V/1019/2008
1. Zwischenbericht Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025
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VEP Münster 2025
Anlage 11
VEP Münster 2025
Anlage 12
VEP Münster 2025
Anlage 13
VEP Münster 2025
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VEP Münster 2025
Anlage 19
Beschlussvorlage
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V/1019/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft 1. Zwischenbericht VEP Münster 2025 Beratungsfolge 05.02.2009 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Einbringung 10.02.2009 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 10.02.2009 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 12.02.2009 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung 12.02.2009 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 17.02.2009 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 18.02.2009 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 05.03.2009 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Wirtschaft nimmt den 1. Zwischenbericht zur Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes Münster (VEP MS 2025) mit den Analyseergebnissen und der Beurteilung der verkehrlichen Ausgangssituation zur Kenntnis. 2. Dem Arbeitsplan für die 2. Stufe der Neuaufstellung des VEP Münster 2025 wird zugestimmt. Die Verwaltung wird den neuen parlamentarischen Gremien den 2. Zwischenbericht im Früh- jahr 2010 zur Beratung vorlegen. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass Kosten in Höhe von maximal ca. 50.000 € entstehen. III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Vorlagen-Nr.: V/1019/2008 Auskunft erteilt: Herr König Ruf: 492 61 51 E-Mail: KoenigD@stadt-muenster.de Datum: 07.01.2009 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/1019/2008 Aufwendungen Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 12.02 Verkehrsplanung 2009 Teilergebnisplan (Zei- le) 16 Sonstige ordentliche Aufwen- dungen 50.000 aus Budget 2009 des Am- tes und ÖPNV Landes- pauschale Insgesamt: 50.000 Begründung: Vorbemerkungen Mit Beschluss des Rates am 10.05.2007 (V/0266/2007) wurde die Verwaltung beauftragt, einen neuen Verkehrsentwicklungsplan für die Stadt Münster (Arbeitstitel: „Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025“) zu erstellen. Der Zielhorizont für dieses Strategiekonzept zur Verkehrsentwicklung in Münster ist das Jahr 2025, ergänzt um einem Ausblick auf die langfristige Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2050. Die fachliche Grundlage für die Gesamtverkehrsplanung in Münster ist der letztmalig 1986 als Ganzes fortgeschriebene Gesamtverkehrsplan Münster. In 1993 hat mit dem „Verkehrsbericht 1993“ eine Teilfortschreibung u.a. für den Innenstadtbereich und zum Stadt-Umlandverkehr statt- gefunden. Mit dem fortgeschriebenen Flächennutzungsplan (FNP Münster) wurden in 2004 mit dem Fachplan Verkehr die Verkehrsnetze und das Verkehrsleitbild (im Erläuterungsbericht) für das Zieljahr 2010/2015 auf gesamtstädtischer Ebene aktualisiert. Seit 1996 sind des Weiteren - je nach Bedarf - zahlreiche Verkehrskonzepte teilräumlich und sekt- oral für die Verkehrsarten erarbeitet worden. Es entstanden Konzepte für nahezu alle Verkehrsar- ten, zuletzt das Radverkehrskonzept Münster 2010, das Parkraumkonzept Altstadt/Hbf-Bereich 2010 und für den ÖPNV der 1. und 2. Nahverkehrsplan ÖPNV. Für mehrere Stadtteile und ver- schiedene Verkehrs-Großprojekte wurden raumbezogene Verkehrsuntersuchun- gen/Verkehrskonzepte entwickelt, z.B. für den Stadtbezirk Südost, die Stadtteile Mecklenbeck, Roxel, Handorf, Gievenbeck. Darüber hinaus wurde ein Konzept für die grundlegende Modernisie- rung des Verkehrssteuerungssystems in Münster erarbeitet. Es ist aber erkennbar, dass sich die externen Rahmenbedingungen im Verkehrssektor und im Umweltbereich erheblich ändern. Dazu gehören insbesondere die Vorgaben aus der EU und deren Umsetzung in deutsches Recht. Darüber hinaus werden auch wesentliche Änderungen im Bereich der Finanzierung von Verkehrsprojekten erwartet. Aktuell werden mit der Neuaufstellung des Gebiet sentwicklungsplanes Münsterland (Zielhorizont 2025) und mit der Aufstellung des Luftreinhalteplanes durch die Bezirksregierung Münster, dem Masterplan Verkehrssicherheit und dem Aufbau/Ausbau des Verkehrsmanagementsystems weite- re wesentliche Weichenstellungen für die Zukunft gestellt, die nachhaltige Auswirkungen auf die Verkehrsentwicklungsplanung in Münster haben. Die damit verbundenen Entscheidungen sowie die erkennbar erhöhten Ansprüche an eine sozial-, stadt- und vor allem umweltverträgliche Verkehrsplanung bei gleichzeitig engeren finanziellen Spielräumen machen eine grundsätzliche Überprüfung der inhaltlichen Aussagen zu Verkehrspro- jekten und eine Neuausrichtung der Leitziele und der Netzkonzeption in Münster erforderlich. - 3 - V/1019/2008 Daher soll und wird der VEP Münster 2025 alle verkehrsrelevanten Rahmenbedingungen über- denken und neu zusammenführen sowie deren Auswirkungen insgesamt darstellen. Darüber hin- aus werden die zu erwartenden Entwicklungen der verkehrsrelevanten Strukturen aufbereitet und deren Einflüsse auf das Verkehrsbild dargelegt. Letztlich werden aus diesen Erkenntnissen Strate- gien zur gewünschten Steuerung des Verkehrsbildes bis zum Jahr 2025 in Münster entwickelt. Zu 1.: Erster Zwischenbericht Grundlage aller planerischen Überlegung zur Verkehrsentwicklung in den nächsten 15 Jahren und darüber hinaus ist eine umfassende Analyse und Bewertung des derzeitigen Verkehrsbildes und der dieses Verkehrsbild prägenden Einflussfaktoren. Daher hat die Verwaltung in 2007/2008, auch unter Beteiligung externer Gutachter (vgl. V/ 0778/2008 „Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner – Ergebnisse einer Haushaltsbefragung“ und Kapitel 13. Verkehrlich-funktionale Bewertung des VEP-Netzes), umfangreiche A nalysen zum Verkehrsgeschehen vorgenommen, diese aufbereitet und jeweils einem Kurzfazit unterworfen (Anlage 1: Erster Zwischenbericht VEP Münster 2025). Neben der Darstellung der verkehrlichen Ausgangssituation legt dieser erste Baustein insbesonde- re das Augenmerk auf bereits bestehende oder zu künftig zu erwartende Problemfelder. Dabei steht derzeit noch nicht die Ableitung von Handlungsfeldern oder Lösungen im Vordergrund son- dern vielmehr der Problemaufriss. Somit verfolgt der vorgelegte 1. Zwischenbericht zum VEP 2025 zwei Ziele. Er dient einerseits den damit befassten Gremien als Rückblick und als Erfolgs- kontrolle zur Verkehrsplanung in den zurückliegenden Jahren. Gleichzeitig soll er aber auch den neuen Gremien zur Vorbereitung der weiteren Schritte bis zur Beschlussfassung des VEP 2025 dienen. Inhaltlich befasst sich der Zwischenbericht mit allen Verkehrsarten. Wobei eine Differenzierung insofern stattfindet, als das unterschieden wird zwischen dem reinen Münsteraner Verkehr und dem Verkehr, der sich aus dem Austausch zwis chen dem Oberzentrum Münster und dem Umland ergibt. Der 1. Zwischenbericht liefert Aufbereitungen und Ergebnisse in insgesamt 12 thematischen Kapi- teln: • Verkehrsbild Münster 2007 Beschreibt die Entwicklung des Verkehrsgesch ehens in Münster/Münsterland sowie das der- zeitige Verkehrsbild. Im Wesentlichen beruhen die Aussagen auf einer inhaltlichen Aufberei- tung der Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2007 sowie einer Kordonbefragung und – zählungen 2001/2007. • Verkehrsrelevante Strukturen Beschreibung der demographischen und räumlichen Strukturen in Münster/Münsterland, die das Verkehrsbild in der Stadt Münster prägen. • Verkehrsnetze Für die Abwicklung des Verkehrsaufkommens stehen für die Verkehrsarten • Motorisierter Individualverkehr (MIV) • Öffentlicher Personen- und Schienenpersonennahverkehr (ÖPNV/SPNV) und • Radverkehr eigene Verkehrsnetze zur Verfügung. An jedes dieser Verkehrsnetze werden ganz unter- schiedliche Anforderungen geknüpft, um jede Verkehrsart für sich möglichst störungsfrei abwi- ckeln zu können. Dabei ist zu beachten, dass sich in vielen Abschnitten des Straßennetzes die einzelnen Verkehrsarten den Straßenraum teilen müssen. Dieses Kapitel beschreibt neben den innerstädtischen Netzen für den MIV, ÖPNV und Radverkehr auch die Einbindung und die - 4 - V/1019/2008 Anforderungen an die übergeordneten, großräumigen Straßen- und Schienennetze sowie die Anbindung zu Wasser und in der Luft, die aus Sicht eines Oberzentrums von Bedeutung sind. • Kraftfahrzeugverkehr Aufbereitung und Beschreibung der Verkehrsstärken im fließenden Kraftfahrzeugverkehr so- wie Aussagen zum Parken im Altstadtbereich/Hauptbahnhof. • Öffentlicher Nahverkehr und Schienenpers onennahverkehr in Münster/im Münsterland Aussagen zur Fahrgastnachfrage, zu den Erfolgsfaktoren, Entwicklungen und zur strategi- schen Ausrichtung des ÖPNV in Münster und des Schienenpersonennahverkehrs in Müns- ter/im Münsterland.. • Radverkehr Beinhaltet die Darstellung der Ausgangslage, die Beschreibung aktueller Programme aber auch eine Wertung des bisher Erreichten, sowie einen Ausblick und eine erste Formulierung möglicher Handlungsfelder. • Fußgänger und Nahmobilität Darstellung der Möglichkeiten im Bereich der Fußgänger- und Nahmobilität. • Stadt-Umland-Verkehr Vertiefende Aufbereitung der vorliegenden Informationen zum Stadt-Umland-Verkehr. Auf der Basis bestehender Erhebung differenzierte Beschreibung der Verkehrsentwicklung in diesem Sektor sowie Betrachtung des Durchgangs-, Quell und Zielverkehrs. • Lkw- und Wirtschaftverkehr Vertiefende Darstellung der Situation fokussiert auf den Lkw-Verkehr. • Umwelt Kurzbeschreibung der vorliegenden Informationen aus den Bereichen der verkehrsbedingten Lärm und Luftschadstoffe. • Verkehrssicherheit Aufbereitung der für einen VEP relevanten Informationen und Erkenntnisse aus dem Gutach- ten der Unfallforschung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft und Zielsetzung des geplanten Verkehrssicherheitskonzeptes/Verkehrssicherheitsprogrammes. • Verkehrlich funktionale Bewertung Einstieg in die Thematik einer verkehrlich-funktionalen Bewertung und Zielsetzung für die wei- tere Bearbeitung des VEP Münster 2025. Damit liefert der erste Zwischenbericht zum VEP Münster eine umfassende Aufbereitung der der- zeitigen Verkehrssituation in Münster. Über die Erarbeitung der einzelnen Kapitel und der darin abgefassten Kurzfazits lassen sich die Schwerpunkte und Handlungsfelder der zweiten Bearbei- tungsstufe bereits begründet abgrenzen. Zu 2.: Weiteres Vorgehen Auf der Basis dieses Zwischenberichtes (Beurteilung der Ausgangssituation) wird die Verwaltung in 2009 ein Trendszenario 2025 erarbeiten und bewerten. Das Trendszenario hat zwei Aufgaben zu erfüllen. Zum einen dient es als Basis für die durchzuführende Mängelanalyse, d.h. Bewertung der verkehrlichen Problemfelder, die in im VEP Münster 2025 weiter bearbeitet werden sollen. Zum anderen dient das Trendszenario als Vergleichsfall für die anschließenden Planfälle in der dritten - 5 - V/1019/2008 Stufe der Neuaufstellung des VEP Münster 2025. Dabei bildet das Trendszenario die erwartete En twicklung des Verkehrsgeschehens in Münster bis zum Jahr 2025 ab. Für das Trendszenario werden die Rahmenbedingungen so festgelegt, wie sich die Entwicklung aus heutiger Sicht am wahrscheinlichsten bis zum Jahr 2025 gestalten wird. Grundlagen des Trendszenarios 2025 sind die mit dem vorgelegten Zwischenbericht wesentlichen Kenngrößen zum Verkehrsgeschehen in Münster sowie im Stadt-Umland-Verkehr. Der fortge- schriebene Gebietsentwicklungsplan (GEP) Münsterland liefert die wesentlichen strukturellen Grundlagen, die das Verkehrsbild der Stadt Münster zukünftig mit prägen werden. Darüber hinaus fließen noch die FNP Münster beschlossenen Straßennetzänderungen bis 2025, die Ziele der 2. Nahverkehrspläne ÖPNV und SPNV sowie die er kennbaren gesamtgesellschaftlichen Trends (Er- kenntnisse aus der Forschung wie z.B. Entwicklung der Mobilitäten) in dieses Szenario ein. Eben- falls werden der bis dahin rechtskräftige Luftreinhalteplan, der Masterplan Verkehrsunfallpräventi- on 2008 und der weitere Ausbau des Verkehrsmanagementsystems berücksichtigt. Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur sind innerhalb des Trendszenarios 2025 die verkehrlichen Auswirkungen der nachfolgend aufgeführten Prüfaufträge aufzubereiten und zu beurteilen: - Entlastungsstraße Nord zwischen Steinfurter Straße (B54) und Schifffahrter Damm, - Einrichtung eines neuen Haltepunktes an der Kursbuchstrecke 406 Münster - Warendorf im Bereich Danziger Freiheit, - Beseitigung der plangleichen Bahnübergänge an der Sudmühlenstraße und der Ma- riendorfer Straße, - Neuordnung des im Rahmen des neuen GEP geänderten überregional bedeutsamen Hauptverkehrsstraßennetzes einschließlich der anzupassenden Vorwegweisung im Stadtgebiet, - Ausweisung eines Lkw-Führungsnetzes, - Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn - netzbezogene Auswirkungen des Masterplans Verkehrsunfallprävention 2008 und des Luft- reinhalteplans Münster 2009 Auf Grund der in vielen Bereichen sehr fundierten und gut vorgeplanten Verkehrsprojekte in den nächsten Jahren, kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse des Trendszenarios 2025 eine geeignete Beurteilungsgrundlage für die noc h in der dritte Stufe des VEP Münster 2025 zu entwickelnden Entwicklungsszenarien (Planfälle und Zielszenario) darstellen. Deutlich unschärfer sind die zu erwartenden Entwicklungen über das Jahr 2025 hinaus einzu- schätzen. Aktuell kann zwar davon ausgegangen werden, dass die verkehrlichen Auswirkungen des demographischen Wandels in Münster bis zum Jahr 2025 relativ gering ausfallen werden. Nach 2025 werden in Münster die Wirkungen des Wandels deutlich spürbarer ausfallen. Vor dem Hintergrund, dass Verkehrsprojekte einen langen Planungsvorlauf und nach ihrer Umsetzung eine lange Nutzungsdauer und Wirkung haben, muss sich der VEP auch mit verkehrlichen Entwicklun- gen jenseits des Jahres 2025 befassen. Dazu wird sich die Verwaltung in 2009 von einem exter- nen Gutachter eine Expertise erarbeiten lassen, die die erwarteten Trends der Verkehrsentwick- lung in Städten 2025 bis 2050, unter besonderer Berücksichtigung der münsteraner Gegebenhei- ten (solitäres Oberzentrum mit ca. 1.3 Mio. Bewohnern im Umland, hoher Radverkehrsanteil, spe- zifischer demographischer Wandel etc.) aufbereiten soll. Die alleinige Betrachtung des Trendszenarios 2025 ist im Hinblick auf eine gewünschte Steuerung des Verkehrsbildes in Münster nicht zielführend. Vielmehr muss eine zukunftsfähige Verkehrspla- nung Instrumente haben, die geeignet sind, die Abwicklung der notwendigen Verkehre in Münster stadt- und umweltverträglich mit guter Verkehrsqualität und hoher Sicherheit zu ermöglichen. Da- bei steht das Wohl der Stadtgesellschaft mit ihren sehr differenzierten Ansprüchen an die Stadt als Wohn-, Arbeits-, Versorgungs- und Freizeitraum im Vordergrund. - 6 - V/1019/2008 Die Bearbeitung der 2. Stufe beinhaltet daher neben der Aufstellung und Bewertung des Trend- szenarios 2025 auch den Entwurf eines Zielkonzeptes für den VEP MS 2025 und darauf aufbau- end, im Abgleich mit den Ergebnissen der Analyse und des Trendszenarios, den Entwurf eines Zielszenarios als Diskussionsgrundlage für die 3. Stufe der Aufstellung des Verkehrsentwicklungs- planes Münster (VEP MS 2025). Dabei sind die Umweltanforderungen und die Stadtentwicklung einzubeziehen Darüber hinaus wird die Verwaltung einen Vorschlag für das weitere parlamentarische Beteili- gungsverfahren sowie für die Beteiligung der Bürger und Verbände in der 3. Stufe der Aufstellung des VEP im Frühjahr 2010 vorlegen. Es ist geplant, die Ergebnisse des Trendszenarios und die daraus abzuleitenden Schlussfolgerun- gen für ein noch zu entwickelndes Zielszenario den politischen Gremien im 1. Quartal 2010 zur Beratung vorzulegen. i.V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlage: Erster Zwischenbericht Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025
Anlage
253053 Zeichen
VEP Münster 2025
…….1
Anlage zur Vorlage V/1019/2008
1. Zwischenbericht
Verkehrsentwicklungsplan
Münster 2025
- Baustein I: Analyse -
(Stand: Januar 2009)
VVEEPP MMüünnsstteerr 22002255
2……
Impressum
Herausgeber: Stadt Münster
Redaktion/Text:
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrspl anung
Abteilung Verkehrsplanung
Datenaufbereitung/Grafiken:
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrspl anung
Abteilung Verkehrsplanung
Druck:
Auflage:
ISSN
VEP Münster 2025
…….3
I N H A L T
1. Anlass und Zielsetzung ..................................................................................... 12
2. Verkehrsbild Münster 2007 ............................................................................... 16
2.1 Vorbemerkungen ..................................................................................... 16
2.2 Mobilität.................................................................................................... 16
2.3 Verkehrsmittelwahl................................................................................... 17
2.4 Verkehrsaufkommen................................................................................ 23
2.5 Fazit ......................................................................................................... 26
3. Verkehrsrelevante Strukturen ........................................................................... 27
3.1 Vorbemerkungen ..................................................................................... 27
3.2 Raumfunktionale Grundstruktur...................... ......................................... 27
3.3 Siedlungs- und Bevölkerungsstruktur ...................................................... 28
3.4 Wirtschaftsstruktur ................................................................................... 33
3.5 Kfz-Bestand und Motorisierung................................................................ 33
3.6 Fazit ......................................................................................................... 36
4. Verkehrsnetze ................................................................................................... 37
4.1 Vorbemerkungen ..................................................................................... 37
4.2 Übergeordnete Verkehrsnetze................................................................. 37
4.2.1 Großräumiges/überregionales Straßennetz............................... 37
4.2.2 Schienenfernverkehr.................................................................. 39
4.2.3 Luftverkehr ................................................................................. 40
4.2.4 Wasserstraßen........................................................................... 41
4.3 Motorisierter Individualverkehr (städtischer Verkehr) .............................. 43
4.3.1 VEP-Straßennetz ....................................................................... 43
4.3.2 Straßenergänzungen gemäß FNP....................... ...................... 45
4.3.3 Leistungsfähigkeiten .................................................................. 46
4.3.4 Verkehrsmanagement................................................................ 48
4.4 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)............................................... 53
4.4.1 Vorbemerkungen ....................................................................... 53
4.4.2 Tagesnetz .................................................................................. 53
4.4.3 Nachtnetz (Grundnetz)............................................................... 54
4.5 Schienenpersonennahverkehr......................... ........................................ 56
4.5.1 Vorbemerkungen ....................................................................... 56
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4……
4.5.2 Netz............................................... .............................................56
4.6 Radverkehr...............................................................................................58
4.6.1 Entwicklung des Radverkehrs........................ ............................58
4.6.2 Primärnetz......................................... .........................................59
4.6.3 Sekundärnetz .............................................................................61
4.7 Fazit .........................................................................................................61
5. Kraftfahrzeugverkehr.........................................................................................62
5.1 Fließender Kraftfahrzeugverkehr .............................................................62
5.1.1 Verkehrsbelastungen .................................................................62
5.1.2 Fazit ...........................................................................................64
5.2 Ruhender Kraftfahrzeugverkehr...............................................................64
5.2.1 Vorbemerkungen........................................................................64
5.2.2 Parkraumbedarf .........................................................................64
5.2.3 Stellplatzverteilung in der Altstadt/Hbf-Bereich ..........................66
5.2.4 Parkraumauslastung ..................................................................68
5.2.5 Bewohnerstellplätze ...................................................................69
5.2.6 Behindertenstellplätze............................. ...................................71
5.2.7 Parkgebühren.............................................................................72
5.3 Fazit .........................................................................................................73
6. Öffentlicher Nahverkehr ....................................................................................74
6.1 Fahrgastnachfrage ...................................................................................74
6.2 Erfolgsfaktoren .........................................................................................76
6.3 Entwicklungen ..........................................................................................76
6.3.1 Strukturelle Rahmenbedingungen..............................................76
6.3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen ...............................................78
6.3.3 Fahrgastnachfrage .....................................................................78
6.3.4 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Unternehmen............79
6.4 Auswirkungen auf die Gestaltung des Angebotes ...................................80
6.5 Fazit .........................................................................................................80
7. Radverkehr........................................................................................................83
7.1 Vorbemerkungen......................................................................................83
7.2 Ausgangslage ..........................................................................................83
7.3 Aktuelle Programme.................................................................................85
7.4 Wertung, Ausblick und Handlungsfelder ..................................................87
VEP Münster 2025
…….5
7.5 Fazit ......................................................................................................... 92
8. Fußgänger und Nahmobilität............................................................................. 94
8.1 Vorbemerkungen ..................................................................................... 94
8.2 Zielsetzung............................................................................................... 96
8.3 Fazit ......................................................................................................... 97
9. Stadt-Umland-Verkehr ...................................................................................... 98
9.1 Vorbemerkungen ..................................................................................... 98
9.2 Infrastruktur.............................................................................................. 98
9.3 Verkehrsaufkommen im Stadt-Umland-Verkehr ...................................... 99
9.3.1 Kraftfahrzeugverkehr ................................................................. 99
9.3.1.1 Spitzenstundenwerte 101
9.3.1.2 Durchgangsverkehr 101
9.3.1.3 Quell- und Zielverkehr 104
9.3.2 Schienenpersonennahverkehr ................................................. 106
9.3.3 Regionalbusverkehr ................................................................. 107
9.4 Fazit ....................................................................................................... 109
10. LKW- und Wirtschaftverkehr ........................................................................... 110
10.1 Vorbemerkungen ................................................................................... 110
10.2 Strukturelle Rahmenbedingungen ......................................................... 110
10.3 Verkehrsaufkommen im Lkw-Verkehr.................................................... 111
10.3.1 Schwerverkehr im Stadt-Umland-Verkehr ............................... 111
10.3.2 Lkw-Verkehrsbelastungen im Stadtgebiet von Münster........... 113
10.4 Lkw-Durchgangsverkehr.............................. .......................................... 115
10.5 Verkehrsrechtliche Restriktionen ........................................................... 116
10.6 Fazit ....................................................................................................... 118
11. Umwelt ............................................................................................................ 119
11.1 Straßenverkehrslärm ............................................................................. 119
11.2 Luftreinhaltung ....................................................................................... 121
11.3 Luftreinhalteplan .................................................................................... 122
11.4 Immissionsschutz................................................................................... 123
11.5 Fazit ....................................................................................................... 123
12. Verkehrssicherheit .......................................................................................... 124
12.1 Vorbemerkungen ................................................................................... 124
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6……
12.2 Unfalllage in Münster 2004 – 2006 (mit Auszügen aus dem GdV-
Gutachten – kursiv gedruckt) .................................................................124
12.3 Radverkehrsunfälle in Münster ..............................................................127
12.4 Ergebnisse von Verkehrs-Verhaltensbeobachtungen.... ........................128
12.4.1 Vorbemerkungen......................................................................128
12.4.2 Rotlichtverstöße der Radfahrer ................................................128
12.4.3 Nutzung der falschen Fahrbahnseite durch die Radfahrer.......128
12.4.4 Abbiegeverhalten der Autofahrer .............................................129
12.4.5 Geschwindigkeitsverhalten der Autofahrer...............................129
12.5 Empfehlungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit......................129
12.6 Relevanz der Verkehrssicherheitsaspekte.............................................131
13. Verkehrlich-funktionale Bewertung des VEP-Netzes ......................................133
13.1 Anlass und Zielsetzung ..........................................................................133
13.2 Bewertungsnetz .....................................................................................134
13.3 Datengrundlagen....................................................................................135
13.4 Definition von Kriterien, Indikatoren und Anspruchniveaus....................136
13.5 Kriterien..................................................................................................137
13.5.1 Bewertungsfeld Verkehr............................. ..............................137
13.5.2 Bewertungsfeld Umfeld ............................................................137
13.5.3 Bewertungsfeld Umwelt............................................................138
13.6 Bewertungsansätze................................................................................138
13.6.1 Numerische Bewertung............................... .............................138
13.6.1.1 Ansatz 138
13.6.1.2 Sensitivitätsanalyse 139
13.6.2 Bewertungsansatz „Handlungsbedarf“.....................................140
13.7 Weiteres Vorgehen ................................................................................141
14. Zusammenfassung.................................... ......................................................142
14.1 Vorbemerkungen....................................................................................142
14.2 Verkehrsbild Münster 2007 ....................................................................142
14.3 Verkehrsrelevante Strukturen ................................................................143
14.4 Kraftfahrzeugverkehr..............................................................................144
14.5 Öffentlicher Nahverkehr .........................................................................146
14.6 Radverkehr.............................................................................................147
14.7 Fußgänger und Nahmobilität..................................................................148
VEP Münster 2025
…….7
14.8 Stadt-Umland-Verkehr ........................................................................... 149
14.9 Lkw- und Wirtschaftverkehr ................................................................... 151
14.10 Umwelt............................................. ...................................................... 152
14.11 Verkehrssicherheit ................................................................................. 153
14.12 Verkehrlich-funktionale Bewertung des VEP-Netzes............................. 153
15. Fazit ............................................. .................................................................. 155
Literaturverzeichnis
Anlagen
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A B B I L D U N G E N
Abbildung 1 Entwicklung der Mobilität in Münster............... ...................................16
Abbildung 2 Mobilität differenziert nach Innenstadt und Außenstadtteilen.............17
Abbildung 3 Verkehrsmittelwahl der Münsteraner in den Jahren 1982, 1990,
1994, 2001 und 2007..........................................................................18
Abbildung 4 Modal-Split im Städtevergleich..................... ......................................19
Abbildung 5 Verkehrsmittelwahlverhalten der Münsteraner differenziert nach
ausgewählten Reisezwecken .............................................................20
Abbildung 6 Reisezwecke der Auswärtigen mit Ziel Münster.................................21
Abbildung 7 Entfernungshäufigkeiten nach Verkehrsmittel ....................................22
Abbildung 8 Entwicklung des Modal-Split bei den Einpendlern..............................23
Abbildung 9 Entwicklung des Fahrtenaufkommens der Pendler ............................26
Abbildung 10 Raumfunktionale Grundstruktur des Münsterlandes ..........................27
Abbildung 11 Strukturentwicklungen in den Stadtbezirken ......................................32
Abbildung 12 Entwicklung des Kfz-Bestandes in Münster .......................................35
Abbildung 13 Motorisierungsgrad im Münsterland ...................................................35
Abbildung 14 Direktflugverbindungen FMO..............................................................41
Abbildung 15 Einbindung der Stadt Münster in die großräumigen/überregionalen
Verkehrsnetze ....................................................................................42
Abbildung 16 VEP-Straßennetz................................................................................44
Abbildung 17 FNP-Straßennetz................................................................................45
Abbildung 18 Qualitätsstufen an Knotenpunkten im VEP-Netz................................47
Abbildung 19 Neues Verkehrssteuerungssystem Münster.......................................49
Abbildung 20 Netzsteuerungsbereiche und Baustufen ............................................51
Abbildung 21 Zielperspektive Verkehrsmanagement Münster .................................52
Abbildung 22 TagesNetz des Stadtbusverkehrs (Stand 2008).................................54
VEP Münster 2025
…….9
Abbildung 23 Nachtnetz (Grundnetz) des Stadtbusverkehrs (Stand 2008) ............. 55
Abbildung 24 Schienennetz in Münster/Münsterland................ ............................... 57
Abbildung 25 Primär- und Sekundärradwegenetz ................................................... 60
Abbildung 26 Verkehrsbelastungen [Kfz/24h] im VEP-Straßennetz (Stand 2008)... 63
Abbildung 27 Zielkonzept Parkraumangebot 2015 .................................................. 65
Abbildung 28 Stellplatzentwicklung und Prognose für die Altstadt/Hbf-Bereich....... 66
Abbildung 29 Stellplatzangebot Altstadt/Hbf - heute und geplant ............................ 68
Abbildung 30 Parkraumauslastung (Tagesganglinie) .............................................. 69
Abbildung 31 Bewohnerparkregelung in der Altstadt (Stand: 2008) ........................ 71
Abbildung 32 Behinderten – Stellplätze in der Innenstadt (Stand: 2008)................. 72
Abbildung 33 Parkgebührenzone in der Innenstadt von Münster ........................... 73
Abbildung 34 Fahrgastnachfrage 2007 .................................................................... 75
Abbildung 35 Fahrradstraßen in Münster (Stand 2008)............. .............................. 89
Abbildung 36 Anteil Fußwege am Modal-Split in Städten ........................................ 95
Abbildung 37 Fußgängerverkehrsanteile der Münsteraner........... ........................... 95
Abbildung 38 Verkehrliche Anbindung Münsters ans Münsterland.......................... 99
Abbildung 39 Einfallstraßen > 10.000 Kfz/24h, 2001 und 2007 ............................. 100
Abbildung 40 Durchgangsverkehr zwischen den Umlandkorridoren in 2001
(Kfz/24h)........................................................................................... 103
Abbildung 41 Quellen und Ziele der Kfz-Einpendler .............................................. 105
Abbildung 42 Werktägliches SPNV-Angebot (2008) und Nachfrage auf den
Kursbuchstrecken ............................................................................ 106
Abbildung 43 Münsterbezogener Regionalbusverkehr .......................................... 108
Abbildung 44 Lkw-Belastungen im VEP-Untersuchungsnetz (Stand 2009............ 114
Abbildung 45 Lkw-Durchgangsverkehr (Lkw > 12 t) ............................................. 116
Abbildung 46 Verkehrsrechtliche Restriktionen für den Lkw-Verkehr (Stand
2008) ................................................................................................ 117
VVEEPP MMüünnsstteerr 22002255
10……
Abbildung 47 Bewertung des Mittelungspegels Tag nach Immissionsrichtwerten
für Wohnbebauung................................... ........................................120
Abbildung 48 Unfallauffällige Bereiche im Stadtgebiet Münster – Stand 2006 ......126
Abbildung 49 Entwicklung Radverkehrsunfälle in Münster.....................................127
Abbildung 50 Bewertungsrelevantes Netz..............................................................135
Abbildung 51 Modal-Split der münsteraner Bevölkerung (2007)............................155
VEP Münster 2025
…….11
T A B E L L E N
Tabelle 1 Entwicklung des Verkehrsaufkommens der Münsteraner
(Personenfahrten/Tag) ....................................................................... 24
Tabelle 2 Entwicklung des Verkehrsaufkommens der Einpendler.. ................... 25
Tabelle 3 Entwicklung des Gesamtverkehrsaufkommens (Münsteraner und
Einpendler)......................................................................................... 25
Tabelle 4 Einwohnerzahlen im Münsterland ...................................................... 29
Tabelle 5 Strukturentwicklungen in Münster 1980 – 1990 – 2007 ..................... 30
Tabelle 6 Erwerbstätige im Münsterland nach Wirtschaftsbereichen ................ 33
Tabelle 7 Kfz-Bestand im Münsterland .............................................................. 34
Tabelle 8 Verhältnis Bewohnerstellplätze zur ausgegeben Parkausweisen in
den Parkzonen ................................................................................... 70
Tabelle 9 Fahrgastnachfrage ÖPNV, SPNV und
Schienenpersonenfernverkehr ........................................................... 74
Tabelle 10 Modal-Split im Entfernungsbereich bis 2 Kilometer............................ 96
Tabelle 11 Durchgangsverkehr in 2001 für Straßen mit mehr als 10.000
Kfz/24h ............................................................................................. 102
Tabelle 12 Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes zwischen 1996 und 2006
in Münster ........................................................................................ 111
Tabelle 13 Schwerverkehrsaufkommen am Stadtrand (2001)........................... 112
Tabelle 14 Verkehrsunfallstatistik Münster 2004 – 2006 ................................... 125
VEP Münster 2025
12……
1. Anlass und Zielsetzung
Die Sicherstellung einer umweltverträglichen Mobili tät ist ein zentrales Thema
des 21. Jahrhunderts. Die moderne Gesellschaft ist mehr denn je abhängig von
ihrer Mobilität. Daher spielt die Verkehrsentwicklungsplanung eine immer größere
Rolle für die Städte. Die Erreichbarkeit der Zentre n der Städte ist einer der we-
sentlichen Standortfaktoren für Handel, Gewerbe, Ku ltur, Bildung und Dienstleis-
tungen und nicht zuletzt natürlich auch für die dor t wohnenden Menschen. Vor-
aussetzung hierfür ist eine sichere, leistungsfähig e und zukunftsorientierte Infra-
struktur für alle Verkehrsarten. Dies gilt natürlic h insbesondere auch für ein soli-
täres Oberzentrum wie die Stadt Münster mit ca. 280 .000 Einwohnern und etwa
1,3 Mio. Bewohnern im angrenzenden Münsterland.
Wichtigstes Instrument der Verkehrsplanung ist der Verkehrsentwicklungsplan. In
ihm sollen auf der Basis einer differenzierten Besc hreibung und Beurteilung der
Ausgangslage die Konzepte und Maßnahmen entwickelt und beschrieben wer-
den, die geeignet sind, die notwendigen Verkehrsstr öme verkehrssicher, funkti-
onsgerecht, sozial verträglich sowie stadt- und umw eltgerecht abzuwickeln. Da-
bei sollen innerhalb des integrativen Ansatzes über alle Verkehrsarten insbeson-
dere die Potenziale des Umweltverbundes herausgeste llt werden. Neben der
Darstellung der Ziele der Verkehrsentwicklung versteht sich der Verkehrsentwick-
lungsplan aber auch als Leitplan, der gleichermaßen auch die Ziele der Stadt-
entwicklung und der Umweltverträglichkeit umsetzt.
Letztmalig wurde mit dem Gesamtverkehrsplan (GVP) M ünster 1986 [1] ein ver-
kehrliches Gesamtkonzept für Münster verabschiedet, das alle Verkehrsarten
(Kfz-, Rad- und Fußgängerverkehr sowie den ÖPNV) zu m Inhalt hat. Dieser GVP
wurde 1993 mit dem Verkehrsbericht [2] fortgeschrie ben. Inhaltliche Schwer-
punkte waren der Stadt-Umland-Verkehr sowie das Inn enstadtkonzept. Gleich-
zeitig mit dem Verkehrsbericht 1993 wurde auch besc hlossen, den Verkehrsent-
wicklungsplan unter Beachtung des Gesamtkonzeptes z ukünftig räumlich bzw.
sektoral nach Verkehrsarten fortzuschreiben.
In der Folgezeit wurden je nach Fragestellung zahlr eiche sektorale Fortschrei-
bungen für die einzelnen Verkehrsträger (z.B. Radve rkehrskonzepte [3], Park-
raumkonzept [4], Nahverkehrspläne [5]), aber auch s tadtteil- und stadtbezirksbe-
zogen (Verkehrsuntersuchung Südost [6], Entlastungs straße Nord [7], Verkehrs-
VEP Münster 2025
…….13
untersuchung Amelsbüren [8], Verkehrsuntersuchung H andorf [9], …) unter Be-
achtung des Gesamtkonzeptes erarbeitet und beschlossen.
In bestimmten Fragestellungen sind allerdings die r ein sektoralen Betrachtungen
nicht mehr ausreichend. Gesamtstädtisch sind zunehm end Kfz-Mengenprobleme
feststellbar, die zu bestimmten Zeiten im Hauptverk ehrsstraßennetz zu erhebli-
chen Beeinträchtigungen führen. Symptome sind Stauu ngen im fließenden Kraft-
fahrzeugverkehr und in der Folge verkehrsbedingte U mweltbelastungen und ein-
geschränkte Erreichbarkeiten sowie Verkehrssicherhe itsprobleme. Auch zeigt
sich, dass der gute Umweltverbund, den die Stadt Mü nster seit Jahren aufzuwei-
sen hat, zunehmend unter Druck gerät. Im Zusammenspiel der Verkehrsarten hat
sich der regionale Kraftfahrzeugverkehr mengenmäßig seit 1986 nahezu verdop-
pelt. Dagegen hat sich der Fußgängerverkehr fast halbiert
In der Auswirkung ähnlich sind die Entwicklungen im regionalen ÖPNV. Das gute
Schienen- und Regionalbusnetz leistet heute einen e rheblichen und unverzicht-
baren Anteil zur guten Erreichbarkeit des Oberzentr ums Münster. Zunehmend
führen die Sparzwänge der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Kommunen)
allerdings dazu, dass auch das regionale Busnetz vo n/zur Stadt Münster in sei-
nem derzeitigen Leistungsangebot in Frage gestellt wird.
Nicht zuletzt sind erhebliche Anstrengungen zu unte rnehmen, die derzeit unbe-
friedigende Verkehrssicherheit in Münster zu verbes sern. Der Rat berät im Früh-
jahr 2009 den fortgeschriebenen „Masterplan Verkehr sunfallprävention 2008“
und das „Verkehrssicherheitsprogramm 2009 – 2013“.
In der Konsequenz bedeutet dies, dass der neue Verk ehrsentwicklungsplan
Münster für das Gesamtsystem Verkehr vor allem zu f olgenden Inhalten Konzep-
te und Maßnahmen aufzeigen muss, die geeignet sind, dauerhaft die Funktions-
fähigkeit des Gesamtsystems stadt- und sozialverträglich zu gewährleisten.
Demnach ist ein Schwerpunkt des Verkehrsentwicklung splanes die Sicherstel-
lung der stadtinternen strukturellen Entwicklungen, die zu grundsätzlichen Ver-
änderungen des Verkehrsbildes geführt haben. Erhebl ichen Einfluss hat dabei
die bereits seit vielen Jahren stattfindende Stadtr andwanderung auf die Ver-
kehrsmengen und die Verkehrmittelwahl. Auch der mittel- bis langfristig zu erwar-
tende demografische Wandel wird das Verkehrsbild (a b 2020) erheblich beein-
flussen. Neuere Forschungen (BMVBW) lassen insbeson dere einem Rückgang
VEP Münster 2025
14……
der ÖPNV-Kunden bis zu 30 Prozent (sinkende Schüler - und Studentenzahlen,
hohe Führerschein- und Pkw-Verfügbarkeit) erwarten, während der Kraftfahr-
zeugverkehr durch weiter steigende Mobilität der Bevölkerung kaum abnimmt.
In diesem Zusammenhang ist auch die Prognose der zu künftigen Verkehrsmen-
ge und –verteilung von besonderer Bedeutung. Die Ba uleitplanung und in der
Planung stehende größere Verkehrsprojekte bedürfen einer aktualisierten Ver-
kehrsprognose für das Jahr 2025. Dabei ist zu berüc ksichtigen, dass aktuell der
Gebietsentwicklungsplan Münsterland (GEP Münsterlan d) auf das Jahr 2025
fortgeschrieben wird. Innerhalb der Fortschreibung des GEP werden auch die
zukünftigen Strukturen der Stadt Münster neu zu bes timmen sein. Parallel dazu
sollte dann auch die Verkehrsprognose mit dem Zieljahr 2025 erarbeitet werden.
Darüber hinaus wird der Verkehrsentwicklungsplan ve rdeutlichen, wie sich die
Stadt Münster den veränderten externen Anforderunge n, die sich aus dem EU-
Umweltrecht, der Bundesverkehrswegeplanung und dem Integrierten Gesamt-
verkehrsplan NRW ergeben, grundsätzlich stellt. Daz u sollen die Zielvorstellun-
gen zur Erreichbarkeit und zu den Verbindungsqualit äten im Luft-, Schienen-,
Wasser- und Straßenverkehr verdeutlicht werden.
Ein Schwerpunkt des VEP Münster 2025 stellt die Aus einandersetzung mit den
Maßgaben dar, die sich aus den EU-Umweltgesetzen (L ärmminderungsplan,
Luftreinhalteplan, Klimaschutz, Energiegesetze…) erg eben. Die daraus abzulei-
tenden neuen verkehrlichen Anforderungen an das Ges amtverkehrssystem in
Münster (ggf. auch die Festlegung von Umweltzonen) sind in den Konzepten und
Maßnahmen zu benennen.
Als weiterer Teilbaustein ist der Aufbau eines Verk ehrsmanagements (VSM), das
gleichermaßen den ÖPNV und den Kraftfahrzeugverkehr betrieblich optimieren
soll, zu betrachten. Die höheren qualitativen Anfor derungen an das Verkehrsteu-
erungssystem in Münster hinsichtlich der Leistungsf ähigkeit der Verkehrsnetze
und der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilneh mer muss den technologi-
schen Entwicklungen angepasst werden und den verkeh rlichen Entwicklungen
Rechnung tragen. Erste Schritte dazu wurden in den vergangenen Jahren mit der
Modellachse Albersloher Weg und aktuell mit der Ach se Weseler Stra-
ße/Steinfurter Straße gemacht. Das bereits beim ÖPN V installierte rechnerge-
stützte Betriebsleitsystem (RBL) gilt es mit dem VSM zu verknüpfen.
VEP Münster 2025
…….15
Übergeordnet für alle zu besetzenden Themenfelder i st die gesamte Frage der
öffentlichen Finanzierung des Verkehrs zu betrachte n. Erkennbar ist, dass die
heute verfügbaren Finanzierungsmodelle auf Bundes- und Landesebene neu
strukturiert werden. Zu nennen ist die 2. Revision des Bundesregionalisierungs-
gesetzes voraussichtlich in 2014, das Gemeindeverke hrsfinanzierungsgesetz
(GVFG) wird durch das Entflechtungsgesetz schrittwe ise bis 2013 in die Länder-
verantwortung übergeleitet. Das neue ÖPNVG NRW 2008 hat neue Förder- und
für den Schienenpersonennahverkehr neue Verantwortu ngsstrukturen (Zweck-
verband Nahverkehr Westfalen-Lippe) festgelegt, die in 2010 überprüft werden.
Hier gilt es auch für Münster neue Ansätze für die Finanzierung des Baus und
des Betriebs der Verkehrsinfrastruktur zu entwickel n und Prioritäten der Umset-
zung zu definieren.
Der Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025 liefert K onzepte, Handlungsfelder
und Maßnahme-Empfehlungen um den notwendigen Verkeh r in Münster bzw.
von/nach Münster in den nächsten 20 Jahren stadt-, umwelt- und sozialverträg-
lich abzuwickeln.
Der neue Verkehrsentwicklungsplan wird demnach insb esondere die nachfol-
genden Zielsetzungen verfolgen:
• Verbesserung des Modal-Split im Stadt-Umland-Verke hr durch Stärkung
des ÖPNV/SPNV,
• Sicherung und ggf. Verbesserung des Modal-Split de r Münsteraner Ver-
kehrssteilnehmer, insbesondere in den Außenstadtteilen
• umweltverträgliche Abwicklung der notwendigen Verk ehre,
• Erhöhung der Verkehrssicherheit,
• Sicherstellung der Verkehrsinfrastruktur in guter Qualität,
• stärkere Nutzung des Verkehrsmanagements beim Betr ieb des ÖPNV und
des Kraftfahrzeugverkehrs und
• Schaffung eines attraktiven und sicheren Angebotes für die Nahmobilität
(Radverkehr und Fußgängerverkehr).
VEP Münster 2025
16……
2. Verkehrsbild Münster 2007
2.1 Vorbemerkungen
Das Verkehrsbild im Stadtgebiet von Münster wird en tscheidend von dem Ver-
kehrsverhalten, also der Mobilität und der Verkehrs mittelwahl der Münsteraner
Verkehrsteilnehmer geprägt. Dieses Verkehrsverhalte n hängt maßgeblich von
den Angeboten im Kfz-Verkehr (Straßen, Parkmöglichk eiten, ...), dem ÖPNV
(Liniennetz, Takt, Ausstattung, ..), dem Radverkehr (Durchlässigkeit des Radnet-
zes, Abstellmöglichkeiten, ..) und dem Fußverkehr ( Wartezeiten an den Ampeln,
Gehwegbreiten, ..) ab. Im Jahr 2007 wurde in Münste r nach 1982, 1990, 1994
und 2001 [10, 11, 12, 13] die fünfte Haushaltsbefra gung zum Verkehrsverhalten
der Münsteraner Bevölkerung durchgeführt [14]. Sie liefert detaillierte Aussagen
zur Mobilität und zum Verkehrmittelwahlverhalten de r Münsteraner Bevölkerung.
Die Datenlage ist im Stadt-Umland-Verkehr nicht in der gleichen Differenzierung
verfügbar, so dass hier ausschließlich Aussagen zur Verkehrsmittelwahl und zu
den Reisezwecken der Kraftfahrzeugnutzer gemacht werden können.
2.2 Mobilität
Insgesamt sind die Münsteraner mit 3,8 Wegen bzw. F ahrten pro Werktag sehr
mobil. Bei ca. 280.000 Einwohnern werden somit an e inem Werktag ca.
1.064.000 Wege und Fahrten von der Münsteraner Bevölkerung unternommen.
3,47
3,61
3,53
3,81 3,80
1982 1990 1994 2001 2007
Abbildung 1 Entwicklung der Mobilität in Münster
VEP Münster 2025
…….17
Dies spricht für ein gutes Verkehrsangebot, das von den Einwohnern intensiv
genutzt wird.
In Abbildung 2 ist die Mobilität differenziert nach Innenstadt und den Außenstadt-
teilen dargestellt. Hier zeigt sich, dass die Bewoh ner der Innenstadt eine höhere
Mobilität haben als die Einwohner in den Außenstadt teilen. Darüber hinaus nut-
zen die Innenstadtbewohner deutlich weniger das Kfz , weil sie ihre Wege, ob zur
Arbeit, zum Einkaufen, zur Ausbildung oder zur Frei zeit in unmittelbarer Nähe
finden und diese auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV schnell errei-
chen können.
0,49
1,71
1,23
0,37
0,42
1,06
1,59
0,76
Innenstadt Außenstadtteile
Fuß Fahrrad Bus+Bahn Kfz
3,90 3,73
Abbildung 2 Mobilität differenziert nach Innenstadt und Außenstadtteilen
Aufgrund der deutlich höheren Kfz-Nutzung der Bewoh ner in den Außenstadttei-
len wird sich die fortschreitende Einwohnerentwickl ung von innen nach außen
(vgl. Kapitel Verkehrsrelevante Strukturen) auf die Entwicklung des Verkehrsbil-
des in Münster negativ auswirken.
2.3 Verkehrsmittelwahl
In der Verkehrsmittelwahl zeigt die Münsteraner Bev ölkerung weiterhin ein vor-
bildliches Verhalten. Eine Betrachtung der Entwickl ung im Verkehrsmittelwahl-
verhalten (siehe Abbildung 3) verdeutlicht die hera usragende, münsterspezifi-
sche Position des Radverkehrs.
VEP Münster 2025
18……
25,0 21,2 21,5 13,4 15,7
29,2 33,9 31,7
35,2 37,6
6,6 6,6 9,5 10,9 10,4
39,2 38,3 37,3 40,5 36,3
1982 1990 1994 2001 2007
Fuß Fahrrad Bus+Bahn Kfz
Abbildung 3 Verkehrsmittelwahl der Münsteraner in d en Jahren 1982, 1990,
1994, 2001 und 2007
Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung Münster 2007 zeigen, dass mittlerweile
von den Münsteranern mehr Wege mit dem Fahrrad als mit dem Kfz zurückge-
legt werden. Dies ist ein Erfolg der Radförderung i n Münster, die konsequent auf
einem sehr hohen Niveau betrieben wird.
Die Akzeptanz und derzeitige Nutzung umweltfreundli cher Verkehrsmittel liegt in
Münster bei 63,7 %, eine Tatsache, die überwiegend in der Position des Rades
begründet liegt. Damit stehen die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt Münster
in besonderer Konkurrenz zum Radverkehr. Trotzdem k onnte dieser Anteil von
1982 (6,6 %) bis 1994 (9,5 %) deutlich erhöht werde n. Durch die konsequente
Angebotsplanung im ÖPNV die Umsetzung der Maßnahmen aus dem 1. und
dem 2. Nahverkehrsplan der Stadt Münster konnte der Anteil des ÖPNV am Mo-
dal Split auf über 10 % gesteigert werden. Dieser A nteil ist von 2001 bis 2007
leicht zurückgegangen, liegt jedoch weiterhin über 10%.
Besonders aussagekräftig wird das Modal-Split-Gefüg e der Stadt Münster bei
einer Gegenüberstellung mit anderen Städten, in den en vergleichbare Erhebun-
gen durchgeführt worden sind (vgl. Abbildung 4).
VEP Münster 2025
…….19
15,7% 23,0% 25,0% 21,0% 22,0%
37,6%
9,0%
17,0% 19,0% 16,0%
10,4%
8,0%
16,0% 21,0% 18,0%
6,7%
16,0%
10,0% 10,0%
10,0%
29,6%
45,0%
32,0% 29,0% 34,0%
Münster 2007 BRD MID 2002 Bonn 1999 Freiburg 1998 Karls ruhe 2002
Fuß Fahrrad Bus + Bahn Kfz Mitfahrer Kfz Selbstfahrer
Abbildung 4 Modal-Split im Städtevergleich
Die vorliegenden Daten zum Verkehrsverhalten der Mü nsteraner dokumentieren,
dass mit der Umsetzung der im Verkehrsbericht 1993 beschlossenen Maßnah-
men wesentliche Ziele der Verkehrsentwicklungsplanu ng im Binnenverkehr der
Stadt Münster erreicht und sogar übertroffen worden sind. Hierzu gehören:
• die Begrenzung des motorisierten Individualverkehr s im Interesse der
Wohnqualität,
• die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs und
• die Förderung des Radverkehrs.
Eine weitere Verbesserung des Verkehrsverhaltens be i den Münsteranern ist –
wenn überhaupt möglich – vor allem in den Außenstad tbezirken und bei nur ein-
zelnen Reisezweckgruppen zu realisieren. Die besteh ende und seit 1980 wach-
sende Verkehrsproblematik in Münster wird im Wesent lichen nicht von der Müns-
teraner Bevölkerung verursacht.
Um festzustellen, in welchen Reisezweckgruppen das Verkehrsverhalten der
Münsteraner noch verbessert werden kann, ist in Abb ildung 5 das Verkehrmittel-
wahlverhalten differenziert nach Reisezwecken dargestellt.
VEP Münster 2025
20……
6,9 6,4
21,0 16,7
6,0
18,3 22,7
13,0 14,5
33,2
19,0
38,1
31,8
62,6
51,7 39,8
32,8 32,4
12,4
8,2
9,3
12,9
22,6 18,6
5,6
10,0 2,6
47,5
66,4
31,6
38,5
8,8 11,5
31,8
44,3 50,6
Arbeit Geschäft-
lich
Einkaufen Besor-
gungen
Schule/
Ausbildung
Studium Freizeit Besuch Bringen/
Holen
Fuß Fahrrad Bus+Bahn Kfz
Abbildung 5 Verkehrsmittelwahlverhalten der Münster aner differenziert nach
ausgewählten Reisezwecken
Die dargestellten Ergebnisse verdeutlichen, dass an alog zu den vergangenen
Jahren, insbesondere im Berufsverkehr das Kraftfahr zeug noch immer dominiert
und die Verkehrsmittel des ÖPNV sowie der Fußweg nu r von geringer Bedeu-
tung sind. Die weitere Stärkung der Verkehrmittel d es Umweltverbundes ist vor-
rangig im Berufsverkehr denkbar, aber auch im Freiz eit- und Besuchsverkehr
sind Potenziale erkennbar.
Hauptreisezweck der nach Münster mit dem Auto einpe ndelnden Auswärtigen ist
die Arbeit mit 46,9 %. Zusammen den dienstlich oder geschäftlich durchgeführten
Fahrten (11,4 %) addieren sich die berufsbedingten Fahrten nach Münster mit
dem Auto auf 58,3 %. Mit einem Anteil von insgesamt 23,7 % bilden die Reise-
zwecke „Persönliche Erledigungen/Besorgung“ (12,6 % ) und Einkauf (11,5 %)
die zweite große Gruppe für die Wege nach Münster.
VEP Münster 2025
…….21
dienstlich/
geschäftlich
unterwegs
11,4%
Ausbildung/
Schule/
Studium
3,7%
Einkauf
11,1%
persönliche
Erledigung/
Besorgung
12,6%
Besuch
7,1%
Bringen/
Holen
4,8%
Freizeit
2,4%
Arbeit
46,9%
Abbildung 6 Reisezwecke der Auswärtigen mit Ziel Mü nster [13]
Interessant ist auch eine Betrachtung der Verkehrsm ittelwahl der Münsteraner
nach Entfernungsklassen. Abbildung 7 zeigt, dass im von Fußgängern und Fahr-
radfahrern dominierten Entfernungsbereich bis 3 km noch ein Potential an Kfz-
Fahrten steckt, das auf umweltfreundliche Verkehrsmittel verlagert werden kann.
VEP Münster 2025
22……
61%
13% 8% 5% 4%
27%
58% 62%
45%
39%
31% 29% 29% 26% 21% 19%
8% 3%
2%
7% 9%
11%
14%
19% 18% 21%
20%
8% 7%
13% 19% 21%
10%
22% 21%
39% 44% 49% 51% 50% 54%
70% 74% 79% 78% 79%
2% 1% 1%
0 - 1 1 - 2 2 - 3 3 - 4 4 - 5 5 - 6 6 - 7 7 - 8 8 - 9 9 - 10 10 - 15 15 - 20 20 - 50 > 50
km
Fuß Fahrrad Bus+Bahn Kfz
Abbildung 7 Entfernungshäufigkeiten nach Verkehrsmi ttel
Das Verkehrsmittelwahlverhalten der Einpendler verdeutlicht die Abbildung 8. Die
Einpendler nach Münster legten in 2007 ihre Fahrten zu 80,9 % mit dem Kfz und
zu 19,1 % mit dem ÖPNV/SPNV zurück. Obwohl der Ante il des ÖPNV/SPNV seit
1992 um über 5 % Punkte abgenommen hat, ist die Zah l der Beförderungsfälle
im gleichen Zeitraum von ca. 50.000 Personen auf üb er 70.000 angestiegen.
Jedoch stieg die Zahl Kfz-Fahrten bei den Pendlern von ca. 150.000 Fahrten/Tag
auf über 300.000 Fahrten/Tag an (vgl. Tabelle 2).
VEP Münster 2025
…….23
75,7 78,1 80,9
24,3 21,9 19,1
1982 1990 2007
Kfz Bus+Bahn
Abbildung 8 Entwicklung des Modal-Split bei den Ein pendlern
2.4 Verkehrsaufkommen
Die aufgezeigten Entwicklungen haben – neben andere n Faktoren - sowohl beim
innerstädtischen Verkehr als auch im Stadt-Umland-V erkehr zu deutlichen Ver-
kehrszuwächsen geführt.
Insgesamt stieg das Fahrten- und Wegeaufkommen der Münsteraner Bevölke-
rung in den vergangenen 25 Jahren auf etwa 1.064 Mi llionen Wege und Fahrten
pro Tag an. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 1 30.000 Wege und Fahrten
pro Tag. Auffällig ist, dass sich das Verkehrsverha lten der Münsteraner Bevölke-
rung ab etwa 1990 deutlich verändert hat. Dies zeig t sich beim Vergleich der
Entwicklung des Kraftfahrzeugverkehrs mit dem Umwel tverbund. Von 1982 bis
1990 nahm das Fahrten- und Wegeaufkommen der Münste raner um ca. 49.000
Fahrten zu. Davon entfielen 11.000 Fahrten auf den Kraftfahrzeugverkehr. Die
übrigen Fahrten und Wege entfielen auf den Umweltve rbund. In den nachfolgen-
den Jahren von 1990 bis 2007 stieg das Verkehrsaufk ommen um weitere 82.000
Fahrten/Tag. Der Anteil des Kraftfahrzeugverkehrs b etrug aber auch hier nur
11.000 Fahrten/Tag. 71.000 Fahrten – nahezu doppelt soviel wie noch im Zeit-
raum davor – entfielen auf den Umweltverbund (vgl. Tabelle 1).
Demnach ist es in Münster gelungen, trotz hoher Mob ilität und wachsender
Strukturen im Stadtgebiet, bei der Münsteraner Bevö lkerung eine kontinuierliche
VEP Münster 2025
24……
Verbesserung des Verkehrsverhaltens zu erreichen, o bwohl die eingetretene
Stadtrandwanderung eine stärkere Kfz-Nutzung mit sich gebracht hat.
absolut Modal-
Split absolut Modal-
Split absolut Modal-
Split
zu Fuß 233.314 25,0 208.285 21,2 165.998 15,6
Rad 272.511 29,2 333.060 33,9 400.097 37,6
ÖPNV/SPNV 61.595 6,6 64.843 6,6 110.665 10,4
Umweltverbund 567.420 60,8 606.188 61,7 676.760 63,6
Kfz 365.836 39,2 376.289 38,3 387.328 36,4
Summe 933.256 100,0 982.477 100,0 1.064.087 100,0
Verkehrsart
Münsteraner Verkehr
1982 1990 2007
Tabelle 1 Entwicklung des Verkehrsaufkommens der Mü nsteraner (Personen-
fahrten/Tag)
Dennoch müssen im Jahr 2007 auf dem VEP-Straßennetz deutlich mehr Kfz-
Verkehre abgewickelt werden als noch vor 25 Jahren. Hierfür sind vorrangig die
stetig wachsenden Pendlerströme im Kfz-Verkehr verantwortlich.
1982 kamen täglich ca. 100.000 Pendler nach Münster , davon ca. 23.000 mit
dem regionalen ÖPNV und dem Schienenpersonenverkehr . Der Modal-Split be-
trug etwa 75 % Kfz-Verkehr zu 25 % Verkehrsmittel d es Umweltverbundes. Bis
1990 stieg die Zahl der Pendler bereits auf ca. 140 .000/Tag. Von den zusätzli-
chen 80.000 Fahrten/Tag wurde mit fast 66.000 Fahrt en/Tag der weit überwie-
gende Anteil mit Kraftfahrzeugen. Entsprechend verä nderte sich der Modal-Split.
Im Jahr 2007 wurden neben der Haushaltsbefragung Mü nster zum Verkehrsver-
halten der Münsteraner Bevölkerung auch die Pendler an den Einfallstraßen der
Stadt Münster erfasst. Parallel dazu wurden vorhandene Fahrgasterhebungen für
die Regionalbuslinien und auf der Schiene ausgewert et. In der Summe ist festzu-
stellen, dass die Zahl der täglich die Stadtgrenze überschreitenden Pendler in-
zwischen auf ca. 186.000 angestiegen ist. Absolut g esehen hat mit etwas über
82.000 Fahrten der Kraftfahrzeugverkehr am stärksten zugenommen. Obwohl die
Verkehrsmittel des Umweltverbundes inzwischen auch über 71.000 Fahrten/Tag
aufweisen, sank der Modal-Split bei den Pendlern au f nur noch 19,1 % im Be-
reich des Umweltverbundes.
VEP Münster 2025
…….25
absolut Modal-
Split absolut Modal-
Split absolut Modal-
Split
zu Fuß 0 0,0 0 0,0 0 0,0
Rad 2.870 1,4 1.743 0,6 0 0,0
ÖPNV/SPNV 46.090 22,9 59.522 21,3 71.035 19,1
Umweltverbund 48.960 24,3 61.265 21,9 71.035 19,1
Kfz 152.649 75,7 218.059 78,1 300.361 80,9
Summe 201.609 100,0 279.324 100,0 371.395 100,0
Verkehrsart
Regionaler Verkehr
1982 1990 2007
Tabelle 2 Entwicklung des Verkehrsaufkommens der Ei npendler
In der Überlagerung der Verkehre – Münsteraner Bevö lkerung und Pendler –
wird der steigende Einfluss des Pendlerverkehrs auf das Verkehrsbild der Stadt
Münster deutlich. Obwohl das Verkehrsverhalten der Münsteraner sich weiter in
Richtung Umweltverbund entwickelt, führt der Pendle rverkehr dazu, dass sich
der Modal-Split bezogen auf das Gesamtverkehrsaufko mmen leicht zur Kraft-
fahrzeugnutzung hin verschoben hat.
absolut Modal-
Split absolut Modal-
Split absolut Modal-
Split
zu Fuß 233.314 20,6 208.285 16,5 165.998 11,6
Rad 275.381 24,3 334.803 26,5 400.097 27,9
ÖPNV/SPNV 107.685 9,5 124.365 9,9 181.700 12,7
Umweltverbund 616.380 54,3 667.453 52,9 747.794 52,1
Kfz 518.485 45,7 594.348 47,1 687.688 47,9
Summe 1.134.865 100,0 1.261.801 100,0 1.435.483 100,0
Gesamtverkehr
1982 1990 2007 Verkehrsart
Tabelle 3 Entwicklung des Gesamtverkehrsaufkommens (Münsteraner und
Einpendler)
Abbildung 9 verdeutlicht den enormen Anstieg bei de n Kfz-Fahrten, die durch die
Pendler verursacht werden. Diese Entwicklung ist so mit in einem erheblichen
Maße für die wachsenden Verkehrsprobleme der Stadt Münster verantwortlich.
VEP Münster 2025
26……
48.960
152.649
71.035
(+45,1%)
61.265
(+25,1%)
300.361
(+96,8%)
218.059
(+42,8%)
1982 1990 2007
Bus+Bahn Kfz
201.609
279.324
(+38,5%)
371.395
(+84,2%)
Abbildung 9 Entwicklung des Fahrtenaufkommens der P endler
Im gleichen Zeitraum sind die Kfz-Fahrten bei der M ünsteraner Bevölkerung von
ca. 365.000 Kfz/Tag um gut 22.000 Kfz/Tag auf 387.000 Kfz/Tag angestiegen.
2.5 Fazit
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die vergang ene, aber auch die zukünf-
tige Entwicklung des Stadt-Umlandverkehrs starken E influss auf das Verkehrs-
bild der Stadt Münster hat. Das heutige Verhältnis des Modal-Split von 81 % MIV
zu 19 % ÖPNV/SPNV kann nicht zufrieden stellen. In den noch folgenden Bear-
beitungsstufen des VEP ist der Stadt-Umland-Verkehr in Bezug auf die weitere
Entwicklung und im Hinblick auf die verkehrliche Ab wicklung vertieft zu untersu-
chen. Hier gilt es Ansätze zu erarbeiten, die eine stadtverträgliche Abwicklung
dieser Verkehre sicherstellen. Darüber hinaus werde n die verkehrlichen Konse-
quenzen, die sich aus den stadtstrukturellen Entwic klungen ergeben, aufgezeigt
und bewertet werden.
VEP Münster 2025
…….27
3. Verkehrsrelevante Strukturen
3.1 Vorbemerkungen
Das dargestellte Verkehrsbild in der Stadt Münster wird von den demographi-
schen, den Bevölkerungs- und den räumlichen Struktu rgrößen, dem Verkehrsan-
gebot im MIV, ÖPNV/SPNV, Radverkehr und Fußgängerve rkehr sowie dem
Pendleraufkommen und dem daraus resultierenden Verkehrsverhalten der Müns-
teraner und der Pendler geprägt.
3.2 Raumfunktionale Grundstruktur
Die regionale raumfunktionale Grundstruktur, in die sich Münster einfügt, und
insbesondere die Vernetzung Münsters mit dem Umland sind bereits im Landes-
entwicklungsplan Nordrhein-Westfalen von 1995 [15] festgelegt. Diese hat unmit-
telbar Einfluss auf das tägliche (Pendler-)Verkehrs aufkommen von und nach
Münster.
Abbildung 10 Raumfunktionale Grundstruktur des Müns terlandes [15]
VEP Münster 2025
28……
In der zentralörtlichen Gliederung des Landesentwic klungsplanes ist Münster als
Oberzentrum und in der siedlungsräumlichen Grundstr uktur als solitäres Verdich-
tungsgebiet ausgewiesen. Diese Funktionen kommen zu m Ausdruck in der Stel-
lung Münsters als bedeutendes Arbeitsmarkt- und Aus bildungszentrum (Universi-
tätsstadt), als wichtiger Versorgungs-, Dienstleist ungs- und Einzelhandelsstand-
ort sowie als Kultur- und Freizeitmetropole für ein e Region mit 1,6 Millionen Ein-
wohnern.
Der Einzugsbereich der Stadt Münster umfasst in ers ter Linie das Kernmünster-
land und damit die vier Münsterlandkreise Borken, C oesfeld, Steinfurt und Wa-
rendorf. Mit Ausnahme des Kreises Borken grenzen al le Kreise an das Stadtge-
biet von Münster. Die vier Münsterlandkreise sind im Landesentwicklungsplan als
Gebiete mit überwiegend ländlicher Raumstruktur ein gestuft und verfügen über
Grund- und Mittelzentren unterschiedlicher Zentralitätsausprägung.
Für die Stellung Münsters als Oberzentrum sind auch die grenzüberschreitenden
Verflechtungen mit Niedersachsen und den Niederland en ausschlaggebend
(Städtedreieck Münster - Enschede/Hengelo - Osnabrück).
Die nachfolgenden, im Landesentwicklungsplan defini erten Entwicklungsachsen
berühren Münster und damit auch das Münsterland:
• In Nord-Süd-Richtung wird Münster von einer großrä umigen Achse mit eu-
ropäischer Bedeutung durchlaufen. Diese von Hamburg /Bremen/Osna-
brück über Münster nach Dortmund/Köln führende Verk ehrsachse bindet
Münster über Straße, Schiene und Wasser in nördlich er und südlicher
Richtung großräumig an.
• Als Oberzentren verbindende, großräumige Achsen si nd im Landesent-
wicklungsplan drei von Münster ausgehende Radialen eingestuft: Münster -
Warendorf - Rheda-Wiedenbrück - Bielefeld/Paderborn, Münster - Dülmen -
Ruhrgebiet, Münster - Steinfurt - Gronau - Enschede/Hengelo.
• Überregionale Achsen, die sternförmig von Münster ins Münsterland aus-
strahlen, ergänzen die radiale Grundstruktur des Oberzentrums Münster.
3.3 Siedlungs- und Bevölkerungsstruktur
Im Münsterland leben rund 1,6 Millionen Menschen in 66 Städten und Gemein-
den auf einer Fläche von etwa 6.000 km². Die durchs chnittliche Einwohnerdichte
VEP Münster 2025
…….29
liegt bei 270 Einwohnern je km² und ist damit im Ve rgleich zum Land Nordrhein-
Westfalen mit 530 Einwohnern je km² sehr gering. In diesen niedrigen Einwoh-
nerdichten der Münsterlandkreise spiegelt sich die ländliche Raumstruktur der
Kreise nach dem Landesentwicklungsplan wider.
Einwohner
am Ort der
Hauptwohnung
(am 31.12.2006)
Fläche
(in km 2)
Einwohnerdichte
(Einwohner je km 2)
Kreis Borken 369.500 1.418,80 260
Kreis Coesfeld 221.494 1.110,09 200
Kreis Steinfurt 444.393 1.792,58 248
Kreis Warendorf 282.721 1.317,37 215
Stadt Münster 272.106 302,91 898
Münsterland 1.590.214 5.941,75 268
Tabelle 4 Einwohnerzahlen im Münsterland [16]
Mit 444.000 Einwohnern auf einer Fläche von 1.790 k m² ist der Kreis Steinfurt
der flächenmäßig größte Kreis und gleichzeitig auch der bevölkerungsreichste
Kreis des Münsterlandes. Die größte Einwohnerdichte hat bei den Kreisen der
Kreis Borken mit 260 Einwohnern je km² vorzuweisen. Münster hat bei 272.000
Einwohnern auf einer Fläche von rund 300 km² mit kn app 900 Einwohnern je km²
die höchste Einwohnerdichte.
Neben den Einwohnern sind weitere einwohnerbezogene Strukturdaten für das
Verkehrsbild 2005 in Münster bestimmend. Diese Date n (Erwerbstätige, Schüler,
Studenten, Arbeitsplätze, Schulplätze, Studienplätz e) und deren räumliche Ver-
teilung liegen für das Stadtgebiet differenziert vor.
In der Tabelle 5 sind die Strukturentwicklungen in Münster für die Jahre 1980 –
1990 – 2005 dargestellt. Neben den Veränderungen über die Zeit zeigt die Tabel-
le auch, wie sich die Strukturen räumlich, bezogen auf die Stadtbezirke, verscho-
ben haben.
VEP Münster 2025
30……
1980 1990 2005 1980 1990 2005 1980 1990 2005
Altstadt 10.670 9.711 8.132 4.345 3.193 3.634 21.854 23.509 20.685
Innenstadt 55.980 52.224 46.674 20.873 19.093 23.718 41.68 3 32.184 30.124
Süd 31.978 30.291 27.437 12.600 11.374 13.208 12.619 15.017 17.289
Nordost 33.991 31.438 30.973 13.181 12.368 14.417 19.141 22 .835 25.664
Summe 132.619 123.664 113.216 50.999 46.028 54.977 95.297 9 3.545 93.762
West 37.599 45.833 53.377 13.891 17.060 22.704 9.650 19.346 23.738
Nord 25.217 25.937 28.481 9.640 10.103 11.470 3.513 5.933 6. 394
Ost 21.272 20.516 20.146 8.592 8.418 9.373 2.981 5.437 6.726
Südost 23.254 24.292 27.131 9.281 10.239 12.292 5.361 10.67 0 12.957
Hiltrup 29.734 31.701 36.574 12.070 13.866 16.801 9.895 14. 460 13.373
Summe 137.076 148.279 165.709 53.474 59.686 72.640 31.400 5 5.846 63.188
269.695 271.943 278.925 104.473 105.714 127.617 126.697 14 9.391 156.950
Einwohner Erwerbstätige Arbeitsplätze
Stadtgebiet Mitte Aussenstadtteile
Stadtbezirk
1980 1990 2005 1980 1990 2005 1980 1990 2005
Altstadt 10.670 9.711 8.132 4.345 3.193 3.634 21.854 23.509 20.685
Innenstadt 55.980 52.224 46.674 20.873 19.093 23.718 41.68 3 32.184 30.124
Süd 31.978 30.291 27.437 12.600 11.374 13.208 12.619 15.017 17.289
Nordost 33.991 31.438 30.973 13.181 12.368 14.417 19.141 22 .835 25.664
Summe 132.619 123.664 113.216 50.999 46.028 54.977 95.297 9 3.545 93.762
West 37.599 45.833 53.377 13.891 17.060 22.704 9.650 19.346 23.738
Nord 25.217 25.937 28.481 9.640 10.103 11.470 3.513 5.933 6. 394
Ost 21.272 20.516 20.146 8.592 8.418 9.373 2.981 5.437 6.726
Südost 23.254 24.292 27.131 9.281 10.239 12.292 5.361 10.67 0 12.957
Hiltrup 29.734 31.701 36.574 12.070 13.866 16.801 9.895 14. 460 13.373
Summe 137.076 148.279 165.709 53.474 59.686 72.640 31.400 5 5.846 63.188
269.695 271.943 278.925 104.473 105.714 127.617 126.697 14 9.391 156.950
Einwohner Erwerbstätige Arbeitsplätze
Stadtgebiet Mitte Aussenstadtteile
Stadtbezirk
Tabelle 5 Strukturentwicklungen in Münster 1980 – 1 990 – 2007
Seit 1980 hat die Einwohnerzahl im gesamten Stadtge biet um ca. 10.000 Ein-
wohner zugenommen. Diese moderate Entwicklung hat a uf das Verkehrsge-
schehen kaum Einfluss. Innerhalb des Stadtgebietes hat es allerdings erhebliche
Einwohnerverschiebungen zwischen den einzelnen Stad tteilen gegeben. Mit ca.
113.000 Einwohnern hat die Innenstadt im Jahr 2005 insgesamt ca. 20.000 Ein-
wohner weniger als noch 1980. Entsprechend hat die Einwohnerzahl in den Au-
ßenstadtteilen im gleichen Zeitraum um ca. 30.000 E inwohner zugenommen.
Dabei sind zwischen den einzelnen Stadtbezirken deu tliche Unterschiede fest-
stellbar. Mit ca. 15.000 zusätzlichen Einwohnern is t der Stadtbezirk West am
stärksten gewachsen. Im Wesentlichen ist dies auf d ie städtebauliche Entwick-
lung des Stadtteiles Gievenbeck mit der Ausweisung des Wohngebietes Gieven-
beck-Südwest zurückzuführen. Im Gegensatz dazu war die Einwohnerzahl im
Stadtbezirk Ost leicht rückläufig (vgl. Abbildung 11).
VEP Münster 2025
…….31
Bemerkenswert und für das Verkehrsbild bedeutend is t, dass trotz des Rückgan-
ges der Einwohnerzahl im Stadtbezirk Mitte die Zahl der Erwerbstätigen im Zeit-
raum von 1980 bis 2005 um fast 5.000 zugenommen hat . Dies lässt den Rück-
schluss zu, dass die Innenstadt insbesondere für Si ngles bzw. kinderlose Famili-
en als Wohnstandort attraktiv ist. Gestützt wird di ese These durch die Entwick-
lung bei den Schülerzahlen. Waren im Jahr 1980 noch ca. 11.000 Schüler im
Stadtbezirk Mitte gemeldet, waren es im Jahr 2005 s chon unter 7.000 Schüler.
Gleichzeitig hat sich jedoch bei der Verteilung der Schulplätze kaum eine Verän-
derung ergeben. Dies führt in der Regel zu deutlich weiteren Schulwegen, die
dann nicht mehr mit dem Fahrrad oder Fuß sondern mi t dem Bus zurückgelegt
werden.
Obwohl die Einwohnerzahl im Stadtbezirk Mitte seit 1980 deutlich zurückgegan-
gen ist, weist der Stadtbezirk Mitte weiterhin bei den übrigen Strukturmerkmalen
die größten Ausprägungen auf. Insbesondere finden s ich hier, mit deutlichem
Abstand vor den übrigen Stadtbezirken, mit ca. 90.0 00 die meisten Arbeitsplätze.
Mit ca. 63.000 Arbeitsplätzen in den Außenstadtteil en hat sich hier gegenüber
1980 die Anzahl der Arbeitsplätze verdoppelt.
Diese Änderungen der innerstädtischen Strukturen, insbesondere die Einwohner-
und die Arbeitsplatzanzahl und -verteilung sind ein wesentlicher Grund für die
bereits in Kapitel 2 aufgezeigten verkehrlichen Entwicklungen.
VEP Münster 2025
32……
Abbildung 11 Strukturentwicklungen in den Stadtbezi rken
VEP Münster 2025
…….33
3.4 Wirtschaftsstruktur
Im Münsterland waren in 2005 durchschnittlich 755.0 00 Erwerbstätige gemeldet.
Davon arbeiten 26,2 % im produzierenden Gewerbe und mit 70,4 % über zwei
Drittel der Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereic h. Der Erwerbstätigenanteil in
der Land- und Forstwirtschaft liegt mit 3,4 % deutl ich über dem nordrhein-
westfälischen Landesdurchschnitt von 1,5 %. Auch in diesen Werten zeigt sich
damit die ländliche Raumstruktur.
Insgesamt Land- und Forstwirt-
schaft, Fischerei
Produzierendes
Gewerbe
Dienstleistungs-
bereiche
in 1.000 in % in % in %
Kreis Borken 171,7 4,1 33,7 62,3
Kreis Coesfeld 85,2 5,3 23,7 71,0
Kreis Steinfurt 189,5 3,4 28,4 68,2
Kreis Warendorf 120,7 4,6 33,6 61,8
Stadt Münster 187,9 1,1 13,7 85,2
Münsterland 755,0 3,4 26,2 70,4
davon
Tabelle 6 Erwerbstätige im Münsterland nach Wirtsch aftsbereichen [16]
Innerhalb des Münsterlandes bestehen deutliche stru kturelle Unterschiede. Ins-
gesamt gesehen dominiert der tertiäre Sektor bzw. d er Dienstleistungsbereich,
der mit 85,2 % in Münster den höchsten Anteil einni mmt und in den Kreisen bei
einem Anteil von ca. 70 % liegt. In den Kreisen hat allerdings der sekundäre Sek-
tor bzw. das produzierende Gewerbe höhere Anteile a ls in Münster vorzuweisen,
im Kreis Borken und im Kreis Warendorf liegen die A nteile dieses Sektors bei
33,7 % bzw. 33,6 %.
3.5 Kfz-Bestand und Motorisierung
Eine wesentliche Einflussgröße auf das Verkehrsbil d ist der Bestand an Kraft-
fahrzeugen. Im Münsterland waren am 01.01.2006 fast 1,1 Millionen Kraftfahr-
zeuge gemeldet. Im bevölkerungsreichsten Kreis, dem Kreis Steinfurt, ist der Kfz-
Bestand mit fast 300.000 Kraftfahrzeugen am höchste n. Insgesamt gesehen ist
der Kfz-Bestand im Münsterland in den vergangenen z ehn Jahren um gut 22 %
VEP Münster 2025
34……
angestiegen. Lediglich der Kreis Warendorf weist mi t 16.3 % in den vergangenen
zehn Jahren eine geringere Zunahme auf (vgl. Tabelle 7).
Zunahme
01.01.1996 01.01.2006 in %
Kreis Borken 197.967 239.540 21,0%
Kreis Coesfeld 121.299 155.551 28,2%
Kreis Steinfurt 248.183 297.851 20,0%
Kreis Warendorf 163.458 190.068 16,3%
Stadt Münster 142.996 179.556 25,6%
Münsterland 873.903 1.062.566 21,6%
Kfz-Bestand
Tabelle 7 Kfz-Bestand im Münsterland [17]
Wie rasant und konstant sich der Bestand an Kraftfa hrzeugen in den vergange-
nen 25 Jahren im Stadtgebiet Münster entwickelt hat verdeutlicht die Abbildung
12. Im Jahr 1980 waren insgesamt 104.360 Kraftfahrz euge in Münster gemeldet.
In den folgenden 10 Jahren stieg diese Zahl um ca. 25.000 Kraftfahrzeuge auf
129.294 Kraftfahrzeuge an. Im Jahr 2006 waren in Mü nster 179.556 Kraftfahr-
zeuge gemeldet. Das bedeutet einen Zuwachs von etwa s über 50.000 Kraftfahr-
zeugen in nur 15 Jahren. Nach den vorliegenden Zahl en ist in dem Zeitraum von
1980 bis ins Jahr 2006 der Kfz-Bestand in Münster k onstant jährlich um ca. 2,2
% angestiegen.
VEP Münster 2025
…….35
104.360
129.294
179.556
1980 1990 2006
Abbildung 12 Entwicklung des Kfz-Bestandes in Münst er [17]
Der Motorisierungsgrad (Kfz/1.000 Einwohner) ist in diesem Zeitraum von 387
auf inzwischen 665 Kfz/1.000 Einwohner angewachsen. In Münster teilen sich
durchschnittlich 1,5 Einwohner ein Kraftfahrzeug. D amit liegt der Motorisierungs-
grad nur knapp unterhalb des Bundesdurchschnittes m it 675 Kfz/1.000 Einwoh-
ner.
387
511
665
1980 1990 2006
Abbildung 13 Motorisierungsgrad im Münsterland [17]
VEP Münster 2025
36……
3.6 Fazit
Die Größe der Strukturen und deren Verteilung sind maßgeblich mitentscheidend
für das Verkehrsbild einer Region. Zurzeit ist der Gebietsentwicklungsplan mit
dem Zielhorizont 2025 in der Fortschreibung. Die Au ssagen des neuen GEP
2025 mit den zu erwartenden Strukturänderungen im M ünsterland und in Müns-
ter werden maßgeblich das Verkehrsbild im Stadtgebi et mit beeinflussen. Insbe-
sondere die innerstädtische Feinverteilung der Stru kturen ist in den nächsten
Bearbeitungsstufen zu berücksichtigen. Darüber hina us werden auch Prognosen
u.a. zur weiteren Entwicklung des Motorisierungsgra des, des Verkehrsmittel-
wahlverhaltens und insbesondere zu den Entwicklunge n im Zusammenhang mit
dem demographischen Wandel zu berücksichtigen sein.
Diese Strukturen sowie die Netze der einzelnen Verk ehrsträger sind die Grund-
lage für das in der nächsten Bearbeitungsstufe zu entwickelnde Trendszenario.
VEP Münster 2025
…….37
4. Verkehrsnetze
4.1 Vorbemerkungen
Für die Abwicklung des Verkehrsaufkommens stehen für die Verkehrsarten
• Motorisierter Individualverkehr (MIV)
• Öffentlicher Personen- und Schienenpersonennahverk ehr (ÖPNV/SPNV)
und
• Radverkehr
eigene Verkehrsnetze zur Verfügung. An jedes dieser Verkehrsnetze werden
ganz unterschiedliche Anforderungen geknüpft, um je de Verkehrsart für sich
möglichst störungsfrei abwickeln zu können. Dabei i st zu beachten, dass sich in
vielen Abschnitten des Straßennetzes die einzelnen Verkehrsarten den Straßen-
raum teilen müssen.
4.2 Übergeordnete Verkehrsnetze
Die städtischen Verkehrsnetze sind in großräumige u nd überregionale Verkehrs-
netze eingebunden. Aus Sicht eines Oberzentrums bes tehen über die Stadtgren-
zen hinaus strategische Anforderungen an die besteh enden und zukünftigen ü-
berregionalen Verkehrsnetze. Diese Netze liegen nic ht in der Planungshoheit der
Stadt Münster, dennoch sind auch für diese Netze di e Formulierung von Ansprü-
chen und Erwartungen erforderlich. Letztlich finden diese im Verkehrsentwick-
lungsplan formulierten Ansprüche Eingang in die Ste llungnahmen der Stadt
Münster zu den Landes- und Bundesplanungen im gesamten Verkehrssektor.
Die Einbindung Münsters in die überregionalen Straß en-, Schienen-, Luftfahrt-
und Wasserstraßennetze ist von strategischer Bedeut ung nicht nur für das Ober-
zentrum Münster sondern für die gesamte Region des Münsterlandes. Sie sichert
die regionale und überregionale Erreichbarkeit des Wirtschaftsraumes Münster-
land und des Oberzentrums Münster mit allen Verkehrsmitteln.
4.2.1 Großräumiges/überregionales Straßennetz
Aussagen zum großräumigen und überregionalen Straße nnetz finden sich im
GEP Münsterland, der zurzeit in der Neuaufstellung ist. Das Grundgerüst (vgl.
Abbildung 15 bzw. Anlage 1 im Anhang) bilden:
VEP Münster 2025
38……
• Im westlichen Stadtgebiet die Bundesautobahn A 1 ( Hansalinie) in Nord-
Süd-Richtung verlaufend aus Lübeck/Hamburg kommend in Richtung
Ruhrgebiet (-> Saarbrücken) mit den Anschlussstelle n Münster-Süd
(A43/B51) und Münster-Nord (B54). Von Bedeutung sin d der geplante
Neubau der Anschlussstelle Münster-Hiltrup und die Weiterführung des 6-
spurigen Ausbaus der Bundesautobahn A 1.
• Die Bundesautobahn A 43 aus dem Ruhrgebiet kommend in die A1 mün-
dend, Anbindung des Autobahnkreuzes Münster-Süd übe r den Autobahn-
zubringer B 51 an die B 51
• Die Bundesstraße B 54 vom Autobahnkreuz Münster-Sü d kommend in
nordwestlicher Richtung in den Raum Steinfurt bis n ach Hengelo/Enschede
(NL)
• Die Bundesstraße B 51 als Verbindung nach Osten in Richtung Telgte/Wa-
rendorf mit der Fertigstellung des III. Ausbauabsc hnitt: Lütkenbecker Weg
bis zur Anbindung an die B 481n
• Neubau der Bundesstraße B 481n als Verbindung der B 51 über die L 587
(Schifffahrter Damm) an die A1 (Anschlussstelle Gre ven) und weiter in
Richtung Norden
• Die Bundesstraße B 54 (Hammer Straße-Westfalenstra ße) als Verbindung
zwischen der Innenstadt Münsters und den südlich vo n Münster gelegenen
Umlandgemeinden über den Stadtteil Hiltrup
• Die Bundesstraße B 219 (Grevener Straße - Sprakele r Straße) als Verbin-
dung von Münster über Greven mit der A 30 in Ibbenbüren
• Die Landesstraße L 551 (Weseler Straße - Dülmener Straße) vom Auto-
bahnzubringer Münster-Süd und Weseler Straße durch Mecklenbeck und
Albachten parallel zur A 43 in Richtung Kreis Coesf eld und weiter in Rich-
tung Ruhrgebiet
• Die Landesstraße L 586 (Richtung Drensteinfurt - H amm) und L 520 (Rich-
tung Sendenhorst-Beckum-Lippstadt) als Verbindung i n/aus Richtung östli-
ches Westfalen
VEP Münster 2025
…….39
• Neubau der geplanten Ortsumgehung Wolbeck (L 585n) als Abzweig von
der Landesstraße L 520.
An dieses übergeordnete Straßennetz bestehen strate gische Anforderungen, die
sich weniger aus den vorhandenen Verkehrsbelastunge n als vielmehr aus der
Funktion der einzelnen Straßen innerhalb dieses Netzes und deren Einbindung in
das innerstädtische Hauptverkehrsnetz der Stadt Mün ster ergeben. Mittelfristig
ist eine Neuordnung des großräumigen und des überre gionalen Straßennetzes
im Stadtgebiet zu überprüfen. Dies betrifft zum ein en die Einstufung der Landes-
straße L551, die als überregionale Straße aufgrund der Parallellage zur A43 ent-
behrlich ist. Großräumige Verkehre werden heute inn enstadtnah geführt (1.
Nordtange, Am Stadtgraben, Moltkestraße). Es ist zu prüfen, ob zukünftig die
Straßen des 2. Tangentenringes diese Funktion übern ehmen sollten. Dies gilt
ebenfalls für die offiziell ausgewiesenen Umleitung sstrecken. In der Konsequenz
bedeuten diese Forderungen, dass im Innenstadtberei ch ggf. einige Straßen neu
klassifiziert und Strecken neu ausgeschildert werden müssen.
4.2.2 Schienenfernverkehr
Die Stadt Münster ist als zentraler Knotenpunkt in das Schienennetz des Müns-
terlandes eingebunden. Acht Schienenstrecken der De utschen Bahn AG werden
im Personennahverkehr bedient. Vier der acht Streck en verfügen über ein Ange-
bot für überregionale und großräumige Verbindungen im Personenfernverkehr.
• Zwei ICE-Linien, die allerdings nicht mehr vertakt et sind und nur noch einzel-
ne Fahrten bieten (vgl. Anlage 2):
Linie 11: Hamburg – Münster – Dortmund – München
Linie 31: Münster – Dortmund – Freiburg – Basel
• Insgesamt fünf IC/EC Linien in der Regel im 2-h-Ta kt:
Linie 26: Stralsund – Hamburg – Münster – Köln (4- h-Takt)
Linie 30: Hamburg – Osnabrück – Münster – Dortmund – Basel (2-h-Takt)
Linie 31: Hamburg – Dortmund – Frankfurt – München (2-h-Takt)
Linie 35: Norddeich Mole – Münster – Duisburg – Lu xemburg (2-h-Takt)
Linie 77: Münster – Osnabrück – Hannover – Berlin (2-h-Takt)
Dieses derzeitige Angebot ist aus Sicht des Oberzen trums Münster nicht ausrei-
chend. Mittelfristig muss der Anschluss an das euro päische Hochgeschwindig-
VEP Münster 2025
40……
keitsnetz für den Personen- und Güterfernverkehr (I CE-Taktverkehr) über den
Verknüpfungspunkt Münster Hauptbahnhof für die gesa mte Wirtschaftsregion
Münster/Münsterland verbessert werden. Insbesondere ist die ICE-Verbindung
von Hamburg über Münster ins Rhein-Main-Gebiet im S tundentakt, mit einer di-
rekten Erreichbarkeit der Landeshauptstadt Düsseldo rf, wieder aufzunehmen.
Gleiches gilt für eine schnelle Fernverbindung in d er Achse Münster – Hannover
– Berlin, die derzeit nur über einen Umstieg in Ham m realisiert ist. Im Bereich der
Infrastruktur ist die Realisierung des zweigleisige n Ausbaus der Schienenstrecke
Münster - Lünen (Teil der Nord-Süd-Achse) voranzutreiben.
4.2.3 Luftverkehr
Der Internationale Verkehrsflughafen Münster-Osnabrück (FMO) befindet sich ca.
25 km nördlich von Münster im Kreis Steinfurt und s tellt den Anschluss der Stadt
Münster und des Münsterlandes an das nationale und internationale Luftver-
kehrsnetz (Personen- und Güterverkehr) sicher. Zurz eit gibt es 31 Direktflüge im
Sommer und 15 Direktflüge ins In- und Ausland. Vom FMO bestehen Flugreise-
möglichkeiten sowohl mit Linien- als auch mit Chart erflügen zu diversen europäi-
schen Großstädten und Urlaubgebieten. Es gibt tägli ch Verbindungen zu den
Drehkreuzen Flughafen „Frankfurt am Main“ und Flughafen „München Franz Jo-
sef Strauß“, so dass der FMO auch an das Interkonti nentalgeschäft der Airlines
angebunden ist. Der FMO plant eine Startbahnverläng erung, damit vom Flugha-
fen aus auch Interkontinentaldirektflüge angeboten werden können.
Mit dem Bau des neuen Autobahnanschlusses über die Kreisstraße 1n an die
Bundesautobahn 1 bei Greven ist die zentrale Anbind ung an das Straßennetz
des FMO (geplante Fertigstellung: 2. Halbjahr 2009) kurzfristig gegeben.
Mit dem ÖPNV ist eine direkte Verbindung von Münste r mit dem Flughafenbus
(D50/S50/R51) vorhanden. Die mittlere Fahrzeit betr ägt etwa 35 Minuten (Haupt-
bahnhof Münster – Flughafenterminal). Derzeit verfü gt der Flughafen über keine
Schienenanbindung.
Geplant bzw. beschlossen ist der Ausbau des Airport Parks am FMO. Dieses in-
terkommunale Gewerbegebiet (Stadt Greven, Stadt Mün ster, Kreis Steinfurt) bie-
tet Gewerbeflächen für Servicefirmen, produzierendes Gewerbe, Versicherungs-
unternehmen, Handels-, Finanzdienstleistungs- und L uftverkehrsbehörden sowie
VEP Münster 2025
…….41
Medienbetriebe. Der AirportPark verfügt über einen Direktanschluss an den
Dortmund-Ems-Kanal.
Perspektivisch ist eine (hochgeschwindigkeitstaugli che) Anbindung an das
Schienennetz anzustreben. Alternative Strecken sind die Verbindung über Müns-
ter – Osnabrück oder Münster-Rheine mit der Einrich tung eines Fernverkehrs-
bahnhofes am Flughafen.
Abbildung 14 Direktflugverbindungen FMO
4.2.4 Wasserstraßen
Der das Stadtgebiet Münster durchlaufende Dortmund- Ems-Kanal verbindet das
östliche Ruhrgebiet (Stadthafen Dortmund) mit der N ordsee (Seehafen Emden)
und der Ostsee. Neben seiner Bedeutung für die Binn enschifffahrt hat diese
Wasserstraße zwischenzeitlich auch eine hohe Bedeut ung für den Freizeitver-
kehr bekommen. Im Verlauf des Kanals gibt es ein di chtes Netz an Umschlag-
möglichkeiten für Waren und Güter. Neben dem größten Kanalhafen in Dortmund
und dem städtischen Hafen Münster existieren weiter e 44 Umschlagsanlagen.
Zurzeit wird die Südstrecke des Dortmund-Ems-Kanal für den Einsatz moderner
Europaschiffe (Großgütermotorschiffe) ausgebaut. De r Stadthafen I in Münster
hat seine Bedeutung für den Umschlag von Waren und Gütern fast vollständig
VEP Münster 2025
42……
verloren. Derzeit wird die Hafenanlage zu einem Fre izeithafen mit entsprechen-
den Randnutzungen umgewandelt (vgl. Masterplan Stadthäfen Münster [18]).
Perspektivisch soll die Anbindung der Stadt Münster an das Wasserstraßennetz
über Häfen und/oder Anlegestellen mit der Möglichke it des Güterumschlages
erhalten bleiben. Zu prüfen ist, inwieweit bestehen de oder geplante Gewerbege-
biete an das Kanalnetz angebunden werden können. De rzeit geplant ist mit der
Realisierung des Hansa-BusinessParks der Bau eines Schwergutumschlagha-
fens mit einer Liegestelle für zwei Schiffe.
Abbildung 15 Einbindung der Stadt Münster in die gr oßräumigen/überregionalen
Verkehrsnetze
VEP Münster 2025
…….43
4.3 Motorisierter Individualverkehr (städtischer Ve rkehr)
4.3.1 VEP-Straßennetz
Im Stadtgebiet von Münster stehen für den motorisie rten Individualverkehr insge-
samt ca. 1.200 km Straße zur Verfügung. Der weitaus überwiegende Teil dieses
Straßennetzes dient der Erschließung der Wohnquarti ere sowie der Arbeits- und
Versorgungsbereiche. Für die Verkehrsentwicklungspl anung ist dieses Straßen-
netz nur von untergeordneter Bedeutung. Das Hauptve rkehrsstraßennetz der
Stadt Münster hat eine Länge von ca. 380 km. Es set zt sich aus den Autobah-
nen, den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie de m Vorbehaltsnetz (bedeu-
tende Gemeindestraßen) der Stadt Münster zusammen. Dieses untersuchungs-
relevante Straßennetz ist in Abbildung 16 bzw. Anla ge 2 im Anhang als VEP-
Straßennetz dargestellt.
Die wichtigsten verkehrlichen Ansprüche, die an das VEP-Straßennetz gestellt
werden, sind die Gewährleistung eines flüssigen Ver kehrsablaufes mit einer gu-
ten Verkehrsqualität auch an den Hauptverkehrsknote n. Nur so kann die Erreich-
barkeit der Stadt Münster für den Regionalverkehr a ber auch die innerstädtische
Verbindungsqualität sichergestellt werden. Als Ober zentrum einer Region mit
insgesamt ca. 1,6 Mio. Einwohnern muss die Stadt Mü nster durch ein leistungs-
fähiges Straßennetz die Erreichbarkeit von der Regi on bis hin zu den Zielen in
den Außenstadtteilen und der Innenstadt gewährleist en. Insbesondere der Wirt-
schafts- und Geschäftsverkehr sowie alle oberzentra len Einrichtungen in der
Stadt (z.B. Kliniken, Hauptbahnhof, Einkaufs- und A rbeitsplatzschwerpunkte,
Universität und Freizeiteinrichtungen) sind zur Sic herstellung ihrer Erreichbarkei-
ten auf ein funktionierendes VEP-Straßennetz angewiesen.
Darüber hinaus sind die Ansprüche des städtischen u nd des regionalen ÖPNV
zu berücksichtigen. Alle nachfragestarken Linienweg e des ÖPNV nutzen das
VEP-Straßennetz und sind auf ein durchlässiges und staufreies Straßennetz an-
gewiesen. Die Qualität des ÖPNV-Angebotes wird sich nicht zuletzt an der er-
zielbaren Reisegeschwindigkeit gemessen.
Die Erfüllung der besonderen Anforderungen der Rett ungsdienste ist ein weiterer
Anspruch, den das VEP-Straßennetz zu erfüllen hat. Die Feuerwehr und die Ret-
tungsdienste haben den gesetzlichen Auftrag, innerh alb vorgegebener Fahrzei-
ten zu allen Tageszeiten alle innerstädtischen Ziel e zu erreichen, um ihre Hilfs-
VEP Münster 2025
44……
dienste durchzuführen. Die notwendige Voraussetzung ist ein leistungsfähiges
VEP-Straßennetz mit hoher Verbindungsqualität.
Abbildung 16 VEP-Straßennetz (siehe auch Anlage 2 i m Anhang)
VEP Münster 2025
…….45
4.3.2 Straßenergänzungen gemäß FNP
Der derzeit gültige FNP beschreibt einige Straßenne tzergänzungen die Einfluss
auf das zukünftige Verkehrsbild in Münster haben we rden. Beschlossene städti-
sche Maßnahmen sind der Bau der Austermannstraße, d er Hansestraße und der
Heroldstraße mit der Unterführung der Bahnlinie (si ehe Abbildung 17) Weitere
Aus- und Neubaumaßnahem, allerdings nicht in der Zu ständigkeit der Stadt
Münster, sind die Umgehung Wolbeck, der 3. Bauabschnitt der B51 und der Neu-
bau B481n.
Abbildung 17 FNP-Straßennetz (Stand 2008, siehe auc h Anlage 3 im Anhang)
VEP Münster 2025
46……
4.3.3 Leistungsfähigkeiten
Innerhalb des bestehenden VEP-Straßennetzes regeln an zahlreichen Knoten-
punkten Lichtsignalanlagen das Zusammenspiel der Ve rkehrsarten untereinan-
der und miteinander. Insbesondere in den Hauptverke hrszeiten am Morgen (6.00
bis 9.00 Uhr) und am Nachmittag (15.00 bis 19.00 Uh r) kommt es an zahlreichen
hoch belasteten Knotenpunkten zu Beeinträchtigungen im Verkehrsablauf. In der
Folge bilden sich Rückstaus vor den Knotenpunkten m it erhöhten Lärmbelastun-
gen und Schadstoffausstoß. Zur Beurteilung der Qual ität des Kfz-
Verkehrsablaufes im VEP Netz wurden die mittleren W artezeiten ermittelt und
gemäß dem Handbuch für die Bemessung von Straßen (H BS 2001/2005) in
Qualitätsstufen eingruppiert:
A Die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer kann ungehin dert den Knotenpunkt
passieren.
B Alle während der Rotzeit angekommenen Verkehrst eilnehmer können mit
der nächsten Freigabe weiterfahren.
C Nahezu alle während der Rotzeit angekommenen Ve rkehrsteilnehmer
können mit der nächsten Freigabe weiterfahren. Spür bare Wartezeiten
treten auf.
D Ein erheblicher Anteil der während der Rotzeit angekommenen Ver-
kehrsteilnehmer kann mit der nächsten Freigabe nich t den Knotenpunkt
passieren. Beträchtliche Wartezeiten treten auf.
E Ein Großteil der während der Rotzeit angekommen en Verkehrsteilnehmer
kann mit der nächsten Freigabe nicht den Knotenpunk t passieren. Ein all-
mählich wachsender Stau stellt sich ein. Sehr lange Wartezeiten treten
auf.
F Während der Rotzeit angekommenen Verkehrsteilne hmer benötigen meh-
rere Ampelumläufe bis sie den Knotenpunkt passieren . Der Stau wächst
stetig, extreme Wartezeiten treten auf. Der Knotenpunkt ist überlastet.
Die Kategorie 1 (Qualitätsstufen A, B und C) gewähr leisten in der Regel einen
weitgehend störungsfreien Verkehrsablauf für die Kr aftfahrzeuge, so dass dort
kein Handlungsbedarf entsteht. Die Kategorie 2 (Qua litätsstufe D) kennzeichnet
den Übergang eines störungsfreien Verkehrsablaufes zu ersten Behinderungen.
VEP Münster 2025
…….47
Die Kategorie 3 (Qualitätsstufen E und F) kennzeich net die Knotenpunkte die in
ihrer Leistungsfähigkeit für den Kraftfahrzeugverke hr erheblich eingeschränkt
sind. An diesen Knotenpunkten besteht Handlungsbedarf.
Abbildung 18 Qualitätsstufen an Knotenpunkten im VE P-Netz (siehe auch Anla-
ge 4 im Anhang)
VEP Münster 2025
48……
4.3.4 Verkehrsmanagement
Es ist geplant, ein Verkehrsmanagementsystem Münste r zur Sicherung einer
stadt- und umweltverträglichen Verkehrsbewältigung sowie die Verbesserung der
Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer auszubauen [19].
Lange Wartezeiten, häufige Brems- und Beschleunigun gsvorgänge, unnötige
Halte und zähflüssiger Verkehr an Ampeln führen neb en längeren Reisezeiten
auch zu einem erhöhten Energieverbrauch und vermeid baren Umweltbeeinträch-
tigungen (Lärm, Abgase ….). Vermeintlich unnötige Wa rtezeiten an „schlecht
eingestellten“ Ampeln lassen darüber hinaus die Emo tionen bei allen Ver-
kehrsteilnehmern ansteigen.
Das alte, in weiten Teilen noch bestehende Ampelste uerungssystem der Stadt
Münster wurde in Baustufen von 1985 bis 1994 als In selsystem - die einzelnen
Anlagen sind nicht miteinander vernetzt - aufgebaut . Dieses fast 20 Jahre alte
Ampelsystem kann die heutigen Ansprüche an einen fl üssigen Verkehrsablauf,
eine geringe Umweltbelastung und hohe Verkehrsicher heit aus technischen und
wirtschaftlichen Gründen nicht mehr erfüllen. Daher hat die Stadt Münster ein
Konzept für die grundsätzliche Erneuerung des städt ischen Verkehrssteuerungs-
systems erarbeiten lassen. Innerhalb dieses Konzept es gilt es auch, den enor-
men Fortschritt in der Computertechnik und der Soft wareentwicklung für die Ver-
kehrsteuerung zu nutzen.
Mit dem neuen Verkehrssteuerungssystem Münster und der grundlegenden Mo-
dernisierung der Hard- und Software der Ampeln in B austufen werden folgende
Ziele verfolgt:
• den Verkehr an den Ampeln und im Netz durch verkeh rsabhängige, teil-
netzoptimierte „Grüne Wellen“ flüssiger und leistungsfähiger zu gestalten,
• die Schadstoffbelastungen und den Energieverbrauch durch einen flüssige-
ren Verkehr mit kürzeren Reisezeiten und geringeren Wartezeiten zu mini-
mieren,
• die Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer (Kfz, ÖPNV, Rad, Fußgänger)
durch bedarfsgerecht eingestellte Ampeln zu verringern,
VEP Münster 2025
…….49
• eine Steigerung der Verkehrssicherheit, da die Amp elregelungen mit der
Überplanung an die Verkehrssicherheitsgesichtspunkt e der neuen Richtli-
nien und Empfehlungen angepasst werden,
• Sicherung der verkehrlichen Erreichbarkeit des Obe rzentrums Münster
− durch Verknüpfung mit weiteren Verkehrssteuerungss ystemen (dy-
namische Fahrgastinformation an Haltestellen, Rechn ergestütztes
Betriebsleitsystem im ÖPNV, Parkleitsystem etc.) zu einem Ver-
kehrsmanagementsystem auch multimodal zu wirken und bisherige
Grenzen zu überschreiten
− durch eine Präsentation aktueller Verkehrsinformat ionen und Ver-
kehrslagen im Internet und optional bei Providern d iese auch Bürgern
und Verkehrsteilnehmern zugänglich zu machen
Mit dem Ziel den Verkehr flüssiger und umweltverträ glicher zu gestalten wird die
Stadt Münster ein innovatives neues Verkehrsteuerun gssystem einrichten, um so
die Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmer a n den Ampeln zu verbessern
und gleichzeitig den verkehrsbedingten Schadstoffausstoß zu verringern.
Abbildung 19 Neues Verkehrssteuerungssystem Münster
VEP Münster 2025
50……
Im Jahr 2006 wurde der „Neue Verkehrsrechner“ und die überplante Lichtsignal-
anlagen-Steuerung der Modellachse Albersloher Weg ( Netzsteuerbereich A) mit
zunächst 21 Ampeln, im Mai 2008 dann mit allen 24 A mpeln als ein Zug vollstän-
dig in Betrieb genommen. Auf dieser ca. 6 km langen Strecke regelt eine die a-
daptive Netzsteuerung „MOTION“ vom Hersteller Sieme ns AG an 24 Ampeln
nachfrageorientiert das Verkehrsgeschehen. Der Mode llversuch wird von einer
unabhängigen Erfolgskontrolle durch den Lehrstuhl f ür Verkehrswesen der Ruhr
Universität Bochum begleitet.
Aufbauend auf den Erfahrungen mit der Modellachse A lbersloher Weg soll in
weiteren Baustufen das Konzept in den nächsten Jahr en vollständig umgesetzt
werden. Im Endausbau werden dann alle ca. 270 Ampel n nach einer grundsätzli-
chen Modernisierung an das neue System angeschlossen sein.
Angelaufen ist die Realisierung der zweiten Baustuf e mit 35 Lichtsignalanlagen
im Netzsteuerungsbereich B „Steinfurter Straße/Weseler Straße“. Die Umrüstung
und Inbetriebnahme dieses Netzsteuerungsbereiches s oll Mitte 2009 abge-
schlossen sein.
In den Folgejahren sollen vorbehaltlich der Mittelb ereitstellung im Rahmen der
zweiten Baustufe erneuert werden:
• Netzsteuerungsbereich D II.Nord- und Osttangente (22 LSA)
• Netzsteuerungsbereich E II. Westtangente (10 LSA)
• Netzsteuerungsbereich C Bahnhofsbereich / I. Nordt angente (22 LSA)
Im Rahmen der dritten Baustufe sollen die im Wesent lichen im Jahr 1998 mit der
Maßnahme VSS II letztmalig erneuerten Lichtsignalan lagen auf den Radialen in
folgender Reihenfolge erneuert werden:
• Netzsteuerungsbereich I Südliche Weseler Straße (1 0 LSA)
(zweispurige Weseler Straße vom BAB-Zubringer bis zur Straße An der
Hansalinie)
• Netzsteuerungsbereich F Hammer Straße (22 LSA)
• Netzsteuerungsbereich G Wolbecker Straße (10 LSA)
• Netzsteuerungsbereich H Grevener Straße (11 LSA)
VEP Münster 2025
…….51
Die vierte Baustufe sieht die Vervollständigung des Verkehrsteuerungssystems
durch den Anschluss der verbleibenden Lichtsignalan lagen an den neuen Ver-
kehrsrechner vor. Abhängig vom Gerätealter wird ent schieden, ob das vorhan-
dene Steuergerät aufgerüstet oder grundsätzlich erneuert wird.
Abbildung 20 Netzsteuerungsbereiche und Baustufen ( siehe auch Anlage 5 im
Anhang)
VEP Münster 2025
52……
Die Erneuerung des Verkehrsrechners ist auch die er ste Baustufe für ein sys-
temübergreifendes Verkehrsmanagementsystem. Ampelst euerungssystem und
Verkehrssysteme wie Parkleitsysteme, rechnergestütz te Betriebsleitsysteme im
ÖPNV und sonstiger Systeme wurden in der Vergangenh eit häufig als Inselsys-
teme aufgebaut.
Mit dem Anspruch einer verkehrsmittelübergreifenden Steuerungsstrategie wird
das Verkehrssteuerungssystem Münster Verknüpfungen und Schnittstellen zu
weiteren Systemen haben und ist offen für zukünftige Erweiterungen.
Neben einer abgestimmten Steuerungsstrategie zwisch en allen Akteuren im Ver-
kehrsbereich (Stadt Münster, ÖPNV-Verkehrsbetriebe, Straßen NRW für die Au-
tobahnen und Bundesstraßen, Polizei) gewinnt die In formation der Verkehrsteil-
nehmer in dieser Phase eine immer größere Bedeutung , um tagesaktuell auf
Verkehrsbehinderungen durch Baustellen, Unfälle zu reagieren und gleichzeitig
über die Medien (und ggf. private Anbieter) die Ver kehrsteilnehmer möglichst
optimal zu informieren.
Abbildung 21 Zielperspektive Verkehrsmanagement Mün ster
VEP Münster 2025
…….53
4.4 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
4.4.1 Vorbemerkungen
Im Stadtgebiet von Münster ist zur flächendeckenden ÖPNV-Erschließung der
Stadtbusverkehr das entscheidende Standbein. Das St adtbussystem Münster
wird mit zwei tageszeit- und aufkommensabhängigen Netzen betrieben.
4.4.2 Tagesnetz
Das Tagesnetz (Hauptnetz) gilt montags bis freitags von 05.00-21.00 Uhr sowie
samstags und sonntags von 08.00-21.00 Uhr. Die 18 S tadtbuslinien des Tages-
netzes (1 bis 17 sowie 22) fahren in der Regel im 2 0-Minutentakt (vgl. Abbildung
22).
Als bedarfsgesteuerte Angebote werden ergänzend zum Linienbus, im An-
schlussverkehr oder als Zubringer, der Taxibus, das Anrufsammeltaxi und das
Frauen-Nacht-Taxi betrieben.
Die Stadtbuslinien werden durch insgesamt acht regionale Schnellbuslinien, zehn
RegioBus-Linien (min. 60’-Takt) sowie acht Regional buslinien mit ungetakteten
Fahrten ergänzt. Während die Schnellbuslinien mit A usnahme der S50 (CE-
Coerde) keine Bedeutung für den Binnenverkehr haben , ergänzen die RegioBus-
linien in einigen Korridoren das Stadtbusangebot (z .B. R11 und R13 im Korridor
Warendorfer Straße).
VEP Münster 2025
54……
Abbildung 22 TagesNetz des Stadtbusverkehrs (Stand 2008)
4.4.3 Nachtnetz (Grundnetz)
Ab 21.00 Uhr kommt täglich das Nachtnetz Münster (G rundnetz) zum Einsatz
(Abbildung 23). Seine Haltestellen werden bis Mitte rnacht alle 30 Minuten von
VEP Münster 2025
…….55
den sechs NachtBus-Linien N80 bis N85 angefahren. V on Sonntag auf Montag
bis Donnerstag auf Freitag verkehren die Nacht-Buss e ab Mitternacht alle 70
Minuten bis 02.00 Uhr, von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag
bis 08.00 Uhr.
Abbildung 23 Nachtnetz (Grundnetz) des Stadtbusverk ehrs (Stand 2008)
VEP Münster 2025
56……
4.5 Schienenpersonennahverkehr
4.5.1 Vorbemerkungen
Mit der seit 01.01.1996 vollzogenen Regionalisierun g des Schienenpersonen-
nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen hat der Zweckver band Schienenpersonen-
nahverkehr Münsterland (ZVM) die Zuständigkeit für Planung, Organisation und
Ausgestaltung des SPNV in den Kreisen Borken, Coesf eld, Steinfurt und Waren-
dorf sowie in der Stadt Münster übernommen. Seit de m 01.01.2008 haben sich
die fünf westfälischen Zweckverbände zum Zweckverba nd Nahverkehr Westfa-
len-Lippe (NWL) zusammengeschlossen, um den Schiene npersonennahverkehr
in Westfalen zu planen und zu steuern.
4.5.2 Netz
In seiner verkehrlichen Bedeutung ist der Schienenp ersonennahverkehr als der
wichtigste Verkehrsträger in der schnellen und kapa zitätsstarken Punkt-Punkt-
Bedienung einzuschätzen. Das schnelle, direkte und staufreie Erreichen der In-
nenstadt für den Binnen- und Einpendlerverkehr sowi e die schnelle und direkte
Erreichbarkeit der Regional- und Knotenbahnhöfe im Umland für den Auspend-
lerverkehr sind wesentliche Leistungsmerkmale des Verkehrssystems Schiene.
Die Stadt Münster liegt als zentraler Knotenpunkt e ingebunden in das Schienen-
netz des Münsterlandes und wird von acht Schienenst recken der Deutschen
Bahn AG im Personennahverkehr angefahren – vier Str ecken davon mit überla-
gerndem Fernverkehr. Eine weitere, nicht bundeseige ne Bahnstrecke, die West-
fälische Landeseisenbahn (WLE), erschließt das südö stliche Münsterland, wird
jedoch derzeit nur für den Güterverkehr genutzt (si ehe Abbildung 24). Die Reak-
tivierung der WLE zwischen Münster und Neubeckum is t im 2. Nahverkehrsplan
SPNV Münsterland [20} und im Bedarfsplan des SPNV [ 21] für das Land Nord-
rhein-Westfalen als Zielplanung ausgewiesen.
VEP Münster 2025
…….57
Abbildung 24 Schienennetz in Münster/Münsterland
Neben dem Hauptbahnhof Münster mit ca. 60.000 Fahrg ästen am Tag als dem
zentralen Knoten- und Umsteigepunkt in der Verknüpf ung des Nah- bzw. Regio-
nal- und Fernverkehrs für das Münsterland werden im Stadtgebiet von Münster
derzeit noch sechs weitere Vorortbahnhöfe (Albachte n, Amelsbüren, Häger,
Hiltrup, Sprakel und Zentrum Nord) bedient.
Im Gesamtverkehrskonzept der Stadt Münster formiere n sich die Vorortbahnhöfe
zu einem ersten ausgeprägten, nahezu geschlossenen Ein- und Umsteigegürtel
am Außenrand der Stadt Münster. Die Verfügbarkeit e ines attraktiven Umsteige-
angebots (Pkw-)Zug-Bus-Rad, ein optimiertes Fahrgas tinformations- und Leit-
wegweisungssystem und ein abgestimmter, verknüpfter Fahrplan einschließlich
Tarifverbund zwischen der Bahn und dem Stadtbus geb en den Vorortbahnhöfen
die Multifunktionalität und Bedeutung von dezentral en Umsteigeanlagen, soge-
nannten Mobilstationen.
VEP Münster 2025
58……
Im Gefüge der Umsteigeanlagen (P+R und B+R) sind da bei jene mit regionaler
Bedeutung (Amelsbüren, Hiltrup, Zentrum Nord), die die Funktion einer frühzeiti-
gen, zielorientierten Busfeinverteilung der Zugeinp endler zur Entlastung des
Hauptbahnhofs haben, von denen mit eher lokaler Bed eutung (Albachten, Häger
und Sprakel) zu unterscheiden, die primär zur Busan bindung der Bevölkerung im
Einzugsbereich dieser Haltepunkte dienen. Insgesamt bieten die Schienenhalte-
punkte im Stadtgebiet Münster konkurrenzlos kurze, direkte Innenstadtverbin-
dungen in der Punkt-Punkt-Bedienung für Binnenpendl er zwischen den Stadttei-
len und der Innenstadt und den Regionalanschluss für Auspendler an.
4.6 Radverkehr
4.6.1 Entwicklung des Radverkehrs
Der Radverkehr in Münster nimmt einen hohen Stellen wert bei der Sicherstellung
der Mobilität im Stadtverkehr Münster ein.
In Münster haben der Radverkehr und somit auch das Radwegenetz den glei-
chen Stellenwert wie die Verkehrsarten ÖPNV und Kfz . Dies bezieht sich glei-
chermaßen auf die Ansprüche an einen angemessenen b aulichen Zustand, an
durchgehende, sichere Radverkehrsverbindungen und R adverkehrsführungen in
den Knotenpunkten einschließlich einer nutzerfreund lichen Lichtsignalsteuerung,
an eine Radwegweisung zu den wichtigsten Zielpunkten sowie an die Einbindung
in das regionale Radverkehrsnetz mit themen-orientierten Radrouten.
Mit dem 1. Gesamtverkehrsplan Münster aus dem Jahre 1948 wurden die
Grundzüge eines Radwegenetzes festgelegt, das bis h eute durchgängig ausge-
baut worden ist und alle Verkehrsstraßen (Primärnet z) im Stadtgebiet umfasst.
Seit Anfang der 80er Jahre wurde ergänzend das Ziel verfolgt, auch abseits der
Verkehrsstraßen ein durchgängiges, gut befahrbares Radverkehrsnetz (Sekun-
därnetz) zu entwickeln und auszubauen. Dieses bezie ht verkehrsberuhigte Stra-
ßen, Fahrradstraßen, Wirtschaftwege, Radverkehrsverbindungen in Grünanlagen
und - soweit möglich - auch Fußgängerbereiche mit e in, um kurze Querverbin-
dungen und Netzschlüsse sowie städtebaulich und lan dschaftlich reizvolle Rou-
tenverbindungen herzustellen.
Für die Umsetzung des Radverkehrskonzepts Münster b esteht ein Radverkehrs-
programm, das kontinuierlich fortgeschrieben wird u nd alle investiven Radför-
dermaßnahmen (Radwegebau, Fahrradabstellanlagen, We gweisung etc.) um-
VEP Münster 2025
…….59
fasst. Die Förderung des Radverkehrs in Münster ver steht sich als Systempla-
nung und hat eine lange Tradition. Zur Systemplanun g gehören die Planung der
Radinfrastruktur einschließlich der Fahrradabstella nlagen an Quelle und Ziel der
Radfahrten, die Verbesserung der Verkehrsregelungen (einschließlich Sig-
nalsteuerung) für den Radverkehr, die Verknüpfung m it Bus- und Schienenver-
kehr im Umweltverbund und Serviceeinrichtungen (z.B . Mobilitätsberatung bei
mobilé). Der Bedeutung des Radverkehrsnetzes hat de r aktuell gültige Flächen-
nutzungsplan [22] der Stadt Münster dadurch Rechnun g getragen, dass auch
das Radverkehrsnetz gesondert aufgenommen und ausgewiesen ist.
4.6.2 Primärnetz
Bereits im Jahr 1948 wurde vom Rat der Stadt Münste r beschlossen, an allen
Hauptverkehrsstraßen Radwege vorzusehen. Dieser Rat sbeschluss wurde im
Laufe der Jahre umgesetzt und heute können Radfahrer von den Stadtteilzentren
in die Innenstadt sicher entlang der Hauptverkehrss traßen auf eigenen Bord-
steinradwegen fahren.
Ein zweiter wichtiger Baustein des Primärnetzes ist die Promenade. Diese für
Radfahrer und Fußgänger umgebaute ehemalige Wallanl age hat eine herausra-
gende Verteilerfunktion, die optimale Voraussetzung en für Radfahrer durch die
Verknüpfung der Radwege an den radialen Hauptverkeh rsstraßen mit denen im
Bereich der Altstadt schafft.
In diesem Primärnetz werden Radfahrer an Knotenpunkten sicher und nach Mög-
lichkeit direkt geführt. An vielen Kreuzungen gibt es eigene Aufstellflächen vor
den Kraftfahrzeugen. Zusätzlich sorgen Grünvorlaufz eiten der Radfahrer für Si-
cherheit vor rechts abbiegenden Kfz-Fahrern. Sog. " Radverkehrs-Schleusen" als
separate Fahrstreifen zwischen den Aufstellspuren d es motorisierten Verkehrs
unterstützen die Sicherheit und das zügige Fahren f ür alle Verkehrsteilnehmer in
Knotenpunkten. Selbst Induktionsschleifen gibt es i n Münster, so dass die Licht-
signale (Ampeln) zum nächst möglichen Zeitpunkt im Programmumlauf automa-
tisch für Radfahrer auf Grün schalten.
VEP Münster 2025
60……
Abbildung 25 Primär- und Sekundärradwegenetz (siehe auch Anlage 6 im An-
hang) [22]
VEP Münster 2025
…….61
4.6.3 Sekundärnetz
Das Sekundärnetz bietet den Radfahrern abseits der Hauptverkehrsstraßen si-
chere und attraktive Verbindungen. Die Routen führe n durch die in Münster flä-
chendeckend vorhandenen Tempo-30-Zonen. Hier werden Radfahrer bewusst in
der Fahrbahn mit dem fließenden Verkehr geführt. Au fgrund der langsamen
Fahrweise der Kraftfahrzeuge wird das Miteinander unterschiedlicher Verkehrsar-
ten auf einer Fläche gefördert. Diese Netzform inte griert z.B. sogenannte Fahr-
radstraßen und unechte Einbahnstraßen. Radfahrer kö nnen durch die zuvor ge-
nannten verkehrstechnischen Elemente umwegfrei im g esamten Stadtgebiet fah-
ren, wodurch die Attraktivität des Radverkehrs enorm gesteigert wird.
Neben den zuvor erwähnten verkehrstechnischen Eleme nten sind in Münster in
der Innenstadt auch Fußgängerzonen - zeitlich befri stet - für Radfahrer freigege-
ben. Das Fahren von Bus und Rad auf einer Spur ermö glicht zudem Netzschlüs-
se, die sonst nicht angeboten werden könnten. Die F reigabe von Abbiegegebo-
ten und Durchlässigkeit bei Sackgassen, Umlaufschra nken sowie Diagonalsper-
ren sind wesentliche Detailpunkte, die darüber hina us in ihrer Ganzheit ein rad-
fahrerfreundliches Netz in der Stadt Münster komplettieren.
4.7 Fazit
Die Stadt Münster bietet für alle Verkehrsträger Ne tze mit hoher Qualität. Diese
Qualität gewährleistet, dass die hohe Mobilität der Münsteraner Bevölkerung so-
zial-, stadt- und umweltverträglich abgewickelt wer den kann. Ein Beleg dafür ist,
dass die Münsteranerinnen und Münsteraner zu 63,6 % Verkehrsmittel des Um-
weltverbundes nutzen. In den folgenden Bearbeitungs stufen sind unter Beach-
tung der Ergebnisse der funktionalen Bewertung aber auch unter Berücksichti-
gung beschlossener Planungen und der zu erwartenden verkehrlichen Entwick-
lung diese Netze weiter zu optimieren. Die dazu erf orderlichen Maßnahmen sol-
len vor dem Hintergrund der noch zu formulierenden gesamtstädtischen Ziele
entwickelt werden.
Nicht zufriedenstellend ist in Teilen die überregionale Anbindung der Stadt Müns-
ter an die Ballungsräume. Dies gilt insbesondere fü r den Schienenfernverkehr.
VEP Münster 2025
62……
5. Kraftfahrzeugverkehr
5.1 Fließender Kraftfahrzeugverkehr
5.1.1 Verkehrsbelastungen
Auf dem Hauptverkehrsstraßennetz der Stadt Münster werden an einem norma-
len, durchschnittlichen Werktag ca. 530.000 Fahrten mit Kraftfahrzeugen durch-
geführt. Die Abbildung 26 zeigt in fünf Klassen, wi e sich dieses Verkehrsauf-
kommen verteilt und welche Querschnittsbelastungen dabei in den einzelnen
Straßenabschnitten auftreten.
Straßen mit einer Belastung von bis zu 5.000 Kfz/24 h (gelb dargestellt) können
innerhalb des VEP-Straßennetzes im Allgemeinen als verkehrlich unproblema-
tisch angesehen werden. In der Regel reicht die vor handene Verkehrsinfrastruk-
tur aus, um diese Verkehrsströme staufrei abwickeln zu können.
Straßenzüge mit Querschnittsbelastungen zwischen 5. 000 Kfz/24h und 20.000
Kfz/24h, sind dagegen schon deutlich differenzierte r zu untersuchen. Auch wenn
diese Verkehrsstärken in der Regel noch weitgehend unproblematisch auf einem
zweistreifigen Querschnitt abgewickelt werden können, muss doch aus Sicht der
Verkehrsentwicklungsplanung langfristig sichergeste llt werden, dass diese Stra-
ßen des VEP-Netzes die Ansprüche hinsichtlich Verke hrssicherheit, Leistungsfä-
higkeit, Lärmbelastungen, Schadstoffbelastungen auch in Zukunft erfüllen.
Ein Großteil des Verkehrsaufkommens wird insgesamt auf wenigen Straßen ge-
bündelt. Die Straßen mit einer Verkehrsbelastung vo n über 20.000 Kfz/24h soll-
ten in Regel vierstreifig ausgebaut sein, um entspr echend hohe Verkehrsbelas-
tungen mit ausreichenden Qualitäten abwickeln zu kö nnen. Inwieweit die Ver-
kehrsbelastungen der Wolbecker Straße, der Warendor fer Straße, der Moltke-
straße, der Siemensstraße oder des Kaiser-Wilhelm-R inges funktional abgewi-
ckelt werden können, muss im Detail geprüft werden.
Innerhalb eines Stadtgebietes übernehmen die Hauptv erkehrsstraßen allerdings
nicht nur die Abwicklung des Motorisierten Individu alverkehrs. Vielmehr müssen
im gleichen Maße die Ansprüche der übrigen Verkehrs teilnehmer und auch die
Ansprüche, die sich den Randnutzungen ableiten lass en, berücksichtigt werden.
Nicht zuletzt sind viele Hauptverkehrsstraßen auch Wohnstandorte für zahlreiche
VEP Münster 2025
…….63
Bürgerinnen und Bürger. Aus dieser Nutzungsvielfalt ergeben sich zwangsläufig
Konflikte innerhalb einzelner Straßenabschnitte oder ganzer Straßenzüge.
Abbildung 26 Verkehrsbelastungen [Kfz/24h] im VEP-S traßennetz (Stand 2008,
siehe auch Anlage 7 im Anhang)
VEP Münster 2025
64……
5.1.2 Fazit
In den sich anschließenden Bearbeitungsstufen des V erkehrsentwicklungsplanes
Münster 2025 werden die voraussichtlichen Entwicklu ngen der Verkehrsbelas-
tungen innerhalb des VEP-Netzes sowie der geplanten und beschlossenen Er-
weiterungen aufgezeigt werden müssen. Dabei ist zu bewerten, inwieweit die
Ansprüche der übrigen Verkehrsteilnehmer und auch die Ansprüche, die sich den
Randnutzungen ableiten lassen, angemessen berücksic htigt werden. Nicht zu-
letzt sind viele Hauptverkehrsstraßen auch Wohnstan dorte für zahlreiche Bürge-
rinnen und Bürger. Hier werden insbesondere auch di e Ergebnisse der verkehr-
lich-funktionalen Bewertung Hinweise auf mögliche K onflikte liefern. Im Abgleich
sind daraus letztlich geeignete Maßnahmen zu entwickeln.
5.2 Ruhender Kraftfahrzeugverkehr
5.2.1 Vorbemerkungen
Das Parkraumkonzept für die Altstadt und den Hbf-Be reich von Münster wurde
mit dem Zielhorizont 2010 im Jahr 2003 beschlossen [4]. In dem Fachbeitrag
Parkraumkonzept sind alle Fragestellungen um das Th ema „Ruhender Verkehr“
gebündelt. Geltungsbereich sind die Altstadt und der Bereich Hauptbahnhof.
5.2.2 Parkraumbedarf
Mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Ansatz wurd e im Jahr 1993 der Stell-
platzbedarf für die Altstadt und den Hbf-Bereich im Auftrag der Stadt Münster
durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg ermittelt. Abgelei-
tet von den bestehenden kleinräumigen Nutzungen (Wo hnen, Büro, Einzelhandel
etc.) wurde von der GfK mit einer für die Marktfors chung genutzten mikrogeogra-
phischen Datenbank der Stellplatzbedarf der Altstad t und des Hbf-Bereichs mit
einer Größenordnung von 6.000 Stellplätzen berechne t. Die von der GfK durch-
geführte Stellplatzerhebung für das Jahr 1993 ergab ca. 7.300 Stellplätze für die
Altstadt und den Hbf-Bereich im öffentlich zugängli chen Parkhäusern, Tiefgara-
gen, Parkplätzen und im Straßenraum. Das Zusatz-Ang ebot vordringlich im Be-
reich des Hindenburgplatzes mit ca. 1.300 Stellplät zen kompensiert nach der
GfK-Analyse die nicht standortbezogene Verteilung d er Stellplätze in der Altstadt
mit Defiziten im Wesentlichen im südlichen Bereich der Altstadt.
VEP Münster 2025
…….65
Mit dem Ziel, eine bedarfsgerechtere Verteilung der Stellplatzkapazitäten zu er-
halten, und als Reaktion auf die größeren städtebau lichen Entwicklungen wie die
Münster Arkaden und die Stubengassenbebauung hat de r Rat der Stadt Münster
im Jahr 2003 das „Parkraumkonzept Münster 2010“ beschlossen.
Als Maßnahmen des beschlossenen Parkraumkonzeptes w urden in den letzten
Jahren das Parkhaus Engelenschanze, die provisorisc he Parkpalette Ge-
orgskommende und das Parkhaus Münster Arkaden gebau t. Im Bau befinden
sich das Parkhaus Asche und die Tiefgarage unter d em Projekt Stubengasse,
die das angrenzende und zukünftig entfallende Westf alen-Parkhaus ersetzt. Un-
ter Berücksichtigung der realisierten und absehbare n städtebaulichen Entwick-
lungen definiert das beschlossene Parkraumkonzept e inen Zielbedarf an Park-
möglichkeiten im Bereich der Altstadt/Hbf-Bereich für das Prognosejahr 2010 von
ca. 7.800 Stellplätzen, die gut erreichbar am Rande des ersten Tangentenringes
realisiert werden und das Stellplatzdefizit im Süde n ausgewogener berücksichti-
gen sollen.
Abbildung 27 Zielkonzept Parkraumangebot 2015
VEP Münster 2025
66……
Die nachfolgende Grafik zeigt die Stellplatzentwick lung der Altstadt/Hbf-Bereich
von 1993 bis heute und als Prognose die im Bau befi ndliche Tiefgarage Stuben-
gasse, die Umnutzung des benachbarten Parkhauses We stfalen und das eben-
falls im Bau befindliche Parkhaus Asche.
Das beschlossene „Parkraumkonzept Münster 2010 Alts tadt/Hbf-Bereich“ aus
dem Jahre 2003 wird derzeit aktualisiert und an die zwischenzeitlich erfolgten
Beschlüsse (Einstellung der Planungen zur Tiefgarag e Ludgeriplatz) und neue
städtebauliche Entwicklungen angepasst. Der schon m it dem Parkraumkonzept
2003 definierte Zielhorizont von ca. 7.800 Stellplätzen für die Altstadt/Hbf-Bereich
soll aber auch mit der Aktualisierung weiterhin Bestand haben.
Parkraumangebot im Bereich Altstadt/ Hbf
1993 bis 2008 Gesamt und
Prognose
7.300
7.463 7.466 7.450
7.508 7.501
7.550
7.850
7.067
6.600
6.800
7.000
7.200
7.400
7.600
7.800
8.000
1993 2002 2003 2004 2005 2006 2007 20… 20…
Jahre
PH Engelenschanze
PP Georgskommende
- P Stubengasse
+ Ph Ms-Arkaden
- PH "Westfalen"
+ PH Stubengasse
PH Asche
Abbildung 28 Stellplatzentwicklung und Prognose für die Altstadt/Hbf-Bereich
5.2.3 Stellplatzverteilung in der Altstadt/Hbf-Bere ich
Grundvoraussetzung für eine gute Akzeptanz von Park häusern/Parkplätzen ist
neben einer guten Anfahrbarkeit mit dem Kraftfahrze ug und der Qualitäten der
Parkmöglichkeiten (Parkplatz/Tiefgarage/Parkhaus, Beleuchtung, Rampenbereite
etc.) eine gute fußläufige Erreichbarkeit der anges trebten Ziele. Als fußläufige
Entfernung vom Parkhaus/Parkplatz zum Besuchsziel ( bei Wegeketten für das
erste Ziel) wird üblicherweise von den Nutzern ein Fußweg von 300 bis 400 Me-
VEP Münster 2025
…….67
ter akzeptiert. Bei längeren Fußwegen nimmt bei der Mehrzahl der Nutzer die
Akzeptanz stark ab und es wird ein anderes Parkhaus /Parkplatz genutzt, auch
wenn dies eine längere Anfahrt mit dem Kraftfahrzeu g bedeutet. In Bild
Abbildung 29 sind die Einzugsbereiche der in 2008 b estehenden und im Bau
befindlichen größeren Parkhäuser und Parkplätze dar gestellt. Es wird deutlich,
dass die Einzugsbereiche der bestehenden Parkhäuser und Parkplätze die Park-
raumnachfrage in der südlichen Altstadt (Ludgeristr aße, Marienplatz) und zum
Teil in den nordöstlichen Bereich der Altstadt (Sal zstraße) bisher (qualita-
tiv/quantitativ) nur unzureichend abdecken.
Die Analyse und Beurteilung der Nutzungen und Anfah rmöglichkeit von den
Hauptzufahrtstraßen sowie die städtebauliche Situat ion lässt eine Einteilung in
vier Innenstadtbereiche zu:
• Bereich A: Südliche Altstadt mit den Einzugsbereic hen Ludgeristraße - Kö-
nigstraße- Hammer Straße ...
• Bereich B: Nördliche Altstadt mit dem Einzugsberei ch der 1. Nordtangente
und Einkaufsbereich Salzstraße - Drubbel - Spiekerhof ...
• Bereich C: Westliche Altstadt mit dem Hindenburgpl atz – Georgskommen-
de – Universitätsbereich Schloss/Domplatz
• Bereich D: Hauptbahnhofsbereich (östliche Altstadt )
Schon 1993 hat die GfK in diesen vier Parkbereichen eine unausgewogene, teil-
weise nicht nachfragegerechte räumliche Verteilung der öffentlichen Stellplätze
festgestellt. Ein Schwerpunkt des Parkraumkonzeptes 2010 war deshalb, eine
ausgewogenere und bedarfsgerechtere Verteilung zu e rzielen. Erste Erfolge sind
hier auch z.B. mit der Eröffnung des neuen Parkhaus es Engelenschanze und
dem im Bau befindlichen Parkhaus Asche erreicht wor den, eine ausgewogenere
Verteilung wird aber bei der aktuellen Fortschreibu ng des Parkraumkonzeptes
weiter einen Schwerpunkt bilden. Bei annähernd glei cher räumlicher Größe der
drei Bereiche südliche, nördliche und westliche Alt stadt verfügt der westliche
Sektor der Altstadt (Hindenburgplatz) mit ca. 3.000 Stellplätzen insgesamt und
davon ca. 2.200 Stellplätzen in Parkhäusern/Tiefgar agen und auf größeren Park-
plätzen über ein deutlich größeres Angebot im Vergl eich zum südlichen Sektor
mit ca. 1.900 Stellplätzen insgesamt und davon ca. 1.200 Stellplätze in Parkhäu-
VEP Münster 2025
68……
sern/Tiefgaragen und auf größeren Parkplätzen. Glei chzeitig liegen die Schwer-
punkte der Einzelhandelsnutzung im südlichen Bereic h mit der Ludgeristraße,
Prinzipalmarkt, Stubengasse und der Salzstraße mit dem angrenzenden nördli-
chen Sektor.
Abbildung 29 Stellplatzangebot Altstadt/Hbf - heute und geplant
5.2.4 Parkraumauslastung
Von den öffentlich zugänglichen ca. 5.700 Stellplät zen sind 4.300 Stellplätze in
den Parkhäusern und auf größeren Parkplätzen an das Parkleitsystem der Stadt
Münster angeschlossen.
Im städtischen Parkleitsystem sind für jedes angesc hlossene Parkhaus/Parkplatz
für alle Tage im Jahr die Tagesganglinien abgespeic hert. Die an das städtische
Parkleitsystem angeschlossenen wichtigen Parkhäuser und Tiefgaragen weisen
an Werktagen von Montag bis Donnerstag in dem für d en Einzelhandel interes-
VEP Münster 2025
…….69
santen Zeitbereich von 10:00 bis 17:00 Uhr eine Aus lastung von ca. 75 Prozent
auf. An Freitagen ergibt sich in den Nachmittagsstu nden eine geringfügig höhere
Auslastung. An Samstagen kann in dem maßgeblichen Z eitbereich von 10:00 bis
16:00 Uhr von einer Vollauslastung gesprochen werden.
Abbildung 30 Parkraumauslastung (Tagesganglinie)
Die Monate zeigen, abgesehen vom Dezember und den M onaten mit den Som-
merferien, annähernd gleiche Auslastungsganglinien. Die Sommermonate in der
Ferienzeit weisen eine unterdurchschnittliche Ausla stung auf und der Monat De-
zember mit dem hohen Besucheranteil durch den Vorwe ihnachtsverkehr nahezu
ein Vollauslastung.
5.2.5 Bewohnerstellplätze
Entsprechend des Parkraumkonzeptes Innenstadt und e rgänzender Beschlüsse
ist eine 50%ige Bewirtschaftung der vorhandenen Ste llplätze im öffentlichen
Straßenraum mit Ausweisung von Sonderparkrechten fü r Bewohner in der Alt-
stadt/Hbf-Bereich und in den vom Pendlerdruck betro ffenen angrenzenden in-
nenstadtnahen Wohngebieten fast flächendeckend real isiert. Gleichzeitig wurde
sichergestellt, dass Handwerker und ortsansässige G ewerbetreibende Ausnah-
megenehmigungen für ihre Geschäftsfahrzeuge auf Antrag erhalten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die auch in der Abbi ldung 31 räumlich aufgeführ-
ten Bewohnerstellplätze in den Parkzonen und ausgeg ebenen Sonderparkbe-
rechtigungen jeweils für den Stand 10.2008.
Parkraumauslastung 2007 Samstag
Vergleichswert Innenstadt in Prozent
7 10
22
60
92
99 99 99 97
92
79
57
36
28
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
07:00 08:00 09:00 10:00 11:00 12:00 13:00 14:00 15:00 16:00 17
:00
18:00 19:00 20:00
Uhrzeit
-Angaben in % -
Parkraumauslastung 2007 Montag - Donnerstag
Vergleichswert Innenstadt in Prozent
8 12
26
52
72
77 74 71 72 73 70
59
43
30
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
07:0
0
08:00 09:00 10:00
11:0
0
12:00 13:00 14:00
15:0
0
16:00 17:00 18:00
19:0
0
20:00
Uhrzeit
-Angaben in % -
VEP Münster 2025
70……
Parkzone A Martiniviertel 297 473
Parkzone B Aegidiiviertel 175 304
Parkzone C Innenstadt 263 657
Parkzone D Bahnhofviertel 57 201
Parkzone E Univiertel 336 585
Summe 1.128 2.220
Ausgewiesene
Bewohner-Stellplätze
im Straßenraum
Ausgegebene
Parkausweise
in der Zone
Tabelle 8 Verhältnis Bewohnerstellplätze zur ausgeg eben Parkausweisen in
den Parkzonen
Es wird deutlich, dass in den Parkzonen Martinivier tel (A), Aegidiiviertel (B) und
Hindenburgplatz/Georgskommende näherungsweise auf z wei ausgestellte Son-
derberechtigungen ein ausgewiesener Bewohnerstellplatz kommt. Die Parkzonen
Domplatz/Ludgeristraße/Stubengasse (C) und Hauptbah nhof (D) weisen eine
noch schlechtere Verteilung auf. Hier ist jedoch zu beachten, dass Bewohner mit
den ausgestellten Sonderberechtigungen auch auf Ste llplätzen mit Parkuhren
und Parkscheinautomaten parken dürfen.
Die hohe Diskrepanz zwischen ausgewiesenen Flächen für Bewohnerstellplätze
im öffentlichen Straßenraum und die Zahl der ausgeg ebenen Parkausweisen für
Anwohner zeigt, dass nach wie vor eine Bedarfsdecku ng der Parkraumnachfrage
der Bewohner in der Altstadt nur zum Teil möglich i st, aber auch im begrenzt
nutzbaren Straßenraum nur zum Teil weiter verbesser t werden kann. Hier müs-
sen die Bewohner und Gewerbetreibende verstärkt auf die Parkhäuser verwiesen
werden.
VEP Münster 2025
…….71
Abbildung 31 Bewohnerparkregelung in der Altstadt ( Stand: 2008)
5.2.6 Behindertenstellplätze
In der Abbildung 32 ist die räumliche Verteilung de r Behindertenstellplätze dar-
gestellt. Abgesehen vom bestehenden Defizit im Bere ich Aegidiistraße und der
oberen Salzstraße wurde mit den ausgewiesenen Behin dertenstellplätzen eine
räumlich annähernd gleichmäßige Verteilung im Unter suchungsgebiet Alt-
stadt/Hbf-Bereich erreicht. Bedarf an zusätzlichen Behindertenstellplätzen wird in
enger Kooperation mit der Kommission zur Integratio n von Menschen mit Behin-
derungen im geringeren Umfang noch im Bereich Aegid iimarkt, Drubbel und
Theater gesehen.
VEP Münster 2025
72……
Abbildung 32 Behinderten – Stellplätze in der Innen stadt (Stand: 2008)
5.2.7 Parkgebühren
Die Parkgebühren wurden vom Rat einheitlich beschlo ssen, sie sind in zwei Zo-
nen gestaffelt. In der Zone 1 (innerhalb der Promen ade) gilt im Wesentlichen
eine Parkgebühr von 0,60 € je halber Stunde an Park uhren und Parkscheinau-
tomaten, außerhalb dieser Zone 0,25 €. Die öffentli ch zugänglichen Parkhäu-
ser/Tiefgaragen haben sich größtenteils an diese Ta rife angeglichen und erhe-
ben häufig eine Gebühr von 1,20 € je Stunde. Die de taillierten Parkgebühren der
Parkhäuser/Tiefgaragen und größeren Parkplätze könn en im Internet auf fol-
gender Seite http://www.stadt-muenster.de/parkleitsystem eingesehen werden.
VEP Münster 2025
…….73
Abbildung 33 Parkgebührenzone in der Innenstadt vo n Münster
5.3 Fazit
Zum Teil mit konkretisierenden Einzelbeschlüssen wu rden die Grundsatzbe-
schlüsse in den letzten Jahren realisiert bzw. befi nden sich in der Umsetzung. Im
Rahmen einer Aktualisierung wird durch die Verwaltu ng derzeit eine Fortschrei-
bung des Parkraumkonzeptes für die Innenstadt vorbe reitet, um die zwischen-
zeitlich erfolgten Veränderungen kompakt wieder in einem Fachbeitrag zu bün-
deln. Im Rahmen der weiteren Stadtplanung ist zu en tscheiden, inwieweit das
öffentliche Parkraumangebot im Bereich Hindenburgpl atz, Georgskommende
und am Hauptbahnhof aktualisiert werden soll. Mit d em fortgeschriebenen Park-
raumkonzept soll das öffentliche Parkraumangebot bis 2015 definiert werden.
Das Parkraumkonzept beschäftigt sich vordringlich m it der Innenstadt, da hier
der größte Handlungsbedarf für eine geordnete und i n die Verkehrsentwick-
lungsplanung integrierte Parkraumplanung für den Kraftfahrzeugverkehr gesehen
wird. In den Stadtteilen und den Außenbereichen wir d durch die anderen Struktu-
ren kein Bedarf gesehen, abgesehen von einer Parkra umbewirtschaftung zu
Gunsten von Kurzzeitparkern an lokalen Einkaufsbere ichen, die Stellplatzsituati-
on durch Maßnahmen eines Parkraumkonzeptes zu steuern.
VEP Münster 2025
74……
6. Öffentlicher Nahverkehr
6.1 Fahrgastnachfrage
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden von Münster anern und Auswärtigen ins-
gesamt 181.700 Fahrten/Tag zurückgelegt. Davon entf allen ca. 25.000 Fahrten
auf den Schienenfernverkehr. Etwa 156.700 Fahrten/T ag werden mit dem Schie-
nenpersonennahverkehr und dem Stadt-/Regionalbusver kehr im Nahverkehr
zurückgelegt. Davon erfolgen 101.800 ÖPNV-Fahrten/T ag innerhalb des Stadt-
gebietes (Binnenverkehr).
Der überwiegende Anteil der Fahrgäste (92.600 Fahrg äste/Tag) wird im Binnen-
verkehr auf den Stadtbuslinien der Stadtwerke, 6.80 0 Fahrgäste werden auf den
Regionalbuslinien und 3.400 Fahrgäste auf den Schienenstrecken befördert.
Von den täglich 54.900 Fahrten im Stadt-Umlandverke hr entfallen auf den SPNV
42.500 und auf den Regionalverkehr 12.400. Etwa 25 % aller SPNV-Fahrgäste
nutzen vor bzw. nach ihrer Fahrt mit dem SPNV eine Stadtbuslinie der Stadtwer-
ke Münster. Bei den Regionalbuskunden nutzen ca. 3. 500 Fahrgäste vor-
her/nachher eine Stadtbuslinie.
Stadtwerkebusverkehr Schienenverkehr Summe
Schnellbuslinien RegioBus-Linien
Fahrgäste/Tag Fahrgäste/Tag Fahrgäste/Tag Fahrgäste/Ta g Fahrgäste/Tag
Binnenverkehr 92.600 - 5.800 3.400 101.800
Stadt-Umland-Verkehr - 6.800 5.600 42.500 54.900
Fernverkehr - - - 25.000 25.000
Summe 92.600 6.800 11.400 70.900 181.700
Nahverkehr
Regionalbusverkehr
Tabelle 9 Fahrgastnachfrage ÖPNV, SPNV und Schienen personenfernverkehr
Die Verkehrsverflechtungen in Münster sind aufgrund der Stadtstruktur sehr stark
radial von den Außenstadtteilen auf die Innenstadt gerichtet. Entsprechend ist
auch die ÖPNV-Netzstruktur. Kennzeichnend für Münst er sind die ausgeprägten
Korridorverkehre. Als ÖPNV-Korridore im Stadtgebiet werden die Achsen zwi-
schen dem Zentrum und den Außenstadtteilen bezeichn et, die von mindestens
zwei Stadtbuslinien bedient werden, die durch ihre fahrplantechnische Verknüp-
fung im Korridor einen 10´-Takt, den CITY TAKT, bie ten. Es gibt 8 dieser ÖPNV-
VEP Münster 2025
…….75
Korridore in Münster: Albersloher Weg, Hammer Straß e, Weseler Straße, Gie-
venbeck, Kinderhaus, Coerde, Warendorfer Straße und Wolbecker Straße.
Insgesamt werden die Stadtbuslinien von 92.600 Fahr gästen/Werktag genutzt.
Mit täglich mehr als 13.000 Ein- und Aussteigern is t der Hauptbahnhof die wich-
tigste Haltestelle im Stadtgebiet, gefolgt von den Haltestellen Altstadt/Bült mit
mehr als 8.000 sowie Aegidiimarkt mit ca. 5.000 Ein - und Aussteigern. Abbildung
34 zeigt die Fahrgastverteilung im ÖPNV-Netz der Stadt Münster.
Abbildung 34 Fahrgastnachfrage 2007
VEP Münster 2025
76……
6.2 Erfolgsfaktoren
In den letzten 25 Jahren ist der ÖPNV-Anteil der Mü nsteraner im Binnenverkehr
(SV/ÖV) stetig angestiegen, von 6,6 % im Jahr 1982 auf ca. 11 % in 2001 (1994:
9,5 %) mit z. T. noch deutlich höheren Anteilen in den Korridoren (bis ca. 30 %).
Dieses entspricht einem guten Anteil für einen nahezu ausschließlich mit Bussen
betriebenen ÖPNV.
Maßgeblich für diesen Erfolg sind u. a. die folgenden Faktoren:
• die Ausweitung des ÖPNV-Angebotes: Taktverdichtung en, Erschließung
neuer Wohn- und Gewerbegebiete, Einführung des Nach tbussystems, tarif-
liche Maßnahmen, Einführung von Sondertarifen (Seme sterticket, Jobti-
cket, Gemeinschaftstarif Bus-Schiene…),
• die Ausweitung des Liniennetzes: Einführung eines flächendeckenden Li-
niennetzes mit 20-Minuten-Takt in den Außenstadttei len und 10-Minuten-
Takt auf den Achsen, Einführung des Nachtbussystems 2001,
• die Verbesserung der Kundeninformation: Einrichtun g einer Mobilitätsbera-
tung – mobilé 1998, EDV-gestützter Informations- un d Auskunftsdienst –
Fahrplanauskunft EFA, Internetauftritt der Stadtwer ke, Dynamische Fahr-
gastinformation FIS, NRW-weite Verkehrshotline,
• die Verbesserung der Fahrplansicherheit und der Re isezeit: Einrichtung
von Bussonderspuren mit einer Gesamtlänge von 10 km ), Busbeeinflus-
sung der Lichtsignalanlagen (120 von 273 LSA mit Fu nk-Bake-Technik),
Einrichtung und Umbau von Bushaltestellen (520 von 1050 Haltestellen mit
Wartehalle), Einführung eines Stadtexpress und
• die Verbesserung des Fahrzeugstandards: Niederflur technik, Ausrüstung
mit Katalysatoren und Rußfiltern.
6.3 Entwicklungen
6.3.1 Strukturelle Rahmenbedingungen
In der jüngeren Vergangenheit und aktuell haben vor allem die Änderung der
finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen die Planung und Ausgestaltung
des ÖPNV massiv beeinflusst. Mit der Perspektive 20 25 sind zudem der demo-
graphische Wandel, die siedlungs- und funktionsstru kturellen Veränderungen
VEP Münster 2025
…….77
sowie die Konkurrenzsituation zum motorisierten Individualverkehr zu berücksich-
tigen.
Der in der Bundesrepublik festzustellende demograph ische Wandel ist gekenn-
zeichnet durch langfristig schrumpfende Bevölkerung szahlen und eine Zunahme
älterer Menschen. Die Ausprägung dieser grundsätzli chen Tendenzen ist aller-
dings im Vergleich Ost/West, Stadt/Land aber auch k leinräumig sehr unter-
schiedlich. Für Münster und das Münsterland ist von einer leicht positiven Bevöl-
kerungsentwicklung auszugehen. Im gesamtdeutschen Vergleich steigt der Anteil
der „Alten“ (Altersgruppe > 60) in Münster nur mod erat. In der für den Schüler-
verkehr relevanten Altersklasse 10 bis unter 18 Jah ren ist für Münster von einer
nahezu konstanten Entwicklung auszugehen. Gleiches gilt für die Altersklasse
der Berufstätigen zwischen 18 und 60 Jahren. Allerd ings sind für die 18 bis 30
Jährigen deutliche Zuwächse festzustellen während d er Anteil der 30 bis 60 Jäh-
rigen stark rückläufig ist.
Durch die Wohnbaulandentwicklung im Umland und der Stärkung der oberzent-
ralen Funktion Münsters ist strukturell von einem w eiteren Anstieg des Stadt-
Umlandverkehrs vor allem bei den Berufspendlern aus zugehen. Zusätzliche Ar-
beitsplätze sollten im Stadtgebiet aufgrund der vor handenen Flächenpotenziale
vor allem in den Gewerbegebieten, kurz- bzw. mittel fristig vor allem. im Gewer-
begebiet Loddenheide, entstehen. Eher langfristig i st die Ausweisung von 57 ha
Industrie- und Gewerbeflächen im Hansa-BusinessPark im Stadtteil Amelsbüren
geplant. Für den Einkaufsverkehr ist nach dem Einze lhandelskonzept der Stadt
Münster von einer Stärkung der Innenstadt und der S tadtteilzentren auszugehen.
Überdurchschnittliche Zuwächse in der Wohnbevölkeru ng sind mittelfristig vor
allem mit der Realisierung der Baugebiete in den Au ßenstadtteilen Wolbeck und
Roxel zu erwarten. Im Kernstadtbereich ist dagegen ein Rückgang der Wohnbe-
völkerung zu verzeichnen.
Im Konkurrenzverhältnis PKW-ÖPNV wird aufgrund der steigenden Ölpreise der
ÖPNV zunehmend Fahrgäste gewinnen können. Auf der S uche nach einer preis-
lich kalkulierbaren und bezahlbaren Mobilität sind die Menschen zunehmend be-
reit, ihre gewohnten Lebensweisen zu ändern und auc h, positiv im Sinne des
ÖPNV (Arbeitszeiten), zu flexibilisieren. Bereits h eute ist im Berufsverkehr vor
allem bei den Berufspendlern eine Änderung in der V erkehrsmittelwahl zu erken-
nen. Gegenüber 2007 sind auf vielen Regionalbus und -bahnlinien die Fahrgast-
VEP Münster 2025
78……
zahlen um über 20% gestiegen. Im Stadtbussystem Mün ster weist der Berufsver-
kehr die höchsten Steigerungsraten auf. Von 2005 au f 2007 ist der Anteil am
Gesamtaufkommen von 25% auf 27% gestiegen. Das ents pricht einem Zuwachs
von ca. 3.000 Fahrgästen pro Werktag.
6.3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen des ÖPNV werden d urch die EU vorgege-
ben. Die im Dezember 2007 beschlossene EU-Verordnung 1370/2007 zur Durch-
führung von Personenverkehrsdiensten ermöglicht gru ndsätzlich die so genannte
Inhouse-Vergabe unter Wahrung der „vier EuGH-Kriter ien“. Mit der Absicht, die
Qualität und Quantität des Stadtbusverkehrs in Müns ter zu sichern und die Quer-
verbundfinanzierung des ÖPNV beihilferechtskonform fortzuführen, hat die Stadt
Münster von diesem Instrument Gebrauch gemacht und die Stadtwerke Münster
am 18.06.2008 mit der Durchführung des ÖPNV bis 201 7 betraut. Zentrales Ele-
ment des Betrauungsvertrages ist ein Restrukturieru ngsplan, der die Wirtschaft-
lichkeit des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Münster verbessert und das Defizit
des ÖPNV reduziert. Grundlage für die Betrauung und die Restrukturierungs-
maßnahmen ist der gültige Nahverkehrsplan. Damit is t eine breite Mitgestaltung
des ÖPNV in Münster durch Politik und Verwaltung auch zukünftig sicher gestellt.
Die strategischen Aussagen zur Entwicklung des ÖPNV und des SPNV in Müns-
ter/im Münsterland sind im Detail in den entspreche nden Fachplänen enthalten.
Aktuell gültig sind der 2. Nahverkehrsplan Stadt Mü nster [5] und der 2. Nahver-
kehrsplan SPNV Münsterland [20]. Dennoch werden im Verkehrsentwicklungs-
plan im Sinne einer integrierten Gesamtverkehrsplan ung grundsätzliche Aussa-
gen zur Entwicklung des Öffentlichen Personennahver kehrs getroffen. Als somit
übergeordneter Plan bestimmt er mit einem Zeithoriz ont 2025 das Leitbild und
den Rahmen für die zukünftige Entwicklung des ÖPNV im Stadtgebiet. Der Nah-
verkehrsplan, als rechtliche Grundlage für die Ausg estaltung des ÖPNV, orien-
tiert sich an den Vorgaben des VEP.
6.3.3 Fahrgastnachfrage
Aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklung und vor allem bzgl. der
zukünftigen Entwicklung der Treibstoffpreise lassen sich folgende Rückschlüsse
auf die Entwicklung der Fahrgastnachfrage ziehen:
VEP Münster 2025
…….79
Durch den weiter steigenden Ölpreis suchen vor alle m Berufspendler (weite An-
reise, hoher Spritverbrauch, hohe Kosten, ggf. Absc haffung eines Pkw) die Alter-
native zum Pkw im ÖPNV. Dies bedeutet eine steigend e Fahrgastnachfrage im
Stadt-/Umlandverkehr und eine Zunahme auf den ÖV-Ac hsen im Stadtgebiet, die
arbeitsplatzintensive Bereiche erschließen. Zudem w ird die Fahrgastnachfrage
zur Hauptverkehrszeit weiter zunehmen. Allerdings k ann dabei, aufgrund des
Kostendrucks, eine gewisse Flexibilität (gleitende Arbeitszeiten) und Änderungs-
bereitschaft angenommen werden.
Im Binnenverkehr Stadt Münster dürfte aufgrund der Verfügbarkeit, der Reisewei-
ten und der Infrastruktur die Alternative zum PKW v or allem im Radverkehr ge-
sucht werden. Erfahrungsgemäß wird dann witterungsb edingt von etwa Oktober
bis April auf den ÖPNV umgestiegen.
Auch wenn der Anteil der „Alten“ in der demografischen Entwicklung für Münster
nur moderat ansteigt, gewinnt er im ÖPNV im Verglei ch zu den anderen Alters-
gruppen, die nahezu stabil bleiben, zunehmend an Bedeutung.
Aufgrund des Rückgang der Wohnbevölkerung im Kernst adt- und erweiterten
Kernstadtbereich und der Zunahme der Wohnbevölkerun g in den Außenstadttei-
len, hier vor allem Wolbeck und Roxel, ist von eine r steigenden Fahrgastnachfra-
ge von den Außenstadtteilen in den Kernstadtbereich (Stärkung der Einzelhan-
delsfunktion) auszugehen.
Insgesamt ist im Hinblick auf den demografischen Wa ndel in Münster und im
Münsterland keine gravierende Änderung des Fahrgast aufkommens bzw. der
Fahrgastverteilung zu erwarten. Fahrgastzugewinne l assen sich vor allem auf-
grund der sich zugunsten des ÖPNV entwickelnden Kon kurrenzsituation ÖV-IV
und aufgrund der siedlungsstrukturellen Entwicklung ableiten. Über-
durchschnittliche Zuwächse sind vor allem für den B erufsverkehr, den Stadt-
/Umlandverkehr und auf den Hauptachsen des ÖPNV im Stadtgebiet zur erwar-
ten.
6.3.4 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Unterne hmen
Demgegenüber ist die Entwicklung der wirtschaftlich en Rahmenbedingungen
eher kritisch zu beurteilen. Die wirtschaftliche Si tuation des ÖPNV ist einerseits
durch steigende Fahrgeldeinnahmen aufgrund der zu e rwartenden Fahrgaststei-
gerungen gekennzeichnet. Andererseits bedingen stei gende Benzinpreise und
VEP Münster 2025
80……
Tariferhöhungen einen Anstieg der Betriebskosten. M ittelfristig beeinträchtigen
auch die weitergehenden Kürzungen der Zuschüsse für die Schüler- und
Schwerbehindertenbeförderung die wirtschaftliche Si tuation des ÖPNV. ÖPNV-
Verkehre, deren Defizit im Rahmen der Querverbundfi nanzierung eines kommu-
nalen Energieversorgers abgedeckt wird, werden durc h die Liberalisierung auf
den Energiemärkten und den zunehmenden Wettbewerb i ndirekt belastet. Zu-
dem erfordert die Konsolidierung der städtischen Ha ushalte von den kommuna-
len Unternehmen eine zumindest gleich bleibend hohe , nach Möglichkeit stei-
gende, Gewinnausschüttung. Häufig wird dabei auch e ine Reduzierung des
ÖPNV-Defizits gefordert.
Die steigenden Dieselpreise, Tariferhöhungen, Kürzung der Zuschüsse sowie die
Konsolidierung der städtischen Haushalte lassen den Kostendruck weiter stei-
gen. Der Restrukturierungsplan des Verkehrsbetriebe s der Stadtwerke, der er-
gänzend zum Betrauungsakt erarbeitet wurde, reagier t auf diese Umstände und
zielt, vor allem mit internen Maßnahmen, auf eine V erbesserung des wirtschaftli-
chen Ergebnisses ab. In Anbetracht der zur erwarten den Fahrgaststeigerung und
des steigenden Kostendrucks, stellt sich aber vorra ngig die Frage nach der zu-
künftigen Gestaltung und dem Umfang des Bedienungsangebotes.
6.4 Auswirkungen auf die Gestaltung des Angebotes
Durch die Vorgaben der Nahverkehrsplanung (20’-Takt für die Außenstadtteile,
300m Einzugsradius, werktags Bedienung bis 2.00 Uhr am Wochenende durch-
laufen) wird ein „flächen- und zeitdeckend“ hoher q uantitativer und qualitativer
Standard im Stadtbussystem gesetzt. In Räumen und Z eiten einer schwächeren
Fahrgastnachfrage bedingen diese „flächen- und zeit deckenden“ Standards eine
vergleichsweise schlechte Auslastung des Bedienungs angebotes. Diese, über
den Nahverkehrsplan nachzuweisende Überkapazitäten, sollen zukünftig zielge-
richteter, entsprechend den Zeiten und Achsen wo Fa hrgaststeigerungen zu er-
warten sind, eingesetzt werden.
6.5 Fazit
Grundsätzliche Strategie und Zielsetzung für die zu künftige Angebotsgestaltung
im ÖPNV ist die nachfragegerechte Optimierung und A npassung des Bedie-
nungsangebotes. Überkapazitäten sollen abgebaut und das Angebot der räum-
lich und zeitlich unterschiedlichen Fahrgastnachfra ge angepasst werden. Mit die-
VEP Münster 2025
…….81
ser Strategie kann zielgerichtet und kostenneutral auf die zu erwartenden Fahr-
gastzuwächse reagiert und der Anteil des ÖPNV am Mo dal Split ausgebaut wer-
den.
Bei der Anpassung des Bedienungsangebotes sollen in den Räumen und Zeiten
einer schwachen Fahrgastnachfrage verstärkt alternative Bedienungsformen zum
Einsatz kommen. Taktverdichtungen und das Linienang ebot vor allem für ver-
gleichsweise aufkommensschwache Außenstadtteile sin d zu überprüfen. Dage-
gen soll das Fahrtenangebot für die aufkommensstark en Achsen und Bedie-
nungszeiten, für die weitere Fahrgaststeigerungen z u erwarten sind, ausgebaut
werden. In der Punkt-Punkt-Verbindung zwischen den Außenstadtteilen und dem
Zentrum soll das SPNV-Angebot – auch zur dezentrale n Verteilung der Berufs-
pendler – eingebunden werden. Die geplanten Haltepu nkte Roxel und Mecklen-
beck bieten dazu gute Voraussetzungen.
Bei der nachfrageorientierten Optimierung und Anpas sung des Bedienungsan-
gebotes sollen die zentralen Merkmale der Qualität und Quantität des ÖPNV er-
halten bzw. weiterentwickelt werden. Neben der Qual ität der Fahrzeuge, des
Fahrpersonals und der Infrastruktur (Fahrweg und Ha ltestelle) zählen dazu im
Hinblick auf die Merkbarkeit bzw. die Angebotsdicht e sowie im Hinblick auf die
Qualität der Erschließung und der Erreichbarkeit der
• 20-minütige Grundtakt der Stadtbuslinien,
• mindestens 10’-Takt für alle Korridore und die auf kommensstarken Außen-
stadtteile,
• 300-400m Einzugsbereich (verdichtete Bereiche), fu ßläufige Erreichbarkeit
der Haltestellen für eine zunehmend älter werdende Bevölkerung und
Fahrgäste und die
• Sicherstellung der zentralen Erreichbarkeit der Al tstadt und des Haupt-
bahnhofs. In diesem Zusammenhang ist zu überprüfen , ob zur Entlastung
der Bahnhofstraße und des Bülts der Hindenburgplatz als vierte Altstadthal-
testelle etabliert werden kann.
Neben dem „klassischen“ Bedienungsangebot wie Linie netz, Takte, Produkte
und Bedienungszeiträume ist auch der Tarif und insb esondere die Tarifstruktur
mit dem Zielhorizont 2025 weiterzuentwickeln. Im Hi nblick auf die Konkurrenzsi-
VEP Münster 2025
82……
tuation zum PKW muss sich, vor dem Hintergrund weit er steigender Treibstoff-
preise, der ÖPNV grundsätzlich als kostengünstige u nd kalkulierbare Alternative
zum MIV verstehen. Tarifanpassungen können anders a ls Preissteigerungen im
MIV deutlich moderater und vor allem kalkulierbarer ausfallen. Für die Entwick-
lung des Stadt-/Umlandverkehrs kommt dem Fortbestan d des regionalen Jobti-
cket eine besondere Bedeutung zu. Durch eine preisl ich attraktive Gestaltung
kann der ÖPNV bei den Berufspendlern seinen Anteil am Modal-Split weiter aus-
bauen. Zielgruppenspezifische Tarifangebote sind au ch im Hinblick auf die de-
mografische Entwicklung erforderlich.
VEP Münster 2025
…….83
7. Radverkehr
7.1 Vorbemerkungen
Münster blickt heute auf über 60 Jahre Radverkehrsf örderung zurück. In all die-
sen Jahren hat der Radverkehr zugenommen. Die Verke hrsmittelwahl der müns-
teraner Bevölkerung ist seit 1982 von 29,2 % auf 37 ,6 % Radverkehr (2007) ge-
stiegen. Damit ist der Radverkehr so hoch wie nie z uvor und hat erstmalig die
Werte des Kraftfahrzeugverkehrs überschritten (36,3 %).
7.2 Ausgangslage
Die Basis für diese Radverkehrsentwicklung bildeten drei Aspekte:
• die Kleinteiligkeit der Stadt mit der radfahrerfre undlichen Topografie,
• die Anlage von Radwegen entlang der Hauptverkehrss traßen,
• die autofreie Promenade um die Altstadt mit einer Verteilerfunktion für Rad-
fahrer.
Diese drei Basisaspekte wurden weiter entwickelt un d zu einer Radverkehrs-
Systemplanung gefördert.
Diese Systemplanung ist vernetzt; als Primärnetz
• ist die ringförmige Promenade ein Bindeglied zwisc hen den Radwegen an
Hauptverkehrsstraßen und der freien Durchfahrt der Altstadt und hat eine
Verteilerfunktion für den Radverkehr
und als Sekundärnetz
• ist die Feinverteilung innerhalb aller Wohngebiete (Tempo-30-Zonen)
Münsters gegeben mit der Anbindung an das Primärnetz
In den 80iger und 90iger Jahren wurden Maßnahmen un d Sonderreglungen des
Radverkehrs erprobt und eingeführt. Sie zeichnen da s Münstersche Radver-
kehrsnetz aus und sind Bestandteil der Systemplanung:
• „Unechte Einbahnstraßen“ (weitestgehend flächendec kend)
• Fahrradstraßen als Konzept zur Integration in das Radsystem
• flächendeckend Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten
VEP Münster 2025
84……
• Freigaben für den Radverkehr (wo möglich) bei Sack gassen, Diagonalsper-
ren, Abbiegegeboten für den Kfz-Verkehr
• Bordsteinabsenkungen für Radfahrer niveaugleich mi t der Fahrbahn (heute
wieder mit 0,5 cm Anschlag)
• Bus und Rad auf einer Spur als gemeinsame Nutzung, bzw. als Radweg
mit Freigabe für Busse (beides in Abhängigkeit zum Querschnitt der Fahr-
bahn)
• freie Durchfahrt für Radfahrer in der Innenstadt m it Reduzierung des ru-
henden Kfz-Verkehrs zugunsten des ruhenden Radverkehrs
• Fußgängerzonen, die unter bestimmten Auflagen für Radfahrer frei sind
• ein Fahrradabstellkonzept für die Innenstadt mit g roßen Fahrradabstellplät-
zen für verschiedene Ziele am Eingang der Stadt und vielen kleinen Fahr-
radstellplätze direkt am Ziel
• Fahrradkurzparkzonen im Bahnhofsumfeld, für die Re glung des ruhenden
Radverkehrs der Pendler (heute aus rechtlichen Grün den nicht mehr exi-
stent)
• die Fahrradstellplatzsatzung für die Errichtung vo n Neubauten und wesent-
lichen Nutzungsänderungen von baulichen Anlagen, be i denen Radverkehr
zu erwarten war; (seit 2000 gilt die Richtzahlenlis te als Bemessungsgrund-
lage für den Stellplatznachweis nach § 51 BauONW)
• die größte Radstation Deutschlands in Münster mit 3300 Fahrradparkplät-
zen
• Angebote für Münsters Hausbesitzer (und Architekte n), bei der Planung
von Fahrradabstellplätzen behilflich zu sein und un ter bestimmten Vorraus-
setzungen kostenlose Flächen im öffentlichen Straße nraum zur Verfügung
zu stellen
• Bike&Ride Anlagen als systemische Vernetzung mit w eiteren Verkehrsar-
ten (Bahn, Bus, Auto mit Radverkehr); als wichtiges Vor- und Nachtrans-
portmittel mit sicheren Fahrradabstellanlagen in Fo rm von Fahrradkäfigen,
Boxen und überdachten Fahrradständer, sowie die Ein richtung von Mobil-
stationen
VEP Münster 2025
…….85
• die erste Fahrradwegweisung mit 12 Routen – abseit s von Hauptverkehrs-
straßen - von den Stadtteilzentren in die Innenstadt
• Öffentlichkeitsarbeit durch begleitende Untersuchu ngen zu verkehrstechni-
schen Neuerungen im Radverkehr (Erfahrungen aus der Erprobung innova-
tiver Maßnahmen flossen in die Novellierung der Str aßenverkehrsordnung
1997 ein); Kongresse und Fachtagungen in Münster zu Themen des Rad-
verkehrs, Betreuung internationaler Besuchergruppen , Aktions- und Infor-
mationstage rund ums Rad, Wettbewerbe, Broschüren, Flyer und Poster
• „mobilé“ als Service-Zentrum für clevere Verkehrs nutzung für alle Ver-
kehrsarten
• Titel und Ehrungen: „Fahrradfreundlichste Stadt De utschlands“, als Ergeb-
nis einer Befragung der Verbraucherzeitschrift Test (1997)
7.3 Aktuelle Programme
Mit der Jahrtausendwende expandierte die Einstellun g zur Wertigkeit des Rad-
verkehrs. Die Bedeutung für Deutschland spiegelte s ich im 1. Nationalen Rad-
verkehrsplan (2002 - 2012) wieder. Nachhaltigkeit u nd Potentiale des Fahrrad-
verkehrs in verkehrs-, umwelt-, gesundheits- und wi rtschaftspolitischer Hinsicht
sollten weiter für ein fahrradfreundliches Deutschl and vorangebracht werden.
Münster war in der Vorreiterrolle, denn keine Stadt hatte zu diesem Zeitpunkt
diese messbare Akzeptanz des Radverkehrs.
Münster selbst schritt weiter voran und
• entwickelte einen neuen Fahrradstadtplan mit einem ganz neuen Konzept,
das die Radverkehrsplanung als Systemplanung darstellte.
• formulierte erstmals in der Fortschreibung des Flä chennutzungsplanes
Zielkonzepte für den Radverkehr mit verbindlichem C harakter, wie das
Schließen von Lücken im Radverkehrsnetz, den Ausbau bestehender Inf-
rastruktur nach neuesten Standards, eine gute Radve rkehrsinfrastruktur in
Neubaugebieten, die Verbesserung der Fahrrad-Parksi tuation und mehr
Verkehrssicherheit für Radfahrer.
• nahm im Jahr 2003 am EU-Modellprojekt BYPAD teil. In der Folge entwi-
ckelte sich ein Handlungsleitfaden mit dem Zukunfts blick bis 2010 für die
VEP Münster 2025
86……
Bereiche Ausbau und Unterhaltung der Radverkehrsinf rastruktur, Ver-
kehrssicherheit, Kommunikation, Information und Service.
• holte Titel, wie den Livecom award als lebenswerte ste Stadt der Welt
(2004), wurde Bundeshauptstadt im Klimaschutz (1997 und 2006), gewann
den Deutschen Fahrradklimatest und wurde Fahrradhau ptstadt (2003 und
2005 - wie auch schon 1991, ADFC und BUND).
• nahm Brennpunkte des Fahrradparkens unter die Lupe mit dem Ziel, die
Belange des Fahrradparkens gleichwertig mit anderen gestalterischen oder
Nutzungsansprüchen in die Abwägung einzubeziehen. T atsächlich wurden
Fahrradparkplätze reduziert zugunsten wachsender Au ßengastronomie,
oder aufgrund von Um- und Neubauten.
• realisierte einen Kongress mit dem Titel „Fahrradp arken als Instrument der
Fahrradförderung im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit“;
wesentliche Inhalte waren: quantitative und qualita tive Anforderungen,
rechtliche Instrumente und mögliche verbindliche Zielvorgaben.
• förderte den Fahrradtourismus. Heute liegt der Wir tschaftsfaktor jährlich bei
über einer Million Radtouristen und ca. 290 Million en Euro. 6000 Arbeits-
plätze können direkt und indirekt durch den Fahrrad tourismus gesichert
werden.
• ließ einen „Leitfaden zur Radverkehrssignalisierun g“ erarbeiten, um die
besonderen Anforderungen an die Radverkehrssignalis ierung durch richtli-
nienkonforme Anwendung und ein einheitliches Ersche inungsbild zu
verbessern.
• entwickelte ein einheitliches Beschilderungssystem , welches zur bundes-
weiten Anwendung empfohlen und in NRW als amtliche Wegweisung ein-
geführt wurde.
• feierte das große Abschlussfest des landesweiten R adverkehrsnetzes
NRW auf dem Domplatz. 395 Städte und Gemeinden in N RW waren in ei-
nem landesweiten Radverkehrsnetz miteinander verbunden. Münster selbst
konnte 245 km tangential und sternförmig vernetzte Fahrradwegweisung
vorweisen mit mehr als 10 touristischen Routen.
VEP Münster 2025
…….87
• arbeitet seit 15 Jahren aktiv in allen Ebenen der AGFS (Arbeitsgemein-
schaft Fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kre ise in NRW) mit und
trug bis heute maßgeblich zur Entwicklung und Förderung des Radverkehrs
bei.
• gründete 2007 die Ordnungspartnerschaft Verkehrsun fallprävention mit
dem Fokus auf Sicherheit und Unfallreduzierung. Vie r Arbeitskreise sind tä-
tig in den Bereichen Durchführung und Überwachung, Bau- und Verkehrs-
technik, Erziehung, Öffentlichkeitsarbeit.
• führte eine Radrevision durch, um Ein- und Abbiegv orgänge / Furten ent-
lang der Hauptverkehrsstraßen erkennbarer und somit sicherer zu gestal-
ten, entwickelte Musterblätter für alle Varianten u nd begann 2008 mit der
Umsetzung.
7.4 Wertung, Ausblick und Handlungsfelder
Durch die nachweislichen Erfolge der Förderung des Radverkehrs als umfassen-
de Systemplanung lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten:
• immer, wenn wir konsequent – mit Ausdauer, Geduld und Beharrlichkeit –
in Münster etwas zur Radverkehrsförderung beigetrag en und umgesetzt
haben, dann erfolgte auch ein Schub im Radverkehr ( einige Beispiele sind:
„die Öffnung der Altstadt für den Radverkehr“, fläc hendeckend Tempo-30-
Zonen mit vielen Maßnahmen zur freien Durchfahrt fü r Radfahrer). Halten
wir also diese konsequente Absicht aufrecht und tun alles dafür, gehen mit
Zielen und Vorhaben weiter und klar in die Handlung , wird als Folge der
Radverkehr weitere Wachstumsschübe haben mit der Zi elvorgabe bis zu
45%.
Auch wenn die Systemplanung sehr weit fortgeschritt en ist, zeigen sich im Hin-
blick auf Konsequenz und Qualitätssicherung Defizit e in verschiedenen Berei-
chen. Sie werden zu neuen Handlungsfeldern.
Konsequenz in der Umsetzung zur Fahrradförderung bedeutet zukünftig:
• eine Dimensionierung von Radwegen in Abhängigkeit zur Verkehrsmenge.
Die Breite von Radwegen ist dem Verkehrsaufkommen e ntsprechend zu
planen und umzusetzen
VEP Münster 2025
88……
• Fahrradabstellangebote sind entsprechend dem Radve rkehrsaufkommen
zu dimensionieren. An zentralen Zielpunkten (Hauptb ahnhof, Altstadt) wer-
den Fahrradstationen und andere öffentliche Fahrrad abstellanlagen ge-
plant.
• Rechtlich gibt es keine Möglichkeiten für verbindl iche Richtzahlen und auch
keine Reglementierung bezüglich des Abstellens von Fahrrädern auf Fuß-
gängerverkehrsflächen. Hier sind Vorstöße erforderl ich, um Fahrradparken
geordnet lenken zu können (Beispiele sind: Bahnhof, Altstadt, Wohngebie-
te).
• Politische Absichtserklärungen für neue Fahrradabs tellkonzepte sind not-
wendig. Dies könnte eine Untersuchung zur Realisier ung einer vernetzten
Planung von attraktiven kostenlosen Fahrradparkhäus ern und Radstatio-
nen in der Altstadt sein (mit der Option, auch die stadtnahen Wohngebiete
einzubeziehen), die für eine umsetzbare Funktionali tät auch Personalkos-
ten mit trägt und die Teilaspekte, wie beispielswei se Fahrradparken für Be-
rufstätige oder Kurzzeitparker einbezieht. Neue Lös ungsansätze für knapp
bemessen Stadträume mit großer Nutzungsvielfalt drä ngen auf Entwick-
lung.
• Fahrradstraßen als Netzkonzept weiter realisieren; von den geplanten 26
Fahrradstraßen sind bis heute erst 15 umgesetzt. Di e konsequente Umset-
zung des Gesamtkonzeptes ist erforderlich, wie auch die systembezogene
Weiterentwicklung und Neuplanungen von Fahrradstraßen.
• die Prioritätenliste des Arbeitsprogramms Radwegeb au (aus dem Jahr
2000) mit ursprünglich 71 Maßnahmen umzusetzen. 32 Maßnahmen die-
ses Programms sind planerisch abgeschlossen, davon 14 realisiert; zusätz-
lich zum Programm wurden noch 20 weitere Maßnahmen geplant, davon
wurden 9 umgesetzt. In der Summe sind 52 Maßnahmen geplant und da-
von 23 realisiert; 29 Maßnahmen sind fertig geplant und warten auf Umset-
zung. Es gibt einen Realisierungsstau – es wird meh r Geld für den Bau von
Radverkehrsmaßnahmen benötigt
• Das gilt auch für den Bau von Radwegen an Landesst raßen. „Bürgerrad-
wege“ sollen helfen, Netzlücken im Radwegenetz durc h bürgerschaftliche
Unterstützung zeitnäher zu realisieren.
VEP Münster 2025
…….89
Abbildung 35 Fahrradstraßen in Münster (Stand 2008)
Konsequenz in der Qualitätssicherung zur Fahrradförderung bedeutet zukünftig:
• das vorhandene Radverkehrssystem entsprechend pfle gen und erhalten
(zum Beispiel in den Bereichen von Baustellen, im G rünschnitt, in der Re-
gulierung von Straßenschäden, Straßenoberfläche, Re inigung und Winter-
dienst, Markierungen und Beschilderungen usw.).
• Anpassung der Querschnitte an neue Radverkehrsmeng en (Beispiel: die
Radwege an der Hammer Straße müssten breiter dimensioniert werden).
VEP Münster 2025
90……
• einfach verständliche Signalisierung für Radfahrer / Verkehrsteilnehmer;
• qualitativ hochwertige Angebote für Fahrradparker in Abhängigkeit zum
Standort und zur Art der Nutzung.
Konsequenz in der Öffentlichkeitsarbeit zur Fahrradförderung bedeutet zukünftig:
• Wissensvermittlung, Schulung, Austausch und achtsa mes Miteinander als
lebensbegleitende Themen, die jeden immer betreffen und als Entwick-
lungspotential höchste Priorität haben.
• mehr Sicherheit für Radfahrer durch Unfallpräventi on. Die vier Bausteine
sind: Überwachung, Bau- und Verkehrstechnik, Verkeh rserziehung und
Verkehrssicherheitsberatung und Öffentlichkeitsarbeit
• weiche Faktoren, wie den Nutzen des Internets in V erbindung zur Be-
wusstseinsbildung (zum Beispiel in Schulen, an der Uni, in der Wirtschaft),
wie auch alle anderen öffentlichkeitswirksamen Medien einzusetzen.
• neue Personenkreise motivieren und gewinnen durch gezielte Kampagnen
(zum Beispiel. „wir in Münster setzen Zeichen“, oder „wir in Münster achten
auf Radfahrer“, oder „wir in Münster sind umsichtig “, „Radfahren, ein Heil-
mittel in Bewegung“ usw.)
• Schulung und Sicherheit in Verbindung zum Alter (z um Beispiel im Kinder-
garten mit den Eltern, in der Grundschule mit den L ehrern, in den weiter-
führenden Schulen als Chance die erwachsenen Verkeh rsteilnehmer von
morgen zu erreichen, in den Fahrschulen, in den Fir men, für unsere älteren
Mitbürger usw.)
• in Gruppen zusammen kommen für Brainstorming, um n eue Themenfelder
aufzubereiten (zum Beispiel mit Ärzten, Studenten u nd mit Krankenkassen,
mit Professoren und Studenten aus dem verkehrtechni schen Bereich, aber
auch aus der Kunstszene oder dem Fahrradhandel usw.).
• den Wirtschaftsfaktor weiter herausarbeiten, durch begleitende Untersu-
chungen; (vergleichbar mit dem Auftrag von 93 „Das Fahrrad im Einkaufs-
verkehr“, zum Beispiel „Welchen Vorteil hat der Ein zelhandel durch Rad-
fahrer und wie kann er dies gewinnbringend einsetzen“)
VEP Münster 2025
…….91
• Unterstützung AKÖA (Arbeitskreis Öffentlichkeitsar beit der Arbeitsgemein-
schaft fahrrad-freundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V.)
• begleitende Untersuchungen und Forschungsarbeit in Auftrag geben, um
aus dem Fehlverhalten der Radfahrer zu lernen hin z u konstruktiven Lö-
sungen (zum Beispiel „Radfahren in falscher Richtun g“, „Freigabe für Rad-
fahrer im Uhrzeigersinn“, „Radwegebenutzungspflicht“, „Sicherheitsabstand
beim Parken/Gehweg“, die Entwicklung „fachspezifischer Aktionen“ im Hin-
blick auf Unfallursachen, „über das Fehlverhalten v on Radfahrern – Er-
kenntnisse und Lösungsansätze“ usw.).
Konsequenz in der Mobilität als Konzept für die Ver kehrsteilnehmer bedeutet
zukünftig:
• den demografischen Wandel genau zu verfolgen; mit zunehmendem Alter
gewinnt auch das Thema der Nahmobilität größere Bed eutung. Synergie-
potentiale durch vernetzte Mobilitätskonzepte könnt en wichtige Ansatz-
punkte zur angepassten Mitgestaltung des demografis chen Wandels bie-
ten.
• die generationsgerechte und Menschengerechte Stadt - der Mensch als
das Maß der Dinge - rücken in den Vordergrund, auch in Verbindung zum
immer komplexer werdenden Zusammenleben der Gesells chaft: „Alter, Pa-
radigmenwechsel, Klima, Energie, steigende Kosten, ärmere Gesellschaft,
hohe Mobilität“.
• Werte wie Selbstbestimmung und hohe Eigenmobilität bis ins Alter in Ziel-
findungen zu berücksichtigen, mit angepassten Verkehrsangeboten und inf-
rastrukturellen Einrichtungen.
• Umwelt- und Flächenfaktoren mit ins Boot nehmen fü r nachhaltige Ver-
kehrsplanung.
• ehrenamtliche Tätigkeiten von Bürgern mit Fachkomp etenzen und hohem
Interesse vermehrt mit einbeziehen (erste Erfolge h aben sich bereits bei
der Umsetzung von Radwegen gezeigt; im Aufbau ist e in Projekt zur Un-
terhaltung der Wegweisung, „Münster bekennt Farbe“ führte zum Erfolg,
Ordnungshilfskräfte in der Innenstadt unterstützen die Gemeinschaft, Fahr-
radhändler unterstützen kostenlos die Lichtaktion in Münster).
VEP Münster 2025
92……
7.5 Fazit
Die Nutzung des Fahrrads zur Sicherstellung von Mob ilität kann nicht hoch ge-
nug eingestuft werden. Der hohe Radverkehrsanteil i st Hauptverursacher von
Freiräumen für den Kfz-Verkehr. Er ist Flächen spar end. Radverkehr ist zu 100%
der Umwelt dienlich, ist ökologisch sinnvoll, leben serhaltend mit nachhaltiger
Wirkung; hier liegt weiteres Entfaltungspotential. Radverkehr ist gesundheitsför-
dernd; Entwicklung ist auf individuell anzupassende Weise für alle Altersgruppen
möglich. Er spielt im Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Tourismusfaktor für Müns-
ter und das Münsterland eine bedeutende Rolle mit w achsenden Möglichkeiten.
Und die optimalen Bedingungen für Nahmobilität, Nah versorgung und Naherho-
lung sind bereits angelegt und können weiter ausgeb aut werden. Auch der
Kommunikationsfaktor in Verbindung zur Lebensfreude und dem Erholungswert
(Stressreduktion und vermehrte Lebensfreude durch B ewegung) spielen bereits
eine wesentliche Rolle in Münster. Entfaltung ist m öglich. All dies sind Gründe,
das konstruktive, partnerschaftliche Verhalten im V erkehr weiter voran zu schie-
ben, Radverkehr konsequent zu fördern und somit zu steigern.
Der Wandel vollzieht sich auf vielen Ebenen. Überge ordnete und in die Radver-
kehrsplanung einwirkende Faktoren sind: Mensch, Sta dtgeschichte und (Fahr-
rad-) Kultur, Urbanität und Lebensqualität, Demogra fie und Mobilität, Finanzen,
Dienstleistung und Politik, Flächenverbrauch und Kl imaschutz, Sicherheit und
Schulung, Information und Kommunikation.
Der Zeitgeist fordert erweiterte und klare politisc he Vorgaben mit der Konse-
quenz neue Leitbilder auch umzusetzen. Globale Entw icklungen fordern uns auf
zu handeln. Münster ist auf dem richtigen Weg und d arf nicht außer Acht lassen,
dass Stagnation im Radverkehr nicht nur Rückschritt bedeuten würde, sondern
sogar mit Verfall gleichzusetzen ist. Deshalb nochm als der Hinweis, dass Fahr-
radverkehr spürbar zur Leistungsfähigkeit des Gesam tverkehrssystems und zur
Reduzierung der Verkehrsbelastung beiträgt. Das Rad bietet mit geringen Mitteln
eine sehr hohe Wirkung; ganz nebenbei auch im Berei ch der persönlichen Kos-
tenersparnis und im Verkehrsbereich.
Zusammenfassend zeichnen sich drei Themenkreise bes onders ab. Hier liegt
großes Potential zur Radverkehrsförderung mit dem E rfolg einer weiteren Steige-
rung des Radverkehrs in einer Größenordnung von gewünschten 45%.
VEP Münster 2025
…….93
A. Mobilität als Konzept
• demografischer Wandel und Nahmobilität
• die generationsgerechte Stadt Münster
• Alter – Selbstbestimmung - Eigenmobilität
• Umwelt und Fläche für nachhaltige Verkehrsplanung
• Bürgerkompetenz nutzen
B. Öffentlichkeitsarbeit
• Wissensvermittlung und Schulung
• Sicherheit und Unfallprävention
• Weiche Faktoren / öffentlichkeitswirksame Medien
• Neue Personenkreise gewinnen + motivieren
• Altersabhängige Schulung und Sicherheit
• Brainstorming – neue Themenfelder
• Wirtschaftsfaktor Fahrrad ausbauen
• Unterstützung des AKÖA /AGFS
• Begleitende Untersuchung und Forschung
C. Infrastruktur und Betrieb
• Dimensionierung von Radwegen - Verkehrsmengen
• Fahrradparken / Dimensionierung – Verkehrmengen / Recht
• Fahrradparken / Nutzung
• Konzept Fahrradstraßen
• Prioritätenliste Arbeitsprogramm
• Radverkehrssystem pflegen und erhalten
• Querschnitte und Radverkehrsmengen
• Signalisierung
VEP Münster 2025
94……
8. Fußgänger und Nahmobilität
8.1 Vorbemerkungen
Unter Nahmobilität wird ganz allgemein die individu elle, nichtmotorisierte Mobili-
tät im räumlichen Nahbereich, vorzugsweise zu Fuß u nd mit dem Fahrrad, aber
auch mit anderen nicht motorisierten Verkehrsmittel n (z.B. Inliner, Kickboards,
Skateboards) verstanden. Dabei sollen insbesondere für Kinder, Senioren und
Familien (infra-)Strukturen geschaffen werden, die es diesen Personengruppen
ermöglicht, sich gerne und vor allem sicher in der Stadt zu bewegen. Attraktive
Straßenräume und wohnungsnahe Versorgungs- und Erho lungsangebote sind
wesentliche Elemente zur Förderung der Nahmobilität.
Das zu Fuß gehen stellt dabei die ureigenste und um weltverträglichste Form
menschlicher Mobilität dar. Auf den Fußgänger als s chwächsten Verkehrsteil-
nehmer - insbesondere Kinder und Senioren haben ein en überproportionalen
Anteil an Fußgängerwegen - ist besonders Augenmerk zu richten. Der Fußgän-
ger bildet das Rückgrat eines menschen- und umweltv erträglichen Verkehrssys-
tems.
Mit dem Konzept Fußgänger- und Radfahrerfreundliche Altstadt ist im Jahr 1983
ein großer Schritt zur Verbesserung der Verhältniss e für den Fußgängerverkehr,
vor allem in der Innenstadt, getan worden. Die Umse tzung wurde 1999 einge-
stellt.
Es bedarf in den nächsten Jahren weiterer Anstrengu ngen, um das Gehen als
umweltfreundlichste und vor allem für Kinder wichti gste Fortbewegungsart, be-
sonders in den an die Innenstadt angrenzenden und i n den äußeren Stadtbezir-
ken, weiter zu fördern.
Bundesweit ist festzustellen, dass der Fußgängerver kehr rückläufig ist. Wurden
im Jahr 1970 noch etwa 34 % aller täglichen Wege zu Fuß zurückgelegt, waren
es in 2002 nur noch etwa 23 % (vgl. Abbildung 36).
VEP Münster 2025
…….95
34%
28%
25%
23%
1970 1989 1994 2002
Abbildung 36 Anteil Fußwege am Modal-Split in Städt en [23]
Dieser allgemeine Trend ist auch in Münster zu beob achten. Die Haushaltsbefra-
gungen zum Verkehrsverhalten der Münsteraner Bevölk erung zeigen auch hier
eine starke Abnahme des Fußgängeranteils bei den tä glichen Wegen. Dabei ist
bemerkenswert, dass der Anteil traditionell immer u nterhalb des Bundesdurch-
schnitts liegt. Dies ist nicht zuletzt darin begründet, dass Münster über einen sehr
hohen Radverkehrsanteil verfügt, der deutlich über dem Bundesdurchschnitt
liegt. Dennoch ist der rückläufige Trend (vgl. Abbi ldung 37) Anlass genug, im
Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung Maßnahmen un d Strategien zur Stär-
kung dieser Verkehrsart zu entwickeln.
25,0%
21,2% 21,5%
13,4%
15,7%
1982 1990 1994 2001 2007
Abbildung 37 Fußgängerverkehrsanteile der Münsteran er [10, 11, 12, 13 und 14]
VEP Münster 2025
96……
Wesentliche Ursachen für rückläufige Fußgängeranteile sind die dezentrale Sied-
lungsentwicklung und die gleichzeitige Zunahme der Motorisierung, die Schüler-
freifahrten, aber auch die Konkurrenzierung durch a ndere Verkehrsarten. In
Münster ist in diesem Zusammenhang insbesondere die große Bedeutung des
Radverkehres auch bei sehr kurzen Wegen zu berücksi chtigen. Schon in der
Entfernungsklasse bis 2 Kilometer, hat der Radverke hr einen Anteil von fast 48
%.
8.2 Zielsetzung
Ziel der stadtverträglichen und umweltorientierten Verkehrsplanung ist es, durch
geeignete Förderungsmaßnahmen für den Fußgängerverk ehr dessen Wegean-
teil wieder zu erhöhen.
Hier gilt es insbesondere kurze Wege, die bislang m it Kraftfahrzeugen zurückge-
legt werden, wieder für den Fußgänger attraktiv zu gestalten. Dabei kann unter-
stellt werden, dass Wege bis zu einer Dauer von etw a 20 Minuten, das entspricht
einer Entfernung je nach Gehgeschwindigkeit von etw a 1,5 bis 2 Kilometern, für
Fußgänger interessant sind. Der Wegeanteil in diese r Entfernungsklasse beträgt
in Münster etwa 43,4 %, das sind 465.000 Wege und F ahrten/Tag. Innerhalb
dieser Entfernungsklasse werden immerhin noch 13,2 % der Fahrten (61.000
Fahrten/Tag) mit dem Kraftfahrzeug zurückgelegt.
Kfz 61.210 13,2%
Bus+Bahn 36.955 8,0%
Fahrrad 220.919 47,6%
Fuß 145.160 31,3%
Summe 464.243 100,0%
0 bis 2 km
Tabelle 10 Modal-Split im Entfernungsbereich bis 2 Kilometer [14]
Wesentlich für eine fußgängerfreundliche Stadt ist ein flächendeckendes und
sicheres Fußwegnetz, das es allen Bevölkerungsgrupp en ermöglicht, auf kürzes-
tem Weg attraktive Ziele zu erreichen. Der Fußgänge r soll ohne Umwege zu al-
len wichtigen Einrichtungen seiner nächsten Umgebun g gelangen können. Dazu
zählen: Schulen, Kindergärten, Parkanlagen, Spielpl ätze, Sportanlagen, Bäder,
VEP Münster 2025
…….97
Einrichtungen der medizinischen Versorgung, Kirchen , Geschäfte, Postämter,
Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, etc.
8.3 Fazit
Als ein Baustein des Umweltverbundes hat der Fußgän gerverkehr in Münster
eine wichtige Funktion. Offensichtlich ist aber, da ss die Potenziale die Entfer-
nungsbereich von 0 bis 2 km liegen noch nicht ausre ichend ausgeschöpft wer-
den.
In den folgenden Bearbeitungsstufen des Verkehrsent wicklungsplanes sind
Maßnahmen zu entwickeln, die diesen Verkehrsträger stärken. Dabei ist neben
der Erreichbarkeit von Zielen auf möglichst kurzen Wegen auf eine verbesserte
Durchlässigkeit von Siedlung- und Industriegebieten, das störungsfreie Gehen im
Innenstadtbereich (Fußgängerzonen), den Abbau von B arrieren (z.B. Querung
von übergeordneten Verkehrsanlagen) und die Möglich keit der Schaffung von
Wegen entlang von Wasserläufen und "Grünen Achsen" zu achten. Traditionelle
Fußwege sind grundsätzlich zu erhalten und schrittw eise auszubauen. Auf vor-
handenen Wegen aufbauend soll ähnlich dem Radverkeh rsnetz ein zusätzliches,
vom Straßennetz unabhängiges Wegenetz für den Fußgängerverkehr entstehen.
Ein spezielles Augenmerk ist in Münster auch auf da s Fahrradparken zu richten,
das in vielen Fällen in der Innenstadt aber auch in den innenstadtnahen Wohn-
gebieten auf den Gehwegen geschieht. Dies führt tei lweise zu vermeidbaren Be-
hinderungen, die das zu Fuß gehen unnötig erschwere n. Es kann davon ausge-
gangen werden, dass mit geordnetem Fahrradparken au ch die Attraktivität für
Fußgänger gesteigert werden kann. Auch so kann ein Beitrag zu einem höheren
Fußgängeranteil innerhalb des Umweltverbundes geleistet werden.
VEP Münster 2025
98……
9. Stadt-Umland-Verkehr
9.1 Vorbemerkungen
In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Stadt-Uml and-Verkehr rasant - ins-
besondere im Vergleich zum innerstädtischen Verkehr – entwickelt. Waren es
1982 noch täglich ca. 100.000 Pendler die nach Müns ter kamen, davon ca.
23.000 mit dem regionalen ÖPNV und dem Schienenpers onenverkehr, ist die
Zahl der täglich die Stadtgrenze überschreitenden P endler inzwischen auf ca.
186.000 angestiegen.
Auch betrug der Modal-Split betrug 1982 etwa 75 % K fz-Verkehr zu 25 % Ver-
kehrsmittel des Umweltverbundes. Inzwischen sank de r Modal-Split bei den
Pendlern auf nur noch 19,1 % im Bereich des Umweltverbundes.
Insgesamt führt der Pendlerverkehr dazu, dass sich der Modal-Split bezogen auf
das Gesamtverkehrsaufkommen in Münster in den verga ngenen Jahren leicht
zur Kraftfahrzeugnutzung hin verschoben hat. Eine E ntwicklung, die in einem
erheblichen Maße für die wachsenden Verkehrsproblem e der Stadt Münster ver-
antwortlich ist.
9.2 Infrastruktur
Die zentralörtliche Stellung Münsters zeigt sich im historisch gewachsenen Ver-
kehrsgefüge, das insbesondere gekennzeichnet ist du rch radial aus der Region
auf Münster zulaufende Netze der Verkehrsträger Straße und Schiene.
Mit acht auf Münster zulaufenden Schienenstrecken s tellt Münster einen Eisen-
bahnknoten dar, der die Verbindung zwischen dem Obe rzentrum Münster und
etlichen der umliegenden Mittel- und Grundzentren h erstellt. Über Hauptstrecken
sind die Oberzentren der weiteren Umgebung an Münst er angebunden, zum Bei-
spiel Osnabrück oder Dortmund.
VEP Münster 2025
…….99
Abbildung 38 Verkehrliche Anbindung Münsters ans Mü nsterland
Das Straßennetz zeigt eine gute Anbindung der im nä heren Umland gelegenen
Mittelzentren über die Bundesstraßen nach Münster ( zum Beispiel Steinfurt, Gre-
ven, Warendorf). Einige Mittelzentren sind über die Autobahnen A 1 und A 43 mit
der Stadt Münster verbunden (zum Beispiel Dülmen, L engerich) oder über eine
Kombination aus Bundesstraße und Autobahn (zum Beis piel Coesfeld, Lüding-
hausen). Die nahegelegenen Grundzentren sind in der Regel über gut ausgebau-
te Landesstraßen an die Stadt Münster angebunden (z um Beispiel Everswinkel,
Sendenhorst), einige aber auch über Bundesstraßen ( zum Beispiel Altenberge,
Senden, Telgte).
9.3 Verkehrsaufkommen im Stadt-Umland-Verkehr
9.3.1 Kraftfahrzeugverkehr
Im Jahr 2001 wurden an den 25 am Stadtrand gelegene n Zählstellen insgesamt
253.000 Kfz-Fahrten erfasst, 2007 waren es 282.000 Kfz-Fahrten (jeweils
DTVw). Dies entspricht einer Zunahme von 11,3 %.
VEP Münster 2025
100……
Gut zwei Drittel dieser Kfz-Fahrten werden über ach t Einfallstraßen mit mehr als
10.000 Kfz/24h abgewickelt, und zwar über den Zubri nger zur A 43, die Steinfur-
ter Straße und Warendorfer Straße, den Schifffahrte r Damm, die Freckenhorster
und die Sprakeler Straße, die Westfalenstraße sowie die Havixbecker Straße.
Bei einem durchschnittlichen Besetzungsgrad von 1,3 Personen je Fahrzeug im
Stadt-Umland-Verkehr macht das für die Zählung in 2 007 insgesamt 366.600
Kfz-Personenfahrten je 24 h an einem Durchschnittsw erktag. Die Haushaltsbe-
fragung 2007 hat ergeben, dass die Münsteraner werk täglich 66.200 Kfz-
Personenfahrten zurücklegen, bei denen die Stadtgre nze überschritten wird. Das
bedeutet, dass die verbleibenden stadtgrenzenübersc hreitenden Kfz-Personen-
fahrten von Auswärtigen unternommen werden und dies e folglich 300.400 Kfz-
Personenfahrten an einem Durchschnittswerktag Richt ung Münster und zurück
unternehmen. An diesen Einfallstraßen waren zwische n 2001 und 2007 erhebli-
che Zunahmen an Kfz-Fahrten zu verzeichnen, jeweils zwischen 2 % und 40%.
Abbildung 39 Einfallstraßen > 10.000 Kfz/24h, 2001 und 2007 [13, 14]
VEP Münster 2025
…….101
9.3.1.1 Spitzenstundenwerte
Die Zählungen in 2007 haben ergeben, dass die Morge nspitze der an den ein-
zelnen am Stadtrand gelegenen Zählstellen zwischen 7.00 Uhr und 8.00 Uhr
liegt, also zu einer Zeit, zu der der Großteil der Berufstätigen nach Münster ein-
pendelt. Die Anteile der Morgenspitze am Tagesverke hr je Zählstelle liegen zwi-
schen 5,5 % und 12,7 %. Im Durchschnitt beträgt der Anteil der Morgenspitze am
Tagesverkehr 9,0 %.
Der Beginn der Abendspitze schwankt an den einzelne n Zählstellen, setzt aber
überwiegend gegen 16.30 Uhr ein, wenn der Berufsver kehr wieder stadtauswärts
fließt. Die Anteile der Abendspitze am Tagesverkehr liegen zwischen 8,4 % und
11,0 %. Im Durchschnitt beträgt der Anteil der Aben dspitze am Tagesverkehr 8,6
%.
9.3.1.2 Durchgangsverkehr
Der Durchgangsverkehr betrug im Jahr 2001 ca. 15.60 0 Kfz-Fahrten je 24 h
(DTVw). Am Gesamt-Verkehrsaufkommen in Höhe von 253 .000 Kfz-Fahrten
nimmt er einen Anteil von 6,2 % ein. Damit ist der Durchgangsverkehr in Münster
als sehr gering und verträglich einzustufen.
Die nachfolgende Tabelle verdeutlicht, dass die Dur chgangsverkehre im Wesent-
lichen auf den Straßen durch Münster fahren, auf de nen sie aus verkehrsplaneri-
scher Sicht auch verkehren sollen, und zwar über de n Zubringer zur Autobahn A
43 und über die Warendorfer Straße. Das lässt darau f schließen, dass die
Durchgangsverkehre in erster Linie in der Ost-West-Beziehung fließen. Für Nord-
Süd-Beziehungen werden anscheinend die Autobahnen g enutzt und das ent-
spricht ebenfalls der verkehrsplanerischen Zielsetz ung. Diese Vermutung kann
allerdings nicht überprüft werden, da für die Durch gangsverkehre, die aus-
schließlich über die Autobahnen A 1 und A 43 stattfinden, keine Daten vorliegen.
VEP Münster 2025
102……
absolut Anteil am
DTVw
Anteil am
Gesamt-
Durchgangs-
verkehr *
B 219 Sprakeler Straße 11.133 326 2,9% 2,1%
L 587 Schifffahrter Damm 15.390 530 3,4% 3,4%
B 51 Warendorfer Straße 21.919 2.873 13,1% 18,4%
L 793 Freckenhorster Straße 12.525 1.072 8,6% 6,9%
B 54 Westfalenstraße 10.282 1.044 10,2% 6,7%
B 51 Autobahnzubringer A 43 52.046 3.914 7,5% 25,0%
L 529 Havixbecker Straße 10.401 550 5,3% 3,5%
B 54 Steinfurter Straße 36.233 828 2,3% 5,3%
* Gesamt-Durchgangsverkehr über alle 25 Kordonpunkte = 15.625 Kfz/24h
Durchgangsverkehr
Straße Zählstelle
(> 10.000 Kfz/24h)
Kfz/24h
(DTVw)
Tabelle 11 Durchgangsverkehr in 2001 für Straßen mi t mehr als 10.000 Kfz/24h
[13]
Dass der Durchgangsverkehr tatsächlich sehr stark i n der Relation Ost-West,
aber auch in der Relation Ost-Südwest vonstatten ge ht, belegt eine detaillierte
Auswertung des Durchgangsverkehrs zwischen den Umla ndkorridoren. Das Er-
gebnis dieser Auswertung ist in der nachfolgenden Abbildung 40 dargestellt.
VEP Münster 2025
…….103
Abbildung 40 Durchgangsverkehr zwischen den Umlandk orridoren in 2001
(Kfz/24h) [13]
VEP Münster 2025
104……
9.3.1.3 Quell- und Zielverkehr
Betrachtet man die Quellen der Pendler im Umland ko rridorweise, so zeigt sich,
dass die Korridore West und Ost mit Anteilen von 15 ,6 % bzw. 15,4 % dominie-
ren, gefolgt von den Korridoren Südwest (14,7 %) und Nord (14,5 %).
Bedeutende Quellen der Pendler im Umland sind die U mland-Zellen Greven
(8.110 Kfz-Fahrten), Telgte (5.910), Senden (5.510) , Warendorf (4.580) und
Steinfurt (4.540).
Insgesamt gesehen stammen drei Viertel der Kfz-Fahr ten aus dem Umland aus
den vier Münsterlandkreisen (75,3 % bzw. 78.210 Kfz -Fahrten/Tag). Hier zeigt
sich noch einmal die herausragende Bedeutung, die d ie Stadt Münster als Ober-
zentrum und solitäres Verdichtungsgebiet für das Münsterland hat.
Über das Münsterland hinaus kommen die Pendler in e rster Linie aus den Um-
land-Zellen Bochum (2.630 Kfz-Fahrten/Tag), Unna (2 .540), Osnabrück (2.270),
Hamm (2.220) und Dortmund (2.070) nach Münster.
Für den Fernverkehr spielt Münster eine untergeordn ete Rolle, bedeutende Um-
land-Zellen stellen lediglich Düsseldorf (1.640 Kfz -Fahrten/Tag), Arnsberg
(1.440), Köln (1.210) und Kassel (1.200) dar.
Mit ungefähr 22.400 Kfz-Fahrten/24h bzw. 21,6 % ist die Alt-/Innenstadt das
zentrale Ziel der Pendler. Fasst man die Verkehrsbe zirke Alt-/Innenstadt, Mitte-
Süd und Mitte-Nordost zusammen, die gemeinsam den S tadtbezirk Mitte ausma-
chen, so wird ersichtlich, dass sogar 42.250 Kfz-Fa hrten der Pendler in den
Stadtbezirk Mitte führen (40,7 %). Damit stellt die ser Stadtbezirk das überragen-
de Ziel der Kfz-Pendler dar, gefolgt vom Verkehrs- bzw. Stadtbezirk West mit
18.660 Kfz-Fahrten (18,0 %).
Viele Pendler aus den Umlandkorridoren verbleiben a ber auch in den nahegele-
genen Außen-Verkehrsbezirken der Stadt Münster. Bei spielweise enden 4.540
Kfz-Fahrten der Pendler aus dem Umlandkorridor West im Verkehrs- bzw. Stadt-
bezirk West (28,1 %), 3.240 Kfz-Fahrten der Pendler aus dem Korridor Ost im
Stadtbezirk Ost (20,2 %) oder 3.030 Kfz-Fahrten der Pendler aus dem Korridor
Südost im Verkehrs- bzw. Stadtbezirk Hiltrup (20,9 %).
VEP Münster 2025
…….105
Abbildung 41 Quellen und Ziele der Kfz-Einpendler [ 13]
VEP Münster 2025
106……
9.3.2 Schienenpersonennahverkehr
Mit drei Fahrten (30‘-Takt Regionalbahn (RB) zzgl. 60‘Takt Regionalexpress
(RE)) pro Stunde und einer Fahrzeit von 6 Minuten b is zum Hauptbahnhof hat
der SPNV für den Stadtteil Hiltrup auch innerstädti sch im Binnenverkehr für die
Stadt Münster eine große Bedeutung. Ebenfalls 3 Fahrten/Stunde werden auf der
Relation Münster Hauptbahnhof – Münster Zentrum Nor d angeboten. Mit Aus-
nahme einzelner Verdichtungen zur Hauptverkehrszeit und dem Schienenhalte-
punkt Albachten (Bedienung bis 02.00 Uhr), werden d ie übrigen Schienenhalte-
punkte im Stadtgebiet im 60‘-Takt bis 24.00 Uhr bedient. Die letzte Fahrt in Rich-
tung Münster-Nienberge wird allerdings ab Hauptbahnhof um 22.08 Uhr durchge-
führt. Die Fahrzeiten bis zum Hauptbahnhof liegen unter 10 Minuten.
Abbildung 42 Werktägliches SPNV-Angebot (2008) und Nachfrage auf den Kurs-
buchstrecken
VEP Münster 2025
…….107
Auf den acht Schienenstrecken pendeln täglich ca. c a. 42.500 SPNV-Fahrgäste
über die Stadtgrenze von und nach Münster. Zusätzli ch nutzen 3.400 Fahrgäste
den SPNV im Binnenverkehr Münster, d.h. sowohl der Ein- und als auch der
Ausstiegshaltepunkt liegen im Stadtgebiet. Insbeson dere die Kursbuchstrecken
nach Hamm, Rheine und Essen weisen dabei mit 6.300 bis 11.000 Pendlern pro
Tag ein hohes Verkehrsaufkommen auf (vgl. Abbildung 42).
Ein hoher Anteil des ÖV am Modal Split ist vor alle m in den SPNV-Korridoren mit
hohen Fahrgastpotenzialen im Einzugsbereich und dic hter Taktfolge (min. 30‘-
Takt) zu verzeichnen. Das gilt für die Korridore Ri chtung Rheine, Hamm und Es-
sen. Die Fahrgastzahlen in den SPNV-Korridoren mit 60‘-Takt liegen mit ca.
2.000 bis 4.500 Ein-/Auspendlern/Tag deutlich darun ter. Besonders positiv ist die
Fahrgastentwicklung auf der KBS 407 Münster - Gronau - Enschede.
Am Hauptbahnhof Münster steigen täglich 42.000 Fahr gäste im SPNV ein bzw.
aus. Die übrigen sechs Bahnhöfe bzw. Haltepunkte we rden täglich von 5.100
Fahrgästen genutzt. 4.100 Fahrgäste nutzen allein d en Haltepunkt Zentrum Nord
und den Bahnhof Hiltrup.
9.3.3 Regionalbusverkehr
Das Stadtgebiet Münster wird insgesamt von 8 Schnel lbuslinien, 10 RegioBus-
Linien (min. 60-Takt) und 8 Regionallinien mit vere inzelten ungetakteten Fahrten
aus dem Münsterland bedient.
Die schnelle ÖPNV-Verbindung in die schienenfernen Korridore wird durch
Schnellbuslinien vorgenommen. Diese halten mit eine r Ausnahme stadteinwärts
nur zum Einstieg und stadtauswärts nur zum Ausstieg und haben deshalb keine
Bedeutung für den Binnenverkehr. Das Bedienungsange bot der Schnellbuslinien
orientiert sich an den Arbeits- und Ladenöffnungszeiten.
Von insgesamt ca. 10.000 Fahrgästen auf den Schnell buslinien haben ca. 6.800
Fahrgäste pro Tag Münster als Quelle oder Ziel.
Auf den 10 RegioBus-Linien werden insgesamt ca. 11. 400 Fahrgäste befördert,
davon ca. 5.800 im Binnenverkehr der Stadt Münster und 5.600 mit Quelle/Ziel
Münster.
Durch Linienüberlagerung der Regionalbuslinien wird eine Taktverdichtung in die
Stadt-Umland-Korridore erzielt. Dabei wird werktags auf den Hauptkorridoren im
VEP Münster 2025
108……
Tagesverkehr ein 30´-Takt angeboten. Während das Sc hnellbusangebot nach
Ladenschluss um kurz nach 20.00 Uhr eingestellt wir d, sichern die Regionalbus-
linien die Erreichbarkeit im Abendverkehr bis ca. 2 3.00 Uhr. Werktags wird damit
im Regionalbusverkehr ein dem Schienenverkehr vergl eichbares Angebot ge-
schaffen.
Von besonderer Bedeutung im Regionalverkehr in Müns ter sind die Stadtbus-
funktion und die Kooperation der Schnellbuslinien m it den Regionalbuslinien in
den Stadt-Umland-Korridoren.
Mit einer Ausnahme bieten alle RegioBus-Linien eine n 60-minütigen Grundtakt
mit Verstärkern zur Hauptverkehrszeit. Durch Überla gerung der Linienwege der
RegioBusse innerhalb des Stadtgebietes und entsprec hende fahrplantechnische
Abstimmung wird auf den innerstädtischen Korridoren der RegioBus-Linien eine
verdichtete Taktfolge (20´-Takt, 30´-Takt) geboten. Damit übernehmen die Regio-
Bus-Linien in Münster Stadtbusfunktion und ergänzen das vorhandene Stadtbus-
system.
Abbildung 43 Münsterbezogener Regionalbusverkehr
VEP Münster 2025
…….109
Eine Besonderheit des regionalen Busverkehrs ist da s münsterlandweite Nacht-
bussystem, ein ausschließlich auf den Freizeitverke hr ausgerichtetes Angebot,
dass in einem eigenständigen Liniennetz am Wochenen de im Spät- und Nacht-
verkehr mit 10 Buslinien das Münsterland im 120´-Takt mit Münster verbindet.
9.4 Fazit
Abschließend ist festzustellen, dass das Verkehrsge schehen in Münster maß-
geblich durch Pendler aus dem Umland mitgeprägt wir d, die ihre Fahrten nach
Münster zu 80,9 % mit dem Kfz durchführen und überw iegend nach Münster fah-
ren, weil sie in Münster arbeiten (vgl. hierzu auch Kapitel 2).
Es ist zu überlegen, wie die Pendlerverkehre zu ein em größeren Anteil auf die
umweltfreundlichen Verkehrsmittel Bus und Zug verla gert werden können, mögli-
cherweise durch Stärkung dieser Verkehrsmittel mitt els Angebotserweiterungen,
Optimierung bei der Vernetzung aller Verkehrsmittel etc., ohne nennenswerte
Einbußen der Leistungsfähigkeit im MIV hinnehmen zu müssen.
Es sind Modelle (weiter) zu entwickeln
• wie ein qualifiziertes Regionalbusnetz abseits der Schienenkorridore (fi-
nanziell gesichert werden kann
• wie das bestehende SPNV-Angebot erhalten bzw. ausg ebaut werden kann
• die das Job- und Semesterticket erhalten
• die in einer kommunalen Partnerschaft ein münsterl andweites P+R- und
Mitfahrerparkplatz-Konzept erarbeiten und umsetzen
• die der Förderung von Fahrgemeinschaften dienen
VEP Münster 2025
110
……
10. LKW- und Wirtschaftverkehr
10.1 Vorbemerkungen
Unter Wirtschaftsverkehr wird der Verkehr verstande n, der in Ausübung einer
dienstlichen oder geschäftlichen Tätigkeit erzeugt wird. Neben dem klassischen
Güterwirtschaftsverkehr zählt dazu auch der Personenwirtschaftsverkehr.
Den stadt- und verkehrsplanerisch problematischeren Bereich des Wirtschafts-
verkehrs stellt der Güterwirtschaftsverkehr dar, in sbesondere der Straßengüter-
verkehr, der mit Lastkraftwagen vollzogen wird. Lkw -Verkehre benötigen ein leis-
tungsstarkes Netz, das die Erreichbarkeit der Wirts chaftsstandorte (Gewerbe-
und Industriegebiete, Einzelhandelszentren, großflä chige Einzelhandelseinrich-
tungen etc.) im Stadtgebiet sicherstellt und ohne g rößere Umwege ermöglicht.
Gleichzeitig muss ein solches Netz aber auch städte bauliche und umweltbezo-
gene Verträglichkeiten berücksichtigen. So sind bei spielsweise die von den Lkw-
Verkehren ausgehenden Lärm- und Luftschadstoffbelas tungen für die betroffene
Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.
10.2 Strukturelle Rahmenbedingungen
Strukturelle Rahmenbedingungen sind in den Kapiteln „Verkehrsbild Münster
2007“ und „Stadt-Umland-Verkehr“ eingehend beschrieben. Daher wird an dieser
Stelle auf die Darstellung der verkehrlichen Anbind ung der Stadt Münster ans
Umland, der Wirtschaftsstrukturen etc. verzichtet u nd lediglich auf die Entwick-
lung der Fahrzeugbestände (Kfz, Lkw) eingegangen.
Der Kraftfahrzeugbestand in Münster unterlag in den letzten zehn Jahren einem
stetigen Wachstum, insgesamt ist er in diesem Zeitr aum um gut 25 % angestie-
gen. Der Bestand an Lastkraftwagen hat in diesen ze hn Jahren überproportional
um 120 % zugenommen. Insbesondere seit 2004 waren s ehr große Lkw-
Zuwächse zu verzeichnen. Möglicherweise haben größe re Firme ihren komplet-
ten Lkw-Fuhrpark in Münster angemeldet, der aber ve rteilt auf ganz Deutschland
untergebracht und eingesetzt wird.
VEP Münster 2025
……. 111
Lkw Veränderung
zum Vorjahr
1996 143.410 2,2% 6.121 3,9%
1997 146.535 2,2% 6.418 4,9%
1998 148.235 1,2% 7.039 9,7%
1999 148.859 0,4% 7.043 0,1%
2000 150.263 0,9% 7.254 3,0%
2001 155.757 3,7% 7.564 4,3%
2002 157.937 1,4% 7.745 2,4%
2003 159.886 1,2% 7.539 -2,7%
2004 167.445 4,7% 9.833 30,4%
2005 175.164 4,6% 11.595 17,9%
2006 179.556 2,5% 13.500 16,4%
Jahr
(Stichdatum:
01.01.)
Insgesamt Veränderung
zum Vorjahr
davon
Tabelle 12 Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes z wischen 1996 und 2006
in Münster [17]
10.3 Verkehrsaufkommen im Lkw-Verkehr
10.3.1 Schwerverkehr im Stadt-Umland-Verkehr
Im Rahmen der im Jahr 2001 durchgeführten Kordonzäh lung wurde das Schwer-
verkehrsaufkommen an den Kordonpunkten im Detail er mittelt (vgl. Tabelle 13)
Zum Schwerverkehr zählen Lkws ab 3,5 t, Lastzüge und Busse.
An einem durchschnittlichen Werktag queren über 18. 500 Schwerverkehrsfahr-
zeuge die am Stadtrand liegenden Kordonpunkte. Der Schwerverkehrsanteil liegt
damit insgesamt bei 7,3 % und ist als gering bzw. verträglich einzustufen.
VEP Münster 2025
112
……
Nr. Straße Straßenname Kfz/24h
DTVw absolut Anteil am
DTVw
Anteil am
Schwer-
verkehr
KP 1 B 219 Sprakeler Straße 11.133 732 6,6% 3,9%
KP 2 K 18 Gittruper Straße 1.102 111 10,1% 0,6%
KP 3 K 45 Alte Schifffahrt 3.116 111 3,6% 0,6%
KP 4 L 587 Schifffahrter Damm 15.390 1.140 7,4% 6,1%
KP 5 B 51 Warendorfer Straße 21.919 2.395 10,9% 12,9%
KP 6 L 585 Telgter Straße 4.234 325 7,7% 1,8%
KP 7 L 793 Freckenhorster Straße 12.525 728 5,8% 3,9%
KP 8 K 3 Alverskirchener Straße 2.855 151 5,3% 0,8%
KP 9 L 585 Am Steintor 6.733 227 3,4% 1,2%
KP 10 L 586 Albersloher Weg 8.121 520 6,4% 2,8%
KP 11 B 54 Westfalenstraße 10.282 768 7,5% 4,1%
KP 12 K 39 Davertstraße 2.254 134 5,9% 0,7%
KP 13 K 10 Ottmarsbocholter Straße 1.862 149 8,0% 0,8%
KP 14 L 884 Kappenberger Damm 6.909 255 3,7% 1,4%
KP 15 K 60 Osthofstraße 3.939 295 7,5% 1,6%
KP 16 B 51 Autobahnzubringer A 43 52.046 5.213 10,0% 28,1 %
KP 17 L 551 Dülmener Straße 9.140 1.079 11,8% 5,8%
KP 18 L 843 Brock 2.732 103 3,8% 0,6%
KP 19 L 529 Havixbecker Straße 10.401 560 5,4% 3,0%
KP 20 K 1 Rüschhausweg 6.747 402 6,0% 2,2%
KP 21 B 54 Steinfurter Straße 36.233 1.967 5,4% 10,6%
KP 22 L 529 Hülshoffstraße 9.045 609 6,7% 3,3%
KP 23 L 510 Altenberger Straße 7.649 328 4,3% 1,8%
KP 24 L 529 Hanseller Straße 1.691 142 8,4% 0,8%
KP 25 K 13 Am-Max-Klemens-Kanal 4.935 100 2,0% 0,5%
252.993 18.544 7,3% 100,0% Summe
Schwerverkehr (Lkw+Lastzug+Bus)
Tabelle 13 Schwerverkehrsaufkommen am Stadtrand (20 01) [13]
Die höchsten Schwerverkehrsanteile weisen die Dülme ner Straße (11,8 %), die
Warendorfer Straße (10,9 %), der Autobahnzubringer zur A 43 (10,0 %) und die
Gittruper Straße (10,1 %) auf. Letztere ist allerdi ngs zu vernachlässigen, da die
Sprakeler Straße (heute: Aldruper Straße) zum Zeitp unkt der Zählung in 2001
VEP Münster 2025
……. 113
ausgebaut bzw. verlegt wurde und vermutlich Ausweic h- oder Schleichverkehre
über die Gittruper Straße stattfanden.
Über den Autobahnzubringer A 43 werden bei einem Sc hwerverkehrsanteil von
10,0 % insgesamt 28,1 % des gesamten an den Kordonp unkten ermittelten
Schwerverkehrs abgewickelt. Weitere bedeutende Stra ßen für den Schwerver-
kehr sind die Warendorfer Straße (Anteil am gesamte n Schwerverkehr: 12,9 %),
die Steinfurter Straße (10,6 %), der Schifffahrter Damm (6,1 %) und die Dülme-
ner Straße (5,8 %). Über diese fünf Ein- und Ausfal lstraßen finden insgesamt
63,5 % des werktäglichen Schwerverkehrs statt. Aus verkehrsplanerischer Sicht
bestehen hierzu keine Bedenken.
10.3.2 Lkw-Verkehrsbelastungen im Stadtgebiet von M ünster
Neben dem Schwerverkehrsaufkommen im Stadt-Umland-V erkehr wurde das
Lkw-Aufkommen im Stadtgebiet ermittelt und damit di e heutige Lkw-
Verkehrsbelastung auf den Straßen des VEP-Untersuch ungsnetzes abgebildet.
Zum Lkw-Verkehr zählen Lkws ab 3,5 t und Lastzüge.
Abbildung 44 spiegelt deutlich die Bedeutung der Au tobahnen A 1 und A 43 so-
wie der Bundesstraße B 51 für den Lkw-Verkehr wiede r. Nur diese Trassen wei-
sen Lkw-Belastungen mit über 2.000 Fahrzeugen auf u nd stellen die Hauptach-
sen für den Lkw-Durchgangsverkehr dar. Prozentual g esehen liegt die Lkw-
Verkehrsstärke auf der B 51 mit unter 10 % jedoch a uf einem niedrigen Niveau,
denn nach den „Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen“ [20] beträgt der Lkw-
Anteil auf einer Bundesstraße im Durchschnitt 20 %.
Für Münster relativ hohe Lkw-Belastungen finden sic h weiterhin auf der Bundes-
straße B 54 in Richtung Gronau und in Richtung Hamm mit bis zu 2.000 Fahr-
zeugen (in Richtung Hamm ab Hiltrup bis zu 1.000 Fa hrzeuge) sowie auf dem
Schifffahrter Damm in Richtung Greven mit bis zu 2. 000 Fahrzeugen. Auch auf
diesen Straßen liegen die Lkw-Anteile deutlich unte r 10 % und damit auf einem
vergleichsweise niedrigen Niveau.
Natürlich haben aber auch die sonstigen Einfallstra ßen eine entsprechende Be-
deutung für den Lkw-Verkehr (z. B. Wolbecker Straße, Albersloher Weg, Weseler
Straße, Grevener Straße).
VEP Münster 2025
114
……
<= 250 Fahrzeuge
251 bis 500 Fahrzeuge
501 bis 1.000 Fahrzeuge
1.001 bis 2.000 Fahrzeuge
> 2.000 Fahrzeuge
Lkw ab 3,5 t und Lastzüge je 24 h
Gewerbe-/Industriegebiet
Abbildung 44 Lkw-Belastungen im VEP-Untersuchungsne tz (Stand 2009, siehe
auch Anlage 8 im Anhang)
VEP Münster 2025
……. 115
Im Innenstadtbereich fallen insbesondere die Lkw-Be lastungen auf dem II. Tan-
gentenring auf (größtenteils bis zu 1.000, auf kurz en Streckenabschnitten bis zu
2.000 Lkw-Fahrzeuge), die überwiegend auf den Quell - und Zielverkehr der Lie-
ferverkehre in die Innenstadt sowie sonstige inners tädtische Lkw-Verkehre zu-
rückzuführen sind.
Die Bedeutung der münsterschen Gewerbegebiete für d en Lkw-Verkehr wird
ebenfalls in der Abbildung 44 offensichtlich. Das i m Nordosten angesiedelte Ge-
werbegebiet „Hessenweg“ und die südlich gelegenen G ewerbegebiete „Sie-
mensstraße“, „Loddenheide“ und „Höltenweg“ mit bis zu 2.000 Fahrzeugen oder
die im Südosten entlang der Weseler Straße gelegene n Gewerbegebiete mit bis
zu 1.000 Lkw-Fahrzeugen stechen beispielsweise besonders hervor.
Die Abbildung belegt, dass es sich bei dem ermittel ten Mengengerüst um Grö-
ßenordnungen handelt, die keinen akuten Handlungsbe darf auslösen. Auf den
ersten Blick sind aus rein verkehrlicher Sicht kein e Problemzonen im VEP-
Untersuchungsnetz aus den vorhandenen Lkw-Belastungen ablesbar.
10.4 Lkw-Durchgangsverkehr
Daten einer Verkehrsuntersuchung, die im Zusammenha ng mit dem Thema
„Mautflucht“ im Oktober 2005 ermittelt wurden, wurd en neu aufbereitet, um de-
taillierte Angaben zum Lkw-Durchgangsverkehr zu erhalten.
Im Rahmen dieser Verkehrsuntersuchung waren 7 Zähls tellen an Bundesstraßen
und Umleitungsstrecken für Autobahnen im Stadtgebie t von Münster eingerichtet
und ermittelt worden, wie viele mautpflichtige Lkws (Lkws > 12 t) diese Zählstel-
len während eines festgesetzten Zeitraumes passiert en. Diese Werte wurden
anschließend nach den üblichen anerkannten Verfahre n auf 24 Stunden hochge-
rechnet.
Mittels einer Handumlegung wurde festgehalten, welc he Strecken vom Lkw-
Durchgangsverkehr in erster Linie genutzt werden. D ie Ergebnisse dieser Hand-
umlegung bestätigen die Bedeutung, die die Bundesst raße B 51 für den Lkw-
Durchgangsverkehr spielt. Sie zeigen aber auch sehr deutlich, dass abseits die-
ser Trasse der Durchgangsverkehr mit schweren Lkws nahezu keine Rolle spielt.
VEP Münster 2025
116
……
23
85
67
31
67
18 13
13 18
29
497
502
467
66
79
510
540
30
26
56
Zahl der Lkws > 12 t je 24 h
Zählstelle, Datum 20.10.2005
250
Abbildung 45 Lkw-Durchgangsverkehr (Lkw > 12 t)
10.5 Verkehrsrechtliche Restriktionen
Verkehrsrechtliche Restriktionen im Stadtgebiet von Münster (Lkw-Fahrverbote,
Höhen- und Gewichtsbeschränkungen etc.) sind in der nachfolgenden Abbildung
46 und in der Anlage 9 im Anhang dargestellt:
VEP Münster 2025
……. 117
Abbildung 46 Verkehrsrechtliche Restriktionen für d en Lkw-Verkehr (Stand
2008, siehe auch Anlage 9 im Anhang)
VEP Münster 2025
118
……
Die Straßen, die Restriktionen für den Lkw-Verkehr aufweisen, verfügen in aller
Regel auch über Lkw-Belastungen von maximal 250 ode r maximal 500 Fahrzeu-
gen je Werktag. Höhere Lkw-Belastungen sind ledigli ch auf den Straßen zu fin-
den, die Höhenbeschränkungen aufweisen, zum Beispie l auf dem II. Tangenten-
ring.
Insgesamt gesehen zeigt diese Auswertung, dass die Maßnahmen greifen und
die Restriktionen befolgt werden.
10.6 Fazit
Die vorangestellten Aufbereitungen belegen, dass es sich bei den ermittelten
Schwerverkehrs- und Lkw-Belastungen um Größenordnun gen handelt, die kei-
nen verkehrlichen Handlungsbedarf auslösen. Auf den ersten Blick sind aus rein
verkehrlicher Sicht keine Problemzonen im VEP-Unter suchungsnetz aus den
vorhandenen Belastungen ablesbar. Schwerverkehrs- u nd Lkw-Verkehre finden
in aller Regel auf den Straßen statt, auf denen sie aus verkehrsplanerischer Sicht
auch sinnvoll sind. Straßen oder Straßenzüge, die v erkehrsrechtlichen Restrikti-
onen unterliegen, weisen in aller Regel relativ geringe Lkw-Belastungen auf. Dies
lässt den Schluss zu, dass diese Maßnahmen greifen und die Restriktionen be-
folgt werden.
Verkehrliche und verkehrlich relevante städtebaulic he Aspekte werden detailliert
im Kapitel „Verkehrlich-funktionale Bewertung“ ermittelt, dargestellt und bewertet.
Umweltbezogene Aspekte werden bei der Aufstellung d es Luftreinhalte- und
Lärmminderungsplanes berücksichtigt. Die Ergebnisse werden in der 2. Stufe der
Bearbeitung des VEP Münster 2025 detailliert darges tellt. Erst dann kann über-
legt werden, ob der Lkw-Verkehr im Stadtgebiet von Münster weiter gebündelt
oder sogar über einen Lkw-Netzplan geführt werden s oll. Allein aus den voran-
gegangenen Auswertungen der Lkw-Belastungen zeigt s ich auf alle Fälle kein
Bedarf für eine weitere Bündelung des Lkw-Verkehrs bzw. für einen Lkw-
Netzplan.
VEP Münster 2025
…….119
11. Umwelt
11.1 Straßenverkehrslärm
Erfahrungsgemäß stellt die Verkehrslärmbelastung du rch Kfz das mit Abstand
größte Lärmproblem in Städten dar. Im Rahmen der Lä rmminderungsplanung
nach §47 BImSchG wurde diese Lärmquelle in den Jahr en 1996 bis 2002 in allen
Verdichtungsräumen der Stadt Münster untersucht. In sbesondere auf den
Hauptverkehrsstraßen ergeben sich sehr hohe Lärmbel astungen. So sind hohe
Straßenlärmwerte tags und auch nachts an der Bebauu ng von Hauptverkehrs-
straßen vorzufinden (siehe Abbildung 47).
Die EU hat aufgrund der steigenden Bedeutung des Th emas Lärm mit der Um-
gebungslärmrichtlinie ein systematisches Vorgehen g egen die Lärmbelastungen
eingefordert. Diese Vorgaben der EU sind mit der Än derung des §47 BImSchG
und der Einführung der 34. BImSchV in deutsches Recht übernommen worden.
Die Lärmkartierung nach Umgebungslärmrichtlinie ist abgeschlossen und die
Lärmkarten liegen vor. Gemäß §47 BImSchG sind im St adtgebiet Münster die
Autobahnen, Bundes- und Landstraßen mit einem DTV > 6 Millionen /a kartiert
worden. Lärmprobleme im Sinne des § 47 d Abs.1 BImS chG liegen vor, wenn an
Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern oder anderen sch utzwürdigen Gebäuden
ein LDEN von >70 dB(A) und ein LNight von 60 dB(A) erreicht oder überschritten
werden. Nach den Untersuchungen trifft dies für ca. 6.800 Einwohner zu. Somit
sind Lärmaktionsplane zur Regelung der Lärmprobleme und Lärmauswirkungen
in Erwägung zu ziehen oder aufzustellen. Zurzeit wi rd die Lärmsituation analy-
siert und die Aufstellung eines Lärmaktionsplanes geprüft.
Bisher wurden spezielle Aktionspläne in Münster nic ht durchgeführt. Jedoch wur-
de dem Aspekt des Lärmschutzes bei allen Planungen von Verkehrswegen so-
wie in der Bauleitplanung innerhalb der geltenden A nforderung Rechnung getra-
gen.
VEP Münster 2025
120……
Abbildung 47 Bewertung des Mittelungspegels Tag nac h Immissionsrichtwerten
für Wohnbebauung
VEP Münster 2025
…….121
11.2 Luftreinhaltung
Die kritischen Schadstoffkomponenten im Straßenraum sind Feinstaub (PM10)
und Stickstoffdioxid (NO2). Seit dem August 2002 ge lten die Immissionsgrenz-
werte der 22. Bundes-Immissionsschutzverordnung “Ve rordnung über Immissi-
onswerte für Schadstoffe in der Luft”. Werden die Immissionsgrenzwerte an den
Luftmessstationen der Länder überschritten, sind Ma ßnahmenkonzepte aufzu-
stellen und umzusetzen. Überschreitungen der Grenzw erte dieser Komponenten
werden zumeist in eng bebauten Straßenschluchten an den vielbefahrenen Stra-
ßen der Großstädte festgestellt. Die Einhaltung der Grenzwerte hat eine hohe
rechtliche Verbindlichkeit. Die Umsetzung von Maßna hmen kann - bei Über-
schreitung der Grenzwerte - gerichtlich durch die A nlieger der Straßenabschnitte
eingeklagt werden.
Die Reduzierung der Schadstoffbelastung in den Stra ßenabschnitten mit Hot-
Spot-Belastungen, ist eine große Herausforderung fü r die kommunale Verkehrs-
planung. Die Maßnahmen dürfen nicht dazu führen, da ss dadurch in anderen
Straßenabschnitten unverhältnismäßigen Erhöhungen d er Immissionsbelastun-
gen verursacht werden.
Die wesentlichen Erkenntnisse zur Luftqualität im H auptverkehrsstraßennetz und
zur PM10/NO2-Belastung im Besonderen basieren auf drei Erkenntnisquellen:
• Das Land NRW misst seit dem Jahr 2000 kontinuierli ch an der Ludwig-
Erhard-Schule die städtische Hintergrundbelastung d er Luftschadstoffe. An
verschiedenen Immissionsschwerpunkten im Straßenver kehr (Steinfurter
Straße, Friesenring) wurde über mehrere Jahre die v erkehrsnahe Schad-
stoffbelastung erfasst. Aktuell befindet sich an de r Weseler Straße eine
Verkehrsmessstation des Landes. Aktuelle Daten und statistische Auswer-
tungen sind im Internet zugänglich und können zur I nformation der Bevöl-
kerung und Auswertungen herangezogen werden.
• Die meisten Erkenntnisse über die Lage der Hotspot -Belastungen im
Hauptverkehrsstraßennetz Münsters beruhen auf die U ntersuchungen, die
im Rahmen des §40(2) BImSchG durchgeführt wurden. D ie verkehrsbe-
dingten Spitzenbelastungen an Benzol, Stickstoffdio xid und Dieselruß wur-
den in den Jahren 1995 bis 2000 in Münster systemat isch – erst mit Be-
rechnungen, dann mit Messungen - ermittelt. Die Erg ebnisse zu Dieselruß
VEP Münster 2025
122……
können indirekt zur Lokalisierung hoher verkehrlich en PM10-Belastungen
herangezogen werden.
• Weitere Erkenntnisse zur Luftqualität können durch Untersuchungen zu
Bauleitplanverfahren bzw. Planfeststellungsverfahre n gewonnen werden.
Beispielsweise wurden in den Projekten “Hansa-Busin ess-Park” und “Tief-
garage Ludgeriplatz” für das Straßennetz im Umfeld der Plangebiete
PM10- und NO2-Belastungen rechnerisch ermittelt.
Die Stadt Münster führt seit 2005 eine Kooperation mit der Westfälischen-
Wilhelms-Universität (WWU) zur Identifizierung der Verursacher der Feinstaub-
belastung in Münster durch. Die zweijährige Messpha se an der Messstation
Steinfurter Straße der WWU ist abgeschlossen. Die M essergebnisse werden
ausgewertet und die Ergebnisse aus parallel laufend en Diplomarbeiten zum
Thema „Vergleich der Partikelzusammensetzung zwisch en Münster und Egge-
gebirge“ werden in das Projekt einfließen.
An der Luftmessstation des Landes an der Weseler St raße wurde 2006 eine Ü-
berschreitung des NO2-Grenzwertes festgestellt. Dar aufhin wurde eine Projekt-
gruppe zur Aufstellung eines Luftreinhalteplanes in Münster eingerichtet. Das
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz N RW (LANUV) hat erste
Abschätzungen und Ursachenanalysen vorgestellt. Es liegen nun Analysen der
Verursacheranteile für die Schadstoffe Feinstaub un d Stickstoffdioxid für die
Steinfurter Straße, den Friesenring und der Station Münster-Geist vor.
Der Anteil der Stickstoffdioxidbelastung des lokale n Verkehrs beträgt an den
Verkehrsstationen etwa ein Drittel der Gesamtbelast ung. Das LANUV prüft zur-
zeit weitere Straßenabschnitte im Hauptverkehrsstra ßennetz. Die Ergebnisse
sollen als Grundlage zur Dimensionierung der Emissi ons-Minderungsmaßnah-
men im Hauptverkehrsstraßennetz dienen.
11.3 Luftreinhalteplan
Im Frühjahr 2009 wird dem Rat der Stadt Münster der von der Bezirksregierung
Münster aufgestellte Luftreinhalteplan zur Luftrein haltung vorgelegt. Anlass ist,
dass in Münster Überschreitungen der Immissionsgren zwerte, die in der „Verord-
nung über Im-missionswerte für Schadstoffe in der L uft“, 22. Bundes-
Immissionsschutzverordnung (22. BImSchV) geregelt s ind, aufgetreten sind. Zur
VEP Münster 2025
…….123
künftigen Einhaltung der Grenzwerte müssen nun Mind erungsmaßnahmen ge-
plant und umgesetzt werden (Luftreinhalteplanung). Die Bezirksregierung Müns-
ter stellt in Erfüllung der sie treffenden rechtlic hen Verpflichtung hierzu einen
Luftreinhalteplan auf. In einer Projektgruppe der B ezirksregierung arbeiteten Ver-
treter der Stadtverwaltung Münster, der Stadtwerke Münster GmbH, von Indust-
rie- und Gewerbeverbänden sowie vom Umweltforum mit . In den weiteren Bear-
beitungsstufen wird sich der Verkehrsentwicklungspl an Münster 2025 mit den
verkehrlichen Auswirkungen der Maßnahmen des Luftreinhalteplanes befassen.
11.4 Immissionsschutz
Die Untersuchungen zur Luftreinhaltung und zum Umge bungslärm basieren auf
ähnlichen Informationen. Die Verkehrsdaten sind ein e wesentliche Grundlage für
die Ermittlung von Lärm- und Luftschadstoffbelastun gen. Hohe Verkehrsbelas-
tungen in einer Straßenschlucht führen zu hohen Lär m- und Luftschadstoffim-
missionen. Für beide Themenkomplexe gilt, dass Hot- Spot-Betrachtungen häufig
nur zu punktuellen Lösungen führen. Netzbezogene Im missionsuntersuchungen
und verkehrliche Maßnahmen sind von besonderer Bede utung, um zu strategi-
schen Ansätzen zu gelangen. Mit einer systematische n Prioritätenbildung, die
auch die Betroffenheiten der Anwohner mit betrachte t, soll die Berücksichtigung
der beiden Immissionsbelange im Verkehrsentwicklungsplan ermöglicht werden.
11.5 Fazit
Die Belange der Luftreinhaltung und des Klimaschutz es gewinnen zunehmend
an Bedeutung. Dies dokumentiert sich nicht zuletzt in dem für die Stadt Münster
durch die Bezirksregierung aktuell aufgestellten Lu ftreinhalteplan. Erkennbar ist,
dass der Verkehr wesentlich zur Luftverschmutzung u nd zur Lärmbelastung bei-
trägt. In den weiteren Bearbeitungsstufen des Verke hrsentwicklungsplanes
Münster 2025 sollten daher die bereits begonnenen M aßnahmen zur Luftreinhal-
tung und Lärmminderung zielgerichtet weiterentwicke lt werden. Hierzu sind auch
die Ergebnisse der verkehrlich-funktionalen Bewertu ng des Hauptverkehrsstra-
ßennetzes heranzuziehen.
VEP Münster 2025
124……
12. Verkehrssicherheit
12.1 Vorbemerkungen
Bei Planung, Bau und Betrieb einer Verkehrsinfrastr uktur stehen die bestmögli-
che Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit bei d en verkehrlichen Zielen an
erster Stelle. Bei der Verkehrssicherheit von Stadt straßen haben die Quer-
schnitts- und Knotenpunktsgestaltung große Bedeutung. Die dauerhafte Gewähr-
leitung der Einheit von Bau und Betrieb gilt es bei bestehenden Verkehrsanlagen
zu wahren. Für die Verkehrsteilnehmer ist wichtig, dass die Straßen und die ge-
wählte Verkehrsregelung begreifbar, eindeutig und gut erkennbar gestaltet sind.
Die schlechte Unfalllage in Münster war Anlass, im Juni 2007 eine Ordnungs-
partnerschaft Verkehrsunfallprävention in Münster z u gründen. Die Stadt, die
Polizei und weitere 24 Institutionen und Verbände b eteiligen sich mit dem Ziel,
die Verkehrssicherheit in der Stadt dauerhaft zu verbessern.
Der Gesamtverband der Deutschen Verkehrssicherheits wirtschaft (GdV) konnte
in 2007 gewonnen werden, die Unfalllage in Münster der Jahre 2004 - 2006 ge-
samtstädtisch und grundlegend zu untersuchen und fü r die identifizierten Unfall-
häufungsstellen und unfallauffälligen Straßenzüge H inweise für Verbesserungs-
maßnahmen aufzuzeigen. Die Ergebnisse des Gutachten s [25] wurden im Au-
gust 2008 vorgelegt und am 04.09.2008 öffentlich vorgestellt.
Die Verwaltung hat auf dieser Grundlage und aufbaue nd auf eigenen Untersu-
chungen, Planungen (Sicherheitsaudits), Arbeiten de r Unfallkommission und auf
Basis der Erfahrungen aus umfassenden Aktivitäten d er Verkehrsdirektion des
Polizeipräsidiums Münster den Masterplan Verkehrsunfallprävention Münster aus
2007 fortgeschrieben, ergänzt um ein Verkehrssicherheitsprogramm für die Jahre
2009 - 2013.
12.2 Unfalllage in Münster 2004 – 2006 (mit Auszüge n aus dem GdV-
Gutachten – kursiv gedruckt)
Ein Vergleich der Unfalllage bei den Verkehrsunfäll en mit Personenunfällen in
2006 weist Münster mit 576 Personenunfälle/100.000E W als Schlusslicht im
Städtevergleich in NRW aus.
In 2006 wurden 9.179 Unfälle in Münster gemeldet, d avon 921 mit Radfahrerbe-
teiligung. Bei 1.315 Verkehrsunfällen wurden 1.556 Personen verletzt oder getö-
VEP Münster 2025
……. 125
tet (Tabelle 14). Ca 60 % der Verletzten (672) ware n Fußgänger und Radfahrer.
Obwohl Radfahrer nur an 9% der Unfälle zahlenmäßig beteiligt sind, stellen sie in
der Personen-Unfallstatistik ca. 50 % der Verletzten.
In den Jahren 2004 bis 2006 wurden in Münster 27.74 1 Unfälle polizeilich er-
fasst, davon 2.541 mit Radverkehrsbeteiligung. Insg esamt wurden 23 Personen
getötet, 797 schwer und 3.839 leicht verletzt. Bei Radverkehrsunfällen wurden 6
Personen getötet, 341 schwer und 1.582 leicht verletzt.
Die Unfalllage in 2007/2008 verbessert sich infolge der massiven Verstärkung
der Verkehrsüberwachung allmählich: die Unfälle mit Personenschaden hat sich
im ersten Halbjahr 2008 um ca. 10 % verbessert.
Unfälle 2004 - 2006 2004 2005 2006 Summe WU in €/U UK in €
Anzahl Unfälle 9.238 9.342 9.160 27.740 -- 281.287.500
Kat 1, U mit Getöteten 11 7 5 23 145.000 3.335.000
Kat 2, U mit Schwerverletzten 247 215 281 743 145.000 107 .735.000
Kat 3, U mit Leichtverletzten 1.049 1.102 1.005 3.156 11 .000 34.716.000
Kat 4, schwerw. U mit Sachschaden 266 255 234 755 11.500 8.682.500
Kat 5, sonstiger U mit Sachschaden 6.126 6.061 5.993 18 .180 5.500 99.990.000
Kat 6, übrige U unter Alkoholeinwirkung 72 52 39 163 5.5 00 896.500
Kat 7, sonstiger U mit Unfallflucht 1.464 1.649 1.602 4 .715 5.500 25.932.500
ohne Kategorie 3 1 1 5 -- --
Anzahl Verletzter 1.555 1.585 1.519 4.659
Anzahl Getöteter (GT) 11 7 5 23
Anzahl Schwerverletzter (SV) 266 233 298 797
Anzahl Leichtverletzter (LV) 1.278 1.345 1.216 3.839
Tabelle 14 Verkehrsunfallstatistik Münster 2004 – 2 006 [25]
Das Unfallgeschehen in Münster verteilt sich auf das gesamte Stadtgebiet. Durch
die Auswertung der Unfalltypensteckkarten konnten d ie Gutachter 85 punktuelle
und linienhafte Unfallhäufungen feststellen:
• 63 Unfallhäufungsstellen
• 22 Unfallhäufungslinien.
VEP Münster 2025
126……
Rund ein Drittel aller Unfälle mit Personenschaden geschehen im Bereich der
Unfallhäufungsstellen und Unfallhäufungslinien (Abbildung 48 und Anlage 10).
Abbildung 48 Unfallauffällige Bereiche im Stadtgebi et Münster – Stand 2006 [25]
VEP Münster 2025
……. 127
12.3 Radverkehrsunfälle in Münster
Die Radverkehrsunfälle tragen maßgeblich zur schlec hten Unfallbilanz von
Münster im Städtevergleich NRW bei. Dasselbe ungüns tige Unfalllage-Bild wei-
sen häufig auch andere „Fahrradstädte“ aus. So steh t z.B. auch Freiburg mit
noch deutlich mehr Radverkehrsunfällen als in Münst er mit 679 Personenver-
kehrsunfälle/100.000 EW ebenfalls am Ende der Verke hrsunfallstatistik der Städ-
te in Baden-Würtemberg.
In den letzten 10 Jahren hat die Anzahl der Radverk ehrsunfälle in Münster er-
heblich zugenommen. Insbesondere ist seit 2002 ein deutlicher Anstieg der
durch andere Verkehrsteilnehmer verursachten Radver kehrsunfälle zu verzeich-
nen (Abbildung 49).
563
589 609 616 628
606
666
767
735
848 843
310 310
332 321
358
332
373
467 463
532
511
253 273 275 295
270 274 293 300
272
316 332
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
U(RF)
anderer Verursacher
Verursacher RF
Abbildung 49 Entwicklung Radverkehrsunfälle in Müns ter [25]
Im Zeitraum 2004 bis 2006 wurden in Münster 2.541 R adverkehrsunfälle polizei-
lich erfasst, davon 1.859 mit Personenschaden, das sind 47 % aller Unfälle mit
Personenschaden. Insgesamt wurden 51 % der Radverke hrsunfälle durch moto-
VEP Münster 2025
128……
risierte Fahrzeuge verursacht, 46 % durch Radfahrer und 3 % durch Fußgänger.
An 12 % der Radverkehrsunfälle (302 Unfälle) waren ausschließlich Radfahrer
beteiligt. Hauptunfallursachen bei den 1.286 durch Kraftfahrer verursachten Rad-
verkehrsunfällen sind die Nichtbeachtung der Vorfah rt (34 %), Fehler beim Ab-
biegen (28 %) und beim Einfahren in den fließenden Verkehr (10 %). Hauptun-
fallursache bei den 1.164 von Radfahrern verursacht en Unfällen sind neben
Fahrfehlern (19 %) die Nichtbeachtung der Vorfahrt (18 %), ungenügender Ab-
stand (15 %) und Alkoholeinfluss (12 %).
12.4 Ergebnisse von Verkehrs-Verhaltensbeobachtunge n
12.4.1 Vorbemerkungen
Schwerpunkt des Gutachtens war die verkehrstechnisc he Analyse des Unfallge-
schehens in Münster der Jahre 2004 - 2006. Verkehrs psychologische Betrach-
tungen waren nicht Bestandteil der Bearbeitung.
Wegen der Bedeutung typischer Verkehrs(fehl-)verhal tensparameter haben die
Gutachter in Ergänzung zu den unfallbezogenen verke hrstechnischen Analysen
wurden von den Gutachtern ergänzend stichprobenhaft e Verhaltensbeobachtun-
gen durchgeführt.
Ziel der Beobachtungen war es, Hinweise dafür zu fi nden, ob in Münster ein typi-
sches Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer zum Unfa llgeschehen beiträgt. Die
Verhaltensbeobachtungen belegen unter anderem, dass insbesondere uneinheit-
liche oder schwer einsehbare Regelungen zu einer sc hlechten Akzeptanz beitra-
gen können.
12.4.2 Rotlichtverstöße der Radfahrer
Die stichprobenhafte Beobachtung der Gutachter erga b, dass sich die Mehrzahl
der Fußgänger und Radfahrer an das Rotlichtsignal h alten. Bei Hochrechnung
des relativen Anteils der Rotlichtverstöße durch Ra dfahrer (7 %) auf die absolute
Anzahl der Querungen an allen Signalanlagen in Müns ter kann allerdings von
etwa 10.000 bis 13.000 Rotlichtverstößen täglich au sgegangen werden. Rotlicht-
verstöße der Autofahrer wurden nicht erhoben.
12.4.3 Nutzung der falschen Fahrbahnseite durch die Radfahrer
Die stichprobenhafte Beobachtung der Gutachter weist aus, dass durchschnittlich
ca. 4 % der Radfahrer auf der falschen Seite fahren . Dies führt nicht nur an Ein-
VEP Münster 2025
……. 129
mündungen und Zufahrten zu kritischen Situationen s ondern auch zu Unfällen
zwischen Radfahrern selbst. Ein besonders hohes Ris iko besteht zudem beim
Befahren von signalisierten Furten entgegen der erl aubten Richtung. Etwa ein
Viertel der Radfahrer nutzen die Furten in falscher Richtung.
12.4.4 Abbiegeverhalten der Autofahrer
Die stichprobenhafte Beobachtung des Abbiegeverhalt ens der Kraftfahrer durch
die Gutachter weist auf einen hohen Grad an Unaufme rksamkeit beim Abbiegen
hin. Ein Drittel der Kraftfahrer vergewissern sich nicht oder nicht ausreichend, ob
Radverkehr queren will. Selbst wenn Radfahrer sich auf oder direkt an der Furt
befinden, werden sie von 15 % der Kraftfahrer nicht beachtet. Zudem wurde eine
große Anzahl Kraftfahrer beobachtet, die beim Recht sabbiegen den Radfahrern
keinen Vorrang gewährt.
12.4.5 Geschwindigkeitsverhalten der Autofahrer
Bei 5.994 Auffahr- und Spurwechselunfällen (Unfallt yp 6, Längsverkehr) wurden
in den Jahren 2004 bis 2006 zwei Personen getötet, 53 schwer und 846 leicht
verletzt. Die hohe Anzahl dieser Unfälle kann ein H inweis darauf sein, dass die
gefahrenen Geschwindigkeiten unverträglich mit der straßenräumlichen Gestal-
tung oder dem Verkehrsaufkommen sind.
Die von der Stadt in 2007 durchgeführten Geschwindi gkeitsmessungen weisen
eine deutliche Häufigkeit von Überschreitungen auf. Insbesondere nachts halten
sich nur ein Drittel der Kraftfahrer an die zulässi ge Höchstgeschwindigkeit. Jeder
dritte Kraftfahrer fährt nachts 10 bis 20 km/h zu s chnell und jeder sechste bis
zehnte sogar um bis zu 30 km/h.
12.5 Empfehlungen zur Verbesserung der Verkehrssich erheit
Erklärtes Ziel der Ordnungspartnerschaft ist es, wi rksame und dauerhafte Ver-
besserungen in der Verkehrssicherheit herbeizuführe n, um die Anzahl der Unfäl-
le mit Personenschaden um jährlich mindestens 10 % zu reduzieren.
Die Gutachter empfehlen, mit Maßnahmen zu beginnen, die eine kurze Anlauf-
zeit haben. Dazu wird generell empfohlen:
VEP Münster 2025
130……
• Sofortiger Beginn der Umsetzung von Maßnahmen an de n Unfallhäufungs-
stellen (UHS) und Unfallhäufungslinien (UHL), die d urch eine hohe Anzahl
von Unfällen mit Personenschaden bzw. durch hohe Un fallkosten aus Un-
fällen mit Personenschaden auffallen.
• Realisierung weiterer, evtl. auch provisorischer, s chnell umsetzbarer Maß-
nahmen an anderen UHS und UHL.
Im Einzelnen sollten zudem folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
• Modifizierung der Lichtsignalsteuerungen zur besond eren Berücksichtigung
der Sicherheitsbelange von Fußgängern und Radfahrer n je nach Standort
durch zusätzliche Phasen, Veränderung der Phasen, B lockschaltungen,
Gelbblinker etc.
• Intensivierung der Überwachung zur Einhaltung der V erkehrsregeln, insbe-
sondere der Überwachung von Rotlichtverstößen durch alle Verkehrsteil-
nehmer und das Befahren von signalisierten Furten d urch Radfahrer in fal-
scher Richtung.
• Verdeutlichung der Radverkehrsführung über Grundstü ckszufahrten und
Einmündungen. Durch Markierung (Furt, Piktogramme, evt. Roteinfärbung
etc.) und eine durchgängige, einheitliche Oberfläch engestaltung des Rad-
wegs wird dessen Erkennbarkeit verbessert. An Einmü ndungen von unter-
geordneten Straßen (Tempo 30-Zonen, Verkehrsberuhig te Bereiche etc.)
trägt eine Anhebung des Radwegs auf Gehwegniveau (R ampen oder
Rampensteine) zur Reduzierung der Geschwindigkeit b ei der Radwegüber-
fahrt bei und verbessert so die Sicherheit für den Radverkehr.
• Intensivierung der Geschwindigkeitsüberwachung durch stationäre Anlagen
im Bereich von UHS und UHL sowie ergänzende, stadtw eite mobile Kon-
trollen.
• Für weitere Maßnahmen, die jedoch meist eine länger e Vorlaufzeit benöti-
gen, wird empfohlen, frühzeitig mit der Ausarbeitun g von Konzepten und
Planungen zu beginnen:
• Schaffung sicherer Querungsmöglichkeiten von Fußgän gern und Radfah-
rern über Hauptverkehrsstraßen.
VEP Münster 2025
……. 131
• Gezielte Kommunikationsmaßnahmen zur Verbesserung d es Verhaltens
der Verkehrsteilnehmer untereinander
• Überprüfung der Möglichkeit, das Konfliktpotenzial zwischen Kraftfahrzeu-
gen und Fußgängern/Radfahrern durch verkehrslenkend e bzw. verkehrs-
verlagernde Maßnahmen oder die Einrichtung von Fahr radstraßen auf un-
fallauffälligen, innerstädtischen Straßenabschnitten zu reduzieren.
• Veränderung von Straßenquerschnitten zur adäquaten Berücksichtigung
der Sicherheitsbelange des Radverkehrs insbesondere bei Strecken mit
hohem Radverkehrsanteil. Hierzu zählt neben der bre iteren Dimensionie-
rung von Radwegen insbesondere auch die Anlage von markierten Rad-
verkehrsführungen auf der Fahrbahn.
12.6 Relevanz der Verkehrssicherheitsaspekte
Aufgrund der heutigen besonderen Problemlage der Ve rkehrssicherheit im ge-
samten Stadtgebiet und der allgemein anerkannten ge sellschaftlichen Relevanz
der Sicherheitsaspekte wird dem Ziel einer nachhalt igen Verbesserung der Ver-
kehrssicherheit bei der Aufstellung des Verkehrsent wicklungsplanes Münster
(VEP MS 2025) eine besondere Bedeutung zukommen und ein besonderes Ge-
wicht bei den noch vorzunehmenden VEP-Maßnahme-Empf ehlungen in der 3.
Stufe der VEP-Bearbeitung bilden.
Von daher werden die Ergebnisse der GDV-Untersuchun gen - insbesondere zu
den unfallauffälligen Knoten und Strecken - ein wes entlicher Bewertungs-
Baustein bei der funktionalen Bewertung des VEP-Netzes sein.
Es zeichnet sich ab, dass im Haupt-Bewertungsfeld V erkehr in vielen Fällen eine
Zieldivergenz hinsichtlich der Teilziele „Verbesser ung der Verkehrssicherheit“
und „Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Verkeh rsinfrastruktur“ auftreten
wird.
Das gilt insbesondere hinsichtlich der Frage und En tscheidung, welche zulässi-
gen Geschwindigkeiten im Straßenverkehrsnetz angeor dnet werden sollen und
ob auch in stark verkehrsbelasteten, unfallauffälli gen Knotenpunkten bei der
Lichtsignalsteuerung verstärkt mehr Sicherheit vor Leistungsfähigkeit gelten soll.
VEP Münster 2025
132……
Die Ratsvorlage V/997/2008 liegt dem Rat der Stadt Münster zur Entscheidung
vor. Das vorgelegt Verkehrssicherheitsprogramm 2009 – 2013 [26] beinhaltet für
die vier Handlungsfelder (Überwachung und Ahndung, Bau- und Verkehrstech-
nik, Verkehrserziehung und Verkehrssicherheitsberat ung, Öffentlichkeitsar-
beit/Bürgerinformation) Maßnahmeempfehlungen. Bis z um Jahr 2013 sollen alle
85 identifizierten Risikobereiche in der Stadt entschärft werden.
VEP Münster 2025
…….133
13. Verkehrlich-funktionale Bewertung des VEP-Netze s
13.1 Anlass und Zielsetzung
Die Straßenräume des VEP-Netzes der Stadt Münster m üssen vielfältige Anfor-
derungen und Bedürfnisse des öffentlichen Lebens ei ner Großstadt erfüllen.
Hierzu gehören die Erreichbarkeit der anliegenden N utzungen für alle Verkehrs-
arten, die Abwicklung der Wirtschaftsverkehre und d ie Verbindungsqualität zwi-
schen den Nutzungen sowie auf gesamtstädtischen, re gionalen und großräumi-
gen Verbindungen. Darüber hinaus dienen auch die Ha uptverkehrsstraßen ei-
nem Teil der Münsteraner Bevölkerung als Wohnstandort.
In Hinblick auf die aktuell geführten Diskussionen in den Feldern Luftschadstoffe,
Lärm und Verkehrssicherheit ist es notwendig, die S traßen des VEP-Netzes ei-
ner Bewertung in den Feldern Verkehr, Umfeld und Städtebau zu unterziehen. Im
Vordergrund stehen hierbei die Fragen, inwieweit de r Straßenraum den ge-
wünschten bzw. den erforderlichen funktionalen Ansp rüchen genügt. Die ver-
kehrlich-funktionale Bewertung bündelt und überlage rt die in den vorangegange-
nen Kapiteln erarbeiteten Analyseergebnisse.
Erstmalig wird daher mit der Neuaufstellung des Ver kehrsentwicklungsplans
Münster 2025 eine Datenbank gestützte und damit for tschreibbare verkehrlich-
funktionale Bewertung des Hauptverkehrsstraßennetze s (VEP-Netz) durchge-
führt.
Dazu wurde mit externer Hilfe durch einen Gutachter ein Bewertungsverfahren
entwickelt, das zum Ziel hat, die vorhandene Situat ion hinsichtlich ihrer Eignung
für die gewünschten bzw. die erforderlichen funktio nalen Ansprüche zu beurtei-
len. Innerhalb des Bewertungsverfahrens ist zum ein en die Beurteilung der Ab-
wicklung der verschiedenen Verkehrsarten relevant. Dabei liegt der Augenmerk
auf die Verkehrsqualität und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsarten. Zum
anderen ist die Gewährleistung der Ansprüche der ve rschiedenen Randnutzun-
gen an den Straßenraum von Bedeutung. Nicht zuletzt sind die Umweltwirkungen
der Kfz-Verkehrsbelastungen maßgeblich für die Frag e der Eignung von Stra-
ßenräumen für verkehrliche Belastungen.
Die komplexen Zusammenhänge lassen sich durch eine Beurteilung in den Be-
wertungsfeldern
VEP Münster 2025
134……
• Verkehr, Verkehrssicherheit
• Umfeld / Straßenraum sowie
• Umwelt
darstellen. Mit der Überlagerung der Einzelbeurteil ungen in diesen verschiede-
nen Bewertungsfeldern soll ermöglicht werden, im Ra hmen des VEP die Ist-
Situation umfassend darzustellen, Maßnahmen für die Zukunft zu entwickeln und
unterschiedliche Maßnahmen vergleichend zu bewerten.
Das entwickelte Bewertungsverfahren bildet hierfür die Grundlage, in dem für
jeden Straßenraum die Verkehrseignung und -verträgl ichkeit einheitlich bewertet
und das daraus resultierende Konfliktpotential im Z usammenhang dargestellt
werden kann. Nachfolgend ist das Bewertungsverfahre n erläutert. Belastbare
Ergebnisse können erst in der zweiten Bearbeitungss tufe des VEP Münster 2025
differenziert aufgezeigt werden.
13.2 Bewertungsnetz
Grundsätzlich ist das gesamte VEP-Netz (vgl. Kapite l 4) bewertungsrelevant. In
die Bewertung gehen die Bundesautobahnen A1 und A 4 3 nicht ein. Unkritische
Abschnitte, für die Probleme bzw. Konflikte ausgesc hlossen werden können d.h.
Abschnitte
• deren Kfz-Verkehrsgeschehen so gering ist, dass ke ine Konflikte/Probleme
zu erwarten sind (z.B. DTV < 2.500 Kfz/24 h) und au ch keine Probleme be-
kannt sind (z.B. Verkehrssicherheit, Verkehrsqualität),
• deren Kfz-Verkehrsgeschehen keine Auswirkungen auf angrenzende sen-
sible Bereiche aufweist (außerhalb direkt angebaute r Bereiche und in aus-
reichendem Abstand zu benachbarten sensiblen Nutzungen) und
• deren verkehrlichen Funktionen keine Konflikte der Verkehrsteilnehmer
untereinander erwarten lässt (z.B. reine Kfz-Straße , keine relevante Ver-
bindung für Fuß- und Radverkehr, ...).“
werden keiner komplexen Bewertung unterzogen.
Alle anderen Abschnitte wurden einem komplexen Bewe rtungsverfahren zur ver-
kehrlich-funktionalen Bewertung unterzogen.
VEP Münster 2025
…….135
Abbildung 50 Bewertungsrelevantes Netz (siehe auch Anlage 11 im Anhang)
13.3 Datengrundlagen
Im Bewertungsverfahren wurden nachfolgende Daten berücksichtigt:
• Daten der Verkehrsnetz-Datenbank (VEP-Netz) des St adtplanungsamtes
− Verkehrsbelastungen - Pkw, Lkw, Busse
− Spurigkeiten und Kapazitäten
VEP Münster 2025
136……
− Geschwindigkeiten und
− Straßentypen
• Daten zum Straßenraum in der Straßendatenbank des Tiefbauamtes u.a.
− Fahrbahnbreiten
− Art und Breite von Gehwegen
− Art und Breite von Radwegen
− Breiten von Parkstreifen, Busspuren etc.
• Leistungsfähigkeiten an Knotenpunkten
• Busfrequentierung der Straßen des Untersuchungsnet zes
• ÖPNV-Bevorrechtigungen an Knoten
• Ausnahmegenehmigungen für den ÖPNV
• Unfall- und Sicherheitsanalyse (GdV-Gutachten)
• Die Lage von lichtsignalgeregelten Fußgängerfurten und zu Fußgänger-
überwegen
• Flächennutzungsplan
• Schwerverkehrsbelastungen im Untersuchungsnetz
• Lärmbelastungsdaten als Tages- und Nachtwerte aus 1995 – 2000
• Einwohnerzahlen entlang des Untersuchungsnetzes, a bschnittsweise in
Korridoren aufsummiert
Die Ergebnisse dieser Grundlagenaufbereitung sind i m Anhang in den Anlagen
12 bis 19 dargestellt.
Daten zur Luftschadstoffbelastungssituation lagen z um Zeitpunkt der Erstellung
des Gutachtens in ausreichender Qualität bzw. in au sreichendem Umfang nicht
vor, so dass auf eine Bewertung der Luftqualität verzichtet werden musste.
13.4 Definition von Kriterien, Indikatoren und Ansp ruchniveaus
Grundlage der Bewertung ist die Festlegung von Krit erien und Indikatoren für die
einzelnen Zielfelder. Die Anspruchniveaus für die e inzelnen festzulegenden Indi-
VEP Münster 2025
…….137
katoren werden auf der Grundlage bzw. in Weiterentw icklung bestehender Be-
wertungssysteme festgelegt. Dies erfolgt z.B. über Belastungs- und Qualitäts-
kenngrößen. Belastungskenngrößen sind für Indikator en geeignet, die Beein-
trächtigungen durch die Umwelteinflüsse des Verkehr s (Lärm und Luftschadstof-
fe) und weiterer Auswirkungen (z.B. Unfälle) zu beschreiben. Als Bewertungssys-
teme können z.B. bestehende Grenzwertdefinitionen ( z.B. 16. BImSchV für
Lärmbelastung) dienen. Qualitätskenngrößen leiten s ich aus der Definition von
anzustrebenden Zuständen bzw. Standards ab (z.B. ve rfügbare Flächen, optima-
le Aufteilung des Straßenraums etc.). Auch hierbei auf vorhandene Qualitäts-
standards zurückgegriffen (anzustrebende Maße entsp rechend anerkannter
Richtlinien, z.B. RASt 06 [22]).
Die Bewertung wurde einheitlich in 3 Stufen durchge führt. Die Einstufung der
Werte in die Bewertungsskala orientiert sich an in Münster auftretenden Wer-
tespannen orientieren.
13.5 Kriterien
13.5.1 Bewertungsfeld Verkehr
Verkehrliche Aspekte der Bewertung sind die Eignung des Straßenraumes, die
Ansprüche verschiedener verkehrlicher Nutzungen generell zu gewährleisten und
auch sicher abzuwickeln. Betrachtete Kriterien sind:
• Verkehrsqualität für den Kfz-Verkehr und den ÖPNV,
• Verkehrsqualität für den Fuß- und Radverkehr (Fläc henverfügbarkeit),
• Verkehrssicherheit und Trennwirkung von Straßen
13.5.2 Bewertungsfeld Umfeld
Die Umfeldbedingungen werden unter Bezug auf die An sprüche der Randnut-
zungen bewertet. In Abhängigkeit z.B. der Wohndicht e und der Dichte von Nut-
zungen mit besonderen Ansprüchen an die Seitenräume werden Anspruchni-
veaus an den Straßenraum definiert. Entscheidend be i der Erfassung der Rand-
nutzungen ist die Nutzungscharakteristik.
Aufbauend auf die spezifische Situation in Münster werden Nutzungstypen ent-
wickelt, anhand derer eine Kategorisierung der vorh andenen Nutzungen möglich
ist. Betrachtete Kriterien sind:
VEP Münster 2025
138……
• Straßenraumaufteilung
• Städtebauliche Verträglichkeit Kfz-Verkehrsmengen
13.5.3 Bewertungsfeld Umwelt
Im Bewertungsfeld Umwelt wird die durch den Kfz-Ver kehr verursachte Lärmbe-
lastung sowie die Lärmbetroffenheiten bewertet. Die Lärmbelastungswerte (Beur-
teilungspegel für den Tages- und Nachtzeitraum) bas ieren auf Schallausbrei-
tungsberechnungen aus den Jahren 1995-2000, deren E rgebnisse mit den neu-
en Verkehrszählungsdaten aktualisiert wurden. Die B ewertung der Tages- und
Nachtwerte erfolgt auf der Grundlage eingeführter n ationaler Immissionsgrenz-
oder -richtwerte.
Die vom LANUV zur Verfügung gestellten Daten zur Lu ftqualität ermöglichen
Aussagen zu den Luftschadstoffemissionen in Straßen räumen (PM10 und NOx)
auf der Grundlage von Emissionsberechnungen, in die die Kfz-Verkehrsmengen
(DTV), die Anteile schwerer Nutzfahrzeuge, die Ante ile des Busverkehrs, der
leichten Nutzfahrzeuge und der Krafträder einfließe n. Die Daten ermöglichen
keine Aussagen zu Immissionsbelastungen, hierzu sin d weitergehende Berech-
nungen u.a. unter Berücksichtigung der Meteorologie , der Bebauungsstrukturen
und der Ausrichtung der Straße erforderlich.
Nur für Immissionsbelastungen bestehen nach den EU- Richtlinien und der 22.
BImSchV Grenzwerte, die eine Beurteilung der Luftsc hadstoffbelastung ermögli-
chen.
Eine Bewertung ausschließlich der Emissionswerte is t im Rahmen der verkehr-
lich-funktionalen Bewertung nicht zielführend, da a llein die Emissionsseite keine
Aussagen zur Verträglichkeit der Belastungen in den Straßenräumen ermöglicht.
Zur Absicherung der Ergebnisse im Themenfeld Umwelt sollte in der zweiten
Bearbeitungsstufe die Bewertung um die Emissionswerte Luft ergänzt werden
13.6 Bewertungsansätze
13.6.1 Numerische Bewertung
13.6.1.1 Ansatz
Insgesamt wurden 15 Einzelindikatoren mit einem dre istufigen Ansatz bewertet.
Damit der Einfluss unterschiedlicher Gewichtungen der drei Bewertungsfelder auf
VEP Münster 2025
…….139
das Gesamtergebnis darstellbar ist, wurden für die zusammenfassende Bewer-
tung verschiedene Ansätze untersucht:
• „Verkehr - Umfeld - Umwelt“ mit einer Gleichgewich tung der drei Bewer-
tungsfelder mit je etwa einem Drittel
• „Funktion - Verträglichkeit“ mit einer je 50%igen Gewichtung der verkehrli-
chen Aspekte und der Umfeld- / Umweltaspekte
• „Gleichbewertung“ mit einer Gleichgewichtung aller 15 Indikatoren unab-
hängig vom Bewertungsfeld.
Innerhalb der Bewertungsansätze „Verkehr - Umfeld - Umwelt“ und „Funktion -
Verträglichkeit“ erfolgte eine weitere Ausdifferenz ierung in der Gewichtung der
Einzelindikatoren zur inneren Gewichtung innerhalb der Bewertungsfelder. Ziel
ist z.B. im Bewertungsfeld Verkehr eine Gleichgewic htung der Verkehrsträger zu
erreichen.
13.6.1.2 Sensitivitätsanalyse
Eine durchgeführte Sensitivitätsanalyse des Bewertu ngsverfahrens hat aufge-
zeigt, dass durch das numerische Verfahren viele de r ggf. auftretenden proble-
matischen Situationen nivelliert werden und nicht mehr als solche herausgearbei-
tet werden können.
Besonders augenfällig ist dies im Bewertungsfeld Ve rkehr. Hier ergeben sich in
den unterschiedlichen Kriterien „Verkehrsqualität f ür den Kfz-Verkehr“, „Flächen
für den Fuß- und Radverkehr“ sowie „Verkehrssicherh eit“ häufig gegenläufige
Bewertungen, die in der Summe eine mittlere Bewertu ng ohne Differenzierungs-
möglichkeiten ergeben.
Durch diese Nivellierung bereits innerhalb der Bewe rtungsfelder (insbesondere
Verkehr) und darüber hinaus auch zwischen den Bewer tungsfeldern ergeben
sich überwiegend Bewertungen im mittleren Bereich, die unterschiedlichen Ge-
wichtungen ergeben nur geringfügige Abweichungen zw ischen den Bewertun-
gen.
Im Ergebnis wird das numerische Bewertungsverfahren für bestimmte Interpreta-
tionsmöglichkeiten nur als bedingt geeignet gesehen. Mit diesem Verfahren ist es
durchaus möglich, eine grundsätzlich vergleichende Bewertung z.B. zwischen
nicht problematischen, weniger problematischen und sehr problematischen Stra-
VEP Münster 2025
140……
ßenabschnitten herauszuarbeiten, es bleibt aber off en, wie hoch der Handlungs-
bedarf in welchem Bewertungsfeld ist.
13.6.2 Bewertungsansatz „Handlungsbedarf“
Um die Handlungsbedarfe besser herausarbeiten zu kö nnen, wurde eine weitere
Bewertung mit dem Ansatz „Handlungsbedarf“ durchgeführt.
Dieser Ansatz „Handlungsbedarf“ wird nicht auf der Ebene der drei Bewertungs-
felder durchgeführt, da hierbei, insbesondere im Fe ld Verkehr sehr unterschiedli-
che Indikatoren zusammentreffen. Die Bewertung wird auf der Ebene der 7 Krite-
rien
• Verkehrsqualität KFZ und ÖPNV
• Flächenverfügbarkeit Rad- und Fußverkehr
• Verkehrssicherheit und Trennwirkung
• Straßenraumqualität
• Städtebauliche Verträglichkeit der Kfz-Verkehrsmen gen
• Lärmbelastung
• Betroffenheit durch Lärm
durchgeführt.
Bei diesem Ansatz wird zugrunde gelegt, dass bei de r Bewertung eines Indika-
tors des betrachteten Kriteriums mit „3“ ein hoher Handlungsbedarf besteht, bei
einer Bewertung mit „2“ ein mittlerer Handlungsbeda rf. Liegen ausschließlich
Bewertungen mit „1“ vor, besteht kein Handlungsbedarf.
Mit diesem Verfahren lässt sich anhand einer dreist ufigen Skala darstellen, in
welchen Straßenabschnitten und in welchen der 7 gew ählten Kriterienfelder
Handlungsbedarf (mittlere/hoher) besteht.
Eine Aggregation der 7 Kriterienfelder auf die 3 Be wertungsfelder Verkehr,
Städtbau/Umfeld und Umwelt erfolgt nicht, da sie nicht zielführend ist.
In der Zusammenschau lassen sich diejenigen Straßen abschnitte herauszufil-
tern, in denen durch Kumulieren von Problemen eine sehr hohe Priori-
tät/Erfordernis für Verbesserungsstrategien/-maßnahmen besteht. Hierzu werden
VEP Münster 2025
…….141
für jeden Straßenabschnitt die „hohen Handlungsbeda rfe“ aus den 7 Kriterien
addiert; d.h., im Ergebnis kann der Bewertung entno mmen werden, wie hoch der
Gesamt-Handlungsbedarf als Summe der einzelnen „hoh en Handlungsbedarfe“
ist.
13.7 Weiteres Vorgehen
Im weiteren Verfahren zur Aufstellung des VEP Münst er 2025 sind die beiden
Bewertungsansätze differenziert anzuwenden und die Ergebnisse zu prüfen. Für
die Entwicklung der Szenarien sind die Ergebnisse d ann hinsichtlich geeigneter
Maßnahmen bzw. Maßnahmebündel zu interpretieren. Da rüber hinaus werden
dann das Trendszenario und das daraus entwickelte Z ielszenario einer differen-
zierten verkehrlich-funktionalen Bewertung unterzogen, um die Wirkung der Maß-
nahmen und Maßnahmebündel zu beurteilen.
VEP Münster 2025
142……
14. Zusammenfassung
14.1 Vorbemerkungen
Diese Zusammenfassung stellt die Inhalte und die we sentlichen Ergebnisse der
durchgeführten Auswertungen sowie die daraus abzule itenden Konsequenzen
für die weiteren Bearbeitungsstufen des VEP Münster 2025 dar.
14.2 Verkehrsbild Münster 2007
Inhalt:
Beschreibt die Entwicklung des Verkehrsgeschehens i n Münster/Münsterland
sowie das derzeitige Verkehrsbild. Im Wesentlichen beruhen die Aussagen auf
einer inhaltlichen Aufbereitung der Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2007
sowie einer Kordonbefragung und –zählungen 2001/2007.
Neben den Aussagen zur Mobilität und zur Verkehrsmi ttelwahl liegt der Schwer-
punkt dieses Kapitels auf der Darstellung der verke hrlichen Entwicklung der ver-
gangenen ca. 25 Jahre differenziert nach den Verkehrsarten (Kapitel 2).
Ergebniszusammenfassung
• Der Gesamtverkehr im Stadtgebiet Münster ist von 1 982 bis 2007 von
1.135 Mio. auf 1.435 Mio. Wege und Fahrten angestiegen (+26,4 %).
• Der Radverkehr und ÖPNV haben seit 1982 um ca. 200 .000 Personenfahr-
ten zugelegt (+52 %).
• Der Kraftfahrzeugverkehr ist um ca. 170.000 Person enfahrten gestiegen
(+33 %), weil der Kfz-Verkehr sich im Stadt-Umland- Verkehr nahezu ver-
doppelt hat. Der Umlandverkehr macht 44 % des Kfz-V erkehrs im Stadtge-
biet aus.
• Damit ist weiterhin der Kfz-Verkehr weiterhin die dominierende Verkehrsart
(688.000 Fahrten/Tag, 48% Anteil am Modal-Split) im Stadtverkehr.
• Die Verkehrsmittel des Umweltverbundes - Fußgänger +Radfahrer+ÖPNV/
SPNV - haben mit 748.000 Wegen und Fahrten/Tag am g esamten Ver-
kehrsaufkommen einen Anteil von 52 % am Modal-Split . Die Differenzie-
rung nach Münsteranern und Pendlern zeigt, dass die Akzeptanz und der-
VEP Münster 2025
…….143
zeitige Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel d er Münsteraner bei
63,7 % und der Pendler lediglich bei ca. 19 % liegt.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
Das heutige Verhältnis des Modal-Split bei den Pend lern von 81 % MIV zu 19 %
ÖPNV/SPNV kann nicht zufriedenstellen. In den noch folgenden Bearbeitungs-
stufen des VEP ist der Stadt-Umland-Verkehr in Bezu g auf die weitere Entwick-
lung und im Hinblick auf die verkehrliche Abwicklung vertieft zu untersuchen. Hier
gilt es Ansätze zu erarbeiten, die eine stadtverträ gliche Abwicklung dieser Ver-
kehre sicherstellen. Darüber hinaus müssen die verk ehrlichen Konsequenzen,
die sich aus den stadtstrukturellen Entwicklungen e rgeben, aufgezeigt und be-
wertet werden.
14.3 Verkehrsrelevante Strukturen
Inhalt:
Das Verkehrsbild der Stadt Münster wird von der rau mfunktionalen Grundstruktur
des Umlandes, den Strukturdaten und deren Entwicklu ng, der Wirtschaftsstruktur
und der Entwicklung des Kfz-Bestandes nachhaltig be einflusst. Wie sich diese
Strukturen in den vergangenen Jahren entwickelt hab en, beschreibt dieser Ab-
schnitt des VEP Münster 2025 (Kapitel 3).
Ergebnis:
• Die Stadt Münster fungiert als bedeutendes Arbeits markt- und Ausbil-
dungszentrum (Universitätsstadt), als wichtiger Ver sorgungs-, Dienst-
leistungs- und Einzelhandelsstandort sowie als Kult ur- und Freizeitmetro-
pole für eine Region mit 1,6 Millionen Einwohnern.
• Innerhalb der Stadt Münster gab es seit 1980 erheb liche Strukturver-
schiebungen (vgl. Tabelle 5) von der Innenstadt in die Außenstadtteile
(z.B. Zentrum Nord, Gievenbeck, Gewerbegebiet Loddenheide).
• Über 12.000 Arbeitsplätze aus der Alt-/ Innenstadt , die insbesondere für
den Pendler gut mit dem SPNV erreicht werden konnte n, sind in den letz-
ten 25 Jahren in die Außenstadtteile gewandert (stärkere Kfz-Nutzung).
• Innerhalb des Münsterlandes bestehen deutliche str ukturelle Unterschie-
de. Insgesamt gesehen dominiert der tertiäre Sektor bzw. der Dienstleis-
VEP Münster 2025
144……
tungsbereich, der mit 85,2 % in Münster den höchste n Anteil einnimmt
und in den Kreisen bei einem Anteil von ca. 70 % liegt.
• Im Jahr 2006 waren in Münster 179.556 Kraftfahrzeu ge gemeldet. Das
bedeutet einen Zuwachs von etwas über 50.000 Kraftf ahrzeugen in nur
15 Jahren. Nach den vorliegenden Zahlen ist in dem Zeitraum von 1980
bis ins Jahr 2006 der Kfz-Bestand in Münster konsta nt jährlich um ca. 2,2
% angestiegen.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
Die Aussagen des GEP 2025 mit den zu erwartenden St rukturänderungen im
Münsterland und in Münster werden maßgeblich das Ve rkehrsbild im Stadtgebiet
mit beeinflussen. Insbesondere die innerstädtische Feinverteilung der Strukturen
ist in den nächsten Bearbeitungsstufen zu berücksic htigen. Darüber hinaus wer-
den auch Prognosen u.a. zur weiteren Entwicklung de s Motorisierungsgrades,
des Verkehrsmittelwahlverhaltens und insbesondere z u den Entwicklungen im
Zusammenhang mit dem demographischen Wandel zu berücksichtigen sein.
Diese Strukturen sowie die Netze der einzelnen Verk ehrsträger sind die Grund-
lage für das in der nächsten Bearbeitungsstufe zu entwickelnde Trendszenario.
Darüber hinaus soll eine Expertise 2050 aufzeigen, wie sich das Strukturgefüge
im Münsterland und in der Stadt Münster bis zum Pro gnosehorizont 2050 verän-
dern könnte und welche Konsequenzen sich daraus für die Stadt Münster erge-
ben.
14.4 Kraftfahrzeugverkehr
Inhalt:
Für die Abwicklung des Verkehrsaufkommens stehen für die Verkehrsarten Moto-
risierter Individualverkehr (MIV), Öffentlicher Per sonen- und Schienenpersonen-
nahverkehr (ÖPNV/SPNV) und Radverkehr eigene Verkehrsnetze zur Verfügung.
An jedes dieser Verkehrsnetze werden ganz unterschi edliche Anforderungen
geknüpft, um jede Verkehrsart für sich stadtverträg lich und möglichst störungsfrei
abwickeln zu können. Dabei ist zu beachten, dass si ch die einzelnen Verkehrsar-
ten in vielen Abschnitten des Straßennetzes den Str aßenraum teilen müssen.
Dieses Kapitel beschreibt neben den innerstädtische n Netzen für den MIV,
ÖPNV und Radverkehr auch die Einbindung und die Anf orderungen an die groß-
VEP Münster 2025
…….145
räumigen Straßen- und Schienennetze sowie die Anbin dung zu Wasser und in
der Luft, die aus Sicht eines Oberzentrums von Bedeutung sind (Kapitel 4 und 5).
Ergebnis:
• Im Jahr 2008 wird im Vergleich zum Jahr 1982 deutl ich mehr Verkehr im
Stadtgebiet bei etwa gleichbleibenden Netzlängen im Hauptverkehrstra-
ßennetz abgewickelt. Das führt in Teilabschnitten u nd zu bestimmten Zei-
ten zu Leistungsengpässen. Davon betroffen ist dann nicht nur der flie-
ßende Kraftfahrzeugverkehr sondern auch die übrigen Verkehrsarten
(z.B. Grünzeiten an Lichtsignalanlagen etc.). Die s tarke Bündelung der
Verkehre auf wenige Achsen führt in diesen teilweis e zu Überschreitun-
gen der Leistungsfähigkeit und der zulässigen Lärm- und Schadstoffbe-
lastungen.
• Das Hauptverkehrsstraßennetz (HVS) weist in 2008 f ünfundachtzig Risi-
kobereiche auf, die gemäß eines Verkehrssicherheits programmes bis
2013 deutlich entschärft werden sollen.
• Die Anbindung Münsters an das überregionale und gr oßräumige Schie-
nenangebot ist nicht ausreichend.
• Für den ruhenden Verkehr gilt das Parkraumkonzept 2010, das zur Zeit
aktualisiert wird.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
In den weiteren Bearbeitungsstufen ist eine systema tische und in den Prioritäten
begründete Beseitigung von Leistungsengpässen zu pr üfen. Dabei sind die ver-
kehrlichen Entwicklungen, die sich auf Grund besteh ender Planungen (FNP Vor-
gaben) umzusetzender Fachpläne (Verkehrssicherheit, Luftreinhaltung, Lärm-
minderung) oder auch strukturellen Veränderungen (D emografie, Wohn- und
Gewerbeflächen) zu berücksichtigen.
Es sind Konzepte zu entwickeln, die eine Verlagerun g des fließenden Kraftfahr-
zeugverkehrs auf Straßen mit möglichst wenig sensib lem Umfeld, eine Entlas-
tung der Ortsdurchfahrten sicherstellen. Dabei ist die Erreichbarkeit des Ober-
zentrums Münster im MIV und im ÖPNV/SPNV sicherzustellen.
VEP Münster 2025
146……
14.5 Öffentlicher Nahverkehr
Inhalt:
Aussagen zur Fahrgastnachfrage, zu den Erfolgsfaktoren, Entwicklungen und zur
strategischen Ausrichtung des ÖPNV in Münster (Kapitel 6).
Ergebniszusammenfassung
Der ÖPNV in Münster ist mit der Umsetzung des 2. Na hverkehrsplanes gut auf-
gestellt. Erkennbar sind jedoch einschneidende Verä nderungen hinsichtlich der
Finanzierung, Veränderungen in den Fahrgastgruppen – zunehmend ältere Fahr-
gäste und Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
In den Szenarien sind für das städtische ÖPNV-Netz die nachfolgenden Prämis-
sen zu berücksichtigen:
• 300-400m Einzugsbereich (verdichtete Bereiche), fu ßläufige Erreichbarkeit
der Haltestellen für eine zunehmend älter werdende Bevölkerung und
Fahrgäste und die
• Sicherstellung der zentralen Erreichbarkeit der Al tstadt und des Haupt-
bahnhofs. In diesem Zusammenhang ist zu überprüfen, ob zur Entlastung
der Bahnhofstraße und des Bülts der Hindenburgplatz als vierte Altstadthal-
testelle etabliert werden kann.
• 20-minütige Grundtakt der Stadtbuslinien,
• mindestens der 10’-Takt für alle Korridore und die aufkommensstarken Au-
ßenstadtteile,
Für den regionalen ÖPNV/SPNV ist zu prüfen, welchen Anteil am Stadt-Umland-
Verkehr dieser Verkehrsträger zukünftig übernehmen kann. Dazu ist zu erarbei-
ten ob und in welchem Umfang Angebotsverbesserungen sinnvoll und möglich
sind aber auch, welchen Einfluss tarifliche Maßnahm en/Anreize auf das Ver-
kehrsmittelwahlverhalten der Pendler haben werden ( Semesterticket, Jobticket
etc.). Unter anderem ist dazu die Reaktivierung de r Westfälischen Landeseisen-
bahn zu untersuchen. Die neuen Organisationsstruktu ren – Zweckverband Nah-
verkehr Westfalen (NWL) – bringen neue Verantwortli chkeiten für den SPNV in
VEP Münster 2025
…….147
Westfalen/Münsterland ab 2011, die ggf. Chancen für die Weiterentwicklung des
SPNV eröffnen.
14.6 Radverkehr
Inhalt:
Beinhaltet die Darstellung der Ausgangslage, die Be schreibung aktueller Pro-
gramme aber auch eine Wertung des bisher Erreichten , sowie einen Ausblick
und eine erste Formulierung möglicher Handlungsfelder.
Ergebniszusammenfassung
Der hohe Radverkehrsanteil der münsteraner Bevölker ung (2007: 37,6 %) trägt
in hohem Maße zu einem stadt- und sozialverträglich en Gesamtverkehrsbild bei.
Erstmalig nutzen die Münsteraner für ihre täglichen Wege häufiger das Fahrrad
als das Kraftfahrzeug (36,3 %).
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
Das Radverkehrskonzept 2010 liegt aktualisiert vor. Die Radverkehrsentwicklung
bis 2025 ist weiterzuentwickeln. Hier sind neue Ans ätze und Wege zu suchen
bzw. Bewährtes fortzuführen. Eine besondere Bedeutu ng kommt der Öffentlich-
keitsarbeit und der Radverkehrssicherheit zu.
Auf VEP-Ebene ist zu empfehlen, die Radverkehrsförd erung auf dem bestehen-
den Niveau weiter voranzutreiben: Zielmarge 40 %.
Ein spezielles Augenmerk ist in Münster auch auf da s Fahrradparken zu richten,
das in vielen Fällen in der Innenstadt aber auch in den innenstadtnahen Wohn-
gebieten auf den Gehwegen geschieht. Dies führt tei lweise zu vermeidbaren Be-
hinderungen, die das zu Fuß gehen unnötig erschwere n. Es kann davon ausge-
gangen werden, dass mit geordnetem Fahrradparken au ch die Attraktivität für
Fußgänger gesteigert werden kann. Auch so kann ein Beitrag zu einem höheren
Fußgängeranteil innerhalb des Umweltverbundes geleistet werden.
In der Altstadt, am Hauptbahnhof sind weitere Fahrr adstationen und bequem
nutzbare Fahrradabstellanlagen geplant und auszubauen.
VEP Münster 2025
148……
14.7 Fußgänger und Nahmobilität
Inhalt:
Unter Nahmobilität wird ganz allgemein die individu elle, nichtmotorisierte Mobili-
tät im räumlichen Nahbereich, vorzugsweise zu Fuß u nd mit dem Fahrrad, aber
auch mit anderen nicht motorisierten Verkehrsmittel n (z.B. Inliner, Kickboards,
Skateboards) verstanden. Dabei sollen insbesondere für Kinder, Senioren und
Familien (infra-)Strukturen geschaffen werden, die es diesen Personengruppen
ermöglicht, sich gerne und vor allem sicher – ohne Kfz - in der Stadt zu bewegen.
Attraktive Straßenräume und wohnungsnahe Versorgung s- und Erholungsange-
bote sind wesentliche Elemente zur Förderung der Nahmobilität (Kapitel 8).
Ergebniszusammenfassung
• Nicht nur in Münster ist festzustellen, dass der F ußgängerverkehr stark
rückläufig ist. Wurden im Jahr 1982 noch 25 % aller täglichen Wege in
Münster zu Fuß zurückgelegt, waren es in 2007 nur noch etwa 16 %.
• Wesentliche Ursachen für rückläufige Fußgängerante ile sind die dezen-
trale Siedlungsentwicklung und die gleichzeitige Zu nahme der Motorisie-
rung, die Schülerfreifahrten, aber auch die Konkurr enzierung durch ande-
re Verkehrsarten. In Münster ist in diesem Zusammen hang insbesondere
die stark gewachsene Nutzung des Fahrrades zu berüc ksichtigen. Schon
in der Entfernungsklasse bis 2 Kilometer hat der Ra dverkehr einen Anteil
von fast 48 %.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
In den folgenden Bearbeitungsstufen des Verkehrsent wicklungsplanes sind
Maßnahmen zu entwickeln, die diesen Verkehrsträger „zu Fuß gehen“ stärken.
Dabei ist neben der Erreichbarkeit von Zielen auf m öglichst kurzen Wegen auf
eine verbesserte Durchlässigkeit von Siedlung- und Industriegebieten, das stö-
rungsfreie Gehen im Innenstadtbereich (Fußgängerzon en), den Abbau von Bar-
rieren (z.B. sichere Querung von Straßenverkehrsanl agen) und die Möglichkeit
der Schaffung von Wegen entlang von Wasserläufen un d "Grünen Achsen" zu
achten. Traditionelle Fußwege sind grundsätzlich zu erhalten und schrittweise
auszubauen. Auf vorhandenen Wegen aufbauend soll äh nlich dem Radverkehrs-
VEP Münster 2025
…….149
netz ein zusätzliches, vom Straßennetz unabhängiges Wegenetz für den Fuß-
gängerverkehr entstehen.
14.8 Stadt-Umland-Verkehr
Inhalt:
Vertiefende Aufbereitung der vorliegenden Informati onen zum Stadt-Umland-
Verkehr (vgl. Aufbereitungen zum Kapitel „Verkehrsb ild Münster 2007“). Auf der
Basis durchgeführter Erhebungen im Kfz-Verkehr in d en Jahren 2001 und 2007
differenzierte Beschreibung der Verkehrsentwicklung in diesem Sektor sowie
Betrachtung des Durchgangs-, Quell und Zielverkehrs . Weiterhin erfolgt eine
Aufbereitung des Schienenpersonennah- und des Regio nalbusverkehrs (Kapitel
9).
Ergebniszusammenfassung
• Die Zahl der der Pendler ist zwischen 1982 und 200 7 von ca. 100.000 auf ca.
186.000 angestiegen.
• Der Modal Split der Pendler hat sich folgendermaße n entwickelt:
1982: 75,0 % Kfz-Verkehr, 25,0 % Verkehrsmittel des Umweltverbundes
2007: 80,9 % Kfz-Verkehr, 19,1 % Verkehrsmittel des Umweltverbundes
• Im 2001 wurden an 25 am Stadtrand gelegenen Zählst ellen insgesamt
253.000 Kfz-Fahrten erfasst, 2007 waren es 282.000 Kfz-Fahrten (jeweils
DTVw). Dies entspricht einer Zunahme von 11,3 %. Gu t zwei Drittel dieser
Kfz-Fahrten werden über acht Einfallstraßen mit meh r als 10.000 Kfz/24h ab-
gewickelt.
• Der Durchgangsverkehr betrug in 2001 ca. 15.600 Kf z-Fahrten/24h. Am Ge-
samtverkehrsaufkommen nimmt er damit einen Anteil v on 6,2 % ein und ist
als sehr gering und verträglich einzustufen.
• Bei den Quellen der Pendler im Umland dominieren d ie Korridore West und
Ost mit Anteilen von 15,6 % bzw. 15,4 %. Bedeutende Zellen sind Greven,
Telgte, Senden, Warendorf und Steinfurt. Insgesamt drei Viertel der Kfz-
Verkehre aus dem Umland stammen aus den vier Münsterlandkreisen.
VEP Münster 2025
150……
• 42.250 Kfz-Fahrten der Pendler führen in den Stadt bezirk Mitte (40,7 %). Mit
ca. 22.400 Kfz-Fahrten/24h bzw. 21,6 % ist die Alt- /Innenstadt das zentrale
Ziel der Pendler.
• Auf acht Schienenstrecken pendeln täglich ca. 42.5 00 SPNV-Fahrgäste über
die Stadtgrenze von und nach Münster. 42.000 SPNV-F ahrgäste steigen am
Hauptbahnhof ein oder aus, 5.100 Fahrgäste an den ü brigen sechs Halte-
punkten, insbesondere am Haltepunkt Hiltrup und am Haltepunkt Zentrum
Nord.
• Auf den Schnellbuslinien werden pro Tag ca. 6.800 Fahrgäste, auf zehn Re-
gioBus-Linien ca. 5.600 Fahrgäste aus dem Umland vo n und nach Münster
befördert.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
Es ist zu überlegen, wie die Pendlerverkehre zu ein em größeren Anteil auf die
umweltfreundlichen Verkehrsmittel Bus und Zug verla gert werden können, mögli-
cherweise durch Stärkung dieser Verkehrsmittel mitt els Angebotserweiterungen
und Tarifanreize, Optimierung bei der Vernetzung al ler Verkehrsmittel etc., ohne
nennenswerte Einbußen der Leistungsfähigkeit im MIV hinnehmen zu müssen.
Damit die Entwicklung des Umlandverkehrs langfristi g und nachhaltig bewältigt
werden kann, müssen für die weiteren Bearbeitungssc hritte mit den zugehörigen
Szenarienberechnungen zukunftsfähige, visionäre Ide en entwickelt und geprüft
werden:
• wie ein qualifiziertes Regionalbusnetz abseits der Schienenkorridore finanziell
gesichert werden kann
• wie das bestehende SPNV-Angebot erhalten bzw. ausg ebaut werden kann
• die das Job- und Semesterticket erhalten
• die in einer kommunalen Partnerschaft ein münsterl andweites P+R- und Mit-
fahrerparkplatz-Konzept erarbeiten und umsetzen
• die der Förderung von Fahrgemeinschaften dienen
Insgesamt gesehen gilt der Stadt-Umland-Verkehr als der Handlungsschwer-
punkt bei der weiteren Bearbeitung des VEP.
VEP Münster 2025
…….151
Mittelfristig muss der Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz
für den Personen- und Güterfernverkehr über den Ver knüpfungspunkt Münster-
Hauptbahnhof verbessert werden.
14.9 Lkw- und Wirtschaftverkehr
Inhalt:
Vertiefende Darstellung der Situation fokussiert au f den Lkw-Verkehr. Das Ver-
kehrsaufkommen im Lkw-Verkehr wird dargelegt, insbe sondere das Schwerver-
kehrsaufkommen im Stadt-Umland-Verkehr, die Lkw-Ver kehrsbelastungen und
der Lkw-Durchgangsverkehr im Stadtgebiet von Münste r. Außerdem werden die
in Münster vorhandenen verkehrsrechtlichen Restrikt ionen beschrieben (Kapitel
10).
Ergebniszusammenfassung
• An einem durchschnittlichen Werktag queren 18.500 Schwerverkehrsfahr-
zeuge die am Stadtrand liegenden Kordonpunkte. Der Schwerverkehrsanteil
liegt damit bei 7,3 % und ist als gering bzw. verträglich einzustufen.
• Nur die Autobahnen A 1 und A 43 sowie die Bundesst raße B 51 weisen Lkw-
Belastungen mit über 2.000 Fahrzeugen auf und stell en die Hauptachsen für
den Lkw-Durchgangsverkehr dar. Hohe Verkehrsbelastungen finden sich wei-
terhin auf der Bundesstraße B 54 Richtung Gronau un d in Richtung Hamm
sowie auf dem Schifffahrter Damm in Richtung Greven.
• Im Innenstadtbereich fallen insbesondere die Lkw-B elastungen auf dem II.
Tangentenring auf, die überwiegend auf den Quell- u nd Zielverkehr der Lie-
ferverkehre in die Innenstadt sowie sonstige inners tädtische Lkw-Verkehre
zurückzuführen sind.
• Insgesamt gesehen handelt es sich bei dem ermittel ten Mengengerüst um
Größenordnungen, die keinen verkehrlichen Handlungs bedarf auslösen. In-
wieweit aus Gründen des Lärmschutzes und der Luftre inhaltung eine speziel-
le Lkw-Führung empfehlenswert ist, ist zu prüfen.
• Straßen oder Straßenzüge, die verkehrsrechtlichen Restriktionen unterliegen,
weisen in aller Regel relativ geringe Lkw-Belastung en auf. Dies lässt den
VEP Münster 2025
152……
Schluss zu, dass diese Maßnahmen greifen und die Re striktionen befolgt
werden.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
Verkehrliche und verkehrlich relevante städtebaulic he Aspekte werden detailliert
im Kapitel „Verkehrlich-funktionale Bewertung“ ermittelt, dargestellt und bewertet.
Umweltbezogene Aspekte werden bei der Aufstellung d es Luftreinhalte- und
Lärmminderungsplanes berücksichtigt. Die Ergebnisse werden in der 2. Stufe der
Bearbeitung des VEP Münster 2025 detailliert darges tellt. Erst dann kann über-
legt werden, ob der Lkw-Verkehr im Stadtgebiet von Münster weiter gebündelt
oder sogar über einen Lkw-Netzplan geführt werden s oll. Allein aus den voran-
gegangenen Auswertungen der Lkw-Belastungen zeigt s ich auf alle Fälle kein
Bedarf für eine weitere Bündelung des Lkw-Verkehrs bzw. für einen Lkw-
Netzplan.
14.10 Umwelt
Inhalt:
Kurzbeschreibung der vorliegenden Informationen aus den Bereichen Lärm und
Luftschadstoffe (Kapitel 11).
Ergebnis:
Die Datenlage im Umweltbereich ist in Teilen noch n icht ausreichend. Mit dem
verabschiedeten Luftreinhalteplan wurden aber berei ts wesentliche Vorgaben für
den Verkehrssektor festgelegt.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
Die Maßnahmen des Verkehrssicherheitsprogrammes (z. B. Geschwindigkeiten
im Hauptverkehrsstraßennetz, Grüne Wellen etc.) wer den teilweise erheblichen
Einfluss auf das Verkehrsbild in Münster haben. Die Auswirkungen sind in der
Stufe 2 darzulegen und zu bewerten. Insbesondere is t dabei zu untersuchen, ob
einzelne Maßnahmen des Verkehrssicherheitspaketes z u unerwünschten Effek-
ten in anderen Bereichen führen können. Dazu sind g gf. Gegenstrategien zu
entwickeln.
Die bislang nicht hinreichend gute Datenlage im Ber eich der Schadstoffemissio-
nen sollte zur umweltseitigen Absicherung der zukün ftigen Planungen verbessert
VEP Münster 2025
…….153
werden. Dazu ist in Absprache mit dem Umweltamt ein e geeignete Vorgehens-
weise zu entwickeln.
14.11 Verkehrssicherheit
Inhalt:
Aufbereitung der für einen VEP relevanten Informati onen und Erkenntnisse aus
dem Gutachten des GdV (Kapitel 12).
Ergebnis:
Das Ergebnis der Verkehrssicherheitsanalyse dokumen tiert sich im Masterplan
Verkehrsunfallprävention und im Verkehrssicherheits programm. Diese werden
am 25.03.2009 vom Rat beschlossen.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
Aufgrund der heutigen besonderen Problemlage der Ve rkehrssicherheit im ge-
samten Stadtgebiet und der allgemein anerkannten ge sellschaftlichen Relevanz
der Sicherheitsaspekte wird dem Ziel einer nachhalt igen Verbesserung der Ver-
kehrssicherheit bei der Aufstellung des Verkehrsent wicklungsplanes Münster
(VEP MS 2025) eine besondere Bedeutung zukommen und ein besonderes Ge-
wicht bei den noch vorzunehmenden VEP-Maßnahme-Empf ehlungen in der 3.
Stufe der VEP-Bearbeitung bilden.
Es zeichnet sich ab, dass im Haupt-Bewertungsfeld V erkehr in vielen Fällen eine
Zieldivergenz hinsichtlich der Teilziele „Verbesser ung der Verkehrssicherheit“
und „Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Verkeh rsinfrastruktur“ auftreten
wird.
Das gilt insbesondere hinsichtlich der Frage und En tscheidung, welche zulässi-
gen Geschwindigkeiten im Straßenverkehrsnetz angeor dnet werden sollen und
ob auch in stark verkehrsbelasteten, unfallauffälli gen Knotenpunkten bei der
Lichtsignalsteuerung verstärkt mehr Sicherheit vor Leistungsfähigkeit gelten soll.
14.12 Verkehrlich-funktionale Bewertung des VEP-Net zes
Inhalt:
Das VEP-Netz der Stadt Münster hat die vielfältigen Anforderungen und Bedürf-
nisse des öffentlichen Lebens einer Großstadt zu er füllen. Hierzu gehören die
VEP Münster 2025
154
……
Erreichbarkeit der anliegenden Nutzungen für alle V erkehrsarten, die Abwicklung
der Wirtschaftsverkehre und die Verbindungsqualität zwischen den Nutzungen
auf gesamtstädtischen, regionalen und großräumigen Verbindungen. Darüber
hinaus dienen auch die Hauptverkehrsstraßen einem T eil der Münsteraner Be-
völkerung als Wohnstandort. In Hinblick auf die akt uell geführten Diskussionen in
den Feldern Luftschadstoffe, Lärm und Verkehrssiche rheit ist es sinnvoll, die
Straßen des VEP-Netzes einer Bewertung zu unterzieh en und Prioritäten abzu-
leiten.
Im Vordergrund steht dabei zu prüfen und zu beurtei len, inwieweit das Hauptver-
kehrsstraßennetz in Münster den gewünschten bzw. de n erforderlichen funktio-
nalen verkehrlichen, städtebaulichen und Umwelt-Ans prüchen genügt und wo,
welcher Handlungsbedarf besteht (Kapitel 13).
Ergebnis:
Aus der Überlagerung der Handlungsbedarfe für die e inzelnen Verkehrsarten in
den Streckenabschnitten, ergeben sich Empfehlungen für Prioritäten der Stre-
ckenabschnitte untereinander in Bezug auf die Bildu ng von Verbesserungsmaß-
nahmen.
Konsequenzen für die weiteren Bearbeitungsstufen:
In der zweiten Stufe der weiteren Bearbeitung des VEP Münster 2025 sind für die
identifizierten Streckenabschnitte differenzierte U ntersuchungen hinsichtlich ge-
eigneter Maßnahmebündel durchzuführen. Die Entwickl ung der Strategien zur
Verbesserung in den Straßen- und Streckenabschnitte n ist mit dem Trendszena-
rio 2025 abzugleichen, schon hier sind Verbesserung en oder aber auch Ver-
schlechterungen auf Grund der verkehrlichen Entwick lung zu erwarten. Darüber
hinaus sind die Ergebnisse auch an anderen Fachplän en wie z.B. dem Master-
plan Verkehrsunfallprävention oder am Luftreinhalteplan zu spiegeln.
Die Entwicklung der Szenarien geschieht mit dem Zie l, die Anzahl der Hand-
lungsbedarfe, die sich aus der funktionalern Bewert ung für die Szenarien ergibt,
möglichst zu minimieren.
VEP Münster 2025
……. 155
15. Fazit
Die in der ersten Bearbeitungsstufe des VEP Münster durchgeführte Aufberei-
tung der verkehrlichen Ausgangssituation verdeutlic ht, dass die Stadt Münster in
der Abwicklung der innerstädtischen Verkehre auf ei nem hohen stadtverträgli-
chen Niveau angekommen ist. Dies dokumentiert sich am eindruckvollsten im
zwischenzeitlich erreichten Modal-Split bei der Mün steraner Bevölkerung (vgl.
Abbildung 51)
36,3%
10,4%
37,6%
15,7%
Kfz Bus+Bahn Fahrrad Fuß
Abbildung 51 Modal-Split der münsteraner Bevölkerun g (2007)
Dieser Modal-Split darf aber nicht darüber hinwegtä uschen, dass im Hauptver-
kehrsstraßennetz täglich von den Münsteranerinnen u nd Münsteranern fast
390.000 Fahrten mit dem Kraftfahrzeug durchgeführt werden.
Gleichzeitig haben die stetig steigenden Verkehrsbe ziehungen im Stadt-Umland-
Austausch inzwischen ein Maß erreicht, dass in der Überlagerung mit dem Bin-
nenverkehr zum Handeln zwingt. In der Überlagerung werden im Straßennetz
der Stadt Münster täglich fast 690.000 Kfz-Fahrten durchgeführt. Dies hat zur
Folge, dass einige Hauptverkehrsstraßen Verkehrsbel astungen von über 50.000
Kfz am Tag aufweisen. Unabhängig davon, dass an den Knotenpunkten damit
bereichweise die Grenze der Leistungsfähigkeit erre icht ist, führen diese hohen
Belastungen zur Beeinträchtigung der Verkehrssicher heit, aber auch zu starken
Beeinträchtigungen übriger Funktionen wie Wohnen, Einkaufen etc.
Die Aspekte der verkehrlichen und funktionalen Ansp rüche wurden erstmalig in
Münster in einem separaten Gutachten aufbereitet. D ie Ergebnisse liegen zur
Auswertung inzwischen vor. Sie werden maßgeblichen Anteil in den nächsten
VEP Münster 2025
156
……
Bearbeitungsstufen haben. Ebenfalls separat aufbere itet ist die Frage der Ver-
kehrssicherheit. Das Schlussgutachten dazu liegt vo r. Auf der Basis des
Schlussgutachtens ist ein Masterplan zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in
Münster erarbeitet worden, der ebenfalls die weiter en Schritte in der Bearbeitung
des VEP beeinflussen wird.
Für die Entwicklung von Szenarien ist es mittlerwei le von besonderer Bedeutung
zu wissen, wie sich die Strukturen langfristig entw ickeln werden. Denn die beste-
henden Verkehrssysteme stoßen an ihre Leistungsgren zen und eine weitere Op-
timierung im Bestand ist nur noch sehr begrenzt mög lich. Bevor jedoch in sehr
zeitaufwändige und kostspielige Netzerweiterungen u nd ggfs. in neue zukunfts-
weisende Verkehrssysteme investiert wird, muss durc h eine Expertise 2050 ge-
prüft werden, wie sich das Verkehrsaufkommen in Abh ängigkeit der Strukturent-
wicklungen Münsters und des Münsterlandes weiter en twickeln wird. Dabei sollte
an wenigen Beispielen geprüft werden, welche planer ischen und technischen
Möglichkeiten vorhanden sind, um sicherzustellen, d ass der Verkehr in Münster
langfristig umwelt-, sozial- und stadtverträglich a bgewickelt werden kann und die
aus der EU vorgegebenen Grenzwerte für die Lärm- un d Schadstoffbelastungen
eingehalten werden
VEP Münster 2025
……. 157
L I T E R T U R V E R Z E I C H N I S
[1] Gesamtverkehrsplan Münster 1986 (GVP Münster 86 ), Stadt Münster
1986
[2] Verkehrsbericht Münster 1993, Schriftenreihe Be iträge zur Stadtfor-
schung, Stadtentwicklung, Stadtplanung, Stadt Münster 1994
[3] Radverkehrskonzepte Münster 2010, Stadt Münster 2008
[4] Parkraumkonzept 2010 für die Altstadt und den Hauptbahnhofsbereich,
Stadt Münster 2003
[5] 2. Nahverkehrsplan Stadt Münster, Schriftenreih e Beiträge zur Stadtfor-
schung, Stadtentwicklung, Stadtplanung, Stadt Münster 2006
[6] Verkehrsuntersuchung Südost, Stadt Münster 2002
[7] Entlastungsstraße Nord, Stadt Münster, Stadt Mü nster 2002
[8] Verkehrsuntersuchung Amelsbüren, Stadt Münster 2005
[9] Verkehrsuntersuchung Handorf, Stadt Münster 200 5
[10] Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten der m ünsteraner Bevölke-
rung 1982, Stadt Münster 1982
[11] Programm fahrradfreundliche Stadt Münster - Ze itbudget und Ver-
kehrsteilnahme, Schriftenreihe Beiträge zur Stadtfo rschung, Stadtent-
wicklung, Stadtplanung, Stadt Münster 1992
[12] Haushaltsbefragung Münster 1994 – Zeitbudget u nd Verkehrsteilnahme,
Schriftenreihe Beiträge zur Stadtforschung, Stadten twicklung, Stadtpla-
nung, Stadt Münster 1995
[13] Verkehrsbild Münster 2001, Schriftenreihe Beit räge zur Stadtforschung,
Stadtentwicklung, Stadtplanung, Stadt Münster 2003
[14] Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der M ünsteraner, Schriften-
reihe Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung , Stadtplanung,
Münster 2008
VEP Münster 2025
158
……
[15] Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen (LE P NRW), Stand:
11.05.1995
[16] Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen:
Erwerbstätige 2005
[17] Kraftfahrtbundesamt Flensburg: Kfz-Bestände, 2 006
[18] Masterplan/Integriertes Handlungskonzept Stadt häfen Münster, Stadt
Münster 2004
[19] Erneuerung Verkehrsrechner für Lichtsignalsteu erung und Modellachse
Albersloher Weg als Einstieg in ein Verkehrsmanagem entsystem, Stadt
Münster, V/0336/2007
[20] 2. Nahverkehrsplan SPNV, Zweckverband Schienen personennahver-
kehr Münsterland, Juni 2006
[21] SPNV Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfale n, 1998
[22] Flächennutzungsplan der Stadt Münster, Münster 2004
[23] Mobilität in Deutschland – Fahrradverkehr (MID ), 2002
[24] Der Bundesminister für Verkehr, Abteilung Stra ßenbau: Richtlinien für
den Lärmschutz an Straßen, RLS-90, Ausgabe 1990
[25] Verbesserung der Verkehrssicherheit in Münster , Gesamtverband der
Deutschen Verkehrssicherheitswirtschaft e.V., Unfal lforschung der Ver-
sicherer (GdV), Berlin 2008
[26] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkeh rswesen, Arbeitsgruppe
Straßenentwurf, Richtlinien für die Anlage von Stad tstraßen RASt 06,
Ausgabe 2006, Köln 2007
Anlagen-Deckblatt
1481 Zeichen
VEP Münster 2025 Anlagen VEP Münster 2025 Anlagenverzeichnis: Anlage 1: Einbindung der Stadt Münster in die großrä umi- ge/überregionalen Verkehrsnetze Anlage 2: VEP-Straßennetz Stadt Münster Anlage 3: FNP-Straßennetz – Stand 2008 Anlage 4: Qualitätsstufen an Knotenpunkten im VEP-Netz – Stand 2008 Anlage 5: Netzsteuerungsbereiche und Baustufen Anlage 6: Primär- und Sekundärradwegenetz (FNP Stadt Münster) Stand 2004 Anlage 7: Verkehrsbelastungen [Kfz/24h] im VEP-Straßenn etz – Stand 2006 Anlage 8: Lkw-Belastungen im VEP-Straßennetz – Stand 2 006 Anlage 9: Straßen-Verkehrsrechtliche Restriktionen für de n Lkw- Verkehr Stand - Stand 2008 Anlage 10: Unfallauffällige Bereiche im Stadtgebiet Münster – Stand 2006 [25] Anlage 11: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Bewert ungsrelevantes Netz Anlage 12: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Verkeh rsqualität im ÖPNV Anlage 13: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Verkeh rsqualität für den Radfahrer Anlage 14: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Verkeh rsqualität für den Fußgänger Anlage 15: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Verkeh rssicherheit Anlage 16: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Straß enraumqualität Anlage 17: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Lärmb elastungen 2005 -Tag Anlage 18: Verkehrlich-funktionale-Bewertung - Lärmbelastungen 2005 – Nacht Anlage 19: Verkehrlich-funktionale-Bewertung – Lärmbetroffenheit
Anlagen_1_bis_10_DINA4
1233 Zeichen
VEP Münster 2025
Anlage 1: Einbindung der Stadt Münster in die großr äumigen/überregionalen
Verkehrsnetze
VEP Münster 2025
Anlage 2: VEP-Straßennetz Stadt Münster
VEP Münster 2025
Anlage 3: FNP-Straßennetz Stand: 2008
VEP Münster 2025
Anlage 4: Qualitätsstufen an Knotenpunkten im VEP-S traßennetz
Stand: 2008
VEP Münster 2025
Anlage 5: Netzsteuerungsbereiche und Baustufen
VEP Münster 2025
Anlage 6: Primär- und Sekundärradwegenetz (FNP Stad t Münster) Stand: 2004
VEP Münster 2025
Anlage 7: Verkehrsbelastungen [Kfz/24h] im VEP-Stra ßennetz Stand: 2006
VEP Münster 2025
<= 250 Fahrzeuge
251 bis 500 Fahrzeuge
501 bis 1.000 Fahrzeuge
1.001 bis 2.000 Fahrzeuge
> 2.000 Fahrzeuge
Lkw ab 3,5 t und Lastzüge je 24 h
Gewerbe-/Industriegebiet
Anlage 8: Lkw-Belastungen im VEP-Untersuchungsnetz Stand: 2007
VEP Münster 2025
Anlage 9: Straßen-Verkehrsrechtliche Restriktionen für den Lkw-Verkehr
Stand: 2008
VEP Münster 2025
Anlage 10: Unfallauffällige Bereiche im Stadtgebie t Münster [25]
Stand 2006
Beratungsverlauf (8)
Beschluss: eingebracht
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: vertagt
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (58)
- Steinfurter Straße 36
- Sudmühlenstraße
- Hammer Straße
- Grevener Straße
- Weseler Straße
- Dülmener Straße 9
- Moltkestraße
- Wasserstraße
- Hansestraße
- Heroldstraße
- Wolbecker Straße
- Warendorfer Straße 21
- Siemensstraße
- Stubengasse
- Ludgeristraße
- Salzstraße
- Aegidiistraße
- Bahnhofstraße
- Sprakeler Straße 11
- Westfalenstraße 10
- Havixbecker Straße 10
- Freckenhorster Straße 12
- Gittruper Straße 1
- Telgter Straße 4
- Alverskirchener Straße 2
- Davertstraße 2
- Ottmarsbocholter Straße 1
- Osthofstraße 3
- Hülshoffstraße 9
- Altenberger Straße 7
- Hanseller Straße 1
- Aldruper Straße
- Schifffahrter Damm 15
- Lütkenbecker Weg
- Ludgeriplatz
- Albersloher Weg 8
- Kappenberger Damm 6
- Rüschhausweg 6
- Hessenweg
- Höltenweg
- Friesenring
- Am Stadtgraben
- Am Steintor 6
- Austermannstraße
- An der Hansalinie
- Am Max-Klemens-Kanal 4
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- Prinzipalmarkt
- Alte Schifffahrt 3
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- Asche
- Drubbel
- Brock 2
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/1019/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.01.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37