A-R/0056/2023
Münster engagiert sich gegen Antisemitismus und bekennt sich zum Staat Israel
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
A-R-0056-2023-CDU_Grüne_SPD_FDP_Volt-Münster gegen Antisemitismus
6485 Zeichen
Münster, 31. Oktober 2023
Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung
Münster engagiert sich gegen Antisemitismus und
bekennt sich zum Staat Israel
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Der Rat der Stadt Münster ist entsetzt über den barbarischen Angriff der Hamas und ihrer Unterstützer
auf den Staat Israel und dessen Bürgerinnen und Bürger. Wir verurteilen diesen Akt des Terrors auf das
Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Israel, die ihr Leben oder das ihrer Angehörigen
verloren haben oder von Terroristen verschleppt wurden. Die vollumfängliche Solidarität Deutschlands
muss den Israelis dabei sicher sein. Das Existenzrecht Israels darf ebenso wenig zur Debatte stehen wie
sein Recht, sich und seine Bevölkerung gegen den Terror zu verteidigen.
Der Rat der Stadt Münster erklärt:
1. Münster bekennt sich zum Existenzrecht Israels, zu seiner historischen Verantwortung aus dem
Holocaust und einer demokratischen Erinnerungskultur. Dieses Bekenntnis schließt ausdrücklich den
sekundären und israelbezogenen Antisemitismus mit ein. Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
2. Münster wird das jüdische Leben in unserer Stadt weiterhin in starkem Maße fördern und die
Städtepartnerschaft mit Rishon LeZion ausbauen. Die Vielfalt der jüdischen Kultur sowie die stabile
Entwicklung der jüdischen Glaubensgemeinschaft sind Münster ein großes Anliegen. Das beinhaltet auch
die finanzielle Absicherung der vielfältigen Gedenk- und Erinnerungsarbeit und das Gedenken an die
Opfer. Die Aufklärung über den klassischen und israelbezogenen Antisemitismus, die Geschichte und
Folgen des Nationalsozialismus und des Holocaust bildet für uns einen wesentlichen Kern der historisch-
politischen Bildungsarbeit. Das beinhaltet zugleich die Anerkennung der Vielfalt jüdischen Lebens und
jüdischer Kultur in Münster; jüdische Kultur gilt es generell präsenter und sichtbarer zu machen – auch
jenseits von Verfolgung und Repression.
3. Der Rat der Stadt Münster spricht sich dafür aus, die “Arbeitsdefinition Antisemitismus” der
Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken in der von der Bundesregierung empfohlenen erweiterten
Form zugrunde zu legen. Dies geschieht mit dem Ziel, diese Arbeitsdefinition als Grundlage für
kommunales Verwaltungshandeln einzuführen.
4. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften, Schulleitungen, der Schulsozialarbeit und im
Justizwesen im Bereich der Antisemitismus-Prävention und -Intervention ist zu stärken. Die Förderung
historisch-politischer Bildungsarbeit zum Holocaust ist unter Federführung der Villa ten Hompel
fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Zur weiteren Verbesserung der Prävention wird die
Stadtverwaltung aufgefordert, ein Konzept zur Weiterentwicklung der Antisemitismus-Prävention, auch
unter Berücksichtigung einer sich wandelnder Gesellschaft in Münster, vorzulegen.
5. Die Stadt Münster unterstützt die vom Land Nordrhein-Westfalen eingerichtete Meldestelle für
antisemitische Vorfälle. Auch mit Polizei- und Justizbehörden sowie den kommunalen Ordnungsbehörden
sind Instrumente weiterzuentwickeln, die das Anzeige- und Meldeverhalten der Betroffenen verbessern.
Ziel des Präventionskonzeptes muss es sein, dass sich Jüdinnen und Juden überall in der Stadt unbesorgt
und uneingeschränkt als solche zu erkennen geben können.
6. Münster erteilt jeglicher Form des Antisemitismus eine klare Absage. Von Organisationen, die für ihre
Arbeit finanzielle Zuwendungen der Stadt Münster beantragen, setzen wir voraus, dass sie sich gegen
jeden Antisemitismus einsetzen und das Existenzrecht Israels verbindlich anerkennen. Organisationen,
Vereinen und Personen, die die Existenz Israels als jüdischer Staat zu delegitimieren versuchen oder
anderweitig antisemitisch agieren, werden unter Beachtung geltenden Rechts keine Räumlichkeiten oder
Flächen zur Verfügung gestellt und keinerlei finanzielle Förderungen der Stadt Münster zuteil.
Begründung:
Der Staat Israel sieht sich seit den Morgenstunden des 7. Oktober 2023 einer noch nie dagewesenen
Welle terroristischer Angriffe ausgesetzt. Nie zuvor in seiner 75-jährigen Geschichte war der Staat Israel
einer solchen terroristischen Gewalt und Brutalität ausgesetzt. Die Angriffe auf Israel müssen umgehend
beendet und alle Entführten umgehend freigelassen werden. Willkürliche Hinrichtungen und die
Verschleppung unschuldiger Menschen sind durch nichts zu rechtfertigen, denn hierbei handelt es sich
nach internationalem Strafrecht um Kriegsverbrechen bis hin zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Der Rat der Stadt Münster verurteilt diese barbarischen Gewaltakte aufs Schärfste und steht angesichts
dieses furchtbaren Angriffs solidarisch und entschlossen an der Seite Israels und seiner Menschen. Israel
hat ein Recht auf Selbstverteidigung. Das Existenzrecht Israels ist durch nichts zu relativieren. Die
Gedanken der Mitglieder des Rates der Stadt Münster sind bei den Opfern der Angriffe, ihren
Hinterbliebenen und allen, die um Leib und Leben bangen. Ihre Solidarität gilt den Menschen in Israel und
dem einzigen jüdisch-demokratischen Staat der Welt. Die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson. Das
gilt gerade auch angesichts der massiven Angriffe der vergangenen Tage und Wochen. Israels
Existenzrecht und Sicherheit sind für die Mitglieder des Rates der Stadt Münster nicht verhandelbar.
Münster steht fest und unverbrüchlich an der Seite Israels und ist besonders seiner Partnerstadt Rishon
Le-Zion verbunden. Wir nehmen Anteil an den vielen Toten und Verletzten. Wir sind in Gedanken bei
denen, die noch immer um Leib und Leben fürchten, die nicht wissen, wo ihre Angehörigen sind. Aber
auch wir in Münster müssen wachsam sein. Wir müssen das jüdische Leben in unserer Stadt, in unserem
Land schützen und uns stark und entschlossen gegen jede Form von Antisemitismus und Israelhass
stellen. Münster verbindet seit mehr als 40 Jahren eine lebendige und engagierte Städtepartnerschaft mit
Rishon LeZion. Wir sind stolz auf diese Partnerschaft und ehren sie mit dem Rishon LeZion-Ring und einen
Holocaust-Überlebenden und ehemaligen Ratsherrn aus Rishon LeZion mit dem Zwi-Schulman-Weg im
Stadtbild.
Gez.
Stefan Weber Sylvia Rietenberg Lia Kirsch Helene Goldbeck Jörg Berens
und Fraktion Dr. Brigitte Hasenjürgen und Fraktion Martin Grewer und Fraktion
und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0056/2023
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 31.10.2023
- Erstellt
- 31.10.2023 20:52