2012/0104
Bebauungsplan W 54 - Verlegerviertel - (Aufstellungsbeschluss)
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2012/0104
6374 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
22.03.2012
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2012/0104
Magistratsbeschluss-Nr.
Produkt-Nr.: 511020
Kostenstelle: 061-010-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-21 Sachkonto:
Betreff: Bebauungsplan W 54 - Verleger viertel - (Aufstellungsbeschluss)
Vorlage vom: 21.03.2012
Beschlussvorschlag:
Für das Gebiet des Verlegerviertels ist ein Bebauungsplan im Sinne des § 30 Baugesetzbuch
(BauGB) aufzustellen mit der Zielsetzung, die bauliche Dichte und Ausnutzung auf ein städtebaulich
angemessenes Maß zu beschränken. Das angestrebte städtebauliche Entwicklungsziel für dieses
Gebiet ist eine baulich geordnete Weiterentwicklung der bestehenden Baugruppen, Grünflächen,
Freiflächen und Flächen für den ruhenden Verkehr. Der Geltungsbereich wird begrenzt: im Süden
durch die Holzhofallee, im Westen durch die Berliner Allee, im Norden durch die Rheinstraße und im
Osten durch die Westgrenzen der Bebauung westlich des Birkenweges und in dessen südlichem
Abschnitt durch die Albert-Schweitzer-Anlage.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage 2012/0104 vom 21.03.2012
Dem Verlegerviertel kommt innerhalb der Stadtstruktur Darmstadts stadtgeschichtlich und
stadtgestalterisch eine besondere Bedeutung zu. Es befindet sich am westlichen Rand der Kernstadt
zwischen der Rheinstraße im Norden, der Albert-Schweitzer-Anlage im Osten, der Holzhofallee im
Süden und der Berliner Allee im Westen.
Hier entwickelte die Stadt Darmstadt ab 1947, durch aktive Standortpolitik mit Hilfe der Wiederaufbau
GmbH unter der Leitung des Architekten Kurt Jahn, einen der ersten Gewerbeparks
Westdeutschlands in dem sich bis in die 1960er Jahre vor allem Verlage und Druckereien
niederließen. Die städtebauliche Anlage mit den locker eingestreuten Bauwerken innerhalb einer stark
durchgrünten Landschaft verleihen dem Viertel einen parkartigen Charakter. Die Gebäude, meist von
Kurt Jahn selbst entworfen, weisen eine für das neue Bauen nach dem Zweiten Weltkrieg typische
additive Bauweise auf. Einfache stereometrische Formen, in der Regel Quader, sind zu skulptural
wirkenden Bauwerken komponiert. Verschieden hohe, vertikale und horizontal gelagerte Bauglieder
bilden markante Gebäudekomplexe.
In einigen Teilbereichen des Verlegerviertels hat sich in den letzten Jahren dem Investitionsdruck
folgend, der Charakter des Gebietes wesentlich verändert, so dass von der ursprünglichen
städtebaulichen Anlage immer weniger zu spüren ist. Der parkartige Charakter der durch die großen
begrünten Abstandsflächen erzeugt wird, zeigt sich heute noch besonders im mittleren Bereich um die
Havel- und Spreestraße. Um die außergewöhnliche, damals zukunftsweisende Wiederaufbauleistung
Darmstadts im Westen der Stadt zu bewahren, wurde - zusätzlich zu der Bebauung an der
Rheinstraße - im letzten Jahr der nahezu unverfälscht erhaltene Bereich um die Havel- und
Spreestraße als Denkmalschutz-Gesamtanlage ausgewiesen (siehe Abbildung 1).
Das Verlegerviertel ist heute durch Gewerbe-, und Wohnnutzungen als Mischgebiet sowie auf den
Flächen der Hochschule Darmstadt als Sondergebiet geprägt. Das Gebiet befindet sich im
unbeplanten Bereich. Es gibt keinen Bebauungsplan, das heißt alle Bauvorhaben oder
Nutzungsänderungen sind nach § 34 BauGB (Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im
Zusammenhang bebauten Ortsteile) zu beurteilen.
Aktuell befinden sich im Mischgebiet einige Bauprojekte in der Vorplanung die eine studentische
Wohnnutzung mit einer hohen Grundstücksausnutzung sowie einer stark verdichteten Bauweise
vorsehen, die im Zusammenhang mit den neuen PKW-Stellplätzen den parkartigen Gebietscharakter
weiter verändern werden.
Die stadtplanerische Zielsetzung ist es, bei diesen und den zukünftigen Bauprojekten die bauliche
Dichte und Ausnutzung auf ein städtebaulich angemessenes Maß zu beschränken und langfristig in
diesem Bereich unter Beibehaltung eines ausgewogenen Mischungsverhältnisses, weitere
hochwertige Gewerbe-, und Wohnnutzungen anzusiedeln.
Bauliche Nachverdichtungspotentiale sollen dafür in einer städtebaulichen geordneten Entwicklung
festgelegt werden um den teilweise geschwungenen Verlauf und den parkartigen Charakter der
grünen Vorgartenflächen sowie die gebietstypische orthogonale Geometrie der Baugruppen
zueinander und zur Grundstücksgrenze zu erhalten.
Durch die Stärkung der Eigenverantwortung und der Ausstattung mit Geldmitteln für die Hochschulen
und Universitäten lastet auf dem Sondergebiet der Hochschule Darmstadt ebenfalls ein
Investitionsdruck. Zurzeit befindet sich der Neubau „Chemie und Biotechnologie Campus
Schöfferstraße“ in der Planungsphase. Das angestrebte städtebauliche Entwicklungsziel für dieses
Sondergebiet ist eine baulich geordnete Weiterentwicklung der bestehenden Baugruppen,
Grünflächen, Freiflächen und Flächen für den ruhenden Verkehr.
- 4 -
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes wird wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt
begrenzt: im Süden durch die Holzhofallee, im Westen durch die Berliner Allee, im Norden durch die
Rheinstraße und im Osten durch die Westgrenzen der Bebauung westlich des Birkenweges und in
dessen südlichem Abschnitt durch die Albert-Schweitzer-Anlage.
Abbildung 1: Geltungsbereich des Bebauungsplans W 54 - Verlegerviertel - mit Darstellung
der Gesamtanlage Denkmalschutz
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Zur Übersicht dient das nachfolgende Luftbild (Abbildung 2):
Abbildung 2 Luftbild: Nikolaus Heiss
Die Dezernentin III:
Brigitte Lindscheid
Stadträtin
Darmstadt, den 21.03.2012
III/61.2 zim NSt. 2603
Beratungsverlauf (5)
Orte (5)
- Holzhofallee
- Berliner Allee
- Rheinstraße
- Spreestraße
- Schöfferstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0104
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 21.03.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00