2017/0369
Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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2539 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
25.10.2017
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat IV an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: EAD
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
IV 20 70
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2017/0369
Magistratsbeschluss -Nr.
431
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 16.10.2017
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat stimmt dem Entwurf des Abfallwirtschaftskonzeptes 2018 zu.
2. Die Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung ist herbeizuführen.
Anlagen: Abfallwirtschaftskonzept 2018
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 01.11.2017
Der Vorlage wird zugestimmt.
Der Magistrat bittet um Auskunft, in welchem Rhythmus das Abfallwirtschaftskonzept
fortgeschrieben wird.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 16.10.2017:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger nach -
zuweisen, dass für die in ihrem Gebiet anfallenden Abfälle ausreichende Entsorgungs -
kapazitäten zur Verfügung stehen. Dazu ist ein regelmäßig fortzuschreibendes Abfall -
wirtschaftskonzept zu erstellen.
Mit dem vorliegenden Entwurf der Fortschreibung, dem Abfallwirtschaftskonzept 2018,
werden die tatsächlich angefallenen Abfallmengen fortgeschrieben und die in den nächsten
Jahren zu erwartenden Mengen prognostiziert. Danach sind sowohl für die Abfälle zur
Verwertung, als auch für die Abfälle zur Beseitigung ausreichende Entsorgungskapazitäten
vorhanden.
Die Vorgaben des am 01.01.2019 in Kraft tretenden neuen Verpackungsgesetzes wurden in
das vorliegende Abfallwirtschaftskonzept bereits implementiert.
Die Betriebskommission des EAD hat in ihrer Sitzung am 05.10.2017 einstimmig
beschlossen, den städtischen Gremien zu empfehlen, dem beiliegenden Entwurf des
Abfallwirtschaftskonzeptes 2018 der Wissenschaftsstadt Darmstadt zuzustimmen.
Darmstadt, den 16.10.2017
Dezernent IV
André Schellenberg
Stadtkämmerer
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244 Zeichen
Punkt 21: Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2017/0369) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltungen: Fraktionen FDP und UWIGA
2017/0369
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
25.10.2017
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat IV an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: EAD
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2017/0369
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 16.10.2017
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat stimmt dem Entwurf des Abfallwirtschaftskonzeptes 2018 zu.
2. Die Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung ist herbeizuführen.
Anlagen: Abfallwirtschaftskonzept 2018
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 16.10.2017:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat als öffentlich -rechtlicher Entsorgungsträger nach -
zuweisen, dass für die in ihrem Gebiet anfallenden Abfälle ausreichende Entsorgungs -
kapazitäten zur Verfügung stehen. Dazu ist ein regelmäßig fortzuschreibendes Abfall -
wirtschaftskonzept zu erstellen.
Mit dem vorliegenden Entwurf der Fortschreibung, dem Abfallwirtschaftskonzept 2018,
werden die tatsächlich angefallenen Abfallmengen fortgeschrieben und die in den nächsten
Jahren zu erwartenden Mengen prognostiziert. Danach sind sowohl für die Abfälle zur
Verwertung, als auch für die Abfälle zur Beseitigung ausreichende Entsorgungskapazitäten
vorhanden.
Die Vorgaben des am 01.01.2019 in Kraft tretenden neuen Verpackungsgesetzes wurden in
das vorliegende Abfallwirtschaftskonzept bereits implementiert.
Die Betriebskommission des EAD hat in ihrer Sitzung am 05.10.2017 einstimmig
beschlossen, den städtischen Gremien zu empfehlen, dem beiliegenden Entwurf des
Abfallwirtschaftskonzeptes 2018 der Wissenschaftsstadt Darmstadt zuzustimmen.
Darmstadt, den 16.10.2017
Dezernent IV
André Schellenberg
Stadtkämmerer
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206 Zeichen
Punkt 38: Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2017/0369) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
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Punkt 58: Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2017/0369) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: AfD
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Abfallwirtschaftskonzept 2018
Erstellt für: Erstellt von:
Wissenschaftsstadt Darmstadt Eigenbetrieb für kommunale
Vertreten durch den Magistrat Aufgaben und Dienstleistungen (EAD)
Luisenplatz 5 A Sensfelderweg 33
64283 Darmstadt 64293 Darmstadt
Telefon: +49 6151/13-1 Telefon: +49 6151/13-46000
Telefax +49 6151/13-3777 Telefax: +49 6151/13-46393
E-Mail: info@darmstadt.de E-Mail: ead@darmstadt.de
2
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangssituation ............................................................................................................ 5
1.1 Schutz von Mensch und Umwelt ............................................................................... 5
1.2 Ressourcenschonung................................................................................................ 5
1.3 Klimawandel ............................................................................................................ 5
1.4 Veranlassung ........................................................................................................... 6
1.5 Planungsinstrument für die Wissenschaftsstadt Darmstadt ....................................... 6
2 Rechtliche Grundlagen ..................................................................................................... 7
2.1 Grundgesetz (GG) ..................................................................................................... 7
2.2 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ............................................................................ 7
2.3 Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) ........................................................................ 9
2.4 Verpackungsgesetz (VerpackG) ................................................................................ 9
2.5 Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) ......................................................... 9
3 Abfallrelevante Strukturdaten ......................................................................................... 10
3.1 Gebiets- und Bevölkerungsstruktur der Wissenschaftsstadt Darmstadt ................... 10
3.2 Struktur der Abfallbewirtschaftung ......................................................................... 12
3.2.1 Wissenschaftsstadt Darmstadt ........................................................................ 12
3.2.2 Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) ................. 12
3.2.3 Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) ............................................ 12
3.2.4 Darmstädter Recycling Zentrum (DRZ) GmbH ................................................. 12
3.2.5 Anlagen im Stadtgebiet von Darmstadt ............................................................ 13
3.2.6 Anlagen außerhalb des Stadtgebietes von Darmstadt ...................................... 14
3.2.7 Sonstige Anlagen und Abnehmer ..................................................................... 15
3.3 Information und Beratung über Möglichkeiten der Vermeidung, Verwertung und
Beseitigung von Abfällen ................................................................................................... 16
3.3.1 Kundenbefragungen ........................................................................................ 16
3.3.2 Abfallberatung ................................................................................................ 16
3.3.3 Öffentlichkeitsarbeit ........................................................................................ 17
4 Organisation der Abfallwirtschaft ................................................................................... 18
4.1 Notwendigkeit der Abfalltrennung ........................................................................... 18
4.2 Einsammlung von Abfällen ..................................................................................... 18
4.2.1 Erfassungssysteme ......................................................................................... 18
4.2.2 Rücknahmesysteme ........................................................................................ 20
4.3 Wege der Abfallentsorgung ..................................................................................... 21
5 Entsorgungssicherheit, Risikoanalyse, Notfallmaßnahmen .............................................. 22
5.1 Entsorgungssicherheit ............................................................................................ 22
5.2 Risikoanalyse ......................................................................................................... 22
5.3 Notfallmaßnahmen ................................................................................................ 22
3
5.3.1 Ausfall von Betriebsmitteln .............................................................................. 22
5.3.2 Ausfall von abfallwirtschaftlichen Anlagen ........................................................ 22
6 Abfallmengen ................................................................................................................. 23
6.1 Gesamtabfallaufkommen ........................................................................................ 23
6.2 Abfallartenspezifisches Aufkommen ....................................................................... 25
6.2.1 Restabfall aus privaten Haushalten .................................................................. 25
6.2.2 Sperrmüll ........................................................................................................ 27
6.2.3 Altpapier ......................................................................................................... 28
6.2.4 Biologisch abbaubare Abfälle .......................................................................... 29
6.2.5 Wertstoffe ....................................................................................................... 30
6.2.6 Elektro- und Elektronikaltgeräte ...................................................................... 31
6.2.7 Sonderabfall-Kleinmengen ............................................................................... 32
6.2.8 Beseitigte Abfälle ............................................................................................ 33
7 Abfallzusammensetzung und Wertstoffpotenzial ............................................................. 34
7.1 Abfallzusammensetzung ......................................................................................... 34
7.2 Sortieranalysen ...................................................................................................... 35
7.3 Wertstoffpotenzial .................................................................................................. 40
8 Abfallwirtschaftliche Prognosen und Ziele ...................................................................... 41
8.1 Notwendigkeit der Abfallbeseitigung ....................................................................... 41
8.2 Entsorgung von Abfällen in der Region .................................................................... 41
8.3 Bewertung der Entsorgungssituation ...................................................................... 42
8.3.1 Papier, Pappe, Kartonage (PPK) ...................................................................... 42
8.3.2 Organische Bestandteile .................................................................................. 42
8.3.3 Verkaufsverpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen ............................. 42
8.4 Prognosen .............................................................................................................. 44
8.5 Ziele ...................................................................................................................... 45
8.5.1 Umsetzungsstand der Ziele des Abfallwirtschaftskonzepts 2012 ...................... 45
8.5.2 Ziele für das Jahr 2023 ................................................................................... 47
9 Maßnahmen und Strategien ........................................................................................... 48
9.1 Abfallvermeidung ................................................................................................... 48
9.2 Wiederverwendung ................................................................................................. 49
9.3 Recycling ............................................................................................................... 50
9.4 Abfallverwertung .................................................................................................... 50
9.5 Beseitigung ............................................................................................................ 50
10 Besondere Anmerkungen ........................................................................................... 51
10.1 Vermarktung von Wertstoffen ................................................................................. 51
10.2 Betrieb von Abfallwirtschaftsanlagen ...................................................................... 51
4
10.3 Vorbereitung Abstimmungsvereinbarung VerpackG (Rahmenvorgaben für die Dualen
Systeme) .......................................................................................................................... 51
11 Anhang ...................................................................................................................... 54
12 Abbildungsverzeichnis ............................................................................................... 61
13 Tabellenverzeichnis ................................................................................................... 62
14 Literaturverzeichnis ................................................................................................... 63
5
1 Ausgangssituation
1.1 Schutz von Mensch und Umwelt
Der Schutz von Mensch und Umwelt genießt in unserer Gesellschaft höchste Priorität. Kernzi e-
le einer fortschrittlichen Abfallwirtschaft sin d, Mensch und Umwelt möglichst wenig zu beei n-
trächtigen. Abfälle sollen möglichst vermieden werden bzw. ein größtmöglicher Nutzen aus
ihnen gezogen werden.
1.2 Ressourcenschonung
Natürliche Ressourcen sind die Grundlage unseres täglichen Lebensbedarfs und un seres Wohl-
stands. Die Nutzung natürlicher Ressourcen und die Konkurrenzen um knappe Ressourcen wie
Frischwasser, Land und Rohstoffe steigen weltweit. Ursache hierfür sind unter anderem ein
nicht nachhaltiges Wirtschaftssystem, der Wohlstand der Industrielä nder und neuerdings die
rasante Entwicklung der Sch wellen- und Entwicklungsländer. Ein schonender Umgang mit n a-
türlichen Ressourcen ist daher eine zentrale Herausforderung unserer Zeit und ein wichtiges
Thema der Abfallpolitik [1].
Auch aufgrund der teilweise großen Importabhängigkeit Deutschlands für bestimmte Rohstoffe
und Produkte muss Ressourcenschonung im internationalen Kontext gesehen und müssen gl o-
bale Aspekte berücksichtigt werden. Die Reduzierung der Ressourceninanspruchnahme und
der damit verbundenen Umwelt einwirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist
somit eine Aufgabe für heutige und zukünftige Generationen.
1.3 Klimawandel
Der Klimawandel und seine Folgen sind bereits jetzt in Deutschland spürbar.
Der bereits heute beobachtete Klimawandel ist die Reaktion des Klimasystems auf die Trei b-
hausgasemissionen der vergangenen zwei Jahrhunderte. Wegen der Trägheit des Klimasystems
werden sich die Wirkungen der heutigen , deutlich höheren Treibhausgasemissionen in de n
kommenden Jahrzehnten noch stärker bemerkbar machen. Die Erde könnte sich demnach auf
lange Sicht weiter erwärmen.
Eine zeitgemäße, nachhaltige Klimaschutzpolitik baut deshalb unter anderem verstärkt auf
eine Verminderung der Treibhausgase. Dieses Ziel kann nicht zuletzt durch einen sinnvollen
Umgang mit Abfällen unterstützt werden.
6
1.4 Veranlassung
2012 wurde daher das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) in Kraft gesetzt.
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz [2] fordert in § 20 Abs.1, dass die öffentlich-rechtlichen Entsor-
gungsträger (örE) die in ihrem Gebiet angefallenen und überlassenen Abfälle aus privaten
Haushaltungen und Abfälle zur Beseitigung aus anderen Herkunftsbereichen zu verwerten oder
zu beseitigen haben.
Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger haben gemäß KrWG § 21 Abfallwirtschaftskonzepte
(AWK) über die Verwertung, insbesondere die Vorbereitung zur Wiederverwendung und des
Recyclings sowie die Beseitigung der in ihrem Gebiet anfallenden und ihnen zu über lassenden
Abfälle zu erstellen.
Gemäß § 30 Abs. 3 KrWG ist der örE verpflichtet, Abfallwirtschaftskonzepte für seinen Veran t-
wortungsbereich zu erstellen und fortzuschreiben.
Das Abfallwirtschaftskonzept hat gemäß § 8 Abs. 2 des Hessischen Ausführungsgese tzes zum
Kreislaufwirtschaftsgesetz (HAKrWG) folgende Angaben zu enthalten [3]:
1. Art, Menge und Verbleib der zu verwertenden oder zu beseitigenden Abfälle,
2. eine Darstellung der getroffenen und geplanten Maßnahmen zur Verwertung od er zur
Beseitigung der Abfälle,
3. eine Begründung der Notwendigkeit der Abfall beseitigung, insbesondere Angaben zur
mangelnden Verwertbarkeit,
4. eine Darlegung der vorgesehenen Entsorg ungswege für die nächsten sechs Jahre ein-
schließlich der Angaben zur notwend igen Standort - und Anlagenplanung sowie ihrer
zeitlichen Abfolge und
5. eine gesonderte Darstellung der Abfälle, die außerhalb der Bundesrepublik verwertet
oder beseitigt werden sollen.
1.5 Planungsinstrument für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
Mit den in der vorliegenden Fassung des Abfallwirtschaftskonzeptes dargelegten Zielen und
Maßnahmen erhält die Wissenschaftsstadt Darmstadt ein abfallwirtschaftliches Planungs - und
Steuerungsinstrument.
Das Abfallwirtschaftskonzept hat ferner die Aufgabe, die Entscheidu ngsgremien der Stadt über
den Stand und die Entwicklungstendenzen der Abfallwirtschaft zu informieren sowie Han d-
lungsspielräume bzw. den Entscheidungsbedarf für eine gesicherte Abfallentsorgung aufzuze i-
gen. Durch Beschlussfassung in den zuständigen Gremien wird das Abfallwirtschaftskonzept
zur verbindlichen Leitlinie und Handlungsgrundlage für die mit der Ausführung befassten
öffentlichen Einrichtungen und Betriebe.
In den Jahren 1987, 1993, 1998, 2004 und 2012 wurden Abfallwirtschaftspläne und -konzepte
erstellt, die mit dem vorliegenden Konzept fortgeschrieben werden.
7
2 Rechtliche Grundlagen
2.1 Grundgesetz (GG)
Dort heißt es im Artikel 20 a [4]:
„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Le-
bensgrundlagen (…).“ Vor diesem Hintergrund wurde das KrWG in Kraft gesetzt.
2.2 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
Wesentliche Grundlage des Handelns im Bereich der Abfallwirtschaft ist das KrWG . Zweck die-
ses Gesetzes ist es, durch die Einführung der Kreis laufwirtschaft den Schutz von Mensch und
Umwelt zu fördern und die natürlichen Ressourcen bei Erzeugung und Bewirtschaftung von
Abfällen zu schonen [2].
Ressourcenschonung folgt dem Leitbild einer in natürliche Stoffkreisläufe eingebetteten Wirt-
schaft mit minimalem Ressourcenverbrauch, deren Entwicklung weder zu Lasten anderer Reg i-
onen noch künftiger Generationen geht. Sie lässt sich daher nur ganzheitlich aus einer Leben s-
zyklusperspektive heraus gestalten: von der Rohstoffgewin nung über Verarbeitung, Gestaltung
der Produkte, Handel und Konsum bis zur Wiederverwendung oder Entsorgung.
Die Vorschriften dieses Gesetzes gelten daher für:
1. die Vermeidung von Abfällen sowie
2. die Verwertung von Abfällen,
3. die Beseitigung von Abfällen und
4. die sonstigen Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung.
Maßnahmen der Vermeidung und der Abfallbewirtschaftung stehen dabei in folgender Rangfo l-
ge (Abfallhierarchie, siehe Abbildung 1):
Abbildung 1: Die fünfstufige Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes [5].
Bei der Erfüllung der Verwertungspflicht hat diejenige Verwertungsmaßnahme Vorrang, die den
Schutz von Mensch und Umwelt nach der Art und Beschaffenheit des Abfalls am besten g e-
währleistet.
8
Abfälle, auch diejenigen organischen Ursprungs (Bioabfälle), sind getrennt zu halten und zu
behandeln. Zum Zweck des ordnungsgemäßen, schadlosen und hochwert igen Recyclings sind
Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle seit dem 01.01.2015 getrennt zu sammeln, soweit
dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist.
Erzeuger oder Besitzer von Abfällen aus privaten Haushaltungen sind verpflichtet, diese Abfälle
den nach Landesrecht zur Entsorgung verpflichteten juristischen Personen (öffentlich -
rechtliche Entsorgungsträger) zu überlassen.
Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger haben die in ihrem Gebiet angefallenen und übe r-
lassenen Abfälle aus privaten Haushaltungen und Abfälle zur Beseitigung aus anderen He r-
kunftsbereichen zu verwerten oder zu beseitigen.
Wer Erzeugnisse entwickelt, herstellt, be- oder verarbeitet oder vertreibt, trägt zur Erfüllung der
Ziele der Kreislaufwirtschaft die Produk tverantwortung. Erzeugnisse sind möglichst so zu g e-
stalten, dass bei ihrer Herstellung und ihrem Gebrauch das Entstehen von Abfällen vermindert
wird und sichergestellt ist, dass die nach ihrem Gebrauch entstandenen Abfälle umweltverträ g-
lich verwertet oder beseitigt werden.
Die Produktverantwortung umfasst insbesondere
1. die Entwicklung, die Herstellung und das Inverkehrbringen von Erzeugnissen, die meh r-
fach verwendbar, technisch langlebig und nach Gebrauch zur ordnungsgemäßen,
schadlosen und hochwertigen Ve rwertung sowie zur umweltverträglichen Beseitigung
geeignet sind,
2. den vorrangigen Einsatz von verwertbaren Abfällen oder sekundären Rohstoffen bei der
Herstellung von Erzeugnissen,
3. die Kennzeichnung von schadstoffhaltigen Erzeugnissen, um sicherzustellen, dass die
nach Gebrauch verbleibenden Abfälle umweltverträglich verwertet oder beseitigt we r-
den,
4. den Hinweis auf Rückgabe -, Wiederverwendungs- und Verwertungsmöglichkeiten oder
-pflichten und Pfandregelungen durch Kennzeichnung der Erzeugnisse sowie
5. die Rücknahme der Erzeugnisse und der nach Gebrauch der Erzeugnisse verbleibenden
Abfälle sowie deren nachfolgende umweltverträgliche Verwertung oder Beseitigung.
Hersteller oder Vertreiber
1. dürfen bestimmte Erzeugnisse nur bei Eröffnung einer Rückgabemöglichkeit abgeben
oder in Verkehr bringen,
2. müssen bestimmte Erzeugnisse zurücknehmen und die Rückgabe durch geeignete
Maßnahmen sicherstellen, insbesondere durch die Einrichtung von Rücknahmesyst e-
men, die Beteiligung an Rücknahmesystemen oder dur ch die Erhebung eines Pfandes,
und
3. haben bestimmte Erzeugnisse an der Abgabe- oder Anfallstelle zurückzunehmen.
Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben
in Selbstverwaltung zur Information und Beratung über Möglichkeiten der Vermeidung, Verwer-
tung und Beseitigung von Abfällen verpflichtet.
9
2.3 Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV)
Bisher hatten Gewerbebetriebe die Möglichkeit ihre gemischt anfallenden Abfälle separat, d.h.
unabhängig von der obligatorischen Restmüllmenge (AzB), der stofflichen bzw. thermischen
Verwertung zuzuführen.
Mit Inkrafttreten der neuen Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV [6]) ab 01.08.2017 ist dies
jedoch nur noch in Ausnahmefällen möglich. Die neue Gewerbeabfallverordnung beinhaltet im
Wesentlichen verschärfte Anforderungen an die Getrennthaltungspflicht beim Abfallerzeuger.
Es müssen neben Papier, Pappe, Kartonagen, Kunststoffen, Glas und Metallen auch Holz, Te x-
tilien und sämtliche Bioabfälle getrennt erfasst werden.
Abfallerzeuger und -besitzer von Bau- und Abbruchabfällen müssen Glas, Kunststoffe, Metalle,
Holz, Dämmmaterial, Bitumengemische, Baustoffe auf Gipsbasis, Beton, Ziegel und Fliesen
sowie Keramik getrennt halten.
Die Erfüllung der Getrennthaltungspflicht ist durch den Abfallbesitzer bzw. Abfallerzeuger zu
dokumentieren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.
Der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen ( EAD) bietet den Gewerbebe-
trieben die für die Get rennthaltung vorgegebenen Behältersysteme sowie die rechtskonforme
Verwertung der Abfälle gegen Entgelt an.
Ebenso stellt der EAD die für die Dokumentation notwendigen Unterlagen, wie z. B. Abfallbilan-
zen, Wiegenoten und Lieferscheine zur Verfügung.
2.4 Verpackungsgesetz (VerpackG)
Das Verpackungsgesetz (VerpackG [7]) tritt am 01.01.2019 in Kraft und bezweckt eine mög-
lichst geringe Auswirkung von Verpackungsabfällen auf die Umwelt. Dazu legt es Anforderu n-
gen an die Produktverantwortung fest. Das Gesetz soll das Verhalten der Verpflichteten so r e-
geln, dass Verpackungsabfälle vorrangig vermieden und einer Vorbereitung zur Wiederverwe n-
dung oder dem Recycling zugeführt werden.
2.5 Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)
Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG [8]) setzt in Deutschland die WEEE -
Richtlinie1 der EU zum Umgang mit Elektronikschrott um [9]. Das ElektroG soll dafür sorgen,
dass Elektroaltgeräte nicht über den Restmüll entsorgt, sondern getrennt gesammelt und rec y-
celt werden. Durch die gesteuerte und kontrollierte Entsorgung soll der illegale Export von
Elektroaltgeräten ins Ausland weiter bekämpft werden, sollen wertvolle Rohstoffe wiederve r-
wendet und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit reduziert werden.
1 Richtlinie 2012/19/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 04.07.2012 über Elektro- und Elektronik-
Altgeräte (WEEE = Waste of Electrical and Electronic Equipment)
10
3 Abfallrelevante Strukturdaten
3.1 Gebiets- und Bevölkerungsstruktur der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bildet das sog. südliche Oberzentrum der Metropolregion
Rhein-Main [10]. Insgesamt leben in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 159.982 Einwohnerin-
nen und Einwohner (Abbildung 2 [11]). Diese verteilen sich auf fünf Innenstadtbezirke (Dar m-
stadt-Mitte, Darmstadt-Nord, Darmstadt-Ost, Darmstadt-West, Bessungen) und vier Außenb e-
zirke (Arheilgen , Eberstadt, Kranichstein, Wixhausen). Das Stadtgebiet erstreckt sich über
12.210 Hektar (122,10 km²) [11]. Die Bevölkerungsdichte beträgt somit 13,10 EW/ha bzw.
1.310,25 EW/km².
Abbildung 2: Entwicklung der Bevölkerungszahlen und -dichte in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
(jeweils zum 31.12.) [11].
1.050
1.100
1.150
1.200
1.250
1.300
1.350
130.000
135.000
140.000
145.000
150.000
155.000
160.000
165.000
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Bevölkerungsdichte [Ew/km²]
Bevölkerungszahl [Ew]
11
Die Struktur der Darmstädter Haushalte hat sich in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich
verändert (Abbildung 3).
Abbildung 3: Entwicklung der Haushaltsgrößen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt (jeweils zum
31.12.) [11], [12].
Neben mehr als 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und forschenden Unternehmen sind Fi r-
men mit Schwerpunkten im pharmazeutischen, elektrotechnischen oder biotechnologischen
Bereich am Wirtsc haftsstandort Darmstadt vertreten [13]. Täglich pendeln etwa 66.000
Arbeitnehmerinnen2 und Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsplätzen im Darmstädter Stadtgebiet
[11]. Die Pendlerquote für die Wissenschaftsstadt Darmstadt liegt bei ca. von 70 %.
Daneben prägen die 44.164 Studierenden3 der Technischen Universität, der Hochschule Darm-
stadt und der Evangelischen Hochschule das Stadtbild [11].
2 Nur sozialversicherungspflichte Arbeitnehmer, ohne Selbstständige und Beamte (Stand: 30.06.2015)
3 WS 2015/2016
0
10
20
30
40
50
60
2007 2008 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Anteil der Personen pro Haushalt [%]
1
2
3
4
≥ 5
12
3.2 Struktur der Abfallbewirtschaftung
3.2.1 Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger nach § 17 Abs. 1
KrWG und hat damit die Pflicht der ordnungsgemäßen Abfallentsorgung nach § 20 KrWG [2].
Die Umsetzung der städtischen Abfallsatzung und die Durchführung der Abfallentsorgung wu r-
den dem EAD übertragen.
3.2.2 Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD)
Der EAD geht aus der Gründung des Fuhr- und Reinigungsamtes am 01.01.1995 hervor und ist
seit 1997 zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb sowie seit 2000 nach DIN EN ISO 9001 zertif i-
ziert. 647 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit mehr als 200 Fahrzeuge n sind täglich im Ei n-
satz. Zu seinen Aufgaben im Bereich Abfallwirtschaft , die in der Betriebssatzung geregelt sind,
gehören [14]:
die Abfallberatung
die Ausübung aller Tätigkeiten, die der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von
Abfällen der Darmstädter Bürgerschaft und der Darmstädter Betriebe/ Inst itutionen/
Dienstleistungsbereiche dienen
der Betrieb von Entsorgungsanlagen (Kompostanlage, Recyclingstation, Sonderabfall -
Kleinmengen-Sammelstelle)
die Beteiligung an der Entsorgungseinrichtung Darmstädter Recycling Zentrum (DRZ)
GmbH (Umladestation, Sperrmüll-Sortieranlage).
3.2.3 Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS)
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Landkreis Darmstadt -Dieburg und der Müllabfuhr
Zweckverband Odenwald (MZVO) bilden gemeinsam den ZAS. Eigentum des ZAS ist das Mül l-
heizkraftwerk (MHKW) Darmstadt, das durch die ENTEGA Energie GmbH in Darmstadt betrie-
ben wird.
3.2.4 Darmstädter Recycling Zentrum (DRZ) GmbH
Das DRZ ist ein Gemeinschaftsunternehmen des EAD mit der Meinhardt Städtereinigungs -
GmbH. Es handelt sich um eine Sortier - und Umladeanlage sowie um ein Zwischenlager für
verschiedene Abfälle, wie z.B. Sperrmüll, Altpapier, Verpackungen, Bauabfälle, Bauschutt,
Holz, Schrott und Mineralwolle.
Die vom EAD im Stadtgebiet gesammelten Altpapiermengen werden dort abgeladen, gepresst ,
zwischengelagert und von Großfahrzeugen zu den Endverwertungsanlagen gebracht. Die Abfä l-
le aus der Wertstoffsammlung werden hier ebenfalls zu transportgerechten Mengen zusa m-
mengestellt, um sie anschließend in leistungsfähige Sortieranlagen zu transportieren. Die
Transportwege der EAD-Sammelfahrzeuge können daher kurz gehalten werden und wirken sich
positiv auf den Kraftstoffverbrauch aus.
13
3.2.5 Anlagen im Stadtgebiet von Darmstadt
Die nachfolgende Tabelle 1 gibt einen Überblick über die in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
vorhandenen Abfallbehandlungs- und -entsorgungsanlagen.
Tabelle 1: Abfallwirtschaftliche Anlagen im Stadtgebiet Darmstadt (fett hervorgehoben: Anlagen des
EAD).
Art der Anlage Adresse Kapazität Eigentümer/
Betreiber
Abfallarten
Müllheizkraft-
werk (MHKW)
Otto-Röhm-Str. 19,
64293 Darmstadt
210.000 t/a ZAS/ENTEGA
Energie GmbH
Thermisch behan-
delbare Restabfälle
zur Beseitigung oder
Verwertung
Bioabfall-
kompostierungs-
anlage
Eckhardwiesen-
str. 25,
64289 Darmstadt-
Kranichstein
13.200 t/a Wissenschaftsstadt
Darmstadt/EAD
Kompostierfähige
Abfälle
Sortieranlage Landwehrstr. 88,
64293 Darmstadt
ca. 36.000 t/a Remondis GmbH &
Co. KG, Mannheim
Altglas, Altholz, Fo-
lien, Wertstoff-
gemische
Recyclinganlage Otto-Röhm-Str. 57,
64293 Darmstadt
TSR Recycling
GmbH & Co. KG
Schrott, Starter-
batterien
Recyclinghof Sensfelderweg 33,
64293 Darmstadt
ca. 4000 t/a Wissenschaftsstadt
Darmstadt/EAD
Bauschutt, Bau-
mischabfälle, Alt-
holz etc.
Sortier-, Umlade-
und Zwischen-
lager-Anlage für
verschiedene
Abfälle
DRZ GmbH
Röntgenstr. 12,
64291 Darmstadt
ca. 82.000 t/a Gemeinschaftsunter-
nehmen des EAD
und der Meinhardt
Städtereinigung
GmbH & Co. KG,
Hofheim-Wallau
Altreifen, Altpapier,
Bauabfälle, Bau-
schutt, Schrott,
Sperrmüll, Verpa-
ckungen, Holz, Sty-
ropor
Sortieranlage Uniroh GmbH/
Heckmann &
Aßmuth GmbH &
Co. KG, Darmstadt
Pallaswiesenstr.
206,
64293 Darmstadt
Uniroh GmbH,
Kaiserslautern
Altpapier
Sonderabfall-
Sammelstelle
Sensfelderweg 33,
64293 Darmstadt
30 t Gesamt-
lagerkapazität
Wissenschaftsstadt
Darmstadt/EAD
Gefährliche Abfälle
14
3.2.6 Anlagen außerhalb des Stadtgebietes von Darmstadt
Um die Entsorgungssicherheit zu gewährleisten, werden von der Wissenschaftsstadt Darmstadt
zusätzlich Anlagen genutzt, die sich außerhalb des Stadtgebietes befinden. Eine Auswahl der
wichtigsten sind:
Tabelle 2: Auswahl abfallwirtschaftlicher Anlagen außerhalb des Stadtgebietes.
Art der Anlage Adresse Kapazität Eigentümer/
Betreiber
Abfallarten
Baustellenabfall-
sortieranlage
Chemiestr. 2-6,
64579 Gernsheim
220.000 t/a Fa. Waibel KG,
Gernsheim
Sperrmüll, minerali-
sche Abfälle, Keh-
richt, Altholz, Altrei-
fen
Bauschuttauf-
bereitungsanlage
Auf der Hardt /
An der B42,
64572 Büttelborn
Riedwerke,
Groß-Gerau, AWS
Mineralische Abfälle
Bauschuttauf-
bereitungsanlage
Am Bahnhof 14,
64409 Messel
180.000 t/a Südhess. Wertstoff-
rückgewinnungs-
GmbH, Messel
Mineralische Abfälle
Speisereste-
aufbereitungs-
anlage
BIOLOG GmbH
Auf der Hardt/
An der B42, Büt-
telborn
18.000 t/a Fa. Meinhardt,
Fa. Becker
Speiseabfälle
Kreismülldeponie
Büttelborn
Auf der Hardt/
An der B42,
64572 Büttelborn
ca. 3 Mio. m³ Riedwerke,
Groß-Gerau, AWS
Mineralische Abfälle,
Asbest, Mineralwolle
Deponie Wicker An der B 40 (neu),
65439 Flörsheim-
Wicker
ca. 1 Mio. m³ Rhein-Main-Deponie
GmbH, Flörsheim-
Wicker
Dämmstoffe aus
Mineralfasern
Wertstoffsortier-
anlage
Zeilsheimer Weg 4,
65779 Kelkheim
(Taunus)
Kilb Entsorgung
GmbH
Wertstoffhaltige
Abfälle, Gewerbe-
abfälle
Sortieranlage Jakob Becker Ent-
sorgungs-GmbH
Zeppelinstr. 24
64625 Bensheim
Jakob Becker
Entsorgungs-GmbH,
Mehlingen
Altpapier
Deponie
Wiesbaden
Deponiestr. 15,
65205 Wiesbaden
ca. 3,6 Mio. m³ Entsorgungsbetriebe
der Stadt Wiesbaden
Asbesthaltige
Baustoffe
Sonderabfall-
Verbrennungs-
anlage
Waldstr. 11,
64584 Biebesheim
HIM GmbH,
Wiesbaden
Gefährliche Abfälle
Sonderabfall-
Zwischenlager/
CPA
Orber Str. 65,
60386 Frankfurt
HIM GmbH,
Wiesbaden
Gefährliche Abfälle
15
3.2.7 Sonstige Anlagen und Abnehmer
Für verschiedene Abfallarten, die der EAD einsammelt und tran sportiert, bestehen diverse Ver-
einbarungen/ Verträge für die weitere ordnungsgemä ße Beseitigung und/oder Verwertung mit
Dritten. Nachfolgend eine Auswahl der derzeitigen Entsorgungspartner:
Tabelle 3: Auswahl sonstiger Behandlungs- und -entsorgungsanlagen.
Art der Anlage Adresse Entsorger/
Betreiber
Abfallarten
Aktenvernichtung Heimstättenweg 99,
64295 Darmstadt
Darmstädter Werk-
stätten für berufli-
che Rehabilitation
Papierdatenträger
Tierkörper-
sammelstelle
Pankratiusstr. 50/52,
64289 Darmstadt
Dieter Freund Tierkörper
Recyclinganlage Ockergraben 24,
55411 Bingen/Rh.
E&O-Recycling
GmbH
Elektroschrott
Wertstoffsortier-
anlage
Betriebsstätte
Mörfelden-Walldorf,
An der Brücke 1-5,
64546 Mörfelden-
Walldorf
Frassur GmbH,
Frankfurt
Altreifen
Mineralöl-
raffinerie
Krabbenkamp 11,
47138 Duisburg
BAUFELD-OEL
GmbH
Motorstr. 56
80809 München
Altöl, Rapsöl
Umschlaganlage Pallaswiesenstr. 154,
64293 Darmstadt
TexAid GmbH & Co.
KG
Alttextilien
Kompostierungs-
anlage
Außerhalb
64582 Biebesheim
Brunnenhof GmbH Laub aus der Straßenreinigung
Retourlogistik Landsberger Str.
155, Haus 2,
80687 München
Lightcycle Retour-
logistik und Service
GmbH
Leuchtstoffröhren, Energie-
sparlampen
Recyclinganlage Waldstr. 130,
67373 Lustadt
R-plus Recycling
GmbH/HIM
Nachtspeicheröfen
Die o.g. Auflistungen der abfallwirtschaftlichen Anlagen stellen eine aktuelle Bestandsaufna h-
me dar und unterliegen kontinuierlichen Veränderungen je nach betriebswirtschaftlichen und
abfallrechtlichen Bedingungen. Oberstes Ziel bleibt eine ökologische Entsorgung aller Abfälle
unter dem Gebot der Nachhaltigkeit zum Schutz von Ressourcen und Umwelt unter gleichzeit i-
ger Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte, die die Gebührenstabilität gewährleis-
ten.
16
3.3 Information und Beratung über Möglichkeiten der Vermeid ung, Verwer-
tung und Beseitigung von Abfällen
3.3.1 Kundenbefragungen
Im Auftrag des EAD und der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden regelmäßig Kundenbefr a-
gungen durchgeführt. Dabei w ird die Darmstädter Bevölkerung zu unterschiedlichen Inhalten
aus dem Themenkomplex Abfall, aber auch zu ihrer Zufriedenheit mit den Dienstleistungen des
EAD befragt.
Der EAD beauftragt kontinuierlich Befragungen seines Kundenkreises durch ein anerkann tes
Marktforschungsinstitut. Im Jahr 2016 wurden sowohl der Recyclinghof als auch d ie Kompost-
anlage untersucht [15]. Dabei wurden eine hohe Kundenzufriedenheit und ein e hohe Komp e-
tenz des Personals festgestellt. Verbesserungspotenzial besteht hinsichtlich der Abwicklung s-
dauer auf dem Recyclinghof und den Öffn ungszeiten beider Anlagen. Viele Kundinnen und
Kunden wünschen sich längere Öffnungszeiten.
Bei einer Untersuchung im Jahr 2015 wurden Gewerbekunden des EAD interviewt [16]. Das
Gesamtergebnis zeigt, dass die Bevölkerung ein positives Bild vom EAD hat . Sie sind mit der
Servicequalität und der fachlichen Kompetenz zufrieden. In Bezug auf die telefonische Erreich-
barkeit besteht noch Ausbaupotenzial.
In der von der Wissenschaftsstadt Darmstadt veranlassten Bürgerumfrage aus dem Jahr 2015
[17], gab die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung an, die klassischen Angebote des EAD,
wie die Abfallkalender -Broschüre oder die Entsorgung von Sperrmüll und Elektrogeräten, zu
kennen und/oder zu nutzen. Besondere Dienstleistungen, wie z.B. die Entsorgung von Garte n-
abfällen, die mobile Sonderabfalleinsammlung oder die Abfallkalender -App, sind dagegen
kaum bekannt, obwohl durchaus ein Interesse daran besteh t. Das In formationsangebot soll
daher speziell über das Internet kontinuierlich ausgebaut werden. Etwa ein Fünftel der Bürger-
innen und Bürger wäre bereit, für erweiterte Angebote im Bereich der Abfallbeseitigung zusätz-
liche Kosten zu akzeptieren.
3.3.2 Abfallberatung
Für die Kundenberatung/-information über die verschiedenen Dienstleistungen des EAD
(schwerpunktmäßig Abfallwirtschaft, Straßenreinigung, Winterdienst, Kanalbetrieb, Gebühre n-
bescheide) werden je nach Bedarf und zielgruppengerecht die nachstehend genannten Mittel
eingesetzt:
persönliche Beratung: schriftlich, fernmündlich, mündlich im EAD -Gebäude oder beim
Kunden,
Infomerkblätter, -faltblätter, -broschüren, Abfallkalender,
Internetpräsentation des EAD unter www.ead.darmstadt.de,
Infoveranstaltungen: z. B. Umwelt - und Familientag, Umweltinformationsbörse, Fü h-
rungen durch Entsorgungsanlagen, Vortrags - und Diskussionsveranstaltungen mit Ku n-
dengruppen,
Veröffentlichungen über die Presse und als EAD-Infomail,
Werbeanzeigen,
Werbeplakate auf EAD-Fahrzeugen und Textilcontainern,
Darmstädter Abfallsatzung und Straßenreinigungssatzung,
17
spezielles Lehrmaterial für Schulen und Kindergärten, inklusive Puppenspiel,
Infoaufkleber auf Abfallbehältern.
Das telefonische und elektronische Serviceangebot des EAD stößt bei den Darmstädter Bürger-
innen und Bürgern durchweg auf eine positive Resonanz. Zu diesem Ergebnis kommt die jährli-
che Auswertung der eingegangenen Anrufe und E-Mails. Neben einer Steigerung der Gesamtan-
rufe, konnte 2016 auch beim E-Mailverkehr eine deutliche Erhöhung um 40 % verzeichnet wer-
den.
Der EAD bietet seit Jahren in den Kindergärten und Schulen in der Wissenschaftsstadt Darm-
stadt eine kostenfreie Abfallberatung an. Dies geschieht in Form von Unterrichtseinheiten zu
Themen wie Ressourcenschonung, Abfallvermeidung, Abfalltrennung und Recycling.
Den Kindern und Jugendlichen werden spielerisch und altersgerecht die Bedeutung der natürli-
chen Lebensgrundlagen sowie deren Sicherung einschließlich des umweltgerechten Umgangs
mit Abfall vermittelt.
Ergänzend zu diesen Unterrichtseinheiten finden anschauliche Führungen auf der Komposta n-
lage und im Recyclinghof des EAD statt.
3.3.3 Öffentlichkeitsarbeit
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit finden folgende Aktivitäten statt:
Digitalisierung der Abfallbroschüre bzw. des Abfallkalenders
Permanente Aktualisierung des Internet -Auftrittes, um die Bürgerinnen und Bürger
zeitnah über aktuelle Entwicklungen und Änderungen zu informieren
Tausch- und Verschenkemarkt auf der EAD -Internetseite in Zusammenarbeit mit dem
Landkreis Darmstadt-Dieburg
Handy-App „My Müll“
Umweltbörse
Jährlicher Umwelt- und Familientag seit 20 Jahren
Aktuelle Hinweise im Darmstädter Echo zu Entsorgungs-Themen und Veranstaltungen.
18
4 Organisation der Abfallwirtschaft
4.1 Notwendigkeit der Abfalltrennung
Deutschland als rohstoffarmes Land ist insbesondere auf das Recycling der in den Abfällen
enthaltenen Wertstoffe angewiesen. Um dies zu erreichen , ist das richtige Trennen der Abfälle
der erste und wichtigste Schritt. Nur eine haushaltsnahe Trennung der Ab fälle macht ein
hochwertiges Recycling möglich.
Dieser Grundgedanke wurde bereits im § 6 KrWG berücksichtigt [2], indem die Vorbereitung
zur Wiederverwertung - und nichts anderes ist die haushaltsnahe Trennung der Abfälle - an
zweiter Stelle nach der Vermeidung und vor dem Recycling als wichtigste M aßnahme gesetzt
wurde.
4.2 Einsammlung von Abfällen
4.2.1 Erfassungssysteme
Die Einsammlung und der Transport der Abfälle erfolgen durch den EAD über verschiedene
Erfassungssysteme. Unterschieden werden dabei:
a) Holsysteme für z.B.
Restabfall
Bio-/Grünabfälle
Altpapier
Sperrmüll (inkl. Haushaltsgroß- und Bildschirmgeräte, Nachtspeicheröfen)
Verpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen (Einsammlung DED; Privatwir t-
schaftlicher Auftrag)
Gewerbeabfälle
Speisereste.
b) Bringsysteme für z.B.
Altpapier, Altglas, Altholz
Kompostierfähige Abfälle
Baustellenabfälle und Bauschutt
Sonderabfälle
Eisenschrott, Altreifen
Wertstoffverpackungen
Elektronikschrott.
In der nachfolgenden Tabelle 4 sind die Sammelsysteme und Abfuhrrhythmen für die einzelnen
Abfallarten aufgelistet. Für die Entsorgung aller Abfälle, außer produktionsspezifischen Abfä l-
len zur Beseitigung und Restabfall, steht im Bringsystem der Recyclinghof des EAD zur Verfü-
gung.
19
Tabelle 4: Erfassungssysteme für Abfälle (Bringsystem = Annahme am EAD-Recyclinghof).
Abfallart Sammelsystem Gefäßgröße/
Sammelart
Abfuhrrhythmus/
Abfallannahme
Restabfälle Holsystem: 80l, 120l, 240l,
660l, 1.100l
wöchentlich
80l, 120l, 240l 2-wöchentlich
80l 4-wöchentlich
660l, 1.100l mehrfach-wöchentlich oder 2-wöchentlich
Behälter > 1.100l nach Bedarf, mind. einmal monatlich
Restabfallsäcke Bedarfsabfuhr
Sperrmüll Holsystem:
Bringsystem:
LKW auf Abruf
Elektronik-Schrott Holsystem:
Bringsystem:
LKW auf Abruf
Kühlgeräte Holsystem:
Bringsystem:
LKW auf Abruf
Bioabfälle Holsystem:
Bringsystem:
120l, 240l 2-wöchentlich (von Mai-September wöchentlich,
freiwillige Teilnahme)
Kompostierungsanlage des EAD
Gartenabfälle Holsystem:
Bringsystem:
Gebündelt, Papie r-
säcke
auf Abruf im Frühjahr und Herbst
Kompostierungsanlage des EAD
Papier/Pappe/Kartonage
(PPK)
Holsystem: 120l, 240l 2-wöchentlich
Hol-/
Bringsystem:
1,1 m³ bis 5 m³ -
Depotcontainer
Leerungen 1-5x/Woche, ca. 1.500 Stück öffentli-
che Containerstandplätze
Glas Bringsystem: Depotcontainer Leerungen 1-/2-wöchentlich und nach Bedarf,
156 öffentliche Containerstandplätze
Wertstoffe
(LVP + sNVP)
Holsystem: 240l, 1,1 m³, 5 m³
Depotcontainer
4-wöchentlich
nach Bedarf/Vereinbarung, mind. alle 2 Wochen
bis 2 x wöchentlich
Bringsystem:
Sonderabfall-
Kleinmengen
Bringsystem: Mobil LKW Sonderabfallmobil 10 Tage/Jahr
Bringsystem : stationär Annahmestelle für Sonderabfall-Kleinmengen beim
EAD (13h/Woche und jeden 1. Samstag im Monat)
Haushaltsbatterien öffentliche Batteriesammelbehälter in Schulen-
und Stadthäusern
Leuchtstoffröhren wie Sonderabfall -
kleinmengen
Bauschutt/Bodenaushub,
Baustellenabfälle, Eise n-
schrott, Altreifen
Bringsystem: EAD-Containerdienst
Gewerbeabfälle,
Industrieabfälle
Holsystem
(gewerblich):
Container versch.
Größen
EAD-Containerdienst
Bringsystem: zulässige gewerbliche Sammlung z.B. Bauschutt-
Recycling-Anlage
Nichtverwertbare
Baustellenabfälle,
produktionsspezifische
Abfälle zur Beseitigung
Hol-/
Bringsystem:
Container versch.
Größen
EAD-Containerdienst
Deponie Büttelborn
Altholz Bringsystem: EAD-Containerdienst
Mischkunststoffe Bringsystem: EAD-Containerdienst
Nachtspeicheröfen Holsystem:
Bringsystem:
wie Sperrmüll LKW auf Abruf
Alttextilien Bringsystem
Bringsystem:
Depotcontainer Leerungen 1-/2-wöchentlich und nach Bedarf, 121
Stück, zzgl. 41 Schuhcontainern
20
4.2.2 Rücknahmesysteme
Im dritten Teil des KrWG wird die Grundlage für die Produktverantwortung formuliert, wonach
Erzeugnisse möglichst so zu gestalten sind, dass […] die umweltverträgliche Verwertung und
Beseitigung der nach deren Gebrauch entstandenen Abfälle sichergestellt ist (§ 23 KrWG [2]).
Zu diesem Zwecke wurden weitere Gesetze und Verordnungen erlassen (z.B. Elektro - und
Elektronik(alt)gerätegesetz, Verpackungsgesetz etc.). Mittlerweile sind daraus diverse Rüc k-
nahmesysteme entstanden. Neben den aktuell zehn Systemen (Abbildung 4) zur Rücknahme
von Verpackungen, bestehen bundesweite einheitliche Rücknahmesysteme für E-Schrott (EAR-
System), Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen (Light cycle), Batterien (Stiftung Gemei n-
sames Rücknahmesystem Batterien) und viele weitere Rücknahmesysteme für spezielle Pr o-
dukte (z. B. für leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen, PVC-Bauprodukte etc.).
Der EAD bedient sich zur Entsorgung der eingesammelten Abfälle ebe nfalls einiger Rücknah-
mesysteme. Im Einzelnen sind dies für:
Lizensierte Verkaufsverpackungen (LVP 4, Altglas, PPK): Die D ualen Systeme (Bellan d-
Vision GmbH; Der Grüne Pun kt – Duales System Deutschland GmbH; ELS Europäische
LizensierungSysteme GmbH; Interseroh Dienstleistungs GmbH; Landbell AG Rückhol -
System; Noventiz Dual GmbH; Reclay Systems GmbH; RKD Recycling Kontor Dual
GmbH & Co.KG; Veolia Umweltservice Dual GmbH und Zentek GmbH & Co.KG)
Elektro-Altgeräte: Rücknahmesystem des Handels (EAR-Stiftung)
Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen: Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH
Batterien: Rücknahmesystem der HIM GmbH.
Abbildung 4: Aufteilung der LVP-Sammelmenge Darmstadts auf die Betreiber der Dualen Systeme im
Zeitraum des 2. Quartals 2017 [18]
4 LVP = Leichtverpackungen, PPK = Papier, Pappe, Kartonage
DSD
39,76%
Landbell
4,00%
ISD
8,66%
Reclay Redual
12,68%
BellandDual
16,85%
Zentek DSZ
2,10%
Veolia Dual
0,11% ELS Dual
7,21% Noventiz
0,30%
RKD
8,33%
21
4.3 Wege der Abfallentsorgung
Die Getrennthaltung und -sammlung von Abfällen sind integrierter Bestandteil der städtischen
Abfallwirtschaft. Die vom EAD gesammelten unterschiedlichen Abfallfraktionen werden, soweit
technisch möglich und abfallwirtschaftlich sinnvoll, einer Verwertung zugeführt. Die übrigen
Abfälle wer den beseitigt. Die nachfolgende Tabelle 5 unterliegt kontinuierlichen Veränderu n-
gen, bedingt durch genehmigungstechnische und betriebswirtschaftliche Aspekte.
Tabelle 5: Aktuelle Entsorgungswege von Abfällen aus dem Bereich der Wissenschaftsstadt Darm-
stadt.
Art der Entsorgung
Verwertung Deponierung/Verbrennung
Abfallarten/
-gruppe
stoffliche
Verwertung
biologische
Verwertung
Verwertung
auf Depo-
nien
thermische
Verwertung
thermische
Behandlung
Ablagerung
auf Depo-
nien
Zwischen-
lagerung auf
Deponien
Hausmüll MHKW
Darmstadt
Zwischenlager
Deponie
Büttelborn
Sperrmüll DRZ, Darmstadt
Grünabfälle inkl.
Laub aus Straßen-
reinigung
Brunnenhof
Kompostanlage,
Biebesheim
Bioabfälle EAD Kompost-
anlage
Wertstoffe
Diverse durch den EAD
und die Dualen
Systeme vorgegebene
Verwerter
PPK
Verschiedene Papier-
fabriken;
Fa. Becker, Bensheim;
Fa. Uniroh, Darmstadt
Glas
Diverse durch die
Dualen Systeme
vorgegebene Verwerter
Gewerbeabfälle
DRZ, Darmstadt;
div. Wertstoffsortier-
anlagen in Südhessen
MHKW
Darmstadt
MHKW
Darmstadt
Zwischenlager
Deponie
Büttelborn
Baustellenabfälle DRZ, Darmstadt;
AWS, Büttelborn Deponie
Büttelborn
MHKW
Darmstadt
Straßenkehricht Waibel, Gernsheim;
AWS, Büttelborn MHKW
Darmstadt
Sonderabfall-
Kleinmengen
TSR GmbH & Co. KG,
Darmstadt;
HIM Frankfurt;
DRZ Darmstadt;
Karo-As, Dellbergen;
Rücknahmesysteme
HIM
Frankfurt
HIM
Biebesheim Deponie
Büttelborn
Elektronik-
Altgeräte
EAR-Stiftung;
Urbanminers GmbH,
Ginsheim-Gustavsburg
Bauschutt
DRZ, Darmstadt;
Riedwerke, Büttelborn;
SHW, Messel;
ESM, Flörsheim-Wicker
Deponie
Büttelborn
Bodenaushub
DRZ, Darmstadt;
Riedwerke, Büttelborn;
Umweltschutz West,
Flörsheim-Wicker;
BAG SHW, Erlen-
bach/Odw.
Deponie
Büttelborn
Altmetalle
TSR GmbH & Co.KG,
Darmstadt;
DRZ Darmstadt
Altholz DRZ, Darmstadt
Altkleider
Textilien TexAid, Darmstadt
22
5 Entsorgungssicherheit, Risikoanalyse, Notfallmaßnahmen
5.1 Entsorgungssicherheit
Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers ist es, die ordnungsgemäße und scha d-
lose Entsorgung für die ihm überlassenen Abfälle kontinuierlich und dauerhaft zu gewährle is-
ten.
Die in den Kapiteln 3.2.5 und 3.2.6 beschriebenen abfallwirtschaftlichen Anlagen gewährleisten
eine langfristige Entsorgungssicherheit der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Sie sind in der L a-
ge, die bis zum Jahr 2025 prognostizierten Abfälle aufzunehmen und entsprechend zu entso r-
gen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass für den Berichtszeitraum dem EAD ausreichend
Anlagenverfügbarkeiten und Mengenkontingente zur Andienung der Abfälle bei den Entso r-
gungsanlagen zur Verfügung stehen. Die Möglichkeit der Verwertung von Abfällen im MHKW
Darmstadt und zur Beseitigung auf der Deponie Büttelborn stellt derzeit eine uneingeschränkte
Entsorgungssicherheit für die Wissenschaftsstadt Darmstadt dar. Insofern kann hier von einer
hundertprozentigen Entsorgungssicherheit für die nächsten Jahre ausgegangen werden.
5.2 Risikoanalyse
Zur Aufrechterhaltung der Entsorgungssicherheit betreibt der EAD eine regelmäßige Risikoan a-
lyse, in der die Wahrscheinlichkeiten des Auftretens und Auswirkungen einzelner Risiken für
das abfallwirtschaftliche System auf ihre Aktualität überprüft und ggf. erforderliche Maßna h-
men eingeleitet werden.
5.3 Notfallmaßnahmen
5.3.1 Ausfall von Betriebsmitteln
Für den ordnungsgemäßen Betrieb im Bereich der Abfallwirtschaft wird ein ausreichender R e-
servebestand an Betriebsmitteln in einsatzbereitem Zustand vorgehalten. Dieser ermöglicht die
zeitnahe, vollständige und korrekte Erledigung aller übertragenen Entsorgungsaufgaben.
5.3.2 Ausfall von abfallwirtschaftlichen Anlagen
Im Falle eines Ausfalls einer abfallwirtschaftlichen Anlage greift der EAD je nach Lage entweder
auf eigene geeignete weitere Anlagenstrukturen oder andere Betriebsanlagen Dritter zurück. Im
Rhein-Main-Gebiet sind hierzu ausreichende Anlagenkapazitäten vorhanden.
23
6 Abfallmengen
6.1 Gesamtabfallaufkommen
Eine Übersicht der in der Wissenschaftsstadt Darmstadt eingesammelten Abfallmengen aus
privaten Haushaltungen (Haushalten) und Abfällen zur Beseitigung (AzB) aus anderen He r-
kunftsbereichen gemäß § 15 KrWG ist in Tabelle 6 dargestellt. Die AzB aus anderen Herkunfts-
bereichen werden im weiteren Verlauf als „Gewerbeabfälle“ bezeichnet. Diese sind rechnerisch
ermittelt und stellen nur die Menge dar, die über den Anschluss - und Benutzungszwang durch
den EAD entsorgt werden. Für Abfälle zur Verwertung (AzV) aus Gewerbebetrieben können nur
unvollständige Daten ermittelt werden, da die Entsorgung zu einem beträchtlichen Teil über
private Entsorgungsunternehmen erfolgt. Da sich das Abfallwirtschaftskon zept laut o.g. § 15
KrWG [2] nicht auf diese Abfallart zu beziehen hat, sind diese nicht Gegenstand des vorliege n-
den Konzeptes.
Tabelle 6: Mengenentwicklung von Abfällen aus privaten Haushalten und AzB aus anderen Herkunfts-
bereichen.
Jahr 2007 2008 2009 2010 2011
Abfälle zur Beseitigung in Tonnen
(Restabfall, Gewerbeabfälle, Straßenkehricht,
Sonderabfälle ohne A4-Holz)
36.992 35.801 34.974 34.702 34.298
Abfälle zur Verwertung in Tonnen
(Altpapier, Altglas, Bioabfälle, Metalle,
Wertstoffe, Holz, Alttextilien, Sperrmüll, E-
Schrott, Straßenkehricht)
49.943 49.492 49.486 49.909 49.857
Summe aller Abfälle in Tonnen 86.935 85.293 84.460 84.611 84.155
Jahr 2012 2013 2014 2015 2016
Abfälle zur Beseitigung in Tonnen
(Restabfall, Gewerbeabfälle, Straßenkehricht,
Sonderabfälle ohne A4-Holz)
32.337 32.104 31.853 30.963 31.093
Abfälle zur Verwertung in Tonnen
(Altpapier, Altglas, Bioabfälle, Metalle,
Wertstoffe, Holz, Alttextilien, Sperrmüll, E-
Schrott, Straßenkehricht)
47.117 47.681 48.784 48.099 49.617
Summe aller Abfälle in Tonnen 79.454 79.786 80.636 79.062 80.170
Zusammenfassend ist nachfolgend in Abbildung 5 dargestellt, wie sich in den letzten Jahren
das Verhältnis von Abfällen zur Verwertung und Abfällen zur Beseitigung entwickelt hat. Die
Quote der verwerteten Abfälle ist kontinuierlich leicht ansteigend.
24
Abbildung 5: Entwicklung von Abfällen zur Beseitigung (grau) und zur Verwertung (grün) aus privaten
Haushalten und AzB aus anderen Herkunftsbereichen.
0
10
20
30
40
50
60
70
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
43
41
39
57 59
61
Verhältnis von Verwertung
zu Beseitigung [%]
25
6.2 Abfallartenspezifisches Aufkommen
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind im Jahr 2016 insgesamt 49.617 Tonnen Abfälle zur
Verwertung angefallen. Dabei handelt es sich v.a. um getrennt gesammelte Wertstoffe. Abfälle
zur Beseitigung wie Restabfall, Straßenkehricht, Sonderabfälle und Gewerbeabfälle sind in e i-
ner Menge von 31.093 Tonnen über den EAD eingesammelt worden. Art, Menge und Verbleib
der einzelnen Abfälle kann dem Anhang (Tabelle 13) entnommen werden.
6.2.1 Restabfall aus privaten Haushalten
Unter Restabfall wird grundsätzlich der Abfall zur Beseitigung aus privaten Haushalten und aus
anderen Herkunftsbereichen (AzB) verstanden.
Zur Einsammlung des Restabfalls aus privaten Haushalten s tehen den Abfallerzeugern Abfal l-
behälter (i.d.R. graue Restabfallbehälter verschiedener Größe und Deckelfarben) zur Verf ü-
gung. Diese werden vom EAD am Leerungstag vom Standort geholt und nach der Leerung wi e-
der zurückgestellt („Vollservice“). Zusätzlich kö nnen über verschiedene Ausgabestellen, die
über den Abfallkalender, die EAD -Homepage oder die EAD -Hotline bekannt gemacht werden,
Säcke für Abfälle zur Beseitigung (Restabfallsäcke) mit amtlichem Aufdruck für die Restabfall -
einsammlung bezogen werden. Diese sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt und gehen mit
der Einsammlung in das Eigentum des EAD/der Wissenschaftsstadt Darmstadt über. Sie sind
am Leerungstag zur Abholung gemäß Satzung bereitzustellen.
Die Restabfallbehälter der Größen 80 Liter bis 1.100 Liter werden einmal wöchentlich geleert.
Darüber hinaus können auf schriftlichen Antrag 80 Liter -, 120 Liter - und 240 Liter -
Restabfallbehälter auch zweiwöchentlich und 80 Liter -Behälter vierwöchentlich geleert werden.
Auf schriftlichen Antrag können die Ab fallbehälter der Größen 660 Liter und 1.100 Liter meh r-
fach wöchentlich und auch zweiwöchentlich geleert werden. Abfallbehälter größer als 1.100
Liter werden nach Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat, geleert (Bedarfsabfuhr). Die
Behälter dieser Größen ordnung werden hauptsächlich durch Wohnungsbaugesellschaften und
durch das Kleingewerbe genutzt.
Für die Entsorgung der Abfälle werden Gebühren entrichtet, die sich satzungsgemäß aus
Grund- und Leistungsgebühr zusammensetzen [14].
Wie in Abbildung 6 dargestellt, sinken sowohl das Restabfallgesamtaufkommen als auch das
Pro-Kopf-Aufkommen trotz steigender Einwohnerzahlen kontinuierlich ; dies kann perspektiv i-
sche Auswirkungen auf die Auslastung des MHKW haben.
26
Abbildung 6: (Einwohnerspezifisches) Restabfall-Aufkommen aus privaten Haushalten.
Abbildung 7 zeigt das Pro -Kopf-Aufkommen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt aus dem
Jahr 2015 im Vergleich zu den Werten aus Hessen und der Bundesrepublik Deutschland.
Abbildung 7: Das Pro-Kopf-Aufkommen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Vergleich zu den
Kennzahlen aus Hessen und der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2015 [19], [20].
-
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
22.000
23.000
24.000
25.000
26.000
27.000
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Pro-Kopf-Aufkommen
Gesamtmenge
[to] [kg/Ea]
151
153
160
146
148
150
152
154
156
158
160
162
Darmstadt Hessen BRD
Pro-Kopf-Aufkommen in [kg/Ea]
27
6.2.2 Sperrmüll
Im Rahmen der Sper rmüllabfuhr werden feste Abfälle aus Privathaushalten, die wegen ihrer
Sperrigkeit nicht in die Restabfallbehälter eingefüllt w erden können, nach Terminabsprache
entsorgt.
Nicht zum Sperrmüll gehörende, aber über das gleiche Anmelde - und Abholsystem entso rgte
Abfallarten sind : Elektronikschrott (Kühlgeräte, Haushaltsgroßgeräte, Bildschirmgeräte) und
Grünabfälle aus Privathaushalten. Für die Entsorgung fallen teilweise Zusatzgebühren an.
Zusätzlich zu der Abholung können die Darmstädter Bürgerschaft und das Kleingewerbe
Sperrmüll gegen eine Kostenpauschale über den Recyclinghof im Sensfelderweg entsorgen.
Das Sperrmülllaufkommen ist in den letzten zehn Jahren tendenziell gesunken ( Abbildung 8).
Auch das Pro-Kopf-Aufkommen zeigt einen Abwärtstrend, obwohl die Einwohnerzahl im Stad t-
gebiet ansteigt.
Abbildung 8: (Einwohnerspezifisches) Sperrmüll-Aufkommen aus privaten Haushalten und Kleinge-
werbe.
-
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
-
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Pro-Kopf-Aufkommen
Gesamtmenge
[to] [kg/Ea]
28
6.2.3 Altpapier
Privaten Haushalten standen zur Einsammlung von leeren Verkaufsverpackungen aus Pappe,
Papier und Karton bis zum Jahr 2006 hauptsächlich die auf öffentlichen Flächen aufgestellten
Altpapiercontainer zur Verfügung. Parall el wurden privaten Haushalten 240 Liter -
Altpapiergefäße mit 14 -tägiger Leerung auf privaten Grundst ücken zur Verfügung gestellt. Im
Jahr 2006 wurden die öffentlichen Container bis auf wenige Standplätze eingezogen und das
Angebot auf 120 Liter -Altpapiergefäße ausgedehnt. Diese sind am Abfuhrtag vom Abfallerze u-
ger vor dem Grundstück am Straßenrand zur Entleerung bereit - und nach der Leerung a n-
schließend wieder zurückzustellen. Zusätzlich werden 1.100 Liter -Müllgroßbehälter (MGB) mit
der Option auf Vollservice (Holen und Zurückstellen der Abfallgefäße vom Standplatz) angebo-
ten, die hauptsächlich von Wohnungsbaugesellschaften und Kleingewerbe genutzt werden.
Die Gesamttonnage und das Pro -Kopf-Aufkommen für Altpapier folgen einem Abwärtstrend
(Abbildung 9). Dies ist auf die veränderte Zusammensetzung der Papierabfälle zurückzuführen.
Der Anteil an Verpackungen nimmt zu, der Anteil an kommunalem Altpapier (Zeitungen, We r-
bung, Büropapier) geht aufgrund der Verbreitung von Online -Medien dagegen kontinuierlich
zurück. Diese gegenläufige Entwicklung führt dazu, dass das Altpapier verhältnismäßig leichter
wird.
Abbildung 9: (Einwohnerspezifisches) Altpapier-Aufkommen aus privaten Haushalten.
-
10
20
30
40
50
60
70
80
90
-
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Pro-Kopf-Aufkommen
Gesamtmenge
[to] [kg/Ea]
29
6.2.4 Biologisch abbaubare Abfälle
Zur Sammlung kompostierfähiger Abfälle stellt der EAD auf schriftlichen Antrag 120 Liter- oder
240 Liter-Biotonnen den Abfallerzeugern zur Verfügung. Die Leerung der Biotonnen erfolgt in
den Monaten O ktober bis April im 14 -tägigen Rhythmus und aus hygienischen Gründen von
Mai bis September wöchentlich. Die Biotonnen sind am Abfuhrtag am Straßenrand zur Entle e-
rung bereit- und nach der Leerung anschließend wieder vom Abfallerzeuger zurückzustellen.
Kompostierbare Gartenabfälle werden als Zusatzleistung im Frühjahr und Herbst nach vorher i-
ger Terminvereinbarung eingesammelt.
Kompostierbare Gartenabfälle können auch von deren Besitzern oder Erzeugern zu den Öff-
nungszeiten auf die städtische Bioabfall -Kompostierungsanlage in Darmstadt -Kranichstein,
gebracht und dort abgebeben werden. Seit dem 01.01.2011 steht den Bürgerinnen und Bü r-
gern dafür zusätzlich der Recyclinghof des EAD im Sensfelderweg zur Verfügung.
In Abbildung 10 ist die Mengenentwicklung der Bioabfälle dargestellt. In den letzten Jahren
zeigt sich ein leichter Aufwärtstrend im Bereich der Gesamtmenge, aber auch im Pro-Kopf-
Aufkommen.
Abbildung 10: (Einwohnerspezifisches) Bioabfall-Aufkommen aus Privathaushalten und Kleinge-
werbe.
80
100
120
-
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Pro-Kopf-Aufkommen
Gesamtmenge
[to] [kg/Ea]
30
6.2.5 Wertstoffe
Zum 01.01.2014 wurde im Darmstädter Stadtgebiet die gelbe Wertstofftonne eingeführt. Ne-
ben der Einsammlung von Leichtstoffverkauf sverpackungen (LVP) können seitdem auch die
sog. stoffgleichen Nichtverpackungen (sNVP) mitentsorgt werden.
Neben der 240 Liter -Tonne kommen dafür auch Behälter mit 1.100 Litern zum Einsatz. Die
Wertstofftonne wird normalerweise im vierwöchigen Rhythmus g eleert. Auf Antrag kann auf
einen verkürzten Leerungsrhythmus mit einer zweiwöchigen Bedarfsabfuhr umgestellt werden.
Dieses kostenpflichtige Angebot bestand bereits für die 1.100 Liter -Wertstoffcontainer und
wurde ab dem 01.07.2014 auch auf die kleinen Behälter ausgeweitet. Die zusätzlichen Leerun-
gen werden dem EAD durch die Dualen Systembetreiber nicht vergütet.
Die Gesamtmenge und das Pro -Kopf-Aufkommen an Wertstoffen sind in den letzten Jahren
stetig angestiegen (Abbildung 11). Dieser Anstieg ist auf die Einführung der Wertstofftonne im
Jahr 2014 zurückzuführen.
Abbildung 11: Wertstoffe aus Privathaushalten und Kleingewerbe.
-
5
10
15
20
25
30
-
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Pro.Kopf-Aufkommen
Gesamtmenge
[to] [kg/Ea]
31
6.2.6 Elektro- und Elektronikaltgeräte
Elektronikschrott wie Kühlgeräte, Haushaltsgroßgeräte (Herde, Waschmaschinen, Trockner,
Spülmaschinen und Bildschirmgeräte/Monitore) werden nach Terminvereinbarung separat bei
den Abfallerzeugern abgeholt. Weiterhin kann sämtlicher Elektronikschrott, d.h. Elektrogroß -
und -kleingeräte sowie Kühlschränke aus privaten Haushalten, am Recyclinghof des EAD abg e-
geben werden.
Die Organisation der Verwertung inkl. der Koordinierung der Sammelbehälter und der Altger ä-
te-Abholung bei den örE e rfolgt über die „stiftung elektro -altgeräte register“ (EAR) mit Sitz in
Fürth (Bayern). Sie ist die „Gemeinsame Stelle der Hersteller“ im Sinne des Elektro - und Elekt-
ronikgerätegesetzes (ElektroG [8]). Sie wurde im Zuge der Umsetz ung der EU -Richtlinie zur
Reduktion der zunehmenden Mengen an Elektronikschrott aus nicht mehr benutzten Elektro -
und Elektronikgeräten (WEEE -Richtlinie [9]) in nationales Recht von Herstellern gegründet.
Operative Tätigkeiten wie die Elektro-Altgeräte-Rücknahme und -Entsorgung oder Logistik, Sor-
tierung, Demontage und Recycling, nimmt die EAR nicht wahr. Hierfür sind die Hersteller seit
dem 24. 03.2006 selbst verantwortlich. Die Elektro -Altgeräte-Sammlung erfolgt durch die
Kommunen, für Darmstadt durch den EAD. Für die Entsorgung gewerblicher Mengen stehen
dem EAD zertifizierte Betriebe als Entsorgungspartner zur Verfügung.
Von 2014 bis 2016 wurden Elektroaltgeräte vom EAD selbstständig vermarktet. Seit 2017 ist
diese Tätigkeit besc hränkt auf Groß - und Kleingeräte. Die Vermarktung von Bildschirm - und
Kühlgeräten erfolgt seitdem über die Gemeinsame Stelle. Die Vorgabe n zur Optierung sta m-
men aus dem oben erwähnten ElektroG [8].
Die Mengen an Elektronikschrott steigen tendenziell leicht an ( Abbildung 12). Gleiches gilt für
das Pro-Kopf-Aufkommen.
Abbildung 12: Elektronikschrott aus Privathaushalten und Kleingewerbe.
-
1
2
3
4
5
6
7
8
-
200
400
600
800
1.000
1.200
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Pro-Kopf-Aufkommen
Gesamtmenge
[to] [kg/Ea]
32
6.2.7 Sonderabfall-Kleinmengen
„Kleinmengen gefährlicher Abfälle” (Sonderabfall -Kleinmengen) aus Privathaushalten und a n-
deren Herkunftsbereichen können bei der Sammelstelle für Kleinmengen gefährlicher Abfälle
des EAD zu den Öff nungszeiten sowie bei der zweimal jährlich angebotenen mobilen Schad-
stoffsammlung abgebeben werden. Mengen aus anderen Herkunftsbereichen jedoch nur, wenn
dort bis 500 kg gefährlicher Abfälle pro Betrieb und Jahr anfallen.
Für den Berichtszeitraum ist ein kontinuierlicher Anstieg der Sonderabfall -Kleinmengen und
des dazugehörigen Pro -Kopf-Aufkommens zu verzeichnen ( Abbildung 13). Zurückzuführen ist
dies zum einen auf gestiegene Einwohnerzahlen, zum anderen auf das gestiegene Umweltb e-
wusstsein der Bürger innen und Bürger sowie die intensive Nutzung der angebotenen Abgab e-
möglichkeiten.
Abbildung 13: Sonderabfälle inkl. AIV-Holz, Asbest und Mineralwolle aus Privathaushalten und Klein-
gewerbe.
-
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
-
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Pro-Kopf-Aufkommen
Gesamtmenge
[to] [kg/Ea]
33
6.2.8 Beseitigte Abfälle
Etwa 0,16 % (= 157 Tonnen) der Abfälle werden auf Deponien durch Ablagerung beseitigt, da
in diesen Fällen eine Substitution von Rohstoffen aufgrund der stoffliche n Eigenschaften nicht
erfolgen kann, für die zu gewinnenden (Sekundär)-Stoffe kein Markt vorhanden ist und sie nicht
verbrannt werden dürfen.
34
7 Abfallzusammensetzung und Wertstoffpotenzial
7.1 Abfallzusammensetzung
In der nachfolgenden Abbildung 14 sind die durchschnittlichen Sammelmengen pro Einwohner
für das Jahr 2016 (kg/Ea) für die wichtigsten Abfallfraktionen nur aus Privathaushalten darg e-
stellt (vgl. Tabelle 11 und Tabelle 12 im Anhang).
Abbildung 14: Zusammensetzung des Abfalls aus Privathaushalten, dargestellt nach Abfallfraktionen
in kg/Ea und als Anteil in % der Gesamtmenge im Jahr 2016.
Der Anteil des Restabfalls an den gesamten Abfällen aus Privathaushalten beträgt 37,7 %. Dies
entspricht einer pro Kopf erzeugten Abfallmenge von 149 kg pro Einwohner und Jahr. Im Ve r-
gleich zum Jahr 2010 (vgl. Abfallwirtschaftskonzept 2012 der Stadt Darmstadt [21]) wurde der
Restabfallanteil um etwa 3 % reduziert. Damit wurde in Darmstadt bereits im Jahr 2016 die im
aktuellen Abfallwirtschaftsplan Hessen für das Jahr 2 025 definierte Zielgröße von 150 kg/Ea
erreicht [22].
Bei der zweithäufigsten Abfallfraktion, dem Bioabfall, kann eine deutliche Steigerung um be i-
nahe 5 % festgestellt werden. Das Pro -Kopf-Aufkommen hat sich um knapp 10 kg/Ea erhöht.
Gemäß den Vorgaben des Abfallwirtschaftsplans ist als Zielgröße für das Jahr 2025 ein Pro -
Kopf-Aufkommen für Abfälle aus der Biotonne von 110 kg/Ea definiert worden. Die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt ist auf gutem Weg, dieses Ziel zu erreichen.
Für die Abfallfraktionen E-Schrott, Sperrmüll und Wertstoffe können leichte Erhöhungen festge-
stellt werden. Die Zielgröße des Abfallwirtschaftsplans für E-Schrott (10 kg/Ea) bzw. Sperrmüll
(25 kg/Ea) wird zurzeit noch nicht erreicht. Für Wertstoffe gibt es im Abfallwirtschaftsplan kei-
ne direkte Entsprechung, so dass ein Vergleich der Zielgröße entfällt.
Die Anteile von Altglas, Alttextilien und Sonderabfällen am Gesamtabfallaufkommen sind ko n-
stant geblieben.
Restabfall
149 kg/Ea
37,7%
Sperrmüll
32 kg/Ea
8,0%
E-Schrott
6 kg/Ea
1,6%
Altpapier
55 kg/Ea
13,9%
Altglas
21 kg/Ea
5,4%
Wertstoffe
27 kg/Ea
6,8%
Alttextilien
4 kg/Ea
1,0%
Bioabfälle
100 kg/Ea
25,3%
Sonderabfälle
1 kg/Ea
0,3%
35
7.2 Sortieranalysen
Im Auftrag des EAD wurden im Herbst/Winter 2016 durch die Firma SHC Sabrowski -Hertrich-
Consult GmbH verschiedene, repräsentative Sortieranalysen im Darmstädter Stadtgebiet
durchgeführt. Ziel der Analyse n war es, die masse - und teilweise auch volumenbezogene Z u-
sammensetzung der (hoheit lich) eingesammelten Abfälle festzustellen. Dabei wurden die
Restabfall-, die Altpapier- und die Wertstofftonne stichprobenartig untersucht.
Die ausgewählten Straßenzüge wurden im Rahmen der Analyse n verschiedenen Siedlung s-
strukturtypen zugeordnet:
Hochhausbebauung (ca. 8 %)
Innenstadt/Mehrfamilienhäuser (ca. 54 %)
Stadtrand/1-2 Familienhäuser (ca. 38 %).
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass in der Wissenschaftsstadt Darmstadt noch nicht
das gesamte Wertstoffpotenzial ausgeschöpft wird. Je nach Siedlungsstruktur kommt es häufig
zu Fehlwürfen, die dazu führen, dass verwertbare Abfallbestandteile nicht ihrer ordnungsg e-
mäßen Entsorgung zugeführt werden. Ein hohes Verbesserungspoten zial besteht v.a. bei den
Strukturtypen Hochhaus - und Innenstadtbebau ung. Hier sollte mit geeigneten Maßnahmen
dafür gesorgt werden, dass sich die Entsorgungsdisziplin der Bevölkerung erhöht.
Im Kapitel 7.3 werden die Ergebnisse diese Untersuchung erneut aufgegriffen, um anhand e i-
ner Poten zialanalyse festzustellen, wie hoch das Entsorgungspoten zial für die unterschied -
lichen Abfälle im Darmstädter Stadtgebiet ist.
Die aus der Sortierung gewonnenen Erkenntnisse werden im Nachfolgenden detaillierter darge-
stellt.
Restabfalltonne [23]
Im Zuge der Abfallsortieranalysen wurden die folgenden Stoffgruppen separiert:
Papier/Pappe/Kartonage (PPK)
Kunststoffe
Verbundverpackungen
Glas
FE-Metalle
NE-Metalle
Kompostierbare Stoffe
Altholz
Hygieneprodukte
Elektronikschrott
Sonderabfallkleinmengen (Batterien, Energiesparlampen, Chemikalien)
Textilien
Inertes Material (z.B. Porzellan, Bauschutt, Fliesen)
Anderweitig nicht genannte Stoffe (z.B. Leder, Kork, Fahrzeugteile)
Mittelmüll (Fraktionen ≥10 - ≤ 40 mm)
Feinmüll [Fraktionen < 10 mm).
36
Die wichtigsten Ergebnisse sind (vgl. Abbildung 15):
Die spezifische Hausmüllmenge ist beim Strukturtyp Hochhausbebauung und im I n-
nenstadtbereich überdurchschnittlich hoch (218 kg/Ea bzw. 187 kg/Ea). Hier besteht
ein hohes Hausmüllentfrachtungspotenzial. Die Ergebnisse für den Stadtrand sind d a-
gegen sehr gut (123 kg/Ea).
Auch im Bereich der spezifischen Menge von organischen Abfällen im Restabfall zeigt
sich ein ähnliches Bild. Der Anteil ist bei den Hoch - und Mehrfamilienhäusern eindeutig
zu hoch, bei den 1-2 Familienhäusern relativ gering.
Der Behälterfüllgrad liegt zwischen 82 % (1-2 Familienhäuser) und 99 % (Hochhäuser).
Die Behälter sind gut ausgelastet.
Die Hausmülltonne der Strukturgebiete Hochhausbebauung und Mehrfamilienhäuser
setzt sich nur aus einem knappen Viertel aus tatsächlichem Restmüll zusammen. D.h.
etwa 75 % der Abfälle in der Restmülltonne sind verwertbare Abfallbestandteile (v.a.
organische Stoffe, Verpackungen, sonstige Wertstoffe), die eigentlich anderweitig en t-
sorgt werden müssten. Bei den 1 -2 Familienhäusern liegt der Anteil immerhin bei etwa
50 %.
Positiv ist zu vermerken, dass seit der letzten Sortieranalyse im Jahr 2011 der Anteil
an o.g. Verwertungsabfällen teilweise bereits erheblich reduziert werden konnte [24].
Der Anteil an Sonderabfallkleinmengen erreicht in allen Strukturgebieten mit einem ext-
rem niedrigen Wert ein vorbildliches Ergebnis.
Abbildung 15: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Restmülltonne für die jeweiligen Strukturtypen
und die Wissenschaftsstadt Darmstadt.
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Hochhausbebauung
Innenstadt/Mehrfamilienhäuser
Stadtrand/1-2 Familienhäuser
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Verpackungen
Organik
Sonstige Wertstoffe
Restabfälle
37
Wertstofftonne [25]
Die Wertstofftonne wurde zum 01.01.2014 in der Wissenschaftsstadt Darmstadt eingeführt.
Über die Wertstofftonne sollen sowohl Leichtverpackungen als auch stoffgleiche Nichtverp a-
ckungen erfasst werden.
Es wurden die folgenden Stoffgruppen bei der Sortieranalyse berücksichtigt:
Leichtverpackungen (LVP)
Stoffgleiche Nichtverpackungen (aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterial)
Sonstige Wertstoffe (Glas, PPK, Druckerzeugnisse)
Bioabfälle
Restabfälle.
Dabei wurden primär die nachfolgenden Ergebnisse erzielt (vgl. Abbildung 16):
Den größten Anteil in der Wertstofftonne bilden die LVPs (44 %), gefolgt von den son s-
tigen Wertstoffen (ca. 21 %). Stoffgleiche Nichtverpackungen (ca. 17 %), Restabfälle
(13 %) und Bioabfälle (5 %) bilden den übrigen Input in den Wertstoffbehältern.
Die Wertstofftonne enthält, v.a. beim Strukturtyp Hochhausbebauung, in großer Anzahl
Fehlwürfe in Form von Restabfällen. Beim Strukturtyp Innenstadt wird der geringste
Wert (lediglich ca. 44 %) für die Abfälle Leichtverpackungen und stoffgleiche Nichtve r-
packungen erreicht. Andere Abfälle, die eigentlich über andere Entsorgungswege ve r-
wertet/beseitigt werden sollen, bilden den hauptsächlichen Input. Deutlich bessere E r-
gebnisse werden im Stadtrandgebiet erreicht.
Die Störstoffquote variiert demnach stark innerhalb der Strukturtypen (Hochhausb e-
bauung: 42 %, Mehrfamilienhäuser: 57 %, 1-2 Familienhäuser: 21 %).
Das Volumen der Abfallbehälter wird abhängig vom Strukturtyp unterschiedlich in A n-
spruch genommen: Mehrfamilien- und Hochhäuser nutzen die Behälter zu etwa 80 %;
1-2 Familienhäuser schöpfen dagegen das Behältervolumen nahezu vollständig aus
(> 95 %).
Die Stoffgruppen Leichtverpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen werden von
der Fraktion Kunststoff bzw. Kunststoffverpackungen dominiert.
Abbildung 16: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Wertstofftonne für die jeweiligen Strukturtypen
und die Wissenschaftsstadt Darmstadt.
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Hochhausbebauung
Innenstadt/Mehrfamilienhäuser
Stadtrand/1-2 Familienhäuser
Wissenschaftsstadt Darmstadt Leichtverpackungen
Stoffgleiche
Nichtverpackungen
Wertstoffe
Bioabfälle
Restabfälle
38
In Verbindung mit den Ergebnisse n aus der Hausmüllanalyse (s.o.) wurden für alle drei Stru k-
turgebiete zusätzlich Getrennterfassungsquoten für unterschiedliche Abfälle ermittelt:
Beim Bebauungstyp Innenstadt werden weniger als ein Viertel der LVP -Abfälle (korrekt)
über die Wertstofftonne entsorgt. Beim Strukturtyp Hochhausbebauung fällt das Ergeb-
nis mit etwa 30 % ähnlich (schlecht) aus. Lediglich die 1 -2 Familienhäuser weisen eine
gute Getrennterfassungsquote von etwa 67 % auf.
Bei den stoffgleichen Nichtverpackungen zeichnet sich ein ähn liches, teilweise sogar
schlechteres Bild ab. Im innerstädtischen Bereich werden weniger als ein Sechstel (e t-
wa 15 %) der genannten Abfälle über die Wertstofftonne entsorgt. Bei den anderen be i-
den Strukturtypen fallen die Ergebnisse zwar deutlich besser au s (ca. 42 % bei der
Hochhausbebauung bzw. ca. 46 % bei den 1 -2 Familienhäusern), liegt damit aber
trotzdem noch nicht in einem zufriedenstellenden Bereich.
Altpapiertonne [26]
Im Rahmen der Sortieranalyse wurden die folgenden Stoffgruppen unterschieden:
Verkaufsverpackungen
Transport-/Umverpackungen
Kommunales Altpapier (Zeitungen, Illustrierte, Werbung, Büropapiere, Kataloge,
Bücher, sonstige PPK)
Unerwünschte Stoffe.
Die Sortieranalyse kommt im Wesentlichen zu den folgenden Ergebnissen (vgl. Abbildung 17,
Abbildung 18):
Der Anteil der une rwünschten Stoffe ist beim Strukturtyp Hochhausbebauung am
höchsten; hier besteht ein erhebliches Verbesserungspotenzial. Für das gesamte Stadt-
gebiet ergibt sich nur eine befriedigende Störstoffquote.
Eine vorbildliche Getrennterfassungsquote wird nur bei den 1 -2 Familienhäusern e r-
reicht. Die Ergebnisse für die Mehrfamilien - bzw. Hochhäuser liegen deutlich darunter
und sind verbesserungswürdig.
Je nachdem, ob die einzelnen Stoffgruppen masse - oder volumenbezogen betrachtet
werden, stellen sich die Ergebniss e für die jeweiligen Gruppen recht unterschiedlich
dar. Beim massebezogenen Ansatz stellt das kommunale Altpapier deutlich die höchste
Fraktion dar (ca. 89 %). Der übrige Anteil entfällt auf Material, das den Dualen Syst e-
men (DSD) zusteht. Beim volumenbezogenen Ansatz verschieben sich die Anteile so,
dass der örE-Anteil nur noch etwa 75 % beträgt und der DSD -Anteil auf etwa 25 % a n-
steigt. Die Betrachtung dieser Fragestellung ist hinsichtlich der Aufteilung der Entso r-
gungskosten zwischen den beiden Abfallwirtschaftsbeteiligten interessant. Auf der
Grundlage dieser Ergebnisse könnte eine Neubewertung der entsprechenden Koste n-
übernahmen erfolgen.
39
Abbildung 17: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Altpapiertonne für die jeweiligen Strukturtypen
und die Wissenschaftsstadt Darmstadt (massebezogener Ansatz).
Abbildung 18: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Altpapiertonne für die jeweiligen Strukturtypen
und die Wissenschaftsstadt Darmstadt (volumenbezogener Ansatz).
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Hochhausbebauung
Innenstadt/Mehrfamilienhäuser
Stadtrand/1-2 Familienhäuser
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Verkaufsverpackungen
Transport-/
Umverpackungen
Kommunales
Altpapier (örE)
Unerwünschte Stoffe
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Hochhausbebauung
Innenstadt/Mehrfamilienhäuser
Stadtrand/1-2 Familienhäuser
Wissenschaftsstadt Darmstadt Verkaufsverpackungen
Transport-/
Umverpackungen
Kommunales
Altpapier (örE)
Unerwünschte Stoffe
40
7.3 Wertstoffpotenzial
Die in Kapitel 7.2 beschriebenen Sortieranalysen zeigen ein erhebliches Potenzial zur Reduzie-
rung von Restabfällen und zur Erhöhung des Anteils verwertbarer Stoffe auf. I n nachfolgender
Abbildung 19 sind die theoretisch maximal aus Restabfall - und Wertstofftonne abschöpfbaren
Wertstoffmengen dargestellt.
Abbildung 19: Theoretisch abschöpfbare Wertstoffmenge aus Restabfall- und Wertstofftonne.
Erfahrungsgemäß lassen sich durch die in Kapitel 9 aufgeführten Maßnahmen zwischen 30
und 40 % der nicht korrekt entsorgten Wertstoffe in die richtigen Entsorgungsbahnen lenken.
Je stärker sich die Bevölkerung den Gedanken der Abfalltrennung zu Eigen macht und die Be-
hälter ordentlich befüllt, desto stabiler können die Abfallgebühren gehalten werden.
Verpackungen
Bioabfälle
PPK
Glasabfälle
Stoffgleiche Nichtverpackun-
gen
Thermische Verwertung
Restabfalltonne
26.464 t
Wertstofftonne
4.064 t
1.792 t
208 t
768 t
64 t
688 t
544 t
2.624 t
8.544 t
2.416 t
1.904 t
2.944 t
8.032 t
41
8 Abfallwirtschaftliche Prognosen und Ziele
8.1 Notwendigkeit der Abfallbeseitigung
Unter der Beachtung des Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der
umweltverträglichen Sicherung der Bewirtschaftung von Abfällen (KrWG) sind Abfälle, die nicht
mehr verwertet werden können, nach § 15 so zu beseitigen, dass das Wohl der Allgemeinheit
nicht beeinträchtigt wird [2].
Nach gegenwärtigem Stand [27] werden bundesweit 68,9 % der haushaltstypischen Sie d-
lungsabfälle im Rahmen der Abfallhierarchie stofflich verwertet. 30,7 % aller aus Haushalt -
ungen stammenden Abfälle werd en als Restabfall durch thermische Verwertung zur Energie -
erzeugung genutzt.
Weiterhin ist es sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft oberstes Ziel, den Anteil
an Abfällen zur Beseitigung bzw. zur thermischen Verwertung durch verschiedene Maßnahmen
(vgl. Kapitel 9) kontinuierlich zu senken.
8.2 Entsorgung von Abfällen in der Region
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die benachbarte Region sind mit Entsorgungsanlagen
gut ausgestattet. Der größte Teil aller Abfälle kann in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und
der näheren Umgebung direkt entsorgt werden. Somit ist der Vorrang der ortsnahen Entso r-
gung in der Region gewährleistet.
Neben der ortsnahen Entsorgung ist die Wirtschaftlichkeit der Verwertung von Abfällen ein
wichtiger Aspekt, der seit der Einführung des KrWG an Bedeutung gewonnen hat. Nur in Au s-
nahmefällen werden einige Abfälle speziellen Verwertungs- und Recyclinganlagen außerhalb
der Region zugeführt (z.B. Mineralwolle, asbesthaltige Baustoffe). Für andere Abfallarten sind
Entsorgungsanlagen durch die Rücknahmesysteme vorgegeben. Dies trifft zum Beispiel auf die
Verwertung von Kühlschränken, Nachtspeicheröfen, Leuchtstoffröhren und Batterien zu.
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt anfallende Abfälle werden nicht ins Ausland verbracht.
42
8.3 Bewertung der Entsorgungssituation
Ziel des KrWG ist , die Menge an Sekundärrohstoffen deutlich zu erhöhen, um so durch Recy c-
lingverfahren dem Rohstoffverbrauch entgegen zu wirken, die Umwelt zu schonen und eine
drohende Rohstoffverknappung zu vermeiden [2].
8.3.1 Papier, Pappe, Kartonage (PPK)
Die in Darmstadt eingesammelten PPK-Mengen werden zu Marktpreisen an Dritte veräußert.
Die hierdurch erzielten Erträge stützen die Abfallgebühren. Das Mengenaufkommen wird de r-
zeit gekennzeichnet durch einen kontinuierlichen Rückgang der drucktechnischen Erzeugnisse
aufgrund der zunehmenden Medienpräsenz im Internet. Durch den Internethandel steigt
gleichzeitig der Anteil der Transportverpackungen , sodass in der Summe zukünftig wenig er
hochwertige graphische Papiere eingesammelt werden können. Das zu leerende Behältervol u-
men nimmt zu, während die Menge abnimmt. Dies führt zu steigenden Logistikkosten bei a b-
nehmenden Erlösen. Die Ertragssituation hängt im Wesentlichen von der starken Volatilität des
Marktpreises ab. Es muss damit gerechnet werden, dass die Einnahmen aus der Papierve r-
marktung sich mittelfristig rückläufig entwickeln könnten.
8.3.2 Organische Bestandteile
Neue gesetzliche Anforderungen durch die Düngemittelverordnung (DüMV [28]) werden den
zukünftigen Absatz von Kompost beeinflussen. Durch ein zeitweiliges Düngeverbot im Winter
und die Einführung von Kompost -Maximalmengen, die zukünftig auf landwirtschaftlichen Fl ä-
chen aufgebracht werden dürfen, wird es schwieriger werden, den kontinuierlichen Vertrieb des
Komposts zu steuern. Der EAD wird hier einerseits neue Vertriebsw ege für den Kompost e r-
schließen, andererseits aber auch die Erzeugung neuer Produkte in den Leistungskatalog auf-
nehmen müssen. Hierzu wird in diversen Kooperationsprojekten mit Hochschulen und privaten
Partnern nach wirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten gesucht sowie deren Marktchancen
analysiert.
8.3.3 Verkaufsverpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist auf Grund des KrWG [2] bzw. der Verpackungsveror d-
nung (VerpackV [29]), die ab 01.01.2019 durch das Verpackungsgesetz (VerpackG [8]) ersetzt
wird, an einem Rücknahme system der Dualen Systeme für lizensierte Verkaufsverpackungen
beteiligt. Verkaufsverpackungen werden u.a. von privaten Haushalten beim Kauf von Produkten
erworben (z.B. Umverpackungen) und anschließend mit anderen Verpackungen, Folien, Kuns t-
stoffen, etc. in den Altglascontainern sowie in den Papier- und Wertstofftonnen entsorgt.
Das Rücknahmesystem regelt im Wesentlichen die Verwertung solcher Verkaufsverpackungen.
Ziel des Rücknahmesystems ist es, die gesammelten Verkaufsverpackungen nicht einfach zu
deponieren oder zu verbrennen, sondern einem Recycling, also einer Verwertung bzw. Wiede r-
verwendung zuzuführen. Hierzu schafft der Gesetzgeber Verwertungsquoten, die es zu erfüllen
gilt. Über die Einhaltung der Quoten wachen die zuständigen Aufsichtsbehörden.
43
In der Praxis wird das Rücknahmesystem von insgesamt zehn Dualen Systemen selbständig
betrieben (siehe Kapitel 4.2.2).
Durch die Leerung von Papier - und Wertstofftonnen sowie der Glasbehälter in der Wisse n-
schaftsstadt Darmstadt werden die oben beschriebenen Verkaufsverpackungen in den Mül l-
sammelgefäßen mit eingesammelt. Anforderungen wie z.B. die Häufigkeit und Art der Ei n-
sammlung werden u.a. mit Hilfe ein er Abstimmungsvereinbarung zwischen der Wissenschaft s-
stadt Darmstadt und den Dualen Systemen, die hierfür einen Ausschreibungsführer benennen,
geschlossen. Die Abstimmungsvereinbarung enthält Werte und Regularien die u.a. auch Teil
des Abfallwirtschaftskonzepts der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind.
44
8.4 Prognosen
Nachfolgend wird für verschiedene Abfallarten die Mengenentwicklung für die Jahre 2020 und
2025 prognostiziert. Dies geschieht unter Berücksichtigung der Mengenentwicklung in der
Vergangenheit, des unterstellten Bevölkerungswachstums und den zu erwartenden abfallrech t-
lichen Rahmenbedingungen sowie den Ergebnissen der im Jahr 2016 durchgeführten Sortie r-
analysen (Kapitel 7.2).
Tabelle 7: Prognose der Mengenentwicklung der Abfallarten für die Jahre 2020 und 2025 in Tonnen
(*bis 2013 nur Abfälle aus Gelbem Sack).
Jahr 2005 2010 2015 2020 2025
Restabfall 27.001 26.423 28.351 29.489 29.861
Bioabfall 12.744 13.146 14.304 16.070 16.398
Altpapier 11.747 10.525 8.880 8.615 8.630
Wertstoffe* 3.148 3.253 3.949 4.804 4.660
Sperrmüll 5.989 5.802 6.093 6.461 6.732
Bevölkerung 140.562 144.402 155.353 165.669 172.606
Tabelle 8: Prognose der einwohnerspezifischen Mengenentwicklung der Abfallarten für die Jahr 2020
und 2025 in kg/Ea (*bis 2013 nur Abfälle aus Gelben Sack).
Jahr 2005 2010 2015 2020 2025
Restabfall 192 183 182 178 173
Bioabfall 91 91 92 97 95
Altpapier 84 73 57 52 50
Wertstoffe* 22 23 25 29 27
Sperrmüll 43 40 39 39 39
Bevölkerung 140.562 144.402 155.353 165.669 172.606
45
8.5 Ziele
8.5.1 Umsetzungsstand der Ziele des Abfallwirtschaftskonzepts 2012
Der Erfolg der Abfallbewirtschaftung durch den örE wird gemessen an der Umsetzung der Zi e-
le, die im letzten Abfallwirtschaftskonzept festgeschrieben wurden. In der Fortschreibung des
Abfallwirtschaftskonzeptes von 2012 [21] wurden insgesamt elf Ziele und Leitlinien festgelegt
(Tabelle 9).
Die Beurteilung der Umsetzung der Ziele erfolgt anhand der folgenden Kriterien:
– Ziel nicht erreicht
O Ziel erreicht oder nicht erreicht, weil durch veränderte Rahmenbedingungen nicht mehr
notwendig zu erreichen
+ Ziel erreicht, Steigerung durch weitere Maßnahmen möglich
++ Ziel erreicht, für Kontinuität muss weiterhin gesorgt werden
Tabelle 9: Fortschreibung der Ziele und Leitlinien der Abfallwirtschaftskonzeption der Wissenschafts-
stadt Darmstadt aus dem Jahr 2012.
Ziele/Leitlinien bis 2015/2020
Umsetzung
bis 2016 Umgesetzte Maßnahmen
1
Die Abfallvermeidung wird durch die Beratung und
Öffentlichkeitsarbeit weiter gefördert +
Müllinchen-Kampagne,
Informationsschriften,
Faltblätter
2
Die Abfallverwertung soll durch die Kundenfreundlich-
keit der Sammelsysteme gefördert werden. So wird
gewährleistet, dass die Kunden weiterhin ihre Abfälle
trennen und eine hohe Menge separat gesammelter
Abfälle der Verwertung zugeführt werden kann +
Wertstofftonne eingeführt,
Vollservice-Angebote
3
Für die Entsorgung der Abfälle wird die jeweils unter
ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien sinnvollste
Form der Entsorgung gewählt. Dazu wird u.a. die Ko-
operation zwischen südhessischen Nachbarstädten
und -kreisen fortgesetzt, mit dem Ziel, nahe gelegene
Entsorgungsanlagen optimal auszunutzen – *
Kooperationsversuch mit
Landkreis Darmstadt-
Dieburg (AZUR-Projekt)
4
Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Entsorgungs-
dienstleistungen des EAD sollen weiter gesteigert und
gesichert werden +
Permanente Tourenopti-
mierung
5
Der Ausbau eigener Anlagen zur Behandlung von Abfäl-
len, um damit Erlöse aus der Vermarktung von Verwer-
tungsabfällen erwirtschaften zu können, ist kontinuier-
lich zu entwickeln O **
6
Der Stoffstrom der Restabfälle ist unter Einbeziehung
von Mengen aus der Gelben-Sack-Sammlung und den
sogenannten „stoffgleichen Nichtverpackungen“ einem
dreiteiligen Prozess zu unterziehen: Wertstoff-
erfassung/Wertstoffsortierung/Wertschöpfung durch
Verkauf der Sekundärrohrstoffe einhergehend mit der
Rückführung der Sortierreste zur thermischen Verwer-
tung ++
46
7
Es werden Zielmengen für die einzelnen Abfallarten
angestrebt, die weitestgehend den Prognosedaten im
Kapitel 8.4 entsprechen. Durch die im nachfolgenden
Kapitel vorgestellten Maßnahmen soll die Abfallwirt-
schaft in der Form weiterentwickelt werden, dass Ab-
fälle noch stärker als Wertstoff begriffen werden +
8
In den Mittelpunkt der Maßnahme rücken hier folgen-
de Abfälle:
Abfälle zur Beseitigung: Reduktion auf 35 % des Ge-
samtabfallaufkommens und Überprüfung im Hinblick
auf etwaige veränderte gesetzliche Vorgaben im Jahr
2016 O Reduktion auf 39 %
Papier, Pappe, Kartonage (PPK): Steigerung der Erfas-
sungsmenge insgesamt um 10 % (inkl. des 40 %-
Anteils aus Restabfall) O
Biologisch abbaubare Abfälle: Steigerung um 30 % +
Speiseabfälle gestiegen,
Öffentlichkeitsarbeit
Elektronikschrott: Die Sammelmenge soll deutlich
über den bisher erreichten Wert von 5,8 kg/Ea gestei-
gert werden ++
Leichtstoffverpackungen (LVP): Erhöhung der Erfas-
sungsmenge und zeitgleiche Vermeidung der Entsor-
gung als Restabfall durch Veränderung des Sammel-
systems. Die Erhöhung der Wertstofferfassung z.B.
durch Einführung einer „kommunalen Wertstofftonne“
birgt gleichzeitig ein großes Potenzial für die Reduzie-
rung des Restabfalls und damit der Abfälle zur Besei-
tigung ++
* Kooperationsversuche mit der AZUR GmbH und der biolog GmbH konnten nicht zu dem g e-
wünschten Erfolg geführt werden.
** Verzögerung des Umbaus der Kompostierungsanlage aufgrund komplexer Planungsanford e-
rungen.
47
8.5.2 Ziele für das Jahr 2023
Gemäß § 8 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Kreislaufwirtscha ftsgesetz (HAKrWG [3])
sind AWK alle sechs Jahre zu aktualisieren. Demzufolge hat eine Revision des Abfallwir t-
schaftskonzepts der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Jahre 2023 zu erfolgen.
Um eine gemäß den Anforderungen des KrWG ök onomisch und ökologisch funktionierende
Abfallwirtschaft zu erhalten und zu optimieren, werden nachfolgend (Tabelle 10) Ziele für das
Jahr 2023 gesetzt, zu denen im K apitel 9 konkrete Maßnahmen formuliert werden. Ziele des
AWK 2012, die bei der Bewältigung der abfallwirtschaftlichen Pflichten des EAD von Nutzen
waren, werden bei behalten; neue Ziele werden den gesteigerten Ansprüchen durch das KrWG
gerecht und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des EAD.
Tabelle 10: Ziele für das Jahr 2023.
Ziele und Leitlinien bis 2023
1 Entwicklung von Abfallvermeidungskonzepten und -plänen durch Kommunen
2
Beratung von Betrieben mit Blick auf Potenziale zur Abfallvermeidung durch öffentliche Ei n-
richtungen
3 Förderung abfallvermeidender Produktdienstleistungssysteme
4 Förderung von Abfallentsorgungsstrukturen und -systemen, die die Abfallvermeidung fördern
5 Bildungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsbeteiligung zur Abfallvermeidung
6
Praktische Einführung und Umsetzung von nachhaltigen, ressourcenschonenden Abfallko n-
zepten an Schulen
7 Berücksichtigung abfallvermeidender Aspekte bei der öffentlichen Beschaffung
8
Abfallvermeidende Gestaltung von Veranstaltungen in öffentlichen Einrichtungen (Mehrweg
statt Einweg)
9 Unterstützung von Reparaturnetzwerken
10 Förderung der Wiederverwendung oder Mehrfachnutzung von Produkten (Gebrauchtwaren)
11 Stärkung des Aspekts Abfalltrennung zur Erhöhung des Anteils recycelbarer Stoffe
12 Zielgerichtete Entsorgung wilder Ablagerungen (Littering) aus dem öffentlichen Raum
13 Stärkung der Konkurrenzfähigkeit des EAD durch Erweiterung der Angebotspalette
14
Kontinuierliche Optimierung betrieblicher Abläufe, wie z.B. die Weiterführung des Qualität s-
management-Systems nach DIN ISO 9001, regelmäßige Zertifizierung als Entsorgungsfach-
betrieb (EfB) und ein reaktionsschnelles Reklamationsmanagement
15
Ausbau des Wettbewerbskriteriums „Qualität und Kundenzufriedenheit“ durch regelmäßige
Zertifizierungen, Qualitätssteigerungen und Kundenbefragungen
16
Steigerung der Effizienz der Sammelsysteme und der Einsammellogistik mittels kontinuierl i-
cher Optimierung der Instrumente für Tourenplanung sowie Personal- und Fahrzeugeinsatz
17
Einsatz von Unterflur - und Halbunterflursystemen zur Förderung der Lebensqualität (dem o-
graphischer Wandel) und Verbesserung der Stadtoptik
18
Präferenz kurzer Wege zu den Entsorgungsanlagen unter ökologischen und betriebswir t-
schaftlichen Gesichtspunkten, um effizientes und umweltbewusstes Handeln zu steigern
19
Erarbeitung von Konzepten zur Nutzung von Digitalen Systemen in der Müllabfuhr, z.B. Fül l-
standsensoren, bedarfsgerechte Leerung, „sprechende Mülltonne“, autonomes Fahren , Ver-
wendung digitaler Fahraufträge und Behälterinventarisierung
48
9 Maßnahmen und Strategien
In den nachfolgenden Unterkapiteln werden die Maßnahmen genannt, die der Erfüllung der in
Kapitel 8.5 genannten Ziele dienen.
9.1 Abfallvermeidung
Entwicklung von Abfallvermeidungskonzepten und -plänen durch Kommunen:
Entwicklung und Umsetzung von Beratungsangeboten zur Minderung des Restab -
fallaufkommens in Mehrfamilien- und Hochhäusern
Schaffung von Anreizen zur Verminderung des Behältervolumens in Mehrfamilien- und
Hochhäusern
Unterstützung der Beratungseinrichtungen von Wohnungsbaugesellschaften/
-verwaltungen im Hinblick auf Abfallvermeidung und -verwertung
Reduktion des Restabfalls mittels spezieller Leistungen für die Wohnungswirtschaft
(z.B. Service Plus Paket: Behälterstandplatzbetr euung, Komfortservice etc.) und
speziell Wohnungsbaugesellschaften/-verwaltungen mit hohem Anteil an Hochhäusern
Beratung von Betrieben mit Blick auf Potenziale zur Abfallvermeidung durch öffentliche Ei n-
richtungen:
Erstellung von Informationsbroschüren für Gewerbetreibende und Fortführung gezielter
Akquisitionsmaßnahmen zur Sicherung einer umweltgerechten Entsorgung vor dem
Hintergrund kurzer Entfernungswege und Nachhaltigkeit
Förderung abfallvermeidender Produktdienstleistungssysteme:
Förderung des Unverpackt-Gedankens
Reduzierung von Plastiktüten
Einsatz von Mehrwegbechern (Coffee to go) in Kantinen, Einzelhandel, Gastronomie
Stärkung des Mehrweggebots auf öffentlichen Flächen bei Veranstaltungen aller Art
Förderung von Abfallentsorgungsstrukturen und -systemen zur Abfallvermeidung:
Kontinuierliche Durchführung des Umwelt-Tages beim EAD
Förderung des Zero-Waste-Konzepts (Annäherung an die maximal zu vermeidenden Ab-
fallmengen)
Teilnahme an Europäischer Woche der Abfallvermeidung
Kontinuierliche Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EAD -Hotline in B e-
langen der Abfallberatung
Beibehaltung des Eigenkompostierer-Bonus
Schaffung von Anreizen zur Reduzierung der Behältergröße zur Aufnahme von Resta b-
fall in Privathaushalten bzw. Veranlassung der Aufstellung kleinerer Tonnen und/oder
Änderung/Erweiterung der Abfuhrrhythmen
49
Bildungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsbeteiligung zur Abfallvermeidung:
Permanente Aktualisierung des Internet -Auftritts, um den B ürgerinnen und Bürgern
aktuelle Entwicklungen und Informationen in Bezug auf Vermeidung und Verwertung
von Abfällen zur Verfügung zu stellen
Praktische Einführung und Umsetzung von nachhaltigen, ressourcenschonenden Abfallkonze p-
ten an Schulen:
Aktionen in Kindergärten u.ä. (Umweltpädagogik)
Müllsortierspiel
Bilanzierung des Abfallaufkommens für städtische Ämter sowie Schulen und Kindergä r-
ten als Grundlage für Beratungen hinsichtlich einer Reduktion des Restabfallaufko m-
mens
Berücksichtigung abfallvermeidender Aspekte bei der öffentlichen Beschaffung:
Aufnahme von verpackungsreduzierenden Anforderungen in die Zuschlagskriterien von
Ausschreibungen
9.2 Wiederverwendung
Abfallvermeidende Gestaltung von Veranstaltungen in öffentlichen Einrichtungen (Mehrweg
statt Einweg):
Stärkere Bewerbung der Geschirrmobile des EAD
Unterstützung von Reparaturnetzwerken:
Repair-Café-Projekte
Verstärkte Werbung für Reparaturmöglichkeiten im Stadtgebiet
Förderung der Wiederverwendung oder Mehrfachnutzung von Produkten (Gebrauchtwaren):
Steigerung der Erfassungsmengen von Alttextilien durch Aufstellen zusätzlicher Sa m-
melcontainer
Förderung von Mehrwegtragetaschen
Ausweitung der Sperrmüllsammlung
Anbieten eines Vollservices „Entrümpeln plus“ (Steigerung des Anteils wiederverwertba-
rer Abfälle)
Beteiligung an Sammel - und Rückgabeaktionen für gebrauchte Artikel zum Zweck der
Wiedereinschleusung von noch hinreichend intakten Waren bzw. funktionstüchtigen G e-
räten in den Second-Hand-Handel
Etablieren eines Gebrauchtwarenkaufhauses bzw. Kooperation mit dem Kaufhaus der
Gelegenheiten
Bekanntgabe/Empfehlung von Online -Tauschbörsen (z.B. Boden - und Bauschuttbörse
ALOIS) im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des EAD
50
9.3 Recycling
Stärkung des Aspekts Abfalltrennung zur Erhöhung des Anteils recycelbarer Stoffe:
Überwachung der Getrennthaltung und Verwertung von Abfällen
Nutzung von Werbeflächen auf Fahrzeugen des EAD als Infoflächen hinsichtlich Wer t-
stofftrennung und Restabfallvermeidung
Kontinuierliche Werbung für die erweiterten Servicezeite n und -angebote des Recy c-
linghofs
Aktualisieren einer Broschüre mit Abfallsatzung und Preisen inkl. Modellrechnungen,
die verdeutlichen, wie auch für Hochhaus - und Mehrfamilienhausbewohner durch G e-
trenntsammlung von Wertstoffen die Wohn-Nebengebühren gesenkt werden können
Ausdehnung der Öffentlichkeitsarbeit durch Veröffentlichung von Ergebnissen der So r-
tieranalyse 2016, insbesondere gerichtet an Hochhaus- und Mehrfamilienhausbewohner
mit Aufzeigen alternativer Entsorgungswege (Biotonne, Eigenkompostie rerbonus, Wert-
stoffsortierung) und das Potenzial der Restabfallminderung
9.4 Abfallverwertung
Zielgerichtete Entsorgung wilder Ablagerungen (Littering) aus dem öffentlichen Raum:
Unterstützung von Abfallsammelaktionen (z.B. Sauberhaftes Hessen, saubere Nac hbar-
schaft, Feuerwehren, Kindergärten und Grundschulen)
Schadstoffsammlung evtl. auch für gewerbliche Kleinmengen einführen
9.5 Beseitigung
Regelmäßige Überprüfung der Notwendigkeit der Beseitigung (Deponierung) von Abfällen, die
aus den in Kapitel 6.2.8 genannten Gründen nicht anders verwertet werden können.
51
10 Besondere Anmerkungen
10.1 Vermarktung von Wertstoffen
Dem örE obliegt die Entsorgung aller Abfälle aus privaten Haushalten. Diese hat kostendeckend
zu erfolgen und darf den Gebührenzahler nicht übermäßig belasten. Insofern ist es zwingend
erforderlich, sämtliche zu erzielenden Erlösmöglichkeiten aus der Vermarktung von Wertstoffen
auszuschöpfen. Die Herausnahme einzelner w erthaltiger Fraktionen aus dem Verantwortung s-
bereich der Wissenschaftsstadt Darmstadt und deren Überführung in die Zuständigkeit der
Privatwirtschaft führt dazu, dass Einnahmemöglichkeiten eingeschränkt werden bzw. gänzlich
entfallen.
Aus diesem Grund unterstützt die Wissenschaftsstadt Darmstadt Maßnahmen, die dazu be i-
tragen, die Hoheit über die Sammlung von Wertstoffen aus privaten Haushaltungen im kom-
munalen Bereich zu belassen.
10.2 Betrieb von Abfallwirtschaftsanlagen
Seit geraumer Zeit findet in der Abfallbranche eine Konsolidierung der Marktteilnehmer statt.
In hohem Maße werden Unternehmen durch wenige Wettbewerber aufgekauft. Dies führt mi t-
telfristig zu einer Oligopolisierung, die eine zukunftssichere Entsorgungsdienstleistung zu ver-
nünftigen und vertretbaren Preisen in Frage stellen wird.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird daher zur Sicherstellung einer nachhaltigen Entso r-
gung langfristig an den in Kapitel 3.2.5 aufgeführten Beteiligungen festhalten und sich darüber
hinaus, falls erforderlich, zusätzlich engagieren.
10.3 Vorbereitung Abstimmungsvereinbarung VerpackG (Rahmenvorgaben für
die Dualen Systeme)
Das Abfallwirtschaftskonzept stellt eine wichtige Basis für den reibungslosen Betrieb des
Rücknahmesystems dar und stellt für die zu verhandelnde Abstimmungsvereinbarung folgende
Forderungen.
Im Zuge der Einführung des neuen Verpackungsgesetzes (VerpackG [7]) zum 01.01.2019
müssen die aktuellen Abstimmungsvereinbarungen zwischen der Wissenschaftsstadt Dar m-
stadt und den Dualen Systemen überarbeitet werden. Folgende Punkte sind dabei zu beachten.
Allgemein:
1. Das Sammelsystem der Altglasdepotcontainer, Papier - und Wertstofftonnen erfolgt im
Holsystem.
2. Es ist gestattet, gemäß der aktuell geltenden Abfallsatzung, Behälter am Leerungstag
vom Standort zu holen und nach der Leerung wieder an den Standort zurückzustellen.
Die Behälter mit sog. Vollservice sowie der Einsatz eines Frontladers für Frontlader -
behälter sind entsprechend zu berücksichtigen.
52
3. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beabsichtigt, zusätzliche Unterflurstandorte (für
Wertstoff, Altglas und Papier) einzu richten. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bleibt
Eigentümerin der Unterflurstellplätze.
4. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird für die Nutzung des durch sie betriebenen
Wertstoffhofes bzw. Umschlagplatzes sowie für die Einsammlung zusätzlicher Ve r-
kaufsverpackungen aus dem öffentlichen Raum ein angemessenes Entgelt für die auf
die Dualen Systeme entfallende Menge, verlangen.
5. Es ist beabsichtigt, die Erfassung von Wertstoffen im Rahmen eines additiven Fläche n-
modells durchzuführen. Der von den Dualen Systemen beauftragte Entsorger erfasst in
einem Teilgebiet der Wissenschaftsstadt Darmstadt den Wertstoff, im übrigen Teil der
Wissenschaftsstadt Darmstadt werden die Mengen durch den kommunalen Entsorger –
dem EAD – erfasst. Die Größe der jeweiligen Te ilgebiete und die konkrete Umsetzung
der Einsammlung werden im Rahmen der Abstimmungsvereinbarung mit dem Au s-
schreibungsführer der Dualen Systeme im Einvernehmen abgestimmt.
6. Verpackungen der nachführend aufgeführten Fraktionen (LVP, PPK, Altglas), die a m
Recyclinghof der Wissenschaftsstadt Darmstadt von Privatpersonen angeliefert werden,
sollen in der Sammelmenge berücksichtigt werden.
7. In der Wissenschaftsstadt Darmstadt kommen Standardmüllbehälter in verschiedenen
Größen je nach Anzahl der Leerungen und dem Gewicht bzw. Volumen der Fraktion a b-
hängig vom Standplatz zum Einsatz.
Altglas:
1. Im Rahmen der Siedlungsentwicklung sind eingerichtete Standplätze mit Behältern
auszustatten und im Rahmen der abgestimmten Sammeltour zu entleeren.
2. Um eine möglichst effektive und umweltverträgliche Erfassung der Abfälle aus privaten
Haushalten sicherzustellen, müssen die Depotcontainer bei einer Neuaufstellung in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt mindestens die Richtlinien der aktuell gültigen Lär m-
schutzverordnung einhalten.
3. Im Rahmen des durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt gewonnenen Wettbewerbes
„Digitale Stadt“, den der Digitalverband Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Städte- und Gemeindebund initiiert hat, sollen in Teilgebieten der Wissenschaf tsstadt
Darmstadt Füllstandsmesssysteme in den Depotcontainern installiert werden.
4. Die Leerung erfolgt je nach Bedarf täglich bis 4 -wöchentlich sowie unverzüglich nach
Reklamation.
5. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt eine getrennte Erfassung aus W eiß-, Grün- und
Braunglas voraus. Diese soll in zunehmendem Maße über Unterflursysteme erfolgen.
Wertstoff:
1. In der Wissenschaftsstadt Darmstadt erfolgt eine einheitliche Wertstoffsammlung aus
Leichtverpackungen (LVP) und stoffgleichen Nichtverpackunge n (sNVP). Die Aufteilung
in LVP und sNVP und die damit zusammenhängende Zuständigkeit zwischen den Dua-
len Systemen und der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird vorab mit dem Ausschre i-
bungsführer und der Wissenschaftsstadt Darmstadt vereinbart.
2. Zur Sicherstellung der Aufteilung einer homogenen sowie repräsentativen Erfassung s-
menge zwischen den Dualen Systemen und der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird die
gesamte Erfassungsmenge aus dem im Auftrag der Dualen Systeme eingerichteten
Umschlagsplatz angeliefert u nd auf die D ualen Systeme und die Wissenschaftsstadt
Darmstadt aufgeteilt.
53
3. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird für die auf sie entfallende Menge eine entspr e-
chende Vereinbarung mit dem im Auftrag der Systembetreiber tätigen Umschlagsplat z-
betreiber treffen und die hiermit verbundenen Kosten unmittelbar mit dem Umschlag s-
platzbetreiber abrechnen.
4. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt spricht sich für einen 14 -tägigen Leerungsrhythmus
aus. Finden Leerungen häufiger als die vorgesehene Regelabfuhr statt, so ist dies gegen
eine Gebühr möglich.
5. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist bestrebt, über die Wertstofftonne einen möglichst
hohen Anteil an Wertstoffen (sNVP und andere erlösbringende Wertstoffe) zu sammeln.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird auf eine Öffnung der Wertstofftonne für weitere
Wertstoffe hinwirken.
6. Die Notwendigkeit von Gebührenanpassungen in Bezug auf sNVP werden je nach in
Kraft treten neuer Verordnungen bzw. aktueller Gesetzeslage in regelmäßigen Zeitab-
ständen geprüft.
PPK:
1. Es erfolgt eine gemeinsame Erfassung von Verpackungen und Nichtverpackungen aus
PPK im gesamten Stadtgebiet der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Mitbenutzung
des vorhandenen Sammelsystems und dessen Strukturen wird den Dualen Systemen
gegen ein angemessenes Entgelt eingeräumt.
2. Von der körperlichen Herausgabe eines PPK -Anteils wird abgesehen, da eine gemein-
same Verwertung mit den Dualen Systemen angestrebt wird. Die Dualen Systeme sollen
an dem Erlös beteiligt werden.
3. Sollten die Dualen Systeme ihren Herausgabeanspruch geltend machen, so kommt
zwischen den Dualen Systemen und der Wissenschaftsstadt Darmstadt keine Absti m-
mungsvereinbarung zustande. Sammlung und Verwertung finden dann auf kommunaler
Basis Anwendung. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt behält sich vor, die Zulassung der
Dualen Systeme auf Grund nichtvorhandener Flächendeckung in Frage zu stellen.
4. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt spricht sich für einen 14 -tägigen Leerungsrhythmus
aus. Finden Leerungen häufiger als die vorgesehene Regelabfuhr statt, so ist dies gegen
eine Gebühr möglich.
54
11 Anhang
Im Anhang sind die folgenden Dokumente zu finden:
Tabelle 11: Mengenentwicklung einzelner Abfälle zur Beseitigung (grau) und zur Ve r-
wertung (grün) aus privaten Haushalten und anderen Herkunftsbereichen in [to].
Tabelle 12: Einwohnerspezifische Mengenentwicklung einzelner Abfälle zur Beseitigung
(grau) und zur Verwertung (grün) aus privaten Haushalten und ande ren Herkunftsberei-
chen in [kg/Ea].
Tabelle 13: Auszüge aus dem Erhebungsbogen des Hessischen Statistischen Lande s-
amtes für das Jahr 2016.
55
Tabelle 11: Mengenentwicklung einzelner Abfälle zur Beseitigung (grau) und zur Verwertung (grün) aus privaten Haushalten und anderen Herkunftsbereichen
in [to].
Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Restabfall (priv. Haushalte) 26.632 26.146 26.197 26.044 26.152 25.163 24.546 24.448 23.713 23.859
Restabfall (US-Army) 1.698 966 198 199 193 124 98 94 66 37
Sperrmüll - - - - - - - - - -
Gewerbeabfälle (AzB) 7.419 7.561 7.398 7.451 6.762 6.301 6.698 6.440 6.479 6.768
Straßenkehricht 1.175 1.034 1.081 908 1.093 643 662 744 542 244
Sonderabfälle 68 93 100 100 97 106 101 126 163 185
Altpapier 11.725 11.397 10.647 10.525 10.516 10.160 9.783 9.458 8.880 8.801
Altpapier gewerblich 6.087 6.101 6.183 6.374 6.314 5.601 5.635 5.426 5.495 5.862
Altglas 3.378 3.754 3.537 3.096 3.306 3.312 3.297 3.385 3.355 3.414
Bioabfälle 13.406 13.307 13.731 13.146 13.923 13.584 13.836 15.242 14.304 16.020
Metalle (sep. Schrott-Einsammlung
bis Ende 2007 und RC-Höfe) 266 29 29 45 77 155 126 94 100 118
Metalle aus Containerdienst 773 822 712 1.337 702 496 622 651 760 748
LVP (Gelber Sack) 3.188 3.164 3.111 3.253 3.167 3.170 3.485 3.782 3.949 4.314
Holz 1.257 1.417 1.351 1.120 1.351 1.302 1.445 1.524 1.449 1.047
Sperrmüll zur Verwertung 6.155 5.962 5.873 5.811 5.819 5.264 5.208 5.028 5.293 5.044
Alttextilien 610 638 659 690 561 582 558 588 616 615
Eingesammelter Elektronikschrott
aus Haushaltungen (und Gewerbe
ab 2012) 762 778 869 824 768 768 843 909 1.064 1.014
Straßenkehricht/Sinkkästenabfälle 2.336 2.124 2.783 3.688 3.353 2.722 2.844 2.696 2.835 2.622
Summe aller Abfälle 86.935 85.293 84.460 84.611 84.154 79.454 79.786 80.637 79.062 80.710
56
Tabelle 12: Einwohnerspezifische Mengenentwicklung einzelner Abfälle zur Beseitigung (grau) und zur Verwertung (grün) aus privaten Haushalten und anderen
Herkunftsbereichen in [kg/Ea].
Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Restabfall (priv. Haushalte) 188,8 185,4 184,2 181,8 176,8 167,6 161,5 158,8 150,7 149,1
Restabfall (US-Army) 12,0 6,9 1,4 1,4 1,3 0,8 0,6 0,6 0,4 0,2
Sperrmüll - - - - - - - - - -
Gewerbeabfälle (AzB) 52,6 53,6 52,0 52,0 45,7 42,0 44,1 41,8 41,2 42,3
Straßenkehricht 8,3 7,3 7,6 6,3 7,4 4,3 4,4 4,8 3,4 1,5
Sonderabfälle 0,5 0,7 0,7 0,7 0,7 0,7 0,7 0,8 1,0 1,2
Altpapier 83,1 80,8 74,9 73,5 71,1 67,7 64,4 61,4 56,4 55,0
Altpapier gewerblich 43,2 43,3 43,5 44,5 42,7 37,3 37,1 35,2 34,9 36,6
Altglas 23,9 26,6 24,9 21,6 22,3 22,1 21,7 22,0 21,3 21,3
Bioabfälle 95,0 94,4 96,5 91,8 94,1 90,5 91,1 99,0 90,9 100,1
Metalle (sep. Schrott-Einsammlung
bis Ende 2007 und RC-Höfe) 1,9 0,2 0,2 0,3 0,5 1,0 0,8 0,6 0,6 0,7
Metalle aus Containerdienst 5,5 5,8 5,0 9,3 4,7 3,3 4,1 4,2 4,8 4,7
LVP (Gelber Sack) 22,6 22,4 21,9 22,7 21,4 21,1 22,9 24,6 25,1 27,0
Holz 8,9 10,0 9,5 7,8 9,1 8,7 9,5 9,9 9,2 6,5
Sperrmüll zur Verwertung 43,6 42,3 41,3 40,6 39,3 35,1 34,3 32,6 33,6 31,5
Alttextilien 4,3 4,5 4,6 4,8 3,8 3,9 3,7 3,8 3,9 3,8
Eingesammelter Elektronikschrott
aus Haushaltungen
(und Gewerbe ab 2012) 5,4 5,5 6,1 5,8 5,2 5,1 5,5 5,9 6,8 6,3
Straßenkehricht/Sinkkästenabfälle 16,6 15,1 19,6 25,7 22,7 18,1 18,7 17,5 18,0 16,4
57
Tabelle 13:Auszüge aus dem Erhebungsbogen des Hessischen Statistischen Landesamtes für das Jahr 2016.
vorbehandelt
MHKW andere
Anlagen
Hausmüll (80-240 l) 200301 14.529,02 14.529,02 MHKW Darmstadt
Hausmüll (660-1.100 l Kleingewerbe) 200301 8.999,86 8.999,86 MHKW Darmstadt
Hausmüll (Privatanlieferer) 200301 2.054,24 2.054,24 MHKW Darmstadt
Hausmüll 200301 188,62 188,62 MHKW Darmstadt
Summe Hausmüll (Restabfall) 25.771,74 0,00 25.771,74 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Sperrmüll 200307 5.327,00 5.327,00 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Summe Sperrmüll 5.327,00 5.327,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Gewerbeabfälle 020304 58,00 58,00 Hygienisierungsanlage, Biolog GmbH, Büttelborn
Gewerbeabfälle 070599 93,13 93,13 MHKW Darmstadt
Gewerbeabfälle 070699 1.021,60 1.021,60 MHKW Darmstadt
Gewerbeabfälle 150101 2.998,36 2.998,36 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Gewerbeabfälle 150101 753,55 753,55 Jakob Becker Entsorgungs-GmbH, Bensheim
Gewerbeabfälle 150101 49,06 49,06 Uniroh GmbH/Heckmann & Aßmuth GmbH & Co. KG, Darmstadt
Gewerbeabfälle 150102 73,73 73,73 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Gewerbeabfälle 150102 19,14 19,14 Kunststoffgroßhandel, Schmeißer GmbH & Co. KG, Dieburg
Gewerbeabfälle 150102 16,00 16,00 M einhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
Gewerbeabfälle 150102 11,50 11,50 M. Becker Altpapier Recycling GmbH, Bensheim
Gewerbeabfälle 150102 3,31 3,31 Uniroh GmbH/Heckmann & Aßmuth GmbH & Co. KG, Darmstadt
Gewerbeabfälle 150103 45,26 45,26 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Gewerbeabfälle 150106 128,33 128,33 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Gewerbeabfälle 150106 7.788,07 7.788,07 MHKW Darmstadt
produktionsspezifische Abfälle u.a. 160103 21,11 21,11 Schuhmacher-Lemche GbR, Griesheim
Baustellenabfälle 170904 1.062,62 1.062,62 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Baustellenabfälle 170904 111,16 111,16 MHKW Darmstadt
Baustellenabfälle 170904 3,23 3,23 M einhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
Gewerbeabfälle 180104 1.772,90 1.772,90 MHKW Darmstadt
Gewerbeabfälle 180201 0,08 0,08 MHKW Darmstadt
Gewerbeabfälle 190204 13,45 13,45 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Gewerbeabfälle 190502 88,83 88,83 MHKW Darmstadt
Gewerbeabfälle 190802 418,62 418,62 AWS GmbH, Deponie Büttelborn
Gewerbeabfälle 190809 39,38 39,38 Hygienisierungsanlage, Biolog GmbH, Büttelborn
Gewerbeabfälle 191210 1,46 1,46 MHKW Darmstadt
Kantinenabfälle 200108 791,28 791,28 Hygienisierungsanlage, Biolog GmbH, Büttelborn
Grünabfälle Friedhöfe 200201 1.420,66 1.420,66 Kompostierungsanlage, Brunnenhof GmbH, Biebesheim
Grünabfälle Straßenreinigung 200201 1.028,68 1.028,68 Kompostierungsanlage, Brunnenhof GmbH, Biebesheim
Grünabfälle Straßenreinigung 200201 29,26 29,26 Kompostierungsanlage, EAD, Kranichstein
gewerbliche Siedlungsabfälle (Anteil aus 660-1.100l) 200301 4.525,63 4.525,63 MHKW Darmstadt
gewerbliche Siedlungsabfälle 200301 1.291,92 1.291,92 MHKW Darmstadt
gewerbliche Siedlungsabfälle (US-Army) 200301 2,48 2,48 MHKW Darmstadt
gewerbliche Siedlungsabfälle 200303 228,04 228,04 MHKW Darmstadt
gewerbliche Siedlungsabfälle 200303 71,04 71,04 MTR GmbH, Deponie Flörsheim-Wicker
Entsorgungsanlage
(Art, Bezeichnung)
verwertet beseitigt
zwischen-
gelagertRecycling
Sonstige Verwertung
mechan.
(-biolog.)
therm.
behandelt
ab-
gelagert
energetischAbfallarten-
bezeichnung AVV
Erfasste
Menge
gesamt
Entsorgung
andere
Verwertung
z. B. Verfüllung
in Tonnen
58
gewerbliche Siedlungsabfälle 200303 1.091,44 1.091,44 Bauschutt-Aufbereitungsanlage, Waibel KG, Gernsheim
gewerbliche Siedlungsabfälle 200306 26,86 26,86 MTR GmbH, Deponie Flörsheim-Wicker
gewerbliche Siedlungsabfälle 200307 836,43 836,43 Sortieranlage, DRZ GmbH, Darmstadt
Summe Gewerbeabfall, produktionsspez. Abfälle u. a. 27.935,60 10.578,23 16.925,30 0,00 418,62 0,00 13,45 0,00 0,00
Bodenaushub 170503 0,00
Bodenaushub 170504 417,12 417,12 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Bodenaushub 170504 276,60 276,60 Bauschutt-Sortieranlage, SHW GmbH, Messel
Bodenaushub 170504 69,33 69,33 AWS GmbH, Deponie Büttelborn
Summe Bodenaushub (AVV 1705 und 200202) 763,05 693,72 0,00 0,00 69,33 0,00 0,00 0,00 0,00
Bauschutt 170101 429,58 429,58 Bauschutt-Sortieranlage, SHW GmbH, Messel
Bauschutt 170101 36,40 36,40 Behandlungsanlage, Höfling Baumarkt GmbH, Mainhausen
Bauschutt 170107 3.303,02 3.303,02 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Bauschutt 170107 1.420,86 1.420,86 Bauschutt-Sortieranlage, SHW GmbH, Messel
Bauschutt 170107 11,40 11,40 Uniroh GmbH/Heckmann & Aßmuth GmbH & Co. KG, Darmstadt
Bauschutt 170201 1.027,24 1.027,24 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Bauschutt 170202 23,61 23,61 Wertstoffsortieranlage, Remondis GmbH & Co. KG, Darmstadt
Mischkunststoff 170203 221,00 221,00 M einhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
Mischkunststoff 170203 5,54 5,54 Kunststoffgroßhandel, Schmeißer GmbH & Co. KG, Dieburg
Mischkunststoff 170203 5,31 5,31 ELW, Wiesbaden
Mischkunststoff 170203 2,99 2,99 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Holz AIV 170204 223,12 223,12 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Straßenaufbruch 170301 104,30 104,30 Bauschutt-Aufbereitungsanlage, Waibel KG, Gernsheim
Straßenaufbruch 170302 277,18 277,18 Bauschutt-Sortieranlage, SHW GmbH, Messel
Straßenaufbruch 170302 36,72 36,72 Behandlungsanlage, Höfling Baumarkt GmbH, Mainhausen
Straßenaufbruch 170302 4,87 4,87 M einhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
Gewerbeabfälle, Dachpappe 170303 1,60 1,60 HIM GmbH, Biebesheim
Bauschutt 170401 3,16 3,16 Recyclinganlage, TSR Recycling GmbH & Co. KG, Darmstadt
Bauschutt 170402 0,42 0,42 Recyclinganlage, TSR Recycling GmbH & Co. KG, Darmstadt
Bauschutt 170403 11,12 11,12 Recyclinganlage, TSR Recycling GmbH & Co. KG, Darmstadt
Bauschutt 170405 151,00 151,00 Recyclinganlage, TSR Recycling GmbH & Co. KG, Darmstadt
Bauschutt 170405 8,30 8,30 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Bauschutt 170407 532,02 532,02 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Bauschutt 170407 17,78 17,78 Recyclinganlage, TSR Recycling GmbH & Co. KG, Darmstadt
Bauschutt 170411 9,52 9,52 Recyclinganlage, TSR Recycling GmbH & Co. KG, Darmstadt
Bauschutt 170603 16,02 16,02 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Bauschutt 170605 85,68 85,68 AWS GmbH, Deponie Büttelborn
Bauschutt 170605 2,60 2,60 ELW, Wiesbaden
Bauschutt 170802 68,79 68,79 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Bauschutt 170802 8,98 8,98 Bauschutt-Sortieranlage, SHW GmbH, Messel
Summe Bauschutt (AVV 17 ohne 1705 und 1709) 8.050,13 7.945,83 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 88,28 16,02
59
beseitigt
MHKW andere
Anlagen
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 030101 1,26 1,26 Epilepsiezentrum Kork, Kehl-Kork
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200101 8.741,68 8.741,68 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt.
Der kommunale Anteil beträgt 85,47 Prozent.
Gesamtmenge 10.227,68 Tonnen.
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200101 594,51 594,51 Uniroh GmbH/Heckmann & Aßmuth GmbH & Co. KG, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200101 39,57 39,57 Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200102 15,89 15,89 Wertstoffsortieranlage, Remondis GmbH & Co. KG, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200102 5,58 5,58 Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200110 30,32 30,32 TEXAID Deutschland GmbH, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200111 584,27 584,27 TEXAID Deutschland GmbH, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200137 44,45 44,45 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200138 568,90 568,90 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200139 115,88 115,88 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200139 37,53 37,53 Uniroh GmbH/Heckmann & Aßmuth GmbH & Co. KG, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200139 3,52 3,52 Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200140 105,97 105,97 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 200140 10,10 10,10 Recyclinganlage, TSR Recycling GmbH & Co. KG, Darmstadt
Summe getrennt gesammelte verwertbare Abfälle 10.899,43 10.899,43 0,00 0,00 0,00
Elektro- und Elektronikaltgeräte Gruppe 1 271,58 271,58 ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH, Offenbach
Elektro- und Elektronikaltgeräte Gruppe 2 187,25 187,25 ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH, Offenbach
Elektro- und Elektronikaltgeräte Gruppe 3 100,97 100,97 ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH, Dietzenbach
Elektro- und Elektronikaltgeräte Gruppe 4 9,73 9,73 Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH, München
Elektro- und Elektronikaltgeräte Gruppe 5 443,97 443,97 ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH, Dietzenbach
Summe Elektro- u. Elektronikaltgeräte 1.013,50 1.013,50 0,00 0,00 0,00
Bioabfälle 200108 12.195,94 12.195,94 Kompostierungsanlage, EAD, Kranichstein
Bioabfälle 200201 3.214,63 3.214,63 Kompostierungsanlage, EAD, Kranichstein
Bioabfälle 200201 16,71 16,71 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Summe Bioabfälle 15.427,28 15.427,28 0,00 0,00 0,00
Wertstofftonne 150106 2.420,64 2.420,64 ALBA Recycling GmbH, Walldürn
Wertstofftonne 150106 1.294,72 1.294,72 Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG, Ginsheim-Gustavsburg
Wertstofftonne 150106 275,74 275,74 Remondis GmbH & Co. KG, Bochum
Wertstofftonne 150106 315,08 315,08 SUEZ Süd GmbH, Mannheim
Summe Wertstofftonne 4.306,18 4.306,18 0,00 0,00 0,00
Batterien 200133 5,42 5,42 GRS Batterien, Hamburg
Summe Batterien 5,42 5,42 0,00 0,00 0,00
Sonderabfallkleinmengen 130205 4,55 4,55 Baufeld-Oel GmbH, Frankfurt
Sonderabfallkleinmengen 150110 1,97 1,97 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Sonderabfallkleinmengen 150202 0,42 0,42 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Sonderabfallkleinmengen 160505 1,66 1,66 Wilms Recycling GmbH, Rödermark
Sonderabfallkleinmengen 160506 0,24 0,24 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Sonderabfallkleinmengen 160601 9,66 9,66 MCR Metallgroßhandel & Containerdienst Riebe GmbH, Koblenz
Sonderabfallkleinmengen 170303 14,50 14,50 HIM GmbH, Frankfurt
Sonderabfallkleinmengen 170603 5,95 5,95 Umladestation, DRZ GmbH, Darmstadt
Entsorgungsanlage
(Art, Bezeichnung)
verwertet
Recycling
Sonstige Verwertung
therm.
behandelt
energetisch andere
Verwertung
z. B. Verfüllung
Abfallarten-
bezeichnung AVV
Erfasste
Menge
gesamt
Entsorgung
in Tonnen
60
Sonderabfallkleinmengen 170605 11,88 11,88 AWS GmbH, Deponie Büttelborn
Sonderabfallkleinmengen 191211 11,33 11,33 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Sonderabfallkleinmengen 200113 4,70 4,70 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Sonderabfallkleinmengen 200117 0,33 0,33 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Sonderabfallkleinmengen 200125 1,66 1,66 Altfettentsorgung und - recycling Lesch GmbH & Co. KG, Nürnberg
Sonderabfallkleinmengen 200127 10,84 10,84 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Sonderabfallkleinmengen 200128 38,91 38,91 SAV, HIM GmbH, Biebesheim
Summe Sonderabfallkleinmengen 118,60 37,98 0,00 0,00 11,88 68,74
61
12 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die fünfstufige Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes [5]. .................. 7
Abbildung 2: Entwicklung der Bevölkerungszahlen und -dichte in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt (jeweils zum 31.12.) [11]. ................................................................................... 10
Abbildung 3: Entwicklung der Haushaltsgrößen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt (jeweils
zum 31.12.) [11], [12]. ........................................................................................................ 11
Abbildung 4: Aufteilung der LVP-Sammelmenge Darmstadts auf die Betreiber der Dualen
Systeme im Zeitraum des 2. Quartals 2017 [18] ................................................................... 20
Abbildung 5: Entwicklung von Abfällen zur Beseitigung (grau) und zur Verwertung (grün) aus
privaten Haushalten und AzB aus anderen Herkunftsbereichen. ............................................ 24
Abbildung 6: (Einwohnerspezifisches) Restabfall-Aufkommen aus privaten Haushalten. ......... 26
Abbildung 7: Das Pro-Kopf-Aufkommen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Vergleich zu
den Kennzahlen aus Hessen und der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2015 [19], [20].
............................................................................................................................................ 26
Abbildung 8: (Einwohnerspezifisches) Sperrmüll-Aufkommen aus privaten Haushalten und
Kleingewerbe. ....................................................................................................................... 27
Abbildung 9: (Einwohnerspezifisches) Altpapier-Aufkommen aus privaten Haushalten. .......... 28
Abbildung 10: (Einwohnerspezifisches) Bioabfall-Aufkommen aus Privathaushalten und
Kleinge- werbe. ..................................................................................................................... 29
Abbildung 11: Wertstoffe aus Privathaushalten und Kleingewerbe. ........................................ 30
Abbildung 12: Elektronikschrott aus Privathaushalten und Kleingewerbe............................... 31
Abbildung 13: Sonderabfälle inkl. AIV-Holz, Asbest und Mineralwolle aus Privathaushalten und
Kleingewerbe. ....................................................................................................................... 32
Abbildung 14: Zusammensetzung des Abfalls aus Privathaushalten, dargestellt nach
Abfallfraktionen in kg/Ea und als Anteil in % der Gesamtmenge im Jahr 2016. ..................... 34
Abbildung 15: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Restmülltonne für die jeweiligen
Strukturtypen und die Wissenschaftsstadt Darmstadt. .......................................................... 36
Abbildung 16: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Wertstofftonne für die jeweiligen
Strukturtypen und die Wissenschaftsstadt Darmstadt. .......................................................... 37
Abbildung 17: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Altpapiertonne für die jeweiligen
Strukturtypen und die Wissenschaftsstadt Darmstadt (massebezogener Ansatz). .................. 39
Abbildung 18: Ergebnisse aus der Sortieranalyse der Altpapiertonne für die jeweiligen
Strukturtypen und die Wissenschaftsstadt Darmstadt (volumenbezogener Ansatz). ............... 39
Abbildung 19: Theoretisch abschöpfbare Wertstoffmenge aus Restabfall- und Wertstofftonne.
............................................................................................................................................ 40
62
13 Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Abfallwirtschaftliche Anlagen im Stadtgebiet Darmstadt (fett hervorgehoben:
Anlagen des EAD). ................................................................................................................ 13
Tabelle 2: Auswahl abfallwirtschaftlicher Anlagen außerhalb des Stadtgebietes. .................... 14
Tabelle 3: Auswahl sonstiger Behandlungs- und -entsorgungsanlagen. .................................. 15
Tabelle 4: Erfassungssysteme für Abfälle (Bringsystem = Annahme am EAD-Recyclinghof). 19
Tabelle 5: Aktuelle Entsorgungswege von Abfällen aus dem Bereich der Wissenschaftsstadt
Darmstadt. ........................................................................................................................... 21
Tabelle 6: Mengenentwicklung von Abfällen aus privaten Haushalten und AzB aus anderen
Herkunftsbereichen. ............................................................................................................. 23
Tabelle 7: Prognose der Mengenentwicklung der Abfallarten für die Jahre 2020 und 2025 in
Tonnen (*bis 2013 nur Abfälle aus Gelbem Sack). ................................................................ 44
Tabelle 8: Prognose der einwohnerspezifischen Mengenentwicklung der Abfallarten für die Jahr
2020 und 2025 in kg/Ea (*bis 2013 nur Abfälle aus Gelben Sack). ....................................... 44
Tabelle 9: Fortschreibung der Ziele und Leitlinien der Abfallwirtschaftskonzeption der
Wissenschaftsstadt Darmstadt aus dem Jahr 2012. .............................................................. 45
Tabelle 10: Ziele für das Jahr 2023. ..................................................................................... 47
Tabelle 11: Mengenentwicklung einzelner Abfälle zur Beseitigung (grau) und zur Verwertun g
(grün) aus privaten Haushalten und anderen Herkunftsbereichen in [to]. ............................... 55
Tabelle 12: Einwohnerspezifische Mengenentwicklung einzelner Abfälle zur Beseitigung (grau)
und zur Verwertung (grün) aus privaten Haushalten und anderen Herkunftsbereichen in
[kg/Ea]. ............................................................................................................................... 56
Tabelle 13:Auszüge aus dem Erhebungsbogen des Hessischen Statistischen Landesamtes für
das Jahr 2016. ..................................................................................................................... 57
63
14 Literaturverzeichnis
[1] Umweltbundesamt, [Online]. Available: https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-
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[2] „Kreislaufwirtschaftsgesetz vom 24.02.2012 (BGBl. I S. 212), das zuletzt durch Artikel 2
Absatz 9 des Gesetzes vom 20.07.2017 (BGBl. I S. 2808) geändert worden ist“.
[3] „Hessisches Ausführungsgesetz zum Kreislaufwirtschaftsgesetz vom 06.03.2013 (GVBl. S.
80), das zuletzt durch das Gesetz zur Änderung des Hessischen Ausführungsgesetzes zum
Kreislaufwirtschaftsgesetz am 17.12.2015 (GVBl, S. 636) geändert worden ist“.
[4] „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der im Bundesgesetzblatt Teil III,
Gliederungsnummer 100-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das durch Artikel 1 des
Gesetzes vom 13.07.2017 (BGBl. I S. 2347) geändert worden ist“.
[5] Anni Abfall deckt auf, [Online]. Available:
https://anniabfalldecktauf.wordpress.com/abfallhierarchie/. [Zugriff am 13 07 2017].
[6] „Gewerbeabfallverordnung vom 18.04.2017 (BGBl. I S. 896), die durch Artikel 2 Absatz 3
des Gesetzes vom 05.07.2017 (BGBl. I S. 2234) geändert worden ist“.
[7] Deutscher Bundestag, [Online]. Available:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2017/kw10-de-
abfalltrennung/494000. [Zugriff am 05 07 2017].
[8] „Elektro- und Elektronikgerätegesetz vom 20.10.2015 (BGBl. I S. 1739), das zuletzt durch
Artikel 16 des Gesetzes vom 27.06.2017 (BGBl. I S. 1966) geändert worden ist“.
[9] „Richtlinie 2012/19/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Elektro- und
Elektronik-Altgeräte vom 04.07.2012“.
[10] Wissenschaftsstadt Darmstadt, [Online]. Available:
https://www.darmstadt.de/standort/stadtportraet/. [Zugriff am 21 06 2017].
[11] Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Abt. Statistik und Stadtforschung, „Datenreport
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[12] Bachmann, Günther (Amt für Wirtschaft- und Stadtentwicklung, Abt. Statistik und
Stadtforschung), „Haushalte in Darmstadt (E-Mail vom 21.06.2017)“.
[13] Wissenschaftsstadt Darmstadt, [Online]. Available:
https://www.darmstadt.de/standort/wirtschaft/. [Zugriff am 21 07 2017].
[14] Magistrat der Stadt Darmstadt, „Satzung über die Vermeidung, Verwertung, und
Beseitigung von Abfällen in der Stadt Darmstadt (Abfallsatzung – AbfS) vom 12.05.2000
(zuletzt geändert am 13.11.2007, in Kraft getreten am 01.01.2008),“ Darmstadt, 2000.
[15] L-Q-M-Marktforschung, „Messung der Kundenorinertierung und Servicequalität auf der
Recyclingstation und der Kompostanlage mittels Testkundenkontakt,“ Darmstadt, 2016.
[16] L-Q-M-Marktforschung, „KundenFocus – Gewerbebefragung zu Zufriedenheit,
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[17] Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Abt. Statistik und Stadtforschung,
„Bürgerumfrage 2015 in der Wissenschaftsstadt Darmstadt,“ Darmstadt, 2015.
[18] Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, [Online]. Available:
http://www.bvse.de/images/pdf/Themen__Ereignisse/Vertrags-
_und_Lizenzmengen_2017/bvseLeichtverpackungen2017Quartal2.pdf. [Zugriff am 10 07
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[19] Hessisches Statistisches Landesamt, „Haushaltsabfälle in Hessen 2015,“ Wiesbaden,
64
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[20] Statistisches Bundesamt, „Abfallentsorgung 2015,“ Wiesbaden, 2017.
[21] Wissenschaftsstadt Darmstadt, „Abfallwirtschaftskonzept 2012, erstellt vom Eigenbetrieb
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[22] Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ,
„Abfallwirtschaftsplan Hessen - Siedlungsabfälle und Industrielle Abfälle,“ Wiesbaden,
2015.
[23] SHC Sabrowski-Hertrich-Consult-GmbH , „Hausmüllanalyse Wissenschaftsstadt
Darmstadt,“ Erlenbach/Main, 2016.
[24] SHC Sabrowski-Hertrich-Consult GmbH, „Hausmüll- und LVP-Analyse,“ Erlenbach/Main,
2011.
[25] SHC Sabrowski-Hertrich-Consult-GmbH, „Wertstofftonnenanalyse Wissenschaftsstadt
Darmstadt,“ Erlenbach/Main, 2016.
[26] SHC Sabrowski-Hertrich-Consult-GmbH , „PPK-Analyse Wissenschaftsstadt Darmstadt,“
Erlenbach/Main, 2016.
[27] Statistisches Bundesamt, „Abfallbilanz 2014,“ Wiesbaden, 2016.
[28] „Düngemittelverordnung vom 05.12.2012 (BGBl. I S. 2482), die durch Artikel 3 der
Verordnung vom 26.05.2017 (BGBl. I S. 1305) geändert worden ist“.
[29] „Verpackungsverordnung vom 21.08.1998 (BGBl. I S. 2379), die durch Artikel 11 Absatz
10 des Gesetzes vom 18.08.2017 (BGBl. I S. 2745) geändert worden ist“.
Beratungsverlauf (4)
Orte (10)
- Otto-Röhm-Straße 19
- Röntgenstraße 12
- Waldstraße 11
- Pankratiusstraße 50
- Luisenplatz 5A
- Sensfelderweg 33
- Auf der Hardt
- Pallaswiesenstraße 206
- Landwehrstraße 88
- Heimstättenweg 99
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2017/0369
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 16.10.2017
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00