach Hause einladen - oder ihre Eltern wollen dies nicht, damit Deutsche nicht sehen, in was für beengten und primitiven Verhältnissen die Familie lebt. Flüchtlingsfamilien - und damit auch die Kinder - machen mehr oder minder häufig die Erfahrung, dass sie von anderen Menschen diskriminiert werden. 38 Flüchtlingskinder unterscheiden sich also von Gleicha ltrigen in mehrfacher Hinsicht. So ist es nicht verwunderlich, dass sie in Kindertageseinrichtungen andere Verhaltensweisen zeigen, die zunächst einmal verstanden sein wollen. Dazu gehören beispielsweise: Da Flüchtlingsfamilien zumeist hierarchisch strukturiert sind und die Eltern eine unangefochtene Autorität besitzen, erwarten deren Kinder auch von den Erzieher/innen Anordnungen und feste Regeln. Sie sind gehorsamer als deutsche Kinder. Weil Flüchtlingskinder in ihrem Herkunftsland nur wenige Spielsachen hatten, sind sie von der Unmenge an Spielzeug in der Kindertageseinrichtung zunächst überfordert. Bei vielen Dingen wissen sie nicht, was man damit macht. Da Flüchtlingskinder in ihrer Heimat und auf der Flucht viel Mangel erlebt haben - und in den Unterkünften noch erleben -, horten sie oft Spiel - und Bastelmaterialien. Bald merken sie aber, dass immer genug für alle da ist. Ähnliches gilt für das Essen: Da sie in ihrem Herkunftsland und auf der Flucht häufig hungern oder sehr schnell essen mussten (um noch etwas abzubekommen), verhalten sie sich in der Kindertageseinrichtung zun ächst ähnlich. Mit der Zeit erkennen sie aber, dass das Essen für alle Kinder reicht. Weil Flüchtlingskinder zumeist in beengten Unterkünften oder sehr kleinen Wohnungen leben, in denen sie nur selten in Ruhe spielen können, spielen sie in der Kita oft längere Zeit für sich alleine und wollen dann nicht gestört werden. Da sich in Flüchtlingsfamilien aufgrund der vielen Bedrohungen von außen zumeist sehr enge Bindungen ausgebildet haben, verbringen Geschwister die meiste Zeit miteinander und passen aufeinand er auf, wenn sie in der gleichen Kita-Gruppe sind (dies sollte somit vermieden werden). Aufgrund der stark voneinander abgegrenzten Geschlechtsrollen, der Unterordnung von Frauen und der geschlechtsspezifischen Erziehung in 39 Flüchtlingsfamilien verweigern d ie Jungen oft Tätigkeiten, die sie für "Frauenarbeit" halten, oder wollen die Mädchen dominieren. Die zuletzt genannten Verhaltensweisen sollten keinesfalls von den Erzieher/innen toleriert werden, da sie gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft verstoßen (Gleichheit, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung der Geschlechter). d. Traumatisierten Kindern im Rahmen des Möglichen helfen Viele Kleinkinder haben in ihrem Herkunftsland, auf der Flucht und vereinzelt auch nach ihrer Ankunft in Deutschland (mehrere ) traumatische Erfahrungen gemacht und konnten diese nicht verarbeiten, weil sie von ihren verängstigten, gestressten, sich als ohnmächtig erlebenden und oft ebenfalls traumatisierten Eltern dabei nicht unterstützt werden konnten. Hinzu kommt, dass viele E ltern weitgehend mit sich selbst beschäftigt sind, weil sie z.B. den Kulturschock, die lange Untätigkeit in Massenunterkünften, ihre Arbeitslosigkeit und den Statusverlust verkraften müssen und unter Umständen psychische Probleme entwickelt haben (vgl. Tex tor 2016b). Traumatisierte Flüchtlingskinder zeigen in der Tagesstätte häufig Verhaltensweisen wie die folgenden: Sie haben Angst vor Dunkelheit und schlafen schlecht, da dann manchmal schreckliche Erinnerungen auftauchen oder gar Albträume erlebt werden. Deshalb wollen sie oft keinen Mittagsschlaf halten oder sich nur in einem hellen Raum entspannen. Sie reagieren auf plötzliche laute Geräusche panisch (z.B. auf das Zuschlagen einer Tür oder einen vorbeifliegenden Hubschrauber). Manchmal suchen sie dann Schutz oder verstecken sich. Sie erleben traumatische Erfahrungen in der Form von Flashbacks wieder. Manchmal erstarren sie dann, blicken ins Leere und sind nicht ansprechbar. Herzrasen und Schweißausbrüche treten auf. 40 Sie wiederholen traumatische Erlebnisse , aber auch Kriegs - und Fluchtszenen, im (solitären) Spiel oder malen sie. Vielfach ist aber kein direkter Bezug zu früheren Traumata ersichtlich. So sind viele der betroffenen Kinder unruhig, hyperaktiv, schreckhaft, reizbar und aggressiv. Andere Kinder w irken eher apathisch, niedergedrückt, traurig und depressiv. Wieder andere scheinen immer gestresst und erschöpft zu sein. Manche Kinder sind auf eine frühere Entwicklungsstufe zurückgefallen (Regression), nässen und koten wieder ein oder leiden unter psychosomatischen Störungen. Oft gehen traumatisierte Kinder nur oberflächliche Beziehungen ein und zeigen "flachere" Gefühle, haben sich auf der emotionalen Ebene von anderen Menschen und sich selbst entfremdet ("emotionale Taubheit"). Andere zeigen hingegen starke Trennungsängste; sie weinen und wimmern, wenn sie sich von ihren Bezugspersonen trennen sollen. Aufgrund der ganz unterschiedlichen Symptomatik können posttraumatische Belastungsstörungen nur von Fachleuten diagnostiziert und behandelt werden. Bei einem entsprechenden Verdacht werden entsprechende Dienste so früh wie möglich eingeschaltet werden. Allerdings ist es manchmal nicht leicht, die Zustimmung der Eltern zu bekommen, insbesondere wenn diese noch nie von posttraumatischen Belastungsstörungen und den entsprechenden Therapien gehört haben. Hinzu kommt, dass generell und insbesondere in ländlichen Regionen Traumatherapeut/innen fehlen oder - falls eine/r die Behandlung übernehmen kann - diese durch die mangelnden Deutschkenntnisse des Flüchtlingskindes und seiner Eltern erschwert wird. Das Wichtigste, was Erzieher/innen traum atisierten Kindern bieten , sind Zuwendung, Feinfühligkeit sowie körperliche und emotionale Nähe in einer haltgebenden, bindungsähnlichen Beziehung. Sie können dazu beit ragen, dass sich die Kinder in der Kita sicher und geborgen fühlen, zu innerer Ruhe finden 41 und sich wieder der eigenen Weiterentwicklung widmen können. Wie wichtig auch strukturierte Tagesabläufe, feste Regeln und gleichbleibende Rituale sind, wird deutlic h, wenn davon abgewichen wird oder unerwartete Ereignisse eintreten: Manche Kinder sind dann gleich verunsichert und ängstlich. Sie benötigen so etwas wie eine beständige, kontinuierliche und damit vorhersehbare "Normalität". Da Flashbacks und Trauma Erinnerungen oft in Ruhesituationen o der im Schlaf auftreten, akzeptieren es sozialpäd agogische Fachkräfte , wenn betroffene Kinder keinen Mittagsschlaf machen oder z.B. an Entspannungsübungen nicht teilnehmen wollen (obwohl Letztere bei motorischer Unruhe und H yperaktivität oftmals sinnvoll wären). Auch die hektische Betriebsamkeit vieler Flüchtlingskinder muss als Schutz vor Erinnerungen an traumatische Erfahrungen verstanden werden - am besten lässt man sie sich auspowern. Kommt es zu Flashbacks, holen Erziehe r/innen die Kinder in die Gegenwart zurück, indem sie sie ansprechen und berühren, in den Arm oder auf den Schoß nehmen, beruhigen und dann auf andere Aktivitäten hinlenken. Bei traumatisierten Kindern, die schon besser Deutsch sprechen, akzeptieren es die Erzieher/innen, wenn diese nicht über ihre Kriegs - und Fluchterlebnisse reden wollen, sondern sie verdrängen bzw. vergessen möchten. Auch hier sollten notwendige Informationen bei den Eltern eingeholt werden. e. Mit den Eltern kooperieren Ein Gespräch mit den Eltern eines Flüchtlingskindes ist zu Beginn ihres Aufenthalts in Deutschland zumeist nur mit Hilfe eines Dolmetschers möglich. Gelegentlich finden sich wohl auch andere Kita -Eltern, die deren Sprache sprechen und übersetzen könnten, aber gerade bei T hemen wie Traumata und deren psychischen Folgen, Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Probleme 42 der Eltern kommen sie nicht in Frage, weil die Vertraulichkeit des Gesprächs nicht gewährleistet werden kann. Dolmetscher/innen sind aber nicht nur bei Bera tungs-, sondern auch bei Aufnahmegesprächen unverzichtbar. Hier muss nämlich schon nach den Gründen für die Flucht und deren Verlauf, nach dem bisherigen Leben in Deutschland, nach Traumata und deren Folgen sowie nach besonderen Belastungen der Familie gef ragt werden (vgl. Textor 2016b). Aber auch andere wichtige Themen verlangen nach einer professionellen Übersetzung: Das Kind: Wie bei allen Aufnahmegesprächen muss nach der bisherigen Entwicklung des Kindes, seinen Stärken und Schwächen, seinen Eigenarten und Vorlieben gefragt werden. Die Erziehung: Hier geht es zum einen um die Erziehungsvorstellungen und den Erziehungsstil der Flüchtlingseltern und zum anderen um deren Erwartungen an seine Erziehung in der Kita. Während in Flüchtlingsfamilien Eltern Autoritätspersonen sind, den Gehorsam ihrer Kinder erwarten sowie Mädchen und Jungen unterschiedlich erziehen, wird in Kindertageseinrichtungen ein autoritativer Erziehungsstil und die Gleichberechtigung der Geschlechter praktiziert. Es ist offensichtlich, dass in diesen Unterschieden viel Konfliktstoff schlummert. Sie sollten schon im Aufnahmegespräch angesprochen werden. Die Ernährung: Insbesondere muslimische Eltern befürchten, dass ihre Kinder in der Kindertagesstätte Schweinefleisch oder aus Schweinen herge stellte Produkte (z.B. Gummibärchen) zu essen bekommen könnten. Hier muss den Eltern verdeutlicht werden, dass die Fachkräfte religiöse Ernährungsvorschriften befolgen werden und dass auch andere Kinder in der Kita ein speziell für sie zubereitetes Essen e rhalten (z.B. bei Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten). Die Religion: Nicht nur bei Kindertageseinrichtungen mit einem kirchlichen Träger befürchten die Flüchtlingseltern, dass diese zum Christentum bekehrt 43 werden sollen. Solche zumeist verhei mlichte Befürchtungen sollten offen angesprochen werden. Wenn in Tagesstätten mit einem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund auch nichtchristliche Feste gefeiert werden, beruhigt das die Eltern zusätzlich. Ist dies nicht der Fall, könnte im K ita-Team überlegt werden, ob man das nicht gelegentlich - unter Einbeziehung zugewanderter Familien - tun sollte, auch um deutschen Kindern interkulturelle Erfahrungen zu vermitteln. Die Betreuung: Sind in der Kita männliche Fachkräfte tätig, die üblicherw eise auch Mädchen wickeln oder auf die Toilette begleiten, ist darüber mit den Eltern zu sprechen. Hier muss vorab im Team geklärt werden, wie weit traditionellen Vorstellungen entgegengekommen werden soll. Die Bildung: In den Herkunftsländern der meisten Flüchtlingsfamilien gibt es keine Kindertageseinrichtungen. Dementsprechend haben die Eltern keine Vorstellungen von der pädagogischen Arbeit der Fachkräfte - oder falsche, wenn sie eine Art "Vorschule" erwarten, in der die Kinder unterrichtet werden und i hnen vorgegeben wird, was sie zu tun haben. Deshalb sollte über den Wechsel von Freispiel und Bildungsangeboten, den Tagesablauf, die Selbstbestimmung und Partizipation der Kinder und andere Charakteristika der Kita-Arbeit gesprochen werden. Auch ein Rundg ang durch die Gruppen - und Funktionsräume darf nicht fehlen, weil sie anders als Klassenzimmer aussehen. Diese Auflistung macht deutlich, dass bei Flüchtlingseltern bei weitem mehr Zeit für das Aufnahmegespräch anzusetzen ist als bei deutschen Eltern - und dies nicht nur, weil das Dolmetschen ebenfalls Zeit beansprucht. Hinzu kommt, dass beim Aufnahmegespräch auch über die Konzeption der Kindertageseinrichtung, den Betreuungsvertrag, die Gesundheit des Kindes und die Mitwirkung der Eltern gesprochen werden muss - relativ komplexe Themen. Ferner geht es um den Ablauf und die Gestaltung der Eingewöhnung (s.o.), wobei zu verdeutlichen ist, dass diese in allen deutschen Tagesstätten ähnlich 44 praktiziert wird. So kann Missverständnissen vorgebe ugt werden. Die Eingewöhnungszeit ist auch für die Eltern sehr wichtig, da sie hier einen Einblick in die pädagogische Arbeit bekommen und z.B. beobachten können, wie sich Erzieher/innen und Kinder in der Kita verhalten, wie sie miteinander interagieren und wie Konflikte gelöst werden. Insbesondere in den ersten Wochen ist es sinnvoll, Fotos oder kurze Videos von dem Kind aufzunehmen, um den Eltern zu zeigen, was es im Verlauf des Tages macht und dass es sich in der Kindertagesstätte wohl fühlt. Solche Filme können auch ein wichtiger Bestandteil von Entwicklungsgesprächen sein, um den Eltern z.B. die Lieblingsbeschäftigungen ihres Kindes, seine Stärken und Schwächen oder problematische Verhaltensweisen zu verdeutlichen. Werden Videos mit einem Tablet aufgeno mmen, können sie auf diesem auch gezeigt werden; mit der Kamera oder dem Smartphone gemachte Filme müssen hingegen erst auf einen Laptop oder PC überspielt werden. Selbst wenn beim Aufnahmegespräch der in der Tageseinrichtung praktizierte Erziehungsstil, d ie gleichartige Behandlung von Mädchen und Jungen, der Umgang mit Religion(en) und ähnliche Themen angesprochen wurden, kann es im Verlauf der Zeit zu diesbezüglichen Konflikten mit den Flüchtlingseltern kommen. Hier ist wichtig, einerseits Verständnis für die Eltern zu zeigen, andererseits aber auf ein Verhalten zu bestehen, wie es in deutschen Gesetzen, dem Bildungsplan des jeweiligen Bundeslandes und der Kita -Konzeption gefordert wird. Die Gleichheit aller Menschen, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Kinderrechte usw. sind nicht verhandelbar. So müssen viele Väter von Flüchtlingskindern erst akzeptieren, dass Frauen in Rollen wie Erzieherin, Kita -Leiterin oder Sozialarbeiterin einen hohen Status in Deutschland haben, von ihnen Respekt erwarten, ihnen etwas zu sagen haben, ihnen durchaus auch widersprechen und sich sogar ihnen gegenüber 45 durchsetzen können. Und sie müssen akzeptieren, dass sich die Fachkräfte bei Elterngesprächen auch direkt an die Mütter wenden, deren Meinung erfragen und sie als gleichberechtigte Personen behandeln. Sollte eine Frau ihr Gesicht verschleiern, ist den Eltern laut Abdel Fattah (2016) zu sagen, dass sie so ihr Kind nicht von der Tagesstätte abholen kann - sie müsste in einem Raum, zu dem Männer dann keinen Zutritt haben, ihr Gesicht einer Erzieherin zeigen. Gelegentlich erfährt eine Fachkraft, dass ein Flüchtlingskind zu Hause körperlich gezüchtigt wird, oder entdeckt sogar Spuren von Schlägen. Schwere Körperstrafen mögen wohl im Herkunftsland der Flüchtlingsfamilie e in gesellschaftlich akzeptiertes Erziehungsmittel sein, gelten aber in Deutschland als Kindesmisshandlung. In diesen Fällen suchen wir zunächst das Gespräch mit den Eltern und bestehen auf eine gewaltfreie Fa milienerziehung, gleichzeitig leiten wir aber schon das vorgeschriebene Verfahren bei Kindeswohlgefährdung ein - zumindest indem der Vorfall und das darauffolgende Gespräch mit den Eltern dokumentiert werden. Ein weiteres wichtiges Thema, das z.B. beim ersten Entwicklungsgespräch angesprochen wird , ist die Sprachförderung. Hier gilt es den Eltern zu verdeutlichen, wie wichtig die Erstsprache des Kindes ist. Sie sollten also nicht versuchen, mit ihm Deutsch zu sprechen (zumal es dann die Sprache n ur fehlerhaft lernen würde), sondern vielmehr die Erstsprache fördern, indem sie ihm z.B. Märchen und Geschichten erzählen oder Lieder, Reime und Gedichte beibringen. Wenn die Eltern nicht möchten, dass ihre Kinder christliche Feste mitfeiern, behalten sie ihre Kinder in dieser Zeit oft zu Hause. Das ist natürlich für den Erwerb der deutschen Sprache nicht förderlich. Auf jeden Fall achten wir darauf, dass dies nicht allzu oft passiert - manchmal ist ein unregelmäßiger Besuch der Kita oder die Ablehnung von Fördermaßnahmen auch ein Indiz dafür, dass die 46 Bedeutung der frühkindlichen Bildung und der Sprachförderung für die weitere Entwicklung des Kindes nicht erkannt wurde. In anderen Fällen mag ein solches Verhalten für sehr enge Familienbeziehungen stehen (d urch all die gemeinsam bewältigten Gefahren sind die Familienmitglieder miteinander "verschmolzen") oder aus der Befürchtung heraus erfolgen, die Familie könne das Kind an die neue Kultur verlieren, weil es bereits besser Deutsch als seine Eltern spricht und in der Kindertageseinrichtung integriert ist. Manchmal reden die Eltern dann auch schlecht über die Erzieher/innen, was die Kinder in Loyalitätskonflikte stürzen kann. Hier wird erneut die Bedeutung einer kultursensiblen Erziehung offensichtlich: Die El tern von Flüchtlingskindern sollten wie alle anderen Eltern mit Migrationshintergrund den Eindruck gewinnen, dass ihre Kultur und Religion seitens der Kindertagesstätte wertgeschätzt und respektiert werden. Dies gelingt am leichtesten, wenn die Eltern in die pädagogische Arbeit eingebunden werden, was auch ohne größere Deutschkenntnisse möglich ist. Beispielsweise können sie abwechselnd mit den Erzieher/innen aus mehrsprachigen Bilder -, Märchen- und Kinderbüchern vorlesen, allen Kindern Lieder und Gedichte in ihrer Heimatsprache beibringen, mit ihnen Tänze einüben oder auch nur anwesend sein, wenn z.B. kurze Filme über die Landschaft, die Natur, einzelne Ortschaften oder bedeutende Bauwerke ihres Herkunftslandes gezeigt werden. In unserer Tagesstätte, in denen viele Kinder mit Migrationshintergrund sind, werden auch muslimische, buddhistische, hinduistische und andere Feste neben den christlichen gefeiert. 8. Träger 47 Seit der Flüchtlingswelle 2015/16 sind viele kurdischstämmige SyrerInnen und IrakerInnnen nach Deutschland und insbesondere nach NRW eingewandert. Dadurch sind auch für unsere Gemeinde große Herausforderungen entstanden und wir haben versucht, Wege zu finden, um die Flüchtlinge und Neuzugewanderten so gut wie möglich zu begleiten und in die Gesells chaft in Deutschland zu integrieren. Dieser Prozess braucht natürlich Zeit und muss in Zusammenarbeit mit den untersc hiedlichsten Partnern geschehen und bereits im Kindesalter ansetzen. Vor mehr als drei Jahren haben wir die Kurdish -European Society e.V. (KES) mit Sitz in Köln gegründet. Auf Initiative von KES haben wir dann mit etwa 30 Vereinen aus ganz Deutschland, mit teilweise langjähriger Erfahrung im Bereich Migration, Kinder- und Jugendarbeit, Flüchtlingsbetreuung und Integration, den Zentralrat der Kurden in Deutschland e.V. (ZKD) gegründet. Wir verstehen uns als überparteiliche deutsche Organisat ion für Kurden und Nicht-Kurden. Wichtig ist das Thema Integration, das für uns eine dreifache Bedeutung hat. Einerseits verstehen wir un ter Integration die Integration innerhalb der bunten und heterogenen kurdischen Diaspora in Deutschland und Europa, die Schätzungen zufolge knapp zwei Millionen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zählt. Andererseits bedeutet Integration für uns auch das Zusammenleben mit den Mehrheitsgesellschaften in den europäischen Staaten sowie der aktive Beitrag zum europäischen Einigungs - und Friedensprozess. Als Kurdish -European Society e.V. verfolgen wir konkret das Ziel, mit unseren Aktivitäten im Bereich Kinder und Jugendliche, Familien, Sport, Soziales, Gesundheit und Bildung, interreligiöser Dialog, demokratische Partizipation zur erfolgreichen Integration unserer Gemeinde als Ganzes beitragen. 48 Unter unseren Mitgliedern gibt es Frauen, Männer, Kinder u nd Jugendliche mit Wurzeln in Syrien, Irak, Iran und der Türkei. Sunniten, Schiiten, Alewiten und Eziden sind gleichermaßen vertreten. Auch immer mehr Nicht -Kurdinnen und Kurden interessieren sich für unsere Tätigkeit und arbeiten eng mit uns zusammen. Wir freuen uns darüber und sind sehr daran interessiert, uns durch gemeinsame Projekte anderen Gesellschaftsgruppen gegenüber zu öffnen. Beispielsweise sind wir sehr daran interessiert, mit dem Kölner Verein Rom e.V., mit dem wir viele Ähnlichkeiten haben, eng zusammenzuarbeiten. Kinder- und Jugendarbeit sowie Frauenförderung sind zentrale Aspekte unserer Arbeit. Mit der Kinder- und Jugendarbeit verfolgen wir das Ziel, insbesondere die Kinder und Jugendlichen mit Migrations - und Flüchtlingshintergrund in die Gesellschaft zu integrieren. Dazu begleiten wir die Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg vom Kind zum Erwachsenen, stehen ihnen bei der Bildung ihrer Identität zur Seite und vertreten ihre Interessen parteilich. Auf Bund - und Länderebene ha ben wir bereits Kontakte zu den unterschiedlichen Ministerien, die für unsere Aktivitäten in Frage kommen, hergestellt und arbeiten eng und vertrauensvoll mit ihnen zusammen. Vor allem zum NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration haben wir ein gutes Arbeitsverhältnis aufgebaut und werden regelmäßig zu Veranstaltungen eingeladen und arbeiten aktiv in Foren wie beispielsweise „Muslimisches Engagement NRW“. Gerne wollen wir nun auch verstärkt auf lokaler Ebene mit Vertretern der Stadt Köln zusammenkommen und Partnerschaften eingehen und haben Kontakt mit dem Kommunalen Integrationszentrum hergestellt und planen in Köln, ein Interkulturelles Zentrum zu eröffnen. -
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/510/62 1701 Vorlagen-Nummer 08.02.2021 0411/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 13.04.2021 Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII, hier: "Kurdish-European Society e.V." Der Jugendhilfeausschuss – Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie hat in seiner Sitzung am 26.01.2021 unter TOP 2.1.2 die Anerkennung des „Kurdish-European Society e.V.“, vorübergehende Geschäftsanschrift: Ginsterpfad 21, 50737 Köln, als Träger der freien Jugendhilfe beschlossen. Die Anerkennung ist begrenzt auf den Betrieb einer Kindertageseinrichtung und zunächst für die Dauer von 2 Jahren befristet, weil es keine praxisbezogenen Erfahrungswerte mit dem Verein gibt. Die Verwaltung bittet nachträglich um Kenntnisnahme. Der Auszug aus dem Beschlussprotokoll zu Session-Nr. 3574/2020 sowie die Satzung, Konzeption und Schutzkonzept sind als Anlagen angefügt. Gez. Voigtsberger -
Anlage 3 Schutzkonzept Kurdish-European Society e.V. KITA
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1 Kurdish-European Society | Heßhofstr. 4 | D-51107 Köln Mitglied beim Zentralrat der Kurden in Deutschland e.V. Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII SCHUTZKONZEPT 1. Grundsätze unserer Einrichtung Die Kurdish-European Society e.V. versteht sich als ein Träger, der sich für den Schutz von Kindern verantwortlich fühlt. Unsere Einrichtun g soll als sicherer Ort für die Bildung und Persönlichkeitsentwicklung der Kinder sein. Gemäß § 8a Abs.2 SGB VIII sind wir als pädagogische Fachkräfte der Kurdish -European Society e.V. verpflichtet, den Schutzauftrag wahrzunehmen und die Gefährdung zum Wohl des Kindes zu erkennen. Wir sind verpflichtet die Kinder in ihren Rechten zu stärken. Wir wer den keine Formen von Gewalt und Übergriffen an Kindern zulassen oder dulden. Dies können sein: - Verbale Gewalt, wie z.B. ausgrenzen, herabsetzen usw. - Körperliche Gewalt - Machtmissbrauch - sexuelle Gewalt - Ausnutzung von Abhängigkeiten Wir als Team beziehen aktiv die Stellung g egen diskriminierendes, gewalttätiges und sexistisches Verhalten und greifen ein. Unser pädagogisches Handeln ist transparent und fachlich: - Jedes Kind wir d in seiner Individualität und Se lbstbestimmung wahrgenommen und anerkannt. - Wir vermitteln den Kindern die Werte und Kompetenzen, die wichtig für den Umgang mit sich selbst und mit anderen sind. - Wir unterstützen und stärken sie in ihrem Recht mitzubestimmen und mitzugestalten. - Wir begleiten die Kinder dabei ihre Grenzen auszuprobieren und zu lernen, damit sie sich zu selbstbewussten und starken Persönlichkeiten entwickeln. - Wir als Team verhalten uns den Kindern gegenüber einfühlsam und achtsam. - Unser Umgang ist respektvoll und wertschätzend. - Wir achten auf die Gestaltung der Nähe un d Distanz, von Macht, Abhängigkeit und Grenzen. - Verbaler Kontakt und Körperkontakt gesch ehen respektvoll und mit Achtsamkeit gegenüber den Grenzen der Kinder. - Wir respektieren das Recht der Kinder die Grenzen zu zeigen und “nein” zu sagen. - Wir sorgen dafür, dass die Kinder das Recht haben, sich zu beschweren: das führt zu einer Reflexion unserer Arbeit und eigenem Verhalten. Die Kinder entwickeln persönliche Kompetenzen, wie Selbstbewusstsein, Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung. 2. Schritte des Verfahrens bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a SGB VIII: - Beobachtungen und Dokumentation: z.B. Aussagen des Kindes (direkt oder indirekt), auffälliges Verhalten des Kindes, Aussagen der Eltern oder andere Auffälligkeiten und Beobachtungen. - Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen und von anderen Problemen unterscheiden können. - Austausch mit Team und Leitung: 4-Augen-Prinzip. - Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft: diese Fachkraft kann sowohl von der Seiten des Trägers als auch vom Jugendamt oder Erziehungsberatungsstelle gestellt werden. - Gemeinsame Gefährdungseinschätzung bzw. Risikoeinschätzung. - Gespräch mit den Eltern und gemeinsame Vereinbarungen/Hilfeplan entwickeln. - Überprüfung der Vereinbarungen bzw. Empfehlungen - Fallübergabe an das Jugendamt, falls eine Kooperation nicht gelingt. Zeitgleich werden die Eltern darüber informiert. 3. Qualifikation der Fachkräfte: Das Thema Kinderschutz ist ein fester Bestandtei l bei der Einarbeitung aller Fachkräfte. Durch unser Schutzkonzept k önnen wir sicherst ellen, dass sie im Alltag über Handlungsmöglichkeiten verfügen, um den Schutz der Ihnen anvertrauten Kinder z u gewährleisten. Um den gesetzlichen Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII fachlich auszuführen, stehen uns verschiedene Möglichkeiten fachlicher Qualif izierung und Beratung zur Verfügung. Dies gesc hieht durch Angebote der Fortbildung, Fachberatung oder Supervision sowohl für das Team als auch die einzelne Fachkraft. Die Zusammenarbeit mit den Eltern, Jugendamt, Erziehungsberatungsstellen und Kinderschutzbund sind für unsere Einrichtung sehr wichtig und bedeutend. -
Anlage 1 Satzung Kurdish-European Society e.V.
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Satzung Kurdish-European Society e.V. $1 Name und Sitz des Vereins Der Verein führt den Namen „Kurdish-European Society e.V.“. Er hat seinen Sitz in Köln. 82 Zweck und Aufgaben Ziel und Zweck der Gesellschaft ist es, im Sinne der Völkerverständigung das Interesse für und die Kenntnis über die Kurden zu fördern, insbesondere die kurdisch-deutsch-europäischen Beziehungen auf persönlicher Ebene dahingehend zu vertiefen, dass kulturelle und gesellschaftliche Bindungen verfestigt und Integration innerhalb der kurdisch-deutsch- europäischen Diaspora sowie in die europäischen Mehrheitsgesellschaften gefördert werden. Ziel ist ferner die Beziehungen zwischen kurdischen, nationalstaatlichen und supranationalen Einrichtungen in Europa zu verbessern sowie den Dialog zwischen anderen Vereinen und Organisationen, die vergleichbare Zielsetzungen verfolgen, zu unterstützen und zu fördern. Das Hauptbetätigungsfeld der Gesellschaft liegt in Deutschland und Europa. Sie setzt sich für das Selbstbestimmungsrecht der Kurden ein, hält sich aber aus innerkurdischen politischen Diskussionen in Kurdistan heraus und ist gegenüber allen dort aktiven politischen Kräften neutral eingestellt. Bei Bedarf und mit Zustimmung lokaler Stellen hilft die Gesellschaft beim Aufbau von Verwaltungs- sowie Staatsstrukturen im Rahmen eines demokratischen und rechtsstaatlichen Kurdistans mit. Bei humanitären Krisen leistet die Gesellschaft ihren Beitrag, sammelt Spenden und unterstützt die zuständigen Stellen. Die Gesellschaft setzt sich unter Einhaltung demokratischer und rechtsstaatlicher Grundsätze für die friedliche Lösung gesellschaftlicher Probleme in Kurdistan und Europa ein. Die Gesellschaft setzt sich darüber hinaus für die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen ein (die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit), leistet bei humanitären Krisen ihren Beitrag, sammelt Spenden und unterstützt die zuständigen Stellen bei der Bewältigung von Flüchtlingsströmen und der Betreuung von Flüchtlingen. Ein wichtiger Schwerpunkt des Vereins soll die Förderung der Integration von insbesondere Kindern und Jugendlichen durch den Breitensport sein (die Förderung des Sports und die Förderung der Kriminalprävention). Auch die Älteren sollen aktiv in die sportlichen Aktivitäten eingebunden und dadurch ihre Integration in die Gesellschaft gefördert werden (die Förderung der Jugend- und Altenhilfe). Durch die sportlichen Aktivitäten soll auch die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern gefördert werden (Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege, insbesondere die Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten, auch durch Krankenhäuser im Sinne des $ 67, und von Tierseuchen).Weitere Zwecke sollen die Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau sein, die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke. die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, die Förderung der Hilfe für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler, Spätaussiedler, Kriegsopfer, Kriegshinterbliebene, Kriegsbeschädigte und Kriegsgefangene, Zivilbeschädigte und Behinderte sowie Hilfe für Opfer von Straftaten; Förderung des Andenkens an Verfolgte, Kriegs- und Katastrophenopfer; Förderung des Suchdienstes für Vermisste sowie die Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe Die Gesellschaft bedient sich bei der Verfolgung seiner Ziele insbesondere der folgenden Instrumente. a) Die Mitglieder erhalten Informationen und Beratung in fachlicher, rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sowie eine Aus-, Fort- und Weiterbildung im Rahmen des Satzungszwecks. Im Rahmen der steuerrechtlichen Zulässigkeit sowie der Verfügbarkeit entsprechender Mittel werden Zuschüsse vermittelt und bereitgestellt sowie zinsgünstige oder zinslose Darlehen vermittelt oder bereitgestellt. b) Es können eigene mehrsprachige Bildungsangebote zur Verfügung gestellt werden durch beispielweise die Einrichtung einer barrierefreien Website. c) Die Gesellschaft informiert Mitglieder, einschlägige Fachinstitutionen sowie die breite Öffentlichkeit durch Publikationen, die sie selbst erstellt oder erstellen lässt. d) Die Gesellschaft kann wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, sich an ihnen beteiligen oder auch entsprechende Aufträge erteilen. e) Die Gesellschaft ist seinen Mitgliedern behilflich bei Auf- und Ausbau von Kontakten zu Behörden und Ministerien, politischen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen sowie Fachinstitutionen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. f) Die Gesellschaft veranstaltet Sportveranstaltungen zum Zwecke der Integration von Kindern, Jugendlichen und Älteren g) Die Gesellschaft organisiert Bildungsreisen für ihre Mitglieder h) Die Gesellschaft organisiert online Kampagnen unter anderem in den sozialen Medien zur Unterstützung von Flüchtlingen. $3 Gemeinnützigkeit l. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. 2. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendung aus Mitteln des Vereins. 3. Es darf keine Person dürch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden. 4. Bei Auflösung des Vereins oder Wegfall steuerbegünstigter Zwecke ist das Vermögen zu steuerbegünstigten Zwecken zu verwenden. Beschlüsse über die künftige Verwendung des Vermögens dürfen erst nach Einwilligung des Finanzamtes ausgeführt werden. $4 Mitgliedschaft Mitglied können natürliche Personen werden, die den Zweck des Vereins zu unterstützen bereit sind: Die Gesellschaft hat 1. ordentliche Mitglieder 2. Ehrenmitglieder 3. fördernde Mitglieder Die Aufnahme erfolgt nach schriftlichem Antrag durch Beschluss des Vorstandes. Bei Ablehnung ist eine Bekanntgabe der Gründe nicht erforderlich. Näheres regelt die Geschäftsordnung zur Aufnahme neuer Mitglieder. 85 Ordentliche Mitgliedschaft Die ordentlichen Mitglieder haben das aktive und passive Wahlrecht und die aus der Satzung und , dem Zweck des Vereins sich ergebenden Rechte und Pflichten. 86 Ehrenmitgliedschaft Auf Vorschlag des Vorstandes oder einzelner Mitglieder können Personen, die sich um die Gesellschaft oder die von ihr verfolgten Ziele besonders verdient gemacht haben, von der Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Nach Annahme der Ernennung haben Ehrenmitglieder alle Rechte eines ordentlichen Mitgliedes. 87 Fördernde Mitgliedschaft Die Eigenschaft des fördernden Mitgliedes -wird durch Beschluss--des Vorstandes und Annahmeerklärung des fördernden Mitgliedes erworben. Fördernde Mitglieder verpflichten sich, den Verein finanziell zu unterstützen. Die Höhe des finanziellen Beitrags legt der Vorstand fest. Fördernde Mitglieder haben die gleichen Rechte und Pflichten wie ordentliche Mitglieder mit Ausnahme des aktiven und passiven Wahlrechts. Dieses Recht ist ausschließlich ordentlichen Mitgliedern vorbehalten. $8 Mitgliedschaften von Vereinen und Organisationen Vereine und sonstige mitgliedsfähige Organisationen können Mitglied werden. Zur Aufnahme eines Vereins oder einer sonstigen mitgliedsfähigen Organisation ist ein Beschluss des Vorstandes und der Mitgliederversammlung erforderlich (siehe Geschäftsordnung zur Aufnahme neuer Mitglieder). Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird abweichend von $ 10 der Satzung vom Vorstand festgesetzt. Im Übrigen haben sie alle Rechte und Pflichten eines ordentlichen Mitglieds. Näheres regelt die Geschäftsordnung zur Mitgliedschaft von Vereinen und Organisationen (juristische Personen). 89 Beendigung der Mitgliedschaft Die Mitgliedschaft endet 1. durch Tod 2. durch freiwilligen Austritt 3. durch Ausschluss Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand. Sie ist nur zum Schluss eines Kalenderjahres unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten zulässig. Auf Empfehlung der Schiedsstelle und Beschluss des Vorstands kann ein Mitglied ausgeschlossen werden. Ausschlussgründe sind: a) gesellschaftsschädigendes Verhalten b) Nichterfüllung der Beitragspflicht nach vorheriger schriftlicher Mahnung durch den Vorstand Vor der Beschlussfassung ist dem Mitglied unter Setzung einer angemessenen Frist Gelegenheit zu geben, sich persönlich vor dem Vorstand oder der Schiedsstelle schriftlich zu rechtfertigen. Der Beschluss über den Ausschluss ist mit Gründen zu versehen und dem Mitglied schriftlich bekannt zu machen. Näheres regelt die Geschäftsordnung für die Schiedsstelle. $& 10 Mitgliedsbeitrag Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird auf Vorschlag des Vorstandes von der Mitgliederversammlung festgesetzt. $ 8 der Satzung bleibt unberührt. Fördernde Mitglieder erbringen ihren Beitrag gemäß erklärter Verpflichtung. Ehrenmitglieder sind von der Beitragspflicht befreit. $ 11 Vereinsorgane Vereinsorgane sind der Vorstand, die Mitgliederversammlung, das Kuratorium sowie die Schiedsstelle. $ 12 Der Vorstand Von der Hauptversammlung werden folgende Vorstandsmitglieder auf drei Jahre gewählt: 1. der Präsident/ die Präsidentin 2. drei Vizepräsidenten /-Präsidentinnen 3. der Schatzmeister/ die Schatzmeisterin 4. der Schriftführer/ die Schriftführerin 5. Beisitzer / Beisitzerinnen, die Zahl wird auf der Hauptversammlung festgelegt. Der Präsident -und -seine--Stellvertreter bilden-den-Vorstand-im- Sinne von-$-26-BGB (Vertretungsvorstand). Jedes dieser Vorstandsmitglieder vertritt den Verein allein. Intern soll gelten, dass die Vizepräsidenten nur bei Verhinderung des Präsidenten zur Vertretung des Vereins berechtigt sind. Der Schatzmeister ist verantwortlich für den Eingang der Beiträge und die pünktliche Begleichung von Verbindlichkeiten. Ferner ist er zuständig für den Einzug von Gebühren und Umlagen für Veranstaltungen. Der Kassenprüfer, der alle 3 Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt wird, legt dem Vorstand nach Ablauf des Geschäftsjahres (Kalenderjahres) den Kassenbericht und bei der Hauptversammlung den Entlastungsantrag für den Schatzmeister vor. Der Vorstand kann für die Verwaltungsaufgaben und laufenden Geschäfte bis zu zwei Geschäftsführer bestimmen. Die Geschäftsführer unterstehen in ihrer Verwaltungstätigkeit den Weisungen des Vorstandes. Die Geschäftsführer können auch Mitglieder des Vorstandes sein. Näheres regelt die Geschäftsordnung für die Geschäftsführung. Im laufenden Geschäftsjahr ausscheidende Vorstandsmitglieder können durch Beschluss des Vorstandes mit einfacher Mehrheit durch geeignete Vereinsmitglieder, die sich zur Übernahme eines Vorstandsmandates bereit erklärt haben, ersetzt werden und zwar für die Restlaufzeit des jeweils ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds (Kooptierte Vorstandsmitglieder). Der Vorstand hat die laufenden Geschäfte der Gesellschaft zu besorgen und die Beschlüsse des Vorstandes und der Mitgliederversammlung durchzuführen. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der Anwesenden. Bei Stimmengleichheit zählt die Stimme des Präsidenten zweifach. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend ist, darunter der Präsident und im Falle dessen Verhinderung einer seiner Stellvertreter. Alle Verhandlungen des Vorstandes sind vertraulich, sofern sie nicht ausdrücklich für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Die Entlastung des Vorstandes obliegt der Mitgliederversammlung. Näheres regelt die Geschäftsordnung für den Vorstand. $ 13 Mitgliederversammlung (Hauptversammlung) Die Mitgliederversammlung ist das oberste Vereinsorgan. Die ordentliche Mitgliederversammlung findet mindestens einmal jährlich statt. Zur ordentlichen Mitgliederversammlung hat der Vorstand die Mitglieder mindestens 4 Wochen vorher, unter Angabe des Datums, der Tagesordnung und des Versammlungsortes schriftlich einzuladen. Die Tagesordnung ist dabei bekannt zu geben. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung kann der Vorstand jederzeit einberufen, und zwar innerhalb der vorgenannten Einladungsfristen. Für die Form der Einberufung außerordentlicher Mitgliederversammlungen gilt $ 13 Satz 3 entsprechend. In Eilfällen kann die Ladungsfrist auf mindestens 10 Tage verkürzt werden. Ob ein Eilfall vorliegt entscheidet der Vorstand mit einfacher Mehrheit. 1 Die Mitgliederversammlung ist grundsätzlich ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlussfähig. Grundsätzlich gilt einfache Mehrheit. Für Satzungsänderungen bedarf es der Stimmen von 45 der erschienenen Mitglieder der Mitgliederversammlung. Sofern das Gesetz oder die Satzung nicht entgegenstehen, werden alle Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der Erschienenen wirksam. Die Abstimmung kann durch Akklamation oder geheim erfolgen. Die Abstimmung hat geheim zu erfolgen, wenn mindestens 5 Mitglieder diesen Antrag stellen. Auch der Versammlungsleiter kann bestimmen, dass geheim abgestimmt wird. Über den Verlauf und die Beschlüsse ist vom Schriftführer eine Niederschrift zu fertigen, die vom Präsidenten oder alternativ von einem der Vizepräsidenten zu unterzeichnen ist. Näheres regelt die Geschäftsordnung der Mitgliederversammlung. & 14 Beschlussfassung Jedes Mitglied (auch Verein oder Organisation) hat eine Stimme. Schriftliche Stimmenübertragung eines nichtanwesenden Mitgliedes ist zulässig. Es können bis zu drei Stimmen bei einem Mitglied vereinigt werden. & 15 Kuratorium Mit Beschluss der Mitgliederversammlung kann ein Kuratorium gebildet werden. Die Mitglieder des Kuratoriums werden durch den Vorstand ernannt und abberufen. Das Kuratorium besteht aus drei Mitgliedern und berät den Vorstand. Der Vorstand beruft die Sitzung des Kuratoriums ein, wenn dies dem Vorstand wegen der Bedeutung einer zu entscheidenden Angelegenheit als sachdienlich erscheint. Die Mitglieder des Vorstandes sind von den Sitzungen des Kuratoriums zu verständigen. Sie können an den Kuratoriumssitzungen mit beratender Stimme teilnehmen. Die Sitzungen des Kuratoriums werden vom Präsidenten des Vereinsvorstandes geleitet, im Falle seiner Verhinderung von einem seiner Stellvertreter, sind auch diese verhindert, von einem Mitglied des Kuratoriums, dass die Mitglieder des Kuratoriums dazu bestimmen. Beschlusse des Kuratoriums werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen gefasst. $& 16 Schiedsstelle Mit Beschluss der Mitgliederversammlung kann die Mitgliederversammlung eine Schiedsstelle einrichten. Ziel dieser Schiedsstelle ist es insbesondere Konflikte innerhalb der Gesellschaft zu lösen und den Vorstand beim Ausschlussverfahren nach $ 9 dieser Satzung zu unterstützen. Die Mitglieder der Schiedsstelle werden von der Hauptversammlung auf drei Jahre gewählt. Näheres regelt die Geschäftsordnung für die Geschäftsstelle. & 17 Geschäftsjahr Das Geschäftsjahr beginnt mit dem Kalenderjahr am 01. Januar und endet am 31. Dezember. Das erste Geschäftsjahr beginnt mit der Eintragung im Vereinsregister. & 18 Auflösung der Gesellschaft Im Falle der Auflösung sind der Präsident und die Vizepräsidenten gemeinsam vertretungsberechtigte Liquidatoren. Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen an den Verein "Christlich-Ezidische Gesellschaft für. Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft", die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke zu verwenden hat. $ 19 Sonstiges \ Sollte der Notar oder das Registergericht Änderungen des vorgelegten Satzungstextes für erforderlich halten, so werden sowohl der Präsident als auch seine Stellvertreter, jeweils alleinvertretungsberechtigt, ermächtigt, diese Änderungen zum Vereinsregister vorzunehmen und anzumelden. $ 20 Inkrafttreten Vorstehende Satzung ist nach der konstituierenden Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 19. Oktober 2019 am Tag der Eintragung in das Vereinsregister in Kraft getreten.
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