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A-R/0014/2019

Starke Quartiere – starke Menschen: Soziales Miteinander fördern – Quartiere im Stadtteil Coerde stärken – Ordnungspartnerschaft schaffen

Antrag an den Rat 21.03.2019

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 03.04.2019, TOP 37.5

a-r-0014-2019-Soziales Miteinander fördern Quartiere im Stadtteil Coerde stärken_1

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a-r-0014-2019-Soziales Miteinander fördern Quartiere im Stadtteil Coerde stärken_1

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Antrag	an	den	Rat	Nr .:	A-R/0014/2019	
 
 
 
 
 
 
 
 
Starke Quartiere – starke Menschen: 
Soziales Miteinander fördern – Quartiere im Stadtteil Coerde 
stärken – Ordnungspartnerschaft schaffen 
 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
1. In Coerde wird im Bereich Königsberger Str./Kies ekampweg/ Kemperweg/Breslauer 
Str./Gleiwitzer Str./Altcoerde zeitnah ein Stadtteilbüro mit einem Stadtteil-/Quartiers-
management eingerichtet. 
Dies soll bereits zeitlich unabhängig von der Fertigstellung des Gesamtkonzeptes 
„Soziale Stadt Coerde“ erfolgen. 
Zudem werden zusätzliche personelle Ressourcen für die Arbeit eines Quartiersküm-
merers/einer Quartierskümmerin im Wohnquartier eingerichtet. 
Ziel ist es, die dortige Wohnsituation zu verbessern sowie die soziale Balance und das 
Zusammenleben der Menschen mit ihren unterschiedlichen Kulturen im Wohnquartier 
und Stadtteil zu stärken. 
2. Die Verwaltung wird beauftragt, in Kooperation m it den bestehenden Initiativen im 
Stadtteil eine Ordnungspartnerschaft einzurichten. Hieran sind neben Polizei, der Stadt 
mit Ordnungsamt, KSD, Sozialarbeit und AWM sowie auch die freigemeinnützigen 
Träger, örtliche Nachbarschaftsinitiativen und Vereine zu beteiligen. Zugleich erhält der 
personell bereits verstärkte kommunale Ordnungsdienst (KOD) die Aufgabe die Arbeit im 
Quartier unterstützen.  
3. Die soziale Arbeit wird gestärkt. Hierzu soll un ter Einbeziehung der Akteure vor Ort das 
Zusammenleben im Quartier mit seinen unterschiedlichen Kulturen, Identitäten und 
Herkünften gestärkt und neue Konzepte für eine gute Nachbarschaft aller 
Bevölkerungsgruppen und Generationen entwickelt werden.  
4. Zur Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner  soll die Möglichkeit eröffnet 
werden, im Quartier eine aufsuchende Sozial- und Mieterschutzberatung zumindest 
temporär anzubieten.  
Darüber hinaus gilt es die auch die bereits bestehenden und geplanten sozialen 
Einrichtungen und Angebote des Stadtteils noch stärker zu nutzen. Das von CDU und 
GRÜNEN beantragte Modellprojekt eines „Kinder- und Gesundheitszentrum am 
Kiesekampweg“ gilt es hier mit einzubeziehen. 
5. Die Verwaltung wird beauftragt, darüber hinaus M aßnahmen zur Verbesserung im 
Wohnungsbestand und zur Wohnumfeldgestaltung im betreffenden Wohnquartier zu 
ergreifen. Dabei sollen die Eigentümer der dort verorteten Hoch- und Mehrfamilienhäuser 
an diesem Prozess möglichst finanziell beteiligt werden. Die Verwaltung prüft hier die 
Möglichkeiten diesbezüglich. Darüber hinaus soll auch geprüft werden, welche

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Möglichkeiten seitens der Stadt und der MieterInnen und bestehen, die Hausbesitzer 
anzuhalten, notwendige Instandhaltungen und Sanierungen durchzuführen. 
6. Mit dem Stellenplan 2019 wurden zusätzliche Stel len für das Quartiersmanagement 
bewilligt, aus deren Gesamtvolumen die Aufgaben für Coerde abgedeckt werden sollen. 
7. Die Verwaltung wird beauftragt, zu den in den Pu nkten 1-5 aufgeführten Maßnahmen 
möglichst zeitnah ein Umsetzungskonzept und einen Bericht vorzulegen.   
 
Begründung : 
I. Ziel der aufgezeigten und beantragten Maßnahmen ist es, im Stadtteil Coerde und den 
einzelnen Quartieren die Nachbarschaft und das interkulturelle Zusammenleben zu 
stärken und zugleich die Wohnsituation und das Umfeld zu verbessern. 
II. Armutsprävention stärken:  Das städtische Sozialmonitoring hat aufgezeigt, dass im 
Stadtteil Coerde ein hoher Anteil armutsgefährdeter Menschen lebt. Demnach leben 
mehr als 43% der Kinder und Jugendlichen in Familien mit geringen Einkünften, die auf 
Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind. Zudem ist die Arbeitslosenquote mit 11% 
immer noch überdurchschnittlich hoch. Die daraus resultierenden Herausforderungen 
sind allerdings nicht gleichräumig über den Stadtteil verteilt, sondern konzentrieren sich 
auf einzelne Bereiche. Deshalb sollte neben einem guten Stadtteilmanagement für 
Coerde insgesamt auch die besonders betroffenen Quartiere gezielt in den Blick 
genommen werden, um deutliche Verbesserungen für die dort lebenden Bewohnerinnen 
und Bewohner insbesondere bei der Wohnsituation und des nachbarschaftlichen 
Zusammenlebens zu erzielen. Ebenso gilt es die soziale und gesellschaftliche Teilhabe 
zu verbessern. Hierzu gehört auch die Einbeziehung der Maßnahmenprogramme und 
Angebote die bereits in Coerde angeboten werden, u.a. im Rahmen der Armuts- und 
Gesundheitsprävention und der sozialen Teilhabe insbesondere für Kinder und 
Jugendliche. 
III. Vernachlässigung von Wohnquartieren entgegenwirken : Der Stadtteil Coerde 
besteht aus Hochhäusern und Mehrfamilienhäusern, aber auch vielen Reihenhäusern 
und freistehenden Einfamilienhäusern. Im Bereich Königsberger Str./Kiesekamp-
weg/Kemperweg/Breslauer Str./Dachsleite/Gleiwitzer Str. stehen mehrere Hochhäuser 
und Mehrfamilienhäuser. Erbaut wurden diese Häuser in den 60er Jahren. Seit einigen 
Jahren und nach mehreren Besitzerwechseln sind viele dieser Häuser vernachlässigt 
worden. Der Bereich droht in eine massive Schieflage zu geraten: Vermüllung des 
Areals, offenstehende Abfallcontainer und wilder Sperrmüll. Die Folge ist immer 
wiederkehrender Rattenbefall des gesamten Bereichs. Einige Gebäude sind stark 
vernachlässigt und in der Bausubstanz marode. Anwohner berichten von stark 
renovierungsbedürftigen Wohnungen, maroden Bädern und Schimmelbefall. Knapp 20 
dieser Immobilien befinden sich derzeit in der Hand eines einzigen Besitzers.  
IV. Stadtteil und Quartiersmanager*in einrichten:  Im sozialen Bereich kümmert sich der/ 
die Stadtteil-/ Quartiersmanager um die sozialen Belange im Quartier, organisiert 
Begegnung, Teilhabe und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander. Ein Frauencafé, 
Hausaufgabenhilfe, gemeinsame Grundstückspflege, Gartenprojekte und das 
Wiederaufleben der dort früher üblichen Lambertus- und anderer interkulturellen und

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generationenübergreifenden Aktivitäten und Nachbarschaftsfeste sind nur einige 
Beispiele, wie das Zusammenleben der Menschen im Quartier dort gelingen kann. 
V. Ordnungspartnerschaft einrichten : Einige Bereiche im Wohnquartier sind baulich und 
gestalterisch vernachlässigt und wirken ungepflegt. Zudem wird die Situation von vielen 
oft auch als unwirtlich und zuweilen auch bedrohlich empfunden. Diese Situation wird den 
Wohnwünschen der Menschen im Quartier sicher nicht gerecht. Zur Verbesserung der 
Situation könnte hier die Einrichtung einer Ordnungspartnerschaft sehr sinnvoll sein. 
Hierzu gibt es bereits positive Erfahrungen aus anderen Stadtteilen. An einer 
entsprechenden Ordnungspartnerschaft sollten neben Polizei, die Stadt Münster mit 
Ordnungsamt, KSD und Sozialarbeit sowie auch freigemeinnützige Träger, örtliche 
Nachbarschaftsinitiativen und Vereine beteiligt werden. 
VI. Quartiers-Kümmer/in : Für diesen Wohnbereich sollte darüber hinaus die Einrichtung 
eines/einer Kümmerin bzw. Kümmerer im Wohnquartier eingerichtet werden. Dies soll 
angelehnt sein an das Modell des „Quartiershausmeisters, welches auch in Kinderhaus/ 
Brüningheide diskutiert und in „Soziale Stadt – Gebieten“ anderer Städte bereits 
erfolgreich angewendet wird, z.B. „Schleswiger Viertel“ in der Dortmunder Nordstadt. 
Aufgabe einer/eines Quartierskümmer/in wäre es, sich gemeinsam mit den anderen 
Akteuren im Quartier für Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum zu engagieren 
und überdies ein/e verlässliche/r Ansprechpartner und -partnerin für die Menschen vor Ort 
zu sein. Diese Person sollte einen kurzen Draht zwischen Anwohnern / Anwohnerinnen, 
Hauseigentümern und städtischen Behörden bieten. Besonders wichtig ist dabei, die 
Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in diesen Prozess einzubeziehen.  
VII. Orte der Begegnung schaffen : Für die soziale Arbeit und die nachbarschaftliche 
Begegnung sind Räumlichkeiten vor Ort nötig. Eines der Hochhäuser verfügt über 
entsprechende Flächen. Mit dem Eigentümer ist zu verhandeln, damit diese zur 
Verfügung gestellt werden können. Weiterhin ist der Eigentümer nach Möglichkeit an den 
Kosten für das Projekt zu beteiligen. Hier sollte auch die Möglichkeit gegeben werden, 
eine temporär eine aufsuchende Sozial- und Mieterschutzberatung anzubieten.  
Darüber hinaus gilt es, auch die sozialen Einrichtungen und Angebote des Stadtteils 
noch stärker zu nutzen. Das von CDU und GRÜNEN beantragte Modellprojekt eines 
Kinder- und Gesundheitszentrums am „Kiesekampweg“ gilt es Verlauf mit 
einzubeziehen. 
Mit dieser Kombination aus Maßnahmen für eine Stärkung der Quartiers- und Nachbar-
schaftsarbeit, der sozialen Sicherheit und Unterstützung bis hin zur gemeinsamen Setzung 
von Regeln für das Zusammenleben im Quartier ist ein erster und wichtiger Schritt zur 
Stärkung des Quartiers und zur Förderung von Lebensqualität in diesem Bereich getan. 
Zugleich kann dieses Pilotprojekt ein gutes Vorbild sein, von dem auch die derzeit in Planung 
befindlichen neuen Stadtteile in Münster profitieren können. 
 
 
gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners 
und CDU-Fraktion und Bündnis ´90/Die Grünen/GAL Fra ktion

Beratungsverlauf (1)

03.04.2019 Rat
TOP 37.5 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (6)

  • Kemperweg
  • Kiesekampweg
  • Gleiwitzer Straße
  • Brüningheide
  • Dachsleite
  • Kinderhaus

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Details

Aktenzeichen
A-R/0014/2019
Typ
Antrag an den Rat
Datum
21.03.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37