1654/2020
Beteiligung der Stadt Köln am Förderaufruf des Landes "kinderstark - NRW schafft Chancen"
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 04.06.2020 1654/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 09.06.2020 Gesundheitsausschuss 09.06.2020 Ausschuss Kunst und Kultur 09.06.2020 Integrationsrat 18.08.2020 Ausschuss Soziales und Senioren 20.08.2020 Ausschuss Schule und Weiterbildung 24.08.2020 Beteiligung der Stadt Köln am Förderaufruf des Landes "kinderstark - NRW schafft Chancen" Hintergrund Die Stadt Köln nimmt seit Frühjahr 2017 am Landesprogramm „Kommunale Präventionsketten“ teil. Das Programm startete ursprünglich unter dem Titel „Kein Kind zurücklassen“. Im Rahmen dieses Programms wurde und wird die Stadt Köln seitens der Servicestelle Präven- tion NRW, getragen durch das Institut fü r Soziale Arbeit (ISA) Münster dabei unterstützt, struk- turbildende Maßnahmen zur ämter- und dezernatsübergreifenden Weiterentwicklung der kom- munalen Präventionskette von Hilfen und Unterstützungsleistungen für Kinder, Jugendliche und Familien in Köln, insbesondere in benachteiligten Lebenslagen zu entwickeln. So konnten in der Vergangenheit ein Präventionsleitbild, strategische Ziele und ein Präventionsmonitoring im Rahmen einer Gesamtstrategie gegen Kinder-, Jugend- und Familienarmut etabliert werden. Der Rat hat am 12.12.2019 diese Kölner Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken – 184 Tau- send junge Chancen fördern“ einstimmig beschlossen (Session 3437/2019). Aktueller Förderaufruf Mitte April 2020 hat das Land nunmehr einen ergänzenden Förderaufruf veröffentlicht, mit dem landesweit rund 14 Millionen Euro in 2020 bereitgestellt werden, die Ende Mai 2020 beantragt werden konnten (https://www.mkffi.nrw/modellprojekt-kommunale-praeventionsketten). Das Ziel ist es, die Chancen auf ein gelingendes Aufwachsen sowie gesellschaftliche Teilhabe zu ve r- bessern und Kinderarmut zu bekämpfen. Für Köln sind bis zu rund 950.000 Euro Landesfö r- dermittel reserviert, die auf der Grundlage einer bestehenden kommunalen Strategie eingesetzt werden können. Das gleiche Fördervolumen ist auch für 2021 und die Folgejahre vorgesehen. Das MKFFI führt hierzu auf seiner Internetseite aus: „das Programm „kinderstark“ ist eine auf Dauer angelegte Neuausrichtung der Präventionspolitik des Landes und gibt den Kommunen neue Handlung s- 2 spielräume zum Aufbau von Präventionsketten.“ Der Aufruf des MKFFI erklärt: „Dieser Projek- taufruf stellt gleichzeitig einen Einstieg in eine Stärkung kommunaler Prävention mit Unterstüt- zung der Landesregierung dar, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers für künftige Haushaltsjahre.“ Der Förderaufruf gliedert sich in mehrere Förderbestandteile, die sowohl (weitere) strukturbi l- dende Maßnahmen als auch Praxismaßnahmen adressieren. Gefördert werden: eine ämter- und dezernatsübergreifende Netzwerkkoordinierung der kommunalen Präven- tionskette gegen Kinder-, Jugend- und Familienarmut (die bei IV/2, Integrierte Jugendhil- fe- und Schulentwicklungsplanung (schon) vorhanden ist). Die Mittel können auch für die Nutzung und Pflege des Online-Tools „Guter Start NRW“ genutzt werden. Darüber hinaus werden Maßnahmen an Regelinstitutionen in benachteiligten Quartieren geför- dert, die die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen verbessern sol- len: Mit Familiengrundschulzentren sollen Unterstützungsstrukturen für Familien mit Kindern aufgebaut werden, die offene Ganztagsgrundschulen besuchen, Lotsendienste in Geburtskliniken und Lotsendienste in Kinder - und Jugendarztpraxen o- der gynäkologischen Arztpraxen, Kommunale Familienbüros, Ausbau aufsuchender Angebote. Das Land stellt Köln bis zu 953.427 Euro Landesmittel von landesweit insgesamt 14.281.052 Euro Fördermittel zur Verfügung. Die Verteilung der Landesmittel auf die Kommunen erfolgte nach der An- zahl der Kinder im Alter von 3 bis unter 18 Jahren im SGB II-Bezug. Förderfähig sind Personal- und Sachkosten, Kosten für Qualifizierung, Konzeptentwicklung und Koor- dination. Die Projekte sind durch den örtlichen Träger der öffentli chen Jugendhilfe bzw. durch aner- kannte freie Träger der Jugendhilfe (nach Weiterleitung der Fördermittel) durchzuführen. Zuwe n- dungsempfänger sind Städte und Kreise mit eigenen Jugendamt. Antragstellung der Stadt Köln Das Dezernat für Bildung, Jugend und S port hat in ämter - und dezernatsübergreifender Ab- stimmung eine Antragstellung der Stadt Köln umgesetzt, die dem Landesjugendamt Ende Mai 2020 zugeleitet wurde. Danach sollen Fördermittel eingeworben werden für die konzeptionelle Entwicklung von bis zu neun Familiengrundschulzentren in Köln in Stadtteilen mit den höchsten Bildungs - und Armutsrisiken (Auswahl nach Schulsozialin- dex), die verstärkte Umsetzung des Online -Tools „Guter Start NRW“, mit dem ein Familie n- wegweiser in Köln aufgebaut wird, Erst-, Ergänz ungs- und Ersatzbeschaffungsmaßnahmen und die konzeptionelle Weiter- entwicklung des geplanten Familienbüros der Stadt Köln in Kalk. Lotsendienste in Verbindung mit Kinder- und Jugendarztpraxen, den Ausbau aufsuchender Angebote der Jugendhilfe (angedockt an die Familienhäuser in Köln), sowie aufsuchende Angebote des Interkulturellen Dienstes und des Museumsdienstes, hier insbesondere mit Blick auf die Handlungsnotwendigkeiten zur Förderung von Kindern in Benachteiligungslagen unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie 3 Die Verwaltung bittet um Kenntnisnahme. Nähere Ausführungen zu den geplanten Maßnahmen sind in einer Anlage beigefügt. Die Verwaltung wird die politischen Gremien gerne über die Umsetzung des Programms in Köln informieren. Anlage Gez. Voigtsberger
Anlage - Darstellung der geplanten Maßnahmen
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Anlage zu 1654/2020 (Beteiligung der Stadt Köln am Förderaufruf des Landes
„kinderstark – NRW schafft Chancen“
Darstellung der geplanten Maßnahmen nach Förderpositionen
Seit Frühjahr 2017 nimmt die Stadt Köln an der Landesinitative „Kommunale
Präventionsketten“ teil. Am 12.12.2019 hat der Rat der Stadt Köln die
Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken - 184 Tausend junge Chancen fördern“ 1
beschlossen. Die Stadt Köln löst somit ihr Ansinnen ein, aktiv, nachhaltig und
dezernatsübergreifend gegen die Folgen von Kinderarmut zu wirken.
Die kommunale Gesamtstrategie „ Kölner Kinder stärken - 184 Tausend junge
Chancen fördern“ bildet die inhaltliche und strategische Klammer für den
Förderantrag zum Aufruf „Kinderstark-NRW schafft Chancen“2.
Der Förderaufruf nimmt maßgeblich Bezug auf die Landesinitiative „Kommunale
Präventionsketten“.
Für die Kölner Antragstellung stellt das gemeinsam entwickelte Leitbild und die
strategische Zieldefinition die verbindliche Umsetzung für eine kommunale
Gesamtstrategie der Vorbeugung sicher.
Durch die Verknüpfung unterschiedlicher Maßnahmenbausteine, möchten wir
„Erfolgsinseln“ schaffen, die den Grundstein für eine ressortübergreifende und
nachhaltige Weiterentwicklung ermöglichen.
Der Förderaufruf „Kinderstark“ bietet die Möglichkeit einer Antragstellung für folgende
Förderpositionen:
1. Stärkung der Kommunalen Koordinierung
2. Aufbau von Familiengrundschulzentren
3. Lotsendienste in Gesundheitszusammenhängen
4. Ausbau aufsuchender Ansätze
Zu 1. Stärkung der kommunalen Koordinierung
Die bei der Stadt Köln eingerichtete Stelle der „Kommunalen Koordinierung“ bei der
Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung im Dezernat für Bildung, Jugend
und Sport verfügt über keinen eigenen Sachkostenetat.
Hinsichtlich der im Dezember 2019 beschlossenen Gesamtstrategie „Kölner Kinder
stärken - 184 tausend junge Chancen fördern“ ist für dieses Jahr eine „Kick-Off“
Veranstaltung vorgesehen.
1 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=90766&voselect=20299
2 https://www.mkffi.nrw/modellprojekt-kommunale-praeventionsketten
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Darüber hinaus sollen Materialien für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
erarbeitet werden.
Als größte Kommune in Nordrhein- Westfalen, freut sich die Stadt Köln über die
Möglichkeit einer umfangreichen Antragstellung auf Mittel aus dem Landeshaushalt.
Dieses Geld soll gut und nachhaltig eingesetzt werden.
Die optionale Nutzung einer Landeszuschusssumme von max. 1 Mio. Euro
ermöglicht es uns, den Förderantrag breit aufzustellen. Verwaltungstechnisch
bedeutet dies einen personellen Mehraufwand im Rahmen der Mittelverwaltung
und des Controllings.
Hier gilt es eine ½ Personalstelle für Verwaltung und Controlling zu beantragen.
Unter Nutzung des vom Familienministerium bereitgestellten Online-Services zur
Einrichtung von Familienportalen, wird eine weitere Fachbetreuung beantragt.
Über das Portal „Guter Start NRW“ können unter „Guter Start Köln“ alle
Unterstützungsangebote und Kontaktadressen für Eltern mit Kindern bis zum
Schuleintritt der Stadt Köln gebündelt werden.
Der Aufbau und die Pflege des Portals, sowie Werbung, Akquise etc. benötigen
operative Personalressource. Die hohe Anzahl und Bandbreite von Angeboten in der
Millionenstadt Köln, erfordert einen erhöhten Personaleinsatz. Aus diesem Grund soll
der Start, die Unterhaltung und Pflege der Plattform „Guter Start Köln“ mit dem
Einsatz einer zweiten Vollzeitstelle aus Mitteln des Förderaufrufs stabilisiert werden.
Eine Stelle wird aus kommunalen Mittel eingerichtet. Eine weitere Stelle soll aus
Mittel von „Kinderstark“ zugesetzt werden.
Zu 2.: Aufbau von Familiengrundschulzentren
Familiengrundschulzentren in Köln sollen dazu beitragen, herkunftsbedingte
Bildungsungleichheit zu reduzieren und Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Dafür
werden der schulische und gleichzeitig der familiäre Kontext in den Blick genommen.
Eine Adaption und Übertragung vor dem Hintergrund Kölner Rahmenbedingungen,
erfolgt auf Grundlage erprobter Konzepte anderer Kommunen aus NRW, welche mit
Unterstützung der Wübben-Stiftung erfolgreich Familiengrundschulzentren aufgebaut
haben.3
Insgesamt ist der Aufbau von 9 Familiengrundschulzentren vorgesehen. Die
Auswahl erfolgt nach dem Schulsozialindex und fokussiert auf die Umsetzung an 9
besonders herausgeforderten Grundschulen.
Der Aufbau von 9 Familiengrundschulzentren erfordert eine organisatorische sowie
fachliche Begleitung, damit die Standards beim Aufbau der
Familiengrundschulzentren vor Ort beachtet werden. Dementsprechend werden
Mittel für eine Koordinator*in beantragt. Die Aufgabe der Koordinator*in besteht
3 https://wuebben-
stiftung.de/fileadmin/media/publikationen/pdf/WS_impaktmagazin_Familiengrundschulzentren.pdf
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darin den konzeptionellen Rahmen im Aufbau und der der Durchführung vor Ort zu
begleiten und sicherzustellen.
In diesem Jahr sollen an besonders herausgeforderten Grundschulstandorten
zusätzliche Schulsozialarbeiter*innenstellen mit kommunalen Mitteln eingerichtet
werden.
Für die Umsetzung vor Ort übernimmt diese neue Stelleninhaber*in der
Schulsozialarbeit in 2020 mit einem Stellenanteil eine koordinierende Funktion.
Diese Stellen werden anteilig mit der Entwicklung und dem Aufbau des
Familiengrundschulzentrums vor Ort in Schule betraut. In der
Konzeptentwicklungsphase in 2020 wirkt diese Stelle an der Entwicklung des
Rahmenkonzepts mit, beteiligt die Schulgemeinschaft (insbesondere Schulleitung,
Lehrkräfte, Schüler/innen, Jugendhilfeträger/OGS-Träger, Elternvertreter u.a.) an der
Konkretisierung des Rahmenkonzepts für die jeweilige Schule und entwickelt mit
ihnen erste Pilotangebote zur Erprobung.
Die neu eingerichteten Stellen Schulsozialarbeit werden an Träger der freien
Jugendhilfe angedockt.
Es wurde ein ausreichender Sachkostenetat für Konzept- und Angebotsentwicklung
beantragt, welcher es ermöglicht intensiv und explorativ in die Aufbauarbeit
einzusteigen.
Zu 3. Lotsendienste in Gesundheitszusammenhängen
Von Gesundheitsrisiken sind nach wie vor Kinder in benachteiligten sozialen Le-
benssituationen besonders betroffen. Aufbauend auf den Erfahrungen der „Frühen
Hilfen“, soll eine vergleichbare Vernetzungsstruktur für Kinder im Grundschulalter
und deren Familien aufgebaut werden.
Das Andocken einer Kinderkrankenschwester/ Kinderkrankenpfleger in
Lots*innenfunktion an die Familiengrundschulzentren, soll den Zugangsweg an
das Gesundheitssystem erleichtern.
Mit dem Angebot der „ Kinderkrankenschwester/ Kinderkrankenpfleger in
Lots*innenfunktion“ sollen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt und flächendeckend,
Risiken sowie Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern erkannt und Maßnahmen zur
Förderung einer gesunden Entwicklung eingeleitet werden. Dadurch kann
abgewendet werden, dass sich Fehlentwicklungen chronifizieren oder fortschreiten.
Mit Unterstützung von Lots*innen, soll die Vernetzungsstruktur zu Kinder- und
Jugendärzten befördert werden. Gleichermaßen wird die Verbindungslinie zu dem
multiprofessionellen Team aus Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens
und psychosozialen Fachkräften im Gesundheitsamt hergestellt.
Es findet ein regelmäßiger Kontakt und Austausch mit den Sozialarbeiter*innen der
Familiengrundschulzentren und regelmäßiges Beratungsangebot für Familien -
sowie Überleitung bei Bedarf statt:
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Eine Kinderkrankenschwester/Kinderkrankenpfleger wird 4 Grundschulen/ Famili-
engrundschulzentren betreuen.
Der Aufbau von 9 Lots*innenteams an Grundschulen erfordert eine organisatorische
sowie fachliche Begleitung.
Durch die vorgesehene aufsuchende Arbeit des medizinischen Fachpersonals in die
Familiengrundschulen hinein, findet eine bedarfsgerechte Begleitung in die
Arztpraxen statt. Ziel ist ja die Kinder zu den jeweiligen „eigenen“ Kinderärzten zu
begleiten / zu lotsen.
Zu 4. Ausbau aufsuchender Angebote
Lots*innen im Kölner Familienbüro
Das erste Kölner Familienbüro wird im zweiten Halbjahr 2020 seine Türen öffnen.
In einem ersten Schritt werden die bestehenden Beratungsleistungen Elternbüro
(Beratung für Kitaplätze) und Beratungsstelle der Kontaktstelle (Beratung zu Plätzen
in der Kindertagespflege) zusammengeführt. Darüber hinaus wird in dem
Familienbüro erstmalig auch eine Beratung für das Vormerksystem Little Bird
angeboten werden.
Das Angebot soll durch den Einsatz von Familienlots*innen weiterentwickelt wer-
den. Ein Kernziel ist dabei, die administrativen Wege für Familien sowohl
verwaltungsintern, wie -extern wesentlich zu vereinfachen, zu verschlanken.
Die Familienlotsin/ der Familienlotse soll Fragen und Anliegen von Eltern/ Familien,
welche sich über das bisher bestehende Beratungsangebot hinaus bewegen, und
sich auf Themeninhalte der Altersstufen 0-6 Jahre beziehen, gezielt aufgreifen und
Eltern entsprechende Unterstützung anzubieten.
Hierdurch soll erreicht werden, dass die richtigen Ansprechpartnerinnen/
Ansprechpartner innerhalb wie außerhalb der Verwaltung für Familien einfacher und
schneller und gefunden werden und dadurch auch Wege wesentlich verkürzt werden.
Kölner Familienhäuser aufsuchend
Familienhäuser in Köln sind sozialraumorientierte und durch das Jugendamt
geförderte Einrichtungen der freien Jugendhilfe. Ziel der Arbeit in den
Familienhäusern ist die Schaffung und Etablierung von niedrigschwellig zugänglichen
Angeboten für Familien mit komplexen Problemlagen. Im Mittelpunkt stehen hierbei
die Unterstützung von Eltern, bzw. Elternteilen bei der Bewältigung von
Erziehungsaufgaben durch bedarfsgerechte Beratungs- und Gruppenangebote.
Familienhäuser sind für Kinder, Jugendliche und deren Familien ein vertrauter Ort
und haben eine hohe Bindungsfähigkeit für diese Zielgruppe. Dies bietet den idealen
Rahmen für die Weiterentwicklung einer Lots*innenfunktion innerhalb der
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Familienhäuser. Familienhäuser verfügen über einen sozialräumlichen und
lebensweltlichen Wissenspool und können diesen auch im Rahmen der Gehstruktur
effektiv anwenden.
Ziel ist es, bedarfsgerechte Angebote für komplexe Problemlagen in Familien vor Ort
zu schaffen und hierdurch mehr Kinder und Familien durch professionell geplante
sozialräumliche Maßnahmen zu erreichen.
Familienhäuser sollen der Optimierung der Einzelfallhilfen dienen. Dies bedeutet,
dass Bedarfe, welche durch niederschwellige Hilfen nicht mehr ausreichend gedeckt
werden, durch weiterführend professionelle Hilfestruktur aufgefangen werden
können. Hierzu gehört z.B. die Überleitung zu den Bezirksjugendämtern, den
Angeboten der Familienbildung oder den Frühen Hilfen. Durch die Lotsenfunktionen
können diese Übergänge fließender gestaltet werden.
Aus niederschwelligen Gruppenangeboten für Eltern (z.B. Eltern-Cafés) können
themenorientierte Gesprächskreise entstehen(z.B. Gesundheitsvorsorge bei
Kleinkindern, Alkohol- und Drogenproblematik). Hierzu können Familienhäuser als
Ressource genutzt werden, um Akteure der Regelinstitutionen einzuladen und damit
eine Brücke und Überleitung zu diesen Beratungsangeboten zu entwickeln.
Die bestehenden Auswertungen der Familienhäuser haben gezeigt, dass die
Begleitung der Familien auch über die Grenzen des eigenen Stadtteils hinaus ein
weiterer notwendiger Schritt in der Qualitätsentwicklung des Angebots darstellt.
Familienhäuser bieten durch ihre offene und niederschwellige Angebotspalette
Zugang zu Hilfsangeboten, welche nicht stigmatisierend sondern befähigend auf die
Lebenssituationen der Familien wirken. So können Kooperationen mit Hilfe der
Lotsenfunktion noch effektiver gestaltet werden - z.B. zwischen den Interkulturellen
Zentren mit ihrer Sprach- und Integrationsberatung und den Angeboten zur
Information über den Besuch der Kita und den Einstieg in die Schule.
Digitales Outreach: Online-Workshops des Museumsdienstes Köln
Der Museumsdienst Köln setzt seinen Auftrag der kulturellen Bildung nicht nur in
den städtischen Museen um, sondern geht seit 2013 verstärkt in den „Outreach“, um
Kindern und Jugendlichen in Köln kulturelle Teilhaben zu ermöglichen.
Dieses niedrigschwellige Angebot möchte der Museumsdienst nun auch in die
digitale Welt übertragen. So ist Lernen unabhängig vom Aufenthaltsort möglich.
Gerade die aktuelle, durch die COVID-19-Pandemie bedingten Einschränkungen bei
der Nutzung kultureller Angebote, machten die Handlungsnotwendigkeiten zur
Förderung und Unterstützung von Kindern in Benachteiligungslagen deutlich. Durch
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ein „digitales Outreach“ soll eine niedrigschwellige Teilhabe der Zielgruppe
gewährleistet werden.
Das neue Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren sowie ihre
Familien.
Die Angebote des Museumsdienstes ermöglichen Kindern und Jugendlichen eine
zielgruppengerechte Auseinandersetzung mit Museumsinhalten. Gefördert werden
hierbei Selbstkompetenz und ein aktiver Umgang mit Wissen. Ein Museumsbesuch
ist jedoch nicht für alle Familien möglich. Viele Kinder besuchen ausschließlich mit
der Schule die städtischen Museen, für andere Besuche sind oft die Kosten für
Anreise und Teilnahme ein Hinderungsgrund. Ein digitales Angebot soll hier die
Workshops ergänzen und eine niedrigschwellige Auseinandersetzung mit Kunst und
Kultur für möglichst viele Kinder und Jugendliche ermöglichen.
Die Kinder sollen sich über durch den Museumsdienst bereitgestellte Anleitungen
und filmische Tutorials im eigenen Lerntempo neue Fähigkeiten aneignen können
und dabei ihre Kreativität entfalten.
Durch bereits entwickelte partizipative Angebote für Kinder und Familien
insbesondere in benachteiligten Sozialräumen, bestehen Kontakte zu
Kooperationspartner*innen wie Sozialraumkoordinator*innen, Lehrer*innen,
Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen.
Schulen und Jugendeinrichtungen sollen als „Andockstationen“ genutzt werden.
Für die Entwicklung von digitalen Lernangebote sollen Kinder und Jugendliche in die
Planung und Entwicklung mit einbezogen werden. Hierdurch kann gewährleistet
werden, dass die Angebote inhaltlich und formal den Bedürfnissen der Zielgruppe
entsprechen.
Die eingesetzten Mittel werden für den Basisaufbau der digitalen Plattform
verwendet.
Bildungslots*innen für geflüchtete Kinder
Der Bildungsauftrag des Kommunalen Integrationszentrums (KI) und die
familienbegleitenden Integrationsangebote des Interkulturellen Dienstes (IKD)
im KI werden weiterentwickelt. Der erschwerte Zugang von geflüchteten Familien zu
Bildung war und ist hierbei ein Thema. Die geflüchteten Familien haben strukturell
bedingt in den Unterkünften erschwerte Bedingungen und Zugänge zu Bildung und
Teilhabe. Diese Situation wurde durch die Corona-Pandemie verstärkt und deutlich
sichtbar. Insbesondere Schülerinnen und Schülern, die in Unterkünften für
Geflüchtete untergebracht sind, fehlen die technischen Möglichkeiten (Ausstattung
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mit Laptop, Drucker, etc.) und Rahmenbedingungen (ruhiger Lernraum,
Unterstützung bei der Hausaufgabenbetreuung), um adäquat am Distanzlernen
teilnehmen zu können. Digitales Lernen wird perspektivisch im Schulalltag einen
wesentlichen Anteil ausmachen und auch über die Pandemie hinaus in der
Unterrichtsgestaltung eine große Rolle spielen.
Durch die aufsuchenden Lots*innen soll eine Brücke zwischen Schulen und Familien
mit Kindern im Grundschulalter geschaffen werden, um einen gleichberechtigten
Zugang zu Bildung für diese Zielgruppe zu ermöglichen und so die Integration ins
Regelsystem gefördert werden.
Bildungschancen können verbessert werden und ggf. Rückstände, die durch die
Corona-Pandemie entstanden sind, nachgeholt werden. Darüber hinaus werden die
Medienkompetenzen gestärkt, die einen erheblichen Beitrag zum Bildungserfolg
leisten und perspektivisch noch mehr an Bedeutung gewinnen werden.
Durch die aufsuchenden Bildungslots*innen soll sichergestellt werden, dass
geflüchtete Familien mit Kindern der Altersgruppe 6-10 Jahren in den Unterkünften
einen Zugang zu technischen Hilfsmitteln sowie regelmäßige Unterstützung bei den
Hausaufgaben erhalten, die akut im Homeschooling und darüber hinaus im digitalen
Lernen benötigt werden.
Darüber hinaus tragen die Bildungslots*innen die Angebote der
Bildungseinrichtungen an geflüchtete Familien in Unterkünften heran, machen diese
bekannt und erleichtern die Teilnahme.
Geflüchtete Familien mit Schulkindern sollen die Möglichkeit erhalten, an einem
zentralen Ort, den sog. „Lernräumen“ in Interkulturellen Zentren oder bei sonstigen
freien Trägern, technische Geräte wie Laptop und Drucker für schulische Lernzwecke
kostenfrei zu nutzen. Die Lernräume sind darüber hinaus für alle Kinder geöffnet –
nur der Lotsendienst fokussiert sich primär auf geflüchtete Grundschulkinder.
Durch aufsuchende Arbeit seitens Bildungslots*innen in den Unterkünften sollen die
Schüler*innen auf dieses Angebot aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus
stehen die Bildungslots*innen per Telefon und Videochat als begleitende
Unterstützung zur Verfügung und können so das digitale Lernen begleiten.
Mit dem Start der Bildungslots*innen ist beabsichtigt, dass es zu starken
Bildungspartnerschaften zwischen Unterkünften (Heimleitung, Sozialer Dienst vor
Ort), Grundschulen (Lehrkräfte, Schulsozialarbeit), Trägern im Bezirk vor Ort
(interkulturelle Zentren, sonstige freie Träger) und der Verwaltung (IKD, KI, Amt für
Wohnungswesen) kommen wird. Alle einzelnen Akteure verfügen über wertvolles
Wissen, welches über die Bildungslotsen gebündelt und zu sinnvollen Aktionen
zusammengefasst werden soll. Zusätzlich ergibt sich hieraus eine Ansprechperson
(Projektkoordination in den Bildungseinrichtungen, die die Info an die Lotsen
weitergibt) für alle o.g. Akteure.
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1654/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 04.06.2020
- Erstellt
- 02.06.2020 09:35