3777/2018
Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel" - Starkes Köln" für den Sozialraum "Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil"
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Anlage 2 Kostenübersicht
2176 Zeichen
Anlage 2
Kostenübersicht
Nr.
Maßnahme
Gebietsbezug
Finanzierung
aus
Kurzfristig
Mittelfristig
Folgejahre
Kostenschätzung
Gesamtsumme
Maßnahme
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Nach 2023
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
0.0.0
Externe Beratung und
Unterstützung bei der
Erstellung des
Leitkonzeptes
Alle Sozialräume Städtebauförderung 24.829 € 24.829 €
0.0.1
Büro für
Quartiersmanagement und
Aktivierung im Sozialraum
„Porz-Ost, Finkenberg,
Gremberghoven und Eil“
Alle Sozialräume Städtebauförderung 130.384 € 115.383 € 245.767 €
Früh ansetzende Hilfen
1.0.16
Zugehende Hilfe mit
Lotsenfunktion zur
Überleitung ins Regelsystem
und Entwicklung einer
beruflichen Perspektive für
junge Menschen mit
psychischen Problemen bis
27 Jahren
Alle Sozialräume ESF 5.783 € 7.664 € 1.911 € 15.358 €
1.0.17 Stadtteileltern Alle Sozialräume ESF 33.734 € 26.915 € 17.315 € 77.964 €
Öffentlicher Raum
2.0.4
Sport- Spiel- und
Bewegungsräume im
Veedel, hier: zusätzliche
Fläche für Trendsport in der
Grünfläche
Stresemannstraße
Gebietsspezifische
Maßnahme Städtebauförderung 72.000 € 120.000 € 48.000 € 240.000 €
2.11.4 Multifunktionale Freiräume Gebietsspezifische
Maßnahme
Städtebauförderung
und EFRE 180.916 € 1.096.115 € 275.547 € 1.552.578 €
2.11.5
Generalsanierung
Sportanlage
Humboldtstraße
Gebietsspezifische
Maßnahme Städtebauförderung 2.083.293 € 100.000 € 2.183.293 €
Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung, Lärmminderung
4.0.4
Aufbau eines Hitzewarn-
und Informationssystems.
Informationsmaterial für die
Bevölkerung zum Thema
Hitzeentwicklung im Zuge
des Klimawandels
Alle Sozialräume BMUB-Programm,
Klima, BMBF 9.091 € 9.091 €
9.091 €
27.273 €
Wohnen
5.0.2 Zuhause im Veedel –
Aktivierung und Beteiligung Alle Sozialräume Städtebauförderung 26.314 € 55.877 € 55.877 € 52.627 € 190.695 €
5.0.3 Haus-, Hof- und
Fassadenprogramm Alle Sozialräume Städtebauförderung 124.413 € 124.413 € 124.413 € 373.239 €
Gesamtkosten 30.612 € 41.398 € 37.917 € 2.571.726 € 1.572.879€ 575.837€ 100.627€ 4.930.996 €
Anlage 3, Auszug BV 7 vom 22.01.2019
13707 Zeichen
Geschäftsführung Bezirksvertretung 7 (Porz) Frau Radke Telefon: (0221) 221-97327 Fax : (0221) 221-97320 E-Mail: monika.radke@stadt-koeln.de Datum: 24.01.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung der Bezirksvertretung Porz vom 22.01.2019 öffentlich 7.4 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del" - Starkes Köln" für den Sozialraum "Porz-Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil" - Sammelumdruck - 3777/2018 7.4.1 Änderungsantrag der SPD-Fraktion zu TOP 7.4: Integriertes Stadtent- wicklungskonzept AN/0099/2019 7.4.2 Änderungsantrag der Fraktionen CDU und Grüne, sowie von Frau Bas- tian (FDP) zu TOP 7.4 - ISEK Porz Ost AN/0104/2019 Beschluss geändert durch den Änderungsantrag der SPD-Fraktion zu Anlage 2 (s. Ziff. 4) und den Änderungsantrag der Fraktionen CDU und Grüne sowie von Frau Bastian (FDP) zu Anlage 1 (s. Ziffer 5): 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016 , Vorlage-NR. 2899/2016) erstellte Inte- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Porz -Ost, Finke n- berg, Gremberghoven und Eil“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren A b- stimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistung en durch Dritte für die im Integrier- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gre m- berghoven und Eil“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten - und Fi- nanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Au f- wandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2022 in Höhe von ca. 4,8 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 b e- reits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand im Haushaltsjahr 2023 in Höhe von ca. 100.000 € wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen berücksichtigt. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ wirksam werden, der Bezirksvertretung Porz vorz u- legen und die zuständig en Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu info r- mieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „ Porz-Ost, Fin- kenberg, Gremberghoven und Eil“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vo r- lage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Be zirksvertretung Porz ohne Einschränkung zustimmen. 4. Die Bezirksvertretung Porz bittet den Rat, bei der Umsetzung des Konzepts die folgenden Punkte zu beschließen: Anlage 2 ISEK Porz Fink Eil Laufende Nr. 2.11.5 Handlungsfeld Öffentlicher Raum Maßnahme „Generalsanierung Sportanlage Humboldtstraße“ Ob die bestehende Kampfbahn Typ B mit Tennengroßspielfeld im Zuge der Baumaßnahme in Naturrasen oder Kunstrasen neu hergestellt w ird, ist kurz- fristig mit den Vereinen und den Schulen zu klären, nach Möglichkeit bis zur letzten Ratssitzung.Die Bezirksvertretung Porz ist in der nächsten Sitzung darüber zu informieren. 5. Anlage 1 w ird w ie folgt ergänzt: 1. Freiraumplanerische Gestaltung des Bahnhofsplatzes, Frankenplatzes und des Platzes an der Hohenstaufenstraße in Gremberghoven sow ie 2. Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstraße und Verringerung des Emissionsverha l- tens durch Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Beschluß-Entw urf: Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Stärkung des öffent- lichen Raums Maßnahme „Neue Plätze für die Eisenbahner- siedlung Gremberghoven“ Freiraumplanerische Gestaltung ei- ner multifunktionalen Stadt-platz- und Freiraumsequenz Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ in Köln- Porz-Gremberghoven w urde in meh- reren Bauabschnitten für Beamte und Angestellte der Reichsbahn in den Jah- ren 1919 bis 1929 erbaut. Wichtige Elemente der Siedlung sind die bogen- förmigen Gebäudespangen sow ie die großzügigen Grünanlagen und Haus- gärten, die die Verbindung zum städte- baulichen Leitbild der Gartenstadt er- kennen lassen. Neben den Grünanla- gen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbindungen, die den Cha- rakter der symmetrisch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Die Siedlung w ird dem spät- historischen Heimatstil zugeordnet und steht unter Denkmal-schutz. Bestandteil der städtebaulichen Konzeption ist eine charakteristische dreiteilige Platzse- quenz am Bahnhofsplatz, am Franken- platz und an der Hohenstaufenstraße Projektbeschreibung Die drei öffentliche Plätze Bahnhofs- platz, Frankenplatz und der Platz an der Hohestaufenstraße spiegeln den Leige- danken der Gartenstadt verbunden mit der städtebaulichen Figur w ider. Der Bahnhofsplatz befindet sich am mittleren Ortseingang der „Eisenbah- nersiedlung“ und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich flankiert. Hauptnutzung stellt eine stellplatzorien- tierte Ausrichtung dar. Der Frankenplatz liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich begrenzt. Der kleine Platz an der Hohenstaufenstraße liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im östlichen Bereich gefasst. Diese beiden Grünflächen sind ungestaltet und w eisen ebenfalls eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Potential als zentrale Stadtplätze im historischen Kontext zu heben und unter zeitgemä- ßen und bürgerorientierten Anforderun- gen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchgeführten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerw ünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert w erden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, die Aufent- haltsqualität und das Angebot an Be- gegnungsstätten sow ie Spiel- und Grünflächen im öffentlichen Raum zu stärken und zu qualifizieren. Die Grundsatzaussagen aus der Bürgerbe- teiligung zum Bauleitplanverfahren sol- len im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarian- ten pro Platz ist beabsichtigt, repräsen- tative Stadtplätze mit unterschiedlichen Nutzungsarten zu etablieren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berück- sichtigen: - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät hinsichtlich der Park- raummöglichkeiten, als Stadtplatz und Veranstaltungsort, - Gärtnerische Gestaltung und Installa- tion von Aufenthaltsmöglichkeiten, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregen- vorsorge, Überhitzung etc.) - Barrierefreiheit, - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schaffung von Spielmöglichkeiten. Aktivierung und Beteiligung im Quar- tier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen je Platz einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Kleinkinder, Jugend, Senioren, Anw oh- ner, Besucher Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort f- fentlichen Raums Projektziele mation einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali- tät in der Eisenbahnersie d- lung zu sichern und zu entw ickeln. Indikatoren - Steigerung der Aufenthaltsdauer im öffentliche Raum - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbew usst- sein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes - Ordnung der Gew ichtung der Stell- platzfunktion - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät von Flächen Kosten Bahnhofsplatz (790 m²): Baukosten: 300.000 EUR Planungshonorar: 40.000 EUR 340.000 EUR Frankenplatz (500m²): Baukosten: 180.000 EUR Planungshonorar: 22.000 EUR 202.000 EUR Platz an der Hohenstaufenstraße (370 m²) Baukosten: 140.000 EUR Planungshonorar: 16.000 EUR 156.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. besondere Lei s- tungen): 50.000 EUR Gesamt: 748.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,67, 512, StEB, Förderung 80% Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums und Verringerung des Emissionsverhal- tens Maßnahme „Neugestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstra ße““ Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ w urde in mehreren Bauabschnitten für Be-amte und Angestellte der Reichsbahn in den Jahren 1919 bis 1929 er-baut. Die Sie d- lung w ird dem späthistorischen Heimat- stil zugeordnet und steht unter Denk- malschutz. Wichtige Elemente der Sied- lung sind die bogenförmigen Gebäude- spangen sow ie die großzügigen Grün- anlagen und Hausgärten, die die Ver- bindung zum städtebaulichen Leitbild der Gartenstadt erkennen lassen. Ne- ben den Grünanlagen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbin- dungen, die den Charakter der symme t- risch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Diese bil- den zusammen mit dem Straßenzug Bahnhofsplatz das interne öffentliche Erschließungsrückrad für den südlichen Siedlungsbereich, w elches gleichzeitig als ÖPNV-Trasse für das Busnetz fun- giert. Der Straßenquerschnitt geht aus den damaligen mobilitätsrelevanten Erfordernissen hervor. Die Häuser ste- hen unmittelbar an der Straßenraum- begrenzungslinie. Aufgrund der Bau- w eise und der Nähe zur Straße sind die Anw ohner durch den Auto- und Busver- kehr Emissionen ausgesetzt (Lärm, Er- schütterung etc.). Hinzu kommt, dass es w ährend der Errichtungsphase der Wohnsiedlung naturgemäß kein Erfor- dernis gab, einen Stellplatznachw eis auf dem Baugrund- stück zu führen. Im Ergebnis ist der vorhandene Straßenraum für die erfor- derlichen Anforderungen (Fahrbahn, ÖPNV-Trasse, Parken, Gehw eg, Fahr- rad etc.) zu gering dimensioniert und in seiner baulichen Substanz stark abgängig. Projektbeschreibung Der ca. 7.100 m² umfassende Raum entlang der Straßenzüge Bahnhofs- platz, Frankenplatz und Hohenstaufen- straße übernimmt gestalterisch und funktional eine elementare Rolle. Die Fläche ist ungestaltet und w eist eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Po- tential als Mobilitätsachse im histori- schen Kontext zu heben und unter zeitgemäßen und bür- gerorientierten Anforderungen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchge- führten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerw ünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert w erden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, den Stra- ßenraum zu ordnen, die Aufenthalts- qualität zu stärken und die w ohnbeein- trächtigen Eigenschaften der Straße zu mindern. Die Grundsatzaussagen aus der Bür- gerbeteiligung zum Bauleitplanverfah- ren sollen im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarianten ist beab- sichtigt, eine neue Straßenraumsequenz zu etablie- ren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berücksichtigen: - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schutz und Berücksichtigung der denkmalw erten Bäume, - Verminderung von Lärm und Erschüt- terungen, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregenvorsorge, Überhitzung etc.) - Zonierung und Hierarchisierung des Straßenraums bzgl. der relevanten Ver- kehrsteilnehmer, - Barrierefreiheit. Aktivierung und Beteiligung im Quartier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Verkehrsteilnehmer, Anw ohner, Besu- cher, alle Altersgruppen Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali-tät in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entw ickeln so- w ie die Wohnqualität zu steigern. Indikatoren - Verringerung des Emissionsverha l- tens - Erhöhte Verkehrssicherheit - Bessere Orientierung - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbe- w usstsein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes Kosten Baukosten: 1.800.000 EUR Planungshonorar: 190.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. bes. Leistun- gen): 10.000 EUR GESAMT: 1.900.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,62,StEB Förderung 80 % Abstimmungsergebnis: In geänderter Form einstimmig empfohlen.
Beschlussvorlage Rat
12663 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
VI/15/152
152/1
Vorlagen-Nummer
3777/2018
Freigabedatum
13.12.2018
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung
Betreff
Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel" - Starkes Köln" für
den Sozialraum "Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil"
Beschlussorgan
Rat
Gremium Datum
Beschluss:
1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“
(Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage -NR. 2899/2016) erstellte Integrierte Sta dtentwicklungskon-
zept (ISEK) für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ (siehe Anlage 1).
Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke
Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonz eptionen, soweit im weiteren
Abstimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderb e-
dingungen Anpassungen erforderlich werden.
Stadtentwicklungsausschuss 13.12.2018
Ausschuss für Umwelt und Grün 17.12.2018
Integrationsrat 21.01.2019
Bezirksvertretung 7 (Porz) 22.01.2019
Wirtschaftsausschuss 24.01.2019
Ausschuss Soziales und Senioren 24.01.2019
Ausschuss Schule und Weiterbildung 28.01.2019
Verkehrsausschuss 29.01.2019
Sportausschuss 31.01.2019
Jugendhilfeausschuss 05.02.2019
Gesundheitsausschuss 05.02.2019
Stadtentwicklungsausschuss 07.02.2019
Finanzausschuss 11.02.2019
Rat 14.02.2019
2
2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrierten Stadtentw ick-
lungskonzept für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ aufgeführten
Einzelmaßnahmen, die in der Kosten - und Finanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung
der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den av isierten Förderzugängen
sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Ma ß-
nahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der inve s-
tiven Zahlungsermächtigungen bis 2022 in Höhe von ca. 4,8 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mit-
telfristigen Finanzplanung bis 2022 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand im Hau s-
haltsjahr 2023 in Höhe von ca. 100.000 € wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen b e-
rücksichtigt.
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung,
A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den So-
zialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke
Veedel – Starkes Köln“.
B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrierten Stadtentwick-
lungskonzeptes, die im Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ wirksam
werden, der Bezirksvertretung Porz vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im W e-
ge der Mitteilung zu informieren.
C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gre m-
berghoven und Eil “. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen
Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Porz ohne Einschränkung zustimmen.
Beschlussalternative:
Der Rat erkennt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Porz -Oste, Finke n-
berg, Gremberghoven und Eil“ sowie die Umsetzung der Maßnahmen nicht an.
3
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein
Ja, investiv Investitionsauszahlungen €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max.
85 %
Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 4,9 Mio €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max.
90 %
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
c) bilanzielle Abschreibungen €
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Erträge €
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten €
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
Beginn, Dauer
Begründung
1. Ausgangslage
Die Stadt Köln nutzt die Chancen der aktuellen Förderperiode 2014 -2020 und reagiert damit auf den
gemeinsamen Projektaufruf der europäischen Strukturfonds EFRE, ESF und ELER in Nordrhein -
Westfalen. Der Schwerpunkt des Projektaufrufs „Starke Quartiere – starke Menschen“ liegt auf der
präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Stadtquartieren und Ortsteilen und auf der Bekäm p-
fung von Armut und Ausgrenzung. Ziel ist es, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern und
Armut und soziale Ausgrenzung zu vermeiden.
Mit der Vorlage-Nr. 2899/2016 hat der Rat das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftswei-
sendes Leitkonzept zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung
unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen beau f-
tragt. Das Leitkonzept wurde von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IntermAG) am 04.11.2016
anerkannt. Auf Basis der Anerkennung und des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlage -Nr.
2899/2016) können Fördermittel des ESF und EFRE beantragt werden.
Parallel dazu möchte die Verwaltung weitere Fördermittel für die Finanzierung der Maßnahmen ei n-
werben. Zentral ist dabei das Programm „Soziale Stadt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“
können über Städtebaufördermittel i nvestive Maßnahmen gefördert werden. Aufgrund der Anford e-
rungen der Städtebauförderung ist die Erarbeitung eines separaten sozialraumbezogenen ISEKs, das
die Gegebenheiten des Raumes nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, Stärken und Schwächen
herausarbeitet und daraus Handlungsempfehlungen in Form von Maßnahmen ableitet, erforderlich.
4
Das hier vorgelegte ISEK für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ ist B e-
standteil des Programmes „Starke Veedel – Starkes Köln“ dass insgesamt elf Sozialräume umfasst.
Dieses Programm bildet den ersten Baustein eines umfassenden und langfristig angelegten Quartie r-
sentwicklungsprozesses für den Sozialraum. Ziel ist es, verbesserte Lebensbedingungen für die
Menschen in allen Sozialräumen zu schaffe n und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte
Veedel– Sozialraum- und Bürgerorientierung“ aufzubauen, das bereits seit 2006 in elf Sozialräumen
umgesetzt wird. Seitdem wurden zahlreiche Vorhaben angestoßen und realisiert. Die Sozialraumk o-
ordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren sind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu
festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden.
2. Einordnung des ISEKs für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gremberghoven und
Eil“ in die Programmstruktur
Der Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ liegt im südöstlichen Stadtgebiet und
zählt zu den größten sowie einwohnerstärksten Sozialräumen im Programmgebiet. Sowohl die Bevö l-
kerungs- und Sozialstruktur als auch die Siedlungsstruktur stellen sich heterogen dar. Die Wohnsie d-
lungen aus verschiedenen Entstehungszeiten umfassen sowohl Ein - und Zweifamilienhausbebauung
als auch Geschosswohnungsbau mit einzelnen Hochhausbauten. Stadtteile wie Finkenberg und
Gremberghoven weisen zum Teil gravierende bauliche und soziale Problemlagen auf, während a n-
grenzende Quartiere durch eine durchschnittliche und überdurchschnittliche sozioökonomische Situ a-
tion der Bewohnerschaft gekennzeichnet werden.
Das ISEK für den Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ umfasst eine detaillie r-
te Betrachtung des Sozialraumes und geht auf dessen spezifischen Anforderungen ein. Ziel des I-
SEKs ist es, den Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ zu stärken, die Armut
zu bekämpfen, den sozialen Zusammenhalt auszubauen, Präventionsansätze zu systematisieren und
die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Erwartet
werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt
in der Gesamtstadt. Dabei beinhaltet das ISEK für den Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberg-
hoven und Eil “ auch das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung int e-
grierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklun g zu erreichen. Dazu gehört die stärke-
re Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Z u-
sammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits und die Abstimmung ihres
Handels mit den Dienststell en der Stadt andererseits. Gleichzeitig wird die Bewohnerschaft von allen
an der Programmumsetzung Beteiligten aktiv eingebunden.
Darauf aufbauend wurden 10 Maßnahmen von den städtischen Fachämtern, den Bürgerämtern und
weiteren Akteuren, u.a. der Sozialraumkoordination erarbeitet und sind zur Umsetzung vorgesehen.
3. Finanzen
Der Rat hat die Anerkennung des Bedarfs für die im ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln: mitwirken,
zusammenhalten, Zukunft gestalten“ aufgeführten Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvol umen von
rd. 77,3 Mio. € -vorbehaltlich der avisierten Förderzugänge - in seiner Sitzung am 20.12.2016 b e-
schlossen (Session-Nr. 2899/2016).
Die erforderliche Veranschlagung des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungs -
ermächtigungen bis 2022 sind im Hpl. 2019 inkl. mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 berücksichtigt.
Der darüber hinausgehende Bedarf für das Jahr 2023 wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufste l-
lungen berücksichtigt.
Die erforderlichen Haushaltsermächtigungen dienen sowohl der Vorfinanzierung der Maßnahmen als
auch der Sicherstellung der Finanzierung des städtischen Eigenanteils. Über die Höhe der zu erwa r-
tenden Fördermittel kann derzeit noch keine qualifizierte Aussage getätigt werden. Die Förderquote
des EFRE liegt bei maximal 50 % der Projektkosten. Der ESF fördert bei einer Förderantragstellung
über einen freien Träger bis maximal 90 % und bei einer Förderantragstellung über die Kommune bis
5
zu maximal 80 % der projektbezogenen Personalkosten einschließlich der Arbeitsplatzkos ten auf
Grundlage von Pauschalen, jedoch keine projektbezogenen Sachkosten. Maßnahmen, die über die
Städtebauförderung finanziert werden, weisen derzeit eine Förderquote von 70 % 1 auf. Durch die Ko-
finanzierung der Städtebauförderung mit anderen Fördertöpfe n, die -sofern die Voraussetzungen vor-
liegen- beantragt werden soll, kann z.B. für einzelne EFRE -kofinanzierte Maßnahmen eine Förde r-
quote von bis zu 85 % erreicht werden.
Für den Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ sollen aus dem o. g. Ansatz ins-
gesamt 4,9 Mio. € zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen verwandt werden.
Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Teilergebnisplan, bzw. Teilfinanzplan 0902, Stadten t-
wicklung. Die im Hpl. 2019 inklusive mittelfristiger Finanzplanung bis 2022 für das Projekt „Starke
Veedel – Starkes Köln“ veranschlagten konsumtiven Aufwandsermächtigungen und investiven Za h-
lungsermächtigungen decken die kalkulierten Gesamtkosten des Teilprojektes ab. Jenseits der im
Haushalt bereitgestellten Mittel, stehen über die Projektkoordination hinaus keine Personalressourcen
zur Verfügung. Rechtzeitig vor Planung und Umsetzung ist die Durchführung einer Personalbedarf s-
messung erforderlich. Bis zu einem ausreichenden Zeitraum vor Beginn der Realisierung muss das
erforderliche Fachpersonal eingestellt werden.
Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht abschließend mö g-
lich. Aufgrund des Planungsfortschrittes kann derzeit davon ausgegangen werden, dass es noch Ve r-
schiebungen von den ergebniswirksamen Aufwendungen zu de n investiven Auszahlungen geben
wird.
Die Mittel aus den Förderprogrammen der EU, dem ESF und dem EFRE, sind fristgebunden, Bewill i-
gungen sind nur bis zum Jahr 2020 möglich. Der integrierte Ansatz des Leitkonzeptes bedingt die
Realisierung einer Vielzahl v ernetzt wirkender Maßnahmen. Mit einer weiteren Verzögerung der U m-
setzung sind die Gewährung von Fördermitteln und damit die Umsetzung des ISEKs im geplanten
Umfang gefährdet.
Anlagen
Anlage 0: Dringlichkeitsbegründung
Anlage 1: ISEK für den Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
Anlage 2: Kostenübersicht für den Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
1 Die Förderquote der Städtebauförderung wird jährlich für die Kommunen durch das Land festgelegt. Maßgeb-
lich ist die Förderquote, die bei der Beantragung der Fördermittel Gültigkeit hat.
Anlage 0 ISEK Porz-Ost Finkenberg Gremberghoven und Eil
908 Zeichen
Anlage 0 Mit der Vorlage 3777 / 2018 beabsichtigt die Verwaltung den Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ durch den Rat zu erwirken. Das Leitkonzept zum Gesamtprogramm wurde am 20.12.2016 vom Rat beschlossen (Vorlage 2899 / 2016). Mit dem Ratsbeschluss über das ISEK „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ wird die Verwaltung in die Lage versetzt, Förderanträge für die Städtebauförderung zu stellen, welche einen wichtigen Förderzugang für dieses Programm bildet. Aufgrund der komplexen förderrechtlichen Rahmenbedingungen und den damit verbundenen verwaltungsinternen Abstimmungserfordernissen wird die Vorlage den politischen Gremien zu Beginn der Beratungsfolge verfristet vorgelegt, da die Ratssitzung am 14.02.2019 erreicht werden muss.
Anlage 6, Auszug Jugendhilfeausschuss vom 05.02.2019
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Geschäftsführung Jugendhilfeausschuss Frau Voous Telefon: (0221) 221 24954 Fax : (0221) 221 28650 E-Mail: jugendhilfeausschuss@stadt-koeln.de Datum: 06.02.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 05.02.2019 öffentlich 4.1 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del" - Starkes Köln" für den Sozialraum "Porz-Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil" 3777/2018 Auf Vorschlag von Frau Laufenberg lässt Herr Bürgermeister Dr. Heinen über den Beschluss, in der von der Bezirksvertretung Porz geänderten Fassung, abstimmen. Geänderter Beschluss (Änderungen kursiv markiert): Der Jugendhilfeausschuss – Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie – empfiehlt dem Rat, folgenden Beschluss zu fassen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage -NR. 2899/2016) erstellte Int e- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Porz -Ost, Finke n- berg, Gremberghoven und Eil“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren A b- stimmungsprozess mit den F ördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten - und F i- nanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten der jeweil i- gen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2022 in Höhe von ca. 4,8 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 b e- reits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand im Haushaltsjahr 2023 in Höhe von ca. 100.000 Euro wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen berücksichtigt. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ wirksam werden, der Bezirksvertretung Porz vorz u- legen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu info r- mieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „ Porz-Ost, Fin- kenberg, Gremberghoven und Eil“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vo r- lage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Porz ohne Einschränkung zustimmen. 4. Die Bezirksvertretung Porz bittet den Rat, bei der Umsetzung des Konzepts die folgenden Punkte zu beschließen: Anlage 2 ISEK Porz Fink Eil Laufende Nr. 2.11.5 Handlungsfeld Öffentlicher Raum Maßnahme „Generalsanierung Sportanlage Humboldtstraße“ Ob die bestehende Kampfbahn Typ B mit Tennengroßspielfeld im Zuge der Baumaßnahme in Naturrasen oder Kunstrasen neu hergestellt wird, ist kurz- fristig mit den Vereinen und den Schulen zu klären, nach Möglichkeit bis zur letzten Ratssitzung.Die Bezirksvertretung Porz ist in der nächsten Sitzung darüber zu informieren. 5. Anlage 1 wird wie folgt ergänzt: 1. Freiraumplanerische Gestaltung des Bahnhofsplatzes, Frankenplatzes und des Platzes an der Hohenstaufenstraße in Gremberghoven sowie 2. Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstraße und Verringerung des Emissionsverhal- tens durch Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Beschluß-Entwurf: Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Stärkung des öffent- lichen Raums Maßnahme „Neue Plätze für die Eisenbahner- siedlung Gremberghoven“ Freiraumplanerische Gestaltung ei- ner multifunktionalen Stadt-platz- und Freiraumsequenz Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ in Köln- Porz-Gremberghoven wurde in meh- reren Bauabschnitten für Beamte und Angestellte der Reichsbahn in den Jah- ren 1919 bis 1929 erbaut. Wichtige Elemente der Siedlung sind die bogen- förmigen Gebäudespangen sowie die großzügigen Grünanlagen und Haus- gärten, die die Verbindung zum städte- baulichen Leitbild der Gartenstadt er- kennen lassen. Neben den Grünanla- gen sind es viele Platzsituationen und Fußwegeverbindungen, die den Cha- rakter der symmetrisch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Die Siedlung wird dem spät- historischen Heimatstil zugeordnet und steht unter Denkmal-schutz. Bestandteil der städtebaulichen Konzeption ist eine charakteristische dreiteilige Platzse- quenz am Bahnhofsplatz, am Franken- platz und an der Hohenstaufenstraße Projektbeschreibung Die drei öffentliche Plätze Bahnhofs- platz, Frankenplatz und der Platz an der Hohestaufenstraße spiegeln den Leige- danken der Gartenstadt verbunden mit der städtebaulichen Figur wider. Der Bahnhofsplatz befindet sich am mittleren Ortseingang der „Eisenbah- nersiedlung“ und wird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich flankiert. Hauptnutzung stellt eine stellplatzorien- tierte Ausrichtung dar. Der Frankenplatz liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und wird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich begrenzt. Der kleine Platz an der Hohenstaufenstraße liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und wird durch eine Stra- ße im östlichen Bereich gefasst. Diese beiden Grünflächen sind ungestaltet und weisen ebenfalls eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Potential als zentrale Stadtplätze im historischen Kontext zu heben und unter zeitgemä- ßen und bürgerorientierten Anforderun- gen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchgeführten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerwünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert werden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, die Aufent- haltsqualität und das Angebot an Be- gegnungsstätten sowie Spiel- und Grünflächen im öffentlichen Raum zu stärken und zu qualifizieren. Die Grundsatzaussagen aus der Bürgerbe- teiligung zum Bauleitplanverfahren sol- len im Rahmen eines Bürger- workshops mit den Anwohnern und In- teressierten vertieft werden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarian- ten pro Platz ist beabsichtigt, repräsen- tative Stadtplätze mit unterschiedlichen Nutzungsarten zu etablieren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berück- sichtigen: - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät hinsichtlich der Park- raummöglichkeiten, als Stadtplatz und Veranstaltungsort, - Gärtnerische Gestaltung und Installa- tion von Aufenthaltsmöglichkeiten, - Berücksichtigung von klimawandelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregen- vorsorge, Überhitzung etc.) - Barrierefreiheit, - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schaffung von Spielmöglichkeiten. Aktivierung und Beteiligung im Quar- tier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entwurfsplanung) ist ein Bürgerworkshop, der anhand von drei Handskizzen je Platz einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Kleinkinder, Jugend, Senioren, Anwoh- ner, Besucher Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort f- fentlichen Raums Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali- tät in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entwickeln. Indikatoren - Steigerung der Aufenthaltsdauer im öffentliche Raum - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbewusst- sein der Anwohner - Stärkung des Ortsbildes - Ordnung der Gewichtung der Stell- platzfunktion - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät von Flächen Kosten Bahnhofsplatz (790 m²): Baukosten: 300.000 EUR Planungshonorar: 40.000 EUR 340.000 EUR Frankenplatz (500m²): Baukosten: 180.000 EUR Planungshonorar: 22.000 EUR 202.000 EUR Platz an der Hohenstaufenstraße (370 m²) Baukosten: 140.000 EUR Planungshonorar: 16.000 EUR 156.000 EUR Bürgerworkshop (inkl. besondere Leis- tungen): 50.000 EUR Gesamt: 748.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantwortlicher 61,66,48,67, 512, StEB, Förderung 80% Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums und Verringerung des Emissionsverhal- tens Maßnahme „Neugestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstra ße““ Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ wurde in mehreren Bauabschnitten für Be-amte und Angestellte der Reichsbahn in den Jahren 1919 bis 1929 er-baut. Die Sied- lung wird dem späthistorischen Heimat- stil zugeordnet und steht unter Denk- malschutz. Wichtige Elemente der Sied- lung sind die bogenförmigen Gebäude- spangen sowie die großzügigen Grün- anlagen und Hausgärten, die die Ver- bindung zum städtebaulichen Leitbild der Gartenstadt erkennen lassen. Ne- ben den Grünanlagen sind es viele Platzsituationen und Fußwegeverbin- dungen, die den Charakter der symmet- risch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Diese bil- den zusammen mit dem Straßenzug Bahnhofsplatz das interne öffentliche Erschließungsrückrad für den südlichen Siedlungsbereich, welches gleichzeitig als ÖPNV-Trasse für das Busnetz fun- giert. Der Straßenquerschnitt geht aus den damaligen mobilitätsrelevanten Erfordernissen hervor. Die Häuser ste- hen unmittelbar an der Straßenraum- begrenzungslinie. Aufgrund der Bau- weise und der Nähe zur Straße sind die Anwohner durch den Auto- und Busver- kehr Emissionen ausgesetzt (Lärm, Er- schütterung etc.). Hinzu kommt, dass es während der Errichtungsphase der Wohnsiedlung naturgemäß kein Erfor- dernis gab, einen Stellplatznachweis auf dem Baugrund- stück zu führen. Im Ergebnis ist der vorhandene Straßenraum für die erfor- derlichen Anforderungen (Fahrbahn, ÖPNV-Trasse, Parken, Gehweg, Fahr- rad etc.) zu gering dimensioniert und in seiner baulichen Substanz stark abgängig. Projektbeschreibung Der ca. 7.100 m² umfassende Raum entlang der Straßenzüge Bahnhofs- platz, Frankenplatz und Hohenstaufen- straße übernimmt gestalterisch und funktional eine elementare Rolle. Die Fläche ist ungestaltet und weist eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Po- tential als Mobilitätsachse im histori- schen Kontext zu heben und unter zeitgemäßen und bür- gerorientierten Anforderungen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchge- führten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerwünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert werden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, den Stra- ßenraum zu ordnen, die Aufenthalts- qualität zu stärken und die wohnbeein- trächtigen Eigenschaften der Straße zu mindern. Die Grundsatzaussagen aus der Bür- gerbeteiligung zum Bauleitplanverfah- ren sollen im Rahmen eines Bürger- workshops mit den Anwohnern und In- teressierten vertieft werden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarianten ist beab- sichtigt, eine neue Straßenraumsequenz zu etablie- ren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berücksichtigen: - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schutz und Berücksichtigung der denkmalwerten Bäume, - Verminderung von Lärm und Erschüt- terungen, - Berücksichtigung von klimawandelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregenvorsorge, Überhitzung etc.) - Zonierung und Hierarchisierung des Straßenraums bzgl. der relevanten Ver- kehrsteilnehmer, - Barrierefreiheit. Aktivierung und Beteiligung im Quartier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entwurfsplanung) ist ein Bürgerworkshop, der anhand von drei Handskizzen einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Verkehrsteilnehmer, Anwohner, Besu- cher, alle Altersgruppen Ziele Querschnittsziel besserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali-tät in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entwickeln so- wie die Wohnqualität zu steigern. Indikatoren - Verringerung des Emissionsverhal- tens - Erhöhte Verkehrssicherheit - Bessere Orientierung - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbe- wusstsein der Anwohner - Stärkung des Ortsbildes Kosten Baukosten: 1.800.000 EUR Planungshonorar: 190.000 EUR Bürgerworkshop (inkl. bes. Leistun- gen): 10.000 EUR GESAMT: 1.900.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantwortlicher 61,66,48,62,StEB Förderung 80 % Abstimmungsergebnis: 15 Zustimmungen: SPD-Fraktion (3), CDU-Fraktion (2), Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen (2), FDP-Fraktion (1), Fraktion Die Linke. (1), AWO Kreisverband Köln e.V. (1), BDKJ Erzdiözese Köln e.V. (1), Caritasverband Köln e.V. (1), Der Paritätische NRW Kreisgruppe Köln e.V. (1), SJD - Die Falken Kreisver- band Köln (1), Sportjugend im Stadtsportbund Köln e. V. (1) keine Gegenstimmen keine Enthaltungen Einstimmig zugestimmt.
Anlage 1 ISEK Porz Fink Eil
222753 Zeichen
Starke Veedel – Starkes Köln Nove mber 2018
Starke Veedel – Starkes Köln
Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den
Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven
und Eil“
2 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kontakt / Impressum
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Telefon 0221 / 221-22267
stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat Stadtentwicklung, Planen und Bauen
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
3
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Mein Standpunkt
Liebe Bürgerinnen und Bürger in Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghofen und Eil,
jede Bürgerin und jeder Bürger soll eine gleichbere chtigte Chance haben, am gesellschaftli-
chen Leben teilzuhaben. Dies ist das Leitbild, auf dem das soziale Handeln der Kölner
Stadtgesellschaft basiert. Dazu gehört die Chance auf Gesundheit, auf eine gute Bildung und
Ausbildung ebenso wie die Chance auf einen Arbeitsplatz oder eine angemessene Wohnung
in einem lebenswerten, attraktiven Veedel. Das aufg eschlossene und gute Zusammenleben
im Veedel ist ein wichtiges Fundament für eine sozialgerechte Stadtentwicklung.
Ich freue mich deshalb, Ihnen mit diesem lntegriert en Handlungskonzept ein Programm für
lhr Veedel vorlegen zu können, das insbesondere die Lebenslage der von Armut bedrohten
oder betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Blic k nimmt. Der soziale Ausgleich in unse-
rer Stadt ist keine Kür, sondern eine Pflichtaufgab e! Nur so können wir für Kinder und Ju-
gendliche, für ältere Menschen, für Alleinerziehend e, Geringerqualifizierte oder Langzeitar-
beitslose ein Miteinander auf Augenhöhe wahren.
Mit dem Programm und den darin enthaltenen Projekte n und Maßnahmen kommen wir die-
sem Leitbild in den nächsten Jahren ein gutes Stück näher. Das Programm enthält Maß-
nahmen zur Verbesserung des Bildungsangebots für Ki nder und Jugendliche, aber auch für
Erwachsene, Maßnahmen zur Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte so-
wie beschäftigungsfördernde Maßnahmen für Langzeita rbeitslose. Enthalten sind auch
Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen und Investitionen in die örtliche Infrastruktur, mit
denen ihr Veedel attraktiver werden soll.
Ich lade Sie herzlich ein, sich zu engagieren und z u beteiligen. Seien Sie dabei, wenn es
zum Beispiel um die Gestaltung von Plätzen geht ode r nutzen Sie die Fördermöglichkeiten
für ihre Kinder oder für sich selbst, wenn es darum geht, eine neue berufliche Perspektive zu
entwickeln. Seien Sie dabei, denn es geht um Ihr Veedel!
lhre
Henriette Reker
4 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Vorwort
Köln ist durch eine starke Vielfalt geprägt.
Jedes Veedel hat ein eigenes Gesicht.
Die ausgewogene Entwicklung aller Vee-
del ist Ziel der Kölner Stadtentwicklung.
Dies gilt sowohl für die gebaute Umwelt
als auch für die soziale Balance in der
Stadt. Hierfür müssen wir die individuellen
Potenziale der unterschiedlichen Räume
erkennen und frühzeitig fördern.
Die Stellschrauben der Quartiersentwick-
lung sind dabei vielfältig. Die im Integrier-
ten Stadtentwicklungskonzept „Starke Ve-
edel – Starkes Köln“ vorgeschlagenen
Maßnahmen widmen sich sowohl der Ge-
staltung des öffentlichen Raumes, als
auch sozialen Themen wie Prävention,
Bildung, Qualifizierung sowie dem Klima-
schutz und der Umweltgerechtigkeit.
Unter breiter Beteiligung vor Ort wurde
das Programm „Starke Veedel – Starkes
Köln“ entwickelt, in das sich das vorlie-
gende Integrierte Stadtentwicklungskon-
zept für den Sozialraum „Porz-Ost, Fin-
kenberg, Gremberghoven und Eil“ einord-
net.
Der rechtsrheinische Sozialraum im Süd-
osten der Stadt ist vielfältig in seinen bau-
lichen Strukturen und den dort lebenden
Menschen. Diese Vielfalt soll genutzt wer-
den. Der integrative Ansatz spiegelt sich
unter anderem in der Maßnahme „Multi-
funktionale Freiräume“ wieder, bei der
Aspekte der Umwelt und Gestaltung ver-
eint werden.
Finkenberg wurde in der Vergangenheit
bereits als Sanierungsgebiet und Soziale
Stadt Gebiet mit räumlichen und sozial-
integrativen Maßnahmen auf einen positi-
ven Weg gebracht. Hieran knüpft das Pro-
gramm „Starke Veedel – Starkes Köln“ für
den gesamten Sozialraum an.
Die Quartiersentwicklung in „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“, wie
in allen elf Sozialräumen, stellt uns in den
kommenden Jahren vor vielschichtige
Herausforderungen. Mit dem vorgesehen
Maßnahmenpaket werden die Kräfte aus
unterschiedlichen Handlungsfeldern in
einem Ansatz gebündelt. Ich bin mir si-
cher, dass wir durch diesen integrierten
Ansatz der Quartiersentwicklung einen
guten Schritt für die Stadtteile nach vorne
machen.
Ihr
Markus Greitemann
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
5
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Inhaltsverzeichnis
1. KURZFASSUNG ......................................................................................................................................... 6
2. EINORDNUNG IN DAS PROGRAMM „STARKE VEEDEL – STARKES KÖLN“.................................................. 8
3. ANALYSE ................................................................................................................................................ 15
3.1 DEMOGRAPHISCHE , SOZIALE UND BILDUNGSSITUATION .................................................................................... 17
3.2 ÖFFENTLICHER RAUM UND VERKEHR ............................................................................................................ 20
3.3 WIRTSCHAFT ........................................................................................................................................... 26
3.4 ÖKOLOGIE UND KLIMA ............................................................................................................................... 28
3.5 WOHNEN ................................................................................................................................................ 29
3.6 STÄRKEN - UND SCHWÄCHENANALYSE ........................................................................................................... 31
4. ABLEITUNG DER HANDLUNGSBEDARFE ................................................................................................. 32
5. KONZEPTIONELLER ANSATZ ................................................................................................................... 36
6. MAßNAHMEN ........................................................................................................................................ 42
6.1 MAßNAHMENBLÄTTER ............................................................................................................................... 44
6.2 RAHMENPLAN – STÄDTEBAULICHE EINORDNUNG ............................................................................................ 87
7. UMSETZUNGSPLANUNG ........................................................................................................................ 90
8. ANHANG ................................................................................................................................................ 94
6 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
1. KURZFASSUNG
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ wir d ein breites Maßnahmenbündel im
Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ umgesetzt. Die Stadt Köln
möchte die Chancen der aktuellen Förderperiode nutzen und reagiert damit auf den gemein-
samen Projektaufruf der europäischen Strukturfonds EFRE, ESF und ELER in Nordrhein-
Westfalen. Der Schwerpunkt des Projektaufrufs „Star ke Quartiere – starke Menschen“ liegt
auf der präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Stadtquartieren und Ortsteilen und auf
der Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung. Ziel ist es, die Lebenssituation der Menschen
zu verbessern und Armut und soziale Ausgrenzung zu vermeiden.
Dabei verfolgt das Programm einen integrierten Ansatz und nimmt verschiedene Handlungs-
felder der Quartiersentwicklung in den Blick. Das Handlungsspektrum reicht von sozial-
integrativen Ansätzen, der Stärkung der Bildung und Qualifizierung über die Gestaltung des
öffentlichen Raumes und des Wohnumfeldes sowie den Themen Klima und Umwelt bis hin
zur Stärkung der Teilhabe und Mitwirkung vor Ort. D enn eine langfristig ausgerichtete Quar-
tiersentwicklungsstrategie kann nur unter Einbezug der verschiedenen Faktoren, die das
tägliche Leben der Menschen vor Ort wesentlich beeinflussen, erfolgen.
Für die Umsetzung ist der Einsatz verschiedener För derprogramme vorgesehen; insbeson-
dere der Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Eur opäischer Fonds für regionale Ent-
wicklung (EFRE) sowie die Städtebauförderung. Mit d em Ziel die sozialraumorientierte
Stadtentwicklung zu stärken sind zum einen sozialra umspezifische Maßnahmen und zum
anderen sozialraumübergreifende Maßnahmen vorgesehen.
Der Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ ist im Programm „Starke
Veedel – Starkes Köln“ ein Teil der elf Kölner Sozialräume, die bereits seit mehr als 10 Jah-
ren durch die Sozialraumkoordination unterstützt we rden. Mit dem Ziel die sozialraumorien-
tierte Stadtentwicklung zu stärken werden zum einen sozialraumspezifische Maßnahmen
und zum anderen programmübergreifende Maßnahmen vorgesehen.
Der Sozialraum am rechtsrheinischen Stadtrand Kölns zählt mit rund 24.300 Einwohnern zu
den größten Sozialräumen. In den letzten Jahren kon nten leichte Bevölkerungszuwächse
verzeichnet werden. Insgesamt zeigt sich die Strukt ur des Sozialraums sehr heterogen, was
sowohl die Bevölkerungs- und Sozialstruktur, wie auch den öffentlichen Raum und das Woh-
nunmfeld betrifft. Die Wohnsiedlungsentwicklung sta mmt aus verschiedenen Entstehungs-
zeiten und umfasst sowohl Einfamilienhausbebauung a ls auch Hochhausbauten. Stadtteile
wie Finkenberg und Gremberghoven weisen zum Teil gr avierende bauliche und soziale
Problemlagen auf, während angrenzende Quartiere dur ch eine durchschnittliche oder über-
durchschnittliche sozioökonomische Situation der Be wohnerschaft gekennzeichnet sind.
Problemlagen bündeln sich vielfach in den Geschosswohnungsbauten der 1970er Jahre.
Im Rahmen des Sanierungsgebietes und Soziale Stadt Gebietes in Finkenberg konnten be-
reits verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Dennoch zeigen sich im Sozialraum viel-
fältige Bedarfe in den folgenden Handlungsfeldern:
1. Früh ansetzende Hilfen:
a. Stabilisierung der Sozialstruktur
b. Unterstützung bei der Integration
c. Beratungs- und Unterstützungsangebote
d. Sicherung der Teilhabechancen
2. Öffentlicher Raum
a. Aufenthaltsqualitäten und Barrierefreiheit optim ieren
b. Spiel- und Bewegungsräume schaffen
c. Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
7
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3. Wirtschaft und Qualifizierung
a. Stärkung der Nahversorgung in Gremberghoven
b. Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmar kt
4. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltu ng und Lärmminderung
a. Freiflächen aufwerten
b. Informations- und Beratungsangebote zum Klimawan del schaffen
c. Entsiegelung von Flächen
5. Wohnen
a. Aktivierung der Eigentümerschaft
b. Stärkung des Verantwortungsbewusstseins der Bewo hnerinnen und Bewoh-
ner für ihr Wohnquartier / Verbesserung des Wohnumfeldes
Der Rahmenplan im Abschnitt 6.2 verdeutlicht das vorgesehene Maßnahmenbündel im Pro-
gramm „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum und greift auch die wesentlichen
Handlungsgansätze, Planungen und Projekte außerhalb des Programms auf.
8 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
2. Einordnung in das Programm „Starke Veedel – Star kes Köln“ 1
Im Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ stehen d ie elf Kölner Sozialräume im Mittel-
punkt. Die Stadt Köln reagiert hiermit auf den Aufr uf des Landes „Starke Menschen – Starke
Quartiere“ und nutzt die Chancen der aktuellen EU-Förderperiode.
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ baut die Stadt Köln auf den Erfahrungen
aus dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 auf und strebt erstmals die systematische
Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten, quart iersorientierten Handlungsansatzes in
einem Programmgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage
zugrunde, wie Stadtentwicklung aus dem Quartier her aus erfolgen kann, welche Faktoren
zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen un d Bewohner aktiv in die Quartiers-
entwicklung eingebunden werden können.
In einem fachübergreifenden und integrierten Ansatz wurde ein breites Maßnahmenbündel
entwickelt. Dieses Maßnahmenbündel setzt für elf So zialräume ein vergleichbares Vorgehen
um, geht dabei jedoch explizit auf die Bedarfe und Erfordernisse vor Ort ein. Ziel ist es eine
Entwicklungsstrategie auf gesamtstädtischer Ebene i m Sinne der Präventionskette zu etab-
lieren.
Dabei verfolgt das Programm insgesamt das Ziel verb esserte Lebensbedingungen für die
Menschen im Sozialraum zu schaffen. Mit Blick auf e ine langfristig ausgerichtete Quartiers-
entwicklungsstrategie wird somit ein wichtiger Beit rag gegen Ungleichgewichte und klein-
räumige Polarisierung umgesetzt. Dabei rückt die Qu artiersebene in den Mittelpunkt des
(städtischen) Handelns und die Maßnahmen setzen unmittelbar in den Veedeln – dem direk-
ten Lebensumfeld der Menschen – an.
Für die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohn erinnen und Bewohner ist eine inte-
grierte Betrachtung der verschiedenen Themenfelder der Stadtentwicklung, wie Wohnen,
Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung, Gesund heit, Mobilität, Öffentlicher Raum, Klima,
Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll. Daher werde n auch bestehende und derzeit in
der Entwicklung befindliche Konzepte der Stadt Köln in dem Programm „Starke Veedel –
Starkes Köln“ aufgegriffen und dementsprechend Maßn ahmen priorisiert und aneinander
angepasst.
Leitkonzept bildet den Rahmen des Programms
Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungkonzept (ISEK) bettet sich in das Leitkonzept
„Starke Veedel – Starkes Köln“ ein, das im November 2016 durch die Interministerielle Ar-
beitsgruppe des Landes Nordrhein-Westfalen anerkann t und am 20. Dezember 2016 vom
Rat der Stadt Köln beschlossen wurde (vgl. Vorlagen nummer 2899/2016). Das ISEK bildet
die Grundlage für die Beantragung von Mitteln der Städtebauförderung.
Bereits seit 2006 ist die Stadt Köln in den elf Sozialräumen mit dem Programm "Lebenswerte
Veedel – Sozialraum- und Bürgerorientierung" aktiv, durch das zahlreiche Vorhaben realisiert
oder angestoßen wurden. Die Sozialraumkoordinatorin nen und Sozialraumkoordinatoren
sind für die Menschen und Institutionen in den Veed eln zu festen Ansprechpartnerinnen und
Ansprechpartnern geworden. Sie fungieren als „Infor mationsdrehscheibe“ und Bindeglied
zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Bewohnerschaft. Sie unterstützen
oder initiieren Kooperations- und Vernetzungsstrukt uren im Sozialraum, nutzen diese, um
besondere Bedarfslagen zu identifizieren, und entwi ckeln gemeinsam mit den Diensten und
Einrichtungen der freien Träger vor Ort bedarfsgere chte Projekte und Maßnahmen. Auf die-
1 Das vorliegende sozialraumspezifische ISEK basiert auf dem Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes
Köln“. Im Leitkonzept sind der Hintergrund zum Programm sowie die Einbettung des Programms in die
Landes- und EU-Schwerpunkte detaillierter dargelegt . Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die
Einordnung in das Gesamtprogramm.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
9
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
sem Ansatz und den bereits etablierten Strukturen w ird mit dem Programm „Starke Veedel –
Starkes Köln“ aufgebaut.
Karte 1: Übersicht über die elf Sozialräume des Programms
"Lebenswerte Veedel - Lebenswertes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Umsetzung des integrierten Ansatzes und Handlungsfelder
Mit dem integrierten Ansatz des Programms finden verschiedene Handlungsfelder Berück-
sichtigung, so dass eine umfassende und langfristig ausgerichtete Quartiersentwicklungs-
strategie für die Sozialräume entsteht.
Bereits im Leitkonzept sind für das Programm fünf Handlungsfelder zugrunde gelegt, die
auch für die sozialraumspezifischen ISEKs den Rahmen bilden:
1. Früh ansetzende Hilfen
2. Öffentlicher Raum
3. Wirtschaft und Qualifizierung
4. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltu ng und Lärmminderung
5. Wohnen
Die Handlungsfelder zeigen die Themenbreite und das Wirkungsspektrum des Programms
auf. Zwischen den Handlungsfeldern ergeben sich Wir kungszusammenhänge, die bei der
Umsetzung entsprechend berücksichtigt werden müssen . Zum einen werden sinnvolle Sy-
nergien deutlich, zum anderen können aber auch Zielkonflikte entstehen.
Mit Blick auf das oftmals „versäult“ ausgerichtete (städtische) Handeln ist eine wirkungsvolle
Zusammenführung und Steuerung der einzelnen Handlun gsansätze erforderlich. Das Pro-
gramm „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet vor diesem Hintergrund einen wichtigen Beitrag
10 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
zur sozialraumorientierten Stadtentwicklung und int ensiviert diesen stadtweiten Ansatz in
den nächsten Jahren.
Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise
Die Grundlage für die Auswahl der elf Kölner Sozial räume bildet die bestehende Gebietsab-
grenzung des Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger - und Sozialraumorientierung in
Köln“ (vergleiche Karte 2). Mit Hilfe des „Monitorings Stadtentwicklung“
2 wurde geprüft, ob es
sich weiterhin um Gebiete mit besonderen Handlungserfordernissen handelt.
Im Ergebnis zeigt sich, dass die elf Sozialräume de s Programms „Lebenswerte Veedel“, zu
den Gebieten mit besonderen Handlungserfordernissen zählen. Die Sozialräume sind dem-
nach im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittl ich stark von sozialer Benachteiligung
betroffen und entsprechen den im Aufruf „Starke Men schen – Starke Quartiere“ geforderten
Kriterien zur Auswahl des Programmgebietes.
Exkurs: Monitoring Stadtentwicklung
Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systemat isch die Entwicklung der Gesamtstadt Köln und
ihrer Teilräume. Betrachtet werden in einer einheit lichen Vorgehensweise (Indexwerte) verschiedene
Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wandel oder Wohnen.
Für die Auswahl der elf Sozialräume
wurde der Index „Soziale Lage“ zugrun-
de gelegt, der die wirtschaftlichen, poli-
tisch-kulturellen und gesundheitlichen
Aspekte von Benachteiligung berück-
sichtigt. Er setzt sich zusammen aus
verschiedenen Statistikdaten sowie aus
Ergebnissen der Umfrage „Leben in
Köln“ und berücksichtigt somit sowohl
„harte“ statistische Daten als auch „sub-
jektive“ Einschätzungen der Befragten.
Der Index „Soziale Lage“ wird durch die
Vielfalt an Indikatoren der Tatsache
gerecht, dass sich Benachteiligung in
weit mehr als nur monetären Aspekten
widerspiegelt.
Zusammensetzung des Indexes „Soziale Lage“
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und
Statistik
2 Das Monitoring Stadtentwicklung wird kontinuierliche fortgeführt. Die Daten des Monitoring Stadt-
entwicklung werden jährlich aktualisiert.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
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als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 2: Programmgebiet (Sozialräume) „Starke Veedel – Starkes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
12 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms
Die Erstellung des Programms „Starke Veedel – Stark es Köln“ und der ISEKs für die elf
Sozialräume erfolgte im Sinne des integrierten Ansatzes unter intensiver Beteiligung der ver-
schiedenen Fachbereiche innerhalb der Stadtverwaltu ng sowie unter Einbezug weiterer Ak-
teure (z. B. Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialr aumkoordinatoren, Jobcenter, GAG Im-
mobilien AG, Regionalagentur Region Köln und der fü r die regionale Zusammenarbeit zu-
ständige Verein „Region Köln / Bonn e.V.“).
Für die Konzepterstellung wurden die folgenden fünf themenspezifische Arbeitsgruppen ge-
bildet, die dezernats- und ämterübergreifend zusammengearbeitet haben:
− AG 1: Früh ansetzende Hilfen
− AG 2: Öffentlicher Raum
− AG 3: Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen
− AG 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinh altung und Lärmminderung
− AG 5: Sozialraumorientierung als Strategie der Sta dtentwicklung
Zur inhaltlichen Zusammenführung und Qualifizierung des Programms fanden zwei Work-
shops statt.
In einem ersten Workshop am 27. April 2015 stand di e Qualifizierung der Bestandsanalyse
im Mittelpunkt. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilneh mer aus den Fachdienststellen, dem
Jobcenter, der Sozialraumkoordination, den Bürgerämtern und der GAG Immobilien AG qua-
lifizierten die vorliegenden Ergebnisse, stellten Querbezüge her und zeigten Schnittstellen zu
anderen Themenbereichen auf.
In einem zweiten Workshop am 27. Mai 2015 wurden di e Maßnahmen qualifiziert. Rund 180
Maßnahmen und Projekte konnten somit in die Vorbere itung des Workshops einfließen.
Nicht alle Ideen konnten berücksichtigt werden, da sie teilweise nicht in dem Förderzeitraum
umsetzbar sind, keinen oder nur einen geringen Beit rag zur Zielerreichung leisteten, oder
aber nicht ausreichend qualifiziert worden waren. Schlussendlich wurden mehr als 70 Projek-
tideen für die Bewohnerveranstaltung herausgearbeitet.
Öffentlichkeitsbeteiligung
Den Auftakt und damit ersten Baustein zur Öffentlic hkeitsbeteiligung bildete die Veranstal-
tung am 1. Juni 2015 im Forum der Volkshochschule. Das Ziel dieser Auftaktveranstaltung
lag darin, über das Programm und die geplanten Proj ekte zu informieren, Meinungen der
Bewohnerschaft einzuholen und weitere Ideen aufzune hmen. Die Bewohnerinnen und Be-
wohner der elf Programmgebiete sowie weitere Teilne hmende hatten damit die Möglichkeit,
an der Erstellung und Qualifizierung des Maßnahmenp rogramms für ihren Sozialraum aktiv
mitzuwirken. Rund 250 Teilnehmende haben sich hier aktiv in das Programm eingebracht,
vorhandene Ideen bewertet und Ideen für Maßnahmen entwickelt.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
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als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 1: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015
Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign)
Auch im weiteren Prozess nimmt die Beteiligung der der Öffentlichkeit einen hohen Stellen-
wert ein. So werden unter anderem im Rahmen der soz ialraumspezifischen ISEKs Öffent-
lichkeitsbeteiligungen in den jeweiligen Sozialräum en parallel zur politischen Beratung und
Beschlussfassung umgesetzt. In diesen Veranstaltung en steht noch einmal das gesamte
Maßnahmenbündel im Mittelpunkt. Erste sozialraumspe zifische Veranstaltungen z. B. im
Sozialraum „Meschenich und Rondorf“ wurden bereits durchgeführt.
Des Weiteren sind maßnahmenbezogene Beteiligungsfor mate vorgesehen (z. B. zu Planun-
gen von baulichen Maßnahmen) und die Öffentlichkeit wird kontinuierlich in die Programm-
umsetzung einbezogen, so dass während des gesamten Umsetzungszeitraums die Möglich-
keit besteht sich aktiv einzubringen oder zu informieren.
Umsetzung des Programms
Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist nicht nur hinsichtlich der unterschiedlichen
Sozialräume und der Themenvielfalt komplex, sondern sieht aufgrund dieser Vielfalt auch
verschiedene Förderzugänge vor. Zu nennen ist insbesondere der Europäischen Sozialfonds
(ESF) und der Europäischer Fonds für regionale Entw icklung (EFRE) sowie die Städte-
bauförderung. Diese Förderzugänge werden punktuell um weitere Fördermöglichkeiten (z. B.
Sonderaufrufe) ergänzt. Hieraus ergeben sich unters chiedliche Herangehensweisen und
Anforderungen.
Den Rahmen für die Umsetzung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet das
vom Land NRW anerkannte und vom Rat der Stadt Köln beschlossene Leitkonzept. Auf die-
ser Grundlage können bereits Förderanträge und ents prechende Projekte des ESF und des
EFRE beantragt werden. Erste Maßnahmen mit einer Fö rderung über den ESF konnten be-
gonnen werden, so dass in allen Sozialräumen Maßnah men des Programms gestartet sind.
Weitere Förderanträge befinden sich derzeit in der Abstimmung mit dem Land.
Mit dem Ratsbeschluss zum Leitkonzept am 20.12.2016 ist die Festlegung der Sozialräume
als Soziale Stadt Gebiet gemäß § 171 E Abs. 3 Baugesetzbuch (BauGB) erfolgt.
Die sozialraumspezifischen ISEKs bilden die Grundlage für die Beantragung und den Einsatz
von Städtebaufördermitteln. Die Städtebauförderung bildet einen wichtigen Baustein für die
Umsetzung von baulich-investiven Maßnahmen sowie fl ankierenden beteiligungsorientierten
Maßnahmen. Für die Erstellung der sozialraumspezifi schen ISEKs wurde ein gestaffeltes
Verfahren beschlossen. Erste Einzel-Konzepte wurden bereits erstellt, seitens des Landes
14 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
anerkannt und vom Rat der Stadt Köln beschlossen
3. Auf dieser Grundlage wurden Förder-
anträge gestellt und bewilligt.
3 Folgende sozialraumspezifische ISEKs wurden am 18.05.2017 durch den Rat beschlossen:
• Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
• Meschenich und Rondorf
• Mülheim-Nord / Keupstraße und Buchheim / Buchforst als Fortführung von MÜLHEIM 2020
Folgende sozialraumspezifische ISEKs wurden am 28.09.2017 durch den Rat beschlossen:
• Humboldt/Gremberg und Kalk
• Bickendorf, Westend und Ossendorf
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
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als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3. Analyse 4
Die Bestandsanalyse verdeutlicht die aktuelle Situa tion im Sozialraum „Porz-Ost, Finken-
berg, Gremberghoven und Eil“. Die folgenden zentral en Themenbereiche werden dabei in
den Blick genommen:
− Demographische, soziale und Bildungssituation
− Öffentlicher Raum
− Wirtschaft
− Ökologie und Klima
− Wohnen
Im Rahmen der Analyse wird grundsätzlich der Anspruch verfolgt, die jeweiligen Ist-Zustände
innerhalb der Themenbereiche abzubilden. Wenn auch nicht alle Erkenntnisse in diesem
Konzept in Maßnahmen überführt werden können, bildet die Analyse eine Grundlage für wei-
terführendes städtisches und privates Handeln im Sozialraum. Ebenso wird eine Fortschrei-
bung des ISEKs von dieser Grundlage ausgehen.
4 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren beziehen sich – sofern nicht anders angegeben auf das
Jahr 2016 (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik).
In der Analyse wird sich auf einzelne Quartiere innerhalb des Sozialraums bezogen. Eine Übersicht der Quar-
tiersabgrenzung ist dem Anhang zu entnehmen.
16 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Im Überblick
Der rechtsrheinische Sozialraum gehört zum Stadtbez irk Porz, welcher 1975 eingemeindet
wurde. Am südöstlichen Stadtrand gelegen, zählt der Sozialraum zu den größten sowie ein-
wohnerstärksten Sozialräumen im Programmgebiet. Sow ohl die Bevölkerungs- und Sozial-
struktur als auch die gebaute Umwelt stellen sich sehr heterogen dar.
Die Wohnsiedlungsentwicklung stammt aus verschieden en Entstehungszeiten und umfasst
sowohl Ein- und Zweifamilienhausbebauung als auch G eschosswohnungsbau mit einzelnen
Hochhausbauten. Stadtteile wie Finkenberg und Gremb erghoven weisen zum Teil gravie-
rende bauliche und soziale Problemlagen auf, währen d angrenzende Quartiere durch eine
durchschnittliche oder überdurchschnittliche sozioö konomische Situation der Bewohner-
schaft gekennzeichnet sind. Problemlagen bündeln sich vielfach in den Geschosswohnungs-
bauten der 1970er Jahren 5.
Insgesamt zeigen sich im Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ ver-
schiedene Risiken, aber auch Potenziale für die weitere Entwicklung des Sozialraumes.
5 Finkenberg wird im weiteren Verlauf in „Finkenberg Geschosswohnen“ und „Finkenberg Reihenhäu-
ser“ unterteilt, damit diese Unterschiede deutlicher herausgestellt werden können.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
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als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.1 Demographische, soziale und Bildungssituation
Bevölkerungsstruktur
Der Sozialraum am rechtsrheinischen Stadtrand Kölns zählt mit rund 24.300 Einwohnern zu
den einwohnerstärkeren Sozialräumen und ist mit 646 ha auch einer der größeren Stadtteile.
In den letzten Jahren konnten leichte Bevölkerungsz uwächse verzeichnet werden. Die Be-
völkerungsdichte ist mit rund 37 Personen je Hektar vergleichsweise gering.
In der Gesamtschau hat nahezu ein Drittel der Bewoh nerschaft einen Migrationshintergrund
(59,2 Prozent), was deutlich über dem Durchschnitt der Stadt Köln liegt (37,8 Prozent). Bei
den unter 18 Jährigen beläuft sich der Anteil sogar auf 78,7 Prozent (Stadt Köln 53,4 Pro-
zent).
Auch bei kleinräumiger Betrachtung zeigt sich, dass der Anteil der Bewohnerinnen und Be-
wohner mit Migrationshintergrund in allen Quartiere n – außer Eil-Mitte (32,7 Prozent) – über
dem städtischen Durchschnitt liegt. Im Quartier Finkenberg Geschosswohnen fällt der Anteil
mit 93 Prozent besonders hoch aus.
Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer liegt m it nahezu einem Drittel (30,1 Prozent)
ebenfalls über dem städtischen Durchschnitt (Stadt Köln 19,3 Prozent).
Abbildung 2: Übersicht zur Bevölkerung und Sozialstruktur im Sozialraum
Quelle: Stadt Köln
Neuzugewanderte
In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um d ie Integration Neuzugewanderter vor
dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse in verschiedenen Krisen- und Kriegsre-
gionen mit daraus resultierendem starkem Flüchtling szustrom wieder verstärkt. Auch im So-
zialraum sind Zuwanderungen zu verzeichnen.
Im Jahr 2016 sind rund 1.160 Ausländerinnen und Aus länder in den Sozialraum zugezogen,
davon 244 Jugendliche zwischen 15 und unter 25 Jahren.
Die Stadt Köln bietet für diese Zielgruppen verschi edenste Unterstützungs- und Integrations-
angebote an. Zu nennen ist hier beispielsweise das „Auszugsmanagement“, welches ge-
flüchtete Menschen dabei unterstützt, sich eine neu e Wohnperspektive jenseits von Sam-
melunterkünften zu schaffen, die Integration zu erleichtern und so auch neue Kapazitäten für
weitere nach Köln zugewiesene geflüchtete Menschen zu schaffen.
Haushaltsstruktur
Der Sozialraum ist insgesamt durch eine junge Alter sstruktur geprägt (Jugendquotient 34,3;
Stadt Köln 24,2), wobei gleichzeitig der Anteil der über 65-Jährigen über den städtischen
Durchschnitt liegt (Altenquotient 31,5, Stadt Köln 26,4).
Dies spiegelt sich auch in der Haushaltsstruktur wi der. Sowohl der Anteil der Familienhaus-
halte als auch der Anteil der Seniorenhaushalte (27 ,9 Prozent, Stadt Köln 23 Prozent) liegt
mit rund einem Viertel (24,9 Prozent, Stadt Köln 18 ,5 Prozent) über dem städtischen Durch-
schnitt.
Kinder-
betreuung
Bildungs-
teilhabe
Insgesamt
Migrations-
hintergrund
(%)
Jugend-
quotient *
Altenquotien
t ** Insgesamt Quote unter 15
Jahre
Quote unter
15 Jahre Insgesamt Quote
***
Betreuungs-
quote U10
****
Gymnasi-
astenquote
*****
insgesamt Quote
2007 22.765 49,9 30,5 32,0 4.223 23,4 1.208 35,2 421 9,4 47,3 * 1.843 19,0
Entwicklung
2007 bis '15 1.568 9,3 3,8 -0,5 705 1,7 390 3,3 166 3,3 x x -435 -7,2
2016 24.333 59,2 34,3 31,5 4.928 25,1 1.598 38,5 587 12,7 * 25, 1 1.408 11,8
Stadt Köln
2016 37,8 24,2 26,4 13,1 31.300 21,4 14.342 7,6 0,0 39,9 46.411 8,1
Insgesamt mit Kindern
(%)
allein-
erziehend Senioren
* Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
2007 9.943 24,6 21,9 26,7 ** Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern v on 18 - unter 65 Jahre
Entwicklung
2007 bis '16 716 0,3 0,9 1,2 *** Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz
2016 10.659 24,9 22,8 27,9 **** Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre
***** Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klass en 7 - 9
Stadt Köln
2016 18,5 23,0 23,0
Bevölkerungs- und Sozialstruktur im Sozialraum: Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
SGBII Empfänger Empfänger
Grundsicherung Arbeitslose
Haushalte
Einwohnerstruktur
18 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bei der kleinräumigen Betrachtung zeigen sich jedoc h deutliche Unterschiede zwischen den
Quartieren. In den mehrstöckigen Mehrfamilienhäuser n von Finkenberg leben sowohl über-
durchschnittlich viele Kinder und Jugendliche wie auch ältere Personen.
Dahingegen sind die Quartiere Gremberghoven, Eil-Süd und Finkenberg Geschosswohnen
durch eine auffallend junge und familienreiche Stru ktur geprägt. Während die sozial stabile-
ren Quartiere Eil-West, Eil-Mitte und Finkenberg Reihenhaussiedlung durch einen hohen
Anteil älterer Personen gekennzeichnet sind. Hier z eichnet sich der Generationenwechsel
ab, der mit Blick auf die soziale Balance behutsam begleitet werden muss.
Der Anteil der Einpersonenhaushalte fällt mit 37,7 Prozent vergleichsweise hoch aus (Stadt
Köln 33,5 Prozent).
Sozialstruktur
Hinsichtlich der Personen, die Transferleistungen b eziehen, zeigt sich ebenfalls ein differen-
ziertes Bild im Sozialraum. Insgesamt bezieht ein V iertel der Bewohnerschaft SGB-II-
Leistungen (25,1 Prozent, Stadt Köln 13,1 Prozent). Von den unter 15 Jährigen leben mehr
als ein Drittel in einer SGB-II-Bedarfsgemeinschaft (38,5 Prozent, Stadt Köln 21,4 Prozent).
Ein Blick auf die Quartiersebene zeigt, dass zum ei nen sozial stabilere Quartiere und zum
anderen Quartiere mit erheblichen Unterstützungsbedarfen vorhanden sind.
So liegt der Anteil der SGB-II-Empfänger in Eil -West (13,5 Prozent), Eil-Mitte (9,8 Prozent),
Porz-Ost (11,7 Prozent) und Finkenberg Reihenhäuser (9,4 Prozent) auf einem ähnlichen
Niveau zur Gesamtstadt.
Deutliche Unterstützungsbedarfe zeigen sich in den Quartieren, die überwiegend durch Ge-
schosswohnungsbau geprägt sind. So beziehen in Gremberghoven und Eil-Süd nahezu ein
Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner SGB-II-Leist ungen. Im Quartier Finkenberg Ge-
schosswohnen beläuft sich der Anteil auf nahezu die Hälfte (47, 2 Prozent). Bei den unter 15
Jährigen leben in diesen Quartieren zum Teil mehr a ls die Hälfte in SGB-II-
Bedarfsgemeinschaften.
Hinsichtlich der Grundsicherung im Alter zeigt sich für den gesamten Sozialraum ein erhöh-
ter Anteil (Sozialraum 12,7 Prozent, Stadt Köln 7,6 Prozent), welcher kleinräumig jedoch
deutliche Unterschiede aufweist.
Im Quartier Finkenberg Geschosswohnen beziehen mehr als ein Drittel Grundsicherung im
Alter (37,4 Prozent). In allen weiteren Quartieren liegt der Anteil – zum Teil deutlich – unter-
halb des städtischen Durchschnitts.
Teilhabe und Mitwirkung
Die Teilhabe und Mitwirkung der Menschen vor Ort is t für die Quartiersentwicklung ein sehr
wichtiger Bestandteil, der sich jedoch nur schwer m essen lässt. Einen Hinweis auf eine ver-
gleichsweise geringe gesellschaftliche und gesellsc haftspolitische Teilhabe gibt die geringe
Wahlbeteiligung in den einzelnen Stadtteilen.
Die Wahlbeteiligung lag bei den letzten drei Wahlen in allen Stadteilen deutlich unter dem
städtischen Durchschnitt. Bei der OB-Wahl beteiligt e sich in Finkenberg weniger als jede
bzw. jeder Vierte.
Tabelle 1: Wahlbeteiligung in Prozent
Stadtteil Kommunalwahl OB-Wahl Landtagswahl
2014 2015 2017
Porz 39,39% 29,88% 54,20%
Finkenberg 30,76% 22,94% 44,10%
Gremberghoven 30,82% 23,43% 54,00%
Eil 44,12% 35,32% 59,00%
Stadt Köln 49,70% 40,30% 64,90%
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
19
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Diese geringe Wahlbeteiligung kann auch Indikator für eine objektiv vorhandene oder subjek-
tiv empfundene fehlende Mitwirkungsmöglichkeit sein.
Soziale Infrastruktur
Im Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ sind bereits eine Vielzahl von
Angeboten etabliert, auf die mit diesem Programm au fgebaut wird. Zu nennen sind insbe-
sondere:
− Regelangebote der Bildungs- und sozialen Infrastru ktur: Kitas, Familienzentren,
Grundschulen, Jugendeinrichtungen, Bürgerzentrum, Migrationsberatung, Integrati-
onsagentur Senioren- und Pflegeeinrichtung, Jobcenter, Flüchtlingseinrichtungen
− Ergänzungsangebote im Bereich der Bildungs- und so zialen Infrastruktur: Schulförde-
rung für Sinti und Roma, Offene Jugendarbeit, Berufsorientierung, Sprachförderung,
Hausaufgabenhilfe, Sozialberatung, Mieterinitiative
− Sozialraumkoordination im Rahmen des Projekts „Leb enswerte Veedel“: Das Projekt
zielt darauf ab die Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner des Sozi-
alraums zu verbessern. Die wesentlichen Handlungsfelder sind dabei: Kinder, Jugend
und Familie, Soziales, Gesundheit, Bildung, Wohnen, Stadtentwicklung, Sport, Kultur,
Integration, Wirtschaft, Arbeit und Gemeinwesensentwicklung. Die Sozialraumkoordi-
nation wird im Sozialraum durch den Träger Diakonie Michaelshoven e.V. umgesetzt.
Ferner finden sich zahlreiche auch untereinander vernetzte Einrichtungen, wie z.B. die inklu-
sive OT Ohmstraße oder der katholische Kirchenverband St. Maximilian Kolbe (Finkenberg),
St. Michael (Eil) und St. Fronleichnam (Porz-Ost). An übergreifender Kinder- und Jugendak-
tion sei beispielhaft das Projekt Ferienaktion Finkenhoven genannt, an deren Organisation
und Durchführung unteschiedlichste Träger beteiligt sind.
Bildungssituation
Der Sozialraum verfügt insgesamt über ein gutes Angebot an Schulen und Kindertagesein-
richtungen. Mit neun Kindertagesstätten unterschiedlicher Träger, vier Grundschulen, einem
Gymnasium, einer Gesamtschule, einer Realschule und einer Hauptschule mit Förderbereich
ist der Bedarf gut abgedeckt.
Den flächenmäßig größten Anteil hat hier Porz-Ost, wo drei Kindertagesstätten, eine Grund-
schule, das Gymnasium, die Real- und die Haupschule verortet sind.
20 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.2 Öffentlicher Raum und Verkehr
Öffentliche Plätze und private Freiflächen
Im Sozialraum sind öffentliche Plätze mit unterschi edlichen Nutzungsangeboten vorhanden.
Die heterogene Vielfalt reicht von kleineren umgrün ten Wiesen im Wohngebiet über offen
und übersichtlich angelegte Plätze im Zentrum bis h in zu von der Außengastronomie ange-
eignete Flächen entlang einer Einkaufsstraße.
Einigen Plätzen kann keine eindeutige Nutzung zugeo rdnet werden, da sie in ihrer Gestal-
tung nicht klar strukturiert sind. Hier werden vers chiedenste Möglichkeiten der Aneignung
zugelassen. Oftmals sind jedoch untergenutzte Fläch en die regelmäßige Folge hiervon. Des
Weiteren entstehen in Verbindung mit dichtem Grünwu chs und eingeschränkter Belichtung
zum Teil Angsträume innerhalb des Sozialraumes. Hie rvon betroffen sind insbesondere Be-
reiche, die keinen Bezug zur Wohnbebauung aufweisen. Von dieser fehlenden sozialen Kon-
trolle ist unter anderem die Freifläche an der Stresemannstraße in Finkenberg betroffen.
Hoch frequentierte Plätze können ebenfalls mit mang elnder Aufenthaltsqualität konfrontiert
werden. Beispielsweise kommt es am Platz der Kultur en in Finkenberg zu einer vermehrten
Ansammlung von Müllflächen. Hier wird der negative Effekt außerdem durch umliegende
Leerstände verstärkt.
Den Problemlagen wurde bereits in Finkenberg im Rahmen des förmlich festgelegte Sanie-
rungsgebietes zwischen 2000 bis 2011 und des Sozial e Stadt Gebietes (2002 bis 2004 und
2006 bis 2008) entgegengetreten. Mit Maßnahmen im W ohnumfeld sowie im Nahversor-
gungszentrum konnten Flächen unter aktiver Ansprach e und Einbindung der Bewohner-
schaft reaktiviert und aufgewertet werden. Der Platz der Kulturen hat in diesem Zuge deutlich
an Struktur und Qualität gewonnen. Dennoch beeinträ chtigen noch heute Leestände, Müll
und schlechte Bausubstanzen die Aufenthaltsqualität.
Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH (AWB) und d ie sogenannten „Müllfreunde Finken-
berg“ wirken dem erhöhten Müllaufkommen im öffentlichen Raum in enger Kooperation ent-
gegen. Die meisten Ansätze verfolgen dabei einen Au fklärenden Charakter und setzen bei
der jüngeren Generation an. Zu nennen sind beispiel sweise Aufklärungsveranstaltungen in
Kindertagesstätten und Schulen, Ausbildungen zum „Mülldetektiv“ bis hin zu Übersetzungen
zur Mülltrennung in im Sozialraum vorherrschende Sprachen.
Abbildung 3: Platz der Kulturen in Finkenberg mit leerstehenden Ladenzeilen
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
Im Stadtteil Eil eröffnen sich entlang der Frankfurter Straße ebenfalls unterschiedlich genutz-
te Plätze mit differierender Nutzung, Frequentierung und Aufenthaltsqualität.
Im Norden Eils befindet sich der sogenannte Schützenplatz an der Kreuzung Frankfurter
Straße/ Hirschgraben. Die teils abschüssige Wiese w ird in einem Bereich unter anderem als
Veranstaltungsort für das jährliche Schützenfest ge nutzt. Sonstige geplante oder ungeplante
Nutzungen sind nicht erkennbar, so dass der Platz a uch hier überwiegend untergenutzt er-
scheint.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
21
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
200 Meter weiter südlich befindet sich der Platz an der Leidenhausener Straße. Verhältnis-
mäßig klein ist die halböffentliche Trapezfläche, w elche größtenteils von Außengastronomie
bespielt wird. Entlang der vielbefahrenen Hauptstra ße ergibt sich zwischen Fahrbahn und
konsumorientierten Sitzgelegenheiten ebenfalls eine Restfläche mit Gestaltungspotenzial.
Abbildung 4: Schützenplatz in Porz-Eil
Abbildung 5: Platz an der Leidenhausener Straße in Porz-Eil
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
Der Sozialraum ist zudem durch viele private Freifl ächen geprägt, deren Nutzungsmöglich-
keiten insbesondere in Finkenberg auf einzelnen Grundstücken nicht ausgeschöpft werd en.
Zum Teil werden private Freiflächen durch Bauzäune abgetrennt. Hinzu kommen stillgelegte
Parkhäuser und Parkdecks, welche zentrale Flächen b eanspruchen und sich als „Unorte“
negativ auf das Straßenbild auswirken.
22 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 6: Stillgelegte Parkhäuser in Finkenberg
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
Spiel- und Bewegungsräume
Alle vier Stadtteile verfügen über öffentliche Plät ze und unterschiedliche Spiel- und Bewe-
gungsangebote. Hierzu zählen beispielsweise Spiel- und Bolzplätzen ebenso wie Tischten-
nisplatten und Bouleplätze.
Als Spiel- und Bewegungsräume werden neben diesen v orgesehenen Angeboten auch
brachliegende Flächen wie Parkdecks oder dicht bepflanzte Grünzüge genutzt.
Bei der Betrachtung dieser Räume wird deutlich, das s sich das Angebot mit klassischen
Spielgeräten häufig an jüngere Generationen richtet . Es fehlen sowohl Flächen für Fußball
und Tischtennis als auch weitere Angebote für älter e Kinder beziehungsweise junge Er-
wachsene.
Wie viele weitere Freiflächen im Sozialraum, gliede rt sich der Naherholungsraum an der
Stresemannstraße in Finkenberg in einen Spielbereich und einen Bewegungsbereich. Wäh-
rend der Spielbereich mit Geräten zum Schaukeln und Klettern spezielle Angebote bietet,
weist die angrenzende Wiese Gestaltungspotenziale a uf. Zudem steht ein weiterer öffentli-
cher Aschenplatz in unmittelbarer Nähe öffentlich zur Verfügung.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
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als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 7: Freifläche an der Stresemannstraße in Finkenberg
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
In Gremberghoven konnte dem am nördlichen Rand der Eisenbahnersiedl ung gelegenen
Langobardenplatz im Rahmen einer Beteiligungsaktion eine neue Nutzung zugeführt wer-
den. Die bis dato untergenutzte Wiese wurde in Zusammenarbeit mit der Jugend vor Ort neu
angelegt. Mithilfe von gemeinnützigen Trägern, Stif tungen und Spendengeldern entstand
2017 auf der privaten Freifläche ein Jugendtreff mit angeschlossenem Kunstrasen-Bolzplatz.
Abbildung 6: Langobardenplatz in Gremberghoven
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
In der Humboldtstraße in Porz-Ost befindet sich eine Sportanlage in einem stark überalterten
Zustand. Die Beläge und Entwässerungstechnik sind n icht mehr zeitgemäß und aufgrund
von Kieselrotbelastung sanierungsbedürftig. Engpäss e entstehen dadurch auf weiteren
Sportplätzen. Die ansässigen Sportvereine und Schul en benötigen alternative Spielstätten,
damit der Trainings- und Spielbetrieb aufrecht erhalten bleiben kann.
24 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Mobilität
Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkeh r (ÖPNV) ist durch drei S-
Bahnhaltestellen und die Nähe zur Stadtbahn sowie ü ber diverse Buslinien sichergestellt.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile Finkenberg und Gremberghoven ist die
S-Bahnhaltestelle Steinstraße in fußläufiger Nähe u nd die Kölner Innenstadt in 15 Minuten
erreichbar. Porz-Ost befindet sich ebenfalls direkt an der S-Bahn Trass e und ist über den an
der Grenze des Sozialraums liegenden Bahnhof Porz ( Rhein) auch an den Regionalverkehr
angebunden. Eil ist über diverse Buslinien angeschlossen.
Auch ohne eigenen PKW kann das Zentrum Kölns oder a ndere umliegende Stadtteile gut
und schnell erreicht werden.
Über einen Zubringer in Gremberghoven ist die Bundesautobahn und damit auch der Flug-
hafen Köln/ Bonn mit dem motorisierten Individualverkehrs (MIV) ebenfalls gut erreichbar.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
25
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 3: Straßenanbindung des Sozialraums „Porz-Ost , Finkenberg, Gremberghoven
und Eil“
Quelle: Stadt Köln
26 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.3 Wirtschaft
Die angrenzenden Gewerbegebiete bieten grundsätzlic h Potenzial für wohnortnahe Arbeits-
plätze. Die Beschäftigungssituation zeigt Unterstüt zungsbedarfe im Bereich Qualifizierung
und Bildung. Die Nahversorgung ist in Teilen des So zialraums unzureichend, zudem zeigen
sich zunehmend Leerstände.
Gewerbe und Industrie
Der Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ verfügt über drei, im Norden
gelegene, Gewerbegebiete.
Hierzu zählen der Airport-Businesspark sowie die Gewerbegebiete Gremberghoven und Eil .
Insgesamt hat der Sozialraum mit 78,9 ha Gewerbe- u nd 110,4 ha Industrieflächen einen
hohen Anteil an Gewerbeflächen.
Das Gewerbegebiet Gremberghoven ist vor allem durch Logistik- und Produktionsbetri ebe
geprägt. Auch im Gewerbegebiet Eil bestehen großflächige Produktionsstätten, wie zum Bei-
spiel Deutz AG und EKB Kunststoffe GmbH. Der etwa 3 0 ha umfassende Airport-
Businesspark beheimatet Unternehmen verschiedenster Branchen und unterschiedlicher
Größenordnungen. Hierzu zählen unter anderem die Fi rmen TNT, Postbank, Peugeot, Citro-
en Deutschland oder auch die Deutsche Post (Briefve rteilerzentrum). Die Überlastung der
Zufahrtsstraßen zu den Gewerbegebieten gefährdet je doch die Weiterentwicklung dieses
Gewerbestandortes.
Beschäftigungssituation
Die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt im Sozialraum leicht unter dem
städtischen Durchschnitt (53,7 Prozent) und konnte seit 2007 um rund 5 Prozentpunkte ge-
steigert werden. Die Hälfte der Bewohnerschaft im S ozialraum geht einer SVP-
Beschäftigung nach (50,2 Prozent).
Unterteilt nach unterschiedlichen Bevölkerungsgrupp en zeigt sich, dass über die Hälfte der
Männer (55,5 Prozent) SVP-Beschäftigt sind, dagegen aber nur rund 44,9 Prozent der Frau-
en. Etwa ein Drittel der Ausländerinnen und Ausländer sind SVP-Beschäftigt (32,3 Prozent).
Die Arbeitslosenquote hat sich in den letzten Jahre n analog zur Gesamtstadt verringert, liegt
mit 11,8 Prozent jedoch über dem städtischen Durchschnitt (8,1 Prozent). Während sich zwi-
schen der Bevölkerungsgruppe der Männer (12 Prozent ) und der Frauen (11,6 Prozent)
kaum Unterschiede zeigen, ist bei der Gruppe der Au sländer rund jede Vierte bzw. jeder
Vierte arbeitslos (22,6 Prozent). Auch die Jugendar beitslosenquote liegt mit 8,4Prozent rund
3Prozentpunkte über der gesamtstädtischen Quote (5,3 Prozent).
Die in diesem Zusammenhang bedeutende Zielgruppe de r Schülerinnen und Schüler im So-
zialraum wird über die Maßnahme „checkPraxis“ angesprochen. Es ist vorgesehen, dass die
Maßnahme im Sozialraum außerhalb des Programms Star ke Veedel – Starkes Köln von ei-
nem privaten Träger durchgeführt wird, da keine För derfähigkeit hergestellt werden konnte.
Durch „checkPraxis“ soll über eine organisierte Kontaktaufnahme der ortsansässigen Firmen
in den weiterführenden Schulen zum einen die Quote der Jugendarbeitslosigkeit verringert
werden. Zum anderen können die Firmen auf diesem We ge neue Nachwuchskräfte aquirie-
ren.
Kaufkraft
Der Kaufkraftindex, der einen Hinweis auf das verfügbare Einkommen gibt, unterscheidet
sich zwischen den Stadtteilen zum Teil deutlich. In Gremberghoven (73) und Finkenberg (72)
liegt der Kaufkraftindex deutlich unter dem städtischen Niveau (108).
Somit wird deutlich, dass in diesen Stadtteilen die wirtschaftliche Kraft geringer als die der
Gesamtstadt ausfällt. Im Stadtteil Porz liegt der Kaufkraftindex mit 93 etwas höher, jedoch
immer noch deutlich unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt; während im Stadtteil Eil der
Kaufkraftindex mit 110 sogar über dem gesamtstädtischen Niveau liegt.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
27
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Versorgung
Die Nahversorgungssituation im Sozialraum ist sehr unterschiedlich: Im Sozialraum befindet
sich je ein Nahversorgungszentrum in Finkenberg und in Eil -Mitte . Zudem gibt es den Son-
derstandort Eil mit einem Real SB-Warenhaus, mit einer Mall und an grenzenden Geschäften
(Schuhcenter, Bekleidung, Möbel) durch welches die zentralen Versorgungsbereiche des
Gebietes überlagert werden.
Defizite in der fußläufigen Erreichbarkeit von Einr ichtungen der Nahversorgung gibt es ins-
besondere in Gremberghoven . Dort erfolgt die Nahversorgung weitgehend durch r ollende
Lebensmittelmärkte, während Ladenlokale leer stehen . Im Rahmen einer Studie konnten
bereits 2015 konkrete Anforderungen für eine Ansied lung benannt werden. Bis heute konnte
jedoch kein geeigneter Betreiber gefunden werden.
Die Stadt Köln überprüft derzeit das Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes von 2010. In der
Fortschreibung werden mögliche Veränderungen erfasst.
Abbildung 9: Nahversorgung am Platz der Kulturen in Finkenberg
Abbildung 10: Nahversorgung in Eil
28 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.4 Ökologie und Klima
Grün- und Freiflächen
Im Sozialraum sind verschiedene Grünflächen vorhand en, die insgesamt eine Größe von
48,3 Hektar betragen. Insgesamt beläuft sich der An teil der Grünflächen auf 7,2 Prozent,
womit die Grünflächenversorgung unter dem städtischen Durchschnitt liegt. Jeder Einwohne-
rin beziehungsweise jedem Einwohner stehen rechneri sch 20,0 Quadratmeter Grünfläche
zur Verfügung.
Im Osten grenzt das Erholungsgebiet „Gut Leidenhaus en“ an. Erhöht man den Radius der
Betrachtung auf einen Umkreis von 500 Meter erhöht sich die Größe der Grünflächen auf
rund 130 Hektar.
Ein Teil der Grünflächen ist jedoch mindergenutzt u nd bedarf einer Aufwertung. Beispiele
hierfür finden sich insbesondere in Finkenberg (Stresemannstraße) und Eil (Schützenplatz).
Stadtklima
Durch eine systematische Untersuchung des Kölner St adtklimas wird deutlich, dass es zu-
künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (zum Beispiel Hitze und Starkregenereignisse)
zunehmen werden.
Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhund erts für das Stadtgebiet Köln im Ver-
gleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnisse n, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und
die Zahl der heißen Tage kann sich verdoppeln. In d en dicht bebauten Stadtquartieren gibt
es nur wenige wirksame Maßnahmen, um entsprechende Kühlpunkte zu schaffen.
Die zukünftige Betroffenheit von Wärmebelastung im Sozialraum ist ebenfalls hoch. Mehr als
die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner wird in hochbelasteten Siedlungsgebieten
leben. Klimaaktive Freiflächen sind in diesem Raum fast nicht vorhanden.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
29
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.5 Wohnen
Hinsichtlich des Themenbereichs „Wohnen“ zeigen sich Sanierungs- und Modernisierungs-
bedarfe in Teilbeständen. Insbesondere in den Großwohnanlagen und der ehemaligen Ei-
senbahnersiedlung werden Bedarfe deutlich. Weiterhin sind Missstände im Zustand des
Wohnumfeldes erkennbar.
Gebäudestruktur und -Zustand
Hinsichtlich der Gebäudestruktur zeigen sich Unters chiede im Sozialraum. Die verschiede-
nen Quartiere stammen aus unterschiedlichen Entstehungszeiten und umfassen sowohl Ein-
familienhausbebauung als auch Hochhausbauten.
Die ehemalige Eisenbahnersiedlung Gremberghoven entstand in den 1920er Jahren nach
dem Vorbild der Gartenstadt. Die grundsätzlich attr aktive Gebäudestruktur zeichnet sich je-
doch großteils durch einen Modernisierungs- und Sanierungsstau aus.
Der Bereich Porz-Ost ist geprägt durch eine Mischung von Mehr- und Einf amilienhäusern
und durchgehend homogen bebaut. Im Süden von Porz-O st liegt eine ehemalige Belgier-
siedlung aus den 1950er Jahren, die in den vergange nen Jahren im Bestand saniert und
nachverdichtet wurde. Die Mehrfamilienhäuser entlan g der Straßen „Im Porzer Feld“ und
„Röntgenstraße“ wurden bereits zum Teil durch Neuan striche optisch aufgewertet. Insge-
samt ist in diesem Bereich jedoch ein Aufwertungspo tenzial im Hinblick auf die Fassaden,
wie auch die Freiräume mit den den Wohnhäusern zugehörigen Grünflächen erkennbar.
Der restliche Sozialraum ist durch eine gemischte B austruktur gekennzeichnet, wobei der
Gebäudezustand variiert.
Finkenberg wird durch die in den 1970er Jahren errichtete Gro ßwohnsiedlung dominiert.
Randlich befinden sich Reihenhäuser. Der Zustand de r Großwohnanalage weist einen sehr
unterschiedlichen Betreuungsgrad durch die (private n) Eigentümer auf. Im Rahmen des Sa-
nierungsgebietes wurden einzelne Wohnungsbestände s aniert. Der Großteil der Gebäude
zeigt jedoch nach wie vor Mängel bei notwendigen Sa nierungsarbeiten und der Beseitigung
von Müllablagerungen.
Abbildung 11: Großwohnsiedlung Finkenberg
Quelle: Stadt Köln
Eigentümerstruktur
30 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Der Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ weist mit rund 30 Wohnun-
gen den geringsten Bestand an Wohnungen im Besitz der stadtnahen GAG Immobilien AG
im Programmgebiet auf.
Insgesamt ist der Stadtteil durch eine kleinteilige Eigentümerstruktur geprägt. Die Erfahrun-
gen im Sanierungsgebiet Finkenberg zeigen erste Erfolge bei der Eigentümeraktivierung.
Dennoch wurde auch deutlich, dass viele Eigentümer ihre Immobilie als reine Investitionsan-
lage sahen und durch den häufigen Wechsel der Ansprechpersonen eine Kontinuität nur
schwer herzustellen ist. Somit bildet die kleinteilige Eigentümerstruktur bei der Aktivierung im
Sozialraum eine Herausforderung.
Weiterhin ist auch die Ansprache und Aktivierung der Eigentümer außerhalb der Großwohn-
siedlungen für die Quartiersentwicklung wichtig.
Öffentlich geförderter Wohnungsbau
Der Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen var iiert stark zwischen den Stadtteilen. In
Finkenberg (13,2 Prozent) und Porz (10,6 Prozent) liegt der Anteil über dem städtisch en
Durchschnitt (6,8 Prozent). Im Stadtteil Eil macht der Anteil der öffentlich geförderten Woh-
nungen lediglich 1,7 Prozent aus und in Gremberghoven sind keine geförderten Wohnungen
vorhanden. Somit sind im Sozialraum grundsätzlich p reisgünstige geförderte Wohnungen
vorhanden, die sich jedoch auf die Gebiete konzentrieren, die stärkere Unterstützungsbedar-
fe aufzeigen.
Wohnzufriedenheit
Nach der Erhebung im Rahmen der Demographieumfrage 2016 fällt die Zufriedenheit mit der
eigenen Wohnung im Stadtteil vergleichsweise gut aus. Nahezu drei Viertel der Bewohnerin-
nen und Bewohner geben an, mit ihrer Wohnung „zufri eden“ oder sogar „sehr zufrieden“ zu
sein (74,1 Prozent). Dies entspricht etwa dem städtischen Durchschnitt.
Dahingegen sind nur rund 40 Prozent mit ihrem Stadt teil und dem Wohnumfeld zufrieden
bzw. sehr zufrieden (Stadt Köln rund 68 Prozent). E twas mehr als ein Drittel der Bewohne-
rinnen und Bewohner wählten bei dieser Frage die Kategorie „teils-teils“.
Bei den Ergebnissen der Umfrage muss jedoch beachtet werden, dass die Situation im Sozi-
alraum sehr heterogen ist.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
31
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.6 Stärken- und Schwächenanalyse
In der folgenden Tabelle sind die Potenziale und Herausforderungen zusammenfassend
dargestellt und geben einen Überblick über die Ausgangssituation im Sozialraum.
Tabelle 2: Stärken-Schwächen-Analyse im Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Grem-
berghoven und Eil“
Ist -Analyse Potenziale Herausforderungen
Demographische,
soziale und Bil-
dungssituation
Kulturelle Vielfalt
Heterogene Struktur bietet Stabili-
sierungsansätze durch „stärkere“
Quartiere
Gut vernetzte soziale Akteure in
den Quartieren mit höherer Be-
darfslage vorhanden
Aktivierungsprobleme
Hoher Hilfebedarf und Armut
Hoher Anteil von SGB II-
Empfängerinnen und Empfängern, Ar-
beitslosen mit hoher Betroffenheit von
Kindern / Jugendlichen, speziell in Quar-
tieren mit hoch verdichtetem Geschoss-
wohnungsbau
Veränderte Anforderungen durch Zu-
nahme älterer Personen / Altersarmut
Bauliche Mängel bei Sport- und Begeg-
nungsstätten
Öffentlicher Raum
und Verkehr
Großzügige private Freiflächen als
Potenzialflächen
Aufwertung im öffentlichen Raum in
Finkenberg und Gremberghoven
begonnen
Gute Anbindung an öffentlichen
Personennahverkehr sowie Flugha-
fen und Autobahn
Unsicherheiten durch Angsträume
Mangel an Begegnungsräumen
Unzureichende Aufenthaltsqualität durch
mangelhafte Materialien, Müll oder
Leerstand
Ungepflegte private Flächen mit nicht
ausgeschöpften Nutzungsmöglichkeiten
Wirtschaft Größere Gewerbegebiete mit sehr
guter Anbindung an Straße, Schie-
ne und Luftverkehr
Nahversorgungsdefizite Gremberghoven
Überlastung der Zufahrtsstraßen ge-
fährdet die Weiterentwicklung von Ge-
werbegebieten
Niedriger Anteil an SVP-Beschäftigten
Hoher Anteil Langzeitarbeitsloser und
von Armut betroffener Menschen, mit
fehlenden Möglichkeiten zur Teilhabe,
insbesondere. in Finkenberg
Ökologische /
klimatische Situa-
tion
Bestehende Grünflächen bieten
Aufwertungspotenzial (zum Beispiel
Stresemann Park)
Nähe zur Wahner Heide
Gut Leidenhausen (Königsforst)
Wenig öffentliche Grünflächen, zum Teil
mit geringer Attraktivität
Hoher Versiegelungsgrad
Zukünftig hohe Betroffenheit von Wär-
mebelastung
Starkregenereignisse
Wohnen Nachverdichtungspotenziale
bereits umgesetzte Modernisie-
rungs- und Sanierungsmaßnahmen
teilweise sehr attraktive Bausub-
stanz
Kleinteilige Eigentümerstruktur erhöht
die Zugangsschwierigkeiten bei der
Ansprache und Aktivierung
Sanierungsstau der Wohnungen, vor
allem in Finkenberg (Privateigentümer)
Niedrige Zufriedenheit mit dem Woh-
numfeld
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
32 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
4. Ableitung der Handlungsbedarfe
In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gremberghoven
und Eil“ deutliche Handlungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg, wobei die heteroge-
ne Ausgangssituation im Sozialraum handlungsleitend sein muss.
Demographische, soziale und Bildungssituation
Heterogene Sozialstruktur bietet Stabilisierungspotenziale
Insgesamt liegen die Kennwerte zur Sozialstruktur i m Sozialraum über dem gesamtstädti-
schen Durchschnitt, so dass Handlungsbedarfe erkenn bar sind. Die heterogene Sozialstruk-
tur bietet aber auch wertvolle Ansätze zur Stabilisierung des Sozialraumes.
Während einzelne Quartiere – wie Eil-West und Mitte – durch eine stabile Sozialstruktur je-
doch tendenziell überalterte Bewohnerstruktur geken nzeichnet sind, zeigen sich in anderen
Quartieren – wie in Finkenberg – erhebliche Unterstützungsbedarfe.
Hohe Integrationsleistung erforderlich
Im gesamten Sozialraum zeigt sich ein hoher Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern mit
Migrationshintergrund, so dass dem Sozialraum bei d er Integrationsleistung ein hoher Stel-
lenwert zukommt. Zudem ist der Anteil der Menschen, die Transferleistungen beziehen, in
Teilräumen ebenfalls hoch. Neuzugewanderte bilden e ine zusätzliche Personengruppe mit
spezifischem Unterstützungsbedarf vor Ort. Damit we rden Bevölkerung und Akteure vor Ort
täglich mit komplexen Herausforderungen konfrontier t. Zu nennen sind hier beispielsweise
Alltagsstrukturierung, Sprachförderung, Hilfe bei B ehördengängen und psychologische Be-
treuung bei vorangegangen traumatisierenden Erlebnissen.
Aktivierende Unterstützungsangeboten im Bereich Prävention, Bildung und Qualifizierung
Aufgrund des hohen Handlungsdrucks kommt den aktivi erenden Unterstützungsangeboten
im Bereich Prävention, Bildung und Qualifizierung eine hohe Bedeutung zu. Sie bilden durch
eine niederschwellige Willkommensstruktur – auch in Verbindung mit der Sozialraumkoordi-
nation – eine gute Grundlage für die Entwicklung vo n Kooperationspartnerschaften zum Auf-
bau einer Präventionskette. Sie eröffnen Zugänge zu und für Menschen, die für das „Regel-
system“ und unterstützende Angebotsstrukturen häufig schwer erreichbar sind.
Hinzu kommt, dass zahlreiche Bewohnerinnen und Bewo hner gesundheitliche und soziale
Problemlagen aufweisen, die nicht selten zu einer Sucht- oder einer psychischen Erkrankung
führen oder damit einhergehen. Damit verbunden ist häufig eine Einkommensverringerung
aufgrund von Frühverrentung oder SGB II und SGB XII -Bezug. Nicht selten leben die Be-
troffenen sehr zurückgezogen, entziehen sich zunehm end familiärer Verantwortung und /
oder vermeiden den direkten Kontakt nach außen. Dam it diese Personen die vorhandenen
Angebote nutzen können, sind oftmals „Brücken“ mit niederschwelligem Zugang zum weiter-
gehenden Hilfesystem erforderlich.
Öffentlicher Raum und Verkehr
Öffentlicher Raum fördert soziale Teilhabe
Dem öffentlichen Raum kommt in Quartieren mit einer vergleichsweise weniger stabilen So-
zialstruktur eine besondere Bedeutung zu. Öffentlic he Plätze und Parks können als Räume
für Begegnungen und Freizeitgestaltungen für Menschen mit geringer Wohnfläche und/ oder
fehlendem privaten Freiraum zusätzlich Lebensraum s chaffen und häufiger und intensiver
genutzt werden. Auch Kinder und Jugendliche, ältere Menschen sowie arbeitslose junge Er-
wachsene, verbringen teilweise einen nicht unerhebl ichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen
Raum. Zudem bieten Aufenthaltsräume außerhalb des p rivaten Wohnraumes eine andere
Form der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Nebe n den flankierenden, sozial-
integrativen Maßnahmen haben folglich auch aufwerte nde Maßnahmen bezüglich der ge-
bauten Umwelt einen einflussreichen Charakter auf d en Alltag der Bewohnerinnen und Be-
wohner im Sozialraum. Öffentliche Räume, die im pos itiven Sinne als Orte der Begegnung
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
33
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und des Austausches genutzt und wahrgenommen werden, können auch die Entstehung von
„Angsträumen“ verhindern.
Bedarfsorientierte Angebotsstrukturen in Spiel- und Freizeitbereichen
Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung im Ver bund mit Anderen fördern Interaktion und
leisten damit regelmäßig einen positiven Beitrag zu r Entwicklung von Kindern und Jugendli-
chen. Die in diesen Zusammenhängen gemachten Erfahr ungen des sozialen Lernens kön-
nen das Selbstbild positiv beeinflussen und können insofern direkt oder indirekt einen Beitrag
zur Kriminalitätsprävention leisten. Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld
hierzu alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunik ations- und Bewegungsräume anbieten
zu können, ist die Neuerrichtung bzw. Ergänzung von attraktiven, qualitativ guten und be-
darfsorientierten Angebotsstrukturen im Freizeit- und Sportbereich dringend erforderlich.
Insbesondere im Stadtteil Finkenberg begründet sich ein erhöhter Bedarf durch den hohen
Anteil an Kindern und Jugendlichen, der hohen Einwo hnerdichte sowie des geringen Spiel-
werts der Spielflächen. Angrenzend an die Gemeinbedarfsfläche des Schul- und Sportgelän-
des kann der Rasenfläche ein hohes Entwicklungspote nzial zugesprochen werden. Zeitge-
mäße Angebote für Jugendliche sollten hier vorrangig in Betracht gezogen werden, da Spiel-
geräte für Kinder bereits vorhanden sind. Bei der Auswahl der Angebote sollte die betroffene
Zielgruppe möglichst eng miteinbezogen werden. Eine Übertragung von Entscheidungskom-
petenzen fördert das Verantwortungsbewusstsein bei den zukünftigen Nutzerinnen und Nut-
zern. Dies kann sich nachhaltig positiv auf die Frequentierung und Sauberkeit auswirken.
Einen weiteren wichtigen Bestandteil bildet die Vereinslandschaft vor Ort ab. Die vornehm-
lich ehrenamtliche Organisation der Angebote fördert das Miteinander in den Stadtteilen und
vernetzt die Menschen noch einmal über einen anderen Zugang außerhalb der persönlichen
Alltagsroutine. Insbesondere die sportliche Förderung von Jugendlichen sollte in problembe-
hafteten Stadtteilen wie Finkenberg aufrechterhalten und ausgebaut werden. Hierzu müssen
den Anforderungen gerecht werdende Sportstätten zur Verfügung stehen. In Abstimmung mit
den betroffenen Vereinen müssen Bedarfe bezüglich der Auslastung wie auch der Ausstat-
tung festgestellt werden.
Öffentliche Plätze tragen zur Identifikation des Quartiers bei
Konzeptionell angelegte Platzabfolgen können einem Quartier zu Identität und Orientierung
verhelfen. Platzcharaktere werden durch Mobiliar, M aterial, Bepflanzung und Einsehbarkeit
unterschiedlich wahr- und angenommen. Um diese Erle bbarkeit des öffentlichen Raumes
weiter zu fördern, müssen die Plätze mit ihren fußl äufigen Verbindungen möglichst im Zu-
sammenhang betrachtet und im besten Fall auch in einen Zusammenhang gebracht werden.
Die Frankfurter Straße in Eil verfügt bereits über eine Abfolge von Plätzen entlang der Ein-
kaufsstraße. Der Schützenplatz, der Platz an der Le idenhausener Straße und der Pfarrer-
Oermann-Platz können verschiedenste Nutzungsangebot e vorweisen. Diese Vielfalt sollte
erhalten bleiben, während die Funktion insbesondere des Schützenplatzes und des Platzes
an der Leidenhausener Straße durch eine ergänzende Gestaltung prägnanter herausgestellt
werden kann.
Im Zentrum Finkenbergs sollte an die Erfolge des Sa nierungsprogramms weiterhin ange-
knüpft werden. Anlieger in unmittelbarer Nähe müssen bei der Erhaltung, Pflege und Gestal-
tung über den Zeitraum des Sanierungsprogrammes hin aus miteingebunden werden. Ein
Angebot zur finanziellen Unterstützung mit informie rendem sowie aktivierendem Charakter
ist dafür unabdingbar.
Ähnlich wie bei der Gestaltung der Sportflächen gil t es auch bei der Gestaltung der öffentli-
chen Plätze Nutzerinnen und Nutzer am Planungsproze ss teilhaben zu lassen. Akzeptanz
und Identifikation mit der gebauten Umwelt sind gru ndlegende Voraussetzungen für die An-
nahme von öffentlichen Räumen. Angsträume und Müllf lächen können eher vermieden wer-
den.
34 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Wirtschaft
Erwerbslosigkeit mit niedrigschwelligen Angeboten entgegentreten.
Die Arbeitslosenquote liegt 3,7% über dem städtischen Durchschnitt. Auffällig dabei ist, dass
sich die Hälfte der Arbeitslosen in der Langzeitarb eitslosigkeit befindet. In Verbindung mit
dem vergleichsweise hohen Anteil von Transfereinkom mensbezieherinnen und Beziehern
zeigen sich Unterstützungsbedarfe im Bereich Qualif izierung und Weiterbildung. Insgesamt
benötigen viele Bewohnerinnen und Bewohner zunächst heranführende, niedrigschwellige
Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote wie bereits im Themenbereich Demografische,
soziale und Bildungssituation beschrieben.
Nahversorgung für Gremberghoven
Im Bereich der Nahversorgung stellt sich für drei d er vier Stadtteile kein konkreter Hand-
lungsbedarf heraus. Gremberghoven ist jedoch mit de m Westend der einzige Stadtteil im
gesamten Programm „Starke Veedln – Starkes Köln“, f ür den fußläufig kein Nahversor-
gungszentrum erreichbar ist. Zur Stärkung der Eisen bahnersiedlung sollte eine Lösung an-
gestrebt werden, damit das ohnehin stark durch Auto bahn, Bahntrassen und Gewerbegebiet
abgegrenzte Quartier nicht abgehängt wird. Die dies bezüglich erfolgte Studie sollte hierbei
weiterhin als Grundlage dienen.
Ökologische und klimatische Situation
Hitze- und Hochwasserereignisse durch Entsiegelung abmildern
Um sich an den nicht mehr aufzuhaltenden Klimawande l anzupassen, ist es wichtig, frühzei-
tig Maßnahmen zu ergreifen. Die Betroffenheit oder Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt
sich zum einen aus der klimatischen Belastung (zum Beispiel durch Hitze) und zum anderen
aus der Sensitivität der dortigen Stadtbewohnerinne n und -bewohner. So löst zum Beispiel
eine hohe Wärmebelastung je nach Anteil der anfälli gen Personengruppe über 65 Jahre
(Sensitivität) eine intensive Betroffenheit eines S tadtteils aus. Um hitzebedingten Gesund-
heitsproblemen bei den betroffenen Personengruppen vorzubeugen, bedarf es unter ande-
rem auch einen Bildungsansatz in Bezug auf Umwelt, Klimaschutz und damit verbundene
Einflüsse.
Daneben könnten durch die Versickerung von Regenwas ser vor Ort und der damit mögli-
chen Verdunstung bei Hitzeereignissen, Entsiegelung und Bepflanzung von gepflasterten
und betonierten Stellplätzen, Höfen, Vorgärten oder Garagenauffahrten zur klimatischen
Abmilderung beitragen. Der Anteil versiegelter Fläc he ist im Sozialraum „Porz-Ost, Finken-
berg, Gremberghoven und Eil“ hoch, so dass grundsät zlich von Entsiegelungspotenzialen
auszugehen ist.
Der hohe Versiegelungsgrad im Sozialraum führt außerdem zu einer gesteigerten Hochwas-
sergefahr bei extremen Niederschlagsereignissen. Porz ist diesbezüglich besonders von
Starkregenereignissen betroffen. Aus diesem Grund sollte bei der Gestaltung der Flächen
der Festwiese sowie des Leidenhausener Platzes beachtet werden, dass diese als Re-
tentionsflächen erhalten bleiben und ausgebaut werden.
Wohnen
Eigentümer fördern und fordern
Im Rahmen des Sanierungsgebietes zwischen 2000 und 2011 in Finkenberg wurden einzel-
ne Wohnungsbestände saniert. Um hieran anknüpfen zu können, spielt die Mitwirkungsbe-
reitschaft der Eigentümer eine entscheidende Rolle. Diese gilt es weiterhin durch Information
und Beratung aber auch mithilfe finanzieller Anreize zu fordern und zu fördern.
Bewohnerinnen und Bewohner für das eigene Wohnumfeld sensibilisieren
Wie im Themenbereich öffentlicher Raum bereits erlä utert, zeigen sich im Wohnumfeld zum
Teil wilde Müllablagerungen. Dabei leistet auch die Sensibilisierung der Bewohnerschaft für
die Pflege und Verantwortung des Wohnumfeldes einen Beitrag zur Verbesserung der Situa-
tion vor Ort. Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (A WB) sind in diesen Quartieren bereits ver-
stärkt aktiv, dennoch wird zum Beispiel über regelm äßige Bürgerschreiben auf die Situation
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
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als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
vor Ort aufmerksam gemacht. Erreicht werden kann di ese Sensibilisierung der Bewohner-
schaft vor allem durch eine persönliche Ansprache v or Ort. Mit niedrigschwelligen Aktionen
zur Einbindung und Aktivierung der Bewohnerinnen un d Bewohner kann ein stärkeres Ver-
antwortungsbewusstsein gefördert werden.
36 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
5. Konzeptioneller Ansatz
Aus der Bestandsanalyse und der Stärken- und Schwäc henanalyse sind Handlungsbedarfe
und Entwicklungspotenziale im Sozialraum deutlich g eworden. Die Betrachtung der ver-
schiedenen Themenbereiche zeigt dabei auf, dass im Sinne einer langfristig angelegten
Quartiersentwicklungsstrategie die integrierte Betrachtung erforderlich ist.
Hieraus leiten sich die Ziele sowie die vorgesehene n Maßnahmen des Programms „Starke
Veedel – Starkes Köln“ ab.
Ziele und Handlungsfelder
Ein Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es, durch die Maßnahmen des Programms „Starke
Veedel – Starkes Köln“ lebendige, bunte und generationsgerechte Quartiere für und mit den
Kölnerinnen und Kölnern zu schaffen.
„Verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im Programmgebiet“
Dieses Leitziel entspricht dem des Programms „Lebenswerte Veedel“, knüpft gleichzeitig an
die vom Stadtvorstand beschlossene „Europa-2020-Strategie“ der Stadt Köln an und gibt die
langfristige Zielrichtung für das Programmgebiet vor.
Die Operationalisierung des Leitziels für die strat egische und operative Ebene erfolgt durch
einen Top-Down-Ansatz. Die sich aus der Stärken-Sch wächen-Analyse ergebenden
Schwerpunkte für Handlungsbedarfe und -prioritäten wurden mit den Entwicklungsvorgaben
des Leitziels gespiegelt, so dass sich im Ergebnis folgende fünf Handlungsfelder, die das
Programm themenspezifisch ausrichten, ergeben:
1. Früh ansetzende Hilfen
2. Öffentlicher Raum
3. Wirtschaft und Qualifizierung
4. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltu ng und Lärmminderung
5. Wohnen
Bevor für diese Handlungsfelder die strategischen u nd operativen Ziele erarbeitet werden
konnten, wurden die aus dem Aufruf vorgegebenen Que rschnittsziele, die für das gesamte
Programm gelten und beachtet werden müssen, in das Zielsystem eingebracht. Hierbei han-
delt es sich um folgende Ziele:
− Gleichstellung von Männern und Frauen
− Nichtdiskriminierung (Chancengleichheit / Barriere freiheit)
− Nachhaltigkeit
Die Stadt Köln hat diese Querschnittsziele um zwei weitere ergänzt, nämlich um die Ziele
„Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung“ und „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“. Ziel ist,
die sozialraumorientierte Ausrichtung des Handelns sowohl in der Verwaltung als auch bei
den Akteuren und den unterschiedlichen Zielgruppen zu verankern.
Im nächsten Schritt wurden für die fünf Handlungsfe lder strategische Ziele festgelegt. Sie
beschreiben den angestrebten Zustand, der in den fü nf Handlungsfeldern erreicht werden
soll. Um die strategischen Ziele für die Entwicklun g von Maßnahmen zu operationalisieren,
wurden insgesamt 14 operative Ziele definiert. Sie können nicht trennscharf für die einzelnen
Handlungsfelder festgelegt werden, da sie aufgrund des integrativen Ansatzes ihre Wirkung
vielfach über mehrere Handlungsfelder hinweg entfal ten. Die strategischen Ziele hingegen
können – bis auf eine Ausnahme (Lebenswertes und ök ologisch gerecht gestaltetes Wohn-
und Lebensumfeld) – eindeutig einem Handlungsfeld zugeordnet werden.
Für das gesamte Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ergibt sich somit ein komplexes
Zielsystem, welches die Wirkungszusammenhänge zwischen den verschiedenen Handlungs-
feldern berücksichtigt.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
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als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die für den Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ vorgesehenen Maß-
nahmen bilden entsprechend der örtlichen Bedarfssit uation einen Beitrag zur Erreichung der
Ziele des ISEKs. Auf Grundlage der abgeleiteten spe zifischen Handlungsbedarfe werden
nicht in jedem Sozialraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die nachfolgende Über-
sicht verdeutlicht, zu welchen operativen Zielen di e Handlungsansätze einen besonderen
Beitrag leisten (grün hervorgehoben).
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ nim mt die Stadt Köln die kommunale
Präventionskette in den Blick. Das vorgesehene Maßn ahmenbündel bildet einen Beitrag zur
Schließung vorhandener Lücken in der Präventionsket te. Zudem werden die strukturellen
Handlungs- und Arbeitsweisen im Rahmen der Programm umsetzung betrachtet. Die bereits
bestehenden Präventionsansätze sowie die kommunale Präventionskette der Stadt Köln sind
im Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ darge stellt, so dass an dieser Stelle der fol-
gende Exkurskasten einen Überblick gibt.
38 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 13 : Zielsystem des Programms „Starke Veedel - Starkes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
39
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 14:Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
40 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Exkurs: Die Kommunale Präventionskette
Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbe-
dingungen der Menschen in den Sozialräumen und ziel t darauf ab, soziale Ausgrenzung und Armut zu
vermeiden. Vor diesem Hintergrund wurde bei allen M aßnahmen des Programms darauf geachtet,
dass sie einen Beitrag zur Präventionskette leisten und bestehende Lücken schließen. Unter der
kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote verstanden werden,
die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelne n Lebensphasen von Kindern, Jugendlichen sowie
Erwachsenen aller Altersgruppen erforderlich sind.
Zentral ist dabei die zielgruppenspezifische Betrac htung. So werden beispielweise die im Rahmen der
Bedarfsanalyse festgestellten Unterstützungsnotwend igkeiten für Kinder und Jugendliche in den Maß-
nahmen zu früh ansetzenden Hilfen berücksichtigt, d ie Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren wird
unter anderem durch die Aktivierungsmaßnahme wie „Zuhause im Veedel“ unterstützt.
Trotz des großen Engagements der Stadt im Präventio nsbereich ist die Armut – insbesondere bei
Kindern, Jugendlichen sowie Seniorinnen und Seniore n – in den Sozialräumen überdurchschnittlich
hoch. Die bislang auf- und ausgebauten präventiven Hilfsangebote haben offenbar Lücken, die mit
dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ geschlossen werden sollen. Bislang fehlt eine konse-
quente, ganzheitliche Analyse möglicher Lücken bezi ehungsweise Optimierungsbedarfe in der Prä-
ventionskette und die Etablierung einer kommunalen Gesamtstrategie. Durch eine Neuorientierung
der Hilfesysteme sollen bislang voneinander getrenn t erbrachte Leistungen und Angebote aufeinander
abgestimmt und koordiniert werden.
Ziel ist es, eine durchgängige Förderung und Unters tützung zu gestalten, bei denen die einzelnen
Angebote noch sinnvoller miteinander verknüpft und Wirkungszusammenhänge aufgezeigt werden
können – unabhängig davon, wer sie erbringt. Dabei soll die Weiterentwicklung dieser Präventions-
strategie ausgehend von den Bedürfnissen der Bewohn erinnen und Bewohner als Prozess gestaltet
werden.
Seit Frühjahr 2017 nimmt die Stadt Köln am Landespr ogramm „Kommunale Präventionsketten/ Kein
Kind zurücklassen“ teil. Die Verwaltung will ihre B emühungen zur Förderung von Teilhabe-, Bildungs-
und Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen in Köln weiter systematisieren und sich dafür
an dem landesseitig zur Verfügung gestellten Steuer ungs- bzw. Qualitätsrahmen orientieren. Ganz
konkret ergeben sich drei Ziele im Rahmen des Landesprogramms:
(1) Es soll ein Präventionsleitbild entwickelt werden.
(2) Es geht um die Weiterentwicklung von Maßnahmen einer kommunalen Präventionskette bei ge-
samtkommunaler Steuerung und integrierter Planung. Im Ergebnis stehen hier Empfehlungen für die
Struktur- und Praxisebene, die auf Analysen und strategischen Zielen aufbauen.
(3) Es soll ein Präventionsmonitoring etabliert wer den. Die Verwaltung wird den politischen Gremien in
der zweiten Jahreshälfte 2018 einen Ergebnisbericht als Grundlegung für weitere Aktivitäten, (insbe-
sondere eine Vertiefung und Spiegelung der Gesamtst rategie auf kleinräumiger Ebene) und eine
nachhaltige gesamtstrategische Steuerung vorlegen. In diesem Kontext wird auch das ältere städti-
sche Handlungskonzept gegen die Folgen von Kinderarmut bilanziert und fortgeschrieben.
Eine Übersicht der Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette gibt die folgende Grafik:
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
41
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
42 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6. Maßnahmen
Im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde ein breites Maßnahmen-
bündel entwickelt, die an den Bedarfen vor Ort anse tzen und sich in das weitere Handeln in
den Sozialräumen eingliedern.
Bei den Maßnahmen sind zwei Typen zu unterscheiden:
• Übergreifende Maßnahmen: Diese Maßnahmen werden in mehreren oder allen Sozi-
alräumen umgesetzt. Es handelt sich um Bedarfe, die in den Sozialräumen in ähnli-
cher Weise vorhanden sind. Die übergreifenden Maßna hmen beziehen sich insbe-
sondere auf die sozial-integrativen Maßnahmen sowie die Maßnahmen zur Qualifizie-
rung und den aktivierenden Maßnahmen (zum Beispiel Eigentümeraktivierung über
das Fassadenprogramm).
• Sozialraumspezifische Maßnahmen: Diese Maßnahmen s etzten bei den spezifischen
Bedarfen in den Sozialräumen an, die nicht unmittel bar mit denen anderer Sozial-
räumen zu vergleichen sind. Insbesondere die Maßnah men aus dem Handlungsfeld
öffentlicher Raum (zum Beispiel Gestaltung eines Quartiersplatzes) zählen zu diesem
Maßnahmentyp.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Maßnahmen im Sozialraum „Porz-Ost, Fin-
kenberg, Gremberghoven und Eil“, die in Abstimmung mit den zuständigen Fachämtern in
der angegebenen Zeit realisiert werden sollenEine d etailliertere Maßnahmenbeschreibung
befindet sich in den folgenden Maßnahmenblättern. D em Handlungsfeld 3: Wirtschaft und
Qualifizierung wird in dieser ersten Auflage des IS EKs für den Sozialraum „Porz-Ost, Fin-
kenberg, Gremberghoven und Eil“ keine Maßnahme zuge ordnet. Für dieses Handlungsfeld
leiten sich aus der Analyse lediglich förderrelevan te Handlungsbedarfe ab, die bereits in an-
deren Maßnahmen innerhalb und außerhalb des Program ms aufgegangen sind oder noch
keinen umsetzungsrelevanten Status erreicht haben. Eine vollständige Tabelle mit allen Än-
derungen seit Dezember 2016 befindet sich im Anhang (Anhang 6).
Tabelle
3: Übersicht der Maßnahmen im Sozialraum Porz-Ost/ Finkenberg, Gremberg-
hoven/ Eil
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Nummer Maßnahme
0.0.0 Externe Beratung und Unterstützung bei der Erstellung des Leitkonzeptes
0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung
Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen
Nummer Maßnahme
1.0.16 Zugehende Hilfe mit Lotsenfunktion zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung
einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jah-
ren
1.0.17 Stadtteileltern
Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum
Nummer Maßnahme
2.0.4 Sport- Spiel- und Bewegungsräume im Veedel, hier: zusätzliche Fläche für Trendsport in
der Grünfläche Stresemannstraße
2.11.4 Multifunktionale Freiräume
2.11.5 Generalsanierung Sportanlage Humboldtstraße
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
43
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
Nummer Maßnahme Spezifischer Handlungsbedarf
4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und
Informationssystems. Informati-
onsmaterial für die Bevölkerung
zum Thema Hitzeentwicklung im
Zuge des Klimawandels
Das Gebiet ist zukünftig von hoher Wärmebelastung
betroffen, so dass rechtzeitig Maßnahmen zum Um-
gang mit Hitze, insbesondere bei jungen und gesund-
heitlich beeinträchtigten Personen zu treffen sind.
Handlungsfeld 5: Wohnen
Nummer Maßnahme Spezifischer Handlungsbedarf
5.0.2 Zuhause im Veedel – Aktivierung und Beteiligung
5.0.3 Haus-, Hof- und Fassadenprogramm
44 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.1 Maßnahmenblätter
Laufende Nummer
0.0.1
Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Maßnahme Büro für Quartiersmanagement und Aktivieru ng im Sozialraum
„Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
Inhalt Ausgangslage
Der Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
liegt im Stadtbezirk Porz, der 1975 eingemeindet wurde. Die
Wohnsiedlungsentwicklung stammt aus verschiedenen Entste-
hungszeiten und umfasst sowohl Einfamilienhausbebauung als
auch Hochhausbauten. Stadtteile wie Finkenberg und Gremberg-
hoven weisen zum Teil gravierende bauliche und soziale Prob-
lemlagen auf, während angrenzende Quartiere durch eine durch-
schnittliche oder überdurchschnittliche sozioökonomische Situati-
on der Bewohnerschaft gekennzeichnet sind. Problemlagen bün-
deln sich vielfach in den Geschosswohnungsbauten der 1970er
Jahren.
Der Sozialraum zählt mit rund 24.000 Einwohnern zu den größe-
ren Sozialräumen der Stadt. Nahezu ein Drittel der Bewohner-
schaft sind Menschen mit einem Migrationshintergrund. Ein Wert
der deutlich über dem Durchschnitt der Stadt Köln liegt. Bei den
unter 18 Jährigen beläuft sich der Anteil sogar auf 78,9 Prozent
(Stadt Köln 53,8 Prozent).
„Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ ist insgesamt
durch eine junge Altersstruktur geprägt (Jugendkoeffizient 26,9;
Stadt Köln 19,7), wobei auch der Anteil der über 65-Jährigen
über dem städtischen Durchschnitt liegt (Altenkoeffizient 30,2,
Stadt Köln 25,4). Dies spiegelt sich auch in der Haushaltsstruktur
wider. Sowohl der Anteil der Familienhaushalte liegt mit einem
Viertel über dem städtischen Durchschnitt, als auch der Anteil der
Seniorenhaushalte. Hinsichtlich der Personen, die Transferleis-
tungen beziehen, zeigt sich ebenfalls ein differenziertes Bild im
Sozialraum. Insgesamt bezieht ein Viertel der Bewohnerschaft
SGB-II-Leistungen (25,1 Prozent, Stadt Köln 13,1 Prozent). Von
den unter 15 Jährigen leben mehr als zwei Drittel in einer SGB-II-
Bedarfsgemeinschaft.
Bei der konkreten Betrachtung der Angebotsstruktur im Sozial-
raum wird sichtbar, dass dort bereits grundlegende Angebots-
und Hilfesysteme bestehen, diese jedoch nicht sämtliche Bedarfe
des Sozialraums abdecken. In Teilbereichen mangelt es zudem
an einem lückenlosen Schnittstellenmanagement, welches im
Rahmen des integrierten Ansatzes und einer Vielzahl von aktivie-
renden Prozessen innerhalb des Integrierten Handlungskonzep-
tes sowie des Gesamtprogramms von hoher Bedeutung ist.
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an
diesen Punkten an und ist somit optimal auf die Bedürfnisse des
Sozialraums ausgerichtet.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
45
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
1 Werte 2016
Im Sozialraum vereinen sich bauliche Missstände, Verschmut-
zungen des Wohnumfeldes und soziale Probleme wie Arbeitslo-
sigkeit, Armut, Verschuldung und Suchtprobleme. Der Anteil an
Menschen mit Migrationshintergrund (59,8 Prozent), die Zahlen
der SGB II- Bezieherinnen und Bezieher (25,1 Prozent 1) sowie
die Zahlen der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsiche-
rung (14,1 Prozent 1) sind dementsprechend hoch.
Aufgrund einer oftmals geringen Teilhabe der Bewohnerinnen
und Bewohner an unterschiedlichen Lebensbereichen und den
damit einhergehenden Netzwerkstrukturen wird die hohe Bedeu-
tung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten sowie der
Aktivierung der Bewohnerschaft im Sozialraum „Porz-Ost, Fin-
kenberg, Gremberghoven und Eil“ deutlich. Auch die Imageauf-
wertung des Sozialraums stellt eine große Herausforderung dar.
Ein positiveres Bild ist für die Entwicklung des Sozialraums von
großer Bedeutung.
Im Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
besteht bereits ein vielseitiges Hilfesystemen, welches unmittel-
bare Auswirkungen auf die Quartiersentwicklung nimmt. Mit Hilfe
einer „Bestandserhebung und eines Schnittstellenmanagements“
sollen die vorhandenen Strukturen in den Blick genommen wer-
den, um so potenzielle Lücken aufzeigen zu können.
Schnittstelle zur Sozialraumkoordination:
Mit dem Programm „Lebenswerte Veedel“ wird bereits seit 2006
in elf Sozialräumen konsequent ein integriertes sozialraumorien-
tiertes Stadtentwicklungskonzept verfolgt.
Die Sozialraumkoordination ist organisatorisch an die Bürgeräm-
ter angebunden. Mit der Koordination in den Sozialräumen sind
zehn freie Träger beauftragt, eine Koordination erfolgt in städti-
scher Trägerschaft. Diese arbeiten nach den methodischen Prin-
zipien der sozialraumorientierten Arbeit: 1. Orientierung an den
Bedarfen und Interessen der Wohnbevölkerung, 2. Nutzung der
Stärken und Potenziale der Menschen sowie der Ressourcen des
Sozialraums, 3. Stärkung von Selbsthilfe, Eigeninitiative und Teil-
habe, 4. Erschließung von zusätzlichen externen Ressourcen, 5.
Zielgruppen und bereichsübergreifende Ansätze, 6. Kooperation
und Vernetzung der Aktivitäten und Angebote im Sozialraum.
Die Sozialraumkoordination nimmt seit Jahren erfolgreich eine
aktive Koordinationsfunktion wahr und arbeitet aktiv an der Siche-
rung und dem Ausbau der Netzwerke in den Sozialräumen.
Die Umsetzung des Maßnahmenprogramms „Starke Veedel –
Starkes Köln“ in den Sozialräumen kann durch die elf vorhande-
nen Sozialraumkoordinatorinnen/Sozialraumkoordinatoren nicht
zusätzlich geleistet werden. Durch das Programm „Starke Veedel
– Starkes Köln“ entsteht ein neuer Koordinierungs- und Abstim-
mungsaufwand. Die Akzeptanz und Implementierung des Hand-
lungsprogramms kann in den Sozialräumen aber nur gelingen,
wenn Bewohnerschaft und Akteure für dieses Programm sensibi-
lisiert werden und Zugangsstrukturen genutzt werden. Die Maß-
46 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ soll in
enger Abstimmung mit den Sozialraumkoordinationen die Umset-
zung des Maßnahmenprogrammes sichern. Zum einen in den
spezifischen Themenbereichen – hier insbesondere der Aufbau
von Präventionsketten – sowie zum anderen bei Bedarf – seien
dies problematische Wohnquartiere und Nachbarschaften oder
die Ertüchtigung von Einkaufsstraßen.
Die wesentlichen Aufgaben des Quartiermanagements zur Um-
setzung des Programms sind demnach mit der Sozialraumkoor-
dination und den institutionellen Akteuren vor Ort eng abzustim-
men.
In der Praxis ergibt sich vor Ort ein Team aus der Bürgeramtslei-
tung, der Sozialraumkoordination und der Programmsteuerung
„Starke Veedel – Starkes Köln“, welches mit Blick auf die umzu-
setzenden Maßnahmen um weitere Akteure ergänzt wird.
Bürgeramtsleitung
Steuerungsfunktion
Sozialraumkoordination Programmsteuerung
Vernetzung vor Ort „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektbeschreibung
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an
den oben genannten Herausforderungen und Bedarfslagen an.
Die Maßnahme geht der Frage nach, wie erfolgreich Stadtent-
wicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Fakto-
ren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und Be-
wohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden
können. Entsprechend dieser vielschichtigen Fragestellung, setzt
sich das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ aus
vier unterschiedlichen Projektbausteinen zusammen:
− Quartiersmanagement
− Verfügungsfonds
− Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement
− Öffentlichkeitsarbeit
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ bündelt
diese Projektbausteine unter einem Dach, die jeweils darauf ab-
zielen, die Quartiersentwicklung im Sinne der sozialraumorientier-
ten Stadtentwicklung umzusetzen. Dabei bildet die Aktivierung
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
47
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der weiteren ortsan-
sässigen Akteure den Schwerpunkt des „Büros für Quartiersma-
nagement und Aktivierung“.
Die genannten Projektbausteine mit hohem aktivierendem Cha-
rakter bedürfen einer zentralen Steuerung und Vernetzung, die
durch die Zusammenführung des „Büros für Quartiersmanage-
ment und Aktivierung“ gewährleistet wird. Es wird eine gemein-
same räumliche Verortung vorgenommen.
Die einzelnen Projektbausteine stehen jeweils für sich als inhalt-
lich selbständige Maßnahmen, die auch von unterschiedlichen
Projektträgern umgesetzt werden können. Bei der Maßnah-
menumsetzung wird jedoch vorausgesetzt, dass eine enge Zu-
sammenarbeit zwischen den einzelnen Projektbausteinen erfolgt
und Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Projektbaustein: Quartiersmanagement
Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungsprogramms „Star-
ke Veedel – Starkes Köln“ sind für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ insgesamt 15 Maßnahmen
geplant, die einen neuen und zusätzlichen Koordinierungsauf-
wand für den Sozialraum auslösen, der durch die schon beste-
henden Strukturen der Sozialraumkoordination nicht gedeckt
werden kann. Das Quartiersmanagement übernimmt die Aufga-
be, die maßnahmenumsetzenden Träger in Abstimmung mit der
Sozialraumkoordination bei den Zugängen zu den Zielgruppen
und bei der Akquise der Teilnehmenden im Sinne eines „One-
face-to the-customer“ zu unterstützen. Darüber hinaus stellt das
Quartiersmanagement die Vernetzung der Maßnahmen sicher.
Das Quartiersmanagement ist Ansprechpartner und Lotse für alle
Belange des Sozialraumbezogenen Programms und bildet die
Schnittstelle in die Verwaltung, es dient somit als lokal verortete
Kommunikationsdrehscheibe und Informationsvermittlung. Es
sensibilisiert die Bewohnerschaft und die lokalen Akteure für das
Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“, nutzt die vorhande-
nen Zugangsstrukturen und sichert somit den Erfolg des Inte-
grierten Stadtentwicklungsprogramms. Neben der Ansprache der
Bewohnerschaft wird das Quartiersmanagement auch zentraler
Ansprechpartner für die weiteren lokalen Akteure sein. Darüber
hinaus soll auch das geplante Haus, -Hof- und Fassadenpro-
gramm im Sozialraum entsprechende Beachtung finden. Im Pro-
jektbaustein „Verfügungsfonds“ wird das Quartiersmanagement
unterstützend und begleitend mitwirken, die Maßnahme „Be-
standserhebung und Schnittstellenmanagement“ wird ebenfalls
durch das Quartiersmanagement unterstützt.
Vor dem Hintergrund des politischen Interesses am Gesamtpro-
gramm wird die Gremienarbeit ebenfalls ein Aufgabenfeld des
Quartiersmanagers darstellen.
Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und
Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorge-
sehen ist.
Projektbaustein: Verfügungsfonds
Der Verfügungsfonds bietet finanzielle Unterstützung für die Um-
setzung von Projektideen im Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg,
Gremberghoven und Eil“. Bewohnerinnen und Bewohner, Träger
48 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
vor Ort sowie Vereine, Arbeitsgruppen und –kreise etc. können
Anträge für die Förderung von Projektideen beantragen. Voraus-
setzung ist dabei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zum
Sozialraum haben und in die Bedarfslage vor Ort passen. Mit
Hilfe des Verfügungsfonds soll somit das bürgerschaftliche En-
gagement mobilisiert werden.
Der Verfügungsfonds dient dazu, die städtebaulichen Maßnah-
men im Sozialraum zu flankieren und die Beteiligungsprozesse
vorzubereiten. Beispielsweise könnten Beteiligungsmaßnahmen
wie Malwettbewerbe zur Gestaltung des Spielplatzes (2.0.4) oder
Nachbarschaftsfeste und Begegnungstage zur Mieter- und Eigen-
tümeraktivierung umgesetzt werden, bei denen konkrete Bezüge
zu den städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Die Richtlinien
des Verfügungsfonds werden dementsprechend ausgestaltet.
Im Rahmen des „Verfügungsfonds“ – ein niedrigschwelliges Akti-
vierungsinstrument – übernimmt das Quartiersmanagement bei-
spielsweise die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner sowie
weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung zum Verfü-
gungsfonds zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen
und Vorstellung zu unterstützen.
Förderanträge zum Verfügungsfonds sind an das im Sozialraum
verortete Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung zu stel-
len. Potenzielle Anträge werden dort zunächst auf grundsätzliche
Förderfähigkeit geprüft und dann in enger Abstimmung mit der
Sozialraumkoordination inhaltlich bewertet und bei Bedarf priori-
siert. Hierfür wird durch das Quartiersmanagement eine Arbeits-
gruppe zur fachlichen (Vor-) Bewertung der Anträge eingerichtet.
Die letztendliche Beschlussfassung von Förderanträgen erfolgt
durch ein entsprechendes Entscheidungsgremium für den Sozial-
raum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“. Die opera-
tive Abwicklung des Verfügungsfonds erfolgt in Arbeitsteilung
zwischen dem Quartiersmanagement und der zentralen Koordi-
nierungsstelle beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik.
Projektbaustein: Bestandserhebung und Schnittstellen-
management
Der Projektbaustein bildet die Basis des Prozesses einer „Stadt-
entwicklung aus dem Quartier heraus“. Im Mittelpunkt steht dabei
zunächst die Schaffung von Grundlagen für die Umsetzung des
Prozesses zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung. Die um-
fasst die Analyse der lokalen Akteurs- und Angebotsstruktur, die
Ableitung der Handlungsbedarfe und das Aufzeigen von Schnitt-
stellen. Auf den Erkenntnissen aufbauend, erfolgt die detaillierte
Umsetzungskonzeption des Prozesses und das Wissensma-
nagement (laufende Bereitstellung der Informationen für alle Ak-
teure im Programmgebiet).
Dieser Projektbaustein wird mit städtsichen Ressourcen umge-
setzt.
Projektbaustein Öffentlichkeitsarbeit
Der Projektbaustein setzt sich aus unterschiedlichen Instrumen-
ten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusammen. Es
wird ein Strategie- und Kommunikationskonzept zur Öffentlich-
keitsarbeit und zur „Vermarktung“ des Programms erarbeitet. Der
Schwerpunkt liegt dabei in den Themen Beteiligung, Mitwirkung
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
49
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und Aktivierung. Ziel ist es die unterschiedlichen Zielgruppen nie-
derschwellig und bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür er-
forderlichen Instrumente zu entwickeln. Darüber hinaus wird auf
die klassischen Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit zurückge-
griffen, um das Programm zu kommunizieren.
Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und
Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung vorge-
sehen ist.
Zielgruppe Die Zielgruppe ist sehr breit aufgestell t. Die Maßnahme kommt
insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohne-
rinnen und Bewohnern im Sozialraum zugute. Aber auch die
Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche Institutionen auf
kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und Sozial-
raumkoordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteure und In-
teressensvertretungen sind in die Zielgruppe inbegriffen.
Ziele Projektbaus tein: Quartiersmanagement
Querschnittsziele
− Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
− Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens-
räume
− Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
Projektziele
− Das Quartiersmanagement zielt darauf ab die Bewohn er-
schaft des Sozialraumes zu erreichen, zu aktivieren und
zu unterstützen. Es handelt sich um eine niedrigsch welli-
ge und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von
Teilhabe und Mitwirkung. Ziel ist es, über die Maßnahmen
des Integrierten Stadtentwicklungsprogramms „Starke
Veedel – Starkes Köln“ die Verantwortung der Bewohn e-
rinnen und Bewohner sowie weiterer Akteure für das „ei-
gene“ Veedel langfristig zu stärken, zu stabilisier en und
selbsttragende Strukturen auszubauen. Darüber hinau s
werden folgende Ziele verfolgt:
o Koordination und Bündelung der im Rahmen des Inte-
grierten Stadtentwicklungskonzeptes vorgesehenen
Bewohnerbeteiligungen und –-aktivierungen sowie wei-
terer Akteure vor Ort in Abstimmung mit der Sozial-
raumkoordination
o Intensivierung des nachbarschaftlichen, bürgerscha ftli-
chen und ehrenamtlichen Engagements durch den Ver-
fügungsfonds
o Verbesserung der Vernetzung und Kooperation der Ak -
teure im Sozialraum in Bezug auf die im Integrierte n
Gesamtprogramm, „Starke Veedel – Starkes Köln“ ver-
ankerten Maßnahmen
Projektbaustein: Verfügungsfonds
Querschnittsziele
− Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Projektziele
− Mit dem Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Be woh-
50 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure des Sozi al-
raumes aktiv in die Quartiersentwicklung einzubezie hen.
Im Focus steht die Intensivierung des nachbarschaft li-
chen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engage-
ments. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzun g ei-
ner Vielzahl von kleinen Projekten und Maßnahmen so ll
zur Verbesserung des Miteinanders im Sozialraum führen.
Forciert werden soll insbesondere eine Verbesserung in
der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Bürger-
schaft des Sozialraumes „Porz-Ost, Finkenberg, Grem -
berghoven und Eil“ sowie eine Stärkung der Kooperat ion
der Akteure untereinander.
Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen-
management“
Querschnittsziele
− Sozialraumorientierte Stadtentwicklung
Projektziele
− Im Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven
und Eil“ werden bereits eine Vielzahl an Aktivitäte n und
Maßnahmen wirksam, stehen in der Praxis aber oftmal s
zu stark nebeneinander. Mit dem Baustein „Bestandsana-
lyse und Schnittstellenmanagement“ sollen im Sinne einer
sozialraumorientierten Handlungsweise, die Maßnahme n
vor Ort vernetzt werden und vorhandene Lücken über er-
gänzende Maßnahmen geschlossen und Dopplungen
aufgezeigt werden. Ziel ist es die Zusammenarbeit in allen
Fachbereichen der Verwaltung sowie mit der Bürgerschaft
und den weiteren Akteuren vor Ort zu stärken. Dabei
knüpft der Prozess bei den bestehenden Strukturen sowie
den Aktivitäten und Angeboten der Akteure vor Ort an, die
bereits eine Vielzahl an laufenden Maßnahmen umsetzen.
Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit
Querschnittsziele
− Verbesserte Teilhabe- und Mitwirkung
Operative Ziele
− Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
− Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse
Projektziele
− Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, einen aktiv en Prozess
zur Konsens- und Imageentwicklung zu initiieren, in des-
sen Vordergrund die Entwicklung eines neuen positiv en
„Stadtteil-Gefühls" steht.
− Eine breit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit die nt darüber
hinaus der Information und Aktivierung der Akteure im
Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und
Eil“. Sie richten sich im Wesentlichen an Bewohneri nnen
und Bewohner, Multiplikatoren und Unternehmen sowie
weitere Akteure und verfolgt dabei das Ziel, das Pr o-
gramm und die damit verbundenen Maßnahmen bekannt
zu machen und eine positive Aufbruchsstimmung im So -
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
51
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
zialraum zu erzeugen.
− Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit setzten be i der
Beteiligung und Aktivierung von Bevölkerung und Akt eu-
ren vor Ort an und bilden einen wichtigen Beitrag z ur Mit-
gestaltung des Programms durch die Bewohnerschaft.
Indikatoren Projektbaustein: Quartiersmanage ment
− Bekanntheit, Akzeptanz und praktische Annahme des
Quartiersmanagements bei der Bewohnerschaft
− Anzahl der Teilnehmenden bei den durchgeführten Ve r-
anstaltungen
Projektbaustein: Verfügungsfonds
− Anzahl der beantragten Maßnahme
− Anzahl der durchgeführten Maßnahmen
− Anzahl der beteiligten Personen
Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen-
management“
− Anzahl der Prozessbeteiligten
− Anzahl der entwickelten bedarfsorientierten Angebo te im
Konsens
− Anzahl der beteiligten Dienststellen in der Verwal tung
− Anzahl der Zielgruppen, die im Prozess erreicht wu rden
− Subjektive Einschätzung des Prozesses durch die Pr o-
zessbeteiligten
Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit
− Anzahl der Veröffentlichungen (Flyer, Artikel, etc .)
Kosten Verfügungsfonds: 66.667 €
Quartiersmanagement: 109.100 €
Öffentlichkeitsarbeit: 70.000€
Gesamtkosten: 245.767 €
Davon 2020 130.384 €
Davon 2021 115.383 €
Projektlaufzeit / Zeitraum Für alle Arbeitsmodule i st prozessbegleitend eine Projektlaufzeit
von 24 Monate vorgesehen.
01.01.2020 bis 31.12.2021
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadten twicklung und Statistik
Förderung Städtebauförderung
Bemerkung
52 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Lfd. Nr. 1.0.16 Handlungsfeld Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regel system und Ent-
wicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen
mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraum-
gebieten, hier „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und
Eil“
Inhalt Ausgangslage
Die elf Sozialraumgebiete
− Bickendorf Westend Ossendorf
− Chorweiler Blumenberg Seeberg
− Höhenberg Vingst
− Ostheim Neubrück
− Mülheim-Nord Keupstr
− Buchheim Buchforst
− Porz Ost Finkenberg Gremberghoven Eil
− Meschenich Rondorf
− Bilderstöckchen
− Bocklemünd Mengenich
− Kalk Humboldt/Gremberg
weisen sich durch wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche
Benachteiligung aus. Hier leben gehäuft Familien mit niedrigem
sozialen Status und Multiproblemlagen. Viele der dort aufwach-
senden jungen Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von
ganz unterschiedlichen Problemkonstellationen daran gehindert,
eine eigene Lebensperspektive insbesondere im Hinblick auf eine
berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickeln. Ihnen fällt es
schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte zu gehen. Sie
ziehen sich zurück und vermeiden den direkten Kontakt zu ande-
ren Menschen oder verhalten sich aggressiv und abweisend. Oft
werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen konsumiert. Ursache
eines solches Verhaltens können psychiatrische sowie weitere
Beeinträchtigungen oder Erkrankungen sein, die als solche meist
(noch) nicht diagnostiziert sind. Dieses müsste aber frühzeitig er-
kannt und bei der weiteren schulischen oder beruflichen Planung
berücksichtigt werden. Unter Umständen wäre parallel (oder vor-
geschaltet) eine Behandlung/Therapie erforderlich, um eine be-
rufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu können. Die-
se jungen Menschen benötigen daher eine gezielte Unterstützung
von Menschen, die ihre Bedürfnisse erkennen, über sozialpsychi-
atrische Kenntnisse verfügen und eng mit dem psychiatrischen
Hilfesystem zusammenarbeiten.
Kölner Fachleute unterschiedlicher Institutionen (z. B. Jobcenter,
Landschaftsverband, Ämter der Stadt Köln, Träger der Jugendhil-
fe und Erwachsenenpsychiatrie) haben Anfang 2016 Handlungs-
empfehlungen entwickelt, die spezielle Hilfen für die Zielgruppe
der jungen Menschen mit psychischen Problemen präferieren.
Unter der Bezeichnung „Kompetenzzentrum U 27“ (Arbeitstitel)
beinhalten die Empfehlungen ein Gesamtangebot bestehend aus
einer zugehenden Hilfe , einer niederschwelligen Beratung, ei-
nem Kontaktangebot und Hilfen zur Tagesstrukturie-
rung/Beschäftigung.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
53
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Das Angebot der zugehenden Hilfe für junge Menschen mit psy-
chischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraum gebieten
könnte als ein wesentlicher Baustein innerhalb der o.g. bedarfs-
orientierten Angebotsstruktur fungieren, da er Betroffenen mit be-
sonders hohem Entwicklungsbedarf den Weg zu weiterf ührenden
Unterstützungsleistungen zugänglich macht. Erfahrungswerte be-
legen, dass die jungen Menschen, die in einem sozia l benachtei-
ligten Umfeld leben und zusätzlich eine psychische Beeinträchti-
gung aufweisen, einen sehr niedrigschwelligen Zugan g benöti-
gen, um im Regelsystem wie z.B. gesundheitliche Versorgung, im
Bildungssystem, Arbeit, anzukommen. Immer dann, wen n die
Komm-Strukturen eines Angebots, beispielsweise eine r Bera-
tungsstelle, (noch) nicht greifen, bietet zugehende Hilfe die Mög-
lichkeit einer ersten Kontaktaufnahme und Überleitu ng zu dem
passgenauen Angebot mit Komm-Struktur. In der Praxis bedeutet
dies, dass die jungen Menschen überwiegend zu Hause aufge-
sucht werden, da sie häufig sozial zurückgezogen le ben, keinen
Peergroups angehören, weder die Angebote für Jugend liche und
junge Erwachsene noch entsprechende Institutionen n utzen oder
sich an bekannten Hotspots ihrer Altersgruppe in de r Stadt auf-
halten. Der sozialpsychiatrische Ansatz hat dabei d as Ziel, junge
Menschen mit psychischen Problemen niedrigschwellig in ihren
Alltagskompetenzen zu stärken, die Betroffenen lang fristig in das
Regelsystem anzubinden und Übergänge in gesundheitl ichen,
schulischen und/oder beruflicher Lebensbereichen zu begleiten.
Je nach Einzelfall können hierzu auch Maßnahmen des Jobcen-
ters gehören. Rückmeldungen der Mitarbeiter/innen d es Jobcen-
ters U 25 zufolge, sind viele der jungen Kundinnen und Kunden
nicht in der Lage, die Voraussetzungen solcher Maßn ahmen des
Jobcenters zu erfüllen. Sie benötigen im Vorfeld Hi lfen, die sie
auf einen solchen Schritt vorbereiten. Damit bekäme auch ein
bisher kaum zu erreichendes Klientel die Chance, an Zukunfts-
perspektiven zu arbeiten. Ebenso können auf diese W eise Maß-
nahmenabbrüche verhindert und Ressourcen gezielt ei ngesetzt
werden. Die zugehende Hilfe würde eine bisher in de r Fachwelt
deutlich wahrgenommene Lücke im Hilfesystem schließen.
Schnittstellen zu Regelangeboten und Anknüpfungsmög-
lichkeiten
• Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere die
Schulsozialarbeit, sonstige städtische Einrichtungen,
Jobcenter U25 und alle Akteure in den Sozialraumge-
bieten vor Ort sind wichtige Kooperationspartner, da sie
häufig Hinweise auf die Personen der bedürftigen Ziel-
gruppe erhalten oder in direktem Kontakt mit den Perso-
nen stehen (z. B. Schulen, Kompetenzagenturen) Insbe-
sondere bei vermuteten oder bestehenden psychiatri-
schen Problemlagen kann das hier dargestellte Angebot
von den Kooperationspartnern hinzugezogen werden bzw.
eine Vermittlung erfolgen.
• Mit dem Jobcenter U25 gibt es im Rahmen der einzel-
fallbezogenen Begleitung eine enge Zusammenarbeit,
54 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
u. a. wenn es um die Entwicklung einer beruflichen Per-
spektive geht. Sollte sich bei der Beratung eines Jugendli-
chen/jungen Erwachsenen durch das Jobcenter U25 eine
sozialpsychiatrische Problematik abzeichnen, besteht im
Rahmen der Kooperation die Möglichkeit, eine einzelfall-
bezogene Begleitung durch die hier dargestellte Maß-
nahme einzuleiten.
• Streetwork der Jugendhilfe
(siehe auch Maßnahme 1.05)
Im Gegensatz zu dem hier dargestellten Angebot 1.0.16
besteht die Zielgruppe von Streetwork in der Regel aus
Kindern und Jugendlichen, die sich an bekannten Hot-
spots aufhalten und sich dort mit Gleichgesinnten der
Peergroup treffen. Daher sind im überwiegenden Fall die
Zielgruppe von Streetwork und die Zielgruppe des hier
dargestellten Angebots nicht identisch. Wenn sich jedoch
bei der einzelfallbezogenen Begleitung eines Jugendli-
chen/jungen Erwachsenen im Rahmen von Streetwork ei-
ne sozialpsychiatrische Problematik abzeichnet, besteht
im Rahmen der Kooperation beider Maßnahmen die Mög-
lichkeit, dass die einzelfallbezogene Begleitung entspre-
chend an die hier dargestellte Maßnahme übergeleitet
wird.
• Gesundheitsamt
Es gibt eine enge fachliche Kooperation des o.g. Ange-
bots 1.0.16 mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Ge-
sundheitsamtes. Das Angebot 1.0.16 ergänzt das beste-
hende Regelangebot. Der Sozialpsychiatrische Dienst ist
ein stadtweites Angebot, das Hilfen und Beratung für Er-
wachsene mit einer psychischen Erkrankung nach dem
ÖGD und Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei
psychischen Krankheiten (PsychKG). vorhält (z.B. in Kri-
sensituationen). Es handelt sich dabei in der Regel nicht
um eine intensivierte und längerfristige Begleitung, son-
dern um eine situative Hilfestellung für ausschließlich er-
wachsene Menschen. Das hier neu benötigte Angebot
richtet sich hingegen auch an minderjährige junge Men-
schen mit in der Altersphase benötigten spezifischen Hil-
festellungen – sobald der Bedarf auftritt oder bekannt
wird.
In der Praxis zeigt sich, dass eine Kontaktaufnahme zu
diesen jungen Menschen mit der beschriebenen Proble-
matik überaus schwierig ist. Ihnen ist selbst nicht bewusst,
dass ggf. psychische Problemlagen vorliegen. Daher se-
hen sie keinen Grund, einen Fachdienst wie den Sozial-
psychiatrischen Dienst oder einen niedergelassenen
Facharzt/eine Fachärztin aufzusuchen. Die Angehörigen
nehmen die Situation meist deutlicher wahr. Ihnen ist auf-
grund ihrer persönlichen Betroffenheit und (in der Regel)
fehlender Fachkenntnisse jedoch nicht möglich ist, die Ju-
gendlichen bzw. jungen Erwachsenen zu motivieren, aktiv
Hilfe zu suchen. Meist vergeht sehr viel Zeit, sodass die
Betroffenen erst viel zu spät Zugang zum Hilfesystem fin-
den. In der Zwischenzeit ist u. U. keine gezielte Perspek-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
55
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
tivplanung erfolgt oder die Ausbildung bzw. die Schule
wurde abgebrochen, da keine helfenden Maßnahmen be-
gonnen worden sind. Eine Erfahrung, die sehr frustrierend
für die jungen Menschen ist und im Zuge einer umfassen-
den Hilfeplanung vermieden werden könnte. Die hier be-
schriebene Maßnahme 1.016 ist eine aufsuchende, spe-
ziell auf junge Menschen und schulische/berufliche Orien-
tierung ausgerichtete Hilfe mit einem besonders nied-
rigschwelligen Ansatz. Sie ist daher geeignet, einen Kon-
taktaufbau schrittweise einzuleiten. Darüber hinaus kann
durch die Spezialisierung und den intensiven Kontakt zu
Schnittstellen, beispielsweise mit dem Jobcenter U25, ei-
ne wirksame und zielgerichtete Hilfe angeboten werden.
Aufgrund der Vernetzung des hier beschriebenen Ange-
bots im Sozialraum und entsprechenden Institutionen wie
z. B. den Schulen, ist es u. a. möglich, die betroffenen
jungen Menschen überhaupt zu erreichen. Dadurch kann
frühzeitig präventiv eingeschritten und die Chronifizierung
einer evt. bestehenden Erkrankung oder die Erlangung
einer Erkrankung vermieden werden.
Projektbeschreibung
• Intensiv abholende und stark akzeptierendes Hilfsa ngebot,
sprichwörtlich abholende Begleitung beispielsweise beim
Verlassen der Wohnung oder bei der Kontaktherstellung mit
anderen Menschen, die eine sehr akzeptierende und lang-
sam aufbauende Hilfe notwendig macht und auf einer ver-
trauensvollen Beziehung beruht.
• Stärkung der Alltagskompetenzen und somit langfris tig An-
bindung an die Regelangebote. Dabei ist es von größter
Wichtigkeit, dass dieser Prozess kontinuierlich verläuft und
sich an den individuellen Bedürfnissen jedes Einzelnen orien-
tiert.
Beispielhafte Aufgabendarstellung
• Herstellung einer vertrauensvollen Kontakts im Rah men auf-
suchender Tätigkeit
• Entwicklung einer individuellen realistischen Pers pektive,
insbesondere im Bereich Tagesstrukturierung, Beschäfti-
gung, Ausbildung
• Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Beruf :
Hilfe im Kontakt zum Jobcenter U 25 und anderen In stitu-
tionen
Anbindung an die Angebote des gesundheitlichen Reg el-
systems
Diese Maßnahme hat einen modellhaften Ansatz, der erstmalig in
Köln erprobt wird.
Es kann dabei auf Erfahrungen bereits durchgeführter Projekte in
anderen Städten, z.B. „Achtung-Fertig-Los!“ in Velbert, mit ähnli-
chen Zielsetzungen zurückgegriffen werden.
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes, als kom-
munaler Leistungsträger der Daseinsvorsorge, erfüllt, wie oben
56 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
beschrieben, konkrete Aufgaben gemäß ÖGD und PsychKG (Ge-
setz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krank-
heiten). Zu den Tätigkeiten des Dienstes gehört eine meist situati-
ve Hilfestellung und Krisenintervention. Ebenso wird entsprechend
der gesetzlichen Vorgaben keine auf Dauer angelegte intensive
Begleitung und Beratung von Menschen mit psychischen Proble-
men über einen längeren Zeitraum geleistet. Der Dienst kann auch
nur von erwachsenen Betroffenen ab 18 Jahren in Anspruch ge-
nommen werden und ist nicht altersspezifisch auf ein junges (min-
derjähriges) Klientel ausgerichtet. Erfahrungsgemäß treten
Schwierigkeiten und die Notwendigkeit einer beruflichen oder
schulischen Planung bereits vor dem Erreichen einer Volljährigkeit
auf. Zu erwarten ist vielmehr, dass der Sozialpsychiatrische Dienst
als Kooperationspartner, junge Menschen an die Projektmitarbei-
ter/innen vermitteln wird.
Ergänzend zu den genannten Aufgaben können die konkreten Ak-
tivitäten der zugehenden Hilfe beispielhaft sein:
• Motivation zur Entwicklung einer realistischen Zuk unftspla-
nung und Hilfe bei der Umsetzung (individuelle Hilfeplanung)
• Begleitung bei notwenigen Behördengängen (Jobcente r, Ju-
gendamt etc.)
• Motivation und Begleitung zu ggf. einer psychiatri schen Be-
handlung und/oder Psychotherapie
• Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu anderen Hilfeträg ern (Bil-
dungseinrichtungen, Arbeitsprojekten, Betreutes Wohnen
etc.)
• Unterstützung bei der Aufnahme und Pflege sozialer
Kontakte
• Hilfe bei der Gestaltung freier Zeit und Vermittlu ng zu spezi-
ellen Freizeitangeboten zur Tagesstrukturierung
• Beratung und Unterstützung der Angehörigen des Bet roffe-
nen/der Betroffenen
Zu den über den Einzelfall hinausgehenden Aufgaben gehören
u. a.:
• Kontaktaufbau und -erhalt zu regionalen Kooperatio nspart-
nern
• Klienten-Akquise im Sozialraum
• Fachlicher Austausch und Teilnahme an arbeitsfeldb ezoge-
nen Gremien (Einrichtungsebene)
Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich bis zu 5 Prozent
der Wochenarbeitszeit für übergreifende Tätigkeiten verwendet
wird.
Die Hilfe kann ohne formales Verfahren beginnen, sobald der Be-
troffene/die Betroffene Interesse zur Mitarbeit bekundet. Sie endet,
wenn eine erfolgreiche Anbindung an eine weiterführende Hilfe
erfolgt, die eine konkrete und nachhaltige Perspektive eröffnet
bzw. wenn der Betroffene/die Betroffene keine Unterstützung mehr
benötigt oder wünscht.
Die Intensität der Begleitung entspricht dem jeweiligen Hilfebedarf
und wird voraussichtlich mehrere persönliche Kontakte pro Woche
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
57
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
umfassen. Sie erfordert ergänzend von den Fachkräften eine Vor-
und Nachbereitungszeit, um Telefonate zu führen und Schriftver-
kehr bearbeiten zu können. Geschätzt handelt es sich dabei um
ca. 3,5 bis 4 Stunden pro Woche und Klient bzw. Klientin und kann
sich über einen Zeitraum von durchschnittlich 6 bis 9 Monaten er-
strecken.
Zielgruppe Junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre
Ziele Operative Ziele
• Neu geschaffenen, bedarfsgerechte Angebotsstruktu-
ren
• Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich
Bildung, Gesundheit und Arbeitsvermittlungen mit bedarfs-
gerechten Zugängen und Angebotsformen
Projektziele
• Die jungen Menschen finden durch die neue bedarfsg e-
rechte aufsuchende Angebotsstruktur, die die psychische
Problematik berücksichtigt, den Zugang zu den Angeboten
gesundheitlicher Versorgung und sonstiger Regelangebote.
• Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik wer-
den individuelle Ziele mit der Perspektive beruflicher
und/oder sozialer Teilhabe vereinbart und umgesetzt.
• Durch Vernetzung des Angebots mit anderen Angebote n
wie zum Beispiel Vedelscenter (3.0.7), U25, Jobcenter,
Schulsozialarbeit (s.o.) wird der Übergang für die Betroffe-
nen ins Regelsystem erleichtert.
Im Projektzeitraum sollen mindestens 40 junge Menschen mit psy-
chischen Problemlagen begleitet und je in mindestens ein Angebot
vermittelt werden, das einen weiteren Schritt in Hinblick auf die
berufliche Perspektive bzw. deren Einmündung bedeutet. Dieses
Angebot kann je nach individueller Problemlage im gesundheitli-
chen, schulischen, ausbildungs-, qualifizierungs- und/oder berufs-
bezogenen Bereich liegen. Bei der Angabe von 40 Projektteilneh-
menden handelt es sich nicht um eine festgelegte Platzzahl, son-
dern um eine Mindestzahl von jungen Menschen, bei denen die
intensive Betreuung zu einer konkreten Vermittlung bzw. Anbin-
dung an eine weiterführende Hilfe des Regelsystems auch tatsäch-
lich führen soll. Es ist davon auszugehen, dass ein höherer Anteil
an jungen Menschen erreicht wird, jedoch nicht sofort bei jedem
eine Vermittlung ins Regelsystem gelingt. Über die Möglichkeit,
den Kontakt zu halten, bestünde auch bei diesen jungen Men-
schen langfristig eine Chance, durch eine intensivere Betreuung in
eine verbindliche Vermittlung einzumünden.
Grundsätzlich ist die Dauer des Betreuungszeitraums nicht be-
grenzt und wird sich an den jeweiligen Lebensumständen orientie-
58 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
ren, insbesondere wenn man bedenkt, dass aufgrund der einzel-
nen Problemkonstellationen unterschiedliche Themen im Hinblick
auf eine Verselbständigung bearbeitet werden müssen. Vorgese-
hen ist jedoch, dass – sobald möglich – eine Überleitung in andere
Hilfeformen erfolgen soll. Die Betreuungszeit kann jedoch einen
Zeitraum von ca. 6 bis 9 Monaten erfordern. Dennoch ist davon
auszugehen, dass nicht bei jeder/jedem Betroffenen eine Überlei-
tung in eine Hilfe mit konkreter Perspektive innerhalb des angege-
benen Zeitraums möglich ist.
Die drei Projektträger sind sehr erfahren und haben im Zuge ihrer
bestehenden Angebote und Kooperationen bereits konkrete Vor-
stellungen, welche Personen im Sozialraum die Hilfe benötigen
würden. Darüber hinaus sollen jedoch auch in der Zusammenar-
beit mit der Sozialraumkoordination, den im Sozialraum tätigen
Hilfeanbieter, Schulen und anderen Institutionen neue Kooperati-
onspartner gewonnen werden, die direkt an das Projekt der zuge-
henden Hilfe vermitteln können. Die Bekanntmachung des Ange-
bots wird erfahrungsgemäß in den ersten drei Monaten erfolgen,
gleichzeitig ist es möglich, mit der Begleitung der bereits bekann-
ten Personen zeitnah zu beginnen. Da die zugehende Hilfe sehr
individuell mit einem hohen Zeitaufwand begleitet und der Aufbau
einer vertrauensvollen Beziehung an den Anfang setzt wird, ist mit
einer hohen Haltewirkung zurechnen. Dieser Ansatz wird einer
unnötigen Fluktuation innerhalb des Projektes entgegenwirken.
Im Verlauf der Projektarbeit werden in den Sozialräumen Struktu-
ren der Kooperationen aufgebaut und eine Zusammenarbeit in
Netzwerken geschaffen, die über den Projektzeitraum hinaus wir-
ken und bestehen bleiben. Darüber hinaus werden die Erkenntnis-
se und Ergebnisse des Projektes in die weitere Psychiatrieplanung
der Stadt Köln einfließen.
Indikatoren • Anzahl erreichter und beratener Personen
• Anzahl von Vermittlungen in Hilfen oder Maßnahmen
Kosten Personalkosten
Für 11 Sozialräume:
Förderfähige Kosten zur
Weiterleitung an den Träger
pro Jahr für 2 Jahre
Projektmitarbeit, 2 Stellen,
Pauschale je 76.440 €
152.880 €
305.760 €
Für den Sozialraum „Porz-
Ost, Finkenberg, Gremberg-
hoven und Eil“ sind 5 Pro-
zent eingeplant
7.644 €
15.288 €
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
59
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Nicht förderfähige Kosten
Für 11 Sozialräume:
Freistellung von Personal,
1/10 Stelle für 11 Sozialräu-
me
7.040 €
14.080 €
Davon 5 % im Sozialraum 352 € 704 €
Sachkosten 700 € 1.400 €
Davon 5 % im Sozialraum 35 € 70 €
Gesamtkosten „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven
und Eil“
8.031 €
16.062 €
Kofinanzierung
Für 11 Sozialräume:
Teilnehmende nach SGB II
(12)
43.200 €
86.400 €
Gesamtkosten: 15.358,00 €
Davon:
2017: 5.783,00 €
2018: 7.664,00 €
2019: 1.911,00 €
Projektlaufzeit/
Zeitraum
2 Jahre: 01.04.2017 bis 31.03.2019
Projektverantwortlicher Stadt Köln, Gesundheitsamt
Förderung ESF
Bemerkung Ergänzende Hinweise/Besonderheiten:
Angabe des Fachamts:
Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt über das Thema Gesundheit,
nicht über das Thema Pädagogik. Die Zielgruppe befindet sich
jedoch im Übergang zum Erwachsensein, daher fließen je nach
Entwicklungstand auch pädagogische Elemente in die Begleitung
ein.
Die Besonderheit des Angebots besteht darin, dass hier Men-
schen erreicht werden, die neben möglichen psychosozialen Defi-
ziten eine psychische Problematik aufweisen. Diese Menschen
benötigen ein sozialpsychiatrisch ausgerichtetes Angebot, da rein
pädagogische Ansätze nicht mehr greifen.
Anmerkungen 152-1 Nachrichtlich, die Maßnahme hat b ereits für alle Sozialräume am
01.04.2017 begonnen.
60 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
1.0.17
Handlung sfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Stadtteileltern im Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg,
Gremberghoven und Eil“
Inhalt Ausgangslage
Anhand der sozio-ökonomischen Eckwerte im Sozialrau m „Porz-
Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ wird – wie auch in den
weiteren zehn Kölner Sozialräumen – deutlich, dass der Bedarf an
Beratungsangeboten über dem städtischen Durchschnit t liegt. Die
Erfahrung zeigt zudem, dass insbesondere für den ni ederschwelli-
gen Zugang entsprechende Angebote in Form von einer Orientie-
rungsberatung und Lotsenfunktion in Verbindung mit aufsuchender
Beratung und Begleitung erforderlich sind, damit bi ldungsbenach-
teiligte Menschen in prekären Lebenslagen erreicht werden.
Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und nieder-
schwelliger Beratungsansatz im Veedel geschaffen. D as Angebot
bildet eine „Türöffner Funktion“ in Richtung Regelangebot.
Projektbeschreibung
Mit dem Projekt „Stadtteileltern“ sollen niedrigsch wellige Zugänge
in die Zielgruppen gewährleistet werden. Hierfür we rden die beste-
henden „Stadtteilmütter-Projekte“ zu einem Stadttei leltern-Projekt
weiterentwickelt. Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Struktur-
förderprogramm MÜLHEIM 2020 wird sich an den beiden folgen-
den Prinzipien orientiert:
− Keine Beschränkung der Stadtteileltern auf Migrati onshin-
tergrund
− Verstärkte Einbeziehung von Männern als Stadtteilv äter
Innovativ an dem Vorhaben ist insbesondere die Weiterentwicklung
der bisherigen Stadtteilmütter-Projekte in ein dreistufiges Qualifizie-
rungsmodell mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit durch Ar-
beitsmarktintegration:
− Qualifizierung zur Stadtteilmutter / zum Stadtteil vater
Die Qualifizierung der Stadtteileltern erfolgt durc h die VHS
Köln und hat einen zeitlichen Umfang von 6 Monaten und
circa 20 Unterrichtseinheiten / Woche. Vermittelt w erden
Kenntnisse in den Bereichen Bildung, Gesundheit und So-
ziales sowie Basiswissen in der Beratung. Die Stadt teilel-
tern unterstützen Familien in Fragen zu diesen Themen und
fungieren als Lotsen zu Fachberatungsstellen und de m Re-
gelsystem.
− Praxiseinsatz als Stadtteileltern (12 bis 18 Monat e)
Stadtteileltern informieren in vielen Sprachen über Förder-
möglichkeiten ihrer Kinder in der Schule, nennen An sprech-
personen für eine familiäre Unterstützung und berat en bei
gesundheitlichen Themen oder beim Übergang Schule u nd
Beruf. Sie leisten in ihrem Veedel praktische Integ rationsar-
beit
− Berufsbezogene Anschlussqualifizierung in den erst en Ar-
beitsmarkt (6 bis 12 Monate), zum Beispiel
o Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen
Menschen
o Haushaltsnahe Dienstleistungen
o Alltagsassistenz – zum Beispiel in Wohngruppen für
Demenzkranke
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
61
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
o Pädagogische Hilfskraft, zum Beispiel für den Ein-
satz in einer Offenen Ganztagsschule
o Verwaltungsassistenz im Gesundheitswesen/ Pati-
entenlotsin
Es erfolgt eine dezentrale Koordination der Stadtte ileltern durch
kooperierende Träger an insgesamt acht Standorten, wobei einige
Sozialräume für das Stadtteileltern-Projekt zusamme ngefasst wer-
den. An diesen Standorten wird eine Kombination aus „Komm“-
Strukturen und aufsuchender Arbeit realisiert.
Durch die enge Kooperation zwischen den Beratenden und den
Stadtteileltern werden Beratungs- und Begleitungsan gebote wirk-
sam miteinander verbunden.
Die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. begleitet in Kooperation
mit der Universität zu Köln / Humanwissenschaftlich e Fakultät das
Projekt „Stadtteileltern“ wissenschaftlich unter de r Fragestellung,
welche Auswirkungen der Einsatz von Stadtteileltern auf Wissens-
bestände und Verhaltensmuster der begleitenden Familien hat.
Abgrenzung und Verbindung des Projektes zu den best ehen-
den Strukturen
Das Projekt etabliert eine Verweis- und Lotsenstruk tur, durch die
der Regelbetrieb der Kölner Beratungslandschaft ges tärkt wird und
Menschen, die bisher Beratungsangebote in den Berei chen Bil-
dung, Soziales und Gesundheit nicht oder nur in unz ureichendem
Maße in Anspruch genommen haben, an diese Strukture n heran-
geführt werden.
Das Projekt schließt insbesondere mit seinen aufsuc henden und
dezentralen Beratungsformaten Lücken in der gesamts tädtischen
Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf de r infrastrukturel-
len Ebene durch die Einbindung der beratenden Einri chtungen
niedrigschwellige quartiersbezogener Beratungsnetzw erke, die auf
Dauer angelegt sind.
Die enge Kooperation mit Familienbildung sowie den Arbeitsmarkt-
akteuren, den Kompetenzagenturen und Bildungsträgern im Sozial-
raum ist wesentlicher Projektbestandteil.
Dies gilt auch für die Kooperation mit bestehenden Beratungsnetz-
werken wie zum Beispiel Netzwerk früher Hilfen, Net zwerk Erzie-
hung in Schule (NEIS), Arbeitskreis Vernetzte Beratung, Netzwerke
der Weiterbildung, etc.
Zielgruppe Bildungsbenachteiligte
− Erwachsene
− Familien
− Kinder und Jugendliche
Ziele Operative Ziele
− Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebotsfor-
men
− Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung,
Schule, Beruf, Arbeitsmarkt
− Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und
/ oder Arbeitsplätze
Projektziele
− Verbesserung der Bildungs- und Entwicklungschancen von
Kindern in den durch Stadtteileltern unterstützten Familien
62 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Verbesserung der Grundbildungs- und Erziehungskomp e-
tenzen von Eltern in den durch Stadtteileltern unterstützten
Familien
− Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Stadtteil eltern;
Integration der Projektteilnehmenden in den 1. Arbeitsmarkt
Das Projekt wirkt nachhaltig im Quartier durch die Schaffung nied-
rigschwelliger quartiersbezogener Unterstützungsstr ukturen, die
auf Dauer angelegt sind.
Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige
Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter Investitionsprio-
rität 9 (b) formulierten Zielsetzung „Verbesserung der Integration
benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbei t, Bildung und in
die Gemeinschaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet einen we-
sentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung.
Indikatoren − Anzahl der erfolgten Beratungen
− Anzahl der erreichten Ratsuchenden nach Geschlecht , Al-
ter, Migrationshintergrund, Status, Beratungsanlass
− Anzahl der erfolgten Vermittlungen an dritte Stell en
− Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltun gen
− Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen
− Anzahl der durch Stadtteileltern erreichten Famili en
− Veränderung von Wissensbeständen und Verhaltenswei sen
bei den unterstützten Familien (Erziehungskompetenz , Ori-
entierungswissen, Integration)
− Anzahl der in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Stadtteil-
eltern
Kosten
Kosten für 10 Sozialräume
Kosten für den
Sozialraum
„Porz-Ost, Finken-
berg, Gremberghoven
und Eil“
pro Jahr 3 Jahre
Stellen-
anteile für
den Sozi-
alraum
anteilige
Kosten
Personalkosten
8 x 0,25 Stellen = 2 Stellen
Projektmitarbeit 152.880€ 458.640 € 0,2 45.864 €
Sachkosten
Bürgerschaftliches
Engagement
144.000 € 14.400 €
Qualifizierung
Stadtteileltern
12.000€ 1.200 €
Zusätzliche Stiftungsgelder
Qualifizierung
Stadtteileltern
96.000 € 9.600 €
Evaluation 12.000€ 36.000 € 3.600 €
Öffentlichkeitsarbeit 8266,67€ 24.800 € 2.480 €
Lernmedien 8.200 € 820 €
Gesamtkosten
Stadtteileltern: 779.640 € 77.964 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 337.346,67 € 33.734,67 €
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
63
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Davon Haushaltsjahr 2019: 269.146,67 € 26.914,67 €
Davon Haushaltsjahr 2020: 173.146,66 € 17.314,66 €
Projektlaufzeit / Zeitraum Projektlaufzeit: 36 Monate / 3 Jahre
01.01.2018 bis 31.12.2020
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die
konkrete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Be-
trachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorg ese-
henen Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung in Kooperation mit Amt für
Kinder, Jugend und Familie
Förderung ESF
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht
erkennbar.
Bemerkung 165.000 € Drittmittel für das Projekt Sta dtteileltern werden
durch eine Stiftung bereitgestellt. Weitere Mittel wurden
durch das Amt für Stadtentwicklung und Statistik ei nge-
bracht. Schriftliche Finanzierungszusagen liegen vor.
64 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
2.0.4
Han dlungsfeld: Öffentlicher Raum
Maßnahme Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln
Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“: zu-
sätzliche Fläche für Trendsport in der Grünfläche Stresemannstra-
ße
Einrichtung von Angeboten für Trendsportarten sowie Spiel- und
Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in den Sozial-
räumen
Inhalt Ausgangslage
Der dicht bebaute Stadtteil Finkenberg, eine in den 70er Jahren
entstandene Großsiedlung, weist eine zunehmende gravierende
bauliche und soziale Problemlage auf.
Des Weiteren ist ein Mangel an öffentlichen Freiflächen von 429
Quadratmetern zu verzeichnen. Der geringe Fehlbedarf kann aber
kaum die fehlende Verteilung der Flächen zum wohnungsnahen
Spielen im gesamten Stadtteil ausgleichen. Gemäß der Rankinglis-
te der Jugendhilfeplanung der Stadt Köln unter Berücksichtigung
von Einwohnerdichte und Anteil an Mehrfamilienhäusern sowie
Anzahl und Anteil der hier lebenden Kinder und Jugendlichen steht
Finkenberg an der 67. Stelle.
Demgegenüber ist jedoch die mangelnde qualitative Ausstattung
mit zu geringen Spielwert, der bestehenden Spiel- und Bolzplätzen
beachtlich, die dazu führt, dass hier im Gesamtranking (Qualität im
Vergleich zur Quantität) Platz 10 erlangt wird.
Ein weiterer Handlungsbedarf ergibt sich auch aus der im Stadtteil
vorhandenen Bevölkerungsstruktur sowie den gegebenen familiä-
ren und sozialen Lebensbedingungen der dort lebenden Kindern
und Jugendlichen.
Um den jungen Menschen in Porz-Finkenberg im unmittelbaren
Wohnumfeld alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations-
und Bewegungsräume und damit adäquate Entwicklungsmöglich-
keiten anbieten zu können, ist die bedarfsgerechte Neugestaltung
und qualitative Aufwertung der vorhandenen Spielfläche dringend
erforderlich.
Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil
ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich dabei auf-
grund fehlender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell ausgewie-
senen Flächen. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt
niederschwellige, kostenfreie Angebote für jeden ohne Ausgren-
zung im öffentlichen Raum bereitzustellen
Inhalt Projektbeschreibung
Die geplanten Maßnahmen sollen im Rahmen eines noch durchzu-
führenden Beteiligungsverfahrens schwerpunktmäßig festgelegt
werden. Erst danach kann ein Planungsverfahren aktiviert werden.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
65
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
An der Planung der Maßnahmen werden die im Sozialraum leben-
den Kinder und Jugendlichen sowie die interessierte Bewohner-
schaft beteiligt. Nur auf diese Weise kann eine bedarfsgerechte
Gestaltung erreicht werden. Der Aspekt der Barrierefreiheit wird im
Rahmen der Planung in enger Abstimmung mit dem Behinderten-
beauftragten der Stadt Köln berücksichtigt.
Zielgruppe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Ziele Operative Ziele
− Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Flächen
für neue Nutzungen
− Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebensr äu-
me
Projektziel
− Zeitnahe Bereitstellung öffentlicher Spiel- und Be wegungs-
flächen mit hohem Bewegungs- und Aufenthaltswert für
Kinder, Jugendliche, Familien sowie andere in dem Sozial-
raum lebende Menschen
− Schaffung der Voraussetzungen für eine höhere Lebe ns-
und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und Bewoh-
ner des Sozialraumes
Indikatoren − Anzahl neu errichteter Spiel- und Bewegungsangebot e
− Umgestaltete Fläche in m²
66 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Teilnehmende an den Kinder-, Jugend- und Bürgerbet eili-
gungen
Kosten Spiel - und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum
„Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
Sach- und Baukosten: 240.000,00 €
Davon:
2021: 72.000,00 €
2022: 120.000,00 €
2023: 48.000,00 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 48 Monate / 4 Jahre
Planung: 01.06.2019 bis 31.12.2020
Bau: 01.01.2021 bis 30.06.2023
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie
Förderung Städtebauförderung
Bemerkung An der Planung der Maßnahme werden Kinder , Jugendliche und
junge Erwachsene sowie die interessierte Bewohnerschaft beteiligt.
Nur auf diese Weise kann eine bedarfsgerechte Gestaltung erreicht
werden.
Eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Einrichtungen der
Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und der Sozialraumkoordination
ist vorgesehen.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
67
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
2.11.4 Handlungsfeld Öffentlicher Raum
Maßnahme „Multifunktionale Freiräume“
Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
Umbau von zwei öffentlichen Platzflächen in Porz-Eil zu
multifunktionalen Freiräumen mit Retentionsfunktion
Baumaßnahmen: Gestaltung des Schützenplatzes und des Platzes
an der Leidenhausener Straße
Inhalt Ausgang slage
Porz-Eil ist durch die städtebaulichen Leitbilder der 1970er und
1980er Jahre von langen und geraden Erschließungssachsen und
wenig Aufenthalts- und Entschleunigungsräumen geprägt.
Eine dieser Verbindungsachsen ist die Frankfurter Straße. Diese
Nord-Süd-Achse gründet auf einem ehemaligen Rheinarm und
stellt aufgrund der tieferliegenden Geländeoberfläche bei Starkre-
genereignissen ein erhebliches Risikogebiet für Überflutungen dar.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels sowie des Siedlungs-
drucks auf Großstädte ist auch in Köln mit einer Zunahme des
Überflutungsrisikos zu rechnen.
Auszug aus der Starkregengefahrenkarte (extremes Ereignis)
Projektbeschreibung
In Zusammenarbeit mit durch die Deutsche Bundestiftung Umwelt
geförderten Forschungsprojekt „MURIEL - Multifunktionale Urbane
Retentionsräume“ wurde eine Planungsstudie für den Stadtraum
entlang der Bergerstraße und entlang der Frankfurter Straße in
Porz-Eil erstellt. Im Bereich der Frankfurter Straße sind insbeson-
dere quartiersbezogene Platzflächen untersucht worden.
Als Ergebnis aus der Studie, sollen, um die Überflutungsgefahr im
Sozialraum zu verringern, nachfolgende zwei Flächen zu multifunk-
tionalen urbanen Retentionsräumen mit Aufenthaltsqualität umge-
baut werden (Reihenfolge von Nord nach Süd).
68 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Nr. 1 Eiler Schützenplatz (nördlich der Einmündung des
Hirschgrabens in die Frankfurter Straße)
Der Eiler Schützenplatz liegt auf Höhe der Einmündung des
Hirschgrabens in die Frankfurter Straße und bietet bereits heute
gute Voraussetzungen für eine multifunktionale Flächennutzung. Er
dient als Naherholungsfläche – mit derzeit jedoch geringer Aufent-
haltsqualität – und wird darüber hinaus von der Schützenbrüder-
schaft für das einmal jährlich stattfindende Schützenfest genutzt.
Im Zuge des Umbaus soll die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht
werden, um die Fläche für die lokale Bevölkerung aktiv nutzbar zu
machen und positive Impulse im öffentlichen Raum zu setzen. Da-
mit das Schützenfest auch künftig in die multifunktionale Flächen-
nutzung integriert werden kann, ist eine möglichst ebene Gestal-
tung der Geländeoberfläche erforderlich.
Nr. 2 Platz an der Leidenhausener Straße (nordöstlich der
Einmündung der Leidenhausener Straße in die Frankfurter
Straße)
Unmittelbar nördlich der Einmündung der Leidenhausener Straße
in die Frankfurter Straße befindet sich ein Quartiersplatz. Östlich
angrenzend befindet sich ein gastronomischer Betrieb, der für die
Belebung des Platzes eine wichtige Funktion übernimmt.
Auch hier wird mit dem Platzumbau eine Aufwertung des öffentli-
chen Raumes angestrebt, von dem positive Impulse auf das Stadt-
teilzentrum von Eil ausstrahlen sollen.
Baustein 1: Grundlagenermittlung, Vor- und Entwurfsplanung
Ziel ist es, nach einer Grundlagenermittlung eine Vorplanung für
die bisher untergenutzten Wege- und Platzflächen sowie für den
Straßenraum zu erstellen, sodass hochwertige Aufenthaltsorte für
die Bevölkerung entstehen. Ökologische Belange sollen ergänzend
zu bewährten Gestaltungselementen (Stadtmobiliar, Beleuchtung
etc.) in die Freiraumkonzeption einfließen. Dabei soll (ausgehend
von dem Forschungsansatz des MURIEL-Projektes) ein besonde-
res Augenmerk auf klimawandelrelevante Aspekte und entsiegeln-
de Maßnahmen gelegt werden. Im Fokus der Vorplanung steht die
Konzeption multifunktionaler, klimasensibler Freiräume, die neben
ihrer Hauptfunktion als Aufenthaltsflächen einerseits in der Lage
sind, die Abflüsse extremer Starkregen temporär zurück zu halten
und die andererseits in Hitze- und Trockenperioden durch Ver-
schattung und über Verdunstungsprozesse Kühleffekte im Quartier
bewirken können.
− Voruntersuchung und Konzeptphase (Vergabe und Durc hfüh-
rung der Leistungsphasen 1-3)
Baustein 2: Bürgerworkshop (2018)
− Im Rahmen der Entwurfskonzeption soll im Sommer 20 18
ein Beteiligungsprozess (Bürgerworkshop) mit der örtlichen
Bevölkerung durchgeführt werden, um Bedürfnisse und lo-
kale Ideen einzubeziehen. Die Bürgerinnen und Bürger sol-
len sich mitteilen und die neue Form des öffentlichen Rau-
mes gestalten können. Aufbauend auf den Ergebnissen des
Beteiligungsprozesses, soll die Konkretisierungsphase ein-
geleitet werden (Entwurfsplanung).
− Vergabe und Durchführung der Leistungsphasen 1-3
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
69
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Baustein 3: Konkretisierungsphase (201 8)
− Vorgesehen ist eine Realisierung der zwei Vorhaben . Auf-
bauend auf den Erkenntnissen der Konzeptphase und der
Bürgerbeteiligung soll der Entwurf in die politisch abge-
stimmte Baubeschlussfassung parallel zum Förderantrag
überführt werden.
− Planungs- und Baubeschluss
− Leistungsphase 3
Baustein 4: Bauphase (2019-2022)
− Vorbereitung der Ausführungsplanung
− Ausführung der Maßnahmen
− Leistungsphasen 5 bis 9
Zielgruppe alle Altersgruppen, Geschlechter und Leb ensstile
Ziele Das Projekt entspricht dem in Prioritätsachse 4 „Nachhaltige Stadt-
und Quartiersentwicklung / Prävention“ spezifischen OP-EFRE-Ziel
11 „Verbesserung der Integration benachteiligter gesellschaftlicher
Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemeinschaft“ und insbe-
sondere der Maßnahme 2 „Verbesserung des Öffentlichen
Raums/Wohnumfelds“ in vollem Umfang und leistet einen wesentli-
chen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung.
Operative Ziele
− Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebensr äu-
me
− Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen
Projektziele
Ziel der Maßnahme ist die Schaffung eines mehrdimensionalen
öffentlichen Freiraumbandes, das für vielfältige Ansprüche und
Interessenslagen Möglichkeitsräume bietet. Im verdichteten Stadt-
teilzentrum Eil sollen bestehende Platzflächen entsiegelt werden
und einer offenen und landschaftsbetonten Gestaltung zugeführt
werden. Eine konkrete Umsetzung erfolgt aufgrund der konzeptio-
nellen Voruntersuchung für die Fläche an der Leidenhausener
Straße / Frankfurter Straße.
Zielfeld Sozial- und Freiraum:
Herstellung und Sicherung wohnortnaher Freiräume, Qualifizierung
des öffentlichen Raumes zur Erhöhung der Lebens- und Aufent-
haltsqualität, Optimierung der generationsübergreifenden Frei-
raumnutzbarkeit, Schaffung von Kommunikations- und Begeg-
nungsräumen, Herstellung von Identitätsmerkmalen
Zielfeld Lokalklima und Regenwassermanagement :
Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung und Vorsorge zur Sen-
kung des Überflutungsrisikos bei Starkregenereignissen, Entsiege-
lungs- und Begrünungsmaßnahmen, Verbesserung des Mikrokli-
mas, Hitze – und Trockenheitsvorsorge, Erhöhung der Biodiversität
Zielfeld Verkehr und Mobilität:
Verbesserung von Wegeverbindungen, Lärm- und Schadstoffredu-
zierung, Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Barrierefreiheit
Indikatoren − Überflutungsschutz und Risikovorsorge
− Höhere Verweildauer im öffentlichen Raum
70 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Höhere Frequentierung
− Entsiegelung hochverdichteter Flächen in m²
Kosten Schützenplatz Porz Eil
Kosten: 1.137.748,61 €
Platz an der Leidenhausener Straße Porz Eil
Kosten: 414.829,00 €
Gesamtkosten: 1.552.577,61 €
Davon:
2020: 180.916,08 €
2021: 1.096.114,90 €
2022: 275.546,63 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 54 Monate / 4,5 Jahre
Planung: 01.01.2018 bis 31.12.2019
Bau: 01.01.2020 bis 30.06.2022
Es ist vorgesehen, den Förderantrag zum STEP 2019 zu stellen,
so dass 2020 mit der Realisierung der Maßnahme begonnen wer-
den kann.
Projektverantwortung Stadt Köln: Stadtplanungsamt i n Kooperation mit dem Amt für
Straßen und Verkehrsentwicklung, den Stadtentwässerungsbetrie-
be Köln AöR sowie dem Amt für Landschaftspflege und Grünflä-
chen
Förderung EFRE mit Kofinanzierung Städtebauförderun g
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
71
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
2.11.5 Handlungsfeld Öffentlicher Raum
Maßnahme „Generalsanier ung Sportanlage Humboldtstraße “
Inhalt Allgemeines
Die bestehende Sportanlage befindet sich im Kölner Stadtteil Porz.
Die Sportanlage ist im Grundbesitz der Stadt Köln und wird von der
Leichtathletikabteilung des „Gymnasial Sport Vereins“ GSV Porz
genutzt. Hier trainieren ca. 150 junge Athleten (U10 – U20) an vier
Tagen in der Woche. Etwa 80 Kinder und Jugendliche nehmen
regelmäßig am Wettkampfbetrieb teil. Ferner finden sich hier das
Vereinsheim des GSV Porz (Königsberger Straße) sowie eine klei-
ne Sporthalle, ein Kraftraum und ein Materialraum.
Weiterhin soll die Anlage nach dem Umbau von der Fußballverei-
nen RSV Urbach und SpVg. Porz genutzt werden. Die beiden Fuß-
ballvereine haben Ihre Vereinsheime auf der Sportanlage Bruck-
nerstraße, wo sie sich einen Kunstrasenplatz teilen. Sie nehmen
mit 17 bzw. 21 Mannschaften am Spielbetrieb des Fußballkreises
Köln teil. Die Zufahrt zur Sportanlage erfolgt über die Humboldt-
straße. Die bestehende Kampfbahn Typ B mit Tennengroßspielfeld
soll im Zuge der Baumaßnahme in Kunststoff- oder Naturrasen
umgewandelt werden. Die Bezirksvertretung Porz diskutiert zur Zeit
die Ausführung als Naturrasenplatz, damit die leichtathletischen
Wurfdisziplinen, die ansonsten einen Kunstrasenbelag beschädi-
gen würden, hier trainiert werden können.
Aufgrund des überalterten Zustandes des Fußballplatzes - und hier
insbesondere der nicht mehr funktionierenden Entwässerung - wird
eine Überarbeitung dringend notwendig. Der Umbaumaßnahme
war eine Kieselrotsanierung vorangegangen (eigenständiges Ver-
fahren mit Förderung durch die BR Köln, Dezernat 52 – Abfallwirt-
schaft – einschließlich anlagenbezogenener Umweltschutz).
Bestandssituation
Errichtet wurde die Sportanlage ca. 1965 und letztmalig generalsa-
niert in 1986. Der allgemeine Zustand der Anlage zeigt sich stark
überaltert. Da die oberen Schichten des Aufbaus mit Kieselrot be-
lastet waren, fand zum Jahreswechsel 2017/2018 eine Kiesel-
rotsanierung statt. Hierbei wurde der Oberbau des vorhandenen
Sportplatzes (Deckschicht, Dynamische Schicht, ungebundene
Tragschicht) größtenteils aufgenommen und entsorgt (s. ange-
hängtes Bildmaterial). Die erforderlichen Baugrunderkundungen
durch ein Ingenieurbüro ergaben, dass das Tragverhalten des Erd-
planums z.T. deutlich unter dem Sollwert von EV2 = 45 MN/m²
liegt. Eine Bearbeitung des Schluffhorizontes mit Bindemittel C 50
in einer Arbeitstiefe von 30 cm und eine Menge von 15 kg/m² wird
empfohlen. Aufgrund des Alters der Anlage sind sämtliche Einbau-
ten auf der Sportanlage (Flutlicht, Ballfangzaun, Tribünenanlage,
Papierkörbe) in einem schlechten Zustand und sollen zurückgebaut
werden, sofern dies nicht schon im Zuge der Kieselrotsanierung
erfolgt ist. Die vorhandene 2 m hohe Einfriedung (Stabgitterzaun)
befindet sich in einem guten Zustand.
72 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Verortung der Sportanlage in Porz Ost
Projektbeschreibung
GEPLANTER UMBAU
Die bestehende Kampfbahn Typ B wird, aufgrund der Nutzung der
Anlage durch Leichtathletik- und Fußballvereine sowie der angren-
zenden Schule, nach Abstimmung des tatsächlichen Bedarfs mit
den Nutzern, in den aktuellen Grenzen neu errichtet. Aufgrund der
vorangegangenen Kieselrotsanierung, wurden die Tennendeck-
schicht, die Dynamische Schicht und die Tragschicht bereits abge-
tragen. Im Zuge des Wiederaufbaus wird zunächst ein profilgerech-
tes Erdplanum erstellt und der Baugrund mit 15 kg/m² Bindemittel
C 50 verfestigt. Im Anschluss erfolgt ein DIN-gerechter Aufbau der
Kunstrasen- und Kunststoffflächen. Die Spielfelder (Großspielfeld
netto 100 x 67 m, Kleinspielfeld netto 30 x 15 m) erhalten einen
Kunststoffrasen mit Sand-Gummi-gefüllter Polschicht in 2 Lagen
gemäß DIN EN 15330/1 auf einer elastischen Tragschicht (35 mm)
gemäß DIN 18035/7.
KURZSTRECKEN- UND RUNDLAUFBAHNEN
Die Laufbahn erhält einen Kunststoffbelag Typ D gemäß DIN
18035/6. Im Wesentlichen wird die Laufbahn an gleicher Stelle und
in gleicher Breite wie die aktuelle mit 6 Rundlaufbahnen angelegt.
Allerdings ist der Ausbau von zwei Kurzstreckenlaufbahnen ge-
plant. Auf der östlichen Seite wird es eine Sprintstrecke mit 7 und
auf der westlichen Seite mit 6 Bahnen geben. Die östliche wird mit
den vorgesehenen Markierungen für Wettkämpfe ausgelegt sein
und die westliche etwas reduzierter ausgeführt für Training und
Sportabzeichenabnahme etc, sodass hier eine gleichzeitige Nut-
zung durch Leichtathletikverein und Stadtsportbund (Sportabzei-
chen) stattfinden kann. Durch die Ausführung mit 7 Bahnen soll die
innere Bahn, die durch Mittel- und Langstreckentraining stärker
genutzt wird, geschont werden. Hierzu soll dann beim Kurzstre-
ckentraining nur auf den Bahnen 2-7 trainiert werden.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
73
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
NÖRDLICHES SEGMENT
Im nördlichen Segment werden Spielfelder für Basketball und Vol-
leyball sowie eine Weitsprung- und eine Hochsprunganlage errich-
tet. Die bestehende Hochsprunganlage des GSV findet hier eine
Weiterverwendung. Eine Stabhochsprunganlage ist derzeit nicht
vorgesehen, allerdings soll ein Einstichkasten eingebaut werden,
um bei entsprechendem Bedarf eine spätere Erweiterung zu er-
möglichen.
SÜDLICHES SEGMENT
Im südlichen Segment ist eine Kunstrasenfläche mit Kleinspielfeld
in einer Größe von 30x15m mit geschlossenem Bandensystem und
Netzen an den Seiten und oberhalb des Spielfeldes vorgesehen.
KUGELSTOSSANLAGE
Im Südwesten der Sportanlage wird eine Kugelstoßanlage mit 3
Stoßkreisen errichtet. Der mittlere Ring wird in einer rollstuhlge-
rechten Ausführung errichtet. Die Aufschlagfläche aus Tennenbe-
lag mit einer Größe von 20 x 13 m wird mit 5 cm überhöhten
Kunststoffkantensteinen eingefasst, um rollende Stoßkugeln vom
Vegetationsbestand fern zu halten.
WEIT- UND DREISPRUNGANLAGE
Entlang der östlichen Kurzstreckenbahnen wird eine Weit- und
Dreisprunganlage entsprechend den Anforderungen der IAAF er-
stellt und mit Weichkantensteinen eingefasst. Es handelt sich je-
weils um eine einzelne Sprunggrube, wobei nur eine Anlaufbahn
für beide Anlaufrichtungen verwendet wird. Aufgrund der Erfahrung
mit erhöhtem Sandeintrag in die Anlauf und Rundlaufbahnen, sol-
len die Sprunggruben mit einer Sandfangrinne ausgestattet wer-
den. Weiterhin erfolgt eine Abdeckung mit Planen um den
Schmutzeintrag zu reduzieren.
TRIBÜNENANLAGE
Die vorhandene Tribünenanlage kann aufgrund des schlechten
Zustandes und der erforderlichen Kieselrotsanierung nicht weiter
genutzt werden. Nach Rücksprache mit dem Lärmschutzgutachter
wurde entschieden, die Tribüne auf die westliche Seite zu verla-
gern, da hier ein größerer Abstand zur Wohnbebauung vorliegt und
sich so höhere Nutzungszeiten für die Anlage ergeben.
TRAININGSBELEUCHTUNG
Die vorhandene 6-Mast-Trainingsbeleuchtungsanlage aus dem
Jahr 1989 wird im Rahmen der Neuordnung der Anlage ebenfalls
durch eine zeitgemäße Beleuchtungsanlage mit LED ersetzt. Groß-
und Kleinspielfeld sowie Laufbahn, Segmente, Weitsprung- und
Kugelstoßanlage sollen ausgeleuchtet werden, wobei eine separa-
te Ansteuerung der Beleuchtung möglich ist. Die Lichtimmission
wird durch eine Verringerung der Aufneigung aus der Horizontalen
gegenüber der Bestandssituation deutlich verringert. Zusätzlich
werden UV-Sperrfilter eingesetzt, die eine UV-absorbierende Wir-
kung haben. Die Gehäuse der Leuchtmittel sind aus Gründen des
Insektenschutzes komplett geschlossen.
74 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
BALLFANGZÄUNE, BARRIEREN UND EINFRIEDUNG
An den Kopfseiten des Großspielfeldes sind Ballfangzäune einge-
plant, um die Störungen zwischen Fußball- und Leichtathletiktrai-
ning zu verringern. Am nördlichen Segment beträgt die Höhe 8m,
da hier eine starke Nutzung des Segmentes vorgesehen ist. Beim
südlichen Segment ist ein Kleinspielfeld mit geschlossenem Ban-
den und Netzsystem geplant, sodass der Ballfangzaun auf eine
Höhe von 6m als ausreichend angesehen wird. Um die Lärmemis-
sion zu reduzieren, erhalten die Ballfangzäune eine Körperschal-
lisolierung. Die Grundstücksgrenze bleibt mit dem bestehenden
Zaun eingefriedet.
WEITERE AUSSTATTUNG
Der Sportplatz erhält entsprechende Ausstattungen mit Toren, Bo-
denhülsen für Eckfahnen sowie Betreuerkabinen, Fahrradständer,
Abfallbehälter und Sitzmöglichkeiten in Form von Natursteinblö-
cken. Da auf der Anlage drei Sportvereine und der Stadtsportbund
aktiv sein werden, sind zusätzlich zwei Fertiggaragen als Material-
container vorgesehen.
INNERE ERSCHLIESSUNG
Die umlaufenden Wege werden aus Betonsteinpflaster (20/10/8
cm, wasserdurchlässig) in ca. 2,00 m Breite hergestellt. Die Platz-
fläche vor dem Vereinsheim wird im Rahmen der Neugestaltung in
die Planung integriert.
ENTWÄSSERUNG
Auf der Basis des Bodengutachtens wurde ein Entwässerungskon-
zept entwickelt, welches die Versickerung des anfallenden Nieder-
schlagwassers, auf dem eigenen Grundstück, über eine Kastenri-
gole außerhalb der Sportbeläge gewährleistet. Das anfallende
Oberflächenwasser der Sportflächen (0,8-1,0% Gefälle) wird in die
umlaufende Entwässerungsrinne abgeführt und über die Sinkkäs-
ten und ein geschlossenes Leitungssystem in die Rigole eingelei-
tet. Die angrenzenden fußläufigen Pflasterwege werden mit 2,5%
Gefälle nach außen „über die Schulter“ in die angrenzenden Vege-
tationsflächen entwässert. Im Bereich der Tribüne wird das Wasser
in einer Entwässerungsrinne aufgefangen und in das Rigolensys-
tem abgeleitet. Das Oberflächenwasser der Platzfläche vor dem
Vereinsheim wird in die öffentliche Kanalisation eingeleitet, da eine
Verunreinigung des Wassers durch Fahrzeuge (Getränkewagen
etc. bei Sportfesten) in diesem Bereich nicht ausgeschlossen wer-
den kann. Für die Sportflächen ist eine neue Drainageentwässe-
rungen über ein Sauger- Sammlersystem (Saugerabstand von ca.
5,50 m) gemäß den Angaben des Bodengutachters zu erstellen,
die an eine ausreichend dimensionierte unterirdische Kastenrigole
mit vorgeschaltetem Absetzschacht angeschlossen wird.
VEGETATIONSFLÄECHEN
Für die Erweiterung des Materiallagers und im Bereich der neuen
Erschließung vom nördlichen Parkplatz, können 12 Bäume nicht
erhalten werden, von denen 5 unter die Baumschutzsatzung der
Stadt Köln fallen. Nach Rücksprache mit der Unteren Landschafts-
behörde sind hierfür Fällanträge zu stellen. Eine Landschaftsrecht-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
75
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
lichen Kurzaussage, Landschaftspflegerischer Begleitplan oder
eine Artenschutzrechtliche Prüfung sind jedoch nicht erforderlich.
10 Ersatzbaumpflanzungen sind auf der Sportanlage geplant, sollte
eine höhere Kompensation erforderlich sein, soll diese, aufgrund
des Platzmangels auf dem Sportplatz, monetär erfolgen. Des Wei-
teren wird im Zuge der Bauarbeiten in die vorhandenen Rasenflä-
chen eingegriffen. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten erfolgt in
den Arbeitsbereichen eine Neuanlage von Scherrasenflächen mit
einer RSM 2.3.
ZUSÄTZLICHE MASSNAHMEN AUF DER SPORTANLAGE
BRUCKNERSTRASSE
Da durch den Bau des Kunstrasenplatzes keine Flächen für
Speerwurf und Diskus an der Humboldtstraße zur Verfügung ste-
hen (der Platz an der Schule ist in der Prioliste 2017-2020 enthal-
ten und wird ebenfalls in einen Kunstrasenplatz umgebaut), soll für
diese Wurfdisziplinen eine Ausweichmöglichkeit auf der Sportanla-
ge Brucknerstraße geschaffen werden. Um die Gesamtkosten bei-
der Varianten vergleichen zu können, wurden die Kosten für die
Maßnahmen auf der Brucknerstraße ebenfalls in der Kostenbe-
rechnung berücksichtigt.
Zielgruppe Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Seniore n
Ziele Operative Ziele
− Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebensr äu-
me
− Verbesserte gesundheitliche Situation
Projektziele
− Förderung des Vereins- und Schulsports
− Entlastung der Kapazitäten umliegender Sportplätze
Indikatoren − Sanierte Fläche in m²
− Mitgliederzahlen Vereine
− Mannschaftsmeldungen Fußballvereine
− Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen
Kosten Generalsanierung SpA Humboldtstraße - Platz 2
Landschaftsgärtnerische Arbeiten
KGR 500 2.110.584,00 €
KGR 700 72.709,00 €
Summe Bau- und Planungskosten 2.183.293,00 €
Davon:
2020: 2.083.293,00 €
2021: 100.000,00 €
76 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate/ 3 Jahre
Planung: 01.01.2018 bis 31.12.2019
Bau: 01.01.2020 bis 31.12.2020
Es ist vorgesehen, den Förderantrag zum STEP 2019 zu stellen.
Projektverantwortung Sportamt der Stadt Köln
Förderung Städtebauförderung
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
77
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer 4.0.4 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, L uftreinhal-
tung und Lärmminderung
Maßnahme Aufbau eines Hitzewarn - und Informationssystems. Informa-
tionsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeen twick-
lung im Zuge des Klimawandels in den elf Sozialräumen
Inhalt Ausgangslage
Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole
Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst u nd den
Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und d ie Ergeb-
nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Met-
ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich
gezeigt, dass es zukünftig in Köln wärmer wird und die Wetter-
extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine d eutliche
Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadttei le gegen-
über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis z u 10
Grad.
In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von
über 30 Grad und die Sommertage, mit Temperaturen v on über
25 Grad in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Max imaltem-
peraturen von über 40 Grad erreicht werden. Die Zah l der Som-
mertage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Sta dtgebiet
Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen,
um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heiß en Tage
kann sich sogar verdoppeln.
Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartiere bei la ng anhal-
tenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonde rs Kleinkin-
der, kranke und ältere Menschen. Aber auch bei gesu nden
Menschen kann Hitze zu Erschöpfung und eingeschränkter Leis-
tungsfähigkeit führen.
Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemesse n und
das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheit lichen Be-
lastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen
gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken.
Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Ve reinsamung
oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreiche nde
Flüssigkeitsversorgung und Flüssigkeitsaufnahme unt erlassen
werden.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Internetseite
und als Handy-App eine Hitzewarnung an. Dieser Dien st kann
auch von Altenpflegeeinrichtungen genutzt werden.
Projektbeschreibung
Ziel ist es, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarb eit die Bewoh-
nerschaft in den Sozialräumen zu erreichen, die alt ers- und situ-
ationsbedingt diese webbasierte Technik nicht nutze n können.
Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung für Hitzeereig-
nisse bekommen, sondern auch eine entsprechende Ver hal-
tensänderung beziehungsweise Vorsorge betreiben.
So sollte zum Beispiel ein alter Mensch dazu angehalten werden
an besonders belasteten Hitzetagen sein Trinkverhal ten zu än-
dern oder die junge Mutter könnte in der Mittagszei t mit ihrem
Kind den Schattenplatz aufsuchen.
Die Kampagne soll neben allgemeinverständlichen Inf ormatio-
78 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nen verschiedene Medien bedienen. Gerade alte Mensc hen,
gegebenenfalls in Einrichtungen, benutzen andere Me dien als
junge Mütter von Kleinkindern. Die Information soll über ver-
schiedene Kommunikationswege verbreitet werden. Hie rbei sol-
len auch neue Wege eingeschlagen werden.
Hierzu ergeben sich in den Sozialräumen mehrere Fra gestellun-
gen:
− Wie wird die Hitzewarnung des DWD in den Einrichtu n-
gen an die Bewohnerinnen und Bewohner kommuniziert
und wie wirkt sich die Hitzewarnung auf das Verhalt en
aus?
− Wie werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner er-
reicht, die nicht in einer Einrichtung leben?
− Welche Möglichkeiten gibt es, das Thema Stadtklima /
Hitzeentwicklung zu kommunizieren?
− Was sind geeignete Kommunikationsmedien?
− Welche Verhaltensänderungen stellen sich ein?
Mit Hilfe von Multiplikatoren soll das Thema an die Zielgruppe
kommuniziert werden. Hier werden gezielt nicht nur Träger im
Bereich Altenpflege angesprochen, sondern diverse a ndere, um
das Wissen auf breiter Basis zu kommunizieren.
Mögliche Multiplikatoren sind:
− Diverse soziale und kirchliche Träger
− Pflegedienste
− Grundschulen
− Sozialraumkoordination
− Anlaufstellen
− Gemeinden, Soziale Netzwerke, Mittler
Geplant ist das Themenfeld „Informationsfluss der H itze-
Warnung in der Einrichtung“, beziehungsweise „Errei chbarkeit
von alleinlebenden älteren Menschen“ durch die Univ ersität
Bonn (Professor Kistemann, Institut für Hygiene & Public Health)
im Rahmen von gesundheitsgeographischen Masterarbeiten un-
tersuchen zu lassen.
Mögliche Maßnahmen sind:
− Medien: Die Information kann über einen einfachen Flyer
erfolgen, aber auch durch Medien wie Handy-Apps ode r
das Internetz.
− Ausgabe von Trinkflaschen
− Gedrucktes Informationsmaterial
− Internet / App
− Veranstaltungen: Geplant ist an zentralen Orten in den
Sozialräumen Thementage und Informationskampagnen
nach dem Motto „bleib cool“ durchzuführen. Diese so llen
an heißen Sommertagen den Aspekt Gesundheitsvorsor-
ge spielerisch erlebbar machen. Eine Trinktheke des Ver-
sorgungsunternehmens RheinEnergie gibt Trinkwasser
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
79
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
aus, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilis ie-
ren. Kinder (und Erwachsene) können mit Feuerwehr-
schläuchen und Wasserspielen Abkühlung finden. Durc h
gezielte Ausgabe von Trinkflaschen an ältere Leute wer-
den diese erreicht.
Das Thema Klimawandel und die damit verbundene Hitz eent-
wicklung kann in Zusammenarbeit mit dem Gesundheits amt in
die Grundschulen transportiert werden.
Alte Menschen in Einrichtungen könnten auch über ei ne „Hitze-
ampel“ entsprechend informiert werden.
Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quar tiere
Ziele Operatives Ziel
− Verbesserte Umweltbildung und –beratung sowie um-
weltbewusstere Lebensweise
Projektziele
− Veränderte Einstellung zum Thema Umweltbelastung u nd
Hitze
− Sensibilisierung für das Thema Hitzewelle
Indikatoren − Anzahl der Website-Besuche (Klicks)
− Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche
Kosten Kostenreduzierung gegenüber Ratsbeschluss vo m 20.12.2016
Gesamtkosten für 11 Sozialräume: 300.000,00 €
Gesamtkosten pro Sozialraum: 27.273,00 €
Davon 2019: 9.091,00 €
Davon 2020: 9.091,00 €
Davon 2021: 9.091,00 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre
Beginn 2019
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt- und Ver braucherschutzamt in Zusammen-
arbeit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, der R heinEner-
gie und der Universität Bonn, Institut für Hygiene und Öffentliche
Gesundheit
Förderung BUMB-Programm (Klima), BMBF
80 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer 5.0.2
Handlungsfeld: Wohnen
Maßnahme
„Zuhause im Veedel – Aktivierung und Beteiligung
im Sozialraum Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und
Eil, Quartier Finkenberg
Inhalt Ausgangslage
Wohnen bedeutet zu Hause sein, sich wohl fühlen, aktiv am Le-
ben im Stadtviertel beteiligt sein. Die Wohnung, das direkte
Wohnumfeld und die unmittelbare Nachbarschaft sind für die
Bewohnerinnen und Bewohner wichtig und bei der Integration
unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zentrale Ansatzpunkte.
Dies trifft besonders für sozial belastete Quartiere zu, in denen
meist viele Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind.
Im Sozialraum Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
wurde das Quartier Finkenberg identifiziert. Die Sozialstruktur der
Großwohnsiedlung zeigt, dass die Bewohnerschaft durch einen
hohen Anteil an sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen
gekennzeichnet ist. Dies geht einher mit baulichen Mängeln so-
wie einem unattraktiven Wohnungsbestand und Wohnumfeld.
Durch die Überlagerung von sozialer Benachteiligung der Be-
wohnerschaft und einer unterdurchschnittlichen Qualität der
Wohn- und Lebensbedingungen werden hier besondere Hand-
lungsbedarfe deutlich.
Gerade zahlreiche „Zwischenräume“, die nicht klar einzelnen
Eigentümern zuzuordnen sind oder deren Eigentümer sich aus
verschiedenen Gründen nicht angemessen kümmern (können),
weisen sichtbare Spuren von Verwahrlosung auf, die sich dann
negativ auf das Verhalten im und das Verantwortungs-
bewusstsein für das Wohnumfeld rückkoppeln können (Broken-
Windows-Effekt) und in diesem Sinne stigmatisierte Adressen
manifestieren.
Folgende Merkmale sind in dem Quartier besonders hervorzuhe-
ben:
− räumliche Konzentration von Armut / Abhängigkeit v on
Transferleistungen
− hoher Anteil an Langzeitarbeitslosen
− strukturelle Mängel der Wohnungen und des Umfelds
− negatives Image
− geringe Identifikation der Wohnbevölkerung mit dem
Quartier
Projektbeschreibung
Das Projekt „Zuhause im Veedel“ setzt unmittelbar bei den Le-
benslagen der Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern an. So
kann durch eine frühzeitige und sichtbare Verbesserung der
„Wohnadresse“ eine Kultur der Eigenverantwortlichkeit (wieder-)
initiiert, -etabliert und verstetigt werden.
Eine enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement in
dem insgesamt wesentlich größeren Sozialraum Porz-Ost, Fin-
kenberg, Gremberghoven und Eil ist sicherzustellen und konstitu-
ierend für den nachhaltigen Erfolg der Maßnahme. Das Quar-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
81
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
tiersmanagement zielt darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozial-
raums zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen, dadurch
Barrieren abzubauen und den Netzwerkgedanken zu stärken.
Somit erfolgt in diesem Kontext bereits eine Ansprache der Be-
wohnerschaft und der institutionellen Quartiersakteure. Die Situa-
tion im Quartier Finkenberg erfordert jedoch eine intensivere Be-
trachtung. Hier leben überwiegend sozial benachteiligte Bevölke-
rungsgruppen, die eher artikulationsschwach sind und mit be-
sonders niederschwellig angelegten Methoden angesprochen
und aktiviert werden müssen. Dies erfolgt im Rahmen dieser
Maßnahme.
Aktivierung und Beteiligung im Quartier
Das ausgewählte Quartier ist durch erhebliche soziale Problem-
lagen gekennzeichnet. Eine Verbesserung der dortigen Lebens-
bedingungen kann nur durch ein integriertes Handeln erreicht
werden, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner selbst eine
entscheidende Rolle spielen. Nicht für sie, sondern mit ihnen
sollen Veränderungen geplant und umgesetzt werden.
Aufgabe der Mieter- und Nachbarschaftsarbeit wird sein, in Zu-
sammenarbeit mit möglichst vielen Betroffenen die Lebensquali-
tät vor Ort zu steigern, die das Quartier beeinträchtigenden struk-
turellen Probleme zu erkunden, sie konstruktiv und lösungsorien-
tiert aufzugreifen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen.
Schwerpunkte sind die sozialen Lebensverhältnisse und der per-
sönliche Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie
die konkrete Aktivierung der Menschen in ihrer Lebenswelt. Die
Soziale Arbeit knüpft an den konkret festgestellten Interessen,
Aktivitäten und Bedürfnislagen der Bewohnerschaft an und ent-
wickelt daraus bedarfsgerechte Beratungs-, Aktivierungs- und
Unterstützungsleistungen für das Quartier.
Die Aktivierungsaufgabe lässt sich folgendermaßen konkretisie-
ren:
− Kontinuierliche Präsenz im Quartier
− Durchführung einer aktivierenden Bewohnerbefragung
(nach Möglichkeit mehrsprachig) zur Herausarbeitung von
Handlungsbedarfen aus Sicht der Bewohnerinnen und
Bewohner vor Ort
− Erkundung der Interessen, Ressourcen und Bedarfsla gen
im Quartier durch Methoden aufsuchender Arbeit
− Soziale Aktivierung der Wohnbevölkerung durch die Or-
ganisation von Versammlungen, Stadtteilfesten, kulturel-
len Veranstaltungen, Informationsangeboten und Aktio-
nen
− Aufbau von Selbstbestimmungsgremien wie Mieterräte n
− Schaffung von Mitwirkungsmöglichkeiten am sozialen und
kulturellen Leben im Quartier
− Verbesserung der Lebensbedingungen durch Maßnah-
men zur Aufwertung des Quartiers
− Erhöhung der Teilhabechancen in den Bereichen Be-
schäftigung, Bildung und Gesundheit
82 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
− Vertretung der Interessen der Wohnbevölkerung (Lob -
byarbeit für das Quartier)
− Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen
Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt
werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen professio-
nellen Unterstützung soll durch eine wissenschaftliche
Begleitung ermittelt werden.
Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier
Ziele Querschnittsziel
− Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
− Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen
− Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
Projektziele
− Ziel der aktivierenden Mieter- und Nachbarschaftsa rbeit
ist es, allen in dem Quartier lebenden Menschen, unab-
hängig von der persönlichen Lebenssituation, der Her-
kunft, der sozialen Stellung und materiellen Leistungsfä-
higkeit die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben zu eröffnen und damit einer Verfestigung von Ar-
mut und sozialer Ausgrenzung vorzubeugen. Durch die
Aktivierung und Beteiligung werden die Voraussetzungen
dafür geschaffen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner
des Quartiers ihre Interessen vertreten, ihre Rechte als
Mieterinnen und Mieter sowie als Bewohnerinnen und
Bewohner wahrnehmen, sich bürgerschaftlich engagieren
können und aktiv in die Gestaltung ihrer Wohnumwelt
einbringen.
Indikatoren − Anzahl der befragten Bewohnerinnen und Bewohner im
Rahmen der aktivierenden Befragung
− Anzahl der initiierten Aktivitäten und Projekte in der Be-
wohnerschaft
− Anzahl der aufgebauten Anlaufstellen und Kommunika ti-
onsräume im Quartier
− Anzahl der aufgebauten beziehungsweise unterstützt en
Mieterinitiativen und Selbstbestimmungsgremien
− Anzahl der aufgebauten spezifischen Beratungsangeb ote
(Mieterberatung)
− Anzahl der durchgeführten und dokumentierten Miete r-
treffen
−
Kosten Personalkosten für das Quartier Finkenberg ( externe Vergabe)
0,5 Stelle S 15: 36.350 € pro Jahr
für 3,5 Jahre: 127.225 €
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
83
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Personalkosten: 127.225 €
Sachkosten für das Quartier Finkenberg
Kostenermittlung für 3,5 Jahre:
Raumkosten: 19.526,50 €
Einrichtungsgegenstände: 1.659,00 €
Geschäftskosten: 4.466,00 €
Fernsprechkosten: 1.211,00 €
IT-Kosten: 17.857,00 €
Sachkosten: 44.719,50 €
Aktivierungsbudget
Aktivierende Befragung: 6.500,00 €
Wissenschaftliche Begleitung: 7.000,00 €
Beteiligungsverfahren: 5.250,00 €
Aktivierungsbudget: 18.750,00 €
Gesamtkosten: 190.694,50 €
Davon in 2020: 26.314,00 €
Davon in 2021: 55.877,00 €
Davon in 2022: 55.877,00 €
Davon in 2023: 52.627,00 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 01.07.2020 – 31.12.2023
42 Monate / 3,5 Jahre
Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen
der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß
der weiterhin erforderlichen professionellen Unterstützung soll
durch die wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden.
Eine Weiterentwicklung der Maßnahme ist denkbar. Die konkrete
Fortführung ist abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgese-
henen Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren
Förderung Städtebauförderung
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht
erkennbar.
84 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
5.0.3 Handlungsfeld: Wohnen
Maßnahme Haus,- Hof- und Fassadenprogramm
Inhalt Ausgangslage
Der Sozialraum Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil liegt
im Stadtbezirk Porz, der 1975 eingemeindet wurde. Die Wohnsied-
lungsentwicklung stammt aus verschiedenen Entstehungszeiten
und umfasst sowohl Einfamilienhausbebauung als auch Hoch-
hausbauten. Stadtteile wie Finkenberg und Gremberghoven weisen
zum Teil gravierende bauliche und soziale Problemlagen auf, wäh-
rend angrenzende Quartiere durch eine durchschnittliche oder
überdurchschnittliche sozioökonomische Situation der Bewohner-
schaft gekennzeichnet sind. Problemlagen bündeln sich vielfach in
den Geschosswohnungsbauten der 1970er Jahren.
In Verbindung mit den sozialen Problemlagen werden im Sozial-
raum erhebliche Unterstützungsbedarfe deutlich und Missstände im
Zustand des Wohnumfeldes erkennbar. Diese Situation trägt auch
zu einer negativen Außenwahrnehmung des Stadtteiles bei.
Über die Förderung, auch von Einzeleigentümern und Eigentümer-
gemeinschaften, könnte das Erscheinungsbild harmonisiert und
aufgewertet werden.
Projektbeschreibung
Das Fassadenprogramm soll dazu anregen, nachhaltige Verbesse-
rungen an Wohnhäusern oder am unmittelbaren Wohnumfeld vor-
zunehmen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum soll
verbessert werden.
Grundlage der Förderung bildet die Förderrichtlinie Stadterneue-
rung von 2008 (Teil II, Förderbestimmungen für die städtebauliche
Sanierung und Entwicklung). Demnach können Maßnahmen zur
Fassadenverbesserung, Herrichtung und Gestaltung von Hof- und
Gartenflächen sowie Maßnahmen an Außenwänden und Dächern
gefördert werden. Zuwendungsfähig sind 50% der Ausgaben.
Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen von Wohngebäuden
werden Innenhof und Straßenseite deutlich aufgewertet. Das För-
derprogramm bietet Mietern und Eigentümern von Wohnimmobilien
und gemischt genutzten Immobilien Unterstützung bei Verschöne-
rungsmaßnahmen für Fassaden und Innenhöfe. Ein attraktiver
Stadtteil stärkt das gemeinsame Miteinander von Bewohnerinnen
und Bewohnern. Vor diesem Hintergrund sind Verschönerungs-
und Verbesserungsmaßnahmen im Sozialraum Porz-Ost, Finken-
berg, Gremberghoven und Eil von besonderer Bedeutung.
Im Sozialraum sollen folgende Maßnahmen gefördert werden:
- Farbliche Gestaltung von Außenwänden an Gebäuden
- Erneuerung, Wiederherstellung und Gestaltung der Fassaden
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
85
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden
- Einmalige Beseitigung von Graffitischäden an Gebä uden ein-
schließlich farblicher Neugestaltung und dauerhafter Schutz-
beschichtung
- Künstlerische Gestaltung von Fassaden inkl. Vorar beiten
- Anlegen und Gestaltung von Mietergärten
- Anlegen und Gestaltung von gemeinschaftlich genut zten
Spiel-, Wege- und Sitzflächen inkl. Vorarbeiten
Zielgruppe − Hauseigentümer
− Eigentümergemeinschaften
− Mieter und Nutzungsberechtigte
Ziele Operatives Ziel
− Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen
Projektziele
− Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum so ll ver-
bessert werden
− Aufwertung des Wohnumfeldes
− Stärkung des Miteinanders der Bewohnerschaft durch ein
attraktiveres Wohnumfeld
− Steigerung der privaten Investitionen im Sozialrau m
Indikatoren − Anzahl der Interessentenanfragen zum Programm
− Anzahl der durchgeführten Beratungen
Kosten − Gesamtkosten für den Sozialraum: 746.477,80 €
− Davon Kostenanteil Dritter: 373.238,90 €
− Förderfähige Kosten: 373.238,90 €
− Davon 2020: 124.412,96 €
− Davon 2021: 124.412,97 €
− Davon 2022: 124.412,97 €
Projektlaufzeit/ Zeit-
raum
36 Monate / 3 Jahre
01.01.2020 bis 31.12.2022
Die Maßnahme beginnt 2020 und würde ab 2020 kassenwirksam.
Projektverantwortlicher − Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Förderung − Städtebauförderung
Bemerkung Die Bausteine „Entsiegelung“ und „Begrünu ng von Dach, Fassaden
86 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und Innenhöfen“, die im Rahmen der Förderrichtlinie Stadterneue-
rung in Teil II, Ziffer 11.2 Satz (1) mit aufgeführt werden, sollen in-
nerhalb des Haus- Hof – und Fassadenprogramms explizit nicht
gefördert werden, da die Stadt Köln diese Themen im Förderpro-
gramm „GRÜN hoch 3 | DÄCHER | FASSADEN | HÖFE" des Am-
tes für Umwelt- und Verbraucherschutz“ bereits anbietet. Eine ent-
sprechende Anpassung wird in der zu erarbeitenden Richtlinie zum
Haus, Hof- und Fassadenprogramm erfolgen.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
87
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.2 Rahmenplan – städtebauliche Einordnung
Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ baut ex plizit auf vorhandene Strukturen in
den Sozialräumen auf. Die Umsetzung des Programms b ildet somit einen wichtigen Beitrag
für die Quartiersentwicklung in den Sozialräumen un d rückt das sozialraumorientierte Han-
deln stärker in den Mittelpunkt. Durch den Aufbau a uf vorhandene Strukturen wird die Ver-
stetigung und langfristige Wirkung des Programms au ch über die Programmlaufzeit hinaus
befördert.
Langfristige Quartiersentwicklungsstrategie gestalten
Für eine ganzheitliche, räumliche Betrachtung des S ozialraums müssen die Aktivitäten aus
dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ mit den weiteren Entwicklungen und Poten-
zialen im Sozialraum gemeinsam betrachtet werden. E s befinden sich weitere Maßnahmen,
deren Realisierung außerhalb des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ erfolgt, in der
Vorbereitung oder Umsetzung. Ziel ist es das städtische Handeln mit den Aktivitäten weiterer
Akteure zusammenzubringen und eine langfristige Qua rtiersentwicklungsstrategie zu gestal-
ten, die vorhandene Bedarfe und Potenziale in einer gemeinsamen Vision für den Raum ver-
bindet.
Der folgende Rahmenplan gibt eine Übersicht über di e Maßnahmen, Projekte und Entwick-
lungsgebiete, die innerhalb des Sozialraums erfolge n oder sich auf diesen unmittelbar aus-
wirken. Somit wird die Einordnung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel –
Starkes Köln“ in das weitere Handeln im Sozialraum ersichtlich.
Positive Synergien zwischen Porz-Mitte und Sozialraum
Zu nennen ist hier insbesondere das Soziale Stadt G ebiet in Porz-Mitte, welches sich unmit-
telbar an den Sozialraum anschließt. Für diesen Ber eich wurde ebenfalls ein Integriertes
Stadtentwicklungskonzept erstellt, welches in den n ächsten Jahren in die Umsetzung gehen
wird. Das hier erarbeitete Maßnahmenbündel zielt au f die Stärkung des Bezirkszentrums
sowie angrenzende Verflechtungsräume ab. Räumliche Handlungsschwerpunkte ergeben
sich für das Zentrum, das Schulareal sowie einen Siedlungsbereich an der Glashüttenstraße.
Durch die Aufwertung des Rheinboulevards sowie einer Neuordnung des zentralen Friedrich-
Ebert-Platzes verbessert sich neben der Aufenthalts qualität auch die Angebotsstruktur vor
Ort. Der Schulstandort wird neu strukturiert, so da ss Schülerzahlen zunehmen und Frei-
raumqualitäten verbessert werden können. Die Wohnsi edlung an der Glashüttenstraße er-
fährt mit einer neu gestalteten Parkanlage mit Spie l- und Bolzplatzfläche ebenfalls eine Auf-
wertung. Zudem wird das Angebot des Porzer Jugend- und Gemeinschaftszentrums durch
eine Umgestaltung erweitert. Die positiven Auswirku ngen der Maßnahmen werden auch im
Sozialraum spürbar sein.
An Sanierungsprogramm anknüpfen
Das „Sanierungsgebiet Finkenberg“ umfasste von 2000 bis 2011 die Großwohnsiedlung Fin-
kenbergs, welche zu Beginn der Siebzigerjahre neuen Wohnraum für die wachsende Stadt
Porz schaffen sollte. Die bis zu 20-geschossigen Ge bäude mit kleinteiliger Ladenstruktur im
Erdgeschoss sind nach heutigem städtebaulichem Verständnis an derartigen Stadtrandlagen
nicht mehr zeitgemäß. Im Rahmen des Sanierungsprogr ammes konnten sowohl städtebauli-
che Korrekturen als auch soziale Infrastrukturen realisiert und angestoßen werden. Das inte-
grierte Stadtentwicklungskonzept kann hier lediglic h mit Maßnahmen wie dem Haus-, Hof-
und Fassadenprogramm anknüpfen. Perspektivisch soll te in diesem Bereich jedoch eine
Entwicklung der Gesamtfläche angestrebt werden, die eine Zentralisierung des Nahversor-
gungszentrums und Attraktivierung der Wohnbebauung forciert.
Gestaltung mit zeitgemäßen Themen verbinden
Neben großflächigen Entwicklungen der gebauten Umwe lt spielt Platzgestaltung auf Quar-
tiersebene ebenfalls eine bedeutende Rolle für die Alltagsnutzung der Bewohnerinnen und
88 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Bewohner. Die hier vorgesehenen Maßnahmen in Eil und Finkenberg zielen dabei nicht aus-
schließlich auf die Erhöhung der Attraktivität ab. Vielmehr reagiert die Planung ebenso auf
weitere zeitgemäße Themen wie Starkregenereignisse oder Trendsportarten. Die positive
Wirkung dieser Maßnahmen wird auch über die Quartiersebene hinaus spürbar sein.
Wachstum als Chance begreifen
Einen wichtigen Beitrag leistet außerdem die ständi ge Weiterentwicklung des Sozialraums
als Wohnstandort. Im Wohnungsbauprogramm der Stadt Köln konnten für „Porz-Ost, Fin-
kenberg, Gremberghoven und Eil“ insgesamt sieben Fl ächen als Wohnbaupotenzialfläche
identifiziert werden. Während zwei Flächen auf lang fristige Sicht nach 2025 entwickelt wer-
den sollen, steht auch eine Fläche bereits zur kurz fristigen Entwicklung zur Verfügung. Mit
insgesamt 520 Wohneinheiten wird der Sozialraum bis 2030 einen spürbaren Anstieg der
Bevölkerung erfahren. Diese Perspektive ist unter a nderem auch als Chance zu begreifen,
da sie für eine wieder stärkere Mischung der Sozialstruktur genutzt werden kann.
In Kombination mit den weiteren verorteten Maßnahme n im Rahmenplan verdeutlicht sich
eine stetige Entwicklung, die sich in der Vergangen heit im gesamten Sozialraum vollzogen
hat und es auch zukünftig weiterhin tun wird. Mit P lanungen in den Bereichen Versorgung,
Sport, Freizeit und Naherholung wird das Lebensumfe ld der Bewohnerinnen und Bewohner
sukzessive verbessert.
Ausblick
Auch im Hinblick darauf ist eine ganzheitliche Entw icklung des Raumes unumgänglich. Ein-
gebettet in die Gesamtstrategie der Stadt Köln beda rf es auch zukünftig einer integrativen
Betrachtung des Sozialraumes. Hierzu leistet das in tegrierte Stadtentwicklungkonzept einen
Beitrag. Die ganzheitliche Entwicklung ist jedoch s tets auch abhängig von städtischem und
privatem Handeln, welches darüber hinausgeht. Der L angobardenplatz in Gremberghoven
oder die „Müllfreunde Finkenberg“
sind Beispiele für vorhandenes Engagement im Sozial -
raum, mit dem bereits kleine wie große Maßnahmen au ßerhalb des Programms „Starke Ve-
edel – Starkes Köln“ umgesetzt werden konnten. Auf diesem Potenzial gilt es weiterhin auf-
zubauen.
89 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 15: Rahmenplan Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
90 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
7. Umsetzungsplanung
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ setzt die Stadt Köln ein komplexes Pro-
gramm um. Zum einen wird mit der Ausrichtung auf di e elf Kölner Sozialräume ein Ansatz
gewählt, der die Gesamtstadt in den Blick nimmt und die sozialraumorientierte Stadtentwick-
lung als Maxime zugrunde legt. Zum anderen werden in dem integrierten Ansatz verschiede-
ne Themenbereiche und Handlungsfelder gemeinsam bet rachtet und zur Umsetzung unter-
schiedliche Fördermöglichkeiten vorgesehen, die jew eils eigene Rahmenbedingungen mit
sich bringen.
Das Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet die Grundlage für die Programmum-
setzung. Nachdem die Interministerielle Arbeitsgrup pe des Landes Nordrhein-Westfalen das
Leitkonzept im November 2016 anerkannt und ein ents prechender Beschluss des Rates der
Stadt Köln vorliegt, können ESF und EFRE Fördermitt el beantragt werden. Erste ESF-
Maßnahmen konnten bereits in die Umsetzung gehen, w eitere befinden sich in der Abstim-
mung mit dem Landesministerium.
Für die Beantragung und Inanspruchnahme der Städteb auförderung ist die Anerkennung
eines sozialraumspezifischen ISEKs erforderlich. Au f dieser Grundlage können Förderanträ-
ge für baulich-investive Maßnahmen (zum Teil auch i n Kombination mit EFRE-
Fördermitteln), sowie flankierende Maßnahmen (zum B eispiel Quartiersmanagement), ge-
stellt werden. Für die ersten Sozialräume wurden di e sozialraumspezifischen ISEKs bereits
anerkannt, Förderanträge gestellt und Bewilligungen seitens des Landes ausgesprochen.
Abbildung 16 : Förderzugänge und Konzeptzuordnung
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Die sozialraumspezifischen ISEKs wurden in einem ge staffelten Verfahren erarbeitet, so
dass sich in der Realisierung für einzelne Maßnahme n eine zeitlich versetzte Umsetzung
ergibt. Dies betrifft unter anderem das Quartiersma nagement. In allen Sozialräumen ist die
Etablierung eines Quartiersmanagers vorgesehen, wel cher für die Steuerung und die Koor-
dinierung der Maßnahmen vor Ort verantwortlich ist und als zentraler Ansprechpartner für
das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ auftritt. Über eine enge Abstimmung mit der
Sozialraumkoordination werden die Schnittstellen un d Akteurskonstellationen im jeweiligen
Sozialraum berücksichtigt.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
91
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Koordination und Steuerung
Die zentrale Steuerung und Koordination des Program ms „Starke Veedel – Starkes Köln“
liegt innerhalb der Stadtverwaltung beim Amt für St adtentwicklung und Statistik. Bereits in
der Phase der Konzepterstellung wurden, mit Blick a uf die Umsetzung, Arbeitsstrukturen
aufgebaut, an denen angeknüpft werden soll. Der Len kungskreis, der sich aus den beteilig-
ten Dezernaten zusammensetzt, bildet verwaltungsint ern ein wichtiges Steuerungsinstru-
ment.
Abbildung 17 : Steuerungs- und Koordinationsstruktur
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Um die Fragestellungen aus den Sozialräumen unkompl iziert zu bündeln, wird für jeden So-
zialraum eine konkrete Ansprechperson benannt, die zum einen die aktuellen Belange regelt
und zum anderen die Schnittstelle zum Gesamtprogramm bildet.
Wie bereits bei der Programmkonzeption werden die f ederführenden Fachämter für die je-
weiligen Maßnahmen eng in die Programmumsetzung ein gebunden. Zusätzlich nehmen die
Bürgerämter und die Sozialraumkoordination als „Vertreter der Sozialräume“ einen wichtigen
Stellenwert ein. Auch die Beteiligung weiterer Akteure wie der GAG, des Jobcenters oder der
Regionalagentur ist weiterhin vorgesehen.
92 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 18 : Steuerungs- und Netzwerkstrukturen
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit und Politik ist für den Erfolg des Pro-
gramms von hoher Bedeutung. Im Rahmen von Veranstal tungen und Öffentlichkeitsarbeit
wird die Stadtgesellschaft entsprechend eingebunden . Dabei geht es zum einen um die In-
formation der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort, a ber noch viel mehr, um die aktive
Einbindung und Teilhabe im Rahmen des Programms.
Das programmbegleitende Controlling, welches durch das Amt für Stadtentwicklung und Sta-
tistik umgesetzt wird, bildet eine wichtige Grundla ge für die Programmsteuerung und Be-
richterstattung zum Fortschritt des Programms.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
93
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Tabelle 4: Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplanung
Nr.
Maßnahme
Gebietsbezug
Finanzierung
aus
Kurzfristig
Mittelfristig
Folgejahre
Kostenschätzung
Gesamtsumme
Maßnahme
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Nach 2023
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
0.0.0
Externe Beratung und Un-
terstützung bei der Erstel-
lung des Leitkonzeptes
Alle Sozialräume Städtebauförderung 24.829 € 24.829 €
0.0.1
Büro für Quartiersmanage-
ment und Aktivierung im
Sozialraum „Porz-Ost, Fin-
kenberg, Gremberghoven
und Eil“
Alle Sozialräume Städtebauförderung 130.384 € 115.383 € 245.767 €
Früh ansetzende Hilfen
1.0.16
Zugehende Hilfe mit Lotsen-
funktion zur Überleitung ins
Regelsystem und Entwick-
lung einer beruflichen Per-
spektive für junge Menschen
mit psychischen Problemen
bis 27 Jahren
Alle Sozialräume ESF 5.783 € 7.664 € 1.911 € 15.358 €
1.0.17 Stadtteileltern Alle Sozialräume ESF 33.734 € 26.915 € 17.315 € 77.964 €
Öffentlicher Raum
2.0.4
Sport- Spiel- und Bewe-
gungsräume im Veedel,
hier: zusätzliche Fläche für
Trendsport in der Grünflä-
che Stresemannstraße
Gebietsspezifische
Maßnahme Städtebauförderung 72.000 € 120.000 € 48.000 € 240.000 €
2.11.4 Multifunktionale Freiräume Gebietsspezifische
Maßnahme
Städtebauförderung
und EFRE 180.916 € 1.096.115 € 275.547 € 1.552.578 €
2.11.5 Generalsanierung Sportan-
lage Humboldtstraße
Gebietsspezifische
Maßnahme Städtebauförderung 2.083.293 € 100.000 € 2.183.293 €
Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung, Lärmminderung
4.0.4
Aufbau eines Hitzewarn-
und Informationssystems.
Informationsmaterial für die
Bevölkerung zum Thema
Hitzeentwicklung im Zuge
des Klimawandels
Alle Sozialräume BMUB-Programm,
Klima, BMBF
9.091 €
9.091 €
9.091 €
27.273 €
Wohnen
5.0.2 Zuhause im Veedel –
Aktivierung und Beteiligung Alle Sozialräume Städtebauförderung 26.314 € 55.877 € 55.877 € 52.627 € 190.695 €
5.0.3 Haus-, Hof- und Fassaden-
programm Alle Sozialräume Städtebauförderung 124.413 € 124.413 € 124.413 € 373.239 €
Gesamtkosten 30.612 € 41.398 € 37.917 € 2.571.726 € 1.572.879€ 575.837€ 100.627€ 4.930.996 €
94 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
8. Anhang
Anhang 1: Übersicht mit Quartiersgliederung –
Schwerpunkt Qualifizierung und Soziales
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
95
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 2: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung
96 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 3: Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung im Sozialraum
2007 bis 2013 im Wesentlichen gleichbleibende statistische Werte, geringer Rückgang der SGB ll
Bezüge innerhalb des Sozialraumes, dennoch deutlich höher als der gesamtstädtische Vergleichs-
wert, deutliche Zunahme von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund.
Charakteristik des Sozialraumes (stadträumliche Besonderheiten)
Lage im
Stadtge-
biet
Bezirk:
Porz
Stadtteile:
Porz (zum Teil), Finkenberg,
Gremberg., Eil
angrenzende S ozial-
räume:
10
Fläche:
646 ha
Siedlungs-
entwick-
lung
Südliche rechtsrheinische Stadtteile, 1975 in Köln eingemeindet, vielfältiges Nebenei-
nander von Siedlungsbereichen aus unterschiedlicher Entstehung, Gremberghoven:
Eisenbahnersiedlung nach der Gartenstadt aus den 1920er Jahren, Finkenberg:
Großsiedlung aus den 1970er Jahren, Porz-Ost in Teilen ehemalige Belgiersiedlung
aus den 1950er Jahren.
Nahver-
sorgung
Nahversorgungszentrum Eil, Frankfurter Straße, Finkenberg, in Sanierungszeit städ-
tebauliche Aufwertung, hier jeweils keine Vollsortimenter vorhanden, erheblicher
Wettbewerbsdruck durch Sonderstandort Eil mit Real und weiteren Angeboten,
Gremberghoven Nahversorgung ausschließlich durch rollenden Lebensmittelmarkt 1x
wöchentlich, hier Leerstand von Ladenlokalen, aktuell Gutachten zur Nahversorgung.
Anbindung
ÖPNV,
MIV
Anbindung an S-Bahn (Bahnhof Köln Steinstraße), Nähe Stadtbahnlinie 7, Busver-
kehr, motorisierter Individualverkehr über Anschlussstelle Gremberghoven und Auto-
bahnkreuz Flughafen gut angebunden, Flughafen in der direkten Nähe.
Grün /
Freizeit
Benachbart Wahner Heide Gut Leidenhausen, innerhalb des Sozialraumes wenige
öffentliche Grünflächen (stark frequentiert wird der Park im nördlichen Finkenberg).
Großer Anteil privater Grünflächen im Hochhausbereich, viele private Gärten in
Gremberghoven und Eil
Gewerbe Gewerbegebiete Eil und Gremberghoven (Airpo rt Businesspark), hier Sonderstandort
Nahversorgung Eil, einige Firmen kooperieren mit sozialen Trägern (Praktika, Ausbil-
dungsplätze).
soziale
Akteure
Diverse gut vernetzte soziale Akteure und Beratungsangebote in Finkenberg (hier
auch Kinderarzt vorhanden), niedrigschwellig genutzt, allerdings nur einzelne in
Gremberghoven (Rheinflanke, temporär gefördertes Jugendprojekt), übrige Quartiere
wenig Bedarfe, Kinderzentrum Porz im Sozialraum.
Kita /
Schulen
Diverse Grundschulen, Stadtgymnasium Porz, Lise-Meitner-Gesamtschule, Max-
Planck Realschule, Kopernikus-Schule (Hauptschule), diverse Kindertagesstätten.
Stabilisierungsmaßnahmen
Sozial-
raum-
koordinati-
on
Diakonie Michaelshoven, Marco Morschel, seit April 2007, diverse Arbeitsgruppen,
Aufbau eines Bürgervereins Finkenberg.
Städtische
Maßnah-
men
Förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet Finkenberg (2000 bis 2011) (Nahversor-
gungszentrum, barrierefreies Erreichen der Haltestelle, Umgestaltung der Freiflä-
chen), Soziale Stadt Finkenberg (2002 bis 2004, 2006 bis 2008)
Kinder-
betreuung
Bildungs-
teilhabe
Insgesamt
Migrations-
hintergrund
(%)
Jugend-
quotient *
Altenquotien
t ** Insgesamt Quote unter 15
Jahre
Quote unter
15 Jahre Insgesamt Quote
***
Betreuungs-
quote U10
****
Gymnasi-
astenquote
*****
insgesamt Quote
2007 22.765 49,9 30,5 32,0 4.223 23,4 1.208 35,2 421 9,4 47,3 * 1.843 19,0
Entwicklung
2007 bis '15 1.568 9,3 3,8 -0,5 705 1,7 390 3,3 166 3,3 x x -435 -7,2
2016 24.333 59,2 34,3 31,5 4.928 25,1 1.598 38,5 587 12,7 * 25, 1 1.408 11,8
Stadt Köln
2016 37,8 24,2 26,4 13,1 31.300 21,4 14.342 7,6 0,0 39,9 46.411 8,1
Insgesamt mit Kindern
(%)
allein-
erziehend Senioren
* Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
2007 9.943 24,6 21,9 26,7 ** Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
Entwicklung
2007 bis '16 716 0,3 0,9 1,2 *** Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz
2016 10.659 24,9 22,8 27,9 **** Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre
***** Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klass en 7 - 9
Stadt Köln
2016 18,5 23,0 23,0
Bevölkerungs- und Sozialstruktur im Sozialraum: Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
SGBII Empfänger Empfänger
Grundsicherung Arbeitslose
Haushalte
Einwohnerstruktur
Stand Dezember 2015
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
97
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Private
Maßnah-
men
Zum Teil Investition von einzelnen privaten Eigentümerinnen und Eigentümern (Anla-
ge von Mietergärten, Spielflächen, Fassadenerneuerung zur Aufwertung des Woh-
numfelds im Zuge der Sanierungsmaßnahmen), Nachverdichtung Physikersiedlung,
Neubau Jugendzentrum Finkenberg und Kindertagesstätte (DRK), Mieterinitiative
Finkenberg
Fazit
Sehr heterogener Sozialraum, Stadtteile wie Finkenb erg und Gremberghoven mit gravierenden und
auch zunehmenden baulichen und sozialen Problemlage n, aber ebenso Quartiere mit durchschnitt-
lichem beziehungsweise unterdurchschnittlichem Ante il von Bezieherinnen und Beziehern von SGB
ll und einem höheren Anteil an Gymnasiasten als im städtischen Durchschnitt (vergleiche Kapitel 6,
Anhang 13), sehr großer Anteil an Gewerbeflächen, h ier ist der Ausbau der Kooperationen mit den
sozialen Trägern der benachbarten Wohnquartiere den kbar. Optimierung der Nahversorgung zum
Beispiel in Gremberghoven, Dienstleistungen für Sen iorinnen und Senioren erforderlich auch zur
Belebung der lokalen Wirtschaft. Insbesondere in de n sozial stabilen Quartieren deutliche Zunahme
der älteren Bewohnerschaft. Förderung des Sicherhei tsempfindens. Weiterhin umfänglich soziale
Maßnahmen in Finkenberg, sowie neue Hilfsangebote i n Gremberghoven erforderlich, Qualifizie-
rung der großzügigen privaten Grünflächen, besonder s in Gremberghoven und Finkenberg. Nut-
zung des benachbarten Naherholungsgebiets der Wahner Heide anregen.
98 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 4: Statistiken im Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
Jahr 2016
Angaben als prozentualer Anteil
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
Höhenberg und Vingst
Ostheim und Neubrück
Mülheim-Nord und Keupstraße
Buchheim und Buchforst
Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
Meschenich und Rondorf
Bilderstöckchen
Bocklemünd / Mengenich
Humboldt / Gremberg und Kalk
Köln
Einwohner
unter 3-Jährige 3,2 3,8 3,6 3,7 3,7 3,5 3,6 3,1 3,5 3,2 3,5 3,1
3 bis unter 6-Jährige 3,1 3,5 3,2 3,5 3,4 3,0 3,4 2,9 3,1 3,2 3,0 2,7
6 bis unter 10-Jährige 4,4 5,0 4,5 5,1 4,3 3,9 4,5 4,5 4,2 4, 2 3,7 3,6
unter 18-Jährige 19,2 22,5 19,4 21,8 19,9 18,1 20,7 19,6 19, 5 19,4 17,1 16,1
18 bis unter 28-Jährige 15,9 16,2 18,2 16,3 21,4 17,6 15,3 13,8 18,7 14,5 21,3 16,8
28 bis unter 65-Jährige 49,9 45,0 46,2 43,1 47,2 48,0 45,0 49,2 46,2 44,1 48,0 50,2
ab 65-Jährige 15,0 16,3 16,3 18,8 11,5 16,3 19,0 17,4 15,6 22 ,0 13,6 17,5
Ausländerinnen und Ausländer 21,9 35,6 32,9 30,3 48,2 29, 1 30,1 26,3 28,9 24,0 36,4 19,3
Einwohner mit Migrationshintergrund 45,3 77,4 59,4 62,2 67,4 54,4 59,2 43,3 52,9 44,9 60,3 37,8
Einwohner unter 18 Jahre
mit Migrationshintergrund
Haushalte
Einpersonenhaushalte 44,2 27,5 45,8 37,1 51,7 48,7 37,3 34, 4 43,2 41,0 54,9 50,5
Familienhaushalte mit Kindern 24,1 32,1 23,4 27,2 21,8 20 ,6 24,9 25,3 24,5 23,2 18,1 18,5
Anteil Alleinerziehende an
allen Familienhaushalten
Sozialleistungsbezug SGB II
SGB II-Quote 17,9 30,5 27,4 30,1 39,0 23,9 25,1 15,1 19,1 27, 2 24,9 9,1
SGB II-Quote bei unter 15-Jährigen 27,7 45,0 41,2 44,3 5 7,4 35,9 38,5 22,9 31,0 44,7 39,1 14,4
Sozialleistungsbezug SGB XII
Quote Grundsicherung im Alter 12,4 31,8 13,5 14,7 20,8 11 ,6 12,7 6,2 8,5 11,4 16,1 5,5
Quote Grundsicherung
bei Erwerbsminderung
Arbeitslosigkeit
Arbeitslosenquote 10,3 13,9 14,3 15,2 21,7 13,7 11,8 8,7 11, 2 13,9 14,6 8,1
Jugendarbeitslosenquote 4,3 8,9 7,2 9,3 14,4 6,9 8,4 6,3 6,5 7,2 7,7 5,3
Kinderbetreuung in Kita/Tagespflege
unter 3-Jährige mit Migrationshintergrund 60,1 85,0 78 ,2 82,1 83,4 73,8 80,0 60,4 67,3 63,1 79,7 44,3
3 bis unter 6-Jährige
mit Migrationshintergrund
unter 6-jährige Kinder *
darunter beitragsbefreit 49,8 71,9 69,5 73,3 83,1 59,0 56, 9 41,2 54,0 67,0 68,8 34,6
beitragsbefreit mit Migrationshintergrund 76,2 79,2 76 ,9 80,8 75,3 73,4 81,8 71,2 72,3 58,6 78,9 64,6
Hilfen zur Erziehung **
Anteil laufender Hilfen nach
§§ 27 bis 35 SGB VIII an allen Einwohnern
mit Hauptwohnung unter 21 Jahren
* Datenbasis 31.12.2014
2,1 2,7 2,5 3,7
25,8 30,8
79,1
1,6 2,4
2,8 1,8
61,0 85,0 75,3 78,7 59,3 67,6 78,2 79,6 84,5
28,7 27,3
2,4 1,5
28,5
62,6
1,4 0,9
19,0
2,0 1,8
85,3 75,2
26,9 22,8
2,7 1,7
81,7
53,4 63,3 83,5
1,2
23,8 31,9 28,2 23,0
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und St atistik sowie Statistik der Bundesagentur für Arbei t
82,1 46,3
1,9 1,8 0,8
67,9 68,3
** Datenbasis 31.12.2015
2,5 3,2 3,7 2,5
65,8 85,8 79,5
Stand Dezember 2015
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
99
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven
und Eil“
Der Sozialraum „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ weist durchgängig soziale
Missstände und Problemlagen auf, deren Verringerung od er Behebung durch geeignete
Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung im öffen tlichen Interesse und besonders
auch im Interesse der dort lebenden Menschen liegt. Dem besonderen Entwicklungsbedarf
dieses Sozialraumes wird mit dem vorliegenden Integrierten Stadtentwicklungskonzept durch
eine aufeinander abgestimmte Bündelung von investiven und sonstigen Maßnahmen ent-
sprochen.
Damit erfüllt der Sozialraum die grundlegenden Anfo rderungen des Besonderen Städtebau-
rechts im Baugesetzbuch zur Festlegung von Gebieten der „Sozialen Stadt“ gemäß
§ 171e Baugesetzbuch (BauGB).
Ein entsprechender Beschluss des Rates der Stadt Köln zur Festlegung des Sozialraumes
als Gebiet der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171 E Abs. 3 Baugesetzbuch (BauGB) erfolgte am
20.12.2016.
Anhang 5: Gebiet der „Sozialen Stadt“ „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und
Eil“
100 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 6: Maßnahmen Sozialraum 11 – „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und
Eil“
Die folgende Tabelle stellt alle Maßnahmen dar, die im Rahmen des Leitkonzeptes im Rat
der Stadt Köln am 20. Dezember 2016 beschlossen wurden . Maßnahmen, die in den letzten
zwei Jahren nicht weiter verfolgt werden konnten, wurden kenntlich gemacht.
Laufzeit
lt.
Ratsbeschluss
Laufzeit
aktuell
Gesamtkosten
im Sozialraum
Nr. Bezeichnung Status Förder-
zugang Beginn Ende Beginn Ende
laut
Ratsbe-
schluss
aktuell
0.0.0
Externe Beratung bei
der Erstellung des
Integrierten
Stadtentwicklungs-
konzeptes
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF - - 2015 2017 - 24.829 €
0.0.1
Büro für Quartiers-
management und
Aktivierung
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2017 2020 2020 2021 708.485 € 245.767 €
0.0.2 Prozessbegleitende
Evaluation
Umsetzung
erfolgt mit
städtischen
Mitteln
SBF 2017 2020 2020 2023 44.090 € 44.090 €
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
1.0.5
Integration von
(zugewanderten)
Kindern/
Jugendlichen/jungen
Erwachsenen in die
Regelsysteme durch
aufsuchende mobile
Arbeit **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
ESF 2017 2018 - - 254.520 € -
1.0.7
Qualifizierungsoffensive
Offene Kinder- und
Jugendarbeit**
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terver-folgt
Bundes-
pro-
gramm
2017 2019 - - 26.900 € -
1.0.12
Sprachförderangebote
für neu eingereiste
Jugendliche und junge
Erwachsene mit
Jugendintegrationskurs
**
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
ESF 2017 2019 - - 156.376 € -
1.0.16
Zugehende Hilfe zur
Überleitung ins
Regelsystem und
Entwicklung einer
beruflichen Perspektive
für junge Menschen mit
psychischen Problemen
bis 27 Jahre
Antrag
bewilligt,
Beginn
01.04.2017
ESF 2017 2018 2017 2019 29.564 € 15.358 €
1.0.17
a
Kölner Bildungs-
beratungszentrum
einschließlich
Stadtteileltern (hier nur
Bildungs-
beratungszentrum) **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
EFRE 2018 2020 - - 211.043 € -
* Gegenüber dem Leitkonzept neu aufgenommene Maßnahme.
** Maßnahmen werden nicht weiterverfolgt, weil ein geeigneter Förderzugang fehlt oder bereits Angebote außerhalb des Pro-
gramms umgesetzt werden.
*** Bei baulichen Maßnahmen ist mit Beginn die Umsetzung/ der Baubeginn gemeint.
**** Maßnahmenkosten wurden keinem Sozialraum zugeordnet und sind daher nicht in Gesamtkosten einberechnet
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
101
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufzeit
lt.
Ratsbeschluss
Laufzeit
aktuell
Gesamtkosten
im Sozialraum
Nr. Bezeichnung Status Förder-
zugang Beginn Ende Beginn Ende
laut
Ratsbe-
schluss
aktuell
1.0.17 Stadtteileltern
Antrag
bewilligt,
Beginn
01.01.2018
ESF 2016 2019 2018 2020 91.184 € 77.964 € 1.0.19
Übergänge begleiten:
Angebote der Familien-
bildung mit Schwerpunkt
Kooperation mit Kita,
Familienzentren, Schu-
len im Primarbereich
und Sekundarstufe I
(SEK I), Trägern des
offenen Ganztags**
Antrag
gestellt,
wurde
jedoch
nicht bewil-
ligt
ESF 2018 2019 - - 209.645 € -
1.0.20
Gemeinsam für
Grundbildung im
Veedel**
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terver-folgt
ESF 2017 2018 - - 68.571 € -
1.0.21 Ferienschule **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
Landes-
förder-
ung
über
MFKJK
S oder
BAMF
2018 2019 - - 23.391 € -
1.0.26 Willkommen und
Ankommen in Köln**
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
ESF 2017 2018 - - 358.581 € -
Handlungsfeld: Öffentlicher Raum***
2.0.4
Spiel- und
Bewegungsräume in
den Veedeln, hier:
zusätzliche Fläche für
Trendsport in der
Grünfläche Stresemann-
straße
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2017 2020 2021 2023 316.645 € 240.000 €
2.0.10 Unser Park ** / ****
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
EFRE _ _ _ _
Kosten
747.840 €
(gesamt )
SR wurde
nicht
festgelegt
_
2.11.4
Multifunktionale
Freiräume
(Bergerstraße/
Frankfurter Straße)
Antrag in
Vorberei-
tung
EFRE +
SBF 2019 2020 2020 2022 217.000 € 1.552.578 €
2.11.5
Generalsanierung
Sportanlage
Humboldtstraße*
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2020 2021 2.183.293 €
* Gegenüber dem Leitkonzept neu aufgenommene Maßnahme.
** Maßnahmen werden nicht weiterverfolgt, weil ein geeigneter Förderzugang fehlt oder bereits Angebote außerhalb des Pro-
gramms umgesetzt werden.
*** Bei baulichen Maßnahmen ist mit Beginn die Umsetzung/ der Baubeginn gemeint.
**** Maßnahmenkosten wurden keinem Sozialraum zugeordnet und sind daher nicht in Gesamtkosten einberechnet
102 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufzeit
lt.
Ratsbeschluss
Laufzeit
aktuell
Gesamtkosten
im Sozialraum
Nr. Bezeichnung Status Förder-
zugang Beginn Ende Beginn En
de
laut Ratsbe-
schluss aktuell
Handlungsfeld: Wirtschaft und Qualifikation
3.0.1 „Checkpraxis“
Berufsfeldorientierung
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
ESF 2017 2018 - - 26.196 € -
3.0.7
Einrichtung von Kölner
Veedelscenter (KVC) für
Arbeit und Soziales
Antrag
gestellt,
wurde
jedoch
nicht bewil-
ligt
ESF 2017 2018 - - 1.273.453 € -
Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
4.0.2 Offen für Regen: Grüne
Höfe, grüne Plätze **
Wird vom
Fachamt
als stadt-
weites,
städtisch
finanzier-
tes Begrü-
nungs-
programm
weiterge-
führt
EFRE 2017 2019 - - 75.500 € -
4.0.4
Aufbau eines
Hitzewarn- und
Informationssystems
Antrag
bewilligt,
Beginn
01.01.2019
BMUB-
Pro-
gramm
Klima,
BMBF
2017 2019 2019 2021 49.091 € 27.273 €
4.0.9
Maßnahmen rund um
eine Leitart zur
Verbesserung der
Identifikation der
Bürgerinnen und Bürger
mit ihrem Sozialraum
und gleichzeitiger
Erhöhung der
Biodiversität sowie der
Aufenthaltsqualität im
Sozialraum **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
EFRE 2017 2020 - - 27.778 € -
4.0.11
Reduzierung der
Lärmbelästigung an
erheblich betroffenen
Straßen in der Baulast
der Stadt Köln durch
Einbau von
lärmoptimierten
Belägen**
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
Förder-
richtlinie
Kom-
munaler
Stra-
ßenbau
2017 2021 - - 34.427 € -
Handlungsfeld: Wohnen
5.0.2 A
Zuhause im Veedel –
Aktivierung, Beteiligung
und Wohnumfeldpflege
Modul A: Mieter- und
Nachbarschaftsarbeit*
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF - - 2020 2023 - 190.695 €
5.0.2 B
Zuhause im Veedel –
Aktivierung, Beteiligung
und Wohnumfeld-pflege
Modul B: Quartiers-
hausmeister**
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
ESF 2017 2019 - - 125.960 € -
5.0.3 Haus-, Hof- und
Fassaden-programm
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2018 2021 2020 2022 318.180 € 373.239 €
GESAMT inkl. 0.0.2 4.646.580 € 4.975.086 €
GESAMT exkl. 0.0.2 4.602.490 € 4.930.996 €
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Porz-Ost,
Finkenberg, Gremberghoven und Eil“
103
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
*
Gegenüber dem Leitkonzept neu aufgenommene Maßnahme.
** Maßnahmen werden nicht weiterverfolgt, weil ein geeigneter Förderzugang fehlt oder bereits Angebote außerhalb des Pro-
gramms umgesetzt werden.
*** Bei baulichen Maßnahmen ist mit Beginn die Umsetzung/ der Baubeginn gemeint.
**** Maßnahmenkosten wurden keinem Sozialraum zugeordnet und sind daher nicht in Gesamtkosten einberechnet
Anlage 4 Vorab-Auszug Ausschuss Soziales und Senioren 24.01.2019
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Anlage 4 Geschäftsführung Ausschuss Soziales und Senioren Herr Krämer Telefon: (0221) 221-27467 Fax : (0221) 221-22528 E-Mail: Thomas.Kraemer@Stadt-koeln.de Datum: 31.01.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren vom 24.01.2019 öffentlich 4.1 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del" - Starkes Köln" für den Sozialraum "Porz-Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil" 3777/2018 Beschluss 1. Der Rat be schließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage -NR. 2899/2016) erstellte Inte- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Porz -Ost, Finke n- berg, Gremberghoven und Eil“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren A b- stimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderun gen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gre m- berghoven und Eil“ aufgeführten Einzelma ßnahmen, die in der Kosten - und Fi- nanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jew eiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Au f- wandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2022 in Höhe von ca. 4,8 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 b e- reits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand im Haushaltsjahr 2023 in Höhe von ca. 100.000 € wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen berücksichtigt. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „ Porz-Ost, F inkenberg, Gremberghoven und Eil “ wirksam werden, der Bezirksvertretung Porz vorz u- legen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu info r- mieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „ Porz-Ost, Fin- kenberg, Gremberghoven und Eil“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vo r- lage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Porz ohne Einschränkung zustimmen. 4. Die Bezirksvertretung Porz bittet den Rat, bei der Umsetzung des Konzepts die folgenden Punkte zu beschließen: Anlage 2 ISEK Porz Fink Eil Laufende Nr. 2.11.5 Handlungsfeld Öffentlicher Raum Maßnahme „Generalsanierung Sportanlage Humboldtstraße“ Ob die bestehende Kampfbahn Typ B mit Tennengroßspielfeld im Zuge der Baumaßnahme in Naturrasen oder Kunstrasen neu hergestellt w ird, ist kurz- fristig mit den Vereinen und den Schulen zu klären, nach Möglichkeit bis zur letzten Ratssitzung. Die Bezirksvertretung Porz ist in der nächsten Sitzung darüber zu informieren. 5. Anlage 1 w ird w ie folgt ergänzt: 1. Freiraumplanerische Gestaltung des Bahnhofsplatzes, Frankenplatzes und des Platzes an der Hohenstaufenstraße in Gremberghoven sow ie 2. Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstraße und Verringerung des Emissionsverha l- tens durch Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Beschluß-Entw urf: Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Stärkung des öffent- lichen Raums Maßnahme „Neue Plätze für die Eisenbahner- siedlung Gremberghoven“ Freiraumplanerische Gestaltung ei- ner multifunktionalen Stadt-platz- und Freiraumsequenz Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ in Köln- Porz-Gremberghoven w urde in meh- reren Bauabschnitten für Beamte und Angestellte der Reichsbahn in den Jah- ren 1919 bis 1929 erbaut. Wichtige Elemente der Siedlung sind die bogen- förmigen Gebäudespangen sow ie die großzügigen Grünanlagen und Haus- gärten, die die Verbindung zum städte- baulichen Leitbild der Gartenstadt er- kennen lassen. Neben den Grünanla- gen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbindungen, die den Cha- rakter der symmetrisch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Die Siedlung w ird dem spät- historischen Heimatstil zugeordnet und steht unter Denkmal -schutz. Bestandteil der städtebaulichen Konzeption ist eine charakteristische dreiteilige Platzse- quenz am Bahnhofsplatz, am Franken- platz und an der Hohenstaufenstraße Projektbeschreibung Die drei öffentliche Plätze Bahnhofs- platz, Frankenplatz und der Platz an der Hohestaufenstraße spiegeln den Leige- danken der Gartenstadt verbunden mit der städtebaulichen Figur w ider. Der Bahnhofsplatz befindet sich am mittleren Ortseingang der „Eisenbah- nersiedlung“ und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich flankiert. Hauptnutzung stellt eine stellplatzorien- tierte Ausrichtung dar. Der Frankenplatz liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich begrenzt. Der kleine Platz an der Hohenstaufenstraße liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im östlichen Bereich gefasst. Diese beiden Grünflächen sind ungestaltet und w eisen ebenfalls eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Potential als zentrale Stadtplätze im historischen Kontext zu heben und unter zeitgemä- ßen und bürgerorientierten Anforderun- gen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchgeführten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerw ünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert w erden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, die Aufent- haltsqualität und das Angebot an Be- gegnungsstätten sow ie Spiel- und Grünflächen im öffentlichen Raum zu stärken und zu qualifizieren. Die Grundsatzaussagen aus der Bürgerbe- teiligung zum Bauleitplanverfahren sol- len im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarian- ten pro Platz ist beabsichtigt, repräsen- tative Stadtplätze mit unterschiedlichen Nutzungsarten zu etablieren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berück- sichtigen: - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät hinsichtlich der Park- raummöglichkeiten, als Stadtplatz und Veranstaltungsort, - Gärtnerische Gestaltung und Installa- tion von Aufenthaltsmöglichkeiten, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregen- vorsorge, Überhitzung etc.) - Barrierefreiheit, - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schaffung von Spielmöglichkeiten. Aktivierung und Beteiligung im Quar- tier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen je Platz einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Kleinkinder, Jugend, Senioren, Anw oh- ner, Besucher Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort f- fentlichen Raums Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali- tät in der Eisenbahnersie d- lung zu sichern und zu entw ickeln. Indikatoren - Steigerung der Aufenthaltsdauer im öffentliche Raum - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbew usst- sein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes - Ordnung der Gew ichtung der Stell- platzfunktion - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät von Flächen Kosten Bahnhofsplatz (790 m²): Baukosten: 300.000 EUR Planungshonorar: 40.000 EUR 340.000 EUR Frankenplatz (500m²): Baukosten: 180.000 EUR Planungshonorar: 22.000 EUR 202.000 EUR Platz an der Hohenstaufenstraße (370 m²) Baukosten: 140.000 EUR Planungshonorar: 16.000 EUR 156.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. besondere Leis- tungen): 50.000 EUR Gesamt: 748.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,67, 512, StEB, Förderung 80% Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums und Verringerung des Emissionsverhal- tens Maßnahme „Neugestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstra ße““ Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ w urde in mehreren Bauabschnitten für Be-amte und Angestellte der Reichsbahn in den Jahren 1919 bis 1929 er-baut. Die Sie d- lung w ird dem späthistorischen Heimat- stil zugeordnet und steht unter Denk- malschutz. Wichtige Elemente der Sied- lung sind die bogenförmigen Gebäude- spangen sow ie die großzügigen Grün- anlagen und Hausgärten, die die Ver- bindung zum städtebaulichen Leitbild der Gartenstadt erkennen lassen. Ne- ben den Grünanlagen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbin- dungen, die den Charakter der symme t- risch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Diese bil- den zusammen mit dem Straßenzug Bahnhofsplatz das interne öffentliche Erschließungsrückrad für den südlichen Siedlungsbereich, w elches gleichzeitig als ÖPNV-Trasse für das Busnetz fun- giert. Der Straßenquerschnitt geht aus den damaligen mobilitätsrelevanten Erfordernissen hervor. Die Häuser ste- hen unmittelbar an der Straßenraum- begrenzungslinie. Aufgrund der Bau- w eise und der Nähe zur Straße sind die Anw ohner durch den Auto- und Busver- kehr Emissionen ausgesetzt (Lärm, Er- schütterung etc.). Hinzu kommt, dass es w ährend der Errichtungsphase der Wohnsiedlung naturgemäß kein Erfor- dernis gab, einen Stellplatznachw eis auf dem Baugrund- stück zu führen. Im Ergebnis ist der vorhandene Straßenraum für die erfor- derlichen Anforderungen (Fahrbahn, ÖPNV-Trasse, Parken, Gehw eg, Fahr- rad etc.) zu gering dimensioniert und in seiner baulichen Substanz stark abgängig. Projektbeschreibung Der ca. 7.100 m² umfassende Raum entlang der Straßenzüge Bahnhofs- platz, Frankenplatz und Hohenstaufen- straße übernimmt gestalterisch und funktional eine elementare Rolle. Die Fläche ist ungestaltet und w eist eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Po- tential als Mobilitätsachse im histori- schen Kontext zu heben und unter zeitgemäßen und bür- gerorientierten Anforderungen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchge- führten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerw ünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert w erden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, den Stra- ßenraum zu ordnen, die Aufenthalts- qualität zu stärken und die w ohnbeein- trächtigen Eigenschaften der Straße zu mindern. Die Grundsatzaussagen aus der Bür- gerbeteiligung zum Bauleitplanverfah- ren sollen im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarianten ist beab- sichtigt, eine neue Straßenraumsequenz zu etablie- ren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berücksichtigen: - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schutz und Berücksichtigung der denkmalw erten Bäume, - Verminderung von Lärm und Erschüt- terungen, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregenvorsorge, Überhitzung etc.) - Zonierung und Hierarchisierung des Straßenraums bzgl. der relevanten Ver- kehrsteilnehmer, - Barrierefreiheit. Aktivierung und Beteiligung im Quartier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Verkehrsteilnehmer, Anw ohner, Besu- cher, alle Altersgruppen Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali-tät in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entw ickeln so- w ie die Wohnqualität zu steigern. Indikatoren - Verringerung des Emissionsverha l- tens - Erhöhte Verkehrssicherheit - Bessere Orientierung - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbe- w usstsein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes Kosten Baukosten: 1.800.000 EUR Planungshonorar: 190.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. bes. Leistun- gen): 10.000 EUR GESAMT: 1.900.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,62,StEB Förderung 80 % Abstimmungsergebnis: Einstimmig, wie Bezirksvertretung Porz, zugestimmt.
Anlage 5, Auszug Beschlussprotokoll AUG TOP 4.1.2 Starke Veedel Porz
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Geschäftsführung Ausschuss für Umwelt und Grün Frau Bültge-Oswald Telefon: (0221) 221-23702 E-Mail: barbara.bueltge-oswald@stadt -koeln.de Datum: 01.02.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Ausschuss es Umwelt und Grün vom 31.01.2019 öffentlich 4.1.2 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del" - Starkes Köln" für den Sozialraum "Porz-Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil" 3777/2018 geänderter Beschluss (wie BV Porz und Ausschuss Soziales und Senioren) 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage -NR. 2899/2016) erstellte Inte- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Porz -Ost, Fin ken- berg, Gremberghoven und Eil“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren A b- stimmungsprozess mit den Förder mittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gre m- berghoven und Eil“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten - und Fi- nanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von m indestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Au f- wandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2022 in Höhe von ca. 4,8 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mittelfristigen Finanzpl anung bis 2022 b e- reits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand im Haushaltsjahr 2023 in Höhe von ca. 100.000 € wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen berücksichtigt. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integ rierten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ wirksam werden, der Bezirksvertretung Porz vorz u- legen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu info r- mieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialra um „Porz-Ost, Fin- kenberg, Gremberghoven und Eil“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vo r- lage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Porz ohne Einschränkung zustimmen. 4. Die Bezirksvertretung Porz bittet den Rat, bei der Umsetzung des Konzepts die folgenden Punkte zu beschließen: Anlage 2 ISEK Porz Fink Eil Laufende Nr. 2.11.5 Handlungsfeld Öffentlicher Raum Maßnahme „Generalsanierung Sportanlage Humboldtstraße“ Ob die bestehende Kampfbahn Typ B mit Tennengroßspielfeld im Zuge der Baumaßnahme in Naturrasen oder Kunstrasen neu hergestellt w ird, ist kurz- fristig mit den Vereinen und den Schulen zu klären, nach Möglichkeit bis zur letzten Ratssitzung. Die Bezirksvertretung Porz ist in der nächsten Sitzung darüber zu informieren. 5. Anlage 1 w ird w ie folgt ergänzt: 1. Freiraumplanerische Gestaltung des Bahnhofsplatzes, Frankenplatzes und des Platzes an der Hohenstaufenstraße in Gremberghoven sow ie 2. Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstraße und Verringerung des Emissionsverha l- tens durch Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Beschluss-Entw urf: Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Stärkung des öffent- lichen Raums Maßnahme „Neue Plätze für die Eisenbahner- siedlung Gremberghoven“ Freiraumplanerische Gestaltung ei- ner multifunktionalen Stadt-platz- und Freiraumsequenz Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ in Köln- Porz-Gremberghoven w urde in meh- reren Bauabschnitten für Beamte und Angestellte der Reichsbahn in den Jah- ren 1919 bis 1929 erbaut. Wichtige Elemente der Siedlung sind die bogen- förmigen Gebäudespangen sow ie die großzügigen Grünanlagen und Haus- gärten, die die Verbindung zum städte- baulichen Leitbild der Gartenstadt er- kennen lassen. Neben den Grünanla- gen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbindungen, die den Cha- rakter der symmetrisch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Die Siedlung w ird dem spät- historischen Heimatstil zugeordnet und steht unter Denkmal-schutz. Bestandteil der städtebaulichen Konzeption ist eine charakteristische dreiteilige Platzse- quenz am Bahnhofsplatz, am Franken- platz und an der Hohenstaufenstraße Projektbeschreibung Die drei öffentliche Plätze Bahnhofs- platz, Frankenplatz und der Platz an der Hohestaufenstraße spiegeln den Leige- danken der Gartenstadt verbunden mit der städtebaulichen Figur w ider. Der Bahnhofsplatz befindet sich am mittleren Ortseingang der „Eisenbah- nersiedlung“ und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich flankiert. Hauptnutzung stellt eine stellplatzorien- tierte Ausrichtung dar. Der Frankenplatz liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich begrenzt. Der kleine Platz an der Hohenstaufenstraße liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im östlichen Bereich gefasst. Diese beiden Grünflächen sind ungestaltet und w eisen ebenfalls eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Potential als zentrale Stadtplätze im historischen Kontext zu heben und unter zeitgemä- ßen und bürgerorientierten Anforderun- gen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchgeführten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerw ünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert w erden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, die Aufent- haltsqualität und das Angebot an Be- gegnungsstätten sow ie Spiel- und Grünflächen im öffentlichen Raum zu stärken und zu qualifizieren. Die Grundsatzaussagen aus der Bürgerbe- teiligung zum Bauleitplanverfahren sol- len im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarian- ten pro Platz ist beabsichtigt, repräsen- tative Stadtplätze mit unterschiedlichen Nutzungsarten zu etablieren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berück- sichtigen: - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät hinsichtlich der Parkraummöglichke i- ten, als Stadtplatz und Veranstaltungs- ort, - Gärtnerische Gestaltung und Installa- tion von Aufenthaltsmöglichkeiten, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregen- vorsorge, Überhitzung etc.) - Barrierefreiheit, - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schaffung von Spielmöglichkeiten. Aktivierung und Beteiligung im Quar- tier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen je Platz einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Kleinkinder, Jugend, Senioren, Anw oh- ner, Besucher Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort f- fentlichen Raums Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsqualität in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entw ickeln. Indikatoren - Steigerung der Aufenthaltsdauer im öffentlichen Raum - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbew usst- sein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes - Ordnung der Gew ichtung der Stel l- platzfunktion - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät von Flächen Kosten Bahnhofsplatz (790 m²): Baukosten: 300.000 EUR Planungshonorar: 40.000 EUR 340.000 EUR Frankenplatz (500m²): Baukosten: 180.000 EUR Planungshonorar: 22.000 EUR 202.000 EUR Platz an der Hohenstaufenstraße (370 m²) Baukosten: 140.000 EUR Planungshonorar: 16.000 EUR 156.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. besondere Leis- tungen): 50.000 EUR Gesamt: 748.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,67, 512, StEB, Förderung 80% Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums und Verringerung des Emissionsverhal- tens Maßnahme „Neugestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstra ße““ Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ w urde in mehreren Bauabschnitten für Beamte und Angestellte der Reichsbahn in den Jahren 1919 bis 1929 erbaut. Die Sied- lung w ird dem späthistorischen Heimat- stil zugeordnet und steht unter Denk- malschutz. Wichtige Elemente der Sied- lung sind die bogenförmigen Gebäude- spangen sow ie die großzügigen Grün- anlagen und Hausgärten, die die Ver- bindung zum städtebaulichen Leitbild der Gartenstadt erkennen lassen. Ne- ben den Grünanlagen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbin- dungen, die den Charakter der symme t- risch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Diese bil- den zusammen mit dem Straßenzug Bahnhofsplatz das interne öffentliche Erschließungsrückrad für den südlichen Siedlungsbereich, w elches gleichzeitig als ÖPNV-Trasse für das Busnetz fun- giert. Der Straßenquerschnitt geht aus den damaligen mobilitätsrelevanten Erfordernissen hervor. Die Häuser ste- hen unmittelbar an der Straßenraum- begrenzungslinie. Aufgrund der Bau- w eise und der Nähe zur Straße sind die Anw ohner durch den Auto- und Busver- kehr Emissionen ausgesetzt (Lärm, Er- schütterung etc.). Hinzu kommt, dass es w ährend der Errichtungsphase der Wohnsiedlung naturgemäß kein Erfor- dernis gab, einen Stellplatznachw eis auf dem Baugrundstück zu führen. Im Ergebnis ist der vorhandene Straßen- raum für die erforderlichen Anforderun- gen (Fahrbahn, ÖPNV-Trasse, Parken, Gehw eg, Fahrrad etc.) zu gering dimensioniert und in seiner baulichen Substanz stark abgängig. Projektbeschreibung Der ca. 7.100 m² umfassende Raum entlang der Straßenzüge Bahnhofs- platz, Frankenplatz und Hohenstaufen- straße übernimmt gestalterisch und funktional eine elementare Rolle. Die Fläche ist ungestaltet und w eist eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Po- tential als Mobilitätsachse im histori- schen Kontext zu heben und unter zeit- gemäßen und bürgerorientierten Anfor- derungen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanve r- fahrens durchgeführten Bürgerbeteili- gung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Gemeinschaftsgrundschule "Fried- rich List", konnten erste Bürgerw ünsche betreffend des Planungsraums „Eisen- bahnersiedlung“ geäußert w erden. Demnach besteht das Bedürfnis, den Straßenraum zu ordnen, die Aufent- haltsqualität zu stärken und die w ohn- beeinträchtigen Eigenschaften der Straße zu mindern. Die Grundsatzaussagen aus der Bür- gerbeteiligung zum Bauleitplanverfah- ren sollen im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarianten ist beab- sichtigt, eine neue Straßenraumsequenz zu etablie- ren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berücksichtigen: - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schutz und Berücksichtigung der denkmalw erten Bäume, - Verminderung von Lärm und Erschüt- terungen, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregenvorsorge, Überhitzung etc.) - Zonierung und Hierarchisierung des Straßenraums bzgl. der relevanten Ver- kehrsteilnehmer, - Barrierefreiheit. Aktivierung und Beteiligung im Quartier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Verkehrsteilnehmer, Anw ohner, Besu- cher, alle Altersgruppen Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsqualität in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entw ickeln so- w ie die Wohnqualität zu steigern. Indikatoren - Verringerung des Emissionsverha l- tens - Erhöhte Verkehrssicherheit - Bessere Orientierung - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbe- w usstsein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes Kosten Baukosten: 1.800.000 EUR Planungshonorar: 190.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. bes. Leistun- gen): 10.000 EUR GESAMT: 1.900.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,62,StEB Förderung 80 % Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Anlage 7, Auszug Gesundheitsausschuss vom 05.02.2019
13389 Zeichen
Geschäftsführung Gesundheitsausschuss Kohlhof Telefon: (0221) 24831 Fax : (0221) 26500 E-Mail: Kathrin.Kohlhof@STADT-KOELN.DE Datum: 07.02.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Gesundheitsaus schusses vom 05.02.2019 öffentlich 5.5 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del" - Starkes Köln" für den Sozialraum "Porz-Ost, Finkenberg, Grem- berghoven und Eil" 3777/2018 Geänderter Beschluss in der Fassung der Bezirksvertretung Porz vom 22.01.2019 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage -NR. 2899/2016) erstellte Inte- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Porz -Ost, Finke n- berg, Gremberghoven und Eil“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren A b- stimmungsprozess mit den Fördermitt elgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Porz -Ost, Finkenberg, Gre m- berghoven und Eil“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten - und Fi- nanzierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von minde stens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Au f- wandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2022 in Höhe von ca. 4,8 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mittelfristigen Finanzplanun g bis 2022 b e- reits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand im Haushaltsjahr 2023 in Höhe von ca. 100.000 € wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen berücksichtigt. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrier ten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrie r- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „ Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil “ wirksam werden, der Bezirksvertretung Porz vorz u- legen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu info r- mieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „ Porz-Ost, Fin- kenberg, Gremberghoven und Eil“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vo r- lage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Porz ohne Einschränkung zustimmen. 4. Die Bezirksvertretung Porz bittet den Rat, bei der Umsetzung des Konzepts die folgenden Punkte zu beschließen: Anlage 2 ISEK Porz Fink Eil Laufende Nr. 2.11.5 Handlungsfeld Öffentlicher Raum Maßnahme „Generalsanierung Sportanlage Humboldtstraße“ Ob die bestehende Kampfbahn Typ B mit Tennengroßspielfeld im Zuge der Baumaßnahme in Naturrasen oder Kunstrasen neu hergestellt w ird, ist kurz- fristig mit den Vereinen und den Schulen zu klären, nach Möglichkeit bis zur letzten Ratssitzung.Die Bezirksvertretung Porz ist in der nächsten Sitzung darüber zu informieren. 5. Anlage 1 w ird w ie folgt ergänzt: 1. Freiraumplanerische Gestaltung des Bahnhofsplatzes, Frankenplatzes und des Platzes an der Hohenstaufenstraße in Gremberghoven sow ie 2. Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstraße und Verringerung des Emissionsverhal- tens durch Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Beschluß-Entw urf: Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Stärkung des öffent- lichen Raums Maßnahme „Neue Plätze für die Eisenbahner- siedlung Gremberghoven“ Freiraumplanerische Gestaltung ei- ner multifunktionalen Stadt-platz- und Freiraumsequenz Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ in Köln- Porz-Gremberghoven w urde in meh- reren Bauabschnitten für Beamte und Angestellte der Reichsbahn in den Jah- ren 1919 bis 1929 erbaut. Wichtige Elemente der Siedlung sind die bogen- förmigen Gebäudespangen sow ie die großzügigen Grünanlagen und Haus- gärten, die die Verbindung zum städte- baulichen Leitbild der Gartenstadt er- kennen lassen. Neben den Grünanla- gen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbindungen, die den Cha- rakter der symmetrisch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Die Siedlung w ird dem spät- historischen Heimatstil zugeordnet und steht unter Denkmal-schutz. Bestandteil der städtebaulichen Konzeption ist eine charakteristische dreiteilige Platzse- quenz am Bahnhofsplatz, am Franken- platz und an der Hohenstaufenstraße Projektbeschreibung Die drei öffentliche Plätze Bahnhofs- platz, Frankenplatz und der Platz an der Hohestaufenstraße spiegeln den Leige- danken der Gartenstadt verbunden mit der städtebaulichen Figur w ider. Der Bahnhofsplatz befindet sich am mittleren Ortseingang der „Eisenbah- nersiedlung“ und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich flankiert. Hauptnutzung stellt eine stellplatzorien- tierte Ausrichtung dar. Der Frankenplatz liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im südlichen Bereich begrenzt. Der kleine Platz an der Hohenstaufenstraße liegt innerhalb einer hofartigen Bebau- ungsstruktur und w ird durch eine Stra- ße im östlichen Bereich gefasst. Diese beiden Grünflächen sind ungestaltet und w eisen ebenfalls eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Potential als zentrale Stadtplätze im historischen Kontext zu heben und unter zeitgemä- ßen und bürgerorientierten Anforderun- gen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchgeführten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerw ünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert w erden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, die Aufent- haltsqualität und das Angebot an Be- gegnungsstätten sow ie Spiel- und Grünflächen im öffentlichen Raum zu stärken und zu qualifizieren. Die Grundsatzaussagen aus der Bürgerbe- teiligung zum Bauleitplanverfahren sol- len im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarian- ten pro Platz ist beabsichtigt, repräsen- tative Stadtplätze mit unterschiedlichen Nutzungsarten zu etablieren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berück- sichtigen: - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät hinsichtlich der Park- raummöglichkeiten, als Stadtplatz und Veranstaltungsort, - Gärtnerische Gestaltung und Installa- tion von Aufenthaltsmöglichkeiten, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregen- vorsorge, Überhitzung etc.) - Barrierefreiheit, - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schaffung von Spielmöglichkeiten. Aktivierung und Beteiligung im Quar- tier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen je Platz einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Kleinkinder, Jugend, Senioren, Anw oh- ner, Besucher Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen besserte Aktivierung der Mieter am Wohnort f- fentlichen Raums Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali- tät in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entw ickeln. Indikatoren - Steigerung der Aufenthaltsdauer im öffentliche Raum - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbew usst- sein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes - Ordnung der Gew ichtung der Stel l- platzfunktion - Mehrfachnutzung und Multifunktionali- tät von Flächen Kosten Bahnhofsplatz (790 m²): Baukosten: 300.000 EUR Planungshonorar: 40.000 EUR 340.000 EUR Frankenplatz (500m²): Baukosten: 180.000 EUR Planungshonorar: 22.000 EUR 202.000 EUR Platz an der Hohenstaufenstraße (370 m²) Baukosten: 140.000 EUR Planungshonorar: 16.000 EUR 156.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. besondere Leis- tungen): 50.000 EUR Gesamt: 748.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,67, 512, StEB, Förderung 80% Laufende Nummer x.x.x Handlungsfeld: Verbesserung und Gestaltung des Straßenraums und Verringerung des Emissionsverhal- tens Maßnahme „Neugestaltung des Straßenraums Bahnhof- platz/Frankenplatz/Hohenstaufenstra ße““ Optimierung der gründerzeitlichen Straßenzüge unter ästhetischen und Immissionsrelevanten Faktoren. Inhalt Ausgangslage Die „Eisenbahnersiedlung“ w urde in mehreren Bauabschnitten für Be-amte und Angestellte der Reichsbahn in den Jahren 1919 bis 1929 er-baut. Die Sie d- lung w ird dem späthistorischen Heimat- stil zugeordnet und steht unter Denk- malschutz. Wichtige Elemente der Sied- lung sind die bogenförmigen Gebäude- spangen sow ie die großzügigen Grün- anlagen und Hausgärten, die die Ver- bindung zum städtebaulichen Leitbild der Gartenstadt erkennen lassen. Ne- ben den Grünanlagen sind es viele Platzsituationen und Fußw egeverbin- dungen, die den Charakter der symme t- risch aufgebauten Siedlung mit ihren beiden Ausläufern Hohenstaufenstraße und Frankenplatz definieren. Diese bil- den zusammen mit dem Straßenzug Bahnhofsplatz das interne öffentliche Erschließungsrückrad für den südlichen Siedlungsbereich, w elches gleichzeitig als ÖPNV-Trasse für das Busnetz fun- giert. Der Straßenquerschnitt geht aus den damaligen mobilitätsrelevanten Erfordernissen hervor. Die Häuser ste- hen unmittelbar an der Straßenraum- begrenzungslinie. Aufgrund der Bau- w eise und der Nähe zur Straße sind die Anw ohner durch den Auto- und Busver- kehr Emissionen ausgesetzt (Lärm, Er- schütterung etc.). Hinzu kommt, dass es w ährend der Errichtungsphase der Wohnsiedlung naturgemäß kein Erfor- dernis gab, einen Stellplatznachw eis auf dem Baugrund- stück zu führen. Im Ergebnis ist der vorhandene Straßenraum für die erfor- derlichen Anforderungen (Fahrbahn, ÖPNV-Trasse, Parken, Gehw eg, Fahr- rad etc.) zu gering dimensioniert und in seiner baulichen Substanz stark abgängig. Projektbeschreibung Der ca. 7.100 m² umfassende Raum entlang der Straßenzüge Bahnhofs- platz, Frankenplatz und Hohenstaufen- straße übernimmt gestalterisch und funktional eine elementare Rolle. Die Fläche ist ungestaltet und w eist eine abgängige Bausubstanz auf. Ziel der Maßnahme ist es, das ungenutzte Po- tential als Mobilitätsachse im histori- schen Kontext zu heben und unter zeitgemäßen und bür- gerorientierten Anforderungen nutzbar zu machen. Aufgrund einer im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens durchge- führten Bürgerbeteiligung am 19.10.2017 in der Turnhalle der Ge- meinschaftsgrundschule "Friedrich List", konnten erste Bürgerw ünsche betref- fend des Planungsraums „Eisenbah- nersiedlung“ geäußert w erden. Dem- nach besteht das Bedürfnis, den Stra- ßenraum zu ordnen, die Aufenthalts- qualität zu stärken und die w ohnbeein- trächtigen Eigenschaften der Straße zu mindern. Die Grundsatzaussagen aus der Bür- gerbeteiligung zum Bauleitplanverfah- ren sollen im Rahmen eines Bürger- w orkshops mit den Anw ohnern und In- teressierten vertieft w erden. Ausgehend von drei Gestaltungsvarianten ist beab- sichtigt, eine neue Straßenraumsequenz zu etablie- ren. Hierbei sind folgende Funktionen zu berücksichtigen: - Erschließungsfunktion zu den Woh- nungen, - Schutz und Berücksichtigung der denkmalw erten Bäume, - Verminderung von Lärm und Erschüt- terungen, - Berücksichtigung von klimaw andelfol- genrelevanten Aspekten (Starkregenvorsorge, Überhitzung etc.) - Zonierung und Hierarchisierung des Straßenraums bzgl. der relevanten Ver- kehrsteilnehmer, - Barrierefreiheit. Aktivierung und Beteiligung im Quartier Grundlage für Erarbeitung der Leis- tungsphase 3 (Entw urfsplanung) ist ein Bürgerw orkshop, der anhand von drei Handskizzen einen moderierten Zielfindungsprozess ermöglicht. Zielgruppe Verkehrsteilnehmer, Anw ohner, Besu- cher, alle Altersgruppen Ziele Querschnittsziel Operative Ziele Wohnadressen am Wohnort Projektziele einer 100 Jahre alten Siedlungskultur in die Neuzeit, die Wohn- und Aufent- haltsquali-tät in der Eisenbahnersied- lung zu sichern und zu entw ickeln so- w ie die Wohnqualität zu steigern. Indikatoren - Verringerung des Emissionsverha l- tens - Erhöhte Verkehrssicherheit - Bessere Orientierung - Verbesserung der sozialen Kontrolle durch eine gesteigertes Pflichtbe- w usstsein der Anw ohner - Stärkung des Ortsbildes Kosten Baukosten: 1.800.000 EUR Planungshonorar: 190.000 EUR Bürgerw orkshop (inkl. bes. Leistun- gen): 10.000 EUR GESAMT: 1.900.000 EUR Projektlaufzeit / Zeitraum 2021-2024 Projektverantw ortlicher 61,66,48,62,StEB Förderung 80 % Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt analog der Abstimmung der Bezirksvertretung Porz.
Beratungsverlauf (14)
Beschluss: im ersten Durchgang verwiesen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mit Änderungen empfohlen
Zur SitzungBeschluss: unter Vorbehalt beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3777/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 07.02.2019
- Erstellt
- 15.11.2018 13:38