2026/0018
Kommunale Infrastruktur im Bestandsgebäude 4004 Familienzentrum/ Quartierszentrum im Ludwigshöhviertel; Beauftragung einer Quartierwerkstatt/ Gemeinwesenarbeit
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2026/0018
7427 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
19.01.2026
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Dezernat II
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2026/0018
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 051-000-0001 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3156-11 Sachkonto: 7128000
Betreff: Kommunale Infrastruktur im Bestandsgebäude 4004 Familienzentrum/
Quartierszentrum im Ludwigshöhviertel;
Beauftragung einer Quartierwerkstatt/ Gemeinwesenarbeit
Vorlage vom: 09.01.2026
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung beschließen die Einrichtung einer
Quartierswerkstatt/ Gemeinwesenarbeit im Ludwigshöhviertel im Bestandsgebäude 4004
(Familienzentrum/ Quartierszentrum).
2. Die Verwaltung wird beauftragt , die Ausschreibung, Vergabe und Beauftragung der
Quartierswerkstatt umzusetzen .
3. Die jährlichen Kosten für die Quartier swerkstatt (siehe datenschutzrelevante Anlage)
stehen im Haushalt ab 2026 zur Verfügung.
Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Übersicht Kosten Quartierswerkstatt
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.01.2026:
Gemeinwesenarbeit ist eine wichtige Säule Darmstädter Sozialpolitik und Teil der Strategie
zur Überwindung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Sie ist eine bewährte Methode zur
gemeinschaftlichen Gestaltung und Verbesserung von Lebensbedingungen in Gebieten mit
besonderen Herausforderungen. Bei der Entstehung von neuen Nachbarschaften, gerade in
Konversionsgebieten, hat sich die Gemeinwesenarbeit als wichtige Unterstützung und
fachlich versierte Begleitung bewährt.
Das Ludwigshöhviertel ist ein modernes und urbanes Wohnquartier für Menschen aller Alters -
und Einkommensklassen. Auf dem rund 34 Hektar großen Gebiet sollen in den nächsten
Jahren rund 3.000 Menschen ein Zuhause finden.
Geplant sind rund 1.400 Wohnungen, hiervon sind gemäß der Richtlinie der
Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Förderung des Mietwohnungsbaus 25 Prozent für
Haushalte mit geringem Einkommen und 20 Prozent für Haushalte mit mittlerem
Einkommen vorgesehen bzw. bereits umgesetzt .
Ende 2025 sind 630 Wohneinheiten fertiggestellt worden, d.h. aktuell leben rund 1.500
Menschen dort. 2026 ist die Fertigstellung von 230 weiteren Wohneinheiten geplant.
Es ist eine breite soziale Infrastruktur vorgesehen: ein Bildungscampus mit Grundschule,
Turnhalle und angrenzender KiTa (insgesamt sind 3 KiTas im Bau bzw. geplant), ein Jugend -
und ein Familienzentrum. Außerdem verfügt d as Ludwigshöhviertel mit der so genannten
Landschaftstreppe über ein attraktives Wohnumfeld mit vielfältigen Möglichkeiten zur aktiven
Freizeitgestaltung sowie Grün - und Aufenthaltsfläche.
Das Ludwigshöhviertel ist ein sehr schnell wachsendes Gebiet ohne bestehende , schon
gewachsene Nachbarschaft.
Das Ludwigshöhviertel befindet sich daher noch in der Entwicklungsphase. Mithilfe von
Gemeinwesenarbeit soll das Ziel erreicht werden, ein lebendiges, nachhaltiges un d gutes
Miteinander der Bewohnerinnen und Bewohner zu gestalten. Die aktuellen und zukünftigen
Bewohnerinnen und Bewohner sollen aktiv in die Gestaltung des Umfelds einbezogen werden.
Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur innen und Akteuren sowie
die Entwicklung von Angeboten, die den Bedürfnissen und Interessen de r Bewohnenden
entsprechen. Die Erfahrungen aus der Lincoln -Siedlung haben gezeigt, dass neu entstehende
Siedlungen einen anspruchsvollen Koordinierungs - und Vernetzungsbe darf haben, um bei
den Menschen mit ihren unterschiedlichen Herkunftsgeschichten und ihrer jeweiligen
sozialen Situation ein nachbarschaftliches Zusammenleben zu entwickeln.
Die Quartierswerkstatt soll im Erdgeschoss des Familienzentrums als niedrigschwe llige
Anlaufstelle für Bewohnerinnen und Bewohner mit festen Öffnungszeiten eingerichtet werden.
Die Quartierswerkstatt verfügt über zwei Büros mit Beratungsmöglichkeit und einen
Gruppenraum. Durch die Integration der Quartier swerkstatt in das Familienzent rum ergeben
sich räumliche und fachliche Synergien, da zudem die offene Kinder - und Jugendarbeit, die
Familienbildung und die Erziehungsberatung unter einem Dach verortet werden. Darüber
hinaus verfügt das Familienzentrum über einen großen Mehrzweckraum, d er von der
Gemeinwesenarbeit mitgenutzt werden kann.
- 4 -
Zur Umsetzung von Gemeinwesenarbeit ist vorgesehen, 1,5 Vollzeitäquivalenten bei dem zu
beauftragenden Träger zu verankern. Die Finanzierung der notwendigen Personal- und
Sachkosten erfolgt aus kommunalen Mitteln.
Die Gemeinwesenarbeit ist mit sozialpädagogischer/ gemeinwesenarbeiterischer Kompetenz
zu besetzen.
Die Quartierswerkstatt hat folgendes Aufgabenprofil:
• Entwicklung von Aktivitäten zur Entstehung eines nachbarschaftlichen
Zusammenlebens
o Aufbau einer niedrigschwelligen Anlaufstelle
o Erfassung und Aktualisierung von verschiedenen Bedarfslagen, Darstellung von
Lösungsmöglichkeiten
• Aktivierung und Beteiligung:
o Aufbau und Verstetigung von Beteiligungsstrukture n für unterschiedliche
Zielgruppen
o Erfassung und Förderung der Mitwirkungsbereitschaft lokaler Akteure an der
Quartiersentwicklung
o Vernetzung unterschiedlicher Akteure und Unterstützung von
projektbezogenen oder dauerhaften Kooperationen
• Netzwerk- und Gremienarbeit:
o Aufbau bzw. Mitwirkung an/ in Gremien des Quartiers sowie in Gremien mit
quartiersrelevantem Bezug
o Aufbau und Pflege von Kooperation mit lokalen Einrichtungen
• Projektentwicklung und -begleitung
o Beratung, Begleitung und Unterstützung von Einzelpe rsonen, Gruppen und
Vereinen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Projekte
o Ermittlung von Beratungs - und Unterstützungsbedarfen und Eröffnung von
Angeboten im Quartier
• Öffentlichkeitsarbeit und Information
Die Quartierswerkstatt soll nach Fertigstellung des Gebäudes 4004 zusammen mit dem
Familienzentrum und de m Jugendzentrum im ersten Quartal 2028 eröffnet werden. Aufgrund
der noch andauernden Sanierungsphase soll bereits im Vorfeld die Leistung
Gemeinwesenarbeit ausgeschrieben werden und die Beauftragung erfolgen. Verschiedene
Möglichkeiten einer Interimslösung werden aktuell geprüft.
Darmstadt, 12.01.2026
Dezernat II Dezernat IV
Barbara Akdeniz André Schellenberg
Bürgermeisterin Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2026/0018
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.01.2026
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00