2017/0055
Neugestaltung Friedensplatz
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2017/0055
9025 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
16.03.2017
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Straßenverkehrs -
und Tiefbauamt OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2017/0055
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 12
Kostenstelle: 066-100-1000 Investitionsnummer: 15066-6125
Kostenträger: 5410-11 Sachkonto: 0952010
Betreff: Neugestaltung Friedensplatz
Vorlage vom: 09.03.2017
Beschlussvorschlag :
1. Der Bericht zum Sachstand der Planung wird zur Kenntn is genommen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 2 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09. März 2017
Der Plan ungsprozess für die Umgestaltung des Friedensplatzes wurde im Jahre 2001
eingeleitet. In der Folge wurden zunächst verschiedene Konzepte in den Gremien diskutiert,
bevor im Jahre 2008 Beschlüsse des Magistrates und der Stadtverordnetenversammlung über
einen Gestaltungsentwurf gefasst wurden. Dieser Entwurf sah bereits eine Neugestaltung der
Platzoberfläche vor. Eine grundsätzliche Ertüchtigung der Funktionsbauteile wie dem
Eingangsbauwerk und den brandschutztechnischen Einrichtungen der Tiefgarage waren in dem
damaligen Entwurf allerdings nicht berücksichtigt. Kenntnisse über den Zustand und die
statische Auslegung der Tiefgaragendecke lagen im Jahre 2008 noch nicht vor. So bezogen
sich die in der damaligen Vorlage genannten Kosten von ca. 1,4 Mio EURO im We sentlichen auf
die Neugestaltung der Platzoberfläche.
Aufgrund verschiedener Einflüsse wurde das Projekt nicht wie geplant realisiert, sondern ab
dem Jahre 2013 erneut planerisch bearbeitet. In Folge einer erneut breiten Beteiligung der
Gremien (u.a. Gest altungsbeirat) und der veränderten Anforderungen wurden weitere
Planungselemente aufgenommen. Dies waren im Wesentlichen:
- die barrierefreie Erschließung aller Ebenen der Tiefgarage durch einen Aufzug und die
entsprechende Gestaltung des Zugangsbauwerkes,
- die Integration einer barrierefreien Toilettenanlage,
- die Änderung des Zu- und Abluftsystems der Tiefgarage (Planungen von 2008 technisch
nicht realisierbar)
Im Ergebnis der Gremien - und der Öffentlichkeitsarbeit erging 2014 eine Berichtsvorlage an
den Magistrat. Dieser Vorlage war bereits eine fortgeschrieben Kostenschätzung beigefügt, die
nach damaligen Kenntnisstand Baukosten in Höhe von ca. 2,9 Mio € benennt. In dieser
Berichtsvorlage wurde jedoch auch detailliert auf Kostenrisiken hingewiesen, die zum
damaligen Zeitpunkt nicht eingeschätzt werden konnten, sondern erst jetzt mit Entwicklung
des Bauentwurfes mit hinreichender Genauigkeit berechnet werden konnten.
Im Rahmen der Fortsetzung des Planungsprozesses war zur Klärung offener Fragen und zur
Definierung der bestehenden Schnittstellen zu der unter der Platzfläche liegenden
Schloßgarage eine noch intensivere Zusammenarbeit mit der Heag Holding erforderlich.
Gegenstand dieser Zusammenarbeit war unter anderem die Auswertung von Bestandsplänen
zur Tie fgarage, die bis zum Jahre 2014 keinen Eingang in die Planung finden konnten, weil
diese den planenden Ämtern nur in Teilen vorlagen. Die Erweiterung der Planungen beinhaltet
im Wesentlichen folgende Bestandteile:
Technische Ertüchtigung
Die frühzeitige Abstimmung mit dem Bauaufsichtsamt ergab, dass die Umsetzung des neu zu
planenden, barrierefreien Zugangsbauwerks mit Aufzug und Behinderten -WC einen separaten
Bauantrag erfordern würde. Im Rahmen des Bauantragsverfahrens wurde die Ertüchtigung der
technischen Ausstattung der Tiefgarage, insbesondere mit Blick auf die Einbindung in das
Brandschutzkonzept eingefordert. Bei der Umgestaltung der Ausblasbauwerke bleibt der
Bestandschutz der Lüftungsanlage erhalten. Es werden lediglich die oberirdischen Ba uwerke in
die Platzfläche integriert.
Eine rechnerische Überprüfung der Lüftungsanlage wurde durchgeführt.
- 3 -
Barrierefreier Zugang
Für die erforderliche Schaffung eines barrierefreien Zugangs zur Tiefgarage muss ein neues
Aufzugsbauwerk in den Bestand der Tiefg arage integriert werden. Die statischen
Untersuchungen ergaben, dass für die Gründung des Aufzugsbauwerks umfangreiche Eingriffe
in die B estandsfundamente im Bereich der Bodenplatte und der Geschossdecken der
Tiefgarage erforderlich werden. Diese sind neben den Deckendurchbrüchen unter anderem ein
teilweiser Rüc kbau des Bestands fundamentes und die ersatzweise Herstellung eines neuen,
statisch nachgewiesenen Betonbauteiles im Sohlbereich der Tiefgarage.
Der Aufzug ermöglicht auch den Transport von Fahrrädern in beide Ebenen der Tiefgarage. Auf
diese Weise könnten perspektivisch auch Fahrradabstellplätze (z.B. Fahrradboxen) in der TG
errichtet werden.
Konstruktive Ausbildung der Baumbeete
Die Auswertung der Bestandsunterlagen der Tiefgarage, die erst ab 2014 im Detail zur
Verfügung standen, ergab, dass die bereits im ursprünglichen Gestaltungsentwurf für die neue
Platzfläche enthaltenen Baumbeete nicht, wie ursprünglich geplant, auf der Tiefgaragendecke
abgelastet werden können. Die Tragfähigkeit der Bestandsd ecke ist hierzu nicht ausreichend.
Zur Umsetzung der maßgeblich gestalterischen Lösung müssen die Lasten aus den
Baumbeeten unmittelbar in die Stützenpfeiler der Tiefgarage abgetragen werden. Konstruktiv
ist dieses Problem nur durch die Anordnung einer Tra gplatte oberhalb der Tiefgaragendecke
möglich, die ein e Belastung der Betondecke in den dafür nicht geeigneten Bereichen
ausschließt und statt dessen den Lasteintrag nur an dafür geeigneten Stützpunkten
gewährleistet. In Konsequenz dieser Planungen musste ebenfalls die Entwässerungsplanung
der Platzfläche fortgeschrieben und an die Ergebnisse der aktuellen Zustandserfassung
angepasst werden.
Zusammenfassend lassen sich folgende Kernpunkte der Projektfortschreibung vom Jahre 2014
bis heute definieren:
- Integration eines barrierefreieren Zugangs zur Tiefgarage mit Aufzugsbauwerk
- Ertüchtigung des Fundamentbereiches der Bodenplatte der bestehenden Tiefgarage
- Ertüchtigung der Brandschutz- und Lüftungsanlage
- Integration einer behindertengerechten Toilette
- Festlegung auf Natursteinmaterial für die Gestaltung der Platzoberfläche
- Konstruktive Lösung für die Anordnung der Baumbeete (Tragplatte)
- Anpassung der Entwässerungsplanung und der weiterführenden Leitungen
- Integration einer Versorgungsinfrastruktur der Platzflä che (Elektroversorgung für
Marktbetrieb etc.)
Der erreichte Planungsstand entspricht der HOAI -Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) und
erlaubt eine qualifizierte Ermittlung der voraussichtlichen Baukosten und Planungskosten.
Diese betragen gemäß Aufstellung des Fachplaners in Summe ca. 5,2 Mio. Euro.
Projektkosten Neugestaltung Friedensplatz Euro (brutto)
Projektvorbereitung
Bemusterungen, Erkundungen 70.000
Baukosten
Rückbau Friedensplatz (Tiefgarage) 245.000
Rückbau Friedensplatz (Fahrbahn und Ostseite) 96.000
Aufbau Friedensplatz 2.360.000
- 4 -
Baumbeete und oberirdische Abluft 763.000
Eingangsbauwerk Tiefgarage 559.000
Fluchttreppenhäuser und Abluft Ostseite 142.000
Sonstige Bauleistungen 70.000
Planung / Bauüberwachung
Bauüberwachung 110.000
Planung und Beratung 630.000
Projektsteuerung 120.000
Projektkosten (Brutto) 5.165.000
Zzgl. Risikofaktor 10%: 516.000
Gesamtkosten incl. Risikoabwägung: 5.681.000
Die Projektkosten betragen gemäß Aufstellung der Fachplaner , incl. Risikoabwägung in Summe
ca. 5,7 Mio. Euro.
Eine Umsetzung der vom Magistrat vorgegebenen Planungsziele ist mit dem derzeit
verfügbaren Budget nicht zu realisieren.
In Konsequenz dieser Fortschreibung werden im Haushaltspl an des Jahres 2018 daher ca. 2,6
Mio. Euro zusätzlich zu den bereits veranschlagten Mitteln erforderlich.
Den Mehrkosten stehen insbesondere weitreichende Verbesserungen beim barrierefreien
Zugang, der Tiefgaragenstatik und der Lüftungstechnik gegenüber, die so in der Vorplanung
nicht enthalten waren.
Die den vorgenan nten Aussagen zugrunde liegende Entwurfsplanung wird im April 2017
abgeschlossen. Zu dieser Planungsstufe gehört die Kosten berechnung, die später Basis des
Vergabeverfahrens wird. Weil schon jetzt der dem aktuellen Handlungsbedarf geschuldete
Beschluss für die vorbereitenden Maßnahmen am Friedensplatz ansteht, wird im Vorgriff auf
den baldigen Abschluss der Planungen über den aktuellen Planungsstand berichtet.
Darmstadt, den 09.03.2017
Die Dezernentin III Der Dezernent IV
Dr. Barbara Boczek André Schellenberg
Stadträtin Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (4)
Orte (1)
- Friedensplatz 2
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2017/0055
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.03.2017
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00